Traum Im Februar

Es wurden insgesamt 221 Einträge zu 'Traum Im Februar' gefunden (Stand: 20.01.2012).

Sehen Sie sich die aktuell angebotenen Bücher zu 'Traum Im Februar' an.

Dostojewski, Fjodor Michailowitsch: Der ewige Gatte. Roman. Ins Deutsche übertragen von Ilse Krämer. Emil Vollmer Verlag Keine Angabe Ohne Jahresangabe Wiesbaden
188S. 8°

Leinen Fadengehefteter Ganzleinenband. Der Einband dezent fleckig, Schnitte nachgedunkelt, ansonsten guter Zustand. Fjodor Dostojewski war das zweite Kind von Michail Andrejewitsch Dostojewski und Maria Fjodorowna Netschajewa. Er hatte zwei Brüder und drei Schwestern (eine vierte Schwester starb kurz nach der Geburt). Die Familie entstammte verarmtem Adel; der Vater war Arzt. Nach dem Tod seiner Mutter, 1837, ließ sich Dostojewski mit seinem Bruder Michail in St. Petersburg nieder, wo er von 1838 bis 1843 an der Militärisch ingenieurtechnischen Universität Bauingenieurwesen studierte. 1839 soll sein Vater auf dem heimischen Landgut durch Leibeigene ermordet worden sein. Dostojewski war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe mit der Witwe Maria Dmitrijewna Isajewa endete 1864 nach siebenjähriger Dauer mit dem Tod Marias und war kinderlos, jedoch hatte Maria aus erster Ehe einen Sohn (Pavel). Seine zweite Frau war Anna Grigorjewna Snitkina. Aus der am 15. Februar 1867 geschlossenen Ehe, die bis zu Dostojewskis Tod andauerte, gingen vier Kinder hervor, von denen jedoch nur zwei das Erwachsenenalter erreichten. Dostojewski begann 1844 mit den Arbeiten zu seinem 1846 veröffentlichten Erstlingswerk Arme Leute . Mit dessen Erscheinen wurde er schlagartig berühmt; die zeitgenössische Kritik feierte ihn als Genie. 1847 trat er dem revolutionären Zirkel der Petraschewzen bei. Als er in deren Reihen 1849 einen später als kriminelles Schreiben apostrophierten Text des Literaturkritikers Wissarion Belinski an Nikolai Gogol vortrug, denunzierte man ihn, und er wurde zum Tode verurteilt. Der Schriftsteller sollte am 22. Dezember 1849jul./ 3. Januar 1850greg. durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden. Erst auf dem Richtplatz begnadigte Zar Nikolaus I. ihn zu vier Jahren Verbannung und Zwangsarbeit in Sibirien, mit anschließender Militärdienstpflicht. In der Haft in Omsk wurde bei Dostojewski zum ersten Mal Epilepsie diagnostiziert. 1854 trat er seine Militärpflicht im Rahmen seiner Verbannung 1854-1859[3] in Semei (Semipalatinsk) an; Protektion und Wohlverhalten verschafften ihm 1856 die Beförderung in den Offiziersrang. Nach seiner Heirat 1857 und schweren epileptischen Anfällen beantragte er seine Entlassung aus der Armee, die jedoch erst 1859 bewilligt wurde, so dass Dostojewski nach St. Petersburg zurückkehren konnte. 1859, noch zur Zeit seiner sibirischen Verbannung, entstand sein Roman Onkelchens Traum unmittelbar vor den Aufzeichnungen aus einem Totenhaus (1860). Onkelchens Traum wurde im Märzheft des "Russischen Wortes" veröffentlicht. In diesem veröffentlichte er etwas später auch die Aufzeichnungen aus einem Totenhaus ein Dokument seiner Verbannungszeit in Sibirien, an dem er seit 1856 gearbeitet hatte, der Stadt Semipalatinsk, dem Ort der Verbannung gewidmet. Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er die Zeitschrift Zeit (Wremja, russisch: , in der im darauf folgenden Jahr sein Roman Erniedrigte und Beleidigte erschien. Bereits 1863 jedoch fiel die Zeit wegen eines vermeintlich antipatriotischen Beitrags der Zensur zum Opfer und wurde verboten. 1862, 1863 und 1865 reiste Dostojewski durch Europa; unter anderem führte ihn sein Weg durch Dresden. 1863 spielte er zum ersten Mal Roulette. 1864 starben in kurzer Folge Dostojewskis Frau, sein Bruder und sein Freund Apollon Grigorjew; die Nachfolgezeitschrift der Zeit, die Epoche, musste er aus Geldmangel einstellen. 1865 verspielte er beim Roulette in der Spielbank in Wiesbaden seine Reisekasse. Im Mittelpunkt seines 1866 erschienenen Romans Der Spieler steht ein Roulettespieler. Im selben Jahr erschien der erste der großen Romane, durch die Dostojewskis Werk Teil der Weltliteratur wurde: Schuld und Sühne (oder auch in der Neuübersetzung: Verbrechen und Strafe - Die Geschichte des heruntergekommenen und armen Studenten Rodion Romanowitsch Raskolnikow, der aus Hochmut zum Mörder wird und sich in der Folge zu einem Menschen entwickelt, der die Welt entdeckt als das, was sie ist, überzeugt durch psychologisch realistische Figuren und präzises, anschauliches Erzählen. Zugleich ist der Roman auch Abbild von Dostojewskis eigener Wandlung vom Revolutionär zum Christen. Der in nur 26 Tagen verfasste Kurzroman Der Spieler ist eine Beschreibung der Spielsucht. Kurz nach seiner zweiten Eheschließung, 1867, floh er wegen seiner hohen Schulden nach dem Zusammenbruch der mit seinem Bruder gegründeten Zeitschrift ins Ausland, um sich dem Zugriff seiner Gläubiger zu entziehen. Er wohnte längere Zeit in Dresden. In der dortigen Russisch-Orthodoxen Kirche ließ er seine Tochter Ljubow taufen. Ab 1867 lebte er vier Jahre in Genf und Vevey. Während dieses Auslandsaufenthaltes mit seiner zwanzig Jahre jüngeren Frau spielte er in den Spielbanken von Bad Homburg vor der Höhe und Baden-Baden. Erst 1871 kehrte er wieder nach Russland zurück. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, Dostojewski habe große Beträge am Roulettetisch verloren, war er ein Spieler der kleinen Münze, der oft tagelang mit dem Geld eines gerade verpfändeten Kleides seiner Frau spielte. 1868 erschien sein zweites Großwerk, Der Idiot die Geschichte des Fürsten Myschkin, der (wie Dostojewski selbst) unter Epilepsie leidet und aufgrund seiner Güte, Ehrlichkeit und Tugendhaftigkeit in der St. Petersburger Gesellschaft scheitert. Noch während seiner von ihm als zweite Verbannung empfundenen Zeit im Ausland begann er die Arbeit an Die Dämonen einem politischen Roman über die vernichtende Macht des russischen Nihilismus. Zu seinem Ende hin verlief das Leben Dostojewskis in ruhigeren Bahnen. Er verfasste seine beiden letzten großen Werke, den Roman Der Jüngling - in der Neuübersetzung Ein grüner Junge - und schließlich den Roman Die Brüder Karamasow den er in den 1860er Jahren, also in der Zeit der Entstehung von Schuld und Sühne, begonnen hatte und der die Entwicklung der Gesellschaft bis in die 1880-er Jahre behandeln sollte. Obwohl Dostojewski diesen Roman nicht beendet hat, wird er oft als die Quintessenz seines Werkes betrachtet. Fjodor Michailowitsch Dostojewski starb am 28. Januarjul./ 9. Februar 1881greg. in Sankt Petersburg an einem Lungenemphysem; an seinem Begräbnis nahmen 60.000 Menschen teil. Sein Grab befindet sich auf dem Tichwiner Friedhof des Alexander-Newski-Klosters.

[SW: Russische Literatur | Roman]

Details

Draeseke, Felix: Das Leben ein Traum Vorspiel op. 45 Symphonic Prelude to Calderon's "Life a Dream" op.45"

S. 68, Felix Draeseke (geb. Coburg, 7. Oktober 1835 - gest. Dresden, 26. Februar 1913) Symphonisches Vorspiel op. 45 zu Calderon's "Das Leben ein Traum" (1888) Vorwort Ursprünglich ein revolutionär gesinnter Lisztianer, hatte Felix Draeseke in den Jahren seines Exils in der französischen Schweiz (1862-76) die Abkehr von den Äußerlichkeiten der neudeutschen Schule vollzogen, was ihn für sein weiteres Leben zu einem hoch geachteten und wenig gespielten Außenseiter werden ließ. 1888, nach der erfolgreichen Uraufführung seiner Dritten Symphonie, der "Symphonia tragica", widmete er sich zum ersten Mal seit seiner Sturm-und-Drang-Zeit wieder der Gattung der symphonischen Dichtung, in diesem Fall in Form eines Zwillingspaars 'Symphonischer Vorspiele' zu Calderons "Das Leben ein Traum" und zu Kleists "Penthesilea", die beide im Frühjahr entworfen und im Sommer in Kötzschenbroda bei Dresden instrumentiert wurden.. "Das Leben ein Traum" hat er am 23. Juli und die "Penthesilea" am 15. August 1888 dort vollendet. Die Ursprünge des Major Harry von Burt gewidmeten Vorspiels zu "Das Leben ist Traum" (1636) von Pedro Calderon de la Barca (1600-81) reichen laut Roeder "in die Münchner Zeit zurück. Damals beschäftigte sich Draeseke zur Vorbereitung seiner großen Reise (1869) mit der spanischen Sprache und ihren Dichtern. Das an eine Kopfthema-Verkürzung im Schlußsatz der Klaviersonate erinnernde Hauptthema verrät die Herkunft aus jener Zeit." (Erich Roeder: 'Felix Draeseke. Der Lebens- und Leidensweg eines deutschen Meisters', Band II, Berlin 1937) Das Symphonische Vorspiel zu "Das Leben ein Traum" wurde am 25. Januar 1889 in Dresden unter der Leitung von Adolf Hagen uraufgeführt. Die beiden Symphonischen Vorspiele erwarb sogleich für je 250 Mark der Leipziger Verlag Kistner, wo sie bald darauf im Druck erschienen. Aufführungsmaterial ist vom Originalverlag Kistner & Siegel, Leipzig, erhältlich. Nachdruck eines Exemplars der Musikbibliothek der Münchner Stadtbibliothek. top of page Felix Draeseke (geb. Coburg, 7. Oktober 1835 - gest. Dresden, 26. Februar 1913) Symphonisches Vorspiel op. 45 zu Calderon's "Das Leben ein Traum" (1888) Preface Felix Draeseke was originally a revolutionarily-minded Lisztian, but had turned his back on the formalities of the Neudeutsche Schule' during his exile in the French part of Switzerland (1862-76). He gradually became a highly respected but rarely played composer, remaining a somewhat peripheral figure for the rest of his life. In 1888, after the successful premiere of his third symphony, the "Symphonia tragica", he addressed for the first time since his Sturm and Drang' period the genre of the symphonic poem once more. The result was the pair of Symphonische Vorspiele' (symphonic preludes) based on Calderon's "Das Leben ein Traum" and to Kleist's "Penthesilea", both planned in the spring and completed that summer in Kötzschenbroda near Dresden. "Das Leben ein Traum" was finished on 23rd July 1888, "Penthesilea" on 15th August that year. According to Erich Roeder (in Felix Draeseke. Der Lebens- und Leidensweg eines deutschen Meisters', Vol. II, Berlin 1937), the origins of the Prelude to "Das Leben ist Traum" (1636) by Pedro Calderon de la Barca, dedicated to Major Harry von Burt, can be traced back to his time in Munich. In those days, Draeseke was "busily preparing his great journey (1869) [to Spain etc.] and was studying the Spanish language and its poets. The main theme, reminiscent of a shortened version of the piano sonata's main theme, reveals its origin from that time." The Symphonic Prelude to "Das Leben ein Traum" was premiered on 25th January 1889 in Dresden under Adolf von Hagen. Both symphonic preludes were bought immediately by the Leipzig publisher Kistner and appeared in print shortly afterwards. For performance materials please contact the original publisher Kistner & Siegel, Leipzig. Reprint of a copy from the Musikbibliothek archives of the Münchner Stadtbibliothek.

Details

Dostojewskij, Fiodor Michailowitsch: Die Erniedrigten und Beleidigten. Roman. Aus dem Russischen übertragen von Hermann Asemissen. (="Die große Bibliothek der Weltliteratur") Bertelsmann u.a. Lizenzausgabe Ohne Jahresangabe Gütersloh u.a.
607S. 8°

Kunstleder Blauer Kunstledereinband. Schnitte nachgedunkelt und gering fleckig, einige Seiten mit dezentem Knick, ansonsten guter Zustand. Erniedrigte und Beleidigte war der erste Roman, den der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski nach seiner achtjährigen Verbannung nach Sibirien 1861 in der St. Petersburger Monatsschrift "Wremja" veröffentlichte. Der Roman handelt von den vergeblichen Liebesbeziehungen in einer gesellschaftlichen Hierarchie, die von differenzierten sozialen Interessen bestimmt ist. Die Großstadtmisere von Sankt Petersburg ist Schauplatz der Handlung. Der Roman schildert die fiktive Geschichte des Schriftstellers Iwan Petrowitsch, der mit seinem Debüt großen Erfolg hatte, nun aber, vom Leben enttäuscht, erniedrigt und beleidigt, im Krankenhaus die Liebeserfahrungen seines letzten Lebensjahres erzählt, gelegentlich banal und ganz und gar sentimental, dennoch stilistisch exzellent. Iwan Petrowitsch, genannt Wanja, der Erzähler, liebt selbstlos seine Jugendgefährtin Natalja, die ein intimes Verhältnis mit Aljoscha, dem Sohn des Fürsten Pjotr Alexandrowitsch Walkowski hat. Dieser, ein skrupelloser Aristokrat, trachtet danach, Katerina Fjodorowna (genannt Katja) als Schwiegertochter zu haben, um sich an der Mitgift zu bereichern. Wanja sorgt sich um das arme Waisenkind Nelly, das bei der Familie des Gutsverwalters Ichmenew wohnt und deren leiblicher Vater der gutsherrliche Fürst Walkowski ist - was dieser zu verheimlichen sucht. Nelly stirbt todkrank an "Nervenfieber". Natalja verlässt Aljoscha, der nach dem Willen des Vaters die reiche Katja zur Gattin wählt, und schließlich nehmen Wanja und Natascha für immer Abschied voneinander. Fjodor Dostojewski war das zweite Kind von Michail Andrejewitsch Dostojewski und Maria Fjodorowna Netschajewa. Er hatte zwei Brüder und drei Schwestern (eine vierte Schwester starb kurz nach der Geburt). Die Familie entstammte verarmtem Adel; der Vater war Arzt. Nach dem Tod seiner Mutter, 1837, ließ sich Dostojewski mit seinem Bruder Michail in St. Petersburg nieder, wo er von 1838 bis 1843 an der Militärisch ingenieurtechnischen Universität Bauingenieurwesen studierte. 1839 soll sein Vater auf dem heimischen Landgut durch Leibeigene ermordet worden sein. Dostojewski war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe mit der Witwe Maria Dmitrijewna Isajewa endete 1864 nach siebenjähriger Dauer mit dem Tod Marias und war kinderlos, jedoch hatte Maria aus erster Ehe einen Sohn (Pavel). Seine zweite Frau war Anna Grigorjewna Snitkina. Aus der am 15. Februar 1867 geschlossenen Ehe, die bis zu Dostojewskis Tod andauerte, gingen vier Kinder hervor, von denen jedoch nur zwei das Erwachsenenalter erreichten. Dostojewski begann 1844 mit den Arbeiten zu seinem 1846 veröffentlichten Erstlingswerk Arme Leute . Mit dessen Erscheinen wurde er schlagartig berühmt; die zeitgenössische Kritik feierte ihn als Genie. 1847 trat er dem revolutionären Zirkel der Petraschewzen bei. Als er in deren Reihen 1849 einen später als kriminelles Schreiben apostrophierten Text des Literaturkritikers Wissarion Belinski an Nikolai Gogol vortrug, denunzierte man ihn, und er wurde zum Tode verurteilt. Der Schriftsteller sollte am 22. Dezember 1849jul./ 3. Januar 1850greg. durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden. Erst auf dem Richtplatz begnadigte Zar Nikolaus I. ihn zu vier Jahren Verbannung und Zwangsarbeit in Sibirien, mit anschließender Militärdienstpflicht. In der Haft in Omsk wurde bei Dostojewski zum ersten Mal Epilepsie diagnostiziert. 1854 trat er seine Militärpflicht im Rahmen seiner Verbannung 1854-1859[3] in Semei (Semipalatinsk) an; Protektion und Wohlverhalten verschafften ihm 1856 die Beförderung in den Offiziersrang. Nach seiner Heirat 1857 und schweren epileptischen Anfällen beantragte er seine Entlassung aus der Armee, die jedoch erst 1859 bewilligt wurde, so dass Dostojewski nach St. Petersburg zurückkehren konnte. 1859, noch zur Zeit seiner sibirischen Verbannung, entstand sein Roman Onkelchens Traum unmittelbar vor den Aufzeichnungen aus einem Totenhaus (1860). Onkelchens Traum wurde im Märzheft des "Russischen Wortes" veröffentlicht. In diesem veröffentlichte er etwas später auch die Aufzeichnungen aus einem Totenhaus ein Dokument seiner Verbannungszeit in Sibirien, an dem er seit 1856 gearbeitet hatte, der Stadt Semipalatinsk, dem Ort der Verbannung gewidmet. Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er die Zeitschrift Zeit (Wremja, russisch: , in der im darauf folgenden Jahr sein Roman Erniedrigte und Beleidigte erschien. Bereits 1863 jedoch fiel die Zeit wegen eines vermeintlich antipatriotischen Beitrags der Zensur zum Opfer und wurde verboten. 1862, 1863 und 1865 reiste Dostojewski durch Europa; unter anderem führte ihn sein Weg durch Dresden. 1863 spielte er zum ersten Mal Roulette. 1864 starben in kurzer Folge Dostojewskis Frau, sein Bruder und sein Freund Apollon Grigorjew; die Nachfolgezeitschrift der Zeit, die Epoche, musste er aus Geldmangel einstellen. 1865 verspielte er beim Roulette in der Spielbank in Wiesbaden seine Reisekasse. Im Mittelpunkt seines 1866 erschienenen Romans Der Spieler steht ein Roulettespieler. Im selben Jahr erschien der erste der großen Romane, durch die Dostojewskis Werk Teil der Weltliteratur wurde: Schuld und Sühne (oder auch in der Neuübersetzung: Verbrechen und Strafe - Die Geschichte des heruntergekommenen und armen Studenten Rodion Romanowitsch Raskolnikow, der aus Hochmut zum Mörder wird und sich in der Folge zu einem Menschen entwickelt, der die Welt entdeckt als das, was sie ist, überzeugt durch psychologisch realistische Figuren und präzises, anschauliches Erzählen. Zugleich ist der Roman auch Abbild von Dostojewskis eigener Wandlung vom Revolutionär zum Christen. Der in nur 26 Tagen verfasste Kurzroman Der Spieler ist eine Beschreibung der Spielsucht. Kurz nach seiner zweiten Eheschließung, 1867, floh er wegen seiner hohen Schulden nach dem Zusammenbruch der mit seinem Bruder gegründeten Zeitschrift ins Ausland, um sich dem Zugriff seiner Gläubiger zu entziehen. Er wohnte längere Zeit in Dresden. In der dortigen Russisch-Orthodoxen Kirche ließ er seine Tochter Ljubow taufen. Ab 1867 lebte er vier Jahre in Genf und Vevey. Während dieses Auslandsaufenthaltes mit seiner zwanzig Jahre jüngeren Frau spielte er in den Spielbanken von Bad Homburg vor der Höhe und Baden-Baden. Erst 1871 kehrte er wieder nach Russland zurück. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, Dostojewski habe große Beträge am Roulettetisch verloren, war er ein Spieler der kleinen Münze, der oft tagelang mit dem Geld eines gerade verpfändeten Kleides seiner Frau spielte. 1868 erschien sein zweites Großwerk, Der Idiot die Geschichte des Fürsten Myschkin, der (wie Dostojewski selbst) unter Epilepsie leidet und aufgrund seiner Güte, Ehrlichkeit und Tugendhaftigkeit in der St. Petersburger Gesellschaft scheitert. Noch während seiner von ihm als zweite Verbannung empfundenen Zeit im Ausland begann er die Arbeit an Die Dämonen einem politischen Roman über die vernichtende Macht des russischen Nihilismus. Zu seinem Ende hin verlief das Leben Dostojewskis in ruhigeren Bahnen. Er verfasste seine beiden letzten großen Werke, den Roman Der Jüngling - in der Neuübersetzung Ein grüner Junge - und schließlich den Roman Die Brüder Karamasow den er in den 1860er Jahren, also in der Zeit der Entstehung von Schuld und Sühne, begonnen hatte und der die Entwicklung der Gesellschaft bis in die 1880-er Jahre behandeln sollte. Obwohl Dostojewski diesen Roman nicht beendet hat, wird er oft als die Quintessenz seines Werkes betrachtet. Fjodor Michailowitsch Dostojewski starb am 28. Januarjul./ 9. Februar 1881greg. in Sankt Petersburg an einem Lungenemphysem; an seinem Begräbnis nahmen 60.000 Menschen teil. Sein Grab befindet sich auf dem Tichwiner Friedhof des Alexander-Newski-Klosters.

[SW: Russische Literatur | Roman | Klassiker | Die große Bibliothek der Weltliteratur]

Details

Dostojewskij, Fiodor Michailowitsch: Erniedrigte und Beleidigte. Roman. Aus dem Russischen übertragen von Marianne Kegel. (=Winkler Weltliteratur) Winkler Verlag Keine Auflagenangabe (Erste Aufl. war 1966) 1972 München
473S. 8°

Leinen Fadengehefteter, geprägter Ganzleinenband mit Farbkopfschnitt und Schutzumschlag. Der Umschlag leicht berieben, mit punktueller Lösung der Folienkaschierung und nachgedunkelten Innenklappen, Papier allg. leicht nachgedunkelt, die Doppelseite 340/341 wegen einliegender Verlagspostkarte deutlich gebräunt, ansonsten rundum guter Zustand. Erniedrigte und Beleidigte war der erste Roman, den der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski nach seiner achtjährigen Verbannung nach Sibirien 1861 in der St. Petersburger Monatsschrift "Wremja" veröffentlichte. Der Roman handelt von den vergeblichen Liebesbeziehungen in einer gesellschaftlichen Hierarchie, die von differenzierten sozialen Interessen bestimmt ist. Die Großstadtmisere von Sankt Petersburg ist Schauplatz der Handlung. Der Roman schildert die fiktive Geschichte des Schriftstellers Iwan Petrowitsch, der mit seinem Debüt großen Erfolg hatte, nun aber, vom Leben enttäuscht, erniedrigt und beleidigt, im Krankenhaus die Liebeserfahrungen seines letzten Lebensjahres erzählt, gelegentlich banal und ganz und gar sentimental, dennoch stilistisch exzellent. Iwan Petrowitsch, genannt Wanja, der Erzähler, liebt selbstlos seine Jugendgefährtin Natalja, die ein intimes Verhältnis mit Aljoscha, dem Sohn des Fürsten Pjotr Alexandrowitsch Walkowski hat. Dieser, ein skrupelloser Aristokrat, trachtet danach, Katerina Fjodorowna (genannt Katja) als Schwiegertochter zu haben, um sich an der Mitgift zu bereichern. Wanja sorgt sich um das arme Waisenkind Nelly, das bei der Familie des Gutsverwalters Ichmenew wohnt und deren leiblicher Vater der gutsherrliche Fürst Walkowski ist - was dieser zu verheimlichen sucht. Nelly stirbt todkrank an "Nervenfieber". Natalja verlässt Aljoscha, der nach dem Willen des Vaters die reiche Katja zur Gattin wählt, und schließlich nehmen Wanja und Natascha für immer Abschied voneinander. Fjodor Dostojewski war das zweite Kind von Michail Andrejewitsch Dostojewski und Maria Fjodorowna Netschajewa. Er hatte zwei Brüder und drei Schwestern (eine vierte Schwester starb kurz nach der Geburt). Die Familie entstammte verarmtem Adel; der Vater war Arzt. Nach dem Tod seiner Mutter, 1837, ließ sich Dostojewski mit seinem Bruder Michail in St. Petersburg nieder, wo er von 1838 bis 1843 an der Militärisch ingenieurtechnischen Universität Bauingenieurwesen studierte. 1839 soll sein Vater auf dem heimischen Landgut durch Leibeigene ermordet worden sein. Dostojewski war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe mit der Witwe Maria Dmitrijewna Isajewa endete 1864 nach siebenjähriger Dauer mit dem Tod Marias und war kinderlos, jedoch hatte Maria aus erster Ehe einen Sohn (Pavel). Seine zweite Frau war Anna Grigorjewna Snitkina. Aus der am 15. Februar 1867 geschlossenen Ehe, die bis zu Dostojewskis Tod andauerte, gingen vier Kinder hervor, von denen jedoch nur zwei das Erwachsenenalter erreichten. Dostojewski begann 1844 mit den Arbeiten zu seinem 1846 veröffentlichten Erstlingswerk Arme Leute . Mit dessen Erscheinen wurde er schlagartig berühmt; die zeitgenössische Kritik feierte ihn als Genie. 1847 trat er dem revolutionären Zirkel der Petraschewzen bei. Als er in deren Reihen 1849 einen später als kriminelles Schreiben apostrophierten Text des Literaturkritikers Wissarion Belinski an Nikolai Gogol vortrug, denunzierte man ihn, und er wurde zum Tode verurteilt. Der Schriftsteller sollte am 22. Dezember 1849jul./ 3. Januar 1850greg. durch ein Erschießungskommando hingerichtet werden. Erst auf dem Richtplatz begnadigte Zar Nikolaus I. ihn zu vier Jahren Verbannung und Zwangsarbeit in Sibirien, mit anschließender Militärdienstpflicht. In der Haft in Omsk wurde bei Dostojewski zum ersten Mal Epilepsie diagnostiziert. 1854 trat er seine Militärpflicht im Rahmen seiner Verbannung 1854-1859[3] in Semei (Semipalatinsk) an; Protektion und Wohlverhalten verschafften ihm 1856 die Beförderung in den Offiziersrang. Nach seiner Heirat 1857 und schweren epileptischen Anfällen beantragte er seine Entlassung aus der Armee, die jedoch erst 1859 bewilligt wurde, so dass Dostojewski nach St. Petersburg zurückkehren konnte. 1859, noch zur Zeit seiner sibirischen Verbannung, entstand sein Roman Onkelchens Traum unmittelbar vor den Aufzeichnungen aus einem Totenhaus (1860). Onkelchens Traum wurde im Märzheft des "Russischen Wortes" veröffentlicht. In diesem veröffentlichte er etwas später auch die Aufzeichnungen aus einem Totenhaus ein Dokument seiner Verbannungszeit in Sibirien, an dem er seit 1856 gearbeitet hatte, der Stadt Semipalatinsk, dem Ort der Verbannung gewidmet. Gemeinsam mit seinem Bruder gründete er die Zeitschrift Zeit (Wremja, russisch: , in der im darauf folgenden Jahr sein Roman Erniedrigte und Beleidigte erschien. Bereits 1863 jedoch fiel die Zeit wegen eines vermeintlich antipatriotischen Beitrags der Zensur zum Opfer und wurde verboten. 1862, 1863 und 1865 reiste Dostojewski durch Europa; unter anderem führte ihn sein Weg durch Dresden. 1863 spielte er zum ersten Mal Roulette. 1864 starben in kurzer Folge Dostojewskis Frau, sein Bruder und sein Freund Apollon Grigorjew; die Nachfolgezeitschrift der Zeit, die Epoche, musste er aus Geldmangel einstellen. 1865 verspielte er beim Roulette in der Spielbank in Wiesbaden seine Reisekasse. Im Mittelpunkt seines 1866 erschienenen Romans Der Spieler steht ein Roulettespieler. Im selben Jahr erschien der erste der großen Romane, durch die Dostojewskis Werk Teil der Weltliteratur wurde: Schuld und Sühne (oder auch in der Neuübersetzung: Verbrechen und Strafe - Die Geschichte des heruntergekommenen und armen Studenten Rodion Romanowitsch Raskolnikow, der aus Hochmut zum Mörder wird und sich in der Folge zu einem Menschen entwickelt, der die Welt entdeckt als das, was sie ist, überzeugt durch psychologisch realistische Figuren und präzises, anschauliches Erzählen. Zugleich ist der Roman auch Abbild von Dostojewskis eigener Wandlung vom Revolutionär zum Christen. Der in nur 26 Tagen verfasste Kurzroman Der Spieler ist eine Beschreibung der Spielsucht. Kurz nach seiner zweiten Eheschließung, 1867, floh er wegen seiner hohen Schulden nach dem Zusammenbruch der mit seinem Bruder gegründeten Zeitschrift ins Ausland, um sich dem Zugriff seiner Gläubiger zu entziehen. Er wohnte längere Zeit in Dresden. In der dortigen Russisch-Orthodoxen Kirche ließ er seine Tochter Ljubow taufen. Ab 1867 lebte er vier Jahre in Genf und Vevey. Während dieses Auslandsaufenthaltes mit seiner zwanzig Jahre jüngeren Frau spielte er in den Spielbanken von Bad Homburg vor der Höhe und Baden-Baden. Erst 1871 kehrte er wieder nach Russland zurück. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, Dostojewski habe große Beträge am Roulettetisch verloren, war er ein Spieler der kleinen Münze, der oft tagelang mit dem Geld eines gerade verpfändeten Kleides seiner Frau spielte. 1868 erschien sein zweites Großwerk, Der Idiot die Geschichte des Fürsten Myschkin, der (wie Dostojewski selbst) unter Epilepsie leidet und aufgrund seiner Güte, Ehrlichkeit und Tugendhaftigkeit in der St. Petersburger Gesellschaft scheitert. Noch während seiner von ihm als zweite Verbannung empfundenen Zeit im Ausland begann er die Arbeit an Die Dämonen einem politischen Roman über die vernichtende Macht des russischen Nihilismus. Zu seinem Ende hin verlief das Leben Dostojewskis in ruhigeren Bahnen. Er verfasste seine beiden letzten großen Werke, den Roman Der Jüngling - in der Neuübersetzung Ein grüner Junge - und schließlich den Roman Die Brüder Karamasow den er in den 1860er Jahren, also in der Zeit der Entstehung von Schuld und Sühne, begonnen hatte und der die Entwicklung der Gesellschaft bis in die 1880-er Jahre behandeln sollte. Obwohl Dostojewski diesen Roman nicht beendet hat, wird er oft als die Quintessenz seines Werkes betrachtet. Fjodor Michailowitsch Dostojewski starb am 28. Januarjul./ 9. Februar 1881greg. in Sankt Petersburg an einem Lungenemphysem; an seinem Begräbnis nahmen 60.000 Menschen teil. Sein Grab befindet sich auf dem Tichwiner Friedhof des Alexander-Newski-Klosters.

[SW: Russische Literatur | Roman | Klassiker | Winkler Weltliteratur]

Details