Voss Ini

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VOSS, Julius von: Travestieen und Burlesken, zur Darstellung im kleinen geselligen Verein. Mit (5 ganzseitigen, grotesk-komischen) Kupfern von F. Leopold. (Inhalt: Rinaldo und Armida, Ein Heldenspiel in Versen; Die redenden Gemälde. Polterabendspiel in Einer Szene; Der gehörnte Siegfried. Romantisches Heldenspiel in Einem Aufzug; Coriolan, Trauerspiel in Einem Aufzug; Orpheus und Eurydize, Lyrisches Schauspiel in einem Akt und drei Szenen, wovon eine auf Erden eine in der Hölle und eine am Eingang des Himmels spielt). Berlin Duncker & Humblot. 1811. [Bestell-Nr 31612]
[Theater / Film, Humor, Lit - 18.-19.Jh.]

4 Bl. 214 S. 1 Bl. 8° Orig. Interimsbroschur mit Rückenschildchen. Innendeckel mit altem kleinen Nummernschildchen und Bleistiftbezifferung. Breitrandiges Exemplar auf hervorragendem Papier, teilweise unerhebliche Randausrisse durchs Aufschneiden, im ganzen ein sehr gut erhaltenes Exemplar. Selten. E.A. Julius von Voß, (1768-1832), der ein umfangreiches Werk hinterlassen hat, ist heute außer wenigen Spezialisten und E.T.A. Hoffmann Kennern kaum noch bekannt; er entstammte dem alten deutschen Adelsgeschlecht Voß. Als Sohn des Oberstleutnant (und Assessors im Kriegskollegium) Georg Adam von Voß (1733-1791) trat er, ohne eine Schule besucht zu haben, gegen den Willen seines Vater mit 14 Jahren bei dem Infanterie-Regiment Nr. 12 unter Johann Jakob von Wunsch ein. "Noch ein Kind, fand er das Leben und Treiben seiner Vorgesetzten mehr lächerlich als verlockend und erging sich in Satiren und Epigrammen dagegen" (Goedeke) und so wurde er in das Infanterie-Regiment Nr. 46 (von Pfuhl) versetzt. 1794 wurde er Adjutant des Obersten von Hundt, unter dem er den polnischen Feldzug mitmachte. Er setzte sich mit der Kriegswissenschaft auseinander und veranlasste durch seine unerbetenen und kritischen Reformvorschläge seine Strafversetzung nach Glogau, wo er ein "unerhört leichtsinniges Leben" (Friedrich Schnapp) führte, und u.a. E.T.A. Hoffmann kennenlernte, der ihn später als seinen "alten Freund" bezeichnete und eine amüsante Porträitzeichnung von ihm anfertigte. Im Kosciuszko-Aufstand rettete er die schlecht befestigte Festung Thorn und die dortige Kriegskasse mit 1,5 Millionen Talern, bekam zwar dafür den Pour le Merite, sein Oberst wurde jedoch sogar General, erhielt ebenfalls den Pour le Merite und dazu noch wertvolle Güter. Diese Ungleichbehandlung fachte Voß' satirische Neigung erneut an. Da er vergeblich auf seine militärische Beförderung wartete, quittierte er 1798 den Militärdienst und widmete sich, abgesehen von größeren Reisen, (Schweden, Frankreich, Italien) ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit. Durch den Konkurs seiner Bank insolvent geworden, verbrachte er, trotz seiner Pension die letzten 10 Lebensjahre äußerst kärglich und starb in Berlin an der Cholera. Sein bereits 1810 publizierter "Ini. Roman aus dem ein und zwanzigsten Jahrhundert" gilt als erster deutschsprachiger Science-Fiction Roman. Siehe Goedeke V, 538, 23. ferner den umfangreichen Artikel von Georg Ellinger in der ADB 40, 349ff, Kosch DLL 26, 420ff; Hans v. Müller: Hoffmann, Julius Voß und Holbein in Berlin; und E.T.A. Hoffmann Tagebücher; Briefe (Ed. F. Schnapp).

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