Tieck Phantasus
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Meißner, Thomas: Erinnerte Romantik. Ludwig Tiecks "Phantasus". Stiftung für Romantikforschung, Band XXXVII. Würzburg: Königshausen und Neumann, 2007. ISBN: 9783826033803
Einband gering berieben, innen gut. - Ludwig Tieck ist ein in vielerlei Hinsicht noch immer unterschätzter Autor, weite Teile seines Werks sind nur Experten bekannt. Nachruhm hat er sich vornehmlich als Romantiker erworben, als Verfasser von Kunstmärchen, Märchendramen und des ""Sternbald"". Im fragmentarisch gebliebenen ""Phantasus"" (1812/16) versammelt er selbst die wichtigsten seiner romantischen Texte und bettet sie in einen Konversationsrahmen in der Tradition von Boccaccios ""Decameron"" ein. Die vorliegende Arbeit macht es sich zur Aufgabe, dieses Hauptwerk Tiecks erstmals umfassend zu untersuchen und zu würdigen. Der ""Phantasus"" gilt ihr nicht nur als summierender Abschluß des romantischen Werks Tiecks, sondern bietet zugleich, an der Schnittstelle von ""Universalpoesie"" und Dresdner Novellen, von Romantik und ""Biedermeier"" gelegen, Einblicke in einen fundamentalen Reflexions- und Transformationsprozeß des Autors. Zentrales Anliegen ist es, eine neue Perspektive auf das Gesamtwerk Tiecks zu eröffnen und den Blick für Kontinuitäten und Diskontinuitäten in einem Feld epochaler Verschiebungen zu schärfen, die Tieck wie kein anderer Autor seiner Zeit reflektiert und bewußt vollzogen hat. Der Autor Thomas Meißner, geb. 1973, studierte Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Würzburg. Er ist Mitarbeiter einer kommentierten Auswahlausgabe von Jean Pauls autobiographischen Schriften und schreibt regelmäßig Rezensionen für die F.A.Z. ISBN 9783826033803
477 S., Softcover/Paperback.
[SW: Tieck, Ludwig Phantasus]
Tieck, Ludwig: Fortunat. [und:] Phantasus. (= Ludwig Tieck's Schriften; 3 - 5) 3 Bde. Berlin, Reimer, 1828.
Goedeke VI,284,1.127. - Sammlung von dreizehn [hier: zwölf] Märchen, Erzählungen, Schauspielen und Novellen in drei Bänden, erstmals erschienen 1812 - 1816. Von dieser Ausgabe weicht der vorliegende Druck in zwei Details ab: Der poetische Scherz "Leben und Tod des kleinen Rothkäppchens" (1800) wurde nicht aufgenommen; außerdem eröffnet hier "Fortunat" die Sammlung, der sie ursprünglich beschlossen hatte. "Auf dem Höhepunkt der Romantik beginnt Tieck seine für die Entwicklung der romantischen Poesie repräsentativen Dichtungen zu sammeln. Nach dem Vorbild von Boccaccios Decamerone konzipiert er eine selbständige, dialogisch strukturierte Rahmennovelle, um den Leser in Form eines "kleinen Romans" in die frühromantische Kunst- und Weltanschauung einzuführen. (...) Von den frühen Märchen, die der Autor in seine Sammlung aufgenommen hat, bilden Der blonde Eckbert (1797), Der getreue Eckart und der Tannenhäuser (1799) und Der Runenberg (1804) eine Gruppe für sich, deren gemeinsames Kennzeichen es ist, "daß im Schrecklichen eine gewisse Lieblichkeit wohnen könne, die dem Reiz des Grauenhaften eine Art von Rührung und Wehmuth beigeselle".(...) Eine zweite Gruppe besteht aus Neuschöpfungen: Liebeszauber, Die Elfen und Der Pokal (alle 1812).(...) Inmitten dieser Märchenerzählungen findet sich die 1797 entstandene Wundersame Liebesgeschichte der schönen Magelone und des Grafen Peter aus der Provence, ein Volksbuchstoff, den Tieck dem Prosaroman von Veit Warbeck (1535) entlehnt. (...) Frei nach Perraults La barbe bleue in den Contes de ma mere l'Oye (1697) ist Ritter Blaubart (1797) gestaltet. (...) Die Komödie Der gestiefelte Kater (1797) nach Perraults Le chat botte, eine Satire auf den zeitgenössischen Theater- und Literaturbetrieb, gehört zu Tiecks erfolgreichsten Stücken und wird zuweilen noch heute aufgeführt. Die antiillusionistischen, als Triebkräfte der Satire wirkenden Formelemente der wechselnden Wirklichkeitsbereiche und Spielebenen, die Technik des Theaters im Theater und das permanente Aus-der-Rolle-Fallen zerstören die Fiktion des Märchenspiels total. Eine ähnliche Position in Tiecks dramatischem Schaffen nimmt Die verkehrte Welt (1799) ein. Eine satirische Absage an Schillers Wiederbelebung der antiken Schicksalsidee stellt das eigens für den Phantasus geschriebene Drama Leben und Thaten des kleinen Thomas, gen. Däumchen (1812) dar, das recht willkürlich den alten Märchenstoff mit der Artussage verknüpft. Den dritten und letzten [hier: ersten] Band nimmt zur Gänze das zweiteilige Märchenlustspiel Fortunat (1815/16) ein, das stofflich auf das Volksbuch Fortunatus aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zurückgeht.(...)" KLL
3 Bl., 497 S.; 2 Bl., 431 S.; 4 Bl., 606 S. 8°. OPp. mit goldgepr. RSchild. Berieben und bestoßen, Bezugspapier an den Kapitalen mit kleineren Fehlstellen. Zwei Bände mit schwacher Feuchtigkeitsspur. Sehr vereinzelt Bleistiftmarginalien.
[SW: Deutsche Literatur/German literature, Drama, Gesamtausgaben/Collected editions, Märchen/Fairy tales, Verlag/Publishers Reimer]
Tieck, Ludwig. Schriften. Bln., Reimer, 1828-1829.
1. Bd: Kaiser Octavianna. In 2 Teilen. - 2. Bd.: Leben und Tod der heiligen Genoveva; Der Abschied; Leben und Tod des kleinen Rotkäppchens. - 3. Bd.: Fortunat. In 2 Teilen. - 4. Bd.: Phantasus. 1. Teil. - 5. Bd.; Phantasius. 2. Teil. - 6. Bd: William Lovell. 1. Teil. - 7. Bd.: William Lovell. 2. Teil. - 8. Bd.: Abdallah, Die Brüder, Almansur, das grüne Band. - 9. Bd.: Arabesken. - 10. Bd.: Prinz Zerbino. - 11. Bd.: Schauspiele. - 12. Bd.: Herr von Fuchs; Epicoene; Die Theegesellschaft. - 13. Bd.: Märchen; Dramatische Gedichte; Fragmente. - 14. Bd.: Erzählungen und Novellen. - Erstausgabe; WG 61; und von Ludwig Tieck selbst besorgte erste Gesamtausgabe seiner Werke. "Nachdem verschiedene incorrecte und unvollständige Nachdrucke meiner sogenannten sämmtlichen Schriften erschienen, wollte es mir schon seit manchem Jahr Freunde und Wohlwollende zur Pflicht machen, meine poetischen Arbeiten und früheren wie späteren Versuche selbst zu sammeln und eine vollständige, rechtmässige Ausgabe derselben dem Publikum zu übergeben" (Tieck im Vorwort des ersten Bandes). Die Ausgabe erschien bis 1854 und umfasste insgesamt 28 Bände. Zustand: Jeweils anfangs minim stockfleckig, Rücken bei allen Bänden berieben und weisser Papierbezug teils abgesprlittert, innen gut.
Bd. 1-14 (von 28) in 14 Bänden. XLIV, 421 S., 362 S., 497 S., 431 S., 606 S., 358 S., 334 S., 345 S., 359 S., 381 S., 368 S., 420 S., 334 S., 334 S., 382 S., 362 S. Pp.-Bde. d. Zeit mit Rückenetikett u. Rückenvergoldung.
[SW: Gesamtausgabe; Literatur]
Tieck, Heinrich (Hrsg.): Fülle des Herzens. Ein Lesebuch. (Die Tieck-Bücher). Wien, Walther Scheuermann Verlag 1957. <Bestellnr.: 0000-1465>
Roter Leineneinband mit goldenem Titeltiefdruck mit geringen Gebrauchsspuren - gut erhalten, Seiten nachgedunkelt, Vorsatzblatt entfernt. Ordentliches bis guterhaltenes Exemplar. (auch vorhanden ist Tieck, Phantasus).
OLn, 180 S. + Verlagsanz. Sprache:deutsch
[SW: Anthologie]



