Wilhelm Raabe
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Raabe, Wilhelm,: 8 Titel / Die Chronik der Sperlingsgasse, Berlin, G. Grote"sche Verlagsbuchhandlung,, 1902.
DABEI: (Raabe, Wilhelm) Pongs , Hermann (Hg.) - Das Ewige ist stille - Ein Raabe-Hausbuch (Stuttgart - Kreuz Verlag 1960, 1., 295 S., Leinen, gutes Ex.) Vereinigt die wichtigsten Stücke des Wilhelm Raabe // Erzählungen, Kurzgeschichten, Prosa, Story, Storys, Erzählung, Kurzgeschichte, Beitrag, Beiträge, Beiträgen, Bericht, Berichte, Novelle, Novellen, Märchen, Sage, Sagen, Belletristik, short, Kurzroman, Kurzromane) ------------ DABEI: Raabe, Wilhelm Bei Wilhelm Raabe zu Gast. Eine Auswahl aus seinem Werk. Hrsg. v. Ernst Hübenthal, Holzschnitte v. Richard Rother, Kitzingen a. M. (Ebenhausen b. München : Langewiesche-Brandt, 1944, 1., Abb., 135 S., OPappband, Vorsatzblatt entfernt, sonst gut, Wachen und Wecken " Die kleinen Bücher der Rose") (Lit.) ------------ DABEI: Raabe, Wilhelm - Die Leute aus dem Walde. Ihre Sterne, Wege und Schicksale (Berlin Aufbau Verlag 1962, 1., 417 S., grauer Leinenband, gutes Ex.,) ------------- DABEI: Raabe, Wilhelm - Glocken über alten Gassen, (Aus den Schriften Wilhelm Raabes) (Waibstadt bei Heidelberg, Verlag Kemper,, 1948, 1. Auflage, Graphische Gestaltung Lieselott Fichtel, 32 S., OKlappenbroschur, blumengemustert, montiertes Deckeschildchen, kleine bibliophile Ausgabe, Format 13x14,5cm, gutes Ex., (= Die kleine Freundesgabe 14) (2mal) ---------------- DABEI: Raabe, Wilhelm - Stopfkuchen 1. Auflage, Berlin, Union, 1981, 359 S. Ill. Klaus Ensikat Leinen, Originalumschlag, gutes Ex.) --------------- DABEI: Raabe,Wilhelm - Die Chronik der Sperlingsgasse (Mit Illustrationen von E. Bosch, Grote'sche Verlagsbuchhandlung 1897, 13. unveränd. Auflage, 197 S., illustriert schöner Leinenband (= Grote'sche Sammlung von Werken zeitgenössischer Schriftsteller 9. Band)
26. Auflage, 193 S., neue Ausgabe mit Illustrationen v. E. Bosch in Holz geschnitten v. G. Treibmann u. einem Bildnis des Dichters v. H. Fechner, farbig illustrierter Leinen, goldgeprägt, wenige Bleistiftanstreichungen, Name auf Vorsatz, (= Grote"sche
Raabe, Wilhelm: Der Hungerpastor. Abu Telfan. Der Schüdderump. (="Stuttgarter Trilogie"). Drei Romane. Sonderausgabe für die Mitglieder der Deutschen Buch-Gemeinschaft. Verlagsanstalt Hermann Klemm A.G./ Deutsche Buch-Gemeinschaft Sonderausgabe Ohne Jahresangabe (Um 1928) Berlin-Grunewald
479, 402, 391S. 8°
Halbleder Drei fadengeheftete Halbledereinbände mit verstärkten Ecken (nicht: Der Hungerpastor), marmoriertem Deckelpapier, Lesebändchen (nicht: Der Hungerpastor), und Farbkopfschnitt (nur: Der Hungerpastor). Sonderausgabe für die Mitglieder der Deutschen Buch-Gemeinschaft, die so nicht im Buchhandel zu beziehen war. Die Lederrücken teils berieben, Schnitte und Papier altersgemäß nachgedunkelt, Schnitte zudem in unterschiedlicher Ausprägung fleckig, jeweils Namenszug auf Vortitelblatt, die Bindung beim Hungerpastor an Vorder- und Hinterdeckel teils klaffend, Gesamtzustand der Bände 3+. Alle drei Bücher gesetzt in Fraktur. Wilhelm Raabe (Pseudonym: Jakob Corvinus; * 8. September 1831 in Eschershausen; 15. November 1910 in Braunschweig) war ein deutscher Schriftsteller (Erzähler) und einer der wichtigsten Vertreter des poetischen Realismus, besonders bekannt für seine gesellschaftskritischen Erzählungen, Novellen und Romane. Wilhelm Raabe wurde als Sohn des Justizbeamten Gustav Karl Maximilian Raabe ( 1845) und dessen Frau Auguste Johanne Frederike Jeep (1807-1874) im kleinstädtischen Eschershausen im Weserbergland geboren. Nach dem Tod des Vaters zog die Witwe mit Wilhelm und seinen zwei Geschwistern nach Wolfenbüttel, wo ihre Verwandten zum Großbürgertum zählten. Nach dem Abbruch der Schule und einer ebenfalls 1853 abgebrochenen Buchhandelslehre in Magdeburg, versuchte Raabe in Wolfenbüttel vergeblich, das Abitur nachzuholen. In Berlin studierte er Philologie als Gasthörer an der Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität zu Berlin, was ihm als Bürgerssohn auch ohne Abitur möglich war. In dieser Zeit entstand unter Raabes Pseudonym Jacob Corvinus sein erster Roman Die Chronik der Sperlingsgasse, der nach seiner Bekundung sein größter schriftstellerischer Erfolg war - und der Überlieferung nach auch sein größter wirtschaftlicher Erfolg. Am 24. Juli 1862 heiratete Wilhelm Raabe Berta Emilie Wilhelmine Leiste, die Tochter des Oberappellationsgerichtsprocurators Christoph Ludwig Leiste aus Wolfenbüttel (Sohn von Christian Leiste) und seiner Frau Johanne Sophie Caroline Berta Heyden. Durch seine Heirat wurde Raabe mit dem Architekten und Braunschweiger Stadtbaurat Heinrich Carl Friedrich August Tappe weitläufig verwandt. Aus der Ehe gingen die vier Töchter Margarethe (* 17. September 1863 in Stuttgart; 17. März 1947 in Wolfenbüttel), Elisabeth (* 1868 in Stuttgart), Klara (* 1872 in Braunschweig) und Gertrud (* 1876 in Braunschweig) hervor. In den fast fünfzig Jahren zwischen dem 15. November 1854, dem "Federansetzungstag", als er Die Chronik der Sperlingsgasse zu schreiben begonnen hatte (erschienen Ende September 1856, vordatiert auf 1857), und dem als Fragment abgebrochenen Roman Altershausen im Jahre 1902, verfasste Raabe nicht weniger als 68 Romane, Erzählungen und Novellen, dazu eine kleine Zahl von Gedichten. Da Raabe ausschließlich von seinen Einkünften als freier Schriftsteller lebte, war er zu dieser hohen Produktivität gezwungen. Das Spektrum seines Werks reicht von großen, realistischen Romanen und meisterhaften Novellen bis hin zu alltäglicher Unterhaltungsliteratur. Die Popularität seines Erstlingswerkes, der "Sperlingsgasse", erreichte kein anderes seiner Bücher, die dennoch eine große Leserschaft fanden. In den 1890er Jahren wurde einigen Titeln wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Während dieses Aufschwungs wurde er auch einige Male öffentlich geehrt, obwohl er selbst sich bereits als "gestorbenen Schriftsteller" ("Schriftsteller a.D.") betrachtete. In Raabes letzten acht Lebensjahren stellte er seine schriftstellerische Tätigkeit ein und unternahm mehrere Reisen. Raabe lebte mehrere Jahre in Wolfenbüttel (davon sechs als Schriftsteller), acht Jahre in Stuttgart und fast 40 Jahre in Braunschweig, wo er am 15. Dezember 1870, durch Ludwig Hänselmann vermittelt, Mitglied der Ehrlichen Kleiderseller, eines Stammtisches, wurde. 1883 wurde er Mitglied eines weiteren Stammtisches, der sich Feuchter Pinsel nannte und verschiedene Künstler und Kunstinteressierte der Stadt zusammenbrachte. Hier, in seinem letzten ständigen Wohnort, starb er am Tag seines 56. Autorenjubiläums (56 Jahre nach dem "Federansetzungstag"). Die Gedenkrede zu seiner Trauerfeier hielt Wilhelm Brandes, ein Freund und Vertrauter Raabes und dessen Biograph, der 1911 zusammen mit mehreren Braunschweiger Honoratioren die Gesellschaft der Freunde Wilhelm Raabes gründete. In seinen letzten Jahren von 1901 bis 1910 lebte die Familie im Raabe-Haus in Braunschweig, in dem sich heute eine Ausstellung und eine Raabe-Forschungsstelle befinden. Die Bitte nach einer Autobiografie lehnte Wilhelm Raabe zwar ab, schrieb dennoch 1906 eine kleine biographische Skizze: Ich bin am 8. September 1831 zu Eschershausen im Herzogtum Braunschweig geboren worden. Mein Vater war der damalige "Aktuar" am dortigen Amtsgericht, Gustav Karl Maximilian Raabe, und meine Mutter Auguste Johanne Frederike Jeep, die Tochter des weiland Stadtkämmerers Jeep zu Holzminden. Meine Mutter ist es gewesen, die mir das Lesen aus dem Robinson Crusoe unseres alten Landsmanns aus Deensen, Joachim Heinrich Campe beigebracht hat. Was ich nachher auf Volks- und Bürgerschulen, Gymnasien und auf der Universität an Wissenschafte zu erworben habe, heftet sich alles an den lieben feinen Finger, der mir ums Jahr 1836 herum den Punkt über dem i wies. Im Jahr 1845 starb mein Vater als Justizamtmann zu Stadtoldendorf und zog seine Witwe mit ihren drei Kindern nach Wolfenbüttel, wo ich das Gymnasium bis 1849 besuchte. Wie mich danach unseres Herrgotts Kanzlei, die brave Stadt Magdeburg, davor bewahrte, ein mittelmäßiger Jurist, Schulmeister, Arzt oder gar Pastor zu werden, halte ich für eine Fügung, für welche ich nicht dankbar genug sein kann. Ostern 1854 ging ich nach einem Jahr ernstlicher Vorbereitung nach Berlin, um mir auch "auf Universitäten" noch etwas mehr Ordnung in der Welt Dinge und Angelegenheiten, soweit sie ein so junger Mensch übersehen kann, zu bringen. Im November desselben Jahres begann ich dort in der Spreegasse die "Chronik der Sperlingsgasse" zu schreiben und vollendete sie im folgenden Frühling. Ende September 1856 erblickte das Buch durch den Druck das Tageslicht und hilft mir heute noch neben dem "Hungerpastor" im Erdenhaushalt am meisten mit zum Leben. Denn für die Schriften meiner ersten Schaffensperiode, die bis zu letzterwähnten Buche reicht, habe ich "Leser" gefunden, für den Rest nur "Liebhaber", aber mit denen, wie ich meine, freilich das allervornehmste Publikum, was das deutsche Volk gegenwärtig aufzuweisen hat. Raabe beobachtete besonders stark die irreparablen Risse zwischen Altem und Neuem, zwischen Geborgenheit und technischer Industrialisierung, welche sich auf Kosten der Natur und der Gemütskultur vergrößerten und vertieften. Als einer der ersten Umweltromane gilt sein Werk Pfisters Mühle, in dem er das Schicksal eines idyllischen Ausflugslokals der Wasserverschmutzung durch eine Zuckerrübenfabrik gegenüberstellte. Das Lokal musste dann dem Neubau einer Fabrik weichen. Raabe sah also die dunklen Seiten des Daseins und nahm die Haltung eines Pessimisten an. Für diese Lage empfahl er: Sieh auf zu den Sternen. Gib Acht auf die Gasse. (Die Leute aus dem Walde). In diesem Grundzug wurzelt auch Raabes Humor. So war Raabe kein Mensch der Idylle, obwohl er oft so gelesen bzw. interpretiert wurde, sondern blieb vielmehr ein entschiedener Kritiker seiner Zeit. In Raabes Gesamtwerk kommt ein guter Teil der deutschen Geschichte vor, zumal der Krieg. Dabei gelingt es ihm, durch die Einführung von realen Charakteren und deren Schicksalen seine Werke gegenwärtig zu machen. Doch durch Kunstgriffe der Erzählperspektive und des Stils hält er einen beobachtenden Abstand. Viele Betrachtungen und Abschweifungen - auch die seiner Zeit noch unauffälligere Fülle der Zitate von der Antike bis zum zeitgenössischen Volksmund - erschweren heute das Lesen von Raabes Werken. Flüchtiger Lektüre scheint es bisweilen, als hätten seine Texte einen unzulänglichen Aufbau und fehlten gelegentlich wichtige Zusammenhänge, doch gerade diese arbeitete er mit großer Sorgfalt und Feinheit heraus. Die Wertungen von Raabes Dichtungen haben sich seit seinen Lebzeiten verschoben. Er selbst urteilte sehr hart über einige seiner frühen Werke, die er zum Teil als "Jugendquark" bezeichnete. Während früher die sogenannte "Stuttgarter Trilogie" (Der Hungerpastor, Abu Telfan, Der Schüdderump) als Hauptwerk galt, wird heute anderen Erzählungen und Romanen der Vorzug gegeben (u. a. Stopfkuchen, Horacker, Das Odfeld, Hastenbeck, Die Akten des Vogelsangs). Wilhelm Raabe hatte ein weiteres, weniger bekanntes Talent, das des Malens. Er hinterließ mehr als 550 Aquarelle und Zeichnungen, die sich heute zum überwiegenden Teil im Besitz der Stadt Braunschweig befinden und vom dortigen Stadtarchiv verwahrt werden; im Privatbesitz der Nachkommen verblieben sind einige Blätter und Skizzen. Das Landschaftsbild Bauernkaten in einer Heidelandschaft ist ein Ölbild, in den Maßen 37 x 23,2 cm.
[SW: Deutsche Literatur | Romane | Trilogie | Wilhelm Raabe | Deutsche Buch-Gemeinschaft | Halbleder-Ausgaben]
Raabe, Wilhelm: Die Leute aus dem Walde. Ihre Sterne, Wege und Schicksale. Roman. Einmalige Ausgabe für die Deutsche Hausbücherei Hamburg. Verlagsanstalt Hermann Klemm Einmalige Ausgabe für die Deutsche Hausbücherei Hamburg 1926 Berlin-Grunewald
456S. 8°
Leinen Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzleineneinband mit Farbkopfschnitt. Der Einband leicht berieben, ansonsten altersgemäß guter, nahezu sehr guter Zustand. Gedruckt im Zweifarbendruck und gesetzt in Fraktur. Die Leute aus dem Walde ist ein Roman von Wilhelm Raabe, der von Ende 1861 bis Anfang 1863 entstand und 1863 bei Westermann in Braunschweig erschien. Nachauflagen erlebte Raabe 1890, 1901, 1902, 1903 und 1906. 1868 erschien in Utrecht eine Ausgabe in Holländisch. Robert Wolf, verwaister Sohn eines Waldhüters, geht seinen Weg. Mit der Braut Helene Wienand, einer Bankierstochter, zieht er, aus Amerika reich heimgekehrt, als neuer Herr in das verfallene Junkernest Poppenhof ein. Der kinderlose Pastor Tanne, Pflegevater des 16-jährigen Robert Wolf, stirbt um 1843 in Poppenhagen im Winzelwald. Robert muss zu seinem eigentlichen Vater, dem bettelarmen Forstaufseher Wolf, in die Forsthütte Eulenbruch zurück. Als der leibliche Vater, ein Trinker, stirbt, verlässt der inzwischen 18-jährige Robert um 1845 den Wald, geht in die nicht benannte große Stadt und schlägt dort Teile der Wohnungseinrichtung der 20-jährigen Eva Dornbluth aus Poppenhagen kurz und klein. Der verschmähte Liebhaber wird wegen Hausfriedensbruch im Zentralpolizeihaus festgehalten. Der alte Polizeischreiber Friedrich Fiebiger, ein 1788 in Poppenhagen geborener Junggeselle, will den Strolch unbedingt erziehen. Unter anderem auf Betreiben Fiebigers wird Robert entlassen. In der Freiheit rennt der Junge prompt gegen die Kutsche der um 1827 geborenen "bleichschüchternen" Bankierstochter Helene Wienand. Robert kommt in der Musikantengasse 12 in der Wohnung des Polizeischreibers unter. Fiebiger und zwei seiner alten Poppenhagener Jugendgespielen aus der Nachbarschaft - das sind Heinrich Ulex und das hinkende Freifräulein Juliane von Poppen - nehmen sich der Bildung des Jungen aus dem heimatlichen Walde an. Der "autodidaktische Sterngucker" Ulex führt Robert zur Hochschulreife. Juliane von Poppen ist die Pflegemutter der Halbwaise Helene. Bankier Wienand verliert bei einem Stadtbrand das Haus und den Verstand. Robert verliebt sich in Helene. Die Neigung wird erwidert. Julianes Neffe, der Diplomat Baron Leon von Poppen, Herr auf dem ruinierten Poppenhof am Winzelwald, hat bessere Karten als Robert. Der "neugebackene Ministerialsekretär" will sich über ein Adelsdiplom das Vertrauen des allmählich genesenden, eitlen Bankiers erschleichen und avanciert tatsächlich zum potentiellen Bräutigam Helenes. Zudem schicken die drei alten Erzieher ihren Zögling Robert zum Pharmazie- und Medizin-Studium auf die Universität. Friedrich Wolf, der ältere Bruder Roberts, kehrt begütert aus den USA heim, holt die auf ihn wartende Eva Dornbluth, heiratet die Jugendfreundin und unterstützt den Bruder finanziell. Eva teilt Robert brieflich den Tod des Bruders mit. Die todkranke Frau ruft Robert nach Kalifornien. Helene schickt Robert hin. Sie will auf ihn warten. Von Hamburg aus umschifft die "Teutonia" mit Robert an Bord schlingernd und schaukelnd Kap Horn und landet in San Francisco. Robert trifft die sterbende Eva im Yuba-County und beerdigt schließlich die Schwägerin an der Seite seines Bruders. Der Gelegenheits-Goldgräber Robert wird rasch fündig, nimmt alsbald den Landweg nach New Orleans und kehrt nach Hamburg zurück. Der Bankier daheim in der großen Stadt ist verstorben und der Diplomat hat ein Duell nicht überlebt. Schreinert nennt einige Besprechungen aus dem Jahr 1863. So lobe Thaddäus Lau die Zeichnung des Ulex und der Juliane von Poppen. Robert Prutz bemängele Raabes "halt- und gestaltlose Romantik". Ein anonymer Rezensent in der "Wochenchronik" der "Europa" tadele Raabes "souveräne Willkür" mit ihren "Sprüngen und Lücken" im Gefolge. Die "formlose Schilderung" erscheine geradezu als "Geisterspuk". Rudolf Sonnenburg vermisse den ruhigen Vortrag. Das übermäßige Denken mancher Figuren mindere das Lesevergnügen. Die Struktur erscheine Ludwig Seeger zu komplex. Hoefer hingegen atme auf, weil Raabe das Altertümeln hinter sich gelassen habe. Otto Banck bescheinigt Raabe eine produktive Phantasie. Dadurch erscheine der Autor als Vielschreiber. Dem Text mangele es an Harmonie und Ebenmaß. Anlässlich der zweiten Auflage erschienen 1890 eine Reihe von Rezensionen. In der Berliner Zeitung "Die Post" wird bewundert, wie doch Raabe die verknäulten Fäden der Handlung verknüpfe. Otto Preuß empfinde die Zeichnung der Personen als zu unscharf. Nach Edmund Sträter sind die Protagonisten nach moralischen Aspekten unzureichend durchleuchtet. Moritz Necker konstatiert, es läge ein langatmiger weltanschaulicher Monolog des Autors - auf mehrere Personen verteilt - vor. Die Dominanz der kauzigen alten Leute verdecke den Blick auf Robert Wolfs Weg. Benno Rüttenauer erkennt Raabes Zukunftsglauben an. Neuere Äußerungen: Nach Schreinert hat sich Raabe vom "Wilhelm Meister" und vom "David Copperfield" inspirieren lassen. Das Auswandern nach Nordamerika habe den jungen Raabe beschäftigt. Raabe habe den "Wilhelm Meister" falsch verstanden und sich an Sealsfield, Gerstäcker und Solger angelehnt. Noch halte Raabe in den "Leuten aus dem Walde" am Darwinismus fest. Der zufällig Tod Evas sei dem Autor von der Rezensentenschar angekreidet worden. Künftig habe Raabe Heldinnen länger leben lassen. Fuld pickt eine einzeln dastehende antisemitische Passage heraus. Oppermann nennt eine weiter führende Arbeit von Hubert Ohl (Heidelberg 1968). Meyen verweist auf Karl Ernst Knodt (Leipzig 1901), Richard Weitbrecht (Leipzig 1902), Eugen Wolff (Berlin 1902), Franz Branky (Wien 1904), Wilhelm Brandes (Wolfenbüttel 1915), Paul Sommer (Leipzig 1927), Margarethe von Massow (Berlin 1931), Otto Kohlmeyer (Kronstadt 1936) und Wilhelm Fehse (Braunschweig 1937). Heinrich Bröker hat 1926 in Marburg über den Roman promoviert. Wilhelm Raabe (Pseudonym: Jakob Corvinus; * 8. September 1831 in Eschershausen; 15. November 1910 in Braunschweig) war ein deutscher Schriftsteller (Erzähler) und einer der wichtigsten Vertreter des poetischen Realismus, besonders bekannt für seine gesellschaftskritischen Erzählungen, Novellen und Romane. Wilhelm Raabe wurde als Sohn des Justizbeamten Gustav Karl Maximilian Raabe ( 1845) und dessen Frau Auguste Johanne Frederike Jeep (1807-1874) im kleinstädtischen Eschershausen im Weserbergland geboren. Nach dem Tod des Vaters zog die Witwe mit Wilhelm und seinen zwei Geschwistern nach Wolfenbüttel, wo ihre Verwandten zum Großbürgertum zählten. Nach dem Abbruch der Schule und einer ebenfalls 1853 abgebrochenen Buchhandelslehre in Magdeburg, versuchte Raabe in Wolfenbüttel vergeblich, das Abitur nachzuholen. In Berlin studierte er Philologie als Gasthörer an der Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität zu Berlin, was ihm als Bürgerssohn auch ohne Abitur möglich war. In dieser Zeit entstand unter Raabes Pseudonym Jacob Corvinus sein erster Roman Die Chronik der Sperlingsgasse, der nach seiner Bekundung sein größter schriftstellerischer Erfolg war - und der Überlieferung nach auch sein größter wirtschaftlicher Erfolg. Am 24. Juli 1862 heiratete Wilhelm Raabe Berta Emilie Wilhelmine Leiste, die Tochter des Oberappellationsgerichtsprocurators Christoph Ludwig Leiste aus Wolfenbüttel (Sohn von Christian Leiste) und seiner Frau Johanne Sophie Caroline Berta Heyden. Durch seine Heirat wurde Raabe mit dem Architekten und Braunschweiger Stadtbaurat Heinrich Carl Friedrich August Tappe weitläufig verwandt. Aus der Ehe gingen die vier Töchter Margarethe (* 17. September 1863 in Stuttgart; 17. März 1947 in Wolfenbüttel), Elisabeth (* 1868 in Stuttgart), Klara (* 1872 in Braunschweig) und Gertrud (* 1876 in Braunschweig) hervor. In den fast fünfzig Jahren zwischen dem 15. November 1854, dem "Federansetzungstag", als er Die Chronik der Sperlingsgasse zu schreiben begonnen hatte (erschienen Ende September 1856, vordatiert auf 1857), und dem als Fragment abgebrochenen Roman Altershausen im Jahre 1902, verfasste Raabe ni...
[SW: Deutsche Literatur | Roman | Wilhelm Raabe]
Wendlandt, Wilhelm,
Wilhelm Wendlandt (1859-1937), Schriftsteller, Parlamentarier und Schriftführer des Bundes der Industriellen. Ms. Brief (Durchschlag) mit U. und e. Postkarte mit U. ("Wilhelm Wendlandt" bzw. "W. Wendlandt"). Berlin, 1926 und 1931. Zusammen (¾+1=) 1¾ SS. auf 2 Bll. Gr.-4° und qu.-8°. Die Karte mit gestemp. Adresse. - An den Rechtsanwalt und Vorsitzenden der Wilhelm Raabe-Gesellschaft Theodor Abitz-Schultze (1878-1963), der ihn dazu eingeladen hatte, "dem Ehrenausschuss für Errichtung eines Wilhelm Raabe Denkmals beizutreten" (Br. v. 27. Februar 1926) - eine Aufforderung, der er gerne nachkommt -, sowie betr. der "Enthüllung des Raabe-Denkmals am 8/9": "Gern würde ich [...] beiwohnen, bin aber etwas invalide infolge eines Unfalls und überdies nicht mehr amtierender Vorsitzender des Deutschen Schriftsteller-Verbands', sondern nur noch Ehrenvorsitzender [...]". - Wilhelm Wendlandt war Verfasser von Schauspielen, Erzählungen und volkswirtschaftlichen Werken. - Die Karte papierbedingt etwas gebräunt, sonst wohlerhalten; der Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und kleineren Randläsuren.
Wilhelm Wendlandt (1859-1937), Schriftsteller, Parlamentarier und Schriftführer des Bundes der Industriellen. Ms. Brief (Durchschlag) mit U. und e. Postkarte mit U. ("Wilhelm Wendlandt" bzw. "W. Wendlandt"). Berlin, 1926 und 1931. Zusammen (¾+1=) 1¾ SS. auf 2 Bll. Gr.-4° und qu.-8°. Die Karte mit gestemp. Adresse. - An den Rechtsanwalt und Vorsitzenden der Wilhelm Raabe-Gesellschaft Theodor Abitz-Schultze (1878-1963), der ihn dazu eingeladen hatte, "dem Ehrenausschuss für Errichtung eines Wilhelm Raabe Denkmals beizutreten" (Br. v. 27. Februar 1926) - eine Aufforderung, der er gerne nachkommt -, sowie betr. der "Enthüllung des Raabe-Denkmals am 8/9": "Gern würde ich [...] beiwohnen, bin aber etwas invalide infolge eines Unfalls und überdies nicht mehr amtierender Vorsitzender des Deutschen Schriftsteller-Verbands', sondern nur noch Ehrenvorsitzender [...]". - Wilhelm Wendlandt war Verfasser von Schauspielen, Erzählungen und volkswirtschaftlichen Werken. - Die Karte papierbedingt etwas gebräunt, sonst wohlerhalten; der Brief auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf und kleineren Randläsuren.
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