Spinoza Ethik
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Spinoza, Benedicti de; Bruder, Carolus Hermannus: Opera quae supersunt omnia. Ex Editionibus Principibus Denuo Edidit et Paefatus est Carolus Hermannus Bruder. Vol II. De intellectus emendatione, tractatus politicus, epistulae. Bernhard Tauchnitz Erste Aufl. 1844 Leipzig
XIV, 354S. Klein 8°
Halbleder Privater, fadengehefteter Halbledereinband der Zeit mit marmoriertem Deckelpapier, Lederecken, handbeschrifteten Rückenschildern und dreiseitigem Sprengschnitt. Einband und Kanten berieben, die Rückenschilder größtenteils abgerieben, Papier und Schnitte altersgemäß nachgedunkelt, vom Titelblatt ein nahezu rechteckiges Stück (2x5cm) ausgeschnitten, ansonsten gute, innen sehr gute Erhaltung. Baruch de Spinoza, latinisiert: Benedictus de Spinoza (* 24. November 1632 in Amsterdam; 21. Februar 1677 in Den Haag), war ein niederländischer Philosoph mit sephardischen (iberisch-jüdischen) Vorfahren. Er wird dem Rationalismus zugeordnet und gilt als einer der Begründer der modernen Bibelkritik. Spinoza nimmt in der Philosophiegeschichte eine Sonderstellung ein, er gehörte weder einer etablierten philosophischen Schule an noch begründete er selber eine neue. Sicherlich war er einer der radikalsten Philosophen der Frühen Neuzeit. Seine Ethica, Ordine Geometrico Demonstrata ist der Form nach in synthetischer Darstellung und wie es der Titel andeutet, nach der Methode in Euklids Elementen in "Grundbegriffen", "Axiomen", "Theoremen", "Demonstrationen" und "Korollarien" abgefasst, wodurch sie den Anschein unumstößlicher Gewissheit erweckte. Spinoza verfasste eine Metaphysik und Ethik in der Art eines Geometrie-Lehrbuches. Die Philosophie Spinozas hat vor allem ein ethisch-praktisches Ziel. Er möchte von den illusorischen Lebenszielen das einzig wahre unterscheiden, das ihm, wenn er es erreicht, eine stabile und wirklich befriedigende Freude verschaffen könnte. Um dies möglich zu machen, entwickelte er eine Ethik (vor allem in den drei letzten Büchern der Ethik), deren Grundlagen metaphysischer Natur sind (und die in den ersten zwei Büchern der Ethik dargelegt werden). Die ethischen und metaphysischen Reflexionen forderten eine propädeutisch-methodologische Arbeit, der Spinoza sich im Tractatus de intellectus emendatione unterzog. Aber da die Ethik in seinen Augen von der politischen Philosophie untrennbar ist, entwickelte er sowohl im Rahmen des Tractatus theologico-politicus als auch des Tractatus politicus ein eigenständiges politisches Denken. Die vier Zweige des Denkens Spinozas sind also die folgenden: 1.Metaphysik 2.Ethik 3.Politische Philosophie 4.Erkenntnistheorie Da nach Spinoza "die Substanz" als solche weder Intelligenz noch Willen besitzt, gibt es keine Vorsehung, keinen Heilsplan; da sie Ursache ihrer selbst ist, gibt es auch kein blindes Verhängnis. Die Ethik geht zurück auf die "Ontologie" Gottes, die Spinoza entwirft. Der Mensch kann Anteil an der göttlichen Natur haben, das Ziel ist eine Entwicklung der Welt gemäß dem Willen Gottes . Die Ethik Spinozas verlangt, die Dinge so zu schauen, wie Gott sie schaut: ganzheitlich. Das bedeutet unter dem Gesichtspunkt der Ewigkeit (sub specie aeternitatis), jede Einzelheit (Idee, Gegenstand oder Vorgang) als Bestandteil eines einheitlichen Weltganzen zu sehen. Eine klare Abkehr von aristotelischen Vorstellungen ist Spinozas Behauptung, es gebe keine Zweckursachen, sondern lediglich wertneutrale, "wirkende" Ursachen, die nur "notwendig" seien. Alle Ursachen haben eine Dynamik zu Lebenserhaltung und zum Nutzen (was hier aber nicht mit dem Utilitarismus verwechselt werden sollte). AFFEKTENLEHRE: Wenn vorige Begründungen auf Gott und die positive Dynamik der natura naturans zurückgeleitet werden können, so bringt auch der Mensch etwas in die Ethik ein. Spinoza entwickelt eine Lehre von Affekten und Leidenschaften. Diese werden als eine "Bejahung des Lebens" verstanden. Spinoza entwickelte eine sehr genaue Theorie der Affekte, die Fragen der Anreize und Wirksamkeit von Affekten (Grundlagen der späteren Spieltheorie und Verhaltenstheorie!) bearbeitet. Er unterscheidet zwischen angemessenen Affekten aktiver Gestaltung und inadequaten Affekten (Ideen) die wir erleiden. Es geht darum in den Ursachen nicht unterzugehen, nicht Knecht der Affekte zu werden, sondern sie zu gestalten. "Demut ist keine Tugend, sie ist eine Trauer, die aus der Ohnmacht entspringt." (Spinoza, Ethik, 4.Buch). DAS GUTE ist die Erhaltung des Lebens und nicht eine welttranszendente Idee. Das Streben nach Selbsterhaltung führt nicht schon dazu, dass der Strebende sich auch tatsächlich selbst erhält. Das wahrhaft Gute entwickelt Spinoza im ausdrücklichen Kontrast zu diesem bloßen Meinen. Es ist "wahrer Nutzen" und deshalb mehr: Das Gute ist nicht dasjenige, wovon wir eine gute Meinung haben, sondern etwas, um das wir wissen. Es ist nicht nur scheinbar, sondern wahrhaft nützlich. Dementsprechend könne nur wahrhaft gut genannt werden, was uns tatsächlich am Leben hält, und nicht, was wir meinend für unsere Selbsterhaltung erstreben. Wenn das Erstrebte zu einer Vernichtung oder zur Minderung des eigenen Seins führe, sei es in Wahrheit schlecht, obgleich es erstrebt wird und in der Perspektive des Strebenden gut ist. Der Mensch hat aber die Möglichkeit, seine Affekte zu beherrschen, und zwar mithilfe der Vernunft. Es ist wichtig, die Affekte zu verstehen, zu Ideen zu kommen. Diese können geordnet und besser gesteuert werden. Eine solche Klarheit führt letzten Endes an das Ziel. Da der Mensch von jeher nach vollkommener Erkenntnis strebt, und da Gott vollkommen ist, muss es sein Ziel sein, eins mit Gott zu werden. Da Gott in allem ist, muss daher das Ziel des Menschen sein, eins mit der (göttlichen) Natur zu werden; wenn man dies erreicht, erreicht man die höchste Form der Existenz - und damit den Frieden. Diese (intellektuelle) Liebe zu Gott steht bei Spinoza neben der Resignation, also der Ergebung in die Naturnotwendigkeit. Sie bilden den Kern der rein rationalen, also leidenschaftslosen Ethik Spinozas, der sich selbst in eine Reihe mit Sokrates und den Stoikern stellte. Zu dieser Ethik gehörte eine Philosophie des Glücks: "Die Glückseligkeit ist nicht der Lohn der Tugend, sondern die Tugend selbst. Wir freuen uns ihrer nicht, weil wir die Gelüste hemmen, sondern weil wir uns ihrer erfreuen, darum können wir die Gelüste hemmen." Dies klingt egoistisch. Es darf aber nicht vergessen werden, dass für Spinoza "wahre" Lebenserhaltung nur in der Gemeinschaft möglich ist. Spinoza bezeichnet diesen weg als schwer, aber gangbar. Im Anhang zum ersten Teil seiner Ethik sagt Spinoza, dass Unwissenheit kein hinreichender Grund sei: "Ignorantia non est argumentum". Damit wendet er sich gegen jene Theologen, die den Willen Gottes als Ursache aller Erscheinungen hinstellen mit der alleinigen Begründung, andere Ursachen seien nicht bekannt. Dies ist ein Plädoyer Spinozas für die rationale Begründung seiner Ethik.
[SW: Lateinische Ausgaben | Philosophie | Spinoza]
Spinoza (d.i.Baruch de Spinoza): Spinozas Briefwechsel. Verdeutscht und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von J. Stern. Verlag von Philipp Reclam jun. Keine Angabe Ohne Jahresangabe (um 1900) Leipzig
294S. Klein 8°
Leinen Fadengehefteter, geprägter Ganzleinenband mit Farbkopfschnitt. Einband leicht berieben und aufgehellt, Eignerstempel auf Titelblatt, Papier und Schnitte altersgemäß nachgedunkelt, ansonsten guter Zustand. Gesetzt in Fraktur. Baruch de Spinoza, portugiesisch: Bento de Espinosa, latinisiert: Benedictus de Spinoza (* 24. November 1632 in Amsterdam; 21. Februar 1677 in Den Haag), war ein niederländischer Philosoph mit sephardischen (iberisch-jüdischen) Vorfahren. Er wird dem Rationalismus zugeordnet und gilt als einer der Begründer der modernen Bibelkritik. Spinoza nimmt in der Philosophiegeschichte eine Sonderstellung ein, er gehörte weder einer etablierten philosophischen Schule an noch begründete er selber eine neue. Sicherlich war er einer der radikalsten Philosophen der Frühen Neuzeit. Seine Ethica, Ordine Geometrico Demonstrata ist der Form nach in synthetischer Darstellung und wie es der Titel andeutet, nach der Methode in Euklids Elementen in "Grundbegriffen", "Axiomen", "Theoremen", "Demonstrationen" und "Korollarien" abgefasst, wodurch sie den Anschein unumstößlicher Gewissheit erweckte. Spinoza verfasste eine Metaphysik und Ethik in der Art eines Geometrie-Lehrbuches. Die Philosophie Spinozas hat vor allem ein ethisch-praktisches Ziel. Er möchte von den illusorischen Lebenszielen das einzig wahre unterscheiden, das ihm, wenn er es erreicht, eine stabile und wirklich befriedigende Freude verschaffen könnte. Um dies möglich zu machen, entwickelte er eine Ethik (vor allem in den drei letzten Büchern der Ethik), deren Grundlagen metaphysischer Natur sind (und die in den ersten zwei Büchern der Ethik dargelegt werden). Die ethischen und metaphysischen Reflexionen forderten eine propädeutisch-methodologische Arbeit, der Spinoza sich im Tractatus de intellectus emendatione unterzog. Aber da die Ethik in seinen Augen von der politischen Philosophie untrennbar ist, entwickelte er sowohl im Rahmen des Tractatus theologico-politicus als auch des Tractatus politicus ein eigenständiges politisches Denken. Die vier Zweige des Denkens Spinozas sind also die folgenden: 1.Metaphysik 2.Ethik 3.Politische Philosophie 4.Erkenntnistheorie
[SW: Philosophie | Biografische Schriften | Briefe]
Philosophie - Spinoza (d.i.Baruch de Spinoza): Spinozas Briefwechsel. Verdeutscht und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von J. Stern. Verlag von Philipp Reclam jun. Keine Angabe Ohne Jahresangabe (um 1900) Leipzig,
mit einigen Unterstreichungen in Bleistift sonst gut erhalten
Leinen Fadengehefteter, geprägter Ganzleinenband mit Farbkopfschnitt. Einband leicht berieben und aufgehellt, Eignerstempel auf Titelblatt, Papier und Schnitte altersgemäß nachgedunkelt, ansonsten guter Zustand. Gesetzt in Fraktur. Baruch de Spinoza, portugiesisch: Bento de Espinosa, latinisiert: Benedictus de Spinoza (* 24. November 1632 in Amsterdam; 21. Februar 1677 in Den Haag), war ein niederländischer Philosoph mit sephardischen (iberisch-jüdischen) Vorfahren. Er wird dem Rationalismus zugeordnet und gilt als einer der Begründer der modernen Bibelkritik. Spinoza nimmt in der Philosophiegeschichte eine Sonderstellung ein, er gehörte weder einer etablierten philosophischen Schule an noch begründete er selber eine neue. Sicherlich war er einer der radikalsten Philosophen der Frühen Neuzeit. Seine Ethica, Ordine Geometrico Demonstrata ist der Form nach in synthetischer Darstellung und wie es der Titel andeutet, nach der Methode in Euklids Elementen in "Grundbegriffen", "Axiomen", "Theoremen", "Demonstrationen" und "Korollarien" abgefasst, wodurch sie den Anschein unumstößlicher Gewissheit erweckte. Spinoza verfasste eine Metaphysik und Ethik in der Art eines Geometrie-Lehrbuches. Die Philosophie Spinozas hat vor allem ein ethisch-praktisches Ziel. Er möchte von den illusorischen Lebenszielen das einzig wahre unterscheiden, das ihm, wenn er es erreicht, eine stabile und wirklich befriedigende Freude verschaffen könnte. Um dies möglich zu machen, entwickelte er eine Ethik (vor allem in den drei letzten Büchern der Ethik), deren Grundlagen metaphysischer Natur sind (und die in den ersten zwei Büchern der Ethik dargelegt werden). Die ethischen und metaphysischen Reflexionen forderten eine propädeutisch-methodologische Arbeit, der Spinoza sich im Tractatus de intellectus emendatione unterzog. Aber da die Ethik in seinen Augen von der politischen Philosophie untrennbar ist, entwickelte er sowohl im Rahmen des Tractatus theologico-politicus als auch des Tractatus politicus ein eigenständiges politisches Denken. Die vier Zweige des Denkens Spinozas sind also die folgenden: 1.Metaphysik 2.Ethik 3.Politische Philosophie 4.Erkenntnistheorie 294 Seiten
[SW: Philosophie]
Herausgegeben von Schnepf, Michael / Kisser, Thomas / Schnepf, Robert / Senn, Marcel / Stenzel, Jürgen: Transformation der Metaphysik in die Moderne Zur Gegenwärtigkeit der theoretischen und praktischen Philosophie Spinozas - Manfred Walther zum 65. Geburtstag, Königshausen u. Neumann ; weicher Einband / soft cover ISBN: 9783826026454
9783826026454 Neu
Transformation der Metaphysik in die Moderne Zur Gegenwärtigkeit der theoretischen und praktischen Philosophie Spinozas - Manfred Walther zum 65. Geburtstag (Königshausen u. Neumann) ISBN: 978-3-8260-2645-4 geheftet 270 S. - 23,0 x 15,0 cm Transformation der Metaphysik in die Moderne Zur Gegenwärtigkeit der theoretischen und praktischen Philosophie Spinozas - Manfred Walther zum 65. Geburtstag Herausgegeben von Schnepf, Michael / Kisser, Thomas / Schnepf, Robert / Senn, Marcel / Stenzel, Jürgen Verlag : Königshausen u. Neumann ISBN : 978-3-8260-2645-4 Einband : geheftet Preisinfo : 44,00 Eur[D] / 45,30 Eur[A] / 77,00 CHF UVP Alle Preisangaben in CHF (Schweizer Franken) sind unverbindliche Preisempfehlungen. Legende: UVP = unverbindliche Preisempfehlung, iVb = in Vorbereitung. Alle Preisangaben inkl. MwSt Preis ist offizieller VLB Referenzpreis Preis ist offizieller VLB Referenzpreis Seiten/Umfang : 270 S. - 23,0 x 15,0 cm Produktform : B: Geheftet Erscheinungsdatum : 1. Aufl. 05.2003 Gewicht : 550 g verwandte Themen : Baruch de Spinoza, Metaphysik, Moderne Spinoza, Benedictus de [DNB] Philosophie [DNB] Aufsatzsammlung [DNB] 44,00 Eur[D] Vorwort - 1. Zu Spinozas Metaphysik und Erkenntnistheorie - P.-F. Moreau: Spinoza - orthodoxie et heterodoxie - Th. Kisser: Vom Sein der Idee zur Idee des Seins - Die Konzeption der Erkenntnis und der Versuch der Selbstbegründung der Metaphysik bei Spinoza - R. Schnepf: Der ordo geometricus und die Transformation der kausalen Ordnung in Spinozas Ethik - R. Wiehl: Psychodynamik als Metaphysik und wissenschaftliche Psychologie. Überlegungen zum Verhältnis von Emotionalität und Subjektivität - J. Th. Cook: The Idea of God and the Foundation of Knowledge - 2. Zu Spinozas Ethik und Rechtsphilosophie - H. De Dijn: The good and the true - Salvation in the TTP and the Ethics - F. Amann: Rationalismus, Naturalismus und die Perspektive des anderen in Spinozas Ethik - L. C. Rice: Reflections on Spinozistic Therapy - M. Senn: Frei denken - staatlich handeln - A. Matheron: L'etat, selon Spinoza, est-il un individu au sens de Spinoza? - 3. Zur Rezeptionsgeschichte Spinozas - M. Czelinski: Die Ethik der Atheisten. Gottlieb Samuel Treuers Kritik an Spinoza - W. Bartuschat: Spinoza und Kant über Recht, Staat und Freiheit - V. Oittinen: Spinoza und Kant über das göttliche Selbstbewußtsein - K. Hammacher: Spinoza und Fichte - J. Stenzel: Franz von Baaders theosophische Spinozakritik - P. Steenbakkers: "Quandoque delirat bonus Spinoza": Schopenhauers Kritik an Spinoza - U. Goldenbaum: "Der alte Spinoza hatte ganz recht"? Zur Aneignung Spinozas in der deutschen Sozialdemokratie - Siglenverzeichnis der zitierten Werke Spinozas Softcover Buch



