Schmitt

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Schmitt, Carl Blasius, Dirk: Carl Schmitt. Preussischer Staatsrat in Hitlers Reich. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2001. ISBN: 978-3-525-36248-8
Dirk Blasius nimmt die historischen Spuren auf, die Carl Schmitt in der deutschen Geschichte hinterlassen hat. Von Göring 1933 in den Preußischen Staatsrat berufen, konnte Schmitt das politische Bewusstsein der Eliten und konkrete politische Entscheidungsabläufe beeinflussen. Die Lebensgeschichte Carl Schmitts ist untrennbar mit der Unheilsgeschichte des Nationalsozialismus verknüpft. In seinem Werk hat er die Signale seiner Epoche aufgenommen und selbst Signale gesetzt. Die Beschäftigung mit Carl Schmitt kann sich daher nicht lösen von der historischen Konstellation des Nationalsozialismus. Während viele Interpretationen diese geschichtliche Folie ignorieren, stellt Dirk Blasius die historische Figur Carl Schmitt in das Zentrum seines Buches. Er verfolgt Schmitts Weg in der Politik seiner Zeit. Carl Schmitt, dessen Horizont weit über den seiner Profession, der Rechtswissenschaft, hinausreichte, war schon in der Weimarer Zeit eine zentrale Bezugsfigur für das nationalkonservative Deutschland. Er war ein Exponent jener alten Eliten, die unter Preisgabe ihrer Identität zu Vasallen Hitlers wurden. Als "ein Konservativer im Freiwilligendienst der nationalsozialistischen Revolutionsbewegung" ließ er nichts unversucht, diese Oberschichten für den Nationalsozialismus zu gewinnen. Schmitt nahm eine Mittlerstellung zwischen den alten Eliten und der neuen nationalsozialistischen Führungsschicht ein. Seine politische Bühne war der im Juli 1933 gegründete Preußische Staatsrat, zu dem neben Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Bürokratie auch die Spitzen der NS-Organisationen gehörten. Die Berufung in dieses Gremium war für Schmitt ein lebensgeschichtliches Ereignis von großer Antriebskraft. Hier liegt der Schlüssel für seinen spannenden und aufschlussreichen Weg im nationalsozialistischen Staat.

250 S., 1 Abb. Lit.verz. Reg. Br. *neuwertig*

[SW: Geschichte]

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Schmitt, Aloys,
Aloys Schmitt (1788-1866), Komponist und Dirigent. E. Brief mit U. Frankfurt, 20. Oktober 1848. 4 SS. auf Doppelblatt. Gr.-8°. - An einen Herrn Wilhelm, d. i. der Dirigent Karl Wilhelm (1815-1873), ein einstiger Schüler von Schmitt: "Nur mit einigen eiligen Zeilen wollte ich Ihnen mittheilen: daß ich beabsichtige, nächstens eine Kunstreise nach Amsterdam und Holland zu machen, um dort nach möglichen Kräften zu wirken, und so oft öffentlich aufzutreten, wie möglich, um bei dieser Gelegenheit meine neuen Sachen aufzuführen. Uneracht der unruhigen Zeiten, war ich horrent fleißig. Mit dem Fiedelbogen richtet man in solcher Zeit, wo es sich um ganz anderes handelt, als um Musik nichts aus! [...] Da ich die Reise doch mache, und bei Ihnen doch vorbeikomme, u. ich sehr nach Ihnen verlange, u. Sie gerne einmal in Ihrem Wirken sähe, so richte ich nun die Frage an Sie: ob Sie glauben, daß ich dort in Ihrem reichen schönen Crefeld ein Concert - ein größeres mit Orchester, oder auch ein kleineres - mit Quartettbegleitung etwa - geben könne? und zwar: mit Erfolg, denn - ein zerplatztes Concert ist, für mich, eine verlorene Schlacht, die man doch nicht gerne verliert [...]". - Aloys Schmitt, ein Schüler von Johann Anton Andre und Georg Johann Vollweiler, war seit d. J. 1810 als Pianist tätig, unternahm Konzertreisen im In- und Ausland, unterrichtete u. a. 1825/26 am Hof in Berlin und war bis 1829 Hoforganist und Kammermusikus in Hannover. Danach lebte er als Musiklehrer, Dirigent und Komponist in Frankfurt a. M. Sein kompositorisches Werk umfaßt Klavierwerke, Kammermusik, Symphonien, Opern und Lieder. - Die Verso-Seite von Bl. 2 leicht fleckig.

Aloys Schmitt (1788-1866), Komponist und Dirigent. E. Brief mit U. Frankfurt, 20. Oktober 1848. 4 SS. auf Doppelblatt. Gr.-8°. - An einen Herrn Wilhelm, d. i. der Dirigent Karl Wilhelm (1815-1873), ein einstiger Schüler von Schmitt: "Nur mit einigen eiligen Zeilen wollte ich Ihnen mittheilen: daß ich beabsichtige, nächstens eine Kunstreise nach Amsterdam und Holland zu machen, um dort nach möglichen Kräften zu wirken, und so oft öffentlich aufzutreten, wie möglich, um bei dieser Gelegenheit meine neuen Sachen aufzuführen. Uneracht der unruhigen Zeiten, war ich horrent fleißig. Mit dem Fiedelbogen richtet man in solcher Zeit, wo es sich um ganz anderes handelt, als um Musik nichts aus! [...] Da ich die Reise doch mache, und bei Ihnen doch vorbeikomme, u. ich sehr nach Ihnen verlange, u. Sie gerne einmal in Ihrem Wirken sähe, so richte ich nun die Frage an Sie: ob Sie glauben, daß ich dort in Ihrem reichen schönen Crefeld ein Concert - ein größeres mit Orchester, oder auch ein kleineres - mit Quartettbegleitung etwa - geben könne? und zwar: mit Erfolg, denn - ein zerplatztes Concert ist, für mich, eine verlorene Schlacht, die man doch nicht gerne verliert [...]". - Aloys Schmitt, ein Schüler von Johann Anton Andre und Georg Johann Vollweiler, war seit d. J. 1810 als Pianist tätig, unternahm Konzertreisen im In- und Ausland, unterrichtete u. a. 1825/26 am Hof in Berlin und war bis 1829 Hoforganist und Kammermusikus in Hannover. Danach lebte er als Musiklehrer, Dirigent und Komponist in Frankfurt a. M. Sein kompositorisches Werk umfaßt Klavierwerke, Kammermusik, Symphonien, Opern und Lieder. - Die Verso-Seite von Bl. 2 leicht fleckig.

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Schmitt, Balthasar,
Balthasar Schmitt (1858-1942), Bildhauer. E. Briefkarte mit U. ("Balth. Schmitt"). Solln, 5. November 1903. 1 S. Qu.-kl.8°. - An den Maler, Graphiker und Kunstgewerbler Eduard Lammert (1867-1957): "Empfangen Sie meinen besten Dank für Ihre frdl. Wünsche [...]". - Balthasar Schmitt ging bei dem Bildhauer Michael Arnold in die Lehre und besuchte hernach die Kunstgewerbeschule in Nürnberg und später die Universität Würzburg. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Italien "ließ sich Schmitt in München nieder, wo er in der Zeit der Bauhochkonjunktur der Gründerzeit zahlreiche Aufträge erhielt. Als Mitbegründer der Gesellschaft für christliche Kunst' und ordentlicher Professor an der Akademie der Bildenden Künste München im Fach Christliche Kunst', wo u. a. Ludwig Gies (1887-1966) und Wilhelm Jaeger (1888-1979) zu seinen Schülern gehörten, wurden ihm besonders kirchliche Aufträge übertragen" Wikipedia, Abfrage vom 16. VII. 2008). - Eduard Lammert studierte bei Wilhelm Ritter von Lindenschmidt an der Münchner Akademie und in Paris an der Academie Julian. Seit 1900 war er Professor an der Städtischen Gewerbe- und Malschule in München und malte bevorzugt Landschaften und Portraits. Vgl. Thieme-Becker XXII, 267. - Mit kleineren Knickfalten in der rechten Blatthälfte.

Balthasar Schmitt (1858-1942), Bildhauer. E. Briefkarte mit U. ("Balth. Schmitt"). Solln, 5. November 1903. 1 S. Qu.-kl.8°. - An den Maler, Graphiker und Kunstgewerbler Eduard Lammert (1867-1957): "Empfangen Sie meinen besten Dank für Ihre frdl. Wünsche [...]". - Balthasar Schmitt ging bei dem Bildhauer Michael Arnold in die Lehre und besuchte hernach die Kunstgewerbeschule in Nürnberg und später die Universität Würzburg. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Italien "ließ sich Schmitt in München nieder, wo er in der Zeit der Bauhochkonjunktur der Gründerzeit zahlreiche Aufträge erhielt. Als Mitbegründer der Gesellschaft für christliche Kunst' und ordentlicher Professor an der Akademie der Bildenden Künste München im Fach Christliche Kunst', wo u. a. Ludwig Gies (1887-1966) und Wilhelm Jaeger (1888-1979) zu seinen Schülern gehörten, wurden ihm besonders kirchliche Aufträge übertragen" Wikipedia, Abfrage vom 16. VII. 2008). - Eduard Lammert studierte bei Wilhelm Ritter von Lindenschmidt an der Münchner Akademie und in Paris an der Academie Julian. Seit 1900 war er Professor an der Städtischen Gewerbe- und Malschule in München und malte bevorzugt Landschaften und Portraits. Vgl. Thieme-Becker XXII, 267. - Mit kleineren Knickfalten in der rechten Blatthälfte.

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SCHMITT, Carl. Konvolut von 6 eigenhändigen Briefen (insgesamt 8 Seiten), einer eigenhändigen Postkarte, einer eigenhändig ergänzten Traueranzeige sowie einem rückseitig mit eigenhändiger Widmung versehenen großformatigen Foto aus den Jahren 1941-1951.
An seinen Schüler Günther Schwartz: "Lieber Günther Schwarz! Über Ihren Brief vom 2. Juli aus Greifswald habe ich mich sehr gefreut; besonders auch darüber, dass Sie noch an Ihre Arbeit denken und gelegentlich sogar ein Buch lesen. Das Thema "Neutralität" ist jetzt in einer guten Dissertation von G. von Schmoller behandelt; leider werden die Dissertationen nicht auch gedruckt, sonst würde ich sie Ihnen schicken. Im übrigen entwickelt sich die Frage der N. innerhalb der Großräume in interessanter Weise weiter, besonders innerhalb des amerikanischen Kontinents. Sie brauchen nicht zu befürchten, daß das Thema bedeutungslos wird. (...)" (Berlin, 7.7.1941). "(...) Ihre Arbeit habe ich mit großer Freude gelesen; sie ist aber noch sprunghaft (auch in dem Sinne, daß sie 'Sprünge' hat). Bald schreibe ich Ihnen mehr; ich bin gerade zwischen zwei Reisen. Wann kommen Sie einmal nach Berlin, über einen Sonntag z.B. Lesen Sie unbedingt: F. Bottie 'la notion de la neutralite' in Revue de droit international 1937 tome XIX S. 82 ff.; und den Aufsatz von G. von Schmoller Z. d. Ak. Für deutsches Recht vom 15. Mai 1941 (besonders Abschnitt V). Herzliche Grüße Ihres alten Carl Schmitt (Berlin, 18.3.1942). "(...) Wie mögen Sie diesen Pfingstsonntag verbracht haben? Ich bin gestern von einer längeren und aufregenden Spanien-Reise zurückgekehrt und fand Ihr Schreiben vom 25. Mai bei der Post, die sich inzwischen angehäuft hat. Wenigstens mit einem Wort will ich Ihnen schnell antworten, damit Sie nicht meinen, ich hätte Sie vergessen. Schreiben Sie mir doch bitte mehr, besonders über Rußland. Soll ich Ihnen was zu lesen schicken? (...)" (Ohne Ort, Pfingstsonntag 1943). "(...) Seit Ende August lebe ich als 'Ausgebombter' ohne feste Unterkunft; meine Wohnung in Dahlem ist in der Nacht 23/24 August durch eine Luftmine völlig zerstört. Wie geht es Ihren Eltern in Berlin? Schreiben Sie bitte nach Plettenberg 2, das ist ein Nest im Sauerland, wo ich bei meinem 91jährigen Vater eine Unterkunft habe. Die Situation der total ausgebombten Zivilisten ist sehr interessant und für das Problem des totalen Krieges vielleicht wichtiger als die des Soldaten, der seine Waffen verliert. Denn der Soldat wird sofort von einer mächtigen Organisation getragen und erhält neue Waffen; der Zivilist erhält einen Bezugsschein. Das für alle menschlichen und sozialen Beziehungen maßgebliche Gesetz des Verhältnisses von Schutz und Gehorsam ist beim Zivilisten offenbar gestört. Aber darüber können wir hoffentlich bald einmal philosophieren. Meine Bilder sind zum Glück gerettet, d.h. sie liegen in Berlin in einem Schuppen, und sind hoffentlich nicht in diesen letzten Tagen getroffen worden. (...)" (Plettenberg, 28.11.1943). "(...) Ich wohne seit kurzem hier in Schlachtensee, nicht weit von Ihnen. Wir sind jetzt Nachbarn; das ist doch wunderbar! (...) (Berlin-Schlachtensee, 29.2.1944). "(...) Wegen Ihrer Dissertation habe ich mit dem Dekan gesprochen. Ihre Umarbeitung enthält zuviel Neues und ist nicht so 'geschlossen' wie der erste Entwurf. (...) Ich will versuchen, es durchzusetzen. daß Sie einfach auf Grund des ersten vorgelegten Entwurfs das Diplom erhalten. Ich wollte, Sie kämen bald einmal wieder zu mir nach Berlin. Die Einsamkeit um mich wird immer größer. (...) (Berlin-Schlachtensee, 28.8.(1944)). "Lieber Günther Schwarz (sic!), besten Dank für Deinen Brief! Ich würde mich freuen, näheres und weiteres über Deine Gedanken und Pläne zu hören. Mir geht es so, wie es einem alten, diskriminierten Mann geht, der exul in patria sua ist; darüber sind nicht mehr viele Worte zu verlieren. (...)" (Postkarte; Plettenberg, 4.9.1949). Beiliegend ein Original-Fotoabzug (22 x 16 cm)), rückseitig mit montierter eigenhändiger Widmung: "Für Günther Schwartz zur Erinnerung an Carl Schmitt 19/5.45." Das Foto rückseitig oben mit alten Klebstoffresten und dadurch bildseitig mit Leimschatten. Eine kleine Anstecknadel am Schmitt'schen Anzug-Revers ausgekratzt und übermalt - vermutlich das eigene Parteiabzeichen. Dazu die gedruckte Traueranzeige für Schmitts Ehefrau Duschka Schmitt-Todorovic vom 7.12.1950 mit eigenhändigem Vermerk: "Günther Schwartz mit herzlichem Dank für seine Grüsse und Wünsche Carl Schmitt 4/I.1951." Bis auf das Foto alle Autographen gelocht, z.T. mit ganz geringem Buchstabenverlust. Die beiden ersten Briefe mit gedrucktem Briefkopf "Preussischer Staatsrat Professor Carl Schmitt" und mit kleineren Fleckchen, die übrigen Briefe auf einfachem Schreibpapier. Die Postkarte mit eigenhändiger Absenderangabe und signiert C.S., die übrigen Autographen jeweils mit vollem Namenszug. Die zitierten Formulierungen stellen immer wieder Leitmotive aus Schmitts juristischen und philosophischen Schriften in durchaus persönliche Zusammenhänge. Schöne Sammlung persönlicher Dokumente, die Schmitts Interesse und Anhänglichkeit gegenüber seinem Schüler zeigt.

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