Thomas Mann Buddenbrooks
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Koopmann, Helmut: Thomas Mann - Heinrich Mann. Die ungleichen Brüder. München: Beck, 2005. ISBN: 3406527302
Verlagsneu. - Frühe Visitenkarte und Selbstentwurf: Thomas Manns Vision -- "Theater, Konzerte, Cafes, Puffs - das Leben st doch zu amüsant." Heinrich Manns Haltlos als frühes Spiegelbild -- Biographisches: Das Leben der Brüder in Lübeck, Italien, München und anderswo -- Anfänge: Heinrich Mann schreibt einen Familienroman. Und Thomas Mann antwortet -- Frühe Orientierungsversuche und brüderliche Konkurrenz. Auch in Buddenbrooks -- Buddenbrooks: Die erste große Auseinandersetzung mit dem Bruder -- Zweimal Schlaraffenland: Der Roman Heinrich Manns und die Antwort des Bruders - mit Maja und Felix Krull -- Antworten auf Buddenbrooks: Die Jagd nach Liebe. Der Lebensuntaugliche und der siegreiche Proletarier -- Die Göttinnen. Leben gegen Lebensverfall -- Warum fährt Tonio Kröger nicht nach Italien? -- Das Ungewitter. Ein Vernichtungsbrief -- Asket Schiller in der Schweren Stunde. Ein verkapptes Selbstporträt, mit Bruder -- Professor Unrat. Die Tyrannei der Oberlehrer und die Persiflage auf Kunst und Künstlertum -- Zweimal mythologisches Theater: Sind die Götter zahm oder verwildert? Noch einmal Buddenbrooks und Professor Unrat -- Savonarola will nicht der Bruder Lorenzo Magnificos sein. Heinrich und Thomas Mann in Fiorenza -- Antworten auf Buddenbrooks [IV]: Die kleine Stadt Palestrina. Aufbruch und Leben -- Vergeblicher Selbstbestimmungsversuch Thomas Manns und Heinrich Mann als abschreckendes Beispiel: Der Literatur-Essay -- Repräsentation und der Wunsch nach Abdankung des Anderen: Die Brüder in der "Fürsten-Novelle" Königliche Hoheit -- Auf der Jagd nach Liebe - in Venedig. Auch Faust reist mit -- Bleibende Konkurrenz, Neid und Bewunderung. Zwischen den Rassen und anderes -- Betrachtungen einer Brüderlichkeit, in der der Haß regiert Wo steckt denn Heinrich im Zauberbergl -- Biographisches: Die zwanziger Jahre. Bildereiner Gemeinsamkeit, auch in politicis -- Mythologisches und die Geschichte als wahres Gleichnis. Thomas Manns Joseph und seine Brüder und Heinrich Manns Henri Quatre -- Biographisches: Die dreißiger Jahre. Begegnungen in Frankreich und anderswo -- Hitler-Porträts. Thomas Manns Bruder Hitler und Heinrich Manns Der große Mann -- Biographisches: Heinrich und Thomas Mann in wonderland -- Empfang bei der Welt und bei Heinrich Mann: Das satirische Bruder-Porträt in Heinrich Manns spätem Roman -- Die Brüder als Schwestern und der Stolz des Verarmten: Heinrich Manns Der Atem -- Friedrich-Pläne. Noch einmal Selbstporträts -- Felix Krull im Schlaraffenland. Das Leben siegt über den Tod -- Rückblicke, offiziös: Heinrich Mann über Thomas, Thomas Mann über Heinrich. ISBN 3406527302 - , ISBN-13: 9783406527302
531, [8] S., Originalleinen mit Schutzumschlag.
[SW: Mann, Thomas]
Mann, Thomas: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman. Bertelsmann (Lizenz des Fischer Verlags) Lizenzausgabe Ohne Jahresangabe Gütersloh
572S. 8°
Leinen Geprägter Ganzleinenband mit Schutzumschlag. Der Umschlag leicht berieben und mit Knick der hinteren Innenklappe, Kopfschnitt leicht bestoßen, ansonsten rundum guter Zustand. Buddenbrooks: Verfall einer Familie (1901) ist das früheste Werk Thomas Manns und gilt heute als der erste Gesellschaftsroman in deutscher Sprache von Weltgeltung. Er erzählt vom allmählichen, sich über vier Generationen hinziehenden Niedergang einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie und illustriert die gesellschaftliche Rolle und Selbstwahrnehmung des hanseatischen Großbürgertums in den Jahren von 1835 bis 1877. Als Vorlage der Handlung diente Thomas Mann seine eigene Familiengeschichte. Schauplatz des Geschehens ist seine Heimatstadt Lübeck. Ohne dass der Name der Stadt ausdrücklich erwähnt wird, sind viele Nebenfiguren nachweislich literarische Porträts von Lübecker Persönlichkeiten jener Zeit. Ein Band mit Novellen Manns war 1898 im S. Fischer Verlag unter dem Titel Der kleine Herr Friedemann erschienen. Der Verleger Samuel Fischer hatte das Talent des jungen Autors erkannt und ermutigte ihn in einem Brief vom 29. Mai 1897, einen Roman zu schreiben: "Ich würde mich aber freuen, wenn Sie mir Gelegenheit geben würden, ein größeres Prosawerk von Ihnen zu veröffentlichen, vielleicht einen Roman, wenn er auch nicht so lang ist." Buddenbrooks entstand in der Zeit von Oktober 1896 bis zum 18. Juli 1900. Mann erwähnt den Roman erstmals in einem Brief an einen Freund, Otto Grautoff, vom 20. August 1897. Vorausgegangen war Ende Mai 1895, ebenfalls in einem Brief an Otto Grautoff, die Erwähnung eines Familienromans in einer autobiografischen Skizze. Im "Lebensabriß" beschreibt Thomas Mann den Beginn der Arbeiten während seines Aufenthalts in Palestrina. Im Verlauf der nächsten Jahre wuchs der Roman zu seinem heute bekannten Umfang an. Am 18. Juli 1900 schloss Thomas Mann das Manuskript ab und schickte es am 13. August 1900 an Samuel Fischer. Der Verleger bat den Autor zunächst, das Manuskript um die Hälfte zu kürzen, was dieser jedoch ablehnte. Schließlich erschien der Roman ungekürzt. Das Werk wurde am 26. Februar 1901 veröffentlicht, zweibändig, in einer Auflage von 1.000 Exemplaren. Der Verkauf war schleppend. Der für die damalige Zeit hohe Preis von 12 Mark (geheftet) und 14 Mark (gebunden) behinderte wahrscheinlich den Absatz. Erst die einbändige 2. Auflage von 1903 mit 2.000 Exemplaren, gebunden für 6 Mark, geheftet für 5 Mark und mit der Einbandgestaltung von Wilhelm Schulz, leitete eine Serie von Neuauflagen ein und brachte den Erfolg. 1918 waren 100.000 Exemplare verkauft. Nachdem Thomas Mann am 12. November 1929 für die Buddenbrooks den Nobelpreis für Literatur erhalten hatte, erschien im Dezember 1930 dann eine Auflage von 1 Million Exemplaren zu einem herabgesetzten Preis, die sogenannte Volksausgabe für nur 2,85 Reichsmark. Mit dem Erscheinen preiswerter Taschenbuchausgaben nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Gesamtauflage deutlich. Bis 1975 wurden vier Millionen Exemplare in deutscher Sprache verkauft. 2002 erschien eine neu edierte Ausgabe der Buddenbrooks mit Kommentarband im Rahmen der "Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe der Werke" Thomas Manns. 2005 sorgte die zur Feier von Thomas Manns 50. Todestag ausgestrahlte TV-Film-Serie Die Manns - Ein Jahrhundertroman (von Heinrich Breloer) für ein neu erwachtes Interesse an den Buddenbrooks. Die deutschen Ausgaben des Romans erreichten bis 2010 eine Verbreitung von über neun Millionen Exemplaren. Schon bis 1994 waren die Buddenbrooks in über 30 Sprachen übersetzt.
[SW: Deutsche Literatur | Roman | Thomas Mann]
probleme, krankheit, generation, verädnerung, lebensweg, kaufmannsfamilie, kaufleute, gesellschaftliche stellung, repräsentation, prinzipien, lebensbejahung, stellung,ethos, gesellschaftskritik, ideal, auflösung, lebenmann, schulden, naivität, unreife, kindestod, erbe, begabung, talent, verlust, charakter, kapitalismus, geeignete nachfolge, unternehmen, firma, aufbau, harte arbeit alltag, kinder, familie, tragik, chronik, gesellschaftskritik, Literatur; Klassiker; Roman; Filmliteratur; Klassische Literatur; Ruin; Geschichte; Familiengeschichte; Mann, Thomas; Buddenbrooks; Verfall einer Familie; Erzählung; Geschichte; Großkaufleute; mehrere Generationen; Träumer Mann, Thomas: Buddenbrooks Verfall einer aristokratischen Familie von Thomas Mann Reihe BDW: Bibliothek der Weltliteratur, Berlin, Weimar : Aufbau-Verlag 1975
807 seiten 20 cm leineinband mit OU; leicht gebräunt, Schutzumschlag mehrfach eingerissen, Wasserschaden auf Schutzumschlag und Einband: Wasserfleck, - Gebrauchsspuren 6. Aufl. - "..seit fast acht Jahrzehnten findet dieses einzigartige Buch, für das Thomas Mann 1929 den Nobelpreis erhielt, in aller Welt immer neue Leser. Thomas Mann nannte seine weitausholende Chronik eines Lübecker Patriziergeschlechts den Verfall einer Familie. Er schildert mit meisterlicher Sprachkunst, wie sich diese Großkauf leute und Senatoren der alten Hansestadt, in der sie ihren Reichtum begründeten, im Verlauf von vier Generationen in ihrem Wesen verwandeln; der letzte Nachfahre der alten wagemutigen und nüchternen Kaufleute ist ein der Musik hingegebener Träumer. Die Gestalten dieses Romans, der urwüchsige Permaneder sowie Johann Buddenbrooksen., die absonderlichen Verwandten, die Kinder mit ihren eigenartigen und unerwarteten Lebenswegen, die bürgerlich-aristokratischen Frauen wie Gerda Arnoldsen, die ehrbaren und schrulligen Bürger oder der zwielichtige Grünlich - sie alle sind längst Figuren der Weltliteratur geworden.Das im Untertitel genannte Thema des Romans wird an vier Generationen einer Lübecker Kaufmannsfamilie dargestellt. Die Handlung erstreckt sich jedoch nur über rund vierzig Jahre (1835 bis 1877). Der zu Beginn des Werks ungefähr siebzigjährige Urgroßvater Johann Buddenbrook repräsentiert das noch unerschütterte Lebensgefühl eines Bürgertums, das, selbstsicher und tatkräftig, seinen Besitz klugem Unternehmungsgeist verdankt und dessen "Wille zum Leben" ungebrochen ist. Für seinen Sohn, Konsul Johann Buddenbrook, gelten die überkommenen Prinzipien bürgerlicher Lebensführung unverändert, doch ist für ihn bereits nicht mehr unbekümmerte Lebensbejahung, sondern ein pietistisch-strenges Ethos charakteristisch. Im Gegensatz zu seinem humanistisch gebildeten Vater tritt er für "praktische Ideale" ein, ist aber als Kaufmann nicht besonders erfolgreich und erleidet durch einen betrügerischen Schwiegersohn einen erheblichen geschäftlichen Verlust. Mancherlei Anzeichen verraten überdies eine innere Problematik, in der sich die spätere Auflösung der Familie ankündigt. In den Charakteren und Schicksalen seiner vier Kinder treten verschiedene Formen des unaufhaltsamen Verfalls zutage, am sinnfälligsten in der eindrucksvollen Gestalt seines ältesten Sohnes Thomas, den der Autor in den "Betrachtungen eines Unpolitischen" einen "späten und komplizierten Bürger" nennt, "dessen Nerven in seiner Sphäre nicht mehr heimisch sind - welcher, modern herkömmlichen Geschmacks und von entwickelt europäisierenden Bedürfnissen, die gesunder, enger und echter gebliebene Umgebung zu befremden und - zu belächeln begonnen hat". Sein Bruder Christian, schon als Kind neurotisch, führt in Bohemekreisen das Leben eines exzentrischen Clowns und verschuldeten Lebemanns. Seine Schwester Tony, naiv und töricht, anmutig und liebenswert, ist auch nach zwei gescheiterten Ehen von kindhafter Unreife. Die viel jüngere Clara stirbt kurz nach ihrer Heirat an Gehirntuberkulose. Allein Thomas ist - wenn auch nur mit äußerster Anspannung und Selbstbeherrschung - noch in der Lage, das Erbe zu übernehmen. Er wird Senator, und äußerlich erreicht das Ansehen der Familie erst jetzt seinen Höhepunkt. Seine Frau, eine reiche, musikalisch hochbegabte Holländerin von "nervöser Kälte", bringt ein exotisches Element und künstlerische Begabung in die Familie. Der Sohn aus dieser Ehe, Hanno, repräsentiert das letzte Stadium eines Prozesses, in dessen Verlauf die Buddenbrooks den Gewinn an Sensibilität und Bewußtsein mit dem Verlust ihrer Vitalität und zuletzt auch ihrer gesellschaftlichen Stellung bezahlen. Die naive Unbekümmertheit der vorangegangenen Generation - "die Situation ohne Schamgefühl auszunutzen, sagte er sich, das ist Lebenstüchtigkeit" - wurde abgelöst durch ein bestimmtes Rollenverhalten, durch eine Charaktermaske: "Thomas Buddenbrooks Dasein", so heißt es im Roman, "war kein anderes mehr als das eines Schauspielers, eines solchen aber, dessen ganzes Leben bis auf die geringste und alltäglichste Kleinigkeit zu einer einzigen Produktion geworden ist, einer Produktion, die mit Ausnahme einiger weniger und kurzer Stunden des Alleinseins und der Abspannung beständig alle Kräfte in Anspruch nimmt und verzehrt." Er stirbt, nach einer Zahnoperation, einen banalen Tod, sein Sohn Hanno - Inbegriff lebensfremder Zartheit und sensiblen Künstlertums, in dessen musikalischen Neigungen der Prozeß der Entbürgerlichung sich vollendet - erliegt dem Typhus. Der Untergang der Buddenbrooks steht für das Schicksal eines patrizischen Bürgertums, an dessen Stelle - im Roman durch den Aufstieg der Familie Hagenström angedeutet - der kapitalistische Bourgeois tritt. Der Untertitel "Verfall einer Familie" darf indessen nicht in einem kulturpessimistischen Sinne verstanden werden. Verfall ist für Thomas Mann, wobei seine Geschichtsvorstellung nicht ohne Biologismen auskommt, auch die Voraussetzung für neue Lebensformen, Verfall ist Differenzierung und Steigerung der geistigen und ästhetischen Empfindungsfähigkeit, und "ohne den decadent, den kleinen Hanno, wären Menschheit und Gesellschaft seit diluvialen Zeiten keinen Schritt vorwärtsgekommen. Es ist die Lebensuntauglichkeit, welche das Leben steigert, denn sie ist dem Geist verbunden.Der Autor,Thomas Mann wurde 1875 in Lübeck geboren und wohnte seit 1893 in München. 1933 verließ er Deutschland und lebte zuerst in der Schweiz am Zürichsee, dann in den Vereinigten Staaten, wo er 1939 eine Professur an der Universität Princeton annahm. Später hatte er seinen ofessur an der Universität Princeton annahm. Später hatte er seinen Wohnsitz in Kalifornien, danach wieder in der Schweiz. Er starb in Zürich am 12. August 1955...."Auszüge aus dem Buch
probleme, krankheit, generation, verädnerung, lebensweg, kaufmannsfamilie, kaufleute, gesellschaftliche stellung, repräsentation, prinzipien, lebensbejahung, stellung,ethos, gesellschaftskritik, ideal, auflösung, lebenmann, schulden, naivität, unreife, kindestod, erbe, begabung, talent, verlust, charakter, kapitalismus, geeignete nachfolge, unternehmen, firma, aufbau, harte arbeit alltag, kinder, familie, tragik, chronik, gesellschaftskritik, Literatur; Klassiker; Roman; Filmliteratur; Klassische Literatur; Ruin; Geschichte; Familiengeschichte; Mann, Thomas; Buddenbrooks; Verfall einer Familie; Erzählung; Geschichte; Großkaufleute; mehrere Generationen; Träumer Thomas Mann: Buddenbrooks Verfall einer aristokratischen Familie von Thomas Mann, S. Fischer Verlag Berlin 1930
729 seiten 20 cm leineinband, leinen fleckig, angeschmutzt, zeitbedingt papiergebräunt, abgegriffen, Eintrag 701.-750.Tausend der - "..seit fast acht Jahrzehnten findet dieses einzigartige Buch, für das Thomas Mann 1929 den Nobelpreis erhielt, in aller Welt immer neue Leser. Thomas Mann nannte seine weitausholende Chronik eines Lübecker Patriziergeschlechts den Verfall einer Familie. Er schildert mit meisterlicher Sprachkunst, wie sich diese Großkauf leute und Senatoren der alten Hansestadt, in der sie ihren Reichtum begründeten, im Verlauf von vier Generationen in ihrem Wesen verwandeln; der letzte Nachfahre der alten wagemutigen und nüchternen Kaufleute ist ein der Musik hingegebener Träumer. Die Gestalten dieses Romans, der urwüchsige Permaneder sowie Johann Buddenbrooksen., die absonderlichen Verwandten, die Kinder mit ihren eigenartigen und unerwarteten Lebenswegen, die bürgerlich-aristokratischen Frauen wie Gerda Arnoldsen, die ehrbaren und schrulligen Bürger oder der zwielichtige Grünlich - sie alle sind längst Figuren der Weltliteratur geworden.Das im Untertitel genannte Thema des Romans wird an vier Generationen einer Lübecker Kaufmannsfamilie dargestellt. Die Handlung erstreckt sich jedoch nur über rund vierzig Jahre (1835 bis 1877). Der zu Beginn des Werks ungefähr siebzigjährige Urgroßvater Johann Buddenbrook repräsentiert das noch unerschütterte Lebensgefühl eines Bürgertums, das, selbstsicher und tatkräftig, seinen Besitz klugem Unternehmungsgeist verdankt und dessen "Wille zum Leben" ungebrochen ist. Für seinen Sohn, Konsul Johann Buddenbrook, gelten die überkommenen Prinzipien bürgerlicher Lebensführung unverändert, doch ist für ihn bereits nicht mehr unbekümmerte Lebensbejahung, sondern ein pietistisch-strenges Ethos charakteristisch. Im Gegensatz zu seinem humanistisch gebildeten Vater tritt er für "praktische Ideale" ein, ist aber als Kaufmann nicht besonders erfolgreich und erleidet durch einen betrügerischen Schwiegersohn einen erheblichen geschäftlichen Verlust. Mancherlei Anzeichen verraten überdies eine innere Problematik, in der sich die spätere Auflösung der Familie ankündigt. In den Charakteren und Schicksalen seiner vier Kinder treten verschiedene Formen des unaufhaltsamen Verfalls zutage, am sinnfälligsten in der eindrucksvollen Gestalt seines ältesten Sohnes Thomas, den der Autor in den "Betrachtungen eines Unpolitischen" einen "späten und komplizierten Bürger" nennt, "dessen Nerven in seiner Sphäre nicht mehr heimisch sind - welcher, modern herkömmlichen Geschmacks und von entwickelt europäisierenden Bedürfnissen, die gesunder, enger und echter gebliebene Umgebung zu befremden und - zu belächeln begonnen hat". Sein Bruder Christian, schon als Kind neurotisch, führt in Bohemekreisen das Leben eines exzentrischen Clowns und verschuldeten Lebemanns. Seine Schwester Tony, naiv und töricht, anmutig und liebenswert, ist auch nach zwei gescheiterten Ehen von kindhafter Unreife. Die viel jüngere Clara stirbt kurz nach ihrer Heirat an Gehirntuberkulose. Allein Thomas ist - wenn auch nur mit äußerster Anspannung und Selbstbeherrschung - noch in der Lage, das Erbe zu übernehmen. Er wird Senator, und äußerlich erreicht das Ansehen der Familie erst jetzt seinen Höhepunkt. Seine Frau, eine reiche, musikalisch hochbegabte Holländerin von "nervöser Kälte", bringt ein exotisches Element und künstlerische Begabung in die Familie. Der Sohn aus dieser Ehe, Hanno, repräsentiert das letzte Stadium eines Prozesses, in dessen Verlauf die Buddenbrooks den Gewinn an Sensibilität und Bewußtsein mit dem Verlust ihrer Vitalität und zuletzt auch ihrer gesellschaftlichen Stellung bezahlen. Die naive Unbekümmertheit der vorangegangenen Generation - "die Situation ohne Schamgefühl auszunutzen, sagte er sich, das ist Lebenstüchtigkeit" - wurde abgelöst durch ein bestimmtes Rollenverhalten, durch eine Charaktermaske: "Thomas Buddenbrooks Dasein", so heißt es im Roman, "war kein anderes mehr als das eines Schauspielers, eines solchen aber, dessen ganzes Leben bis auf die geringste und alltäglichste Kleinigkeit zu einer einzigen Produktion geworden ist, einer Produktion, die mit Ausnahme einiger weniger und kurzer Stunden des Alleinseins und der Abspannung beständig alle Kräfte in Anspruch nimmt und verzehrt." Er stirbt, nach einer Zahnoperation, einen banalen Tod, sein Sohn Hanno - Inbegriff lebensfremder Zartheit und sensiblen Künstlertums, in dessen musikalischen Neigungen der Prozeß der Entbürgerlichung sich vollendet - erliegt dem Typhus. Der Untergang der Buddenbrooks steht für das Schicksal eines patrizischen Bürgertums, an dessen Stelle - im Roman durch den Aufstieg der Familie Hagenström angedeutet - der kapitalistische Bourgeois tritt. Der Untertitel "Verfall einer Familie" darf indessen nicht in einem kulturpessimistischen Sinne verstanden werden. Verfall ist für Thomas Mann, wobei seine Geschichtsvorstellung nicht ohne Biologismen auskommt, auch die Voraussetzung für neue Lebensformen, Verfall ist Differenzierung und Steigerung der geistigen und ästhetischen Empfindungsfähigkeit, und "ohne den decadent, den kleinen Hanno, wären Menschheit und Gesellschaft seit diluvialen Zeiten keinen Schritt vorwärtsgekommen. Es ist die Lebensuntauglichkeit, welche das Leben steigert, denn sie ist dem Geist verbunden.Der Autor,Thomas Mann wurde 1875 in Lübeck geboren und wohnte seit 1893 in München. 1933 verließ er Deutschland und lebte zuerst in der Schweiz am Zürichsee, dann in den Vereinigten Staaten, wo er 1939 eine Professur an der Universität Princeton annahm. Später hatte er seinen ofessur an der Universität Princeton annahm. Später hatte er seinen Wohnsitz in Kalifornien, danach wieder in der Schweiz. Er starb in Zürich am 12. August 1955...."Auszüge aus dem Buch



