Sinclair Dschungel
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Sinclair, Upton: Der Sumpf. Roman. Autorisierte Übersetzung aus dem vom Autor neubearbeiteten amerikanischen Manuskript von Hermynia zur Mühlen. (= Die rote Roman-Serie Band X). Einbandgestaltung von John Heartfield. Der Malik-Verlag Erste Aufl. 1925 Berlin
266S. 8°
Pappe Fadengehefteter Pappband mit Fotomontageillustration über beide Buchdeckel von John Heartfield. Die Einbandkanten, teils deutlich berieben, kleiner Einriss und Stauchung am hinteren oberen Gelenk, Hinterdeckel etwas knickig, das Papier und die Schnitte allg. nachgedunkelt, Namenszug aus dem Jahr 1925 auf Titelblatt, ansonsten guter Zustand. Der Dschungel (The Jungle) ist ein sozialkritischer Roman des amerikanischen Schriftstellers Upton Sinclair. Sinclair wurde 1904 durch Fred Warren für das sozialkritische Werk beauftragt. Zuerst erschien The Jungle 1905 als Serie in der sozialistischen Zeitschrift Appeal to Reason; der Buch-Erstdruck folgte 1906 bei Doubleday. und im gleichen Jahr deutsch bei Sponholtz (Übers. Eduard Eugen Ritter) als "Der Sumpf". Seit 1974 tragen alle deutschen Fassungen den Titel Der Dschungel. Bei diesem Roman geht es um die Ausbeutung der Arbeiter und die hygienischen Missstände in den Schlachthöfen und Konservenfabriken in den Union Stock Yards Chicagos. Mit dem Beispiel einer Einwandererfamilie aus Litauen veranschaulichte Sinclair die katastrophalen Auswirkungen eines von Profitwahn und Korruption diktierten US-amerikanischen Kapitalismus im ausgehenden 19. Jahrhundert. Protagonist, Jurgis Rudkus, welcher den Archetypus des gutmütigen, unerfahrenen kleinen Mannes einnimmt, verliert nach einem Betriebsunfall seine Stelle in einem Schlachthof. Dies löst eine Kettenreaktion aus, die zum Tod seiner Frau, zur Zerstörung der Familienbande und zu seinem eigenen unaufhaltsamen sozialen und physischen Abstieg führt. Nach seiner Gefängnishaft wird er zum Landstreicher und verfällt vorübergehend den Verlockungen der Mobster seiner Stadt. Zum Schluss hin ergibt sich jedoch eine unerwartete Wendung: Rein zufällig gerät Jurgis in eine Sozialisten-Versammlung und erlebt dort gewissermaßen seine "Erleuchtung". Von diesem Punkt an wird der Roman zu einem regelrechten Pamphlet mit sozialpolitischen Forderungen und Thesen. In seinem Stil erweist sich das Werk als Mischung einer drastischen Sozialreportage mit einer von manchen als eindimensional empfundenen Handlung, eine indirekte Quelle für die Strömungen der amerikanischen Sozialreformer zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Methoden der so genannten "muckraking novels", also das Schmutz-Aufwühlen, den Schmutz der Großindustrie und der Hochfinanz zu recherchieren und kritisch an die Öffentlichkeit zu bringen, den Opportunismus, die Korruption, Bereicherung und Bestechung aufzudecken, dies hat Sinclair hier zum literarischen Prinzip ausgebaut. Darauf beruft sich heute zum Beispiel Michael Moore. Theodore Roosevelt nannte Sinclair folgerichtig einen "Dreckwühler" und telegraphierte ihm: "Geben Sie Ruhe, Sinclair. Und überlassen Sie das Regieren des Landes für eine Weile mir! " Bert Brecht schrieb nach der Lektüre des Buchs Die heilige Johanna der Schlachthöfe. 770 Persönlichkeiten aus 55 Ländern schlugen ihn für den Nobelpreis vor. Darunter war George Bernard Shaw mit den Worten "Ich habe mich denen angeschlossen, die seine Kandidatur unterstützen, während die Professoren entsetzt aufschrien." Jack London sagte nach der Lektüre: "Hunderttausende und sogar Millionen werden Sinclair lesen." Sinclair wurde zum Klassiker der sozialkritischen Literatur, in 30 Sprachen übersetzt, er gehörte zu den zehn meistgelesenen Autoren in Deutschland, bis 1933 seine Bücher verbrannt wurden. Karl-Heinz Schönfelder meinte: ""Der Dschungel" gehört zu den hervorragenden Werken der proletarischen Literatur in den USA." Zur Recherche hatte Sinclair sieben Wochen lang im Armour Trust, einer der größten Fleischfabriken Chicagos, gearbeitet. Nach dem Erscheinen des Buches sank der Absatz amerikanischer Fleischkonserven schlagartig, als man von den kriminellen Zuständen in den Schlachthöfen las. Arbeiter mit TBC hatten ins Fleisch gehustet. In Ermangelung von Toiletten und wegen der Akkordarbeit wurde ins Fleisch uriniert. Arbeiter fielen in Bottiche, ertranken und wurden eingedost. Letztere Behauptung des Autors konnte allerdings als einziger Punkt der ansonsten nachgewiesenen Missstände nicht belegt werden. Jack London nannte das Buch: "Onkel Toms Hütte der Lohnsklaverei." Die direkte Folge war ein neues Lebensmittelgesetz, gegen den Widerstand der Trusts. Verbessert wurde danach die Qualität der Fleischkonserven, nicht verbessert wurden die Bedingungen für die Arbeiter. Sinclair schrieb daraufhin: "Ich zielte auf das Herz und das Gewissen der Amerikaner, aber ich traf sie nur in den Bauch." Zur ersten deutschen Ausgabe von 1906 gehörte ein Separatdruck unter dem Titel Ist der "Sumpf" wahr? von Sinclair und weiteren Beifügungen (Botschaft Roosevelts & Anhang zur Sumpf-Volksausgabe von Sinclair) Das Überlegenheitsgefühl von Europäern gegenüber den USA zeigt sich deutlich daran, wie äußerst kurz das Buch in der Untersuchung Der moderne Roman. Ein Beitrag zur Literaturgeschichte von Carl Schmitt 1908 behandelt wird. Auf 284 Seiten, auch über viele internationale Autoren, findet aus den USA allein dieses Buch Erwähnung, mit einer drittel Seite. Er referiert nur den Inhalt: Pessimistisch ist Zola. ... In dem "Sumpf", dem Chicagoer Schlachthausroman des amerikanischen Zolaisten Upton Sinclair, sind so abstoßende Bilder ohne lichtvolle Gegenwirkung festgehalten, daß man befürchten möchte, die Stimme der Verzweiflung und Trostlosigkeit könnte die Oberhand gewinnen, und Leben zu Grunde richten. Wie beklagenswert erscheint der arme Jurgis, der seinen Vorgesetzten geschlagen hat, von der Düngerfabrik in das entsetzliche Gefängnis gebracht wird - und zwar am Vorabend von Weihnachten! Nachher wird sein Haus verkauft; die Geburt seines Kindes ist umstarrt von Schwierigkeiten; Frau und Kind liegen wie tot da; der Mann kann die Gebühren nicht bezahlen. Man meint, fast keinen Ausweg mehr zu sehen, so hat sich die Not zu einem Berge zusammengefügt. John Heartfield (* 19. Juni 1891 in Schmargendorf b. Berlin; 26. April 1968 in Ost-Berlin; eigentlich Helmut Herzfeld [fälschlicherweise wird manchmal Helmut Herzfelde angegeben]) war ein deutscher Maler, Graphiker, Fotomontagekünstler und Bühnenbildner. Er war ein Pionier an der Schnittstelle zwischen Kunst und Medien und gilt landläufig als der Erfinder der politischen Fotomontage. Er war der Bruder von Wieland Herzfelde. 1924 erschien Heartfields Fotomontage "Väter und Söhne 1924". Sie gilt als erste politische Fotomontage Heartfields. Auf dem Bild ist Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg zu sehen, hinter dem Soldatenskelette strammstehen. Ein Trupp Kinder in Kadettenuniform mit Gewehren über der Schulter zieht an ihnen, den mutmaßlichen toten Vätern, vorbei. 1929 erschien ein gemeinsam mit Kurt Tucholsky verfasstes Bilderbuch mit dem satirisch gemeinten Titel "Deutschland, Deutschland über alles". 1930 wurde Heartfield ständiger Mitarbeiter der von Willi Münzenberg herausgegebenen Arbeiter Illustrierten Zeitung (AIZ), ab 1936 "Die Volks-Illustrierte" (VI), in der bis 1938 regelmäßig seine politischen Fotomontagen erschienen. Ab dem Frühjahr 1931 lebte der Künstler für ein Jahr in der Sowjetunion und arbeitete dort an verschiedenen Projekten (Ausstellungen, Theaterstücke).
[SW: Amerikanische Literatur | Sozialismus | Chikagoer Schlachthöfe | Malik Verlag | John Heartfield]
Sinclair, Upton; Internationale Autoren 27744 Sinclair, Upton; Internationale Autoren: *DER DSCHUNGEL* Roman. Upton Sinclairs "Der Dschungel" ist ein lebendiges Porträt von Leben und Tod in der Hölle der amerikanischen Schlachthöfe. Eine grimmige Anklage, die zu staatlichen Regulierungen der Ernährungswirtschaft geführt hat. "Der Dschungel" Sinclairs ist ein außerordentlicher Beitrag zu Literatur-und Sozialreformen. Berlin, Aufbau-Verlag 1983
500 Seiten 8° HARDCOVER, Leinen mit Schutzumschlag - **Schutzumschlag mit leichten Gebrauchsspuren, ansonsten SEHR GUTER ZUSTAND!**
Sinclair, Upton: Co-op. Ein Roman der Gemeinschaft. Co-op. Ein Roman der Gemeinschaft. Mit einem Nachwort des Autors. Aus dem Amerikanischen von Hermann W. Michaelsen. Einbandentwurf: Martin Kausche. Hamburg, Oetinger Verlag, 1948.
Guter Zustand. - Upton Sinclair, eigentlich Upton Beall Sinclair (* 20. September 1878 in Baltimore/Maryland; 25. November 1968 in Bound Brook/New Jersey) war ein sozialkritischer Schriftsteller in verschiedenen Literaturgattungen, der in den USA besonders Anfang des 20. Jahrhunderts populär war. Er lebte seit 1915 in Pasadena, Kalifornien, dann in Buckeye, Arizona. Er war insgesamt dreimal verheiratet. Sinclair wurde in Deutschland durch zahlreiche Übersetzungen bekannt. The Jungle" als Durchbruch: Sein Roman "The Jungle" (dt. Titel zunächst "Der Sumpf", später: Der Dschungel) von 1906, der sich mit den Lebensumständen in der amerikanischen Fleischkonserven-Industrie in den Union Stock Yards Chicagos beschäftigte, führte zu allgemeinem Aufsehen in der Öffentlichkeit und veranlasste schließlich die Durchsetzung eines speziellen Gesetzes zur Inspektion der Schlachthöfe zwecks Aufrechterhaltung der Hygiene und des Lohnniveaus. Damit wurden die Arbeitsbedingungen jedoch nur zeitweilig verbessert. 1914 wirkte Sinclair an der Verfilmung seines Romans mit. Jugend und Ausbildung: Upton Sinclair verkauft selbst die "Feigenblatt"-Ausgabe seines Buches "Oil!" (1927)Sinclair wuchs unter ungewöhnlichen Umständen auf: Sein Vater war Alkoholiker, der Alltag durch bittere Armut geprägt. Bei seinen Großeltern in New York wiederum konnte Sinclair das Leben vermögender Amerikaner kennenlernen. So begegnete er früh den beiden extremen Positionen der amerikanischen Gesellschaft. Um sein Studium am New York City College zu finanzieren, schrieb er Witze, Groschenromane und Erzählungen für Magazine und Zeitungen. Damit war er so erfolgreich, dass er sich das Studium an der renommierten Columbia Universität erlauben konnte. Sozialpolitische Ambitionen: Nachdem er The Jungle veröffentlicht hatte, investierte er ca. 30.000 $ seines Lohns in die Helicon Home Colony, eine utopische Kommune in New Jersey.Diese brannte jedoch bereits vier Monate später nieder. Theodore Roosevelt prägte für ihn und andere sozialkritische Autoren den Schimpfnamen Muckraker (= Schmutzaufwühler, Nestbeschmutzer), was ihn jedoch nicht daran hinderte, Sinclairs Argumente zu nutzen, wenn sie seinem eigenen Reformkurs dienen konnten. Der Begriff muckraking wird auch heute noch in der amerikanischen Alltagssprache für sozialkritische Literatur und Enthüllungsjournalismus genutzt. Mehrmals kandidierte Sinclair für politische Posten, so 1906 und 1920 für das Repräsentantenhaus, sowie 1922 für den Senat. Zweimal ließ er sich erfolglos bei der Gouverneurswahl in Kalifornien aufstellen. Zumindest beim zweiten Mal 1934 erzielte er einen Achtungserfolg, da er einen beachtlichen Stimmengewinn dank eines Sozialplans erzielte, der als EPIC (=End Poverty in California) bekannt wurde. Als Autor war Sinclair ständig an der Anprangerung sozialer Missstände interessiert. Sein Rang als Journalist und Sozialreformer blieb unbestritten. Seine größte Anerkennung fand er - mit Ausnahme der kurzen Zeit, wo er dank The Jungle auch in den USA allgemein populär war - in Europa. Aufgrund seiner politischen Exposition musste Sinclair seine Dramen, Romane, Kinderbücher und politisch-soziologische Untersuchungen in den Staaten teilweise selbst verlegen. ... Aus wikipedia-orgUpton_Sinclair
1. Auflage. 446 Seiten. Illustrierte Broschur. Seiten papierbedingt gebräunt. Dekoratives Exemplar.
[SW: Arbeiterliteratur, Sozialistische Literatur, Arbeiterbewegung, Gewerkschaften, Amerikanische Literatur, Sozialismus]
Sinclair, Upton: 14 Titel / 1. Nach der Sintflut (Ein Roman aus dem Jahre 2000) 1.-15. Tsd. Berlin, Sieben-Stäbe Verlag, 1931.
DABEI: Sinclair, Upton - Fließband. Ein Roman aus FORD-Amerika (Hamburg Association 1974, 1.-2. Tsd., 8°, 173 S., kart., leichte Gebrauchsspuren, gut) ------------- DABEI: Herms, Dieter - Upton Sinclair - amerikanischer Radikaler (März / Zweitausendeins, Frankfurg a. M., 1978, 1., 286 S. 8°, Broschiert, gut) (Lit.) ----------- DABEI: Sinclair, Upton - Petroleum. Roman (Berlin, Malik Verlag, 74.-100 Tsd., o. J. (um 1925), 8°, 639 S., Halbleinen, Rücken mit Textilklebeband nicht sehr schön geklebt, Buchgelenk gelockert, tlws. fleckig, lesbar) ------------- DABEI: Sinclair, Upton - Jimmie Higgins. Roman. D.v. Hermynia Zur Mühlen (Potsdam (Kiepenheuer), 1919, DEA, 320 S., Leinen, Privateinband, sonst gut) -------------- DABEI: Sinclair, Upton - Römische Vision. Roman. Dt. von Lyonel Dunin (Union Dt. Verlagsgesellsch., Stuttgart u. a., 5. Aufl. (1932). 357 S. OLn., kl. Eignerzeichen am Innendeckel, min. lichtrandig, schönes Ex.) -------------- DABEI: Sinclair, Upton - Der Sumpf. Roman aus Chicagos Schlachthäusern (Hannover, Adolf Sponholtz, 1906, 5. Auflage, 381 S., ill. Leinen, übs. v. Eduard Eugen Ritter, ungarisches Exlibris am Innendeckel, Buchgelenke sauber geklebt, min. berieben, recht gutes Ex.) ------------ DABEI: Sinclair, Upton - Jimmie Higgins. Roman (Erlangen, K.-Liebknecht-Verlag, 1973. Kl. 8°. Kart., gut. - Nachdruck d. Malik-Ausgabe) --------------- DABEI: Sinclair, Upton - Der Dschungel (Hamburg: Rowohlt, 1994, 40.-43. Tsd., Tb, gut) ------------------- DABEI: Sinclair, Upton - Alkohol (Roman) (Reinbek bei Hamburg, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1993, ISBN 3499129590, 414 Seiten, Tb, gutes Ex., Autorisierte Übertragung von Elias Canetti (The wet parade); Lizenz: Neuer Malik-Verlag, Kiel; 13.-17. Tausend) --------------- DABEI: Sinclair, Upton - Boston. Roman (Berlin: Malik-Verlag (1929), 51.-75. Tsd. 797 S., Halbleder, Ecken etwas bestoßen, Buchgelenk etwas locker, Schnitt etwas fleckig, sonst gut brauchbar) (= Gesammelte Werke in Einzelausgaben Bd. 11) ----------------- DABEI: Sinclair, Upton - König Kohle : Roman. King Coal Berecht. Übers. von Hermynia Zur Mühlen, Gesammelte Werke in Einzelausgaben Bd. VIII, 13. - 19. Tsd. d. neubearb. Aufl., Berlin : Malik-Verlag, 1928, 399 S., Leinen, goldgeprägt, Buchgelenk etwas gelockert) -------------- DABEI: Sinclair, Upton - Wallstreet - Roman in zwei Teilen (Berlin, Sieben Stäbe, 1929, 12. - 61. Tsd Gesamtaufl. 1. - 50. Tsd. Neuausgabe. 387 S. Band 8. Hrsg. Lyonel Dunin, Bücher der Epoche Bd. 8, Leinen, Einband kl. Kulikritzeleien in der Mitte, Reste v. Tesa auf Innendeckel, Namenszug, sonst gut) --------------- DABEI: Sinclair, Upton - Die Wundertaten des Didymus. Ein Gleichnis unserer Zeit. Aus dem Amerikanischen (Bern, Scherz, 1955, 1. dt. Ausgabe, 197 Seiten. Original-Leineneinband mit Goldprägung, gutes Ex.)
243 S., Übersetzt v. Hermynia zur Mühlen Einband Paul Pfund 8° Leinen, gelb, Exlibris am Innendeckel, schönes Ex.



