Sonnenschein
Es wurden insgesamt 3318 Einträge zu 'Sonnenschein' gefunden (Stand: 21.05.2012).
Sehen Sie sich die aktuell angebotenen Bücher zu 'Sonnenschein' an.
Lubek, Rolf: Carl Sonnenschein : Sozialreformer und Grossstadtseelsorger. Reihe Engagement. Limburg : Lahn-Verlag, 1980. ISBN: 3784051014
Zustand: geringe Gebrauchs- u. Lagerspuren, sehr gutes Exemplar. Der Studentenseelsorger und Publizist Dr. Carl Sonnenschein war auf weite Strecken ein einsamer Rufer. Seine Ideen vom mündigen Katholiken, vom Arbeiter, der sein Proletentum überwinden kann, faszinierten die einen und provozierten die anderen. Auch innerhalb der katholischen Kirche wurden die ungewöhnlichen Seelsorgemethoden kritisiert, ... ISBN 3784051014 - , ISBN-13: 9783784051017
mit s/w. Abbildungen und Illustrationen, 128 S. : Ill. , 21 cm, kart., Softcover/Paperback,
[SW: Rolf Lubek , Carl Sonnenschein , Sozialreformer , Grossstadtseelsorger, Sonnenschein, Carl / Biographie , Christliche Persönlichkeiten / Einz. Pers. -> Sonnenschein, C. , Sonnenschein, Carl]
Sonnenschein, Carl: Fröhlicher Gottesdienst. Aussprüche von Dr. Carl Sonnenschein. Verteilt auf das Jahr von Agathe Mallachow. Mit einer Einleitung von Dr. Heinrich Lampe und einem Frontispiz Sonnenscheins von Stefan Pokora. Erstausgabe. Buchverlag Germania Erste Aufl. 1929 Berlin
150S. Klein 8°
Leinen Fadengehefteter, geprägter Ganzleineneinband mit Farbkopfschnitt. Gedruckt in zwei Farben. Der Einband mit Lichtrand und einem Fleck auf Vorderdeckel, Namenszug und Datum auf Vorsatz, Papier altersgemäß nachgedunkelt, ansonsten guter Zustand. Carl Sonnenschein (* 15. Juli 1876 in Düsseldorf; 20. Februar 1929 in Berlin) war ein durch sein Auftreten im Arbeitermilieu bekannter katholischer Priester; der "Zigeuner der Wohltätigkeit" (Kurt Tucholsky). Carl Sonnenschein wurde als Sohn des Klempners und Installateurs Ernst Sonnenschein (1844-1878) sowie dessen Frau Maria geb. Lütgenau (1852-1901) in Düsseldorf geboren. Sein Großvater betreute neben der Klempnerei eine Pilgerherberge im Wallfahrtsort Hardenberg, sein Onkel war Priester und hatte ein Krankenhaus in Borbeck gebaut und eine Kinderspeisung eingerichtet. Als Carl zwei Jahre alt war, starb sein Vater an Krankheitsfolgen aus dem Krieg 1870/71. Die Mutter heiratete 1884 den Klavierstimmer und Musiklehrer Noll, der Carl bei seiner Ausbildung nach Kräften unterstützte. Nach der Reifeprüfung am Düsseldorfer Hohenzollern-Gymnasium, dem heutigen Görres-Gymnasium, studierte er in Bonn und am Collegium Germanicum in Rom, das von Jesuiten geführt wurde. Neben dem Studium erteilte er den armen Kindern der Umgebung Religionsunterricht und wurde bald als "Ragazzibändiger" bekannt. Er führte auch Besucher durch die Katakomben. 1897 erwarb er den Doktorgrad der Philosophie und 1900 den Doktorgrad der Theologie. Am 28. Oktober 1900 wurde er zum Priester geweiht. Prägend für seine römische Zeit war seine Begegnung mit dem italienischen sozialen politischen Katholizismus. Er wurde später Ehrenmitglied des katholischen Studentenvereins K.St.V. Suevia (Köln) und des K.St.V. Askania-Burgundia (Berlin) im KV. 1901 kehrte Sonnenschein nach Düsseldorf zurück. 1902 wurde er Kaplan in Aachen, 1903 in Köln-Nippes, wo er sich besonders in der Jugendarbeit engagierte. Er gründete eine Berufsberatung und Stellenvermittlung. 1904 wurde er nach Elberfeld versetzt. Sein Engagement galt hier der Mädchenbildung (er befürwortete das Frauenstudium) und der Seelsorge an den Heimarbeiterinnen. Zu seinen Aufgaben gehörte die Betreuung der italienischen Bergarbeiter, denen er eine eigene Zeitung Der Italiener in Deutschland gründete. Er sorgte auch für die Anstellung des ersten Vertreters der Italiener bei der Landesregierung. Als die deutschen Arbeiter streikten, überzeugte Sonnenschein die Italiener, sich nicht als Streikbrecher missbrauchen zu lassen. Bald war er berüchtigt für seine Neigung, potentielle Spender zu jeder Tages- und Nachtzeit aufzuspüren und für seine Vergesslichkeit. 1906 wurde er wegen seiner unbequemen politischen Tätigkeit beurlaubt. Er widmete sich nun der literarischen Arbeit und fand schließlich eine Anstellung im Volksverein für das katholische Deutschland in Mönchengladbach, einer Denkfabrik des sozialen Katholizismus. Er unterstützte die christlichen Gewerkschaften, die für ihn ein Stück angewandtes Christentum waren. Wesentliche Anregungen verdankte er seiner Freundschaft mit Elisabeth Gnauck-Kühne. 1908 gründete er das "Sekretariat Sozialer Studentenarbeit" in Mönchengladbach. Dessen Zeitschrift waren die Sozialen Studentenblätter. In seinem Haus richtete er eine Studentenburse ein und errichtete auch in anderen Städten sozialstudentische Zentralen, die er meist in Gewerkschaftsbüros und Gesellenhäusern unterbrachte. Dabei ließ er sich von den englischen Settlements inspirieren. Er richtete gemeinsame Fortbildungskurse für Studenten und andere Bevölkerungsschichten ein, die zum Vorläufer der katholischen Volkshochschulen wurden. Während des Ersten Weltkrieges organisierte er Schriften- und Briefaktionen und setzte sich für die flämischen Kriegsgefangenen ein. Den Krieg begrüßte er als Möglichkeit die Klassengesellschaft zu überwinden. Seine Schriften aus dieser Zeit zeigen ein sonst im katholischen Bereich kaum erreichtes nationalistisches Pathos und lassen jedes Gespür für die Leiden der Soldaten in einem industriell geführten Krieg vermissen. Nach dem Krieg gründete er in Mönchengladbach ein Akademisches Arbeitsamt für Katholiken. Bei Kriegsende ging Sonnenschein 1918 in den Tagen der Novemberrevolution wahrscheinlich aus Angst vor den anrückenden Belgiern aus Mönchengladbach nach Berlin. Im Sozialen Archiv des Volksvereins eröffnete er sein Büro, mit dem er mehrmals umzog, bis er sich schließlich in der Georgenstraße 44 niederließ. Berühmt war seine Kartei, in der nicht nur die Hilfsbedürftigen, sondern auch die potentiellen Helfer gründlichst erfasst wurden, ein Zettelkasten der Sozialarbeit. Seine besondere Fürsorge galt der Nachkriegsnot des akademischen Proletariats, ihn bewegte die Berufsentfremdung und das vergeudete Wissenspotential. Auch um die christliche Beisetzung von Selbstmördern kümmerte er sich. Bis 1925 wurde seine Arbeit vom Volksverein finanziell unterstützt, danach war er auf sich selbst gestellt. Vor allem durch Vorträge und Broschüren verdiente er etwas. 1924 gründete er ein Kirchenblatt für Akademiker, dazu übernahm er das bestehende Katholische Kirchenblatt, dessen publizistisches Gewicht und Auflage er gewaltig steigern konnte. 1923 begann er mit dem Aufbau einer katholischen Volkshochschule, 1926 eröffnete er mit Spendengeldern eine katholische Lesehalle, die er mit Rezensionsexemplaren füllte. Angeregt von seinen Wanderungen rund um Berlin gründete er den "Geschichtsverein katholische Mark" und gab den Märkischen Kalender heraus. Durch seine Initiative entstanden die Josephs-Siedlung in Tegel und die Siedlung Marienfelde-Mariengarten. Und wie früher unterrichtete er italienische Kinder. Am 15. April 1928 kam der Theologe Johannes Pinsk als sein Nachfolger nach Berlin. Der Diözesangeschichtsverein in Berlin geht auf eine gemeinsame Gründung von Carl Sonnenschein, dem Historiker Karlheinrich Schäfer und Josef Deitmer im Jahr 1928 zurück. Der Verein hat zum Ziel, das Interesse für die lokale Kirchengeschichte zu wecken und zur wissenschaftlichen Erforschung beizutragen. Die letzten zehn Jahre seines Lebens litt er an Herzmuskelschwäche. Nach seinem Tod wurde er nicht nur von den Katholiken, sondern auch von der jüdischen Gemeinde, den Sozialdemokraten und vielen anderen betrauert. Sonnenschein wurde auf dem Berliner St.-Hedwigs-Friedhof bestattet. Für seine Grabstätte schuf der mit ihm befreundete Bildhauer Hans Perathoner 1935 ein an den Schnitzstil der Spätgotik angelehntes, expressionistisches Bronzekruzifix.
[SW: Deutsche Literatur | Christentum | Zitate, Aphorismen | Jahrbücher | Erstausgaben]
Thrasolt, Ernst (d.i. Matthias Josef Franz Tressel): Dr. Carl Sonnenschein. Der Mensch und sein Werk. Mit einem Frontispit Carl Sonnenscheins. Verlag Josef Kösel & Fr. Pustet 12-15. Tausend 1930 München
404S. 8°
Leinen Fadengehefteter, blindgeprägter Ganzleineneinband mit Farbkopfschnitt. Der Einband leicht nachgedunkelt und teils fleckig, Reste eines Bibliotheksschidchens auf unterem Rücken, Exlibris (schön) auf Innendeckel, Stempel einer Franziskanerbibliothek auf Titelblatt, das Papier allg. nachgedunkelt, insgesamt gute Erhaltung. Ernst Thrasolt (Pseudonym für Matthias Josef Franz Tressel; * 12. Mai 1878 in Saarburg (Ortsteil Beurig); 20. Januar 1945 in Berlin) war katholischer Priester, Dichter und Mitbegründer der katholischen Jugendbewegung. Thrasolt wurde als Matthias Tressel in eine bäuerlich-handwerkliche Familie hineingeboren, besuchte das Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und studierte nach dem Abitur 1899 am Priesterseminar der Diözese Trier katholische Theologie. Im März 1904 wurde er zum Priester geweiht und war dann als Kaplan in verschiedenen Orten (Halsenbach, Illingen, Heimersheim, Boppard) sowie als Rektor einer Fürsorgeanstalt in Alf an der Mosel tätig. Nach dem Pfarrexamen 1907 wurde Thrasolt 1908 zum Pfarrer von Haag (Hunsrück) ernannt, 1915 dann zum Pfarrer von Langsur. Im gleichen Jahr entzog ihm der Bischof von Trier wegen Verstoßes gegen den Zölibat mit einer minderjährigen Abhängigen die Pfarrstelle. Von 1917 bis 1919 war er als Kriegsfreiwilliger im Sanitätsdienst tätig. Seine Brüder Nikla und Hanni fielen beide im Krieg. Nach dem Ersten Weltkrieg suchte Thrasolt eine Betätigung in Berlin und fand Anschluss an Carl Sonnenschein, der ihm eine Hausgeistlichenstelle in Berlin-Weißensee vermittelte. Thrasolt war schon seit dem Jahre 1908 literarisch hervorgetreten. Neben zahlreichen Gedichtbänden publizierte er auch einige Zeitschriften. Obwohl er in seiner Heimat als emeritierter Priester des Bistums Trier gebrandmarkt war, blieb er seiner Heimat, seinem Elternhaus und seiner Heimatsprache fest verbunden. Dies belegen seine beiden Gedichtbändchen "Behaal meech liew" (1922) und "Fänk beim Bo'r unn!" (1935), die beide in moselfränkischer Mundart geschrieben sind und Arbeit und Leben in dem kleinen Bauerndorf der damaligen Zeit beschreiben. "Behaal meech liew" widmete er seiner "Mootter en ihrem finfunsiwwenzigsten Läwensjoar un Doudesjoar". Im Dritten Reich wurden Thrasolts Werke zum Teil verboten, die Zeitschriften, bei denen er mitwirkte, wurden eingestellt. Ab 1934 lebte er in einer einsamen Blockhütte bei Berlin, wo er stets von der Gestapo beobachtet wurde und dennoch politisch und rassisch Verfolgten Unterschlupf bot. Am 6. Dezember 1944 wurde Thrasolts Blockhütte ein Opfer der Brandbomben und zahlreiche Werke und Manuskripte gingen unwiederbringlich verloren. Schon bald darauf starb Thrasolt im St.-Hedwig-Krankenhaus und wurde auf dem Berliner Alten St.-Hedwigs-Friedhof an der Liesenstraße neben Carl Sonnenschein beerdigt. 1953 ehrte Ernst Reuter, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Ernst Thrasolt zum 75. Geburtstag. Er enthüllte ein Denkmal auf Thrasolts Grab und benannte eine Straße in Charlottenburg nach ihm. Zu Lebzeiten galt Thrasolt als einer der bedeutendsten religiösen Lyriker in Deutschland, nach seinem Tode geriet er jedoch weitgehend in Vergessenheit. Carl Sonnenschein (* 15. Juli 1876 in Düsseldorf; 20. Februar 1929 in Berlin) war ein durch sein Auftreten im Arbeitermilieu bekannter katholischer Priester; der "Zigeuner der Wohltätigkeit" (Kurt Tucholsky). Carl Sonnenschein wurde als Sohn des Klempners und Installateurs Ernst Sonnenschein (1844-1878) sowie dessen Frau Maria geb. Lütgenau (1852-1901) in Düsseldorf geboren. Sein Großvater betreute neben der Klempnerei eine Pilgerherberge im Wallfahrtsort Hardenberg, sein Onkel war Priester und hatte ein Krankenhaus in Borbeck gebaut und eine Kinderspeisung eingerichtet. Als Carl zwei Jahre alt war, starb sein Vater an Krankheitsfolgen aus dem Krieg 1870/71. Die Mutter heiratete 1884 den Klavierstimmer und Musiklehrer Noll, der Carl bei seiner Ausbildung nach Kräften unterstützte. Nach der Reifeprüfung am Düsseldorfer Hohenzollern-Gymnasium, dem heutigen Görres-Gymnasium, studierte er in Bonn und am Collegium Germanicum in Rom, das von Jesuiten geführt wurde. Neben dem Studium erteilte er den armen Kindern der Umgebung Religionsunterricht und wurde bald als "Ragazzibändiger" bekannt. Er führte auch Besucher durch die Katakomben. 1897 erwarb er den Doktorgrad der Philosophie und 1900 den Doktorgrad der Theologie. Am 28. Oktober 1900 wurde er zum Priester geweiht. Prägend für seine römische Zeit war seine Begegnung mit dem italienischen sozialen politischen Katholizismus. Er wurde später Ehrenmitglied des katholischen Studentenvereins K.St.V. Suevia (Köln) und des K.St.V. Askania-Burgundia (Berlin) im KV. 1901 kehrte Sonnenschein nach Düsseldorf zurück. 1902 wurde er Kaplan in Aachen, 1903 in Köln-Nippes, wo er sich besonders in der Jugendarbeit engagierte. Er gründete eine Berufsberatung und Stellenvermittlung. 1904 wurde er nach Elberfeld versetzt. Sein Engagement galt hier der Mädchenbildung (er befürwortete das Frauenstudium) und der Seelsorge an den Heimarbeiterinnen. Zu seinen Aufgaben gehörte die Betreuung der italienischen Bergarbeiter, denen er eine eigene Zeitung Der Italiener in Deutschland gründete. Er sorgte auch für die Anstellung des ersten Vertreters der Italiener bei der Landesregierung. Als die deutschen Arbeiter streikten, überzeugte Sonnenschein die Italiener, sich nicht als Streikbrecher missbrauchen zu lassen. Bald war er berüchtigt für seine Neigung, potentielle Spender zu jeder Tages- und Nachtzeit aufzuspüren und für seine Vergesslichkeit. 1906 wurde er wegen seiner unbequemen politischen Tätigkeit beurlaubt. Er widmete sich nun der literarischen Arbeit und fand schließlich eine Anstellung im Volksverein für das katholische Deutschland in Mönchengladbach, einer Denkfabrik des sozialen Katholizismus. Er unterstützte die christlichen Gewerkschaften, die für ihn ein Stück angewandtes Christentum waren. Wesentliche Anregungen verdankte er seiner Freundschaft mit Elisabeth Gnauck-Kühne. 1908 gründete er das "Sekretariat Sozialer Studentenarbeit" in Mönchengladbach. Dessen Zeitschrift waren die Sozialen Studentenblätter. In seinem Haus richtete er eine Studentenburse ein und errichtete auch in anderen Städten sozialstudentische Zentralen, die er meist in Gewerkschaftsbüros und Gesellenhäusern unterbrachte. Dabei ließ er sich von den englischen Settlements inspirieren. Er richtete gemeinsame Fortbildungskurse für Studenten und andere Bevölkerungsschichten ein, die zum Vorläufer der katholischen Volkshochschulen wurden. Während des Ersten Weltkrieges organisierte er Schriften- und Briefaktionen und setzte sich für die flämischen Kriegsgefangenen ein. Den Krieg begrüßte er als Möglichkeit die Klassengesellschaft zu überwinden. Seine Schriften aus dieser Zeit zeigen ein sonst im katholischen Bereich kaum erreichtes nationalistisches Pathos und lassen jedes Gespür für die Leiden der Soldaten in einem industriell geführten Krieg vermissen. Nach dem Krieg gründete er in Mönchengladbach ein Akademisches Arbeitsamt für Katholiken. Bei Kriegsende ging Sonnenschein 1918 in den Tagen der Novemberrevolution wahrscheinlich aus Angst vor den anrückenden Belgiern aus Mönchengladbach nach Berlin. Im Sozialen Archiv des Volksvereins eröffnete er sein Büro, mit dem er mehrmals umzog, bis er sich schließlich in der Georgenstraße 44 niederließ. Berühmt war seine Kartei, in der nicht nur die Hilfsbedürftigen, sondern auch die potentiellen Helfer gründlichst erfasst wurden, ein Zettelkasten der Sozialarbeit. Seine besondere Fürsorge galt der Nachkriegsnot des akademischen Proletariats, ihn bewegte die Berufsentfremdung und das vergeudete Wissenspotential. Auch um die christliche Beisetzung von Selbstmördern kümmerte er sich. Bis 1925 wurde seine Arbeit vom Volksverein finanziell unterstützt, danach war er auf sich selbst gestellt. Vor allem durch Vorträge und Broschüren verdiente er etwas. 1924 gründete er ein Kirchenblatt für Akademiker, dazu übernahm er das bestehende Katholische Kirchenblatt, dessen publizistisches Gewicht und Auflage er gewaltig steigern konnte. 1923 begann er mit dem Aufbau einer katholischen Volkshochschule, 1926 eröffnete er mit Spendengeldern eine katholische Lesehalle, die er mit Rezensionsexemplaren füllte. Angeregt von seinen Wanderungen rund um Berlin gründete er den "Geschichtsverein katholische Mark" und gab den Märkischen Kalender heraus. Durch seine Initiative entstanden die Josephs-Siedlung in Tegel und die Siedlung Marienfelde-Mariengarten. Und wie früher unterrichtete er italienische Kinder. Am 15. April 1928 kam der Theologe Johannes Pinsk als sein Nachfolger nach Berlin. Der Diözesangeschichtsverein in Berlin geht auf eine gemeinsame Gründung von Carl Sonnenschein, dem Historiker Karlheinrich Schäfer und Josef Deitmer im Jahr 1928 zurück. Der Verein hat zum Ziel, das Interesse für die lokale Kirchengeschichte zu wecken und zur wissenschaftlichen Erforschung beizutragen. Die letzten zehn Jahre seines Lebens litt er an Herzmuskelschwäche. Nach seinem Tod wurde er nicht nur von den Katholiken, sondern auch von der jüdischen Gemeinde, den Sozialdemokraten und vielen anderen betrauert. Sonnenschein wurde auf dem Berliner St.-Hedwigs-Friedhof bestattet. Für seine Grabstätte schuf der mit ihm befreundete Bildhauer Hans Perathoner 1935 ein an den Schnitzstil der Spätgotik angelehntes, expressionistisches Bronzekruzifix.
[SW: Deutsche Literatur | Biographien | Carl Sonnenschein]
Dokumente Ürzig an der Mosel / Haus Sonnenschein / Jakob Schaaf-Jakoby 1931, 1931
Gut
4seitige Werbebroschüre "Sommerfrische Ürzig a.d.Mosel" Privat-Pension "Haus Sonnenschein" Jakob Schaaf-Jakoby. ca. 23 x 14 cm. ca. 1930er Jahre. Inhalt: Beschreibung von Ürzig, kurze Beschreibung der Pension Sonnenschein. Pensionspreise. Pressestimmen. Wanderungen und Ausflüge. 2 s/w-Abbildungen. + 4 handschr. Quittungen / Rechnungen auf Rechnungspapier von Haus Sonnenschein, alle von August 1931. ca. 16 x 10 cm. Ausgestellt auf Herrn Köster. + 2 original Kurkarten der Privat Pension Jak. Schaaf-Jakoby, Ürzig / Mosel, o.J. ca. 1931, ca. 8 x 11 cm. Jeweils handschriftlich ausgestellt auf Herrn August Köster und Frau Köster. + 1 original Postkarte, ca. 11 x 15 cm. gelaufen 1931, Stempel "Trier-Coblenz Bahnpost". Adressat August Köster, Köln-Nippes, Absender Jakob Schaaf. Handschr. in Sütterlin verfasst, 27.7.1931. Vorder- und Rückseite beschrieben, Absenderstempel der Privat-Pension Jak. Schaaf-Jakoby. Alle Dokumente sind in ausgesprochen gutem Zustand, gering angebräunt, wenig lichtrandig, minimal angeschmutzt, unbeschädigt, sehr gut leserlich.
[SW: Sommerfrische Ürzig a.d. Mosel, Haus Sonnenschein, Jakob Schaaf-Jakoby, Trier-Coblenz Bahnpost, Nittel mosel, Rheinland-Pfalz, Bernkastel-Wittlich]



