Von Haller
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Albinus, Bernhard Siegfried: =: Portrait, Schabkunstblatt (Plattengröße 31,6 x 19,5 cm). Car. de Moor pinx. I.I. Haid excudit A.V. (Augsburg). 1744, 38,7 x 24,4 cm.
Bernhard Siegfried Albinus (1697-1770), "berühmtester der Söhne BERNARD'S ALBINUS (1653-1721), geboren am 24. Februar 1607 zu Frankfurt an der 0der, kam schon als Knabe von 5 Jahren mit seinem Vater nach Lcyden. Im Jahre 1712 wurde er an der Hochschule Lcyden's als Student immatriculirt und frequentirte hauptsächlich die Vorlesungen von BIDLOO, RAU, FRIED, WECKERT und BOERHAAVE. Als er im Jahre 1718 seine Studien absolvirt hatte, ging er auf Verlangen seines Vaters nach Paris, um sich dort nur mit Anatomie und Chirurgie zu beschäftigen. Sein Aufenthalt in Paris dauerte aber nicht lange, weil er schon im Juni 1719 durch das Curatorium der Universität nach Leyden zurückberufen ward, um wegen der fortdauernden Krankheit seines Lehrers RAU als Lector anatomiae et chirurgiae aufzutreten, bei welcher Gelegenheit er zugleich honoris causa zum Doctor med. promovirt wurde. Schon im October 1719 hielt er eine Antrittsrede: "De anatome composita". Zwei Jahre später (1721) starb sein Vater und er ward, 24 Jahre alt, namentlich auf Empfehlung von BOERHAAVE an dessen Stelle zum Professor anatomiae et chirurgiae Ordinarius ernannt. Noch im selben Jahre hielt er seine Antrittsrede: "Oratio, qua in verum viam, quae ad fabricae corporis humani cognitionem ducit, inquiritur", eine Art von Programm, worin er seine Meinungen über die nothwendige Richtung des anatomischen Unterrichtes mittheilt, eine Richtung, die noch heut zu Tage als die einzig wahre gilt. Auf Verlangen des Curatoriuins verfasste er einen ausführlichen Katalog der anatomischen Präparate, welche der verstorbene RAU an die Universität vermacht hatte und that dies auf solch' eine Weise, dass diese Arbeit noch jetzt als Muster für derartige Schriften dienen kann. Im selben Jahre (1725) bewirkte er mit seinem Collegen BOERHAAVE eine neue Ausgabe der sämmtlichen anatomischen und chirurgischen Werke von ANDREAS VESALIUS, ZU denen er eine höchst interessante Vorrede schrieb. Da die Abbildungen von VESALIUS und auch die von EUSTACHIUS ihm jedoch für den Unterricht nicht zureichend vorkamen, gab er im Jahre 1726 zum Dienste seines anatomischen Unterrichtes ein " Libellus de ossibus corporis humani" aus, worauf er im Jahre 1734 zum selben Zwecke seine "Historia musculorum corporis humani" folgen liess; beide Schriften werden von HALLER und SANDIFQRT sehr gepriesen, weil sie Früchte sind von eigenen Untersuchungen und fortwährenden genauen Studien an Leichen, zwei Sachen, die Albinus seinen Schülern stets anempfahl als die einzigen guten Mittel zum gründlichen Anatomiestudium. Auch das Studium älterer Autoren förderte er sehr durch die Ausgabe der "Opera omnia" von FABRICIUS AB AQUAPENDENTE (1737) und durch eine vortreffliche Bearbeitung der Tabulae anatomicae von EUSTACHIUS (1744); mit dieser letzten Arbeit hat er der descriptiven Anatomie einen grossen Dienst geleistet, weil er bei dem Texte und auch bei den Abbildungen so viel Neues hinzufügte, dass der Werth des Werkes in nicht geringem Masse dadurch erhöht worden ist. Eigene genaue Untersuchung war stets seine Devise, und so gab diese Art von Handeln auch Anlass zur Ausgabe der merkwürdigen Abhandlung über den Sitz der Hautfarbe bei den Negern, wobei er viel Neues, bis jetzt Unbekanntes über das Corpus reticulare Malpighii an's Licht brachte, das noch heut zu Tage nicht besser und genauer untersucht worden ist. - Seine Abhandlung über die Entwicklung der Knochen beim Fötus ist in jeder Hinsicht ein Muster von accurater wissenschaftlicher Bearbeitung, die beigefügten Abbildungen sind ausserordentlich schön und alle nach durch ihn selbst zu diesem Zweck verfertigten Präparaten genommen. Alibert's Hauptarbeit sind aber seine "Tabulae sceleti et musculorum corporis humani" (1747), Welche im Jahre 1757 mit der "Tabulae vasis chyliferi cum veno, azyga, arteriis intercostalibus, aliisque vicinis partibus" vermehrt wurden. Alle diese Abbildungen sind durch den trefflichen Wandelaar gestochen und - welche Fortschritte die Iconographie auch heutzutage gemacht habe - noch nie übertroffen. Viele Jahre hat Alibert dieser Arbeit die Zeit, die ihm als Docent übrig blieb, gewidmet. In der "Hisioria operis", die er statt Vorrede an das Buch angefügt hat, beschreibt er, wie viel Schwierigkeiten er bei der Verfertigung zu überwinden gehabt hat, und es tritt sein klares Urtheil und sein technisches Talent auf's Deutlichste hervor. Wie bekannt, gab die Manier, in der die Abbildungen verfertigt sind, Anlass zu dem Streit mit PETRUS CAMPER, welcher dazu unter Anderem seine berühmte "Epistola ad anatomicorum principem magnum Albinum" (Groningen 1767, 4.) publicirte, worauf dieser sehr anständig antwortete in dem achten Buch seiner Annotationes academicae (Leyden 1754-1768, 4.). Aus diesen Annotationes erfahren wir auch, dass Albinus mit grossem Eifer Chirurgie gelehrt und praktisch ausgeübt hat. - Er war als Schüler von RAU natürlich ein grosser Lobredner der Lithotomie, welche Operation er seinen Studenten auch in jedem Jahre an Leichen demonstrirte. Nachdem er 25 Jahre das Amt des Professor anatomiae et chirurgiae ausgefüllt hatte, wünschte er, mit Bücksicht auf seine Gesundheit, von einem Theile seiner Wirksamkeit entlastet zu werden. Deshalb ward er im August 1745 zum Professor medicinae ernannt, um blos theoretischen Unterricht in der Physiologie zu geben, und es ward sein jüngerer Bruder Friedrich Bernhard zum Lector anatomiae et chirurgiae ernannt. Der eigenthümliche Standpunkt der Physiologie in der Mitte des vorigen Jahrhunderts ist die Ursache, dass er, obgleich wir auf seine grossen Verdienste für diese Wissenschaft hindeuten konnten, darin nicht ebenso glänzen konnte, wie auf dem Gebiete der Anatomie, für die er so viel geleistet hat, dass HALLER die Periode des Albinus die "Anatomes perfectio" genannt hat. Statt der chemiatrischen Anschauungen seiner Vorgänger und Zeitgenossen, suchte er das Fundament der Physiologie im feineren Baue der Körpertheile (mikroskopische Anatomie). Bei seinen Vorlesungen machte er vielfach Gebrauch von dafür speciell durch ihn verfertigten Präparaten, um das Gesprochene zu verdeutlichen. Albinus selbst hat schon die Behauptung von JACOBUS BUSCHERUS widerlegt, dass er diese Präparirmethode von FRIEDRICH RUYSCH gelernt haben solle. -
Sechs Jahre, nachdem Albinus sich allein der Physiologie gewidmet hatte, erschien HALLER'S Irritabilitätslehre. In den Streit um dieselbe hat Albinus sich nie persönlich gemischt, obwohl sein Verhältniss mit HALLER schon lange sehr gespannt war, seit dieser die Priorität von der Entdeckung der Membrana pupillaris nicht Albinus, sondern WACHENDORF vindicirte. - Und doch hat er einen sehr eigenthümliehen Standpunkt gegenüber HALLER'S Lehre eingenommen, weil er in seinen Vorlesungen niemals das Wort "Irritabilität" ausgesprochen hat, wie aus einem Briefe, welchen sein Schüler J. H. DE BRAUER an HALLER über diesen Punkt schrieb, erhellt. Die weniger bestimmten Formeln: "Princii'um movens, facultus movendi, principium corporis vivi", deren er sich gewöhnlich bediente, waren jedoch zu vage, um mit dem durch GLISSON und HALLER eingeführten Namen für synonym gehalten zu werden, weil er davon eine Definition gab, welche völlig übereinstimmt mit dem späteren Worte "Lebenskraft" (vis vitalis). - Jedenfalls erhellt aus den "Epistolae ad Hallerum" genügend, wie hoch die Zuhörer seine physiologischen Vorlesungen geschätzt haben. Im Jahre 1742 bot man Albinus die durch den Tod von FRIEDRICH HOFFMANN erledigte Stelle zu Halle an und im Jahre 1752 eine Professur in Göttingen, wobei ihm selbst die Bedingungen ganz überlassen wurden, aber beide vergebens. Er blieb bis zu seinem Tode am 9. September 1770 an Leydens Hochschule, deren grösste Zierde er gewesen ist, thätig. Für die beschreibende Anatomie war er ohne Zweifel der hervorragendste Forscher seiner Zeit und verdient mit vollem Rechte .den Namen des Reformators der Wissenschaft. Erst im hohen Alter, im Jahre 1765, ..verheiratete er sich zum ersten Male mit Clara Magdalena Wapeyron, -Wittwe Trip." Israels und Daniels/ Hirsch I, pp.91-93
HALLER, Albrecht von (1708-1777). Disputationes chirurgicae selectae. Lausanne, Marc-Michel Bousquet, 1755-56.
Erstausgabe. Das fünfbändige Werk beinhaltet insgesamt 163 Inaugural-Dissertationen und andere Hochschulschriften zur Chirurgie, die nach Hallers Plänen von seinen Göttinger Studenten verfasst wurden. "Haller's object of his collection of disputations was to illustrate a single disease, fatal cases where a post mortem had been made or where some trusty remedy had cured the patient" (Sir d'Arcy Power). Die in Göttingen, Basel, Paris, Jena, Leipzig etc. vorgelegten Doktorarbeiten aus der Zeit von 1666 bis 1752 sind von medizinhistorischem Wert, geben sie doch einen gültigen Eindruck von den Problemen und Fragestellungen, die die Chirurgie im ausgehenden Barock und der beginnenden Aufklärung beschäftigten. Die Themen wurden von den jeweiligen Professoren vorgegeben, nebst Haller von solchen Berühmtheiten wie Lorenz Heister, Bernard Friedrich Albinus, Alexander Camerarius, Johann Sigismund Elsholtz, Jacob Benignus Winslow und Friedrich Hoffmann. Während der erste Band chirurgische Eingriff am Ohr und am Auge behandelt, finden sich im zweiten Band verschiedene Traktate zur Behandlung des Auges, der Brust (Brustkrebs), dem Mund, Hals und zur Speiseröhre sowie die Erörterung des Luftröhrenschnitts (Tracheotomie). Band III handelt von der Geburtshilfe und den Herniae (Brüchen); der vierte referiert über Nierensteine, die Lithotomie (Steinschnitt) sowie die Gelenkkrankheiten. Der Schlussband schliesslich ist den Eingriffen im Unterleib und der Hüfte sowie der Angiologie (Lehre von den Blutgefässen) gewidmet. "The dissertations contain many curious details of contemporary methods, customs and practice, by their references to long forgotten authorities they afford evidence of the interchange of knowledge which took place amongst the European surgeons of the time" (Sir d'Arcy Power). Gest. Wappenexlibris (Wegmann 6406) des St. Galler Arztes und Haller-Schülers, David Christoph Schobinger (1726-1792), mit dessen hs. Namen auf Vorsatz. Steinke, Bibliographia Halleriana, 1080; Blake 195; Wellcome III, p.199; D'Arcy Power, Albert von Haller and the Disputationes Chirurgicae Selectae, in: Vme Congres international d'Histoire de la Medecine (1926), S. 9f. First edition. Beautiful and complete copy of this illustrated collected edition of 163 Inaugural thesis and other medical tracts on surgery, partly presided by Haller in Göttingen. Haller's object was to illustrate a single disease, fatal cases where a post mortem had been made or where some trusty remedy had cured the patient. The in all 163 dissertations, ranging from 1666 to 1752, are presided over by Haller and such famous physicians as Lorenz Heister, Bernard Friedrich Albinus, Alexander Camerarius, Johann Sigismund Elsholtz, Jacob Benignus Winslow, Johann Adam Kulmus, and Friedrich Hoffmann. The collection is valuable as showing the subjects which interested surgeons during this period. They would have been lost to posterity if Haller had not preserved those which he considered to be the best either, as he says, on account of the full and accurate descriptions of disease, of new instruments invented or of unusual precautions adopted. The first volume deals with the surgery of the Head and Eye and contains a.o. an excellent account of "Sinusitis" by Rudolf Henry Runge of Bremen. The second volume offers texts to the Eye, Mouth, Gullet, tracheotomy, wryneck, mammary cancer and the surgery of the Chest. Among the theses an essay upon "Struma of the oesophagus" by the Tübingen physician Philip Henry Beuttell. Volume III with Obstetrics and Hernia and an interesting essay on Hernia by C. F. Boutigni Desperaux, dated from Paris 6th February 1742. The following volume covers Stone, Lithotomy and the diseases of Joints; and the final fifth volume contains theses on Wounds of the Abdomen and of the Bloodvessels as well as upon Disease of the Hip. The dissertations contain many curious details of contemporary methods, customs and practice, by their references to long forgotten authorities they afford evidence of the interchange of knowledge which took place amongst the European surgeons of the time. The engravings might been executed at Lyons, as the portrait engraving on title (cf. A. Weese, Die Bildnisse A. von Hallers, p. 41f.). - Contemporary half calf, back on four raised bands, with two spine labels, edges in red.
5 Bde. 4to (255 x 200 mm). Mit Frontispiz, nach Charles Eisen in Kupfer gestochen von Pierre Francois Tardieu, alle Titel in Rot und Schwarz mit halbseitigem Portraitkupfer (wiederholt), nach D. Pelon gestochen von Louis Joubert und 51 (19 gef.) röm. nummerierten Kupfertafeln. [4] Bl. (inkl. Titelkupfer), 606 S.; Titel, 606 S.; Titel, 655 S.; [2] Bl., 594 S.; Titel, VIII, 672 S. Halbkalbslederbände d. Z. über 6 erhabenen Bünden, mit je 2 Rückenschildern, roter Schnitt.
[SW: Medizin / Medicine]
Haller, (Albrecht von): Gedichte des Herrn von Haller. Neueste Auflage. Mit den verschiedenen Lesarten aller vorigen Auflagen und einigen neuen Stücken vermehrt [von Albrecht von Haller]; Wien, Johann Thomas Edlen von Trattnern 1769.
**** Albrecht von Haller hat seine Sammlung von Naturgedichten, so die berühmten "Alpen", von Auflage zu Auflage überarbeitet. Provenienz: Aus der Bibliothek der Uttenreuther (Uttenruthia Erlangen). Florale Rückenprägung. Dreiseitenfarbschnitt. Vorsatzpapier aus Buntpapier. Verlegersignet. Im Druckbild 31 Holzschnittvignetten und 3 Bordüren. / Einband, Ecken und Kanten berieben und bestoßen. Unterer Bereich des Außengelenks etwas angeplatzt. Geklebtes Exlibris und Stempel mit Zirkel auf dem Titelblatt. Name auf dem Vorsatz in Tusche. Sonst guter Zustand. -
Haller, (Albrecht von): Gedichte des Herrn von Haller. Neueste Auflage. Mit den verschiedenen Lesarten aller vorigen Auflagen und einigen neuen Stücken vermehrt [von Albrecht von Haller]; Deutsche Literatur, German literature,
12 unpaginierte Blätter, 348 Seiten, 12° (16,5 x 10 cm), goldgeprägter Halbledereinband der Zeit.
von Haller, Albert: Denkschrift herausgegeben von der damit beauftragten Commission auf den 12. December 1877. Bern, B. F. Haller, 1877
Beinhaltet: Albrecht von Haller's Lebenslauf, von Emil Blösch - Albrecht von Hallers's Bedeutung als Dichter, von Ludwig Hirzel - Albrecht von Haller's Leistungen im Gebiet der medicinischen Wissenschaften, von Ad. Valentin - Albrecht von Haller's botanische Leistungen, von L. Fischer - Albrecht von Haller's Thätigkeit in mineralogisch-geognostischer Richtung - Verzeichnis der Werke Hallers's
8°. VIII, 120 S., mit montiertem Frontispiz nach einem Miniatur-Portrait Hallers u. schönen Titelvignetten und kalligraphischen Initialien zu Beginn jedes Kapitels , Halbleinen der Zeit mit marmoriertem Einband, Kapitale und Rücken berieben, zusätzliches Rückenschild, Ecken und Kanten etwas berieben, Besitzervermerk auf Vorblatt, Zellophanblatt nach Frontispiz stockfleckig, Eselsohr auf fliegendem Blatt, Seiten nur schwach gebräunt, Marginalien auf Ss. 74 u. 95
[SW: Helvetica Medizin]



