Weimar
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KAISER, PAUL: DAS HAUS AM BAUMGARTEN, Weimar Ständige Kommission für Kultur bei der Stadtverordnetenversammlung Weimar und Ständige Kommission für Kultur beim Kreistag Weimar-Land 1966 ; weicher Einband / soft cover; 1. Ed.
Umschlag illustriert.
'Weimar - Tradition und Gegenwart. 'Umschlag: Helmut Simon. Johann Friedrich Justin Bertuch, sein Haus 'am Baumgarten', die Wirksamkeit seines Landes-Industrie-Comptoirs und der Aufbau des Stadtmuseums Weimar im Bertuchhaus. Inhalt: Johann Friedrich Justin Bertuch und sein Haus 'am Baumgarten'. 2). Das Weimar der Goethezeit. 3). Die ersten Jahren der Tätigkeit Bertuchs in Weimar. 4). Die Familie. 5). Kaufmännische und Literarische Unternehmungen. 6). Das Landes-Industrie-Comptoir. 7). Das Geographische Institut. 8). Bertuch als Freund und Förderer der Wissenschaften und des Fortschritts. 9). Vielseitigkeit als Bedeutung der Verlagstätigkeit des Landes-Industrie-Comptoirs. 10). Das Wirken der Mediziner Ludwig Friedrich von Froriep und Robert Froriep. 11). Das Bertuchhaus in den folgenden Hundert Jahren. 12). Das Stadtmuseum Weimar im Bertuchhaus. Mit Nachwort, Zeittafel, Literatur und Quellen. 49 Abbildungen. 63 + (1) Seiten. 1. Auflage Broschiert 20,5cmx15cm; 1. Auflage
[SW: friedrich bertuch landes-industrie-comptoir froriep weimar]
Rechtsgeschichte- Frölich, Karl. Konvolut von 18 Einzelveröffentlichungen des Autors Karl Frölich. Weimar u.a., Verlag von Hermann Böhlaus Nachfolger u.a., 1926-1939.
[Das Konvolut enthält folgende Einzelschriften des Autors Karl Frölich: "Die Bedeutung der mittelalterlichen Kaufmannsgilden für die Entstehung der deutschen Stadtverfassung" (Titelbroschur, Leipzig, Kommissionsverlag Johann Ambrosius, 1935, Seite 450 bis 451 [Aus: 'Forschungen und Fortschritte', 11.Jahrgang, Nr.35/36, Seite 446 bis 460]) / "Literaturbesprechung: "Hans Dörries, Entstehung und Formenbildung der niedersächsischen Sadt. Eine vergleichende Städtegeographie" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1930, Seite 444 bis 457 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', L.Band, Germ-Abt.]) / Literaturbesprechung: "Puis Dirr, Denkmäler des Münchner Stadtrechts, erster Band 1158-1403" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1936, Seite 451 bis 460 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', LVI.Band, Germ.Abt.]) / Literaturbesprechung: "Georg Wagner, Münzwesen und Hausgenossen in Speyer" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1933, Seite 429 bis 434 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', LII.Band, Germ-Abt]) / Literaturbesprechung: "Martin Weinbaum, Verfassungsgeschichte Londons 1066-1268", "James Tait, The origin of Town Councils in England and The borough Community in England", "Carl Stephenson, The Origin of the English Towns and The Anglo-Saxon Borough", "Henri Pirenne, Les Villes du Moyen-age" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1931, Seite 618 bis 632 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', LI.Band, Germ.Abt.]) / Literaturbesprechung: "Herbert Fischer, Die verfassungsrechtliche Stellung der Juden in den deutschen Städten während des dreizehnten Jahrhunderts" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1932, Seite 423 bis 430 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', LII.Band, Germ.Abt.]) / Literaturbesprechung: "M.V.Clarke, The Medieval City State", "James Tait, The Common Council of the Borough", F.Favresse, Le Conseil de Bruxelles 1282-1521" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1932, Seite 445 bis 454 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', LII.Band, Germ.Abt.]) / Literaturbeschrpechung "Carl Stephenson, Borough and Town" und "Martin Weinbaum, London unter Eduard I. und II." (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1934, Seite 357 bis 370 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', LIV.Band, Germ.Abt.]) / Literaturbesprechung "Herbert Meyer, Das Mühlhäuser Reichsrechtsbuch aus dem Anfang des 13.Jahrhunderts" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1935, Seite 383 bis 388 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', LV.Band, Germ.Abt.]) / Literaturbesprechung "Sigfrid H. Steinberg, Die Goslarer Stadtschreiber und ihr Einfluß auf die Ratspolitik bis zum Anfang des 15.Jahrhunderts" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1934, Seite 373 bis 380 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', LIV.Band, Germ.Abt.]) / Literaturbesprechung "Josef Lappe, Stadtgründung und Stadtverfassung im Gebiete der Einzelhöfe" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1934, Seite 369 bis 374 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', LIV.Band, Germ.Abt.]) / Literaturbesprechung "Sebastian Schröcker, Die Kirchenpflegschaft. Die Verwaltung des Niederkirchenvermögens durch Laien seit dem ausgehenden Mittelalter" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1935, Seite 407 bis 414 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', LV.Band, Kan.Abt XXIV]) / Literaturbesprechung "Walter Gunzert, Das Hagenauer Kirchenleben im ausgehenden Mittelalter" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1937, Seite 597 bis 600 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', LVII.Band, Kan.Abt.]) / Literaturbesprechung "Walter Geisler, Die deutsche Stadt" und "Hans Dörries, Die Städte im oberen Leinetal Göttingen, Northeim und Einbeck" (Papierbroschur, Weimar, Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, 1926, Seite 491 bis 518 [Sonderabdruck aus der 'Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte', XLVI.Band.]) / "Literatur. Probleme der Rechtskartographie" (Papierbroschur, Stuttgart, Verlag von W. Kohlhammer, 1934, Seite 40 bis 64 [Sonderabdruck aus 'Vierteljahrsschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte', XXVII.Band, Heft 1]) / "Stätten mittelalterlicher Rechtspflege in Hessen und den Nachbargebieten" (Papierbroschur, Gießen ?, o.V., o.J., ca. 1936, Seite 68 bis 103 [Sonderabdruck aus den 'Nachrichten der Gießener Hochschulgesellschaft', Band 11, Heft 1]) / "Rechtsgeschichtliche Probleme der Wüstungsforschung besonders im hessischen Raum" (Titelbroschur, Gießen ?, o.V., o.J., ca. 1939, Seite 93 bis 122, VIII Tafeln [Sonderabdruck aus den 'Nachrichten der Gießener Hochschulgesellschaft', Band 13]) / "Begriffe und Aufgabenkreis der rechtlichen Volkskunde" (Titelbroschur, Gießen ?, o.V., o.J., ca. 1939, Seite 49 bis 59 [Sonderabdruck aus den Gießener Beiträgen zur deutschen Philologie, Band 60]).].
18 Einzelveröffentlichungen. 8°-Gr.-8°. Unterschiedliche Seitenzahlen (siehe Kommentar). Originale Titel- und Papierbroschuren. 15 der Broschuren besitzen einen Stempel ('vom Verfasser überreicht') auf dem Vorderdeckel. Sieben besitzen einen handschriftlichen Vermerk und zwei einen Besitzerstempel auf dem Vorderdeckel. Die Broschuren sind leicht bestoßen und leicht berieben.
[SW: Jura; Konvolute; Literaturbesprechung; Mittelalter; Mittelalterliche Geschichte; Rechts- u. Verfassungsgeschichte; Rechtsgeographie; Rechtsgeschichte; Rechtshistoriker; Rechtsphilosophie; Rechtspolitik; Rechtsprechung; Rechtstheorie; Rechtsverständnis; Stadt; Stadtentwicklung; Städtewesen; Stadtgeographie; Stadtgeschichte; Zeitschrift; Zeitschriften u. Zeitungen]
RECHNUNGSBUCH DER HERDERKIRCHE ZU WEIMAR (1784-1785). 'Jahres-Rechnung über Einnahme und Ausgabe an Geld, Getraide und Holtz der Kirche und des Gottes Kastens allhier zu Weimar Von Michaelis 1784 bis dahin 1785'. Darunter von anderer Hand: 'Gottes Kasten'. Deutsche Handschrift in brauner Tinte auf festem Papier, Blattgröße 32,6 x 20,2 cm, gut lesbares, schönes Schriftbild. Die paginierte Handschrift umfasst 65 numerierte Blätter und ein weiteres beschriebenes Blatt mit dem Bericht der 'Fürstlich Sächsischen Kirchenkommission'. Darauf befindet sich die Unterschrift Johann Gottfried Herders.
Aufschlussreiches Dokument aus dem "Goldenen Zeitalter" der Residenzstadt. Mit der eigenhändigen Unterschrift Johann Gottfried Herders, datiert Weimar, den 25.10.1786. DIE HERDERKIRCHE ZU WEIMAR St. Peter und Paul, später genannt die Herderkirche, wurde zwischen 1498 und 1500 als Weimarer Stadtkirche errichtet, im Barock umgebaut und nach schweren Beschädigungen im Jahr 1945 in der Nachkriegszeit rekonstruiert. Dafür brachte nicht nur die Gemeinde viele Spenden auf, sondern Thomas Mann stiftete 1949 das Preisgeld des ihm verliehenen Goethe-Nationalpreises für den Wiederaufbau. Zu den Sehenswürdigkeiten dieses architektonischen Fixpunktes der Weimarer Stadtsilhouette zählen die 1555 von Lucas Cranach d. J. vollendeten Tafelbilder des Hauptaltares, die sein gleichnamiger Vater begonnen hatte. Auf dessen Mitteltafel sind, an prominenter Stelle unterhalb des Gekreuzigten neben Johannes dem Täufer der Kirchenreformer Martin Luther (1483-1546) und Lucas Cranach d. Ä. (um 1472-1553) in Ganzkörperporträts dargestellt. Luther hatte 1522 mehrmals in der Stadtkirche gepredigt. Lucas Cranach d. Ä. stellte seine Kunstfertigkeit in den Dienst der Reformation und erhielt ein Ehrengrab in St. Peter und Paul, der Begräbniskirche der Ernestiner. Johann Sebastian Bach spielte von 1708 bis 1717 - als Hoforganist und Kammermusiker in Weimar - regelmäßig die Orgel der Stadtkirche. JOHANN GOTTFRIED HERDER (1744-1803) IN WEIMAR Durch die Vermittlung seines etwas jüngeren Freundes Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) wurde der vielseitig gebildete Theologe, Sprach- und Geschichtsphilosoph, Kunst- und Literaturtheoretiker Johann Gottfried Herder 1776 von Herzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach als Generalsuperintendent und erster Prediger an die Stadtkirche St. Peter und Paul berufen. Der an der Kultur interessierte Herzog war kein regelmäßiger Kirchgänger und lehnte die lutherische Orthodoxie ab. Von Herder erwartete er, dass die Kirchenadministration im Sinne der Aufklärung neu organisiert wurde. Dieser setzte sich für die Reformierung des Feiertagskalenders und die Modernisierung der Liturgie ein. 1781 verfasste Herder neue Kirchen- und Bußgebete, denn die tradierten Gebete mit ihren demonstrativen Bußformeln hielt er für nicht mehr zeitgemäß. Er gab das protestantische Gesangbuch neu heraus, bearbeitete den lutherischen Katechismus und führte neue Predigttexte ein. Neben dem Kirchen- war er auch für das Bildungswesen im Herzogtum verantwortlich, förderte die Einrichtung humanistischer Gymnasien, während sich seine Kollegen gegenüber den Reformbemühungen ziemlich desinteressiert verhielten. Weiterhin war der Universalgelehrte vielfältig publizistisch tätig: er veröffentlichte eine Sammlung von Volksliedern, dichtete, übersetzte aus mehreren Sprachen und verfasste Literaturkritiken, doch seit den neunziger Jahren blieb ihm immer weniger Zeit für seine schriftstellerischen Arbeiten: "Sonst stecke ich in Akten, Rechnungen, Arbeiten ... die Musen sind geflohen", schrieb er 1793 in einem Brief. Gegen Ende seines Lebens wurde Herder zum Präsidenten des Oberkonsistoriums ernannt (1801), im Jahr darauf erhielt er einen Adelstitel. Vor der Weimarer Stadtkirche, in der er begraben ist, steht sein weithin sichtbares Denkmal. WAS WAR EIN GOTTESKASTEN ? Auf dem Etikett des Rechnungsbuches findet sich der Eintrag: "Gotteskasten". Seit dem Mittelalter bezeichnete man mit diesem Begriff eine eisenbeschlagene, mit schweren Schlössern gesicherte Holztruhe zur Aufbewahrung des Kapitals einer Kirchengemeinde. Gotteskästen standen in Sichtweite der Gemeindemitglieder nahe den Eingängen der Kirchen. Auch in protestantischen Gemeinden blieb es üblich, Spenden, Almosen und vermögensrechtliche Urkunden in Gotteskästen aufzubewahren. Die Spendengelder stammten aus Kirchenkollekten oder an öffentlichen Orten aufgehängten Sammelbüchsen. Noch heute werden historische Gotteskästen in Kirchen oder Museen, ihrem ursprünglichen Zweck entsprechend, zur Sammlung von Spenden genutzt. Im Protestantismus galt es als verdienstvoll, Werke der Barmherzigkeit zu praktizieren, wozu u.a. die Beherbergung, Speisung und Kleidung der Armen gehörten. Zu den Aufgaben der Kirchenverwalter zählte es, in den Gotteskästen gesammeltes Spendengeld Gemeindemitgliedern auszuhändigen und darüber Buch zu führen. Damit das Geld nur wirklich Bedürftige, sogenannte "gute Arme" erhielten, zu denen Witwen und Waisen, arbeitsunfähige Dienstboten, mittellose Alte und Kranke zählten, beobachteten sie die Gruppe der Begünstigten genau, vermerkten deren Namen in Almosenlisten und hielten jedes in Form von Bargeld, Lebensmitteln oder damals kostspieligem Brennholz ausgegebene Almosen in Rechnungsbüchern - wie diesem Exemplar - akribisch fest. Damit sollte Stifterinnen und Stiftern die Sicherheit gegeben werden, dass ihre Spendengelder in die richtigen Hände gelangten. Im Verlauf der Frühen Neuzeit wurde es üblich, mit dem Begriff "Gotteskasten" auch im übertragenen Sinne das gesamte Vermögen einer Kirchengemeinde zu bezeichnen - so war es auch in der Weimarer Kirchenverwaltung üblich. VERWALTUNG UND ÖKONOMIE DER WEIMARER STADTKIRCHE - ZUM INHALT DES RECHNUNGSBUCHES Mit folgenden Worten umriss Johann Gottfried Herder seine vielfältigen Aufgaben als Theologe: "Prediger, Beichtvater, hatte die Konfirmation sämmtlicher (sic!) Kinder, die Taufen, Trauungen und Leichen der ersten Klasse, die Einführung der Geistlichen und endlich die Revision einer beträchtlichen Anzahl von Kirchenrechnungen." Zu den Kirchenrechnungen, über die Herder seinen prüfenden Blick schweifen ließ, zählte das vorliegende Rechnungsbuch des Gotteskastens von St. Peter und Paul. Dieses führte Johann Jacob Friedrich Wunder, der sein Verzeichnis der Kurfürstlichen Sächsischen Kirchenkommission vorzulegen hatte, deren Mitglied Herder war. Im ersten Teil des Rechnungsbuches sind alle Einnahmen der Stadtkirche in Gulden, Pfennigen und Kreuzern verzeichnet. Am Beginn steht der Übertrag des im vorhergehenden Jahr erwirtschafteten Kapitals, dann folgen aktuelle Erträge aus Zinsen und Grundbesitz. Vierteljährlich wurden die Spenden aus Sammlungen mit dem "Klingelbeutel" in St. Peter und Paul und der Garnisonskirche zu St. Jacob vermerkt. Weitere Einnahmen stammten aus der Vermietung von Kirchengestühl - die Namen der Frauen und Männer, die sich einen festen Platz beim Gottesdienst sicherten, sind darin einzeln festgehalten. So saßen in der sogenannten Adelskapelle die beiden Fräulein Friederike Sophie und Elisabeth Ernestine von Volgstedt zusammen mit Frau "Baronne" von Oertel. Auch das Läuten der Glocken der Stadtkirche, wohl anlässlich von Hochzeiten und Beerdigungen, erhöhte das Vermögen der Kirchengemeinde. Auf den zum Besitz der Kirche gehörenden Ländereien wurde Getreide angebaut: Johann Jacob Friedrich Wunder vermerkte die jährlichen Erträge an Gerste, Hafer und Erbsen. Die persönlichen Besitztümer von Alten und Kranken, die in den Hospitälern St. Laurentii, Ober-Weimar und Aßbach verstorben waren, wurden, sicherlich infolge einer testamentarischen Verfügung, bei Auktionen zugunsten der Kirchengemeinde veräussert und der eingenommene Gewinn unter den Einnahmen verbucht. Hinzu kamen Mietzinsen. Abschließend rechnete Wunder die Gesamtsumme aller Einnahmen eines Jahres aus und kam auf die Summe von 2729 Gulden, 12 Pfennigen und 8 Kreuzern (fol. 31r). Dann folgt das Verzeichnis der Ausgaben (beginnend mit fol. 32r): Die kostspieligsten Posten umfassten verliehenes Kapital sowie die Löhne der Beschäftigten, die sich in diesem Jahr auf 1312 Gulden beliefen. Hinzu kamen Kosten für Bauarbeiten- und Reparaturen an der Kirche und den Wohnungen des Superintendenten Johann Gottfried Herder (fol. 44r), des Archidiakons und des Diakons - Fensterscheiben mussten ersetzt, ein Ofen neu aufgemauert werden. Instandhaltungskosten fielen zudem für die der Kirche angegliederte Mädchenschule und die Wohnung des Organisten an, zum Beispiel für die Reparatur von Türschlössern (fol. 46r). Baumaßn...
Halbpergament-Band der Zeit, Decken mit olivgrünem Papier überzogen, der Titel des Rechnungsbuches ist wohl noch im 18. Jahrhundert handschriftlich mit Tinte auf einem aufgeklebten Etikett aus hellem Papier eingetragen worden. Darunter scheint zuvor ein anderes Etikett vorhanden gewesen zu sein. (Rücken an den Kapitalen beschädigt, vordere Decke am unteren Rand mit dunklen Tintenspritzern, Ecken bestossen, innen sehr wohlerhalten), Folio.
[SW: Weimar Herder Klassik Kirchengeschichte Stadtgeschichte]
Mader, Martin; Gutmann, Hermann: Weimar Dtsch.-Engl.-Französ. MADER, ISBN: 3921957923
Eine europäische Kulturstadt ist Weimar, das heute etwas mehr als 60.000 Einwohnern hat, seit mehr als 200 Jahren. 1999 erhielt die Stadt die Anerkennung als Weltkulturerbe für das "Klassiche Weimar" durch die UNESCO. Weimar ist ein "Who is Who" des deutschen Geisteslebens. Ob es sich um Philosophie handelt, um Dichtkunst, Musik oder bildende Künste - an Weimar führte und führt kein Weg vorbei. Und wer von den Großen nicht in Weimar lebte, der besuchte die Stadt, so oft er konnte. Museen, Archive, Denkmäler und Gedenkstätten prägten das Bild dieser kleinen und schmucken Stadt. Weimar, das geistige, das europäische Weimar. Und auf der anderen Seite das beängstigende und immer wieder neu in das Bewusstsein der Welt sich drängende Buchenwald - sie gehören zusammen. Eine schmale Gasse, die Seifengasse, führt vom Goethehaus am Frauenplan zum Haus der Frau von Stein. Die Gasse wirkt heute, wie sie damals gewirkt haben mag, unebenes Pflaster,wei t weg von der großen Welt, von der sie nur ein paar Meter getrennt ist. Auch heute noch fast menschenleer im Vergleich zum benachbarten Frauenplan. Ein Zeitungsjunge verteilt ein Anzeigenblatt. Es ist eine der ganz wenigen Straßen in Weimar, in denen man sich vorstellen könnte, Goethe zu begegnen. Man begegnet ihm nicht, aber er ist allgegenwärtig - auch oder vor allem im 20. Jahrhundert: Zeig ich die Fehler des Geschlechts, So heißt es: Tue selbst was Rechts.
NEUBUCH! 1999. 60 S. m. zahlr. Farbfotos. 20,5 x 21,5 cm
[SW: Weimar; Bildband]



