Barbusse Le Feu
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Barbusse, Henri: Le Feu. Das Feuer. Tagebuch einer Korporalschaft. Deutsche Bearbeitung Dr. Curt Noch und Paul Schlicht. Verlag Volk und Welt Berlin 2. Aufl. 1967 Berlin
459 S.S. 8°
Leinen Geprägter Ganzleinenband mit schwarzem Farbkopfschnitt und illustriertem Schutzumschlag. Der deutlich gebrauchsspurige und nachgedunkelte Umschlag zum weiteren Schutz in nichtgilbende, transparent und selbstklebende Schutzfolie eingeschlagen, die Einbandecken mit leichter Stauchung, das holzhaltige Papier nachgedunkelt, innen gut. Gesamtzustand befriedigend. In lesefreundlichem Großdruck. Das Feuer. Tagebuch einer Korporalschaft. (französischer Originaltitel: Le Feu. journal d'une escouade.) ist ein Roman von Henri Barbusse, der darin seine eigenen Erfahrungen als Teilnehmer am Ersten Weltkrieg verarbeitete. Barbusse meldete sich bei Kriegsausbruch 1914 freiwillig zum Dienst in der französischen Armee. Bis zu seinem Dienstende 1916 verbrachte er insgesamt elf Monate an der Front; noch im Schützengraben sollen nach seiner Auskunft die ersten Skizzen zu "Das Feuer" entstanden sein. Verwundungsbedingt vom Kampfschauplatz abgezogen begann er noch während seiner Dienstzeit, die Schilderung des Stellungskriegs niederzulegen. Bei seinem Erscheinen in Frankreich noch während des Krieges (Vorabdruck in der Zeitschrift L'OEuvre; Buchausgabe bei Edition Flammarion in Paris Ende November 1916) lieferte "Das Feuer" als erstes literarisches Werk einen ungeschönten Blick auf den Alltag und die Not der Soldaten im modernen Krieg jenseits von verlogener Romantik und der patriotischen Trunkenheit, die ganz Europa zu Kriegsbeginn erfasst hatte. Eine erste deutsche Übersetzung von Leo von Meyenburg veröffentlichte 1918 der Zürcher Max Rascher Verlag, eine englischsprachige Ausgabe war bereits im Vorjahr bei Penguin books erschienen. Bis heute wurde "Das Feuer" in über 60 Sprachen übertragen Noch vor dem Siegeszug der Kriegsromane zu Anfang der 1920er Jahre wurde "Das Feuer" zu einer vielgelesenen Anklage gegen die Schrecken der industriellen Vernichtung von Menschenleben im Staatenkonflikt, die weithin als treffend und das Genre bestimmend rezipiert wurde - mit der prominenten Ausnahme des Schriftstellers Jean Norton Cru, der Barbusse in seiner Gesamtschau der Weltkriegsromane 1929 eine Mischung aus Wahrheit, Halbwahrheit und Lüge vorwarf[1]. Noch im Erscheinungsjahr der Erstausgabe erhielt Barbusse den Prix Goncourt für sein Werk. 1933 wurde der Titel wie auch die anderen Schriften von Barbusse aus den Bibliotheken des "Dritten Reichs" entfernt und bei Bücherverbrennungen öffentlich vernichtet. Die episodenhafte Handlung des Buches erzählt in 24 Kapiteln die Geschichte einer Einheit von französischen Soldaten in den Schützengräben der Westfront. Authentizität zieht die Darstellung aus der Kriegsteilnahme und der damit verbundenen Zeugenschaft des Autors wie auch aus der narrativen Perspektive der ersten Person, die eine Identifikation des erzählerischen Ichs mit Barbusse selbst suggeriert. Die Lesart als "Tagebuch", die der Titel bereits nahelegt, gewinnt durch die Widmung an die gefallenen Kameraden bei aller Fiktionalisierung des Stoffes weiter an Plausibilität. Den realistisch anmutenden, teilweise drastischen Schilderungen von Leid und Sterben stehen jeweils zu Anfang und Ende des Romans unwirklich erscheinende Eindrücke oder Visionen gegenüber. Henri Barbusse (* 17. Mai 1873 in Asnieres-sur-Seine bei Paris; 30. August 1935 in Moskau) war ein französischer Politiker und Schriftsteller. Barbusse studierte französische Literatur und bekam nach dem Studium eine Anstellung als Pressereferent im französischen Innenministerium. Kurze Zeit später heiratete er und wurde der Schwiegersohn von Catulle Mendes. 1902 kündigte Barbusse seinen sicheren Posten und arbeitete bis 1904 als Angestellter in einem Verlag und als Journalist, unter anderem für die Zeitungen Le Banquet und Petit Parisien. Barbusse, der von sich selbst behauptete, ihn habe der Krieg erzogen (Zitat: "nicht nur seine Furchtbarkeit, sondern auch seine Bedeutung als imperialistischer Krieg"), war selbst von Beginn des Ersten Weltkrieges bis August 1916 Soldat, davon elf Monate an der Front. Obwohl er sich zunächst freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte, nahm er später eine kriegskritische Haltung ein und engagierte sich in verschiedenster Weise pazifistisch. 1917 gründete er mit Paul Vaillant-Courier und anderen den sozialistischen Kriegsveteranenbund ARAC (Association Republicaine des Anciens Combattants) und gab eine sozialistische Zeitschrift - Le monde - heraus, um den Krieg und seine Ursachen zu bekämpfen. Weiterhin gründete er 1919 mit Romain Rolland die Clarte-Bewegung, eine Friedensbewegung demokratischer Intellektueller; ihr schlossen sich Georges Duhamel, Anatole France, Jules Romains und Heinrich Mann an. Durch sein im Jahr 1916 erschienenes Kriegstagebuch Das Feuer, das im Laufe der Zeit in mehr als 60 Sprachen übersetzt wurde, wurde er weltberühmt und erhielt im selben Jahr dafür den Prix Goncourt, den angesehensten französischen Literaturpreis. Das Feuer, Tagebuch einer Korporalschaft, ist der bedeutendste Vorläufer von Krieg von Ludwig Renn oder auch Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque. Ab 1919 wurde Henri Barbusse fast vollständig isoliert, da Autoren wie Andre Gide ihn immer mehr ablehnten und die Action francaise ihn zu ihrem Gegner erkoren hatte. 1923 trat er in die Kommunistische Partei ein. In seinem Gedicht Jesus (1927) erklärte er Jesus Christus zum Stifter des Kommunismus. Das Ergebnis einer Balkanreise war der dokumentarische Bericht Les Bourreaux, in dem Barbusse den Terror auf dem Balkan anprangerte. Mit Connais-tu Thaelmann? setzte er sich vehement für Ernst Thälmann ein, der 1933 von den Nationalsozialisten verhaftet worden war. Eine Stalin-Biographie - von Maxim Gorki vergebens erwartet - wurde bald nach ihrem Erscheinen aufgrund angeblicher Irrtümer indiziert. "Monde", die Zeitung Barbusses, wurde von der Kommunistischen Partei Frankreichs dann auch konterrevolutionärer Tendenzen verdächtigt. Barbusse war, obwohl schon sichtlich erkrankt, neben Jan Petersen der Hauptredner auf dem Internationalen Schriftstellerkongress im Juni 1935 in Paris unter dem Motto "Zur Verteidigung der Kultur". Er verstarb im Alter von 62 Jahren am 30. August 1935 in Moskau während einer Reise durch die Sowjetunion.
[SW: Französische Literatur | Erster Weltkrieg | Erfahrungsbericht]
Müller, Horst F.: Studien und Miszellen zu Henri Barbusse und seiner Rezeption in Deutschland. Bern, Berlin,Frankfurt/M.: Peter Lang Vlg. 2010. ISBN: 978-3-631-59887-0
Dieses Buch behandelt das literarische Engagement der Kriegszeit 1914 ff. als literarische Norm des "Cornelianisme", seine vollständige Ablehnung 1919/20 in der Zeitschrift "Les Marges" und die darin geführte Debatte um Literatur und Politik. Es zeigt an dem Weltkriegsroman "Le Feu", 1916 (dt. "Das Feuer", 1918), die Historizität des Textes und den mit der mythischen Dimension verbundenen visionären Charakter sowie die Rolle der Intertextualität. Neben einer Beleuchtung der "Briefe von der Front" wird hier auch erstmals die authentische Entstehung von Barbusses "Stalin", 1934, an Hand der Briefe von Barbusse an Alfred Kurella aufgezeigt. Der Rezeptionsteil zeigt das Echo des Clarte-Gedankens in Deutschland. Neben der enthusiastischen Aufnahme durch die Expressionisten (Iwan Goll, Kasimir Edschmid u. a.) trat die Ablehnung kulturkonservativer Intellektueller wie Thomas Mann und E. R. Curtius im Bündnis mit Andre Gide. Im Text- und Motivvergleich werden die Affinitäten zwischen Barbusses Roman "L'Enfer", 1908, und Thomas Manns "Zauberberg", 1924, nachgewiesen. Aus dem Inhalt: Historizität - Visionärer Charakter und Intertextualität des Romans "Le Feu" - Echo des Clarte-Gedankens in Deutschland in enthusiastischer Form bei den Expressionisten (Goll, Edschmid u. a.), als Ablehnung bei Thomas Mann und E. R. Curtius im Bündnis mit Gide - Abhängigkeit von Thomas Manns "Zauberberg" von Barbusse.
287 S. Br. *neuwertig*
[SW: Literaturwissenschaft]
BARBUSSE, Henri. LE FEU. JOURNAL D'UNE ESCOUADE. Paris Ernest Flammarion 1919
11.7x19 cm., 350 pp., relie demi-maroquin havane a coins, filet dore cernant les plats de pap., dos orne, dos a 5 nerfs et finnement fleuronnes dores (decor floral), tete doree.
[SW: LE FEU JOURNAL D'UNE ESCOUADE BARBUSSE Henri Paris Ernest Flammarion litterature francaise french literature franse literatuur Peeters]
BARBUSSE Henri. Le Feu. Journal d'une escouade. Gravures sur verre de Andre COLLOT. Angouleme, Jean Emery, 1949.
Deux volumes in-4 broches sous etui cartonne, couvertures illustrees, 228 + 238 pages, figures dans le texte, 22 planches en camaieu. Exemplaire numerote sur velin alfa bouffant, non coupe. BON EXEMPLAIRE. 150
[SW: LITTERATURE ILLUSTRES 19E 20E BARBUSSE HENRI FEU JOURNAL ESCOUADE GRAVURES VERRE ANDRE COLLOT 00193064 LIT01 M8]




