Schnitzler
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Schnitzler, Arthur: Leutnant Gustl und andere Erzählungen. Bertelsmann (Lizenz des S. Fischer Verlages) Lizenzausgabe Ohne Jahresangabe Gütersloh
190 S.S. 8°
Pappe Geprägter Pappband mit illustriertem Schutzumschlag. Umschlag leicht berieben und fleckig, Schnitte dezent fleckig, ansonsten guter Zustand. Inhalt: Leutnant Gustl/ Fräulein Else/ Die Toten schweigen Arthur Schnitzler (* 15. Mai 1862 in Wien; 21. Oktober 1931 ebenda) war ein österreichischer Erzähler und Dramatiker. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne. Arthur Schnitzler kam als erster Sohn der insgesamt vier Kinder des jüdischen Laryngologen (Facharztes für Kehlkopferkrankungen) Johann Schnitzler und dessen Gattin Luise, Tochter des Wiener Arztes Philipp Markbreiter, in der Praterstraße 16 (Wien 2, Leopoldstadt) zur Welt. Von 1871 bis 1879 besuchte er das Akademische Gymnasium und legte am 8. Juli 1879 die Matura mit Auszeichnung ab. Danach studierte er an der Universität Wien Medizin und wurde am 30. Mai 1885 zum Dr. med. promoviert. Sein jüngerer Bruder Julius wurde ebenfalls Arzt. 1885 bis 1888 arbeitete er als Assistenz- und Sekundararzt am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien und war danach bis 1893 Assistent seines Vaters an der laryngologischen Abteilung der Poliklinik in Wien, betätigte sich aber bereits in dieser Zeit als Schriftsteller. Sein literarisches Debüt gab er mit Liebeslied der Ballerine 1880 in der Zeitschrift Der freie Landbote und veröffentlichte in der Folge Gedichte und Erzählungen u. a. auch in Blaue Donau, Moderne Dichtung, Frankfurter Zeitung und Freie Bühne. Seiner Feder entstammt aber auch eine (einzige) wissenschaftliche Veröffentlichung: Über funktionelle Aphonie und deren Behandlung durch Hypnose und Suggestion (1889). Von 1886 bis 1893 verlegt sich Schnitzler auf die Medizinpublizistik und verfasst mehr als 70 Beiträge, meist Rezensionen von Fachbüchern, unter anderem als Redakteur der von seinem Vater gegründeten Internationalen Klinischen Rundschau.[1] Nach dem Tod seines Vaters 1893 verließ er die Klinik und eröffnete seine eigene Praxis, zuerst am Burgring 1 (Wien 1, Innere Stadt), dann in der Frankgasse 1 (Wien 9, Alsergrund). An dem 1895 posthum erschienenen Klinischen Atlas der Laryngologie seines Vaters hatte er noch mitgewirkt. Ab 1890 war Schnitzler gemeinsam mit seinen Freunden Hugo von Hofmannsthal und Richard Beer-Hofmann einer der Hauptvertreter des Jungen Wien, der literarischen Wiener Moderne, deren bevorzugter Treffpunkt das Cafe Griensteidl war. Schnitzler besuchte aber auch gerne das Restaurant Leidinger in der Kärntner Straße 61 und war auch mit Sigmund Freud bekannt. Er ist einer der bedeutendsten Kritiker der österreichisch-ungarischen K.u.k.-Gesellschaft und ihrer Entwicklung um die Jahrhundertwende. Seit Anfang des 20. Jahrhundert gehörte der Literat zu den meistgespielten Dramatikern auf deutschen Bühnen. Nach der Veröffentlichung von Leutnant Gustl, in dem er den Ehrenkodex des österreichischen Militärs angreift, wurde ihm am 14. Juni 1901 der Offiziersrang als Oberarzt der Reserve aberkannt. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges ging das Interesse an seinen Werken zurück. Dies hing auch damit zusammen, dass er sich als einer der wenigen österreichischen Intellektuellen nicht für die Kriegstreiberei begeistern konnte. 1921 wurde ihm anlässlich der Uraufführung des Reigen ein Prozess wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses gemacht. Er zog daraufhin seine Aufführungsgenehmigung zurück. In der Folgezeit isolierte sich der Schriftsteller wegen physischer und psychischer Probleme zunehmend. In seinen letzten Lebensjahren schrieb er vor allem Erzählungen, in denen er Einzelschicksale um die Jahrhundertwende aus psychologischer Sicht darstellte. Als Schnitzler am 26. August 1903 die 21-jährige Schauspielerin Olga Gussmann heiratete, war der gemeinsame Sohn Heinrich bereits ein Jahr alt. 1910 kaufte er von Hedwig Bleibtreu das Haus in der Sternwartestraße 71 (Wien 18, Währing), in deren Nähe auch seine Bekannten, wie Richard Beer-Hofmann oder Felix Salten wohnten. 1921 wurde er von seiner Frau geschieden und erzog von da an seine Kinder Heinrich und Lili allein. Der Sohn arbeitete später als Regisseur. Der Freitod seiner Tochter im Jahr 1928 erschütterte ihn sehr. Am 21. Oktober 1931 starb Schnitzler, einer der einflussreichsten deutschsprachigen Autoren des frühen 20. Jahrhunderts, im Alter von 69 Jahren an einer Hirnblutung. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof, Israelitischer Alter Teil, Tor 1 neben den Gräbern von Friedrich Torberg, Gerhard Bronner und Harry Weber. Künstlerisches Schaffen [Bearbeiten] Schnitzler schrieb Dramen und Prosa (hauptsächlich Erzählungen), in denen er das Augenmerk vor allem auf die psychischen Vorgänge seiner Figuren lenkt. Gleichzeitig mit dem Einblick in das Innenleben der Schnitzlerschen Figuren bekommt der Leser auch ein Bild von der Gesellschaft, die diese Gestalten und ihr Seelenleben prägt. Die Handlung der Werke Schnitzlers spielt meist im Wien der Jahrhundertwende. Viele seiner Erzählungen und Dramen leben nicht zuletzt vom Lokalkolorit. Ihre handelnden Personen sind typische Gestalten der damaligen Wiener Gesellschaft: Offiziere und Ärzte, Künstler und Journalisten, Schauspieler und leichtlebige Dandys, und nicht zuletzt das süße Mädel aus der Vorstadt, das zu so etwas wie einem Erkennungszeichen für Schnitzler wurde und für seine Gegner zu einem Stempel, mit dem sie Schnitzler als einseitig abqualifizieren wollten. Es geht Schnitzler meist nicht um die Darstellung krankhafter seelischer Zustände, sondern um die Vorgänge im Inneren gewöhnlicher, durchschnittlicher Menschen mit ihren gewöhnlichen Lebenslügen, zu denen eine Gesellschaft voll von ungeschriebenen Verboten und Vorschriften, sexuellen Tabus und Ehrenkodices besonders die schwächeren unter ihren Bürgern herausfordert. Wie Sigmund Freud in der Psychoanalyse bringt Arthur Schnitzler etwa zur gleichen Zeit jene Tabus (Sexualität, Tod) zur Sprache, die die damalige bürgerliche Gesellschaft und deren Moral unterschlägt. Im Gegensatz zu Freud offenbart sich das Wesen dieser Gesellschaft und ihrer Teilnehmer bei Schnitzler nicht als (vorher) Unbewusstes, sondern als "halb-Bewusstes" etwa im inneren Monolog eines Protagonisten.[2] Schnitzlers Werke beschäftigen sich häufig mit Themen wie Ehebruch (z.B. im Drama Der Reigen), heimlichen Affären und Frauenhelden (Anatol, Dramenzyklus). Nicht zufällig war es Schnitzler, der mit seiner Novelle Leutnant Gustl (1900) den inneren Monolog in die deutschsprachige Literatur einführte. Mithilfe dieser besonderen Perspektive gelang es ihm, dem Leser einen tieferen, direkteren Einblick in die inneren Konflikte seiner Figuren zu geben. Er führte diese Erzählform auch in Fräulein Else fort. In dem Roman Der Weg ins Freie und im Stück Professor Bernhardi befasste sich Schnitzler mit dem in Wien stark ausgeprägten Antisemitismus. Zugleich ist er einer der großen Diaristen der deutschen Literatur. Von seinem siebzehnten Lebensjahr bis zwei Tage vor seinem Tod führte er pedantisch Tagebuch. Es wurde posthum 1981 veröffentlicht. Schnitzlers Traumnovelle bildete die Vorlage für Stanley Kubricks Kinofilm Eyes Wide Shut. Schnitzlers Werk war bereits viel früher für das Medium Film entdeckt worden. Die erste Verfilmung erfolgte bereits 1914 ("Liebelei"), namhafte Filmkünstler bedienten sich immer wieder seiner Stoffe (z.B. Max Ophüls, "Liebelei" (1933), "Der Reigen" (1950)).
[SW: Deutsche Literatur | Erzählungen]
Schnitzler, Arthur: Therese. Chronik eines Frauenlebens. Roman. Bermann-Fischer Erste Aufl. dieser Ausg. 1949 Wien
391 S.S. 8°
Halbleder Fadengehefteter, goldgeprägter Halblederband. Kopfschnitt nachgedunkelt, Einband leicht berieben, Exlibris auf Innendeckel, die letzte Seite deutlich fleckig, im Inneren wenige Seiten mit Fleck bzw. dezent gewellt, ansonsten noch rundum gute Erhaltung. Therese. Chronik eines Frauenlebens ist der zweite und letzte Roman von Arthur Schnitzler, der 1928 bei S. Fischer in Berlin erschien.[1] Fräulein Therese Fabiani hat Pech mit Männern. Sie findet nirgends Halt in einer zumeist gleichgültigen Wiener Fin-de-siecle-Welt. So muss Therese die Kinder einer Familie nach der anderen unter die Fittiche nehmen. Die Erzieherin wird von ihrem unehelichen Sohn Franz, einem Dieb und Zuhälter, ermordet. Schnitzler gibt sogar Thereses Postanschrift an: Wien, Wagnergasse 74, zweiter Stock.[2] Der Roman handelt in Salzburg sowie in Wien und Umgebung in der Zeit etwa von 1885 bis 1913.[3] In einer von Schnitzler zu seinem ersten Roman "Der Weg ins Freie" 1908 mit verfassten Verlagsanzeige steht: "Reich bewegte Bilder aus den verschiedensten Gesellschaftskreisen werden vor uns entrollt."[4] Der Satz trifft auch noch zwanzig Jahre später auf "Therese" zu. Alfred Nüllheim, ein Schulkamerad von Thereses Bruder Karl, ist die erste Liebe des jungen Mädchens. Aber es ist keine große Liebe. Alfred, linkisch, will jahrelang studieren und Therese danach heiraten. Thereses Vater, ein pensionierter Oberstleutnant mit italienischen Wurzeln, stirbt früh. Die Mutter, von altem kroatischen Adel abstammend, lebt nur ihrer Schriftstellerei und will die Tochter an einen alten Grafen verkuppeln. Als sich Therese in einen jungen Leutnant verliebt, erfährt das Alfred an seinem Studienort. Er beschimpft die Freundin brieflich. Der Offizier verführt Therese und entpuppt sich als heiratsunwilliger Schürzenjäger. Angeekelt verlässt Therese Salzburg, den Wohnort der Mutter und will in Wien auf eigenen Füßen stehen. In der Metropole nimmt sie eine Stellung nach der anderen an; behütet die Kinder fremder Leute. Wenn Therese eine Stellung verliert - das passiert oft - kommt sie rasch in finanzielle Schwierigkeiten. In einer solchen Situation erwägt sie, ihren Körper zu verkaufen. Das tut sie aber nicht. Therese schlägt sich immer wieder durch. Kasimir Tobisch, ein Flötist aus Deutsch-Böhmen, der selten bei Kasse ist, schwängert Therese und macht sich aus dem Staube. In ihrer Not will sich die werdende Mutter an Alfred, ihren wahren Freund, wenden. Sie unterlässt es. Zwar bringt Therese ihr Kind zur Welt, doch sie liebt es nicht. Die junge Mutter gibt ihr Neugeborenes auf dem Lande bei Bauersleuten in Pflege und arbeitet in Wien weiter als Erzieherin. Dabei gerät sie dreimal hintereinander in "verwüstete Ehen". Manchmal flüchtet Therese nach einem "brutalen Annäherungsversuch" des Hausherrn aus der Stellung. Der Sohn Franz wächst, von Therese gelegentlich besucht, auf dem Lande heran. Die junge Mutter, inzwischen 27 Jahre alt, lässt sich gelegentlich mit wildfremden Männern ein. Nicht jede dieser flüchtigen Beziehungen geht folgenlos vorüber. Als Therese von einem "affektierten" Ministerialrat ihr zweites Kind erwartet, lässt sie es abtreiben. Als der Beamte auf Nimmerwiedersehen verschwindet, ist Therese froh darüber. Manchmal begegnet Therese in Wien Alfred. Als Franz neun Jahre alt ist, gesteht sie dem Jugendfreund ihre Sünde. Alfred weiß längst davon. Schließlich wird Therese Alfreds Geliebte. Sie fühlt, auch diese Beziehung wird nicht ewig währen. Von der Mutter erhält Therese eigentlich so gut wie keine Unterstützung. Im Gegenteil, die Mutter beutet die Tochter aus - übernimmt Alfreds Liebesbriefe an Therese wortwörtlich in ihre Schundromane. Thereses Bemühungen, als Lehrerin in einer Erziehungsanstalt zu arbeiten, scheitern. Sie hat die erforderlichen Prüfungen nicht abgelegt. Als Franz in der Schule und bei den Pflegeeltern mehrfach Anlass zur Klage gibt, sucht Therese jedes Mal die Schuld bei sich. Nie habe sie "treu zu ihm gestanden". Therese nimmt Franz zu sich, wird aber mit dem Heranwachsenden nicht fertig. Nachdem er die Mutter nach einer Auseinandersetzung blutig geschlagen hat, bekommt sie Angst vor dem eigenen Sohn. Diese Angst bleibt bestehen. Franz kommt tagelang nicht nach Hause. Ein Schicksalsschlag folgt auf den anderen. Alfred heiratet die Tochter eines Tübinger Professors. Inzwischen 33jährig, fühlt sich Therese am Ende. Auf der Polizei muss sie Franz, den Angehörigen einer Diebesbande, abholen. Therese gibt sich weiter die Schuld am unaufhaltsamen Abstieg ihres Sohnes. Franz fordert mehrfach von der Mutter Geld. Wenn er es nicht erhält, durchsucht er - teilweise mit Erfolg - die Wohnung danach. Selbst während Franz eine mehrmonatige Gefängnisstrafe abbüßt, hat Therese keine Ruhe vor ihm. Der Sträfling schickt seine Kumpane mit Forderungen ins Haus. Als Franz, frei gelassen, auch noch bei seinem Onkel Karl Geld erpressen will, sagt der erboste Bruder seiner Schwester Therese Wahrheiten ins Gesicht: Therese werde "auf dem Mist krepieren". Es sieht endlich so aus, als habe Therese doch noch Glück mit Männern. Ein begüterter Herr will sie trotz des verlorenen Sohnes ehelichen. Der Bräutigam stirbt vor der Hochzeit. Therese erbt eine kleine Summe. Franz riecht sogleich den Braten, verlangt von der Mutter Geld und bekommt es aber nicht. Zufällig trifft Therese Kasimir Tobisch. Es stellt sich heraus, als der Schwindler Therese schwängerte, war er bereits verheiratet und hatte ein Kind. Franz, in seiner Geldgier, ermordet die eigene Mutter und wird zu zwölf Jahren schweren Kerker verurteilt. An jedem Jahrestag der Tat muss er in Dunkelhaft fasten. Hofmannsthal schreibt am 10. Juli 1928 an Schnitzler: "Die große Lebenserzählung Therese aber hat mich besonders gefesselt und beschäftigt Indem Sie diesen Stoff erzählten: das Leben einer Wiener Gouvernante - war schon eine ganze Welt hingestellt Ganz besonders groß aber tritt Ihr Vorzug, einem Stoff den Rhythmus zu geben, wodurch er Dichtung wird, hier hervor."[9] Indem der Roman Einblicke in die österreichische Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg gestattet, zeichnet er gleichzeitig ein Bild vom Untergang einer Epoche.[10] Desillusionsroman:[11][12] Die Verurteilung des Romans als kunstlose, naive Chronik[13] müsse überdacht werden. Therese gibt ihre schlechten Erfahrungen mit Menschen an ihren Sohn weiter.[14] Ohne Herablassung und ohne Beschönigung beschreibt Schnitzler das Unglück einer jungen Frau aus deren Sicht.[15] Therese ist "ein echter, ernster Frauenroman".[16] Der Roman ist ein "Querschnitt durch das alte habsburgische Österreich".[17] Stellenweise äußert sich Therese antisemitisch.[18] Le Rider nennt Schnitzler einen "Doppelgänger Freuds". Entsprechend fällt auch seine Besprechung des Werkes aus. Das Syndrom des "unwillkommenen Kindes" wird psychoanalytisch durchgenommen.[19] Überdies werde ein sozialer Abstieg geschildert. Therese gerate in bürgerliche Kreise, von denen sie ausgeschlossen bleibe.[20] Schnitzler erweise sich dabei als Soziologe der Wiener Innenstadt.[21] Irgendeiner Sentimentälität begegne der Leser nicht, denn Schnitzler zeige Thereses Schwächen unerbittlich auf.[22] Der Roman wurde beim Publikum auch deshalb kein Erfolg, weil darin die Hoffnungslosigkeit dominiert.[23] Was Wunder? Die Nachkriegszeit hätte Schnitzlers "Weltsicht verdüstert".[24] Arnold gibt weiter führende Arbeiten an: Sigrid Schmid-Bortenschlager (Paris 1983), Zdenko Skreb (1984), Konstanze Fliedl (1989), Heidi Margrit Müller (München 1991), Amy Colin (1992) und David Low (1992).[25] Perlmann[26] nennt die Arbeit von Elsbeth Dangel: "Wiederholung als Schicksal" (1985).
[SW: Deutsche Literatur | Roman | Schnitzler | Bermann-Fischer]
Schnitzler, Arthur: Die Theaterstücke. Band III. (Enthält: Der einsame Weg, Zwischenspiel, Marionetten: 1. Der Puppenspieler, 2. Der tapfere Cassian, 3. Zum großen Wurstel, Der Ruf des Lebens). - (=Gesammelte Werke zwei Abteilungen; Abteilung II, Dritter Band). Berlin, S. Fischer Verlag, 1915.
Guter Zustand. Einband leicht fleckig. Schnitt etwas verblasst. Besitzerstempel auf dem hinteren Vorsatz. - Aus wikipedia-orgArthur_Schnitzler: Arthur Schnitzler (* 15. Mai 1862 in Wien; 21. Oktober 1931 ebenda) war ein österreichischer Erzähler und Dramatiker. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Wiener Moderne. Leben: Arthur Schnitzler kam als erster Sohn der insgesamt vier Kinder des jüdischen Laryngologen (Facharztes für Kehlkopferkrankungen) Johann Schnitzler und dessen Gattin Luise, Tochter des Wiener Arztes Philipp Markbreiter, in der Praterstraße 16 (Wien 2, Leopoldstadt) zur Welt. Von 1871 bis 1879 besuchte er das Akademische Gymnasium und legte am 8. Juli 1879 die Matura mit Auszeichnung ab. Danach studierte er an der Universität Wien Medizin und wurde am 30. Mai 1885 zum Dr. med. promoviert. Sein jüngerer Bruder Julius wurde ebenfalls Arzt. 1885 bis 1888 arbeitete er als Assistenz- und Sekundararzt am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien und war danach bis 1893 Assistent seines Vaters an der laryngologischen Abteilung der Poliklinik in Wien, betätigte sich aber bereits in dieser Zeit als Schriftsteller. Sein literarisches Debüt gab er mit Liebeslied der Ballerine 1880 in der Zeitschrift Der freie Landbote und veröffentlichte in der Folge Gedichte und Erzählungen u. a. auch in Blaue Donau, Moderne Dichtung, Frankfurter Zeitung und Freie Bühne. Seiner Feder entstammt aber auch eine (einzige) wissenschaftliche Veröffentlichung: Über funktionelle Aphonie und deren Behandlung durch Hypnose und Suggestion (1889). Von 1886 bis 1893 verlegt sich Schnitzler auf die Medizinpublizistik und verfasst mehr als 70 Beiträge, meist Rezensionen von Fachbüchern, unter anderem als Redakteur der von seinem Vater gegründeten Internationalen Klinischen Rundschau.[1] Nach dem Tod seines Vaters 1893 verließ er die Klinik und eröffnete seine eigene Praxis, zuerst am Burgring 1 (Wien 1, Innere Stadt), dann in der Frankgasse 1 (Wien 9, Alsergrund). An dem 1895 posthum erschienenen Klinischen Atlas der Laryngologie seines Vaters hatte er noch mitgewirkt. Ab 1890 war Schnitzler gemeinsam mit seinen Freunden Hugo von Hofmannsthal und Richard Beer-Hofmann einer der Hauptvertreter des Jungen Wien, der literarischen Wiener Moderne, deren bevorzugter Treffpunkt das Cafe Griensteidl war. Schnitzler besuchte aber auch gerne das Restaurant Leidinger in der Kärntner Straße 61 und war auch mit Sigmund Freud bekannt. Er ist einer der bedeutendsten Kritiker der österreichisch-ungarischen K.u.k.-Gesellschaft und ihrer Entwicklung um die Jahrhundertwende. Seit Anfang des 20. Jahrhundert gehörte der Literat zu den meistgespielten Dramatikern auf deutschen Bühnen. Nach der Veröffentlichung von Leutnant Gustl, in dem er den Ehrenkodex des österreichischen Militärs angreift, wurde ihm am 14. Juni 1901 der Offiziersrang als Oberarzt der Reserve aberkannt. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges ging das Interesse an seinen Werken zurück. Dies hing auch damit zusammen, dass er sich als einer der wenigen österreichischen Intellektuellen nicht für die Kriegstreiberei begeistern konnte. 1921 wurde ihm anlässlich der Uraufführung des Reigen ein Prozess wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses gemacht. Er zog daraufhin seine Aufführungsgenehmigung zurück. In der Folgezeit isolierte sich der Schriftsteller wegen physischer und psychischer Probleme zunehmend. In seinen letzten Lebensjahren schrieb er vor allem Erzählungen, in denen er Einzelschicksale um die Jahrhundertwende aus psychologischer Sicht darstellte. ... Künstlerisches Schaffen: Schnitzler schrieb Dramen und Prosa (hauptsächlich Erzählungen), in denen er das Augenmerk vor allem auf die psychischen Vorgänge seiner Figuren lenkt. Gleichzeitig mit dem Einblick in das Innenleben der Schnitzlerschen Figuren bekommt der Leser auch ein Bild von der Gesellschaft, die diese Gestalten und ihr Seelenleben prägt. Die Handlung der Werke Schnitzlers spielt meist im Wien der Jahrhundertwende. Viele seiner Erzählungen und Dramen leben nicht zuletzt vom Lokalkolorit. Ihre handelnden Personen sind typische Gestalten der damaligen Wiener Gesellschaft: Offiziere und Ärzte, Künstler und Journalisten, Schauspieler und leichtlebige Dandys, und nicht zuletzt das süße Mädel aus der Vorstadt, das zu so etwas wie einem Erkennungszeichen für Schnitzler wurde und für seine Gegner zu einem Stempel, mit dem sie Schnitzler als einseitig abqualifizieren wollten. Es geht Schnitzler meist nicht um die Darstellung krankhafter seelischer Zustände, sondern um die Vorgänge im Inneren gewöhnlicher, durchschnittlicher Menschen mit ihren gewöhnlichen Lebenslügen, zu denen eine Gesellschaft voll von ungeschriebenen Verboten und Vorschriften, sexuellen Tabus und Ehrenkodices besonders die schwächeren unter ihren Bürgern herausfordert. Wie Sigmund Freud in der Psychoanalyse bringt Arthur Schnitzler etwa zur gleichen Zeit jene Tabus (Sexualität, Tod) zur Sprache, die die damalige bürgerliche Gesellschaft und deren Moral unterschlägt. Im Gegensatz zu Freud offenbart sich das Wesen dieser Gesellschaft und ihrer Teilnehmer bei Schnitzler nicht als (vorher) Unbewusstes, sondern als "halb-Bewusstes" etwa im inneren Monolog eines Protagonisten.[2] Schnitzlers Werke beschäftigen sich häufig mit Themen wie Ehebruch (z.B. im Drama Der Reigen), heimlichen Affären und Frauenhelden (Anatol, Dramenzyklus). Nicht zufällig war es Schnitzler, der mit seiner Novelle Leutnant Gustl (1900) den inneren Monolog in die deutschsprachige Literatur einführte. Mithilfe dieser besonderen Perspektive gelang es ihm, dem Leser einen tieferen, direkteren Einblick in die inneren Konflikte seiner Figuren zu geben. Er führte diese Erzählform auch in Fräulein Else fort. In dem Roman Der Weg ins Freie und im Stück Professor Bernhardi befasste sich Schnitzler mit dem in Wien stark ausgeprägten Antisemitismus. Zugleich ist er einer der großen Diaristen der deutschen Literatur. Von seinem siebzehnten Lebensjahr bis zwei Tage vor seinem Tod führte er pedantisch Tagebuch. Es wurde posthum 1981 veröffentlicht. Schnitzlers Traumnovelle bildete die Vorlage für Stanley Kubricks Kinofilm Eyes Wide Shut. Schnitzlers Werk war bereits viel früher für das Medium Film entdeckt worden. Die erste Verfilmung erfolgte bereits 1914 ("Liebelei"), namhafte Filmkünstler bedienten sich immer wieder seiner Stoffe (z.B. Max Ophüls, "Liebelei" (1933), "Der Reigen" (1950)). ... . Einzelnachweise: ? R. D. Gerste: Laryngologie und Literatur: Die Familie Schnitzler-Hajek. In: HNO Kompakt. 16. Jg., 3. Heft, Juni 2008, Verlag Kaden, Heidelberg, ISSN 1864-1164. ? "Über mein Unbewusstes, mein halb Bewusstes wollen wir lieber sagen -, weiss ich aber noch immer mehr als Sie, und nach dem Dunkel der Seele gehen mehr Wege, als die Psychoanalytiker sich träumen (und traumdeuten) lassen. Und gar oft führt ein Pfad noch mitten durch die erhellte Innenwelt, wo sie - und Sie - allzufrüh ins Schattenreich abbiegen zu müssen glauben." schreibt Schnitzler am 31. Dezember 1913 an den Freud-Schüler Theodor Reik, der seinem Werk eine psychoanalytische Studie gewidmet hatte. Vgl. Theodor Reik: Schnitzler als Psycholog. Mit einer Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Bernd Urban, Ffm. (Fischer) 1993, S. 12 (Einleitung). Schnitzler bewahrte stets einen Vorbehalt gegen die "fixen psychoanalytischen Ideen". ? Digitalisat UB Bielefeld
347 Seiten. 19 cm. Illustriertes Leinen mit Kopfgoldschnitt und Lesebändchen.
[SW: Theatertexte, Dramatiker, Theaterwissenschaft Theaterwissenschaften, Theatergeschichte, Theatertheorie, Theater, Deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts, Dramen, Theaterstücke, Theaterstück, Theater / Geschichte, Österreichische Literatur, Literaturtheorie, Literaturwissenschaft, Dramaturgie, Dramentheorie, Schauspiel, Schauspieler, Österreichische Literatur]
Schnitzler, Arthur - Schnitzler, Heinrich (Hg.): 7 Titel / 1. Arthur Schnitzler; Sein Leben - Sein Werk - Seine Zeit, Stuttgart; Hamburg; München: Deutscher Bücherbund, 1981.
gutes Ex. ----------- DABEI: Arthur Schnitzler - Reigen (Zehn Dialoge) (Wien, Wiener Verlag, 1903, 10. Auflage, Buchschmuck Berthold Löffler, 250 S., Halbleinen, Rücken oben kl. Beschäd., Einband etwas berieben, Name auf Vorsatz, wenig fingerfleckig, insges. gut brauchbares Ex. in dieser schönen Jugendstil-Ausstattung) ----------- DABEI: Arthur Schnitzler - Komödie der Worte (Drei Einakter) (Berlin, S. Fischer, 1915, 4.-6. Auflage, 194 S., Halbleinen, 1 Lage lose, Schnitt u. tlws. innen etwas fleckig, gut brauchbar) -------------- DABEI: Arthur Schnitzler - (2 Bände) Bühnenwerke / Erzählungen (Buchgem. ausgabe, um 1990, 391 + 399 S., Leinen, Orig.Umschläge, gute Ex.) -------------- DABEI: Schnitzler, Arthur - Jugend in Wien. Eine Autobiographie. (Mit einem Nachwort von Friedrich Torberg, Wien, Molden, 1981, 3. Auflage, 384 S. m. Abb. a. 16 Tafelseiten, kart., OUmschlag, gebunden, gutes Ex.) (Biografie) ----------- DABEI: Arthur Schnitzler Olga Waissnix. Liebe, die starb vor der Zeit. Ein Briefwechsel. Mit einem Vorwort von Hans Weigel. Mit 16 Seiten Kunstdruckbildern (Wien Zürich Fritz Molden, 1981, 2. Auflage, 422 S. Abbildungen, kart., OUmschlag, 3 S. oben kl. Eselsohr, gutes Ex.) (Lit.gesch.)
347 S. viele Abb. Leinen, Originalumschlag



