Poe Des Pym
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Poe, Edgar Allan: Die Geschichte des Arthur Gordon Pym aus Nantucket. Übersetzt von Maria Lazar. Mit Zeichnungen von Theo Scharf. (= Sindbad-Bücher" phantastische und abenteurliche Romane) Drei Masken Verlag Keine Angabe (Erste Aufl.) 1922 München
223S. 8°
Leinen Fadengehefteter, illustrierter und geprägter Ganzleinenband. Der Einband, die Schnitte und das Papier fleckig, der untere Leinenrücken mit 5cm langem Einriss in der Länge, Exlibris-Stempel auf Vortitel, insgesamt nur befriedigender Zustand dieses schönen Titels aus der Sindbad-Reihe. Gesetzt in Fraktur. Der Bericht des Arthur Gordon Pym bzw. seltener auch Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym oder Die Abenteuer des Arthur Gordon Pym (Originaltitel: The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket) ist der einzige Roman von Edgar Allan Poe, erstmals veröffentlicht im Jahre 1838. Er beschreibt das Leben des A. G. Pym, der von seiner Jugend an Abenteuer auf See sucht und überlebt, die allmählich seine Einstellung zum Leben verändern. Die Art der Abenteuer sind zum Teil realistisch (Schiffbruch und Meuterei), zum Teil phantastisch (heiße Strömungen und Stromschnellen im Ozean des Südens). Der Roman ist das längste Prosawerk Poes und gilt als eine seiner rätselhaftesten Arbeiten. Diese für Poe lange Erzählung von über 200 Druckseiten ist 1837 erschienen, also mehr als zehn Jahre vor Poes Tod. Auch wenn das Werk selbst im Nachwort von seiner Unvollständigkeit spricht (zwei oder drei abschließende Kapitel fehlen angeblich), ist es inhaltlich durch die nicht steigerbare mysteriöse Erscheinung am Ende und formal durch das Nachwort und seine Erklärungen eigentlich abgeschlossen, also fertig - alle Deutungsansätze können sich daher auf das Gegebene stützen, ohne mit "Lücken" argumentieren zu müssen. Der Roman beginnt und endet mit einem Verwirrspiel um die Autorenschaft, in dem Poe zu einer Figur seiner eigenen Erzählung wird: In der "Einleitenden Bemerkung" blickt er mit den Augen Pyms auf sich als schreibenden "Poe", in der Nachbemerkung (vermutlich) mit den Augen "Poes" auf den inzwischen verstorbenen Pym und seine Erlebnisse. Diese Rahmenkonstruktion und der identische Silbenrhythmus der vollen Namen Pyms und Poes legen daher den Gedanken einer irgendwie "autobiografischen" Deutung nahe. Die Handlung läuft ab wie in einer Nummernrevue, von einer Notlage über eine zeitweilige Entspannung in eine neue Gefahr voranstürmend. Durch das Auftürmen der Katastrophen stehen Peters und Pym schon nach der Kenterung des Wracks der Grampus kurz vor dem Wahnsinn - und doch sind die folgenden Gefahren "ebenso groß, wenn nicht größer". Nicht die Tagesdaten strukturieren das Leben Pyms und seiner Freunde, sondern die Art der Katastrophen. Nichts ist so grauenhaft, dass es von den folgenden Ereignissen nicht zu übertreffen wäre und in diesem Klimax des menschlichen Ausgeliefertseins ist die letztmögliche Steigerung die Begegnung der Geschöpfe mit ihrer ultimativen Erscheinung - vermutlich dem Schöpfer selbst. Mehrere Exkurse liefern Zusatzinformationen über das Stauen auf Segelschiffen, über das Beidrehen im Sturm, über Albatrosse und Pinguine, über die Annäherung von Segelschiffen an den Südpol, über das Leben und die Zubereitung einer bestimmten Muschelart. Hierdurch wird der Fortgang zwar verlangsamt, aber die Erzählung bekommt den Anstrich eines "Tatsachenberichts", auf den der Ich-Erzähler trotz seiner "wunderlichen" Erlebnisse schon in der Einleitung Wert legt. Der Pym wird bisweilen als eine "allegorische Autobiographie" gesehen. Hierfür sprechen die Seereise, die meisten Abenteuer, die realistischen Details und Exkurse. Aber schon das häufige Grauen der Erlebnisse und erst recht die Symbolik, die rätselhaften Formen der Klüfte auf der Insel, die Bedeutung der Farben Schwarz und Weiß, der den Ozean verschlingende Katarakt sowie die übermenschliche Erscheinung am Ende werfen Fragen auf. Pym sträubt sich in der "Einleitenden Bemerkung" zunächst dagegen, seine Erlebnisse schriftlich zu erzählen: Er fürchtet, die Öffentlichkeit werde seinen Bericht als Erfindung und nicht als Tatsachenbericht auffassen. Aber Pym erlaubt schließlich der Figur "Poe", statt seiner den ersten Teil des Berichts zu schreiben und diesen sogar unter "Poes" Namen zu veröffentlichen Dass der Autor so markant die "Wahrheit" der offenbar surrealen Ereignisse thematisiert ist ein Hinweis auf die außerfaktische, subjektive Wahrheit dieser Erfahrung: Der Erlebnisbericht schildert eine innere Reise, die schmerzhafte Geburt einer Einsicht in das Funktionieren der Welt. In den Katastrophen verändern sich die Überlebenden des Schiffbruchs, Pym und Peters, der allmählich zu einem alter ego Pyms heranreift. Der Reisebericht wird zur Geschichte der Entwicklung der Welt-Anschauung seiner Helden. Der Pym ist keine wie auch immer metaphorische Autobiografie sondern der Bericht einer inneren Entdeckung: Die Reise an die Grenzen der bekannten und geordneten Welt wird zu einer Erweiterung der Wissens und Veränderung der Haltung: Nicht nur hat Pym allmählich geistige Übersicht und Vorsicht erworben, was ihn von den anderen Mitreisenden unterscheidet, sondern er erweitert damit auch seine Kenntnis der Welt: "Wir entdeckten nichts, was uns vertraut gewesen wäre." Und trotz des auf den Katarakt zuschießenden Kanus bleiben Peters und Pym aufmerksam bis zur letzten Offenbarung. Poe verbindet das Thema des Untergangs seiner Helden mit dem Thema eines faszinierenden Erkenntniszuwachses: Nur im Risiko erfahren die Helden etwas über das Wesen der Welt - exakt in dem Moment, in dem sie verschlungen werden und nur dadurch, dass sie verschlungen werden. Der Wendepunkt in der Entwicklung, der Beginn der Katharsis lässt sich genauer eingrenzen: die Hauptfiguren Pym und Peters haben die Wochen auf der gekenterten "Grampus" hinter sich - zwar sind die folgenden Gefahren "ebenso groß, wenn nicht größer", aber sie werden von den beiden anders als bisher oder anders als von anderen überwunden: "Der Unterschied lag in unserer geistigen Verfassung", in der unaufgeregten Aufmerksamkeit, in der mehr "stoischen Denkart" den Katastrophen gegenüber: So regt Peters nach dem Verschüttetwerden auf der Insel schnell die erfolgreiche Suche nach Auswegen an und dank seiner Findigkeit und Entschlossenheit können sie auch aus der Steilwand absteigen. Die Welt ist aus den Fugen und mal sind die Inseln verlässlich da, wo sie sein sollten, dann wieder sind sie verschwunden - die Menschen finden keinen sicheren Hafen, aber statt zu jammern versuchen sie, "den Umfang unseres Unglücks genauer festzustellen": aufmerksam, stoisch, nicht-resignativ. In der starken Strömung auf den Südpol-Katarakt zu bleibt Pym aufmerksam und Peters wird "sehr wortkarg" und "apathisch" (griech. für: affektlos' bzw. philosophisch: stoisch') - der Wilde im Kanu aber stirbt vor Entsetzen. Die Erzählung prüft die Möglichkeit einer Lebensentscheidung in einem Orientierungsdreieck von Optimismus, Fatalismus und einem "aktiven" Gleichmut in den unvorhersehbaren Wechselfällen des Lebens, der hier allein seine Helden überleben lässt. Der Roman ist der Bericht einer Katharsis, einer Selbsterfahrung, in der Zuversicht und christlicher Optimismus sich unter dem Einfluss der Katastrophen in eine stoische, trostlose Neugier verwandeln. Im Bericht des A. Gordon Pym beschreibt Poe die Entstehung seiner unchristlichen Weltanschauung des knappen Überlebens in einer Sprache der Tatsachen, da es eine Sprache der psychologischen Realitäten zu seiner Zeit noch nicht gegeben hat. Sein Thema der Balance von Katastrophenfatalismus und optimistischem Aktivismus, von Gefahr und Erkenntnis hat Poe nicht nur im Pym sondern auch in anderen seiner Erzählungen bearbeitet (vgl. z. B.: die Erzählungen Atemverlust, Das Manuskript in der Flasche und Der Sturz in den Maelström).
[SW: Amerikanische Literatur | Romane | "Sinbad Bücher" |]
Poe, Edgar Allan: Die denkwürdigen Erlebnisse des Artur Gordon Pym. Roman. Mit zehn Bildbeigaben von Alfred Kubin. Übersetzt von Gisela Etzel. Umschlagentwurf Ingo Jahnes. (= Ullstein Buch Nr. 516) Ullstein Erste Aufl. 1975 Frankfurt am Main, Berlin, Wien ISBN: 3548025161
167S. 8°
Taschenbuch Der Einband leicht berieben, Einband, Schnitte und Papier allg. deutlich nachgedunkelt, Kopfschnitt fleckig, innen ansonsten gut, Gesamterhaltung befriedigend. Der Bericht des Arthur Gordon Pym bzw. seltener auch Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym oder Die Abenteuer des Arthur Gordon Pym (Originaltitel: The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket) ist der einzige Roman von Edgar Allan Poe, erstmals veröffentlicht im Jahre 1838. Er beschreibt das Leben des A. G. Pym, der von seiner Jugend an Abenteuer auf See sucht und überlebt, die allmählich seine Einstellung zum Leben verändern. Die Art der Abenteuer sind zum Teil realistisch (Schiffbruch und Meuterei), zum Teil phantastisch (heiße Strömungen und Stromschnellen im Ozean des Südens). Der Roman ist das längste Prosawerk Poes und gilt als eine seiner rätselhaftesten Arbeiten. Diese für Poe lange Erzählung von über 200 Druckseiten ist 1837 erschienen, also mehr als zehn Jahre vor Poes Tod. Auch wenn das Werk selbst im Nachwort von seiner Unvollständigkeit spricht (zwei oder drei abschließende Kapitel fehlen angeblich), ist es inhaltlich durch die nicht steigerbare mysteriöse Erscheinung am Ende und formal durch das Nachwort und seine Erklärungen eigentlich abgeschlossen, also fertig - alle Deutungsansätze können sich daher auf das Gegebene stützen, ohne mit "Lücken" argumentieren zu müssen. Der Roman beginnt und endet mit einem Verwirrspiel um die Autorenschaft, in dem Poe zu einer Figur seiner eigenen Erzählung wird: In der "Einleitenden Bemerkung" blickt er mit den Augen Pyms auf sich als schreibenden "Poe", in der Nachbemerkung (vermutlich) mit den Augen "Poes" auf den inzwischen verstorbenen Pym und seine Erlebnisse. Diese Rahmenkonstruktion und der identische Silbenrhythmus der vollen Namen Pyms und Poes legen daher den Gedanken einer irgendwie "autobiografischen" Deutung nahe. Die Handlung läuft ab wie in einer Nummernrevue, von einer Notlage über eine zeitweilige Entspannung in eine neue Gefahr voranstürmend. Durch das Auftürmen der Katastrophen stehen Peters und Pym schon nach der Kenterung des Wracks der Grampus kurz vor dem Wahnsinn - und doch sind die folgenden Gefahren "ebenso groß, wenn nicht größer". Nicht die Tagesdaten strukturieren das Leben Pyms und seiner Freunde, sondern die Art der Katastrophen. Nichts ist so grauenhaft, dass es von den folgenden Ereignissen nicht zu übertreffen wäre und in diesem Klimax des menschlichen Ausgeliefertseins ist die letztmögliche Steigerung die Begegnung der Geschöpfe mit ihrer ultimativen Erscheinung - vermutlich dem Schöpfer selbst. Mehrere Exkurse liefern Zusatzinformationen über das Stauen auf Segelschiffen, über das Beidrehen im Sturm, über Albatrosse und Pinguine, über die Annäherung von Segelschiffen an den Südpol, über das Leben und die Zubereitung einer bestimmten Muschelart. Hierdurch wird der Fortgang zwar verlangsamt, aber die Erzählung bekommt den Anstrich eines "Tatsachenberichts", auf den der Ich-Erzähler trotz seiner "wunderlichen" Erlebnisse schon in der Einleitung Wert legt. Der Pym wird bisweilen als eine "allegorische Autobiographie" gesehen. Hierfür sprechen die Seereise, die meisten Abenteuer, die realistischen Details und Exkurse. Aber schon das häufige Grauen der Erlebnisse und erst recht die Symbolik, die rätselhaften Formen der Klüfte auf der Insel, die Bedeutung der Farben Schwarz und Weiß, der den Ozean verschlingende Katarakt sowie die übermenschliche Erscheinung am Ende werfen Fragen auf. Pym sträubt sich in der "Einleitenden Bemerkung" zunächst dagegen, seine Erlebnisse schriftlich zu erzählen: Er fürchtet, die Öffentlichkeit werde seinen Bericht als Erfindung und nicht als Tatsachenbericht auffassen. Aber Pym erlaubt schließlich der Figur "Poe", statt seiner den ersten Teil des Berichts zu schreiben und diesen sogar unter "Poes" Namen zu veröffentlichen Dass der Autor so markant die "Wahrheit" der offenbar surrealen Ereignisse thematisiert ist ein Hinweis auf die außerfaktische, subjektive Wahrheit dieser Erfahrung: Der Erlebnisbericht schildert eine innere Reise, die schmerzhafte Geburt einer Einsicht in das Funktionieren der Welt. In den Katastrophen verändern sich die Überlebenden des Schiffbruchs, Pym und Peters, der allmählich zu einem alter ego Pyms heranreift. Der Reisebericht wird zur Geschichte der Entwicklung der Welt-Anschauung seiner Helden. Der Pym ist keine wie auch immer metaphorische Autobiografie sondern der Bericht einer inneren Entdeckung: Die Reise an die Grenzen der bekannten und geordneten Welt wird zu einer Erweiterung der Wissens und Veränderung der Haltung: Nicht nur hat Pym allmählich geistige Übersicht und Vorsicht erworben, was ihn von den anderen Mitreisenden unterscheidet, sondern er erweitert damit auch seine Kenntnis der Welt: "Wir entdeckten nichts, was uns vertraut gewesen wäre." Und trotz des auf den Katarakt zuschießenden Kanus bleiben Peters und Pym aufmerksam bis zur letzten Offenbarung. Poe verbindet das Thema des Untergangs seiner Helden mit dem Thema eines faszinierenden Erkenntniszuwachses: Nur im Risiko erfahren die Helden etwas über das Wesen der Welt - exakt in dem Moment, in dem sie verschlungen werden und nur dadurch, dass sie verschlungen werden. Der Wendepunkt in der Entwicklung, der Beginn der Katharsis lässt sich genauer eingrenzen: die Hauptfiguren Pym und Peters haben die Wochen auf der gekenterten "Grampus" hinter sich - zwar sind die folgenden Gefahren "ebenso groß, wenn nicht größer", aber sie werden von den beiden anders als bisher oder anders als von anderen überwunden: "Der Unterschied lag in unserer geistigen Verfassung", in der unaufgeregten Aufmerksamkeit, in der mehr "stoischen Denkart" den Katastrophen gegenüber: So regt Peters nach dem Verschüttetwerden auf der Insel schnell die erfolgreiche Suche nach Auswegen an und dank seiner Findigkeit und Entschlossenheit können sie auch aus der Steilwand absteigen. Die Welt ist aus den Fugen und mal sind die Inseln verlässlich da, wo sie sein sollten, dann wieder sind sie verschwunden - die Menschen finden keinen sicheren Hafen, aber statt zu jammern versuchen sie, "den Umfang unseres Unglücks genauer festzustellen": aufmerksam, stoisch, nicht-resignativ. In der starken Strömung auf den Südpol-Katarakt zu bleibt Pym aufmerksam und Peters wird "sehr wortkarg" und "apathisch" (griech. für: affektlos' bzw. philosophisch: stoisch') - der Wilde im Kanu aber stirbt vor Entsetzen. Die Erzählung prüft die Möglichkeit einer Lebensentscheidung in einem Orientierungsdreieck von Optimismus, Fatalismus und einem "aktiven" Gleichmut in den unvorhersehbaren Wechselfällen des Lebens, der hier allein seine Helden überleben lässt. Der Roman ist der Bericht einer Katharsis, einer Selbsterfahrung, in der Zuversicht und christlicher Optimismus sich unter dem Einfluss der Katastrophen in eine stoische, trostlose Neugier verwandeln. Im Bericht des A. Gordon Pym beschreibt Poe die Entstehung seiner unchristlichen Weltanschauung des knappen Überlebens in einer Sprache der Tatsachen, da es eine Sprache der psychologischen Realitäten zu seiner Zeit noch nicht gegeben hat. Sein Thema der Balance von Katastrophenfatalismus und optimistischem Aktivismus, von Gefahr und Erkenntnis hat Poe nicht nur im Pym sondern auch in anderen seiner Erzählungen bearbeitet (vgl. z. B.: die Erzählungen Atemverlust, Das Manuskript in der Flasche und Der Sturz in den Maelström).
[SW: Amerikanische Literatur | Roman | Illustrierte Bücher]
Poe, Edgar Allan: Gordon Pym. Umständlicher Bericht des Arthur Gordon Pym von Nantucket. Bebildert mit 39 Farbzeichnungen und 15 Holzschnitten von Jürgen Wölbing nach der phantastischen Übertragung von Arno Schmidt. Büchergilde Gutenberg (Lizenz des Walter Verlags, Olten) Erste Aufl./ Lizenzausgabe 1980 Frankfurt am Main ISBN: 3763224580
254S. Groß 8°
Leinen Fadengehefteter, geprägter Ganzleineneinband mit farbigen Vorsätzen und illustriertem Schutzumschlag. Der Umschlag leicht berieben, ansonsten rundum guter, nahezu sehr guter Erhaltungszustand. Kongenial illustriert von Jürgen Wölbing. Der Bericht des Arthur Gordon Pym bzw. seltener auch Die denkwürdigen Erlebnisse des Arthur Gordon Pym oder Die Abenteuer des Arthur Gordon Pym (Originaltitel: The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket) ist der einzige Roman von Edgar Allan Poe, erstmals veröffentlicht im Jahre 1838. Er beschreibt das Leben des A. G. Pym, der von seiner Jugend an Abenteuer auf See sucht und überlebt, die allmählich seine Einstellung zum Leben verändern. Die Art der Abenteuer sind zum Teil realistisch (Schiffbruch und Meuterei), zum Teil phantastisch (heiße Strömungen und Stromschnellen im Ozean des Südens). Der Roman ist das längste Prosawerk Poes und gilt als eine seiner rätselhaftesten Arbeiten. Diese für Poe lange Erzählung von über 200 Druckseiten ist 1837 erschienen, also mehr als zehn Jahre vor Poes Tod. Auch wenn das Werk selbst im Nachwort von seiner Unvollständigkeit spricht (zwei oder drei abschließende Kapitel fehlen angeblich), ist es inhaltlich durch die nicht steigerbare mysteriöse Erscheinung am Ende und formal durch das Nachwort und seine Erklärungen eigentlich abgeschlossen, also fertig - alle Deutungsansätze können sich daher auf das Gegebene stützen, ohne mit "Lücken" argumentieren zu müssen. Der Roman beginnt und endet mit einem Verwirrspiel um die Autorenschaft, in dem Poe zu einer Figur seiner eigenen Erzählung wird: In der "Einleitenden Bemerkung" blickt er mit den Augen Pyms auf sich als schreibenden "Poe", in der Nachbemerkung (vermutlich) mit den Augen "Poes" auf den inzwischen verstorbenen Pym und seine Erlebnisse. Diese Rahmenkonstruktion und der identische Silbenrhythmus der vollen Namen Pyms und Poes legen daher den Gedanken einer irgendwie "autobiografischen" Deutung nahe. Die Handlung läuft ab wie in einer Nummernrevue, von einer Notlage über eine zeitweilige Entspannung in eine neue Gefahr voranstürmend. Durch das Auftürmen der Katastrophen stehen Peters und Pym schon nach der Kenterung des Wracks der Grampus kurz vor dem Wahnsinn - und doch sind die folgenden Gefahren "ebenso groß, wenn nicht größer". Nicht die Tagesdaten strukturieren das Leben Pyms und seiner Freunde, sondern die Art der Katastrophen. Nichts ist so grauenhaft, dass es von den folgenden Ereignissen nicht zu übertreffen wäre und in diesem Klimax des menschlichen Ausgeliefertseins ist die letztmögliche Steigerung die Begegnung der Geschöpfe mit ihrer ultimativen Erscheinung - vermutlich dem Schöpfer selbst. Mehrere Exkurse liefern Zusatzinformationen über das Stauen auf Segelschiffen, über das Beidrehen im Sturm, über Albatrosse und Pinguine, über die Annäherung von Segelschiffen an den Südpol, über das Leben und die Zubereitung einer bestimmten Muschelart. Hierdurch wird der Fortgang zwar verlangsamt, aber die Erzählung bekommt den Anstrich eines "Tatsachenberichts", auf den der Ich-Erzähler trotz seiner "wunderlichen" Erlebnisse schon in der Einleitung Wert legt. Der Pym wird bisweilen als eine "allegorische Autobiographie" gesehen. Hierfür sprechen die Seereise, die meisten Abenteuer, die realistischen Details und Exkurse. Aber schon das häufige Grauen der Erlebnisse und erst recht die Symbolik, die rätselhaften Formen der Klüfte auf der Insel, die Bedeutung der Farben Schwarz und Weiß, der den Ozean verschlingende Katarakt sowie die übermenschliche Erscheinung am Ende werfen Fragen auf. Pym sträubt sich in der "Einleitenden Bemerkung" zunächst dagegen, seine Erlebnisse schriftlich zu erzählen: Er fürchtet, die Öffentlichkeit werde seinen Bericht als Erfindung und nicht als Tatsachenbericht auffassen. Aber Pym erlaubt schließlich der Figur "Poe", statt seiner den ersten Teil des Berichts zu schreiben und diesen sogar unter "Poes" Namen zu veröffentlichen Dass der Autor so markant die "Wahrheit" der offenbar surrealen Ereignisse thematisiert ist ein Hinweis auf die außerfaktische, subjektive Wahrheit dieser Erfahrung: Der Erlebnisbericht schildert eine innere Reise, die schmerzhafte Geburt einer Einsicht in das Funktionieren der Welt. In den Katastrophen verändern sich die Überlebenden des Schiffbruchs, Pym und Peters, der allmählich zu einem alter ego Pyms heranreift. Der Reisebericht wird zur Geschichte der Entwicklung der Welt-Anschauung seiner Helden. Der Pym ist keine wie auch immer metaphorische Autobiografie sondern der Bericht einer inneren Entdeckung: Die Reise an die Grenzen der bekannten und geordneten Welt wird zu einer Erweiterung der Wissens und Veränderung der Haltung: Nicht nur hat Pym allmählich geistige Übersicht und Vorsicht erworben, was ihn von den anderen Mitreisenden unterscheidet, sondern er erweitert damit auch seine Kenntnis der Welt: "Wir entdeckten nichts, was uns vertraut gewesen wäre." Und trotz des auf den Katarakt zuschießenden Kanus bleiben Peters und Pym aufmerksam bis zur letzten Offenbarung. Poe verbindet das Thema des Untergangs seiner Helden mit dem Thema eines faszinierenden Erkenntniszuwachses: Nur im Risiko erfahren die Helden etwas über das Wesen der Welt - exakt in dem Moment, in dem sie verschlungen werden und nur dadurch, dass sie verschlungen werden. Der Wendepunkt in der Entwicklung, der Beginn der Katharsis lässt sich genauer eingrenzen: die Hauptfiguren Pym und Peters haben die Wochen auf der gekenterten "Grampus" hinter sich - zwar sind die folgenden Gefahren "ebenso groß, wenn nicht größer", aber sie werden von den beiden anders als bisher oder anders als von anderen überwunden: "Der Unterschied lag in unserer geistigen Verfassung", in der unaufgeregten Aufmerksamkeit, in der mehr "stoischen Denkart" den Katastrophen gegenüber: So regt Peters nach dem Verschüttetwerden auf der Insel schnell die erfolgreiche Suche nach Auswegen an und dank seiner Findigkeit und Entschlossenheit können sie auch aus der Steilwand absteigen. Die Welt ist aus den Fugen und mal sind die Inseln verlässlich da, wo sie sein sollten, dann wieder sind sie verschwunden - die Menschen finden keinen sicheren Hafen, aber statt zu jammern versuchen sie, "den Umfang unseres Unglücks genauer festzustellen": aufmerksam, stoisch, nicht-resignativ. In der starken Strömung auf den Südpol-Katarakt zu bleibt Pym aufmerksam und Peters wird "sehr wortkarg" und "apathisch" (griech. für: affektlos' bzw. philosophisch: stoisch') - der Wilde im Kanu aber stirbt vor Entsetzen. Die Erzählung prüft die Möglichkeit einer Lebensentscheidung in einem Orientierungsdreieck von Optimismus, Fatalismus und einem "aktiven" Gleichmut in den unvorhersehbaren Wechselfällen des Lebens, der hier allein seine Helden überleben lässt. Der Roman ist der Bericht einer Katharsis, einer Selbsterfahrung, in der Zuversicht und christlicher Optimismus sich unter dem Einfluss der Katastrophen in eine stoische, trostlose Neugier verwandeln. Im Bericht des A. Gordon Pym beschreibt Poe die Entstehung seiner unchristlichen Weltanschauung des knappen Überlebens in einer Sprache der Tatsachen, da es eine Sprache der psychologischen Realitäten zu seiner Zeit noch nicht gegeben hat. Sein Thema der Balance von Katastrophenfatalismus und optimistischem Aktivismus, von Gefahr und Erkenntnis hat Poe nicht nur im Pym sondern auch in anderen seiner Erzählungen bearbeitet (vgl. z. B.: die Erzählungen Atemverlust, Das Manuskript in der Flasche und Der Sturz in den Maelström). Jürgen Wölbing (* 14. Januar 1942 in Breslau; 3. September 2009 in Schöneck) war ein deutscher Zeichner und Grafiker. Nach einem kurzen Studium der Kunstwissenschaft und Kunstgeschichte betrieb Wölbing in Frankfurt am Main eine Druckerei (bis 1972) und besuchte Zeichenkurse bei Walter Hergenhahn an der Abendschule der Staatliche Hochschule für Bildende Künste - Städelschule in Frankfurt am Main. Eine Reihe von Jahren lebte Wölbing als freischaffender Künstler in Niederdorfelden. In d...
[SW: Büchergilde Gutenberg | Amerikanische Literatur | Roman | Klassiker | Illustrierte Bücher | Jürgen Wölbing | Edgar Allan Poe]
Poe, Edgar Allan: Die denkwürdigen Erlebnisse des Artur Gordon Pym. Mit 30 Zeichnungen von Alfred Kubin. Übersetzung von Karl Ehrenstein und Th. Schramek. Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft, 1930.
Guter Zustand. Mit einem Exlibris. - Edgar Allan Poe (* 19. Januar 1809 in Boston, Massachusetts, USA; 7. Oktober 1849 in Baltimore, Maryland) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er prägte entscheidend die Genres der Kriminalliteratur, der Science Fiction und der Horrorgeschichte. Seine Poesie wurde zum Fundament des Symbolismus und damit der modernen Dichtung. ... Bedeutung: Poe hatte großen Einfluss auf den Symbolismus und auf die Entwicklung der phantastischen Literatur (nicht zu verwechseln mit Fantasy-Literatur) und auf die Kriminalliteratur, insbesondere auf die Werke von Jules Verne, Arthur Conan Doyle und H. G. Wells. Sein Frühwerk ist beeinflusst von George Gordon Byron sowie von Autoren der deutschen Romantik, wie beispielsweise E.T.A. Hoffmann und Friedrich de la Motte Fouque. Zu seinen späteren Einflüssen gehören Charles Dickens, den er auch persönlich kennenlernte, Henry Wadsworth Longfellow (den er literarisch befehdete) und Fürst Hermann von Pückler-Muskau. Zu seinen stilprägenden Erzählungen - nicht zuletzt, weil er ein Virtuose des Grauens war - gehören Der Untergang des Hauses Usher (The Fall of the House of Usher) und Die Abenteuer Gordon Pyms (The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket). Mit Der Doppelmord in der Rue Morgue (The Murders in the Rue Morgue) gilt er als einer der Erfinder der Detektivgeschichte und des deduktiv arbeitenden Krimihelden, der seine Fälle durch Logik und Kombinationsgabe löst. Darüber hinaus wirkte er im Übergang von der Romantik zum Symbolismus als Vermittler, zuerst nach Frankreich und von dort aus wieder zurück in die USA und nach Deutschland, wo sich im Umfeld des Expressionismus eine starke Rezeption seiner Werke entwickelte. In Frankreich sind Charles Baudelaires Poe-Übersetzungen maßgeblich. Sein zu Lebzeiten erfolgreichstes Buch war ein malakologisches Schulbuch mit dem Titel The Conchologist's first book or, a system of testaceous malacology (Malakologie = Wissenschaft der Mollusken). Dieses Buch wurde allerdings nicht von ihm selbst verfasst, sondern der Verlag wollte mit dem Namen Poes die Verkaufszahlen erhöhen. Poe schrieb lediglich das Vorwort und bekam eine erkleckliche Summe Geld für diesen Handel. Poe beschäftigte sich auch stark mit Fragen der Logik, so mit Geheimschriften (z. B. in Der Goldkäfer) und so genannten Automaten - frühen Robotern - beispielsweise im Aufsatz Maelzels Schachspieler über einen Schachautomaten. Ebenfalls von großer Bedeutung ist sein lyrisches Werk. Der Rabe (englisch The Raven) und The Bells gelten als die ersten bedeutenden Gedichte Amerikas in der Weltliteratur. Poe maß bei der Konzeption seiner Gedichte der Musik und dem logisch-formalen Aufbau einen hohen Stellenwert bei und sorgte oft für die klangliche Veranschaulichung der im Gedicht beschriebenen Dinge (The Bells), was ihn zu einem Vorläufer des Symbolismus machte. Poes großes Sujet, das in vielen Geschichten immer wieder auftaucht, ist der Tod einer schönen Frau (Morella, Ligeia, Annabel Lee). Oft thematisiert wird die Vorstellung einer lebendig begrabenen Person (The Fall of the House of Usher, The Premature Burial). Vielfach erscheinen in Poes Geschichten Personen, die geradezu vom "Wahn" gepackt ihr eigenes Unglück provozieren oder trotz Kenntnis des sich anbahnenden Ungemachs scheinbar machtlos direkt in ihr Verderben laufen und sich darüber verzehren (The Tell-Tale Heart, The Black Cat). Poe, der - auch dank zahlreicher Verfilmungen - sein Image als "Horrorautor" wohl nie ganz verlieren wird, ist, sieht man sein Werk als Ganzes - er verfasste Satiren, Essays, Lyrik und Erzählungen, literaturwissenschaftliche (Das poetische Prinzip (postum erschienen), ja sogar höchst komplexe naturwissenschaftliche Abhandlungen - nicht einfach unter einen Oberbegriff zu bringen. Poes Werk hat zahlreiche bedeutende Autoren der klassischen Moderne wesentlich inspiriert, unter anderen Stephane Mallarme, Vladimir Nabokov und Arno Schmidt; letzterer ist zusammen mit Hans Wollschläger der wohl bedeutendste Übersetzer der Werke Poes ins Deutsche. Schmidt ließ seine fiktive Hauptfigur Daniel Pagenstecher in seinem 1970 erschienenen Hauptwerk Zettels Traum Leben und Werk Poes mittels der von ihm entwickelten "Etym-Theorie" analysieren. Seit 1922 erinnert das Edgar Allan Poe Museum in Richmond, Virginia an Leben und Werk des Autors. Aus wikipedia-orgEdgar_Allan_Poe
Erste Auflage dieser Ausgabe. 384 Seiten. 19 x 13 cm. Pappband ohne Schutzumschlag mit Lederrücken.
[SW: Americana, Amerika, Zeitgeschichte, Amerikanische Geschichte, Amerikanische Gesellschaft, Amerikanische Literatur des 19. Jahrhunderts, Amerikanistik, USA, Vereinigte Staaten, Literaturgeschichte, Abenteuerromane, Horrorromane, Grotesken, Schauerromane, Americana, Amerikanische Literatur des 19. Jahrhunderts, 19. Jahrhundert, Abenteuer, Schauerliteratur, Unterbewußtsein, Phantasie, Phantasien, Phantastische Literatur, Abenteuerliteratur, Horror, Horrorerzählung, Phantastica, Albtraum]




