Traven Totenschiff
Es wurden insgesamt 716 Einträge zu 'Traven Totenschiff' gefunden (Stand: 15.05.2012).
Sehen Sie sich die aktuell angebotenen Bücher zu 'Traven Totenschiff' an.
Traven, B(runo): Das Totenschiff, Büchergilde Gutenberg Keine Angabe 1957 Frankfurt am Main
302S. 8°
Leinen Buch der 1000 Bücher Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Das Totenschiff OA 1926 Form Roman Epoche Moderne Das Totenschiff ist das erste Werk von B. Traven, das in Buchform erschien. Mit den Mitteln des Abenteuerromans schildert er die Odyssee eines Seemanns ohne Papiere, der schließlich keinen anderen Ausweg sieht, als auf einem Schiff anzuheuern, dessen Mannschaft aus "lebenden Toten" besteht. Ich-Erzähler ist der bereits aus Die Baumwollpflücker bekannte Amerikaner Gerard Gale, der später in Die Brücke im Dschungel (1929) und der Erzählung Nachtbesuch im Busch wiederkehrt. Entstehung: Schon bei Die Baumwollpflücker hatte Traven betont, in Mexiko als "Ölmann, als Farmarbeiter, Tomaten- u. Apfelsinenpflücker, Urwaldroder, Maultiertreiber, Jäger" gearbeitet zu haben. Die Form der Ich-Erzählung und seine Behauptung, nur aus dem eigenen Erleben heraus zu schreiben, legen nahe, das Werk als Schlüsselroman im Hinblick auf seine Identität als Ret Marut (Stichwort R S. 1085) zu lesen. Die Vehemenz, mit der Traven in Das Totenschiff, 1923/24 in London in englischer Sprache begonnen, Gales Bemühungen beschreibt, an Papiere zu kommen, legt die Vermutung nahe, dass Traven hier Erlebnisse seiner Flucht nach Mexiko verarbeitet hat: "So gab ich meinen guten Namen auf", konstatiert Gale, als er an Bord der "Yorikke" geht, "ich hatte keinen Namen mehr." Ebenso mag sich die von K. S. Guthke aufgestellte Hypothese, Traven selbst könne seine eigene Herkunft unbekannt gewesen sein, in der "lebensgeschichtlichen Verbindung zwischen Maruts Abschied von Europa und Travens Ankunft in Übersee" niedergeschlagen haben. Inhalt: Nach einer Liebesnacht verpasst der Matrose Gale in Antwerpen die Abfahrt seines Schiffes und steht nun ohne Geld und Papiere da. Ohne Identitätsbeweis will ihm der US-amerikanische Konsul in Paris keinen neuen Pass ausfertigen und stellt sogar Gales Geburt in Abrede. Er ist zum Opfer einer Bürokratie geworden, der Papiere wichtiger sind als der Mensch: "Jeder konnte mit mir machen, was er wollte." Gale wird abgeschoben und gerät nach einer Odyssee durch halb Europa schließlich nach Cadiz, wo er als "Kohlenschlepp" auf der schrottreifen "Yorikke" anheuert, die Schmugglerware transportiert. Zusammen mit seinem polnischen Kameraden Stanislaw Koslowski, ebenfalls ein Entwurzelter, wird er auf die "Empress of Madagascar" verschleppt, die als Versicherungsbetrug versenkt werden soll. Doch bevor es dazu kommt, läuft das "Totenschiff" auf ein Riff, nur Koslowski und Gale überleben. Schließlich zerstört ein Sturm das Wrack; Gale treibt allein im Meer. Wirkung: Das Totenschiff wurde der berühmteste Roman von Traven. Die Wochenschrift Die Weltbühne würdigte das Werk nach Erscheinen als "ein Seemannsbuch, das auf eine Art mit der verlogenen Seemannsromantik aufräumt, dass buchstäblich nicht eine Phrase übrig bleibt." Die fehlende Hoffnung jedoch, dass sich das Schicksal der Rechtlosen, Unterdrückten und Armen wenden ließe, die als Grundtendenz auch die anderen Romane von Traven prägt, fand bei der linken Kritik auch Missfallen. Georg Tressler verfilmte den Roman 1959 mit Horst Buchholz und Mario Adorf in den Hauptrollen. A. C. K. Kurzbeschreibung Dies ist die Geschichte des Seemans Gerard Gale, der in den Kneipen Antwerpens sein Schiff verpasst, mittel- und staatenlos durch Europa gejagt wird und schließlich in Barcelona auf dem Totenschiff Yorrikke anheuert - einem jener schwimmenden Särge, die mit Fracht und Mannschaft zum Untergang bestimmt sind, um dem Besitzer die Versicherungsprämie einzubringen. Fadengehefteter, geprägter Ganzleinenband. Die Schnitte fleckig, der Rücken leicht aufgehellt, Ex-Libris auf Innendeckel, auf Vor-und Nachsatzpapier jeweils Abdrücke (entfertnter Klebestreifen) in den Ecken, ansonsten (noch) guter Zustand.
[SW: Büchergilde Gutenberg (nach 1945) | Klassiker]
Traven, B(runo): Das Totenschiff, Büchergilde Gutenberg Erste Ausgabe der Gilde nach ihrer Neugründung im Jahr 1948 mit Sitz in Frankfurt am Main 1952 Frankfurt am Main
255S. Groß 8°
Leinen Buch der 1000 Bücher Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Das Totenschiff OA 1926 Form Roman Epoche Moderne Das Totenschiff ist das erste Werk von B. Traven, das in Buchform erschien. Mit den Mitteln des Abenteuerromans schildert er die Odyssee eines Seemanns ohne Papiere, der schließlich keinen anderen Ausweg sieht, als auf einem Schiff anzuheuern, dessen Mannschaft aus "lebenden Toten" besteht. Ich-Erzähler ist der bereits aus Die Baumwollpflücker bekannte Amerikaner Gerard Gale, der später in Die Brücke im Dschungel (1929) und der Erzählung Nachtbesuch im Busch wiederkehrt. Entstehung: Schon bei Die Baumwollpflücker hatte Traven betont, in Mexiko als "Ölmann, als Farmarbeiter, Tomaten- u. Apfelsinenpflücker, Urwaldroder, Maultiertreiber, Jäger" gearbeitet zu haben. Die Form der Ich-Erzählung und seine Behauptung, nur aus dem eigenen Erleben heraus zu schreiben, legen nahe, das Werk als Schlüsselroman im Hinblick auf seine Identität als Ret Marut (Stichwort R S. 1085) zu lesen. Die Vehemenz, mit der Traven in Das Totenschiff, 1923/24 in London in englischer Sprache begonnen, Gales Bemühungen beschreibt, an Papiere zu kommen, legt die Vermutung nahe, dass Traven hier Erlebnisse seiner Flucht nach Mexiko verarbeitet hat: "So gab ich meinen guten Namen auf", konstatiert Gale, als er an Bord der "Yorikke" geht, "ich hatte keinen Namen mehr." Ebenso mag sich die von K. S. Guthke aufgestellte Hypothese, Traven selbst könne seine eigene Herkunft unbekannt gewesen sein, in der "lebensgeschichtlichen Verbindung zwischen Maruts Abschied von Europa und Travens Ankunft in Übersee" niedergeschlagen haben. Inhalt: Nach einer Liebesnacht verpasst der Matrose Gale in Antwerpen die Abfahrt seines Schiffes und steht nun ohne Geld und Papiere da. Ohne Identitätsbeweis will ihm der US-amerikanische Konsul in Paris keinen neuen Pass ausfertigen und stellt sogar Gales Geburt in Abrede. Er ist zum Opfer einer Bürokratie geworden, der Papiere wichtiger sind als der Mensch: "Jeder konnte mit mir machen, was er wollte." Gale wird abgeschoben und gerät nach einer Odyssee durch halb Europa schließlich nach Cadiz, wo er als "Kohlenschlepp" auf der schrottreifen "Yorikke" anheuert, die Schmugglerware transportiert. Zusammen mit seinem polnischen Kameraden Stanislaw Koslowski, ebenfalls ein Entwurzelter, wird er auf die "Empress of Madagascar" verschleppt, die als Versicherungsbetrug versenkt werden soll. Doch bevor es dazu kommt, läuft das "Totenschiff" auf ein Riff, nur Koslowski und Gale überleben. Schließlich zerstört ein Sturm das Wrack; Gale treibt allein im Meer. Wirkung: Das Totenschiff wurde der berühmteste Roman von Traven. Die Wochenschrift Die Weltbühne würdigte das Werk nach Erscheinen als "ein Seemannsbuch, das auf eine Art mit der verlogenen Seemannsromantik aufräumt, dass buchstäblich nicht eine Phrase übrig bleibt." Die fehlende Hoffnung jedoch, dass sich das Schicksal der Rechtlosen, Unterdrückten und Armen wenden ließe, die als Grundtendenz auch die anderen Romane von Traven prägt, fand bei der linken Kritik auch Missfallen. Georg Tressler verfilmte den Roman 1959 mit Horst Buchholz und Mario Adorf in den Hauptrollen. A. C. K. Kurzbeschreibung Dies ist die Geschichte des Seemans Gerard Gale, der in den Kneipen Antwerpens sein Schiff verpasst, mittel- und staatenlos durch Europa gejagt wird und schließlich in Barcelona auf dem Totenschiff Yorrikke anheuert - einem jener schwimmenden Särge, die mit Fracht und Mannschaft zum Untergang bestimmt sind, um dem Besitzer die Versicherungsprämie einzubringen. Fadengehefteter, geprägter Ganzleinenband mit braunem Farbkopfschnitt. Papier allg. nachgedunkelt, Ex-Libris auf Innendeckel, sonst gute Erhaltung.
[SW: Büchergilde Gutenberg (nach 1945) | Klassiker]
Traven, B(runo) (d.i. Ret Marut) (d.i. Otto Feige ...): Das Totenschiff. Die Geschichte eines amerikanischen Seemanns. Roman. Deutsche Erstausgabe. Büchergilde Gutenberg Erste Aufl. 1926 Berlin
256S. Groß 8°
Leinen Auf der Kreisvertretertagung des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker vom 28. bis 30. August 1924 im Volkshaus zu Leipzig wurde von den anwesenden Vertretern unter dem Vorsitz Bruno Dresslers am 29.08. einstimmig die Gründung der Büchergilde Gutenberg beschlossen. Dies war die Geburtsstunde der mit Abstand ambitioniertesten und progressivsten Buchgemeinschaft auf deutschem Boden. "Bücher voll guten Geistes" in handwerklich einwandfreier Qualität sollten es sein (und waren es), die zunächst von Leipzig und ab 1926 von Berlin aus ihren Weg in die Wohnstuben der Werktätigen, der sogenannten "Kleinen Leute" fand. Vom Tag ihrer Gründung bis zur vorläufigen Zerschlagung durch die Nazis durchlief die Büchergilde eine fulminante Entwicklung. So konnte sie ihre Mitgliederzahlen von Anfangs 1200 Gründungsmitgliedern auf 85.000 im Jahr 1933, dem Jahr der Zwangseingliederung in die DAF steigern und war damit die mit Abstand größte proletarische Buchgemeinschaft der Weimarer Republik. Zum Vergleich: der sozialdemokratische Bücherkreis brachte es auf eine maximale Mitgliederzahl von 45.000. Zwei, die synergistisch den Erfolg des anderen bedingten: B.Traven und die Büchergilde Gutenberg. Es war hauptsächlich Ernst Preczang, dem ersten Cheflektor der Gilde zu verdanken, der in unermüdlicher Arbeit den Kontakt herstellte und die Verhandlungen mit Traven führte, dies gegen Widerstände in der Geschäftsführung der Gilde, dass Traven für die Buchgemeinschaft als Autor gewonnen werden konnte. Fadengehefteter, goldgeprägter und mit goldener Deckelvignette versehener Ganzleinenband mit Farbkopfschnitt. Der Einband berieben, Rücken aufgehellt, goldene Rückenbeschriftung teils abgeblättert, Papier und Schnitte altersgemäß nachgedunkelt, Exlibris auf Innendeckel, handschriftlicher Namenszug aus dem Jahr 1927 auf Titelblatt, auf fliegendem Vorsatz montiert: Zeitungsausschnitt der Zeit: Begegnung mit B. Traven und die Hildburghausener Prozesse: Frick und Hitler als Zeugen vor dem Weimarer Untersuchungsausschuss. Deckelpapier leicht gewellt, insgesamt noch gute Erhaltung. Sie haben sich gegenseitig entdeckt und verdanken einander ihren Durchbruch: Büchergilde und B. Traven. Die Recherchen von Detektiven und Journalisten: Wer ist B. Traven?, die jahrzehntelang immer wieder das sensationsgierige Publikum in Atem hielten, sind nach Erscheinen der Biographie, die der Harvard-Professor Karl S. Guthke 1987 für die Büchergilde schrieb, weitgehend zu einem Ende gekommen. Längst gilt als gesichert, daß B. Traven identisch war mit dem Revolutionär Ret Marut, der 1919 nach dem Scheitern der Münchener Räteregierung untertauchen mußte. Als anarchistischer Rebell hatte er durchaus auch skeptische Bedenken gegen die gewerkschaftliche Gebundenheit der Gutenberg-Buchgemeinschaft. Tatsächlich hat er Streichungen "allzu radikaler" Passagen in seinen Texten hinnehmen müssen, und 1939 kam es zum Bruch, als die Schweizer Exil-Gilde seinen Revolutionsroman Ein General kommt aus dem Dschungel ablehnte. Dieses Buch war der Abschluß eines meisterhaften Romanzyklus über die Holzfällercamps im mexikanischen Süden. Seit neuerdings Opposition und Aufstand der "Zapatisten " die Aufmerksamkeit der Welt erneut auf Chiapas lenken, ist die Aktualität B. Travens nicht nur in Mexiko, wo er mittlerweile als ein Nationalschriftsteller gilt, wieder in aller Munde. Dort, über den Wäldern von Chiapas, wurde auch, seinem Testament folgend, vom Flugzeug aus seine Asche verstreut. Nach dem Krieg hat die Büchergilde das Gesamtwerk des großen Erzählers (den auch Nicht-Leser durch die Verfilmung seines Schatz der Sierra Madre mit Humphrey Bogart kennen) wieder engagiert betreut und die umfangreichste Edition überhaupt vorgelegt. Zum 75jährigen Jubiläum bietet sie ihren Mitgliedern Das Totenschiff in einer neuen, von Jürgen Wölbing illustrierten Ausgabe. B. Traven wurde um 1882 in den USA geboren und starb 1969 in Mexiko. Zitiert aus: "Bücher, Bilder und Ideen 75 Jahre BÜCHERGILDE" Fest- und Begleitschrift zum Jubiläum und der gleichnamigen Ausstellung. Buch der 1000 Bücher Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Das Totenschiff OA 1926 Form Roman Epoche Moderne Das Totenschiff ist das erste Werk von B. Traven, das in Buchform erschien. Mit den Mitteln des Abenteuerromans schildert er die Odyssee eines Seemanns ohne Papiere, der schließlich keinen anderen Ausweg sieht, als auf einem Schiff anzuheuern, dessen Mannschaft aus "lebenden Toten" besteht. Ich-Erzähler ist der bereits aus Die Baumwollpflücker bekannte Amerikaner Gerard Gale, der später in Die Brücke im Dschungel (1929) und der Erzählung Nachtbesuch im Busch wiederkehrt. Entstehung: Schon bei Die Baumwollpflücker hatte Traven betont, in Mexiko als "Ölmann, als Farmarbeiter, Tomaten- u. Apfelsinenpflücker, Urwaldroder, Maultiertreiber, Jäger" gearbeitet zu haben. Die Form der Ich-Erzählung und seine Behauptung, nur aus dem eigenen Erleben heraus zu schreiben, legen nahe, das Werk als Schlüsselroman im Hinblick auf seine Identität als Ret Marut (Stichwort R S. 1085) zu lesen. Die Vehemenz, mit der Traven in Das Totenschiff, 1923/24 in London in englischer Sprache begonnen, Gales Bemühungen beschreibt, an Papiere zu kommen, legt die Vermutung nahe, dass Traven hier Erlebnisse seiner Flucht nach Mexiko verarbeitet hat: "So gab ich meinen guten Namen auf", konstatiert Gale, als er an Bord der "Yorikke" geht, "ich hatte keinen Namen mehr." Ebenso mag sich die von K. S. Guthke aufgestellte Hypothese, Traven selbst könne seine eigene Herkunft unbekannt gewesen sein, in der "lebensgeschichtlichen Verbindung zwischen Maruts Abschied von Europa und Travens Ankunft in Übersee" niedergeschlagen haben. Inhalt: Nach einer Liebesnacht verpasst der Matrose Gale in Antwerpen die Abfahrt seines Schiffes und steht nun ohne Geld und Papiere da. Ohne Identitätsbeweis will ihm der US-amerikanische Konsul in Paris keinen neuen Pass ausfertigen und stellt sogar Gales Geburt in Abrede. Er ist zum Opfer einer Bürokratie geworden, der Papiere wichtiger sind als der Mensch: "Jeder konnte mit mir machen, was er wollte." Gale wird abgeschoben und gerät nach einer Odyssee durch halb Europa schließlich nach Cadiz, wo er als "Kohlenschlepp" auf der schrottreifen "Yorikke" anheuert, die Schmugglerware transportiert. Zusammen mit seinem polnischen Kameraden Stanislaw Koslowski, ebenfalls ein Entwurzelter, wird er auf die "Empress of Madagascar" verschleppt, die als Versicherungsbetrug versenkt werden soll. Doch bevor es dazu kommt, läuft das "Totenschiff" auf ein Riff, nur Koslowski und Gale überleben. Schließlich zerstört ein Sturm das Wrack; Gale treibt allein im Meer. Wirkung: Das Totenschiff wurde der berühmteste Roman von Traven. Die Wochenschrift Die Weltbühne würdigte das Werk nach Erscheinen als "ein Seemannsbuch, das auf eine Art mit der verlogenen Seemannsromantik aufräumt, dass buchstäblich nicht eine Phrase übrig bleibt." Die fehlende Hoffnung jedoch, dass sich das Schicksal der Rechtlosen, Unterdrückten und Armen wenden ließe, die als Grundtendenz auch die anderen Romane von Traven prägt, fand bei der linken Kritik auch Missfallen. Georg Tressler verfilmte den Roman 1959 mit Horst Buchholz und Mario Adorf in den Hauptrollen. A. C. K.
[SW: Büchergilde Gutenberg 1924 -1933 | Deutsche Literatur | Roman | Erstausgaben]
Traven, B(runo) (d.i. Ret Marut): Das Totenschiff. Die Geschichte eines amerikanischen Seemanns. Roman. Büchergilde Gutenberg Zürich Keine Angabe Keine Angabe (um 1937) Zürich
325S. Groß 8°
Leinen Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzleinenband. Der Einband leicht berieben, Rücken aufgehellt, die Schnitte dezent stockfleckig, ansonsten rundum guter Zustand. Der Roman Travens, hier in der seltenen Ausgabe der Züricher Büchergilde in der hervorragenden Typographie Emil Zbindens. Buch der 1000 Bücher Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Das Totenschiff OA 1926 Form Roman Epoche Moderne Das Totenschiff ist das erste Werk von B. Traven, das in Buchform erschien. Mit den Mitteln des Abenteuerromans schildert er die Odyssee eines Seemanns ohne Papiere, der schließlich keinen anderen Ausweg sieht, als auf einem Schiff anzuheuern, dessen Mannschaft aus "lebenden Toten" besteht. Ich-Erzähler ist der bereits aus Die Baumwollpflücker bekannte Amerikaner Gerard Gale, der später in Die Brücke im Dschungel (1929) und der Erzählung Nachtbesuch im Busch wiederkehrt. Entstehung: Schon bei Die Baumwollpflücker hatte Traven betont, in Mexiko als "Ölmann, als Farmarbeiter, Tomaten- u. Apfelsinenpflücker, Urwaldroder, Maultiertreiber, Jäger" gearbeitet zu haben. Die Form der Ich-Erzählung und seine Behauptung, nur aus dem eigenen Erleben heraus zu schreiben, legen nahe, das Werk als Schlüsselroman im Hinblick auf seine Identität als Ret Marut (Stichwort R S. 1085) zu lesen. Die Vehemenz, mit der Traven in Das Totenschiff, 1923/24 in London in englischer Sprache begonnen, Gales Bemühungen beschreibt, an Papiere zu kommen, legt die Vermutung nahe, dass Traven hier Erlebnisse seiner Flucht nach Mexiko verarbeitet hat: "So gab ich meinen guten Namen auf", konstatiert Gale, als er an Bord der "Yorikke" geht, "ich hatte keinen Namen mehr." Ebenso mag sich die von K. S. Guthke aufgestellte Hypothese, Traven selbst könne seine eigene Herkunft unbekannt gewesen sein, in der "lebensgeschichtlichen Verbindung zwischen Maruts Abschied von Europa und Travens Ankunft in Übersee" niedergeschlagen haben. Inhalt: Nach einer Liebesnacht verpasst der Matrose Gale in Antwerpen die Abfahrt seines Schiffes und steht nun ohne Geld und Papiere da. Ohne Identitätsbeweis will ihm der US-amerikanische Konsul in Paris keinen neuen Pass ausfertigen und stellt sogar Gales Geburt in Abrede. Er ist zum Opfer einer Bürokratie geworden, der Papiere wichtiger sind als der Mensch: "Jeder konnte mit mir machen, was er wollte." Gale wird abgeschoben und gerät nach einer Odyssee durch halb Europa schließlich nach Cadiz, wo er als "Kohlenschlepp" auf der schrottreifen "Yorikke" anheuert, die Schmugglerware transportiert. Zusammen mit seinem polnischen Kameraden Stanislaw Koslowski, ebenfalls ein Entwurzelter, wird er auf die "Empress of Madagascar" verschleppt, die als Versicherungsbetrug versenkt werden soll. Doch bevor es dazu kommt, läuft das "Totenschiff" auf ein Riff, nur Koslowski und Gale überleben. Schließlich zerstört ein Sturm das Wrack; Gale treibt allein im Meer. Wirkung: Das Totenschiff wurde der berühmteste Roman von Traven. Die Wochenschrift Die Weltbühne würdigte das Werk nach Erscheinen als "ein Seemannsbuch, das auf eine Art mit der verlogenen Seemannsromantik aufräumt, dass buchstäblich nicht eine Phrase übrig bleibt." Die fehlende Hoffnung jedoch, dass sich das Schicksal der Rechtlosen, Unterdrückten und Armen wenden ließe, die als Grundtendenz auch die anderen Romane von Traven prägt, fand bei der linken Kritik auch Missfallen. Georg Tressler verfilmte den Roman 1959 mit Horst Buchholz und Mario Adorf in den Hauptrollen. A. C. K.
[SW: Büchergilde Gutenberg Zürich | Amerikanische Literatur | Roman | B.Traven | Emil Zbinden]



