Wilhelm Deutschland Jahre 1919
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Leussink, Hans, Eduard Neumann und Georg Kotowski (Hrsg.): Studium Berolinense. Aufsätze und Beiträge zu Problemen der Wissenschaft und zur Geschichte der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Gedenkschrift der Westdeutschen Rektorenkonferenz und der Freien Universität Berlin zur 150. Wiederkehr des Gründungsjahres der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Berlin: de Gruyter, 1960.
Umschlag leicht berieben, sonst sehr gutes Exemplar. - Inhalt: GELEITWORT DES PRÄSIDENTEN DER WESTDEUTSCHEM REKTORENKONFERENZ HANS LEUSSINK. GELEITWORT DES REKTORS DER FREIEN UNIVERSITÄT BERLIN EDUARD NEUMANN. THEOLOGIE: Robert Stupperich: Die Entwicklung der Kirchengeschichte an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin 1871 - 1945. Walter Künneth: Die Technik als anthropologisch-ethisches Problem. RECHTS- UND STAATSWISSENSCHAFTEN: Carl August Emge: Erinnerungen eines Rechtsphilosophen an die Umwege, die sich schließlich doch als Zugänge nach Berlin erwiesen, an die dortige rechtsphilosophische Situation und Ausblicke auf Utopia. Rudolf Smend: Zur Geschichte der Berliner Juristenfakultät im 20. Jahrhundert. Ulrich Scheuner: Hegel und die deutsche Staatslehre des 19. und 20. Jahrhunderts. Günter Schmölders: Die wirtschaftlichen Staatswissenschaften an der Universität Berlin von der Reichsgründung bis 1945. Theodor Beste: Aus Geschichte und Gegenwart der Publizität im Aktienwesen. MEDIZIN: Herbert Herxheimer: Die Entwicklung der medizinischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin seit 1810. Walter Strauß: Brücken zur Vergangenheit. Kurt Kramer: Zur Geschichte der Physiologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität. Hans-Wilhelm Bansi: Aufbau und Zerstörung als Stoffwechselprobleme. Else Knake: Erinnerungen an Sauerbruch. Franz Blumenthal: Die Entwicklung der Wissenschaft von den Haut-und Geschlechtskrankheiten an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin von der Reichsgründung bis 1945. Hartmut Dost/Gerhard Joppich: Die Kinderheilkunde an der Friedrich-Wilhelms-Universität von der Reichsgründung bis 1945. HermannGutzmann: Die Entwicklung der Sprach- und Stimmheilkunde an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin von der Reichsgründung bis 1945. Wilhelm Tönnis: Die Entwicklung der Neurochirurgie an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin von der Reichsgründung bis 1945. Klaus-Joachim Zülch: Hermann Oppenheim (1858 -1919) und die Berliner Neurologie. Heinrich Scheller: Zur Geschichte der Psychiatrie an der Berliner Universität (Erinnerung an Karl Bonhoeffer). Richard Siebeck: Ansätze und Entwicklung der modernen Naturwissenschaftlichen Medizin in den Berliner Universitätskliniken seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Ewald Harndt: Die Entwicklung der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in Deutschland unter dem Einfluß der Berliner Universität. VETERINÄRMEDIZIN: Walter Bolz: Die Veterinärchirurgie in Berlin bis zum Jahre 1945. Martin Lerche: Lebensmittelhygiene. Walter Renk: Entwicklung der Veterinärpathologie und ihre Bedeutung für die vergleichende Pathologie. Günther Schützler: Chronik der Medizinischen Tierklinik und des Instituts für Gerichtliche Tierheilkunde Berlin 1790-1945 (mit 4 Abbildungen). Kurt Wagener: Die Entwicklung der Veterinärhygiene und der Tierhygiene an der Veterinärmedizinischen Fakultät an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. PHILOSOPHIE (Geisteswissenschaften): Eduard Spranger: Das Historismusproblem an der Universität Berlin seit 1900. Ernst Lewy: Versuche, Humboldtsche Gedanken weiterzudenken. Johannes Lohmann: Die Entwicklung der allgemeinen Sprachwissenschaft an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin bis 1933. Werner Jaeger: Die klassische Philologie an der Universität Berlin 1870 bis 1945. Johannes Kalitsunakis: Die mittel- und neugriechischen Studien an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin nach der Reichsgründung. Werner Richter: Berliner Germanistik vor und nach dem hundertjährigen Jubiläum der Friedrich-Wilhelms-Universität. Ulrich Pretzel: Ernst Troeltschs Berufung an die Berliner Universität. Hans Kuhn: Heldensage und Christentum. Ernst Gamillscheg: Substrat und Verkehrssprache. Max Vasmer: Die slavische Philologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Erich Haenisch: Die Sinologie an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität in den Jahren 1889 -1945: Georg v. der Gabelentz 1889-1893. Wilhelm Grube 1889-1909. J. J. M. de Groot 1912 -1921. Otto Franke 1923 -1931. Erich Haenisch 1932 -1945. Epilog. Ludwig Alsdorf: Die Indologie in Berlin von 1821 bis 1945 . Friedrich Matz: Die Archäologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität, von der Reichsgründung bis 1945. Hans Erich Stier: Zum römischen Philhellenismus der Flaminimuszeit. Eugen Meyer: Die mittelalterliche Geschichte an der Berliner Universität während der letzten hundert Jahre. Dietrich Gerhard: Zur Struktur des akademischen Unterrichts in den Vereinigten Staaten (ein Vergleich mit den deutschen Universitäten). Hans Rothfels: Friedrich Meinecke (Ein Rückblick auf sein wissenschaftliches Lebenswerk). Wilhelm Schüssler: Arnold Oskar Meyer (20. 10. 1877 - 3. 6. 1944). Ein Historiker des Bismarckschen Deutschlands. Gerhard Masur: Max Weber und Friedrich Meinecke in ihrem Verhältnis zur politischen Macht. Emil Dovifat: Die Publizistik an der Friedrich-Wilhelms-Universität. Hans Knudsen: Begründung und Entwicklung der Theaterwissenschaft an der Friedrich-Wilhelms-Universität. PHILOSOPHIE (Naturwissenschaften): Friedrich Glum: Friedrich-Wühelms-Universität und Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. Alexander Dinghas: Der Einfluß der Berliner mathematischen Schule auf die Entwicklung der Funktionentheorie. Ernst Brüche: Aus der Berliner Elektronenphysik (mit 11 Abbildungen). Wilhelm H. Westphal: Aus der großen Zeit der Berliner Physik. Hermann Schüler: Erinnerungen eines Spektroskopikers an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Fritz Kröhnke: Vertreter der organischen Chemie an der Friedrich-Wilhelms-Umversität zu Berlin von der Reichsgründung bis zum Jahre 1945. Elisabeth Schiemann: Erinnerungen an meine Berliner Universitätsjahre. Hans Nachtsheim: Die Entwicklung der Genetik in Deutschland von der Jahrhundertwende bis zum Atomzeitalter. Werner Ulrich: Karl Heider 1856 -1935. Herbert Louis: Das Geographische Institut als Stätte des Hochschullehrer-Nachwuchses während der Amtszeit von Norbert Krebs. LANDWIRTSCHAFT: Friedrich Bülow: Grundlagen, Entwicklung und Bedeutung der Landwirtschaftlichen fakultät an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin bis zum Jahre 1945. -
930 S. Originalleinen mit Schutzumschlag.
Verlag Albert Langen / Georg Müller: Ausritt 1934/35. Almanach des Verlages Albert Langen - Georg Müller. Mit dreizehn Bildbeigaben. Verlag Albert Langen / Georg Müller Erste Aufl. 1934 München
159S. 8°
Broschur Fadengeheftete, illustrierte Broschur. Der Einband nachgedunkelt, angerändert und leicht knickig, Kopfschnitt staubgedunkelt, Papier allg. leicht nachgedunkelt, im Druckvermerk einige Bleistiftnotizen zum Titelblatt, ansonsten gute Erhaltung. Gesetzt in Fraktur. Der Langen Müller Verlag schloss sich 1932 aus den zuvor gegründeten Unternehmen Albert Langen Verlag und Georg Müller Verlag zusammen. 1967 erwarb Herbert Fleissner sämtliche Anteile, das Haus gehört heute zur Verlagsgruppe "LangenMüller Herbig nymphenburger terra magica" mit Sitz in München. 1893 gründete Albert Langen seine Verlags-, Buch- und Kunsthandlung Paris und Köln, die er bald darauf verkaufte, um nach Leipzig und schließlich München übersiedeln zu können. Der Firma in München wurde ein Kunstverlag und Bühnenvertrieb angegliedert. Ein Hauptanliegen von Langen war es, zeitgenössische skandinavische Autoren wie Björnstjerne Björnson, Knut Hamsun und Georg Brandes herauszugeben. Damit galt er als Wegbereiter der skandinavischen Moderne in Deutschland. 1896 erschien das erste Mal die satirische Wochenzeitschrift Simplicissimus beim Verlag, die jedoch auf Grund der "Majestätsbeleidigungs"-Affäre schnell wieder verboten wurde. Die Autoren des Blattes mussten Deutschland verlassen und auch Albert Langen ging für fünf Jahre ins Exil. Erst 1903 konnte er gegen eine Zahlung von 30.000 Mark begnadigt werden. Die Prokura für den Verlag erhielt unterdessen sein Mitarbeiter Korfiz Holm. Der Katalog von 1904 konnte bereits 117 Autoren mit 354 Titeln vorweisen. Wichtige Schriftsteller jener Jahre waren Marcel Prevost, Björnstjerne Björnson, Guy de Maupassant, Knut Hamsun, Emile Zola, Heinrich Heine und Jakob Wassermann. Das Programm erstreckte sich nun über deutsche, französische und skandinavische Belletristik. Die Ausstattung der Bücher spielte für den Verleger eine wichtige Rolle, und so hoben sich die plakativ gestalteten Titel von den üblichen Buchumschlägen des Marktes ab. Seit 1925 wurde die Reihe Bauhausbücher von Walter Gropius und Laszlo Moholy-Nagy bei Langen publiziert. Nach der Simplicissimus-Affäre gründete Langen 1907 die Halbmonatsschrift für deutsche Kultur März, die er zusammen mit Hermann Hesse und Ludwig Thoma herausgab. Zwei Jahre später starb er an einer verschleppten Mittelohrentzündung. In seinem Testament setzte er vier Kuratoren und langjährige Mitarbeiter (Otto Friedrich, Reinhold Geheeb, August Gommel und Korfiz Holm) für den Verlag ein. Diese übernahmen das Unternehmen und erwarben es schließlich 1918. Am 1. Oktober 1903 gründete Georg Müller seinen gleichnamigen Verlag in der Königinstrasse 59 in München. Zuvor hatte er die Rechte des Georg Heinrich Meyer Verlags erworben und somit Autoren wie Rudolf Huch, Wilhelm Weingand, Wilhelm Fischer-Graz und Adolf Pichler zu sich geholt. Noch im gleichen Jahr gründete er die zunächst belletristische Zeitschrift Süddeutsche Monatshefte, die jedoch bereits im Juni 1905 in den Verlag Ad. Bonz & Comp. in Stuttgart überging. Seine langjährige Freundschaft mit Reinhard Piper führte 1904 schließlich zu dem gemeinschaftlichen Reinhard Piper & Co. Verlag, der allerdings zwei Jahre später wieder aufgelöst werden musste, da Müllers Verlag eine zu starke Eigendynamik entwickelte. Die Programmschwerpunkte bildeten Kunstpublikationen, schöne Literatur deutscher und internationaler Autoren sowie Klassiker und Gesamtausgaben. Müller eröffnete viele Reihen wie die Gastrosophische Bücherei, Lebenskunst und Denkwürdigkeiten aus Alt-Österreich. Gesamtausgaben erschienen von August Strindberg, Frank Wedekind, Friedrich Hölderlin, Shakespeare, Edgar Allan Poe, Stendhal oder Heinrich Heine. Nachdem Georg Müller 1917 starb, übernahmen Siegfried Neuhöfer und Hans Winand das Unternehmen. Sie wandelten die Firma in eine KG um und versuchten den Verlag durch Teilverkäufe zu retten, da dieser im Zuge der Inflation und der daraus resultierenden gesunkenen Kaufkraft der Bevölkerung wirtschaftlich stark geschwächt wurde. Außerdem gründeten die neuen Inhaber 1919 eine Tochterfirma, den Thespis Verlag, der Unterhaltungs- und Volksliteratur zu erschwinglichen Preisen anbot und den Georg Müller Verlag dadurch finanziell stützen sollte. Das Unternehmen verschmolz 1927 wieder mit seiner Mutterfirma und wurde 1928 aufgelöst. Im gleichen Jahr wurde der Verlag aus Kapitalmangel an den Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband veräußert, einer völkischen Angestelltengewerkschaft, und sollte zukünftig von Gustav Pezold geleitet werden. 1932 kam es schließlich zur Fusion mit dem Albert Langen Verlag, was in den Medien eine heftige Kontroverse auslöste. 1936 wurde der Langen-Müller Verlag der Deutschen Arbeiterfront angeschlossen, die mit der NSDAP gleichzusetzen war. Dennoch versuchte das Unternehmen, sich von der Partei nicht gänzlich vereinnahmen zu lassen und brachte neben "linientreuen" Autoren auch Bücher von Schriftstellern heraus, die dem "inneren Widerstand" zuzuordnen waren (z. B. Ernst Wiechert). Die Zeitschrift Das Innere Reich (1934-1944; von Paul Alverdes geleitet) galt sogar als heimlicher Sammelpunkt einer Gegenliteratur. 1938 überwarf sich Gustav Pezold, der bereits 1922 ein Parteimitglied war, mit den Machthabern und wurde daraufhin von Robert Ley entlassen. Nachdem die Geschäftsleitung mehrmals wechselte, ging das Unternehmen 1943 in den Verlag Knorr&Hirth über, der zu diesem Zeitpunkt dem Zentralverlag der NSDAP Franz Eher angegliedert war und demnach 1945 von den Siegermächten unter Treuhänderschaft gestellt wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges beschlagnahmten die amerikanischen Militärbehörden das Unternehmen als Parteieigentum und vergaben ein Großteil der Verlagsrechte an andere Verlage. 1950 wollten sie die Firma auflösen, was jedoch vom bayrischen Landesamt für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung verhindert wurde. Zwei Jahr später ging Langen Müller in die Deutsche Angestellten Gewerkschaft über (Rechtsnachfolgerin der Deutschen Arbeitsfront) und wurde durch Joachim Schondorff und Günther Hauffe wieder aufgebaut. Schließlich erwarb Schondorff den Verlag und wurde 1964 Alleininhaber. Als herausragende Leistung kann die Buchreihe Theater der Jahrhunderte angesehen werden, in der Dramen von Gerhart Hauptmann, Hugo von Hofmannsthal, Euripides und Sophokles erschienen. Frühere Autoren wie Frank Wedekind, Otto Julius Bierbaum und August Strindberg fanden wieder Eingang ins Programm. 1966 ging das Unternehmen an den sudetendeutschen Verleger Herbert Fleissner über. Heute firmieren die Buchverlage Langen Müller, Herbig und Nymphenburger unter der F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, die mittlerweile von Brigitte Fleissner-Mikorey geleitet wird. Das Verlagsprogramm gliedert sich in die Abteilungen Belletristik, Sachbuch und Biografien. Neben einer umfangreichen Hörbuchreihe gehören die Serien Kunst im Quadrat und Star-Legenden zum aktuellen Programm. Im schöngeistigen Bereich finden sich u. a. Autoren wie Knut Hamsun, Mark Twain, Jack London, Truman Capote, Ephraim Kishon und Stefanie Zweig wieder. Zum Sachbuchsegment zählen besonders zeitgeschichtliche und politische Titel.
[SW: Verlag Albert Langen / Georg Müller | Almanache, Jahrbücher | Illustrierte Bücher]
Bonsels, Waldemar: Indienfahrt, Verlag der Literarischen Anstalt Rütten & Loening, Frankfurt am Main 54.-77. Tausend 1919 Frankfurt am Main
258 S.S. 8°
Pappe Jakob Ernst Waldemar Bonsels (* 21. Februar 1880 in Ahrensburg; 31. Juli 1952 in Ambach am Starnberger See) war in den 1920er-Jahren einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller. Sein 1912 erschienenes Buch Die Biene Maja und ihre Abenteuer, das in über 40 Sprachen übersetzt wurde, und die 1915 veröffentlichte Fortsetzung Himmelsvolk machten ihn weltberühmt. Waldemar Bonsels wurde am 21. Februar 1880 als zweites von fünf Kindern in Ahrensburg (Holstein) geboren. Sein Vater, Reinhold Bonsels (1848-1923), gab 1884 seine Apotheke in Ahrensburg auf und studierte in Berlin Zahnmedizin. Von 1890 bis 1897 hatte er eine eigene Zahnarztpraxis in Kiel, 1898 wechselte er an die Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel. Waldemar Bonsels besuchte in Kiel das Gymnasium, das er mit siebzehn Jahren ohne Abschluss verließ. Er absolvierte in Bielefeld eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete von Ende 1900 bis Juni 1902 als Kaufmann in einer Karlsruher Druckerei. In Bethel, Basel und England ließ er sich zum Missionskaufmann ausbilden und ging im Auftrag der Basler Mission 1903 nach Ostindien, wo er jedoch nur von Oktober 1903 bis April 1904 blieb. Seine Kritik an der Arbeit der Basler Mission in Indien formulierte er in dem 1904 veröffentlichten offenen Brief "Mein Austritt aus der Baseler Missions-Industrie und seine Gründe". Dieser Brief erschien im E.W. Bonsels und Co. Verlag, den Bonsels mit seinen Freunden Hans Brandenburg, Bernd Isemann und Carl Strauss in München-Schwabing kurz nach seiner Rückkehr aus Indien gründete. Bonsels heiratete Klara Brandenburg, die Schwester eines seiner Mitverleger, trennte sich jedoch von ihr im Geburtsjahr des zweiten Sohnes wieder. Wenige Jahre später heiratete er Elise Ostermeyer, durch deren Vater Johannes Ostermeyer er zur Basler Mission gekommen war. Auch aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor. Anfang der 1910er-Jahre zog Bonsels mit seiner Familie in das Haus des Freundes und Mitverlegers Isemann nach Schleißheim bei München. Dort verfasste er das Buch Die Biene Maja und ihre Abenteuer, das 1912 erschien, später in über 40 Sprachen übersetzt wurde und ihn weltberühmt machte. Ebenfalls 1912 zog sich Bonsels aus dem E.W. Bonsels-Verlag zurück. Im Ersten Weltkrieg war Bonsels Kriegsberichterstatter, zunächst in Galizien, später auf dem Baltikum. 1918 kaufte und bezog er ein Haus in Ambach am Ostufer des Starnberger Sees, wo er bis zu seinem Tod wohnte. Seine Frau Elise und seine Söhne kamen jedoch nicht mit nach Ambach, da Bonsels ein Leben ohne Familie bevorzugte; die Ehe wurde geschieden. Mit der Tänzerin Edith von Schrenck hatte Bonsels einen weiteren Sohn, heiratete sie aber nicht[1]. Waldemar Bonsels wurde zu einem der meistgelesenen Autoren der 1920er-Jahre in Deutschland. Bis in die 1940er-Jahre veröffentlichte er in ein- bis zweijährigen Abständen neue Bücher. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA hielt er Vorträge und las aus seinen Büchern. In der NS-Zeit ermöglichte ihm sein Jugendfreund Hanns Johst als Präsident der Reichsschrifttumskammer die Mitgliedschaft.[2][3] Während des Zweiten Weltkriegs war Bonsels Herausgeber der Münchner Feldposthefte. 1943 erschien der Roman Der Grieche Dositos in ca. 100-facher Auflage als nicht für die Öffentlichkeit bestimmter Privatdruck. Ein Exemplar übersandte er dem damaligen Reichsinnenminister Wilhelm Frick und hob dabei eine beabsichtigte antisemitische Wirkung des Buches hervor. Nach Kriegsende wurde Bonsels in der amerikanischen und britischen Besatzungszone mit einem Publikationsverbot belegt. Bonsel überarbeitete den Dositos und veröffentlichte ihn 1948 im Corona Verlag in Neustadt/Haardt in der französischen Besatzungszone. 1952 betitelte er das Buch auch mit Das vergessene Licht. 1947 trat Bonsels im Entnazifizierungsverfahren von Henriette von Schirach als Entlastungszeuge auf. 1949 erkrankte Waldemar Bonsels an Lymphogranulomatose (Morbus Hodgkin). 1950 heiratete er seine langjährige Lebensgefährtin Rose-Marie Bachofen. Am 31. Juli 1952 starb Bonsels in seinem Haus in Ambach, seine Urne wurde im Garten des Hauses beigesetzt. Seit 1932 gibt es in seiner Geburtsstadt Ahrensburg einen Waldemar-Bonsels-Weg, und in Oberschleißheim, dem Entstehungsort der Biene Maja, ist der Bonselsweg nach ihm benannt. Rezeption seiner Werke Bonsels' Bücher sind überwiegend im neuromantischen Stil verfasst. Sie kreisen u. a. um das Problem der Befreiung aus der engen bürgerlichen Welt und ihren Konventionen. Diese Thematik findet sich sowohl in Die Biene Maja und ihre Abenteuer als auch in seinen späteren Büchern. Im Jahr 1933 wurden alle Bücher von Waldemar Bonsels (mit Ausnahme von Die Biene Maja und ihre Abenteuer, Himmelsvolk und Indienfahrt) im Rahmen der "Aktion wider den undeutschen Geist" von der nationalsozialistischen Deutschen Studentenschaft verbrannt. Werke Gesamtausgabe. Deutsche Verlagsanstallt 1992. ISBN 978-3-421-06482-0 Mein Austritt aus der Baseler Missions-Industrie und seine Gründe: Ein offener Brief an die Baseler Missions-Gemeinde in Württemberg und der Schweiz. E.W. Bonsels Verlag, München 1904 Ave vita morituri te salutant. E.W. Bonsels Verlag, München 1906 Kyrie eleison. E.W. Bonsels Verlag, München 1908 Blut. Janssen, Hamburg 1909 Don Juans Tod. Strauss, München 1910 Die Toten des ewigen Krieges. Schuster & Loeffler, Berlin 1911 Die Biene Maja und ihre Abenteuer. 1912 Himmelsvolk. Schuster & Loeffler, Berlin 1915 Indienfahrt. Rütten & Loening, Frankfurt am Main 1916 Menschenwege - Aus den Notizen eines Vagabunden. Rütten & Loening, Frankfurt am Main 1917 Don Juan. Schuster & Loeffler, Berlin 1919, Erstauflage 3000 Exemplare (epische Dichtung, begonnen 1906; die letzten vier Gesänge erschienen 1910 bei Carl Friedrich Strauß in München als Don Juans Tod; die Arbeit wurde 1914 beendet) Der Wanderer zwischen Staub und Sternen Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin 1926. Mario und die Tiere. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1928 Marios Heimkehr. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1937 Die Reise um das Herz. Cotta, Stuttgart 1938 Begegnungen. West-Ost, Berlin 1940 Dositos. Ein mythischer Bericht aus der Zeitenwende. Münchner Buchverlag, München 1943 Mortimer. Der Getriebene der dunklen Pflicht. Kissner, Hamburg 1946 Runen und Wahrzeichen. Abendland, Wuppertal 1947 Geklammerter illustrierter Pappband mit Farbkopfschnitt. Der Einband mit, teils deutlichen Ecken- und Kantenbereibungen, Papier allg. nachgedunkelt, Nachsatzpapier mit Knicken, Exlibris auf Innendeckel, Namenszug auf Vorsatzblatt, ansonsten guter Zustand.
[SW: Deutsche Literatur | Reiseberichte]
Bonsels, Waldemar: Menschenwege. Aus den Notizen eines Vagabunden. Literarische Anstalt Rütten & Loening 88. bis 107. Tausend 1921 Frankfurt am Main
268 S.S. 8°
Pappe Waldemar Bonsels wurde am 21. Februar 1880 als zweites von fünf Kindern in Ahrensburg (Holstein) geboren. Sein Vater, Reinhold Bonsels (1848-1923), gab 1884 seine Apotheke in Ahrensburg auf und studierte in Berlin Zahnmedizin. Von 1890 bis 1897 hatte er eine eigene Zahnarztpraxis in Kiel, 1898 wechselte er an die Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel. Waldemar Bonsels besuchte in Kiel das Gymnasium, das er mit siebzehn Jahren ohne Abschluss verließ. Er absolvierte in Bielefeld eine kaufmännische Ausbildung und arbeitete von Ende 1900 bis Juni 1902 als Kaufmann in einer Karlsruher Druckerei. In Bethel, Basel und England ließ er sich zum Missionskaufmann ausbilden und ging im Auftrag der Basler Mission 1903 nach Ostindien, wo er jedoch nur von Oktober 1903 bis April 1904 blieb. Seine Kritik an der Arbeit der Basler Mission in Indien formulierte er in dem 1904 veröffentlichten offenen Brief "Mein Austritt aus der Baseler Missions-Industrie und seine Gründe". Dieser Brief erschien im E.W. Bonsels und Co. Verlag, den Bonsels mit seinen Freunden Hans Brandenburg, Bernd Isemann und Carl Strauss in München-Schwabing kurz nach seiner Rückkehr aus Indien gründete. Bonsels heiratete Klara Brandenburg, die Schwester eines seiner Mitverleger, trennte sich jedoch von ihr im Geburtsjahr des zweiten Sohnes wieder. Wenige Jahre später heiratete er Elise Ostermeyer, durch deren Vater Johannes Ostermeyer er zur Basler Mission gekommen war. Auch aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor. Anfang der 1910er-Jahre zog Bonsels mit seiner Familie in das Haus des Freundes und Mitverlegers Isemann nach Schleißheim bei München. Dort verfasste er das Buch Die Biene Maja und ihre Abenteuer, das 1912 erschien, später in über 40 Sprachen übersetzt wurde und ihn weltberühmt machte. Ebenfalls 1912 zog sich Bonsels aus dem E.W. Bonsels-Verlag zurück. Im Ersten Weltkrieg war Bonsels Kriegsberichterstatter, zunächst in Galizien, später auf dem Baltikum. 1918 kaufte und bezog er ein Haus in Ambach am Ostufer des Starnberger Sees, wo er bis zu seinem Tod wohnte. Seine Frau Elise und seine Söhne kamen jedoch nicht mit nach Ambach, da Bonsels ein Leben ohne Familie bevorzugte; die Ehe wurde geschieden. Mit der Tänzerin Edith von Schrenck hatte Bonsels einen weiteren Sohn, heiratete sie aber nicht[1]. Waldemar Bonsels wurde zu einem der meistgelesenen Autoren der 1920er-Jahre in Deutschland. Bis in die 1940er-Jahre veröffentlichte er in ein- bis zweijährigen Abständen neue Bücher. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA hielt er Vorträge und las aus seinen Büchern. In der NS-Zeit ermöglichte ihm sein Jugendfreund Hanns Johst als Präsident der Reichsschrifttumskammer die Mitgliedschaft.[2][3] Während des Zweiten Weltkriegs war Bonsels Herausgeber der Münchner Feldposthefte. 1943 erschien der Roman Der Grieche Dositos in ca. 100-facher Auflage als nicht für die Öffentlichkeit bestimmter Privatdruck. Ein Exemplar übersandte er dem damaligen Reichsinnenminister Wilhelm Frick und hob dabei eine beabsichtigte antisemitische Wirkung des Buches hervor.[4] Nach Kriegsende wurde Bonsels in der amerikanischen und britischen Besatzungszone mit einem Publikationsverbot belegt. Bonsel überarbeitete den Dositos und veröffentlichte ihn 1948 im Corona Verlag in Neustadt/Haardt in der französischen Besatzungszone. 1952 betitelte er das Buch auch mit Das vergessene Licht.[5] 1947 trat Bonsels im Entnazifizierungsverfahren von Henriette von Schirach als Entlastungszeuge auf.[6] 1949 erkrankte Waldemar Bonsels an Lymphogranulomatose (Morbus Hodgkin). 1950 heiratete er seine langjährige Lebensgefährtin Rose-Marie Bachofen. Am 31. Juli 1952 starb Bonsels in seinem Haus in Ambach, seine Urne wurde im Garten des Hauses beigesetzt. Seit 1932 gibt es in seiner Geburtsstadt Ahrensburg einen Waldemar-Bonsels-Weg, und in Oberschleißheim, dem Entstehungsort der Biene Maja, ist der Bonselsweg nach ihm benannt. Rezeption seiner Werke [Bearbeiten] Bonsels' Bücher sind überwiegend im neuromantischen Stil verfasst. Sie kreisen u. a. um das Problem der Befreiung aus der engen bürgerlichen Welt und ihren Konventionen. Diese Thematik findet sich sowohl in Die Biene Maja und ihre Abenteuer als auch in seinen späteren Büchern. Im Jahr 1933 wurden alle Bücher von Waldemar Bonsels (mit Ausnahme von Die Biene Maja und ihre Abenteuer, Himmelsvolk und Indienfahrt) im Rahmen der "Aktion wider den undeutschen Geist" von der nationalsozialistischen Deutschen Studentenschaft verbrannt. Werke (Auswahl) [Bearbeiten] Gesamtausgabe. Deutsche Verlagsanstallt 1992. ISBN 978-3-421-06482-0 Mein Austritt aus der Baseler Missions-Industrie und seine Gründe: Ein offener Brief an die Baseler Missions-Gemeinde in Württemberg und der Schweiz. E.W. Bonsels Verlag, München 1904 Ave vita morituri te salutant. E.W. Bonsels Verlag, München 1906 Kyrie eleison. E.W. Bonsels Verlag, München 1908 Blut. Janssen, Hamburg 1909 Don Juans Tod. Strauss, München 1910 Die Toten des ewigen Krieges. Schuster & Loeffler, Berlin 1911 Die Biene Maja und ihre Abenteuer. 1912 Himmelsvolk. Schuster & Loeffler, Berlin 1915 Indienfahrt. Rütten & Loening, Frankfurt am Main 1916 Menschenwege - Aus den Notizen eines Vagabunden. Rütten & Loening, Frankfurt am Main 1917 Don Juan. Schuster & Loeffler, Berlin 1919, Erstauflage 3000 Exemplare (epische Dichtung, begonnen 1906; die letzten vier Gesänge erschienen 1910 bei Carl Friedrich Strauß in München als Don Juans Tod; die Arbeit wurde 1914 beendet) Der Wanderer zwischen Staub und Sternen Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin 1926. Mario und die Tiere. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1928 Marios Heimkehr. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1937 Die Reise um das Herz. Cotta, Stuttgart 1938 Begegnungen. West-Ost, Berlin 1940 Dositos. Ein mythischer Bericht aus der Zeitenwende. Münchner Buchverlag, München 1943 Mortimer. Der Getriebene der dunklen Pflicht. Kissner, Hamburg 1946 Runen und Wahrzeichen. Abendland, Wuppertal 1947 Fadengehefteter, illustrierter Pappband mit Farbkopfschnitt. Der Einband nachgedunkelt, mit Ecken-und Kantenbereibungen, der obere Buchrücken mit Einriss, Bezugspapier an den Rückenrändern teils gelöst, Exlibris auf Innendeckel, handschriftlicher Namenszug von 1929 auf Vorsatz, Papier allg. nachgedunkelt, Schnitte leicht fleckig, befriedigender Gesamtzustand. Gesetzt in schöner Fraktur.
[SW: Deutsche Literatur | Romanzyklus | Bonsels |]



