Geistige Leben Wiens
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Lenau, Nikolaus: Nikolaus Lenaus sämtliche Werke in zwei Bänden. Mit Bildnis, Lebensgeschichte und Würdigung des Dichters.Herausgegeben von Eduard Castle. Erster Band. Max Hesses Verlag Erste Aufl. Ohne Jahresangabe (um 1900) Leipzig
376 S.S. Klein 8°
Halbleder Eleganter, fadengehefteter, goldgeprägter Halblederband mit Lederecken, rotem Lesebändchen und Kopfgoldschnitt.Die Einbandecken- und Kanten teils deutlich berieben, Lederrücken aufgehellt und leicht berieben, handschriftlicher Füllfedernamenszug auf Titelblatt, Papier allg. nachgedunkelt, ansonsten altersgemäß rundum guter Zustand. Ein schöne Ausgabe. Gesetzt in Fraktur. Nikolaus Lenau, eigentlich Nikolaus Franz Niembsch (seit 1820) Edler von Strehlenau (* 13. August 1802 in Csatad (dt. Tschodat) im Banat, Königreich Ungarn, heute Lenauheim in Rumänien; 22. August 1850 in Oberdöbling, heute ein Stadtteil Wiens), war ein österreichischer Schriftsteller des Biedermeier. Nachdem sein Vater, ein habsburgischer Beamter, in Budapest im Jahre 1807 gestorben war, blieben die Kinder unter der Obhut der Mutter, die sich 1811 wieder verheiratete. Der Vater war der Spielsucht verfallen und ließ die Familie verarmt zurück. Durch den Einsatz ihres Erbes ermöglichte die Mutter Sohn Nikolaus, das Piaristengymnasium in Pest zu besuchen. 1819 ging Lenau an die Universität Wien, studierte anschließend ungarisches Recht in Pressburg und wandte sich dann während vier Jahren medizinischen Studien zu. Er konnte sich für keinen Beruf entscheiden und begann schon als Jugendlicher Verse zu schreiben. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahre 1829 versank er in Schwermut. Lenaus Melancholie mündete zwischen 1832 - 1844 in eine kreative Schaffensphase und ein umfangreiches Werk. Eine Erbschaft seiner Großmutter 1830 erlaubte es ihm, sich ganz der Poesie zu widmen. Seine ersten Gedichte waren schon 1827 in der Zeitschrift Aurora des jungen Verlegers Johann Gabriel Seidl erschienen. Anfang November 1831 kam Lenau nach Heidelberg, um hier die medizinische Doktorprüfung abzulegen. Er wohnte im "König von Portugal" (Hauptstr. 146). In Heidelberg lernte er Gustav Schwab kennen, der ihm die Veröffentlichung seiner Gedichte bei Cotta vermittelte. 1832 widmete Lenau ihm einen Gedichtband. In Heidelberg war Lenau Mitbegründer der Burschenschaft Frankonia, die am 13. Dezember 1831 nach langen vergeblichen Mühen vom Senat die Zulassung erhielt. Er hatte schon ab 1820 in Wien Kontakt zu Burschenschaftern und muss ihn unmittelbar nach seiner Ankunft in Heidelberg wieder aufgenommen und weiter gepflegt haben. Eine verbotene Burschenschaft, die nach ihrem damaligen Kneiplokal, dem "Goldenen Fäßchen" (Ingrimstr. 16), den Namen "Fäßlerianer" trugen, nahm ihn auf, wovon ein Brief vom 1. Dezember 1831 an Karl Mayer Zeugnis ablegt. Europas müde, beschloss Lenau schließlich, sich in den unberührten Urwäldern Nordamerikas als Farmer niederzulassen. Er landete im Oktober 1832 in Baltimore, lebte zunächst in einer Siedlung in Ohio und danach sechs Monate in New Harmony, Indiana. Das Leben in Amerika und der herrschende Materialismus enttäuschte ihn; er sprach vom "englischen Talergelispel" und bezeichnete die USA als "verschweinte Staaten von Amerika". 1833 kehrte er nach Deutschland zurück, wo er dank des Erfolgs seines ersten Gedichtbandes Anerkennung fand. Von nun an teilte er sein Leben zwischen Stuttgart und Wien. 1836 erschien seine Fassung des Faust, im nächsten Jahr "Savonarola", ein episches Werk, in dem Freiheit von politischer und geistiger Tyrannei als wesentliches Merkmal des Christentums erscheint. Seine Neueren Gedichte, die 1838 erschienen, sind zum Teil von seiner hoffnungslosen Leidenschaft für Sophie von Löwenthal, geborene von Kleyle (1810-1889), die Frau eines Freundes, geprägt. 1842 erschienen "Die Albigenser", und 1844 begann er mit der Niederschrift seines Don Juan, wovon ein Fragment nach seinem Tod erschien. Im selben Jahr verfiel er nach einem Schlaganfall in zunehmende geistige Umnachtung, wurde im Oktober 1844 in die Nervenheilanstalt Winnenthal bei Stuttgart eingeliefert und im Mai 1847 in die Pflegestätte des Dr. Görgen in Oberdöbling bei Wien verlegt, wo er noch drei Jahre bis zu seinem Tod verbrachte. Bedeutung ist der größte moderne lyrische Dichter Österreichs und in der deutschen Literatur der typische Vertreter des Weltschmerzes, der mit Lord Byron begonnen hatte und seinen Höhepunkt mit Giacomo Leopardi erreichen sollte. Lenau ist neben Heinrich Heine ein wichtiger Repräsentant des Vormärz und gleichzeitig ein Naturlyriker von hohem Rang (Schilflieder, Waldlieder). Zur deutschen Literatur trägt Lenau einen einzigartigen, melancholischen Ton bei, der sich durch weite Teile seiner Dichtung zieht. Zahlreiche seiner Lieder wurden vertont, unter anderem von Fanny Hensel, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Franz Liszt und Richard Strauss. Die Erstausgabe der Sämtlichen Werke von Lenau erschien 1855 bei A. Grun. Seit einigen Jahren liegen die Werke und Briefe Nikolaus Lenaus in einer historisch-kritischen Edition vor.
[SW: Deutsche Literatur | Lyrik | Vormärz | Werkausgaben | Bibliophilie]
Ebner, Jeannie (Hrsg), Rudolf (Hrsg) Henz und Kurt (Hrsg) Klinger: Literatur und Kritik Inhalt: Einige Briefe Robert Musils. Mitgeteilt und Kommentiert von Adolf Frise, Norbert Leser: Das geistige Leben Wiens in der Zwischenkriegszeit, Cornelius Schnauber: Werk und Leben Friedrich Torbergs im amerikanischen Exil, Franz Tumler: Neue Gedichte, Friederike Mayröcker: Da ist im Mann der Flammenengel offen, Prosa, Alfred Gesswein: Tage, aus der Hand gegeben... Nachgelassene Gedichte, Ilse Tielsch: Rückkehr zu Katrin, Erzählung, Achim Wierzejewski: Ein Arzt am Scheidewege - zu Arthur Schnitzlers Briefen, Lore Toman: Sprachspiele in Wittgensteins Kirchberg, "Ich lebe unter ganz wenigen Figuren" - Interview mit Friederike Mayröcker, Prosa von Theodor Weissenborn und Elisabeth Hauer, Salzburg, Otto Müller Verlag,, Feb./März 1984,.
Softcover, abgegriffen, leicht verschmutzt, Kanten bestossen, leicht schiefgelesen, Seiten gebräunt, eher guter Zustand -
österreichische Monatsschrift, Heft 181/182, Seite 1-112
LESER, Norbert. (Hrsg): Das geistige Leben Wiens in der Zwischenkriegszeit. Ring-Vorlesung 19. Mai - 20. Juni 1980 im Internationalen Kulturzentrum. Wien, Bundesverlag, 1981.
Gr-8, 312 pp mit einigen Abbildungen, 4 Bll, Oleinenband mit illustriertem Oumschlag. Gut erhalten. - Quellen und Studien zur österreichischen Geistesgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert.
[SW: Austriaca/allgemein]
Klein, Alfred (Hrsg.): Ein Lenin-Lesebuch. Literarische Zeugnisse und Dokumente . Berlin : Verlag Volk und Welt, 1980.
Inhalt: Die verwünschte Ferne: Johannes R. Becher: Der an den Schlaf der Welt rührt. Lenin, Klaus Beuchler: Die verwünschte Ferne, Hans Lorbeer: Der Bruder, Egon Erwin Kisch: Wie Modratschek erfuhr, wer Mayer war, Stefan Zweig: Der versiegelte Zug, Lenin, 9.April 1917, Alfred Kurella: Der 1. Mai 1919 im roten Moskau, Hans Marchwitza: Sturm auf Essen (Auszug) Clara Zetkin: Erinnerungen an Lenin (Auszug) Der Wundertäter: F. C. Weiskopf: Der Wundertäter, Erich Mühsam: Lenin, gestorben am 21. Januar 1924, Alexander Abusch: Als Lenin starb, Die geistige Gegenwart über Lenin: - Maximilian Harden, - Arthur Holitscher, - Alfred Kerr, - Thomas Mann, - Heinrich Mann, Arnold Zweig: Lenin und Wilson (Auszug) Johannes R. Becher: Am Grabe Lenins (Auszug) Anna Seghers: Die Toten bleiben jung (Auszug) Alfons Goldschmidt: Lenin, Wer war das eigentlich? Kurt Tucholsky: Gegen den Strom, Rudolf Braune: Einer geht seinen Weg (Auszug) Ludwig Renn: Marx und Lenin, Erwin Piscator: Dank an Sowjetrußland, Heinrich Mann: Fünf Jahre nach dem Tode Lenins, Bertolt Brecht: Die Teppichweber von Kujan-Bulak ehren Lenin, Edwin Hoernle: Angriff, Friedrich Wolf: Buch und Jugend, Anna Seghers: Wer war das eigentlich? Walter Steinbach: Ballade von den Männern der Turk- sib-Bahn, Der Allernächste: Bertolt Brecht: Die unbesiegliche Inschrift, Erich Weinert: Lebendig bleibt Lenin! Heinrich Greif: Zu Lenins Todestag, Willi Bredel: Helmke gibt Auskunft, Louis Fürnberg: 9. April 1917, Johannes R. Becher: Der Allernächste, Erich Weinert: Hier spricht Leningrad, Max Schroeder: Lenin. Ein Dokumentarfilm, Weltliche Hymne: Stephan Hermlin: Aurora (Auszug) Kuba: Das Lächeln Lenins (Auszug) Louis Fürnberg / Kuba: Weltliche Hymne (Auszug) Max Zimmering: Im Oktober schritt, Bernhard Seeger: Lenin lebt, Walter Stranka: Jahrhundert, trage seinen guten Namen, Helmut Preißler: Der Glocken ernsthaftes Spiel, Jupp Müller: Oktober-Winde strafften unsre Segel, Volker Braun: Von Lenin, Otto Gotsche: Der verwunderte Major, Funksprüche: Paul Wiens: Weltbilder 1970, Heinz Kahlau: Dieser Mann Lenin, Georg Maurer: Licht, Wenn, Frieden von Brest, Harald Gerlach: Lenin am Rasliwsee, Rainer Kirsch: Lenin 1918, Hans-Jörg Rother: Beim Betrachten einiger Fotos von Lenin, Peter Gosse: Lenin an die Kronstädter, Axel Schulze: Funksprüche, Wolfgang Tilgner: Ballade vom Ort Gulai-Polje, Joochen Laabs: Orjol, Reinhold Ändert: Vor dem Mausoleum, Korrespondierende Größen: Wieland Herzfelde: Zweimal zwei Worte, Alfred Kurella: Unterwegs zu Lenin (Auszug) Johannes R. Becher: Geheimnis des Jahrhunderts, (Unsere Prinzipien und das Leben) ("Korrespondierende Größen") (Allgemeine Literatur und "Literatur für Arbeiter") ("Nur nichts forcieren") (Der literarische Teil der Parteitätigkeit) ("Exemplarische Gestalten") (Lenin und Gorki) (Gorki und Lenin) (Beschränkung und Allseitigkeit) Georg W. Pijet: Besuch auf Capri, Kritisches Lob, Das Porträt, Bertolt Brecht: Rede anläßlich der Verleihung des Lenin-Preises, (Das Gebiet der Kunst) Gespräch über Malerei (Auszug) Nachträge zum "Kleinen Organon" (Auszug) Formalismus und Realismus (Auszug) Über den Anteil des "Modells" an der Plastik, Stephan Hermlin: An "Action Poetique" Joachim Nowotny: Prüfstein Alltag (Auszug) Fritz Selbmann: Held oder Nichtheld, Volker Braun: Über fünf Sätze von Lenin, Inge von Wangenheim: Mit Lenin modelliert es sich leichter! Alexander Abusch: Gedanken und Erinnerungen zu Lenins revolutionärem Humanismus, Eberhard Panitz: Die Wohnung im Kreml, Alfred Klein: Nachwort, Bio-bibliographische Notizen.
1. Aufl. S. 391 8° , Leinen mit Schutzumschlag , Gutes Bibliotheksexemplar




