Bode Indivi
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Bode, Wilhelm,
Wilhelm Bode (1862-1922), Schriftsteller, Publizist. 1 e. Brief m. U. u. 1 e. Postkarte m. U., Isseroda u. Weimar, 3. Februar u. 23. Oktober 1908, 2 Seiten gr.-8° u. die Postkarte. Beide Schreiben gelocht. An die Frau des Otologen Adolf Passow (1859-1926) in Hamburg: "[ ] Um mit dem Schluß Ihres Briefes anzufangen: die Zipfelmützenscene ist sehr nett. Es wird am 22. Juni 1783, abends, nicht mittags gewesen sein. In einer Lavaterschen Hausschrift heißt es über diesen Tag: "Wir (L. uns sein Sohn Heinrich] assen mit Stolz, Thurneisen, Piel bei Frau Rat Goethe zu Nacht und goethisierten die meiste Zeit". Und nun haben Sie herzlichsten Dank, dass Sie mir die schönen Bilder gönnen wollen! Sie bieten mir mehr an, als ich zu bitten gewagt hätte. Für beste Reproduktion trage ich Sorge [ ] Ich sähe gern, wenn Sie die Silhuetten selbst zur Herstellung der Klischees herliehen. Mittlers haben von mir die wertvollsten Vorlagen gehabt, z.B. neulich einen Chodowiecki, und nie ist das geringste passiert [ ] Wäre es Ihnen wieder angenehm, wenn ich die Goethe-Gestalt zuerst in einem Sonder-Hefte der St[unden]m[it] G[oethe] veröffentlichte, in dem Karl Bauer über Goethes Äußere handelt und eine Anzahl alter Bilder bespricht und zeigt? Das Heft wird eben jetzt [ge]macht [ ]" - Bode studierte an den Universitäten Freiburg, Berlin und Straßburg Germanistik und Romanistik (Promotion 1884); anschließend war er Lehrer in London und am Technikum Mittweida. In London mit dem Alkoholismus konfrontiert, gründete er 1889 den Alkoholgegnerbund und war 1892-99 Geschäftsführer des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke; 1902-06 war er Vereinsanwalt des von ihm mitbegründeten Vereins für Gasthausreform. Seit 1900 beschäftigte sich B. zunehmend mit Goethe; er veröffentlichte zahlreiche Einzelstudien über ihn und gab seit 1904 die Vierteljahresschrift "Stunden mit Goethe" heraus. 1920-23 erschien Bodes Hauptwerk: "Goethes Leben" . Daneben schrieb er u.a. heimatverbundene Erzählungen und den utopischen Roman "Indivi" (1892).
Wilhelm Bode (1862-1922), Schriftsteller, Publizist. 1 e. Brief m. U. u. 1 e. Postkarte m. U., Isseroda u. Weimar, 3. Februar u. 23. Oktober 1908, 2 Seiten gr.-8° u. die Postkarte. Beide Schreiben gelocht. An die Frau des Otologen Adolf Passow (1859-1926) in Hamburg: "[ ] Um mit dem Schluß Ihres Briefes anzufangen: die Zipfelmützenscene ist sehr nett. Es wird am 22. Juni 1783, abends, nicht mittags gewesen sein. In einer Lavaterschen Hausschrift heißt es über diesen Tag: "Wir (L. uns sein Sohn Heinrich] assen mit Stolz, Thurneisen, Piel bei Frau Rat Goethe zu Nacht und goethisierten die meiste Zeit". Und nun haben Sie herzlichsten Dank, dass Sie mir die schönen Bilder gönnen wollen! Sie bieten mir mehr an, als ich zu bitten gewagt hätte. Für beste Reproduktion trage ich Sorge [ ] Ich sähe gern, wenn Sie die Silhuetten selbst zur Herstellung der Klischees herliehen. Mittlers haben von mir die wertvollsten Vorlagen gehabt, z.B. neulich einen Chodowiecki, und nie ist das geringste passiert [ ] Wäre es Ihnen wieder angenehm, wenn ich die Goethe-Gestalt zuerst in einem Sonder-Hefte der St[unden]m[it] G[oethe] veröffentlichte, in dem Karl Bauer über Goethes Äußere handelt und eine Anzahl alter Bilder bespricht und zeigt? Das Heft wird eben jetzt [ge]macht [ ]" - Bode studierte an den Universitäten Freiburg, Berlin und Straßburg Germanistik und Romanistik (Promotion 1884); anschließend war er Lehrer in London und am Technikum Mittweida. In London mit dem Alkoholismus konfrontiert, gründete er 1889 den Alkoholgegnerbund und war 1892-99 Geschäftsführer des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke; 1902-06 war er Vereinsanwalt des von ihm mitbegründeten Vereins für Gasthausreform. Seit 1900 beschäftigte sich B. zunehmend mit Goethe; er veröffentlichte zahlreiche Einzelstudien über ihn und gab seit 1904 die Vierteljahresschrift "Stunden mit Goethe" heraus. 1920-23 erschien Bodes Hauptwerk: "Goethes Leben" . Daneben schrieb er u.a. heimatverbundene Erzählungen und den utopischen Roman "Indivi" (1892).
[SW: Autograph, Manuskript, Dokument]




