Tellkamp Turm
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Pascher, Tobias: Am schlimmsten sind die, die daran glauben Der Umgang mit totalitären Systemen am Beispiel der Protagonisten des Romans Der Turm von Uwe Tellkamp - Akademische Schriftenreihe, Bd. V167715, GRIN VERLAG, März 2011, Besorgungstitel - vorauss. Lieferzeit 3-5 Tage. ISBN: 3640851978
Facharbeit (Schule) aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Deutsch - Literatur, Werke, einseitig bedruckt, Note: 14 Punkte, Platen-Gymnasium Ansbach, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Kritikpunkte: Synthese, die die verschiedenen Verhaltensstrategien einander gegenüberstellt und stärkere Differenzierung des Totalitarismusbegriffs in Bezug auf die späte DDR wären wünschenswert gewesen , Abstract: Heutige Quellen über den Alltag der Bürger in der DDR setzen sich überwiegend aus Propagandafilmen der SED zusammen. Es gibt nur wenige umfangreiche Studien, die das DDR-Bild der Deutschen in umfassender Weise analysiert haben. Diese Filme liefern uns nur begrenzte Einblicke in das damalige Leben, weil sich die Regierung des Arbeiter- und Bauernstaats politisch auf eben jene Bevölkerungsgruppe beschränkte und kaschierte, dass in ihrem Land auch andere Menschen existierten. Menschen, welche ihre exponierten Stellungen, die ihre Familien über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinwegaufgebaut hatten, nicht dem Allgemeinwohl opfern wollten; die Wissen und Kultur auch jenseits der Mauer suchten. Der Roman Der Turm von Uwe Tellkamp setzt sich als erster Wenderoman mit genau solchen Menschen auseinander.Die Protagonisten Tellkamps leben in einem Dresdner Villenviertel, das als der Turm bezeichnet wird. Sie scheinen in diesem Viertel über der restlichen Bevölkerung Dresdens und der gesamten DDR zu schweben. Die Bewohner des Turms, im Buch Türmer genannt, bilden einem homogene Enklave inmitten des Sozialismus. Sie unterhalten Abendgesellschaften mit Hausmusik, laden zu Diskussionsrunden über alte Sagen ein und frönen so der Hochkultur. Ihre Verehrung der Bildung geht so weit, dass die Gesellschaftsordnung in diesem Viertel mit den Worten: Wer nichts w[eiß], sch[eint] nichts zu gelten. (S.150) beschrieben wird. Die Bezeichnung Türmer spielt nicht nurauf die Turmgesellschaft in Goethes Wilhelm Meister, sondern vor allem auf das Verb türmen an. Die Bewohner fliehen also aus der Gesellschaft des Arbeiter- und Bauernstaates, indem sie innerhalb der Grenzen der DDR bürgerliche Werte leben. Doch die Konfrontation mit dem konträr eingestellten, real existierenden Sozialismus ist auch innerhalb ihrer selbst errichteten Scheinwelt nicht zu vermeiden. Gerade deshalb sehen die Türmer nicht den Staat, in dem sie leben, sondern nur ihr Viertel als ihre wahreHeimat an. So schließt der Autor eine Passage zu Beginn des Werkes, die von einer Bahnfahrt des Türmers Christian Hoffmann berichtet, mit den Worten: Er war zu Hause,im Turm. (S.23)
NEUBUCH! 2011. 56 S. 210 mm 210 mm x 148 mm x 4 mm; Akademische Schriftenreihe, Bd. V167715
Tellkamp, Uwe: DER TURM. Geschichte aus einem versunkenem Land. Roman. Frankfurt, Suhrkamp 2008. ERSTAUSGABE.
Als erzählende Stimmen fungieren drei miteinander verwandte Charaktere aus einem überwiegend von Bildungsbürgern bewohnten Villenviertel Dresdens in den letzten sieben Jahren der Deutschen Demokratischen Republik bis zum Mauerfall. Der Roman enthält Aspekte des Gesellschafts- und des Schlüsselromans sowie des Historischen Romans. Er schildert dabei verschiedene Milieus der DDR und deren Zusammenhang wie Jugendbewegung, Bildungswesen, Militär, Gesundheitswesen, den Kreis der Literaturschaffenden sowie Nachbarschaft und Familie.Die Handlung des Romans spielt zwischen dem 4. Dezember 1982 und dem 9. November 1989 in der DDR, vor allem in Dresden. Im Zentrum stehen die bildungsbürgerlichen Bewohner des Villenviertels oberhalb der Elbe in Loschwitz-Weißer Hirsch rund um die Plattleite, im Buch die Turmstraße. Die Handlung, die kaleidoskopartig verschiedene Episoden mit Hunderten Figuren aneinanderreiht, wird aus der Sicht von drei Protagonisten dargestellt: des EOS-Schülers und späteren NVA-Unteroffiziers Christian Hoffmann, seines Vaters Richard Hoffmann (er ist Oberarzt in der chirurgischen Klinik der Medizinischen Akademie Dresden) und seines Onkels Meno Rohde, eines studierten Biologen, der als Lektor eines renommierten Verlages tätig ist. In einem Interview mit Volker Hage[3] beantwortet Uwe Tellkamp die Frage nach der Bedeutung des Romantitels: "Turm ist zunächst einmal die Bezeichnung für das Stadtviertel, in dem der Roman spielt. Dann ist an den Elfenbeinturm gedacht, auch an die Turmgesellschaft' natürlich. Aber man kann ebenso an den Babylonischen Turm denken, der einstürzt, an die Sprachverwirrung, die am Ende der DDR vorherrschte, die Kakophonie." Einige Interpreten sehen einen Zusammenhang zwischen dem Nomen "Turm" und dem Verb "türmen": Das im Roman beschriebene Bildungsbürgertum versuche in eine Art "innere Emigration" hinein- und damit aus der Realität der DDR-Gesellschaft herauszufliehen, was aber nicht gelingen könne, da schließlich jeder zumindest "einkaufen" müsse.Nach Ansicht von Andreas Platthaus, Sabine Franke und Beatrix Langner handelt es sich bei Tellkamps Roman Der Turm um einen Schlüsselroman. Die drei Journalisten entschlüsseln die Namen einiger Romanfiguren, und zwar sei: Georg Altberg ("der Alte vom Berge") = Franz Fühmann , Baron Arbogast = Manfred von Ardenne , Bezirkssekretär Barsano = Hans Modrow , Eduard Eschschloraque = eine Mischung aus Peter Hacks und Stephan Hermlin , David Groth = Stefan Heym , Jochen Londoner = Jürgen Kuczynski , Philipp Londoner = Thomas Kuczynski , Karlfriede Sinner-Priest = Carola Gärtner-Scholle , Rechtsanwalt Sperber = Wolfgang Vogel. Mit der Beschreibung des wichtigen westdeutschen Kritikers Wiktor Hart ist ganz offensichtlich Marcel Reich-Ranicki gemeint, denn Wiktor Hart war sein Autoren-Pseudonym im Warschauer Ghetto. Auch endet der Abschnitt, die Schlussformel des Literarischen Quartetts abwandelnd, mit den Worten "Er hilft uns wirtschaften, wenn er lobt, er hilft uns wirtschaften, wenn er verreißt, wir sehen betroffen diese Frage offen, wenn er schweigt."; Einige Zeitungsbeitr.beigegeben.; SEHR GUTER ZUSTAND
Pappbd.m.OSU., 8°, illustr.Vorss., 976 S.
Hoffmann, E.T.A.: Die Elixiere des Teufels. Klein Zaches. Herausgegeben von Martin Hürlimann. - (=Ausgewählte Werke; Band 4). Zürich, Atlantis Verlag, 1946.
Guter Zustand. Name auf Vorsatzblatt. Schutzumschlag mit kleinen Randeinrissen. - Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (* 24. Januar 1776 in Königsberg; 25. Juni 1822 in Berlin; Vorname eigentlich: Ernst Theodor Wilhelm, 1805 umbenannt in Anlehnung an den von ihm bewunderten Wolfgang Amadeus Mozart) war ein Schriftsteller der Romantik, Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist. ... Rezeption: Hoffmanns heute bekanntes Werk ist in einer Zeitspanne von dreizehn Jahren entstanden. Dass er erst so spät das Bekenntnis zur Schriftstellerei wagte, ist seiner ursprünglichen Präferenz für die Musik zuzuschreiben, Hoffmann fühlte sich eher zum Komponisten berufen. Was vor 1809 an Novellen von ihm verfasst wurde, hatte er entweder nicht freigegeben oder sie sind verloren gegangen. In vielen seiner Werke blieb er dem Geschmack seiner lesenden Zeitgenossen treu: Erzählungen über unheimliche Begebenheiten, Begegnungen mit dem Teufel, schicksalhafte Wendungen im Leben eines Protagonisten, denen dieser sich nicht entgegenstemmen kann. Allerdings - und das unterscheidet Hoffmann von den unbekannt gebliebenen Autoren der ausklingenden "Sturm- und Drang"-Zeit - verdichtete er seine Erzählungen virtuos zur unbeantwortet gebliebenen Frage, ob der geschilderte Spuk real stattgefunden oder sich vielleicht nur im Kopf der betroffenen Figur abgespielt hat. Viel Zeitnahes hat Hoffmann in seine Werke integriert, so z.B. auch Ängste seiner Zeitgenossen vor der Technik. Fasziniert waren sie und misstrauisch zugleich angesichts der Entwicklung von Automaten (die damals nicht mit dem maskulinen Artikel belegt worden waren, sondern entweder "die Automate" oder "das Automat" hießen). Folgerichtig ist das Schicksal einiger seiner Figuren in widriger Weise mit dieser neuen Errungenschaft verbunden (Der Sandmann, Die Automate). Hoffmanns Vielseitigkeit, sein zeichnerisches Talent und auch seine Berufsausübung als Jurist haben ihn zu einem scharfen Beobachter werden lassen. Philistertum und Borniertheit karikierte er zeichnerisch und schließlich auch in Form der Gesellschaftssatire (z. B. Klein Zaches, genannt Zinnober) - und wie recht er mit seiner Einschätzung einiger Zeitgenossen behalten sollte, zeigen die hektischen Überreaktionen des Preußischen Polizeiministerium im Anschluss an die Beschlagnahmung des Manuskripts vom Meister Floh. Hoffmanns Talente sind in ihren vielfältigen Ausdrücken nie scharf voneinander zu trennen gewesen, Musik und Schriftstellerei, beide oft verbunden mit Zeichnungen von Hoffmann, aber auch die Juristerei und das Schreiben bzw. das Zeichnen gingen häufig ineinander über. Zahlreiche seiner Erzählungen hat Hoffmann selbst illustriert. Und sogar auf dem Aktendeckel einer von Hoffmann bearbeiteten Justizakte befindet sich eine Karikatur, die zwei Amtsträger, auf Katze bzw. Hund reitend, aufeinander losgehen lässt. Wirkung: Im Urteil der Zeitgenossen wurde Hoffmanns Werk zwiespältig aufgenommen. Johann Wolfgang Goethe fand keinen Zugang hierzu, auch Joseph von Eichendorff verhielt sich ablehnend. Jean Paul schätzte ihn auch nur gering, nahm aber die Widmung der Phantasiestücke in Callots Manier an. Wilhelm Grimm fand an der Erzählung Nußknacker und Mausekönig zwar noch Gefallen, urteilte aber über dessen Gesamtwerk: "Dieser Hoffmann ist mir widerwärtig mit all seinem Geist und Witz von Anfang bis zu Ende". Hingegen verehrten Heinrich Heine und Adelbert von Chamisso ihn ebenso wie Honore de Balzac, George Sand und Theophile Gautier. Einflüsse seiner Dichtkunst werden bei Victor Hugo, Charles Baudelaire, Guy de Maupassant, Alexander Puschkin und Fjodor Dostojewski, aber auch bei Edgar Allan Poe gesehen. Hoffmanns Erfolg im nichtdeutschsprachigen Raum war größer als in seiner Heimat. Richard Wagner empfing lebhafte Anregung für eigene Werke durch Texte Hoffmanns. So beeinflussten v. a. Episoden aus den Serapionsbrüdern u. a. seine Pariser Novellen, die Meistersinger und Tannhäuser. Auch Der fliegende Holländer Wagners verdankt Hoffmann seinen mystisch nachtschwarzen Charakter. Von den deutschsprachigen Autoren der Gegenwart haben sich insbesondere Ingo Schulze und Uwe Tellkamp dazu bekannt, dass E. T. A. Hoffmann ihr Vorbild sei. In dem 2008 veröffentlichten Roman Der Turm beschreibt Tellkamp die Aufführung einer dramatisierten Fassung von Hoffmanns Der goldne Topf im Dresden der 1980er Jahre. Seine Novellentheorie ist im Gegensatz zu der Goethes und Heyses bis heute selbst in der Fachwelt nur gering bekannt. Der nach ihm benannte Literaturpreis der Stadt Bamberg, der E.T.A. Hoffmann-Preis, wird seit 1989 alle zwei Jahre vergeben. E.T.A. Hoffmann wurde ca. 30 Jahre nach seinem Tod und dem Erfolg seiner Werke in Frankreich von den französischen Autoren Michel Carre und Jules Paul Barbier zum Protagonisten des Schauspiels Les Contes d'Hoffmann gemacht. Sie wandelten drei seiner Geschichten so ab, dass er in jeder zur Hauptperson wurde und fügten einige Details aus seiner Biographie und anderen Erzählungen hinzu. Dieses Schauspiel sah der deutsch-französische Komponist Jacques Offenbach und schlug vor, daraus ein Libretto für eine Oper zu gestalten. Das tat Jules Barbier nach dem Tod von Michel Carre. Jacques Offenbach konnte den größten Teil seiner kompositorischen Arbeit vor seinem Tod im Oktober 1880 noch erledigen, hinterließ aber die Oper unvollendet. Die Contes d'Hoffmann gehören heute zum Standardrepertoire der Opernhäuser. Aus wikipedia-orgE._T._A._Hoffmann
Erste Auflage dieser Ausgabe. 474 Seiten. 19,5 cm. Leinen mit goldgeprägten Rücken- und Deckeltiteln, goldgeprägten Rückenverzierungen, Kopffarbschnitt und Schutzumschlag.
[SW: Deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts, Literaturtheorie, Germanistik, Literaturkritik, Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaften]
Hoffmann, E.T.A. Märchen und Erzählungen. Bibliothek der Weltliteratur, Aufbau-Verlag 3.Aufl. 1975 Berlin und Weimar
665 S.S. 8°
Leinen Inhalt: Ritter Gluck / Don Juan / Der goldne Topf / Die Geschichte vom verlornen Spiegelbilde / Der Sandmann / Meister Martin der Küfner und seine Gesellen / Das Fräulein von Scuderi / Klein Zaches genannt Zinnober / Die Brautwahl / Prinzessin Brambilla / Des Vetters Eckfenster Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (* 24. Januar 1776 in Königsberg; 25. Juni 1822 in Berlin; Vorname eigentlich: Ernst Theodor Wilhelm, 1805 umbenannt in Anlehnung an den von ihm bewunderten Wolfgang Amadeus Mozart) war ein Schriftsteller der Romantik, Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist. Hoffmanns heute bekanntes Werk ist in einer Zeitspanne von dreizehn Jahren entstanden. Dass er erst so spät das Bekenntnis zur Schriftstellerei wagte, ist seiner ursprünglichen Präferenz für die Musik zuzuschreiben, Hoffmann fühlte sich eher zum Komponisten berufen. Was vor 1809 an Novellen von ihm verfasst wurde, hatte er entweder nicht freigegeben oder sie sind verloren gegangen. In vielen seiner Werke blieb er dem Geschmack seiner lesenden Zeitgenossen treu: Erzählungen über unheimliche Begebenheiten, Begegnungen mit dem Teufel, schicksalhafte Wendungen im Leben eines Protagonisten, denen dieser sich nicht entgegenstemmen kann. Allerdings - und das unterscheidet Hoffmann von den unbekannt gebliebenen Autoren der ausklingenden "Sturm- und Drang"-Zeit - verdichtete er seine Erzählungen virtuos zur unbeantwortet gebliebenen Frage, ob der geschilderte Spuk real stattgefunden oder sich vielleicht nur im Kopf der betroffenen Figur abgespielt hat. Viel Zeitnahes hat Hoffmann in seine Werke integriert, so z.B. auch Ängste seiner Zeitgenossen vor der Technik. Fasziniert waren sie und misstrauisch zugleich angesichts der Entwicklung von Automaten (die damals nicht mit dem maskulinen Artikel belegt worden waren, sondern entweder "die Automate" oder "das Automat" hießen). Folgerichtig ist das Schicksal einiger seiner Figuren in widriger Weise mit dieser neuen Errungenschaft verbunden (Der Sandmann, Die Automate). Hoffmanns Vielseitigkeit, sein zeichnerisches Talent und auch seine Berufsausübung als Jurist haben ihn zu einem scharfen Beobachter werden lassen. Philistertum und Borniertheit karikierte er zeichnerisch und schließlich auch in Form der Gesellschaftssatire (z. B. Klein Zaches, genannt Zinnober) - und wie recht er mit seiner Einschätzung einiger Zeitgenossen behalten sollte, zeigen die hektischen Überreaktionen des Preußischen Polizeiministerium im Anschluss an die Beschlagnahmung des Manuskripts vom Meister Floh. Hoffmanns Talente sind in ihren vielfältigen Ausdrücken nie scharf voneinander zu trennen gewesen, Musik und Schriftstellerei, beide oft verbunden mit Zeichnungen von Hoffmann, aber auch die Juristerei und das Schreiben bzw. das Zeichnen gingen häufig ineinander über. Zahlreiche seiner Erzählungen hat Hoffmann selbst illustriert. Und sogar auf dem Aktendeckel einer von Hoffmann bearbeiteten Justizakte befindet sich eine Karikatur, die zwei Amtsträger, auf Katze bzw. Hund reitend, aufeinander losgehen lässt. Im Urteil der Zeitgenossen wurde Hoffmanns Werk zwiespältig aufgenommen. Johann Wolfgang Goethe fand keinen Zugang hierzu, auch Joseph von Eichendorff verhielt sich ablehnend. Jean Paul schätzte ihn auch nur gering, nahm aber die Widmung der Phantasiestücke in Callots Manier an. Wilhelm Grimm fand an der Erzählung Nußknacker und Mausekönig zwar noch Gefallen, urteilte aber über dessen Gesamtwerk: "Dieser Hoffmann ist mir widerwärtig mit all seinem Geist und Witz von Anfang bis zu Ende". Hingegen verehrten Heinrich Heine und Adelbert von Chamisso ihn ebenso wie Honore de Balzac, George Sand und Theophile Gautier. Einflüsse seiner Dichtkunst werden bei Victor Hugo, Charles Baudelaire, Guy de Maupassant, Alexander Puschkin und Fjodor Dostojewski, aber auch bei Edgar Allan Poe gesehen. Hoffmanns Erfolg im nichtdeutschsprachigen Raum war größer als in seiner Heimat. Richard Wagner empfing lebhafte Anregung für eigene Werke durch Texte Hoffmanns. So beeinflussten v. a. Episoden aus den Serapionsbrüdern u. a. seine Pariser Novellen, die Meistersinger und Tannhäuser. Auch Der fliegende Holländer Wagners verdankt Hoffmann seinen mystisch nachtschwarzen Charakter. Von den deutschsprachigen Autoren der Gegenwart haben sich insbesondere Ingo Schulze und Uwe Tellkamp dazu bekannt, dass E. T. A. Hoffmann ihr Vorbild sei. In dem 2008 veröffentlichten Roman Der Turm beschreibt Tellkamp die Aufführung einer dramatisierten Fassung von Hoffmanns Der goldne Topf im Dresden der 1980er Jahre. Seine Novellentheorie ist im Gegensatz zu der Goethes und Heyses bis heute selbst in der Fachwelt nur gering bekannt. Der nach ihm benannte Literaturpreis der Stadt Bamberg, der E.T.A. Hoffmann-Preis, wird seit 1989 alle zwei Jahre vergeben. E.T.A. Hoffmann wurde ca. 30 Jahre nach seinem Tod und dem Erfolg seiner Werke in Frankreich von den französischen Autoren Michel Carre und Jules Paul Barbier zum Protagonisten des Schauspiels Les Contes d'Hoffmann gemacht. Sie wandelten drei seiner Geschichten so ab, dass er in jeder zur Hauptperson wurde und fügten einige Details aus seiner Biographie und anderen Erzählungen hinzu. Dieses Schauspiel sah der deutsch-französische Komponist Jacques Offenbach und schlug vor, daraus ein Libretto für eine Oper zu gestalten. Das tat Jules Barbier nach dem Tod von Michel Carre. Jacques Offenbach konnte den größten Teil seiner kompositorischen Arbeit vor seinem Tod im Oktober 1880 noch erledigen, hinterließ aber die Oper unvollendet. Die Contes d'Hoffmann gehören heute zum Standardrepertoire der Opernhäuser. Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzleinenband mit Rückenschild und Schutzumschlag. Der Umschlag v.a. am Rücken nachgebräunt und dezent angerändert, das holzhaltige Papier allg. nachgebräunt, ansonsten guter, nahezu sehr guter Erhaltungszustand dieser Ausgabe.
[SW: Deutsche Literatur | Romantik | Hoffmann, E.T.A.]



