Reiners Stilkunst

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Reiners, Ludwig: Fibel für Liebende. Zugleich eine Anleitung, verheiratet und doch glücklich zu sein. Mit Zeichnungen von Eva Kausche-Kongsbak, Salzburg : Pallas-Verlag, 1951.
Guter Zustand. - Ludwig Reiners (* 21. Januar 1896 in Ratibor; 10. August 1957 in München) war ein Kaufmann und Schriftsteller.[1][2] Leben: Reiners war der Sohn eines Zigarrenfabrikanten. Auf dem Gymnasium in Ratibor legte er 1914 sein Abitur ab. Danach nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Er studierte Jura und Volkswirtschaft. 1920 wurde er mit einer Arbeit über die wirtschaftlichen Maßnahmen der Münchner Räterepublik promoviert und trug die Titel Dr. jur. Dr. rer. pol.. Dann begann er in der Stellung des Börsenvertreters der Deutschen Bank eine Laufbahn als Kaufmann, wurde Direktionsassistent in der Schwerindustrie bei der Deutschen Werke AG, Holzhändler auf dem Balkan als Prokurist eines Schweizer Holzkonzerns. Reiners war während des Dritten Reiches NSDAP-Mitglied und zuletzt über 25 Jahre - auch während des zweiten Weltkrieges, aber unterbrochen durch eine Zeit als Landarbeiter nach dem Zusammenbruch 1945 - in Bayern Verkaufsdirektor der Münchner Garnfabrik Richard Jung.[2][1] 1957 starb er nach kurzer schwerer Krankheit. Reiners wuchs gleichermaßen im Bannkreis Preußens wie der österreichisch-ungarischen Monarchie und ihrer Atmosphäre auf, die er in seiner Darstellung über Vorgeschichte und Verlauf des Ersten Weltkriegs "In Europa gehen die Lichter aus" schildert. In der Zeit der Weltwirtschaftskrise begann er, wirtschaftswissenschaftliche Lehrbücher und Einzeluntersuchungen zu veröffentlichen ("Die wirkliche Wirtschaft", eine Einführung in die Volkswirtschaftslehre in Frage und Antwort, 1930). Daran schlossen sich Bücher über innerliche Fragen, die deutsche Literatur und die Geschichte Englands und Deutschlands. Nach dem Krieg brachte Reiners schnell nacheinander den größten Teil seiner Bücher auf den Markt. Nun schrieb er für den Stilduden ein Vorwort. Mit seiner ersten Frau Lotte hatte er einen Sohn und eine Tochter. Er war mit ihr bis zu ihrem Tod im Jahr 1947 verheiratet. 1951 heiratete er die 26-jährige Malerin Hilde Wielandt, die ihm drei Söhne schenkte.[1] Die "Stilkunst": 1943 erschien Deutsche Stilkunst. Ein Lehrbuch deutscher Prosa. Dem Benutzer öffnet sich nicht nur ein Panoptikum des guten und schlechten Stils, sondern man stellt ihm auch Aufgaben: Die Beschreibung von Gegenständen oder Rückübersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche. Reiners nahm viel aus Eduard Engels gleichnamigem Buch von 1911 auf. Stefan Stirnemann behauptet:[3] "Reiners übernahm von Eduard Engel bewusst und nach Plan die Auffassung von Stil und Stillehre, die Begriffe und zahllose Beispiele aus schöner und Fachliteratur. Darüber hinaus stahl er ihm treffende Beobachtungen und kräftige Sätze und äffte recht eigentlich Engels Haltung nach: die überlegene Haltung des Kenners. [ ] Möglich war der Betrug nur im Dritten Reich. Einerseits waren Engels Schriften ohne Rechtsschutz, andererseits durfte Reiners annehmen, dass sie, in Fraktur gedruckt, umso schneller vergessen würden, da Hitler 1941 die Umstellung auf Antiqua verfügt hatte. Er konnte also zuversichtlich das erfolgreiche Buch Eduard Engels - das Wort drängt sich auf: arisieren." Kenner beider Werke, zum Beispiel der Dichter und Nazi-Gegner Eugen Roth, hatten keine Bedenken, das Buch von Reiners ausdrücklich zu empfehlen. Roth lobt Reiners für seinen "Reichtum an Wissen", für den "überlegene[n] Witz seines Vortrages", für sein "ausgezeichnetes Buch". Außerdem gibt Reiners selbst am Ende seiner "Stilkunst" das Engel-Buch als eine der Quellen für seine Beispiele an. Ein plumper Plagiator hätte das nicht getan. Ihm zufolge soll man beim Schreiben eines Textes vor allem beachten: Lass das Subjekt etwas tun, schreibe im Verbalstil: nicht "Durch die Gewöhnung an die ständige Unterhöhlung seines Ansehens kam es zu seinem Rückzug ins Privatleben und zur Konzentration auf die Produktion seiner schriftstellerischen Werke", sondern: "Als man ihn immer mehr verleumdete und er das Leben irgendwann schon gar nicht mehr anders kannte, zog er sich in sein Haus in XY zurück und schrieb dort fortan in größerer Ruhe an seinen Büchern weiter". Benutze das besondere, nicht das allgemeine Wort: nicht "Das Wasser bewegte sich den Hang hinunter", sondern: "Der Bach quirlte, zischte, spritzte und toste über den Schuttkegel hinunter ins Wiesental". Schreibe knapp: nicht "Als wir uns über die unterschiedlichen Erfordernisse in der Sache geeinigt hatten, kamen wir, nachdem wir uns beraten hatten, letztlich überein, dass die Rechte an der Nutzung des Geländes ohne Wenn und Aber bei den Personen bleiben mussten, die sie auch schon vor 1933 innegehabt hatten und denen sie von den Nazis geraubt worden waren", sondern: "Wir beschlossen, die Landenteignungen der Nazis rückgängig zu machen". Weitere Veröffentlichungen: Reiners hat den Charakter seiner Anpassung im Dritten Reich in dem Ratgeber Die Kunst der Rede und des Gesprächs klargestellt, in dem Hitlers Stil verspottet wird. In seiner Abhandlung Steht es in den Sternen? - Eine wissenschaftliche Untersuchung über Wahrheit und Irrtum der Astrologie von 1951 sammelt er alles, was sich gegen Sinn und Wahrheit der Astrologie sagen lässt ("Das Sternbild des Löwen gibt es nicht!").[1] In Europa gehen die Lichter aus ist eine Chronik der Fehler, die zum Ersten Weltkrieg und zur Niederlage der Mittelmächte und zur Auflösung des Deutschen Kaiserreiches führten.[1] Friedrich ist eine Biografie des preußischen Königs Friedrich II, die sein Leben von der Jugend bis zu seinem Tod darstellt.[1] Überdies schrieb Reiners eine Biografie Otto von Bismarcks, wobei er viele Originalzitate einarbeitete. Bevor Reiners starb, konnte er nur zwei Bände vollenden (Bismarcks Aufstieg 1815-64 (1956) und Bismarck gründet das Reich 1864-1871 (1957)), so dass die Biografie unvollendet blieb.[4] Bekannt ist vor allem Reiners' Anthologie Der ewige Brunnen, für die Reiners nach eigener Aussage die Gedichte ausgesucht hat, "die ein normaler Mensch gern liest".[1] Die heute erhältliche Jubiläumsausgabe ist 2005 von Albert von Schirnding grundlegend überarbeitet worden, wobei ungefähr ein Viertel der enthaltenen Gedichte ausgetauscht worden sind.[5] ... Aus: wikipedia-Ludwig_Reiners

14. - 21. Tausend. 130 Seiten mit Zeichnungen von Eva Kausche-Kongsbak. Blaues Leinen mit einer goldgeprägten Deckelvignette und goldgeprägten Rückentiteln.

[SW: Illustrationen, Illustrierte Ausgaben, Illustrierte Bücher, Sittengeschichte, Obsessionen, Erotische Literatur, Kulturgeschichte, Erotica, Eros, Männerbild Männerbilder, Männlichkeit und Weiblichkeit, Frau / In der Literatur, Liebe, Liebesaffäre, Liebesbeziehung, Liebesgeschichten, Liebes-Lehrbücher, Eifersucht, Sinnlichkeit, Eheberatung, Heirat, Streit, Ratgeber, Sexuelle Störungen, Sexualneurosen, Sexualwissenschaften, Erotische Bilder, Sexualwissenschaft, Erotische Fotografie, Erotische Kunst, Sexualität, Sexualforschung, Karikaturisten, Humoresken, Humor, Satire, Humoristische Literatur, Karikaturen, Karikatur, Satiren, Satirische Zeichnungen, Humoristische Darstellung, Satirische Literatur, Comic, Cartoon, ars amatoria, Liebeskunst]

Details

Reiners, Ludwig: Sorgenfibel oder Über die Kunst durch Einsicht und Übung seiner Sorgen Meister zu werden. Mit einem Vorwort des Verfassers. Mit bio- und bibliographischen Hinweisen. München, C.H. Beck Verlag, 1963. ISBN: 3423001542
Guter Zustand. Ludwig Reiners legt auf ebenso geistreiche wie amüsante Weise die Schwächen des schlechten Stils bloß und weist den "sicheren Weg zum guten Deutsch". - - Ludwig Reiners (* 21. Januar 1896 in Ratibor; 10. August 1957 in München) war ein Kaufmann und Schriftsteller.[1][2] Leben: Reiners war der Sohn eines Zigarrenfabrikanten. Auf dem Gymnasium in Ratibor legte er 1914 sein Abitur ab. Danach nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Er studierte Jura und Volkswirtschaft. 1920 wurde er mit einer Arbeit über die wirtschaftlichen Maßnahmen der Münchner Räterepublik promoviert und trug die Titel Dr. jur. Dr. rer. pol.. Dann begann er in der Stellung des Börsenvertreters der Deutschen Bank eine Laufbahn als Kaufmann, wurde Direktionsassistent in der Schwerindustrie bei der Deutschen Werke AG, Holzhändler auf dem Balkan als Prokurist eines Schweizer Holzkonzerns. Reiners war während des Dritten Reiches NSDAP-Mitglied und zuletzt über 25 Jahre - auch während des zweiten Weltkrieges, aber unterbrochen durch eine Zeit als Landarbeiter nach dem Zusammenbruch 1945 - in Bayern Verkaufsdirektor der Münchner Garnfabrik Richard Jung.[2][1] 1957 starb er nach kurzer schwerer Krankheit. Reiners wuchs gleichermaßen im Bannkreis Preußens wie der österreichisch-ungarischen Monarchie und ihrer Atmosphäre auf, die er in seiner Darstellung über Vorgeschichte und Verlauf des Ersten Weltkriegs "In Europa gehen die Lichter aus" schildert. In der Zeit der Weltwirtschaftskrise begann er, wirtschaftswissenschaftliche Lehrbücher und Einzeluntersuchungen zu veröffentlichen ("Die wirkliche Wirtschaft", eine Einführung in die Volkswirtschaftslehre in Frage und Antwort, 1930). Daran schlossen sich Bücher über innerliche Fragen, die deutsche Literatur und die Geschichte Englands und Deutschlands. Nach dem Krieg brachte Reiners schnell nacheinander den größten Teil seiner Bücher auf den Markt. Nun schrieb er für den Stilduden ein Vorwort. Mit seiner ersten Frau Lotte hatte er einen Sohn und eine Tochter. Er war mit ihr bis zu ihrem Tod im Jahr 1947 verheiratet. 1951 heiratete er die 26-jährige Malerin Hilde Wielandt, die ihm drei Söhne schenkte.[1] Die "Stilkunst": 1943 erschien Deutsche Stilkunst. Ein Lehrbuch deutscher Prosa. Dem Benutzer öffnet sich nicht nur ein Panoptikum des guten und schlechten Stils, sondern man stellt ihm auch Aufgaben: Die Beschreibung von Gegenständen oder Rückübersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche. Reiners nahm viel aus Eduard Engels gleichnamigem Buch von 1911 auf. Stefan Stirnemann behauptet:[3] "Reiners übernahm von Eduard Engel bewusst und nach Plan die Auffassung von Stil und Stillehre, die Begriffe und zahllose Beispiele aus schöner und Fachliteratur. Darüber hinaus stahl er ihm treffende Beobachtungen und kräftige Sätze und äffte recht eigentlich Engels Haltung nach: die überlegene Haltung des Kenners. [ ] Möglich war der Betrug nur im Dritten Reich. Einerseits waren Engels Schriften ohne Rechtsschutz, andererseits durfte Reiners annehmen, dass sie, in Fraktur gedruckt, umso schneller vergessen würden, da Hitler 1941 die Umstellung auf Antiqua verfügt hatte. Er konnte also zuversichtlich das erfolgreiche Buch Eduard Engels - das Wort drängt sich auf: arisieren." Kenner beider Werke, zum Beispiel der Dichter und Nazi-Gegner Eugen Roth, hatten keine Bedenken, das Buch von Reiners ausdrücklich zu empfehlen. Roth lobt Reiners für seinen "Reichtum an Wissen", für den "überlegene[n] Witz seines Vortrages", für sein "ausgezeichnetes Buch". Außerdem gibt Reiners selbst am Ende seiner "Stilkunst" das Engel-Buch als eine der Quellen für seine Beispiele an. Ein plumper Plagiator hätte das nicht getan. Ihm zufolge soll man beim Schreiben eines Textes vor allem beachten: Lass das Subjekt etwas tun, schreibe im Verbalstil: nicht "Durch die Gewöhnung an die ständige Unterhöhlung seines Ansehens kam es zu seinem Rückzug ins Privatleben und zur Konzentration auf die Produktion seiner schriftstellerischen Werke", sondern: "Als man ihn immer mehr verleumdete und er das Leben irgendwann schon gar nicht mehr anders kannte, zog er sich in sein Haus in XY zurück und schrieb dort fortan in größerer Ruhe an seinen Büchern weiter". Benutze das besondere, nicht das allgemeine Wort: nicht "Das Wasser bewegte sich den Hang hinunter", sondern: "Der Bach quirlte, zischte, spritzte und toste über den Schuttkegel hinunter ins Wiesental". Schreibe knapp: nicht "Als wir uns über die unterschiedlichen Erfordernisse in der Sache geeinigt hatten, kamen wir, nachdem wir uns beraten hatten, letztlich überein, dass die Rechte an der Nutzung des Geländes ohne Wenn und Aber bei den Personen bleiben mussten, die sie auch schon vor 1933 innegehabt hatten und denen sie von den Nazis geraubt worden waren", sondern: "Wir beschlossen, die Landenteignungen der Nazis rückgängig zu machen". Weitere Veröffentlichungen: Reiners hat den Charakter seiner Anpassung im Dritten Reich in dem Ratgeber Die Kunst der Rede und des Gesprächs klargestellt, in dem Hitlers Stil verspottet wird. In seiner Abhandlung Steht es in den Sternen? - Eine wissenschaftliche Untersuchung über Wahrheit und Irrtum der Astrologie von 1951 sammelt er alles, was sich gegen Sinn und Wahrheit der Astrologie sagen lässt ("Das Sternbild des Löwen gibt es nicht!").[1] In Europa gehen die Lichter aus ist eine Chronik der Fehler, die zum Ersten Weltkrieg und zur Niederlage der Mittelmächte und zur Auflösung des Deutschen Kaiserreiches führten.[1] Friedrich ist eine Biografie des preußischen Königs Friedrich II, die sein Leben von der Jugend bis zu seinem Tod darstellt.[1] Überdies schrieb Reiners eine Biografie Otto von Bismarcks, wobei er viele Originalzitate einarbeitete. Bevor Reiners starb, konnte er nur zwei Bände vollenden (Bismarcks Aufstieg 1815-64 (1956) und Bismarck gründet das Reich 1864-1871 (1957)), so dass die Biografie unvollendet blieb.[4] Bekannt ist vor allem Reiners' Anthologie Der ewige Brunnen, für die Reiners nach eigener Aussage die Gedichte ausgesucht hat, "die ein normaler Mensch gern liest".[1] Die heute erhältliche Jubiläumsausgabe ist 2005 von Albert von Schirnding grundlegend überarbeitet worden, wobei ungefähr ein Viertel der enthaltenen Gedichte ausgetauscht worden sind.[5] ... Aus: wikipedia-Ludwig_Reiners , ISBN-13: 9783423001540

50. - 56. Tausend. 140 Seiten. 19 cm. Leinen mit Schutzumschlag und Kopffarbschnitt.

[SW: Ratgeberliteratur, Lebensgefühl, Lebenshilfe, Lebensführung, Lehrer, Lebenskunst, Lebensphilosophie, Lebenskrisen, Sprache, Literaturwissenschaft Literaturwissenschaften, Lebensratgeber, Pädagogik, Lebenskrise, Lebensbedingungen, Lehrbuch, Lebenslüge, Sprach- und Literaturwissenschaft, Lebensfreude, Lebensbewältigung, Lebensgestaltung, Ratgeber Alltag]

Details

Reiners, Ludwig,
Ludwig Reiners (1896-1957), Schriftsteller. Ms. Brief (Durchschlag) mit e. U. ("Dr. Reiners"). München, 8. Oktober 1951. 1 S. Qu.-gr.8°. - An ein Direktorat betr. eines öffentlichen Streitgesprächs "zwischen mir und einigen Astrologen unter dem Titel Buch, Mensch und Schicksal'. Das Streitgespräch ist veranlaßt durch ein kürzlich erschienenes Buch von mir Steht es in den Sternen? Eine wissenschaftliche Untersuchung über Wahrheit und Irrtum der Astrologie'. In diesem Buch, das von der gesamten astronomischen Wissenschaft dankbar begrüßt wurde, ist in gemeinverständlicher Weise der Nachweis geführt, dass alle Behauptungen der Astrologie nachweislich irrig sind [...]". - Ludwig Reiners "wurde vor allem als Sachbuchautor bekannt; er bearbeitete vorwiegend wirtschaftliche [...] und lebenspraktische Themen [...], verfaßte aber auch Biographien und historisch-politische Schriften. Nachhaltigen Erfolg erzielte er mit der Lyrikanthologie Der ewige Brunnen' (1955, zuletzt 1997), dem Zitatenlexikon Wer hat das nur gesagt?' (1956) und vor allem mit Deutsche Stilkunst. Ein Lehrbuch deutscher Prosa'" (DBE).

Ludwig Reiners (1896-1957), Schriftsteller. Ms. Brief (Durchschlag) mit e. U. ("Dr. Reiners"). München, 8. Oktober 1951. 1 S. Qu.-gr.8°. - An ein Direktorat betr. eines öffentlichen Streitgesprächs "zwischen mir und einigen Astrologen unter dem Titel Buch, Mensch und Schicksal'. Das Streitgespräch ist veranlaßt durch ein kürzlich erschienenes Buch von mir Steht es in den Sternen? Eine wissenschaftliche Untersuchung über Wahrheit und Irrtum der Astrologie'. In diesem Buch, das von der gesamten astronomischen Wissenschaft dankbar begrüßt wurde, ist in gemeinverständlicher Weise der Nachweis geführt, dass alle Behauptungen der Astrologie nachweislich irrig sind [...]". - Ludwig Reiners "wurde vor allem als Sachbuchautor bekannt; er bearbeitete vorwiegend wirtschaftliche [...] und lebenspraktische Themen [...], verfaßte aber auch Biographien und historisch-politische Schriften. Nachhaltigen Erfolg erzielte er mit der Lyrikanthologie Der ewige Brunnen' (1955, zuletzt 1997), dem Zitatenlexikon Wer hat das nur gesagt?' (1956) und vor allem mit Deutsche Stilkunst. Ein Lehrbuch deutscher Prosa'" (DBE).

[SW: Autograph, Manuskript, Dokument, Autographen. Abbildungen finden Sie auf unserer Webseite www.autographenhandlung.de]

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Reiners, Ludwig: Sorgenfibel oder die Kunst durch Einsicht und Übung seiner Sorgen Meister zu werden. Herder Buchgemeinde (Lizenz der C.H. Beck'schen Verlagsbuchhandlung) Lizenzausgabe 1984 Freiburg i. Br.
140S. 8°

Pappe Fadengehefteter, illustrierter Pappband in sehr gutem bis neuwertigem Zustand. Ludwig Reiners (* 21. Januar 1896 in Ratibor; 10. August 1957 in München) war ein Kaufmann und Schriftsteller. Reiners war der Sohn eines Zigarrenfabrikanten. Auf dem Gymnasium in Ratibor legte er 1914 sein Abitur ab. Danach nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Er studierte Jura und Volkswirtschaft. 1920 wurde er mit einer Arbeit über die wirtschaftlichen Maßnahmen der Münchner Räterepublik promoviert und trug die Titel Dr. jur. Dr. rer. pol.. Dann begann er in der Stellung des Börsenvertreters der Deutschen Bank eine Laufbahn als Kaufmann, wurde Direktionsassistent in der Schwerindustrie bei der Deutschen Werke AG, Holzhändler auf dem Balkan als Prokurist eines Schweizer Holzkonzerns. Reiners war während des Dritten Reiches NSDAP-Mitglied und zuletzt über 25 Jahre - auch während des zweiten Weltkrieges, aber unterbrochen durch eine Zeit als Landarbeiter nach dem Zusammenbruch 1945 - in Bayern Verkaufsdirektor der Münchner Garnfabrik Richard Jung. 1957 starb er nach kurzer schwerer Krankheit. Reiners wuchs gleichermaßen im Bannkreis Preußens wie der österreichisch-ungarischen Monarchie und ihrer Atmosphäre auf, die er in seiner Darstellung über Vorgeschichte und Verlauf des Ersten Weltkriegs "In Europa gehen die Lichter aus" schildert. In der Zeit der Weltwirtschaftskrise begann er, wirtschaftswissenschaftliche Lehrbücher und Einzeluntersuchungen zu veröffentlichen ("Die wirkliche Wirtschaft", eine Einführung in die Volkswirtschaftslehre in Frage und Antwort, 1930). Daran schlossen sich Bücher über innerliche Fragen, die deutsche Literatur und die Geschichte Englands und Deutschlands. Nach dem Krieg brachte Reiners schnell nacheinander den größten Teil seiner Bücher auf den Markt. Nun schrieb er für den Stilduden ein Vorwort. Mit seiner ersten Frau Lotte hatte er einen Sohn und eine Tochter. Er war mit ihr bis zu ihrem Tod im Jahr 1947 verheiratet. 1951 heiratete er die 26-jährige Malerin Hilde Wielandt, die ihm drei Söhne schenkte. 1943 erschien Deutsche Stilkunst. Ein Lehrbuch deutscher Prosa. Dem Benutzer öffnet sich nicht nur ein Panoptikum des guten und schlechten Stils, sondern man stellt ihm auch Aufgaben: Die Beschreibung von Gegenständen oder Rückübersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche. Reiners nahm viel aus Eduard Engels gleichnamigem Buch von 1911 auf. Stefan Stirnemann behauptet: "Reiners übernahm von Eduard Engel bewusst und nach Plan die Auffassung von Stil und Stillehre, die Begriffe und zahllose Beispiele aus schöner und Fachliteratur. Darüber hinaus stahl er ihm treffende Beobachtungen und kräftige Sätze und äffte recht eigentlich Engels Haltung nach: die überlegene Haltung des Kenners. [ ] Möglich war der Betrug nur im Dritten Reich. Einerseits waren Engels Schriften ohne Rechtsschutz, andererseits durfte Reiners annehmen, dass sie, in Fraktur gedruckt, umso schneller vergessen würden, da Hitler 1941 die Umstellung auf Antiqua verfügt hatte. Er konnte also zuversichtlich das erfolgreiche Buch Eduard Engels - das Wort drängt sich auf: arisieren." Kenner beider Werke, zum Beispiel der Dichter und Nazi-Gegner Eugen Roth, hatten keine Bedenken, das Buch von Reiners ausdrücklich zu empfehlen. Roth lobt Reiners für seinen "Reichtum an Wissen", für den "überlegene[n] Witz seines Vortrages", für sein "ausgezeichnetes Buch". Außerdem gibt Reiners selbst am Ende seiner "Stilkunst" das Engel-Buch als eine der Quellen für seine Beispiele an. Ein plumper Plagiator hätte das nicht getan. Ihm zufolge soll man beim Schreiben eines Textes vor allem beachten: Lass das Subjekt etwas tun, schreibe im Verbalstil: nicht "Durch die Gewöhnung an die ständige Unterhöhlung seines Ansehens kam es zu seinem Rückzug ins Privatleben und zur Konzentration auf die Produktion seiner schriftstellerischen Werke", sondern: "Als man ihn immer mehr verleumdete und er das Leben irgendwann schon gar nicht mehr anders kannte, zog er sich in sein Haus in XY zurück und schrieb dort fortan in größerer Ruhe an seinen Büchern weiter". Benutze das besondere, nicht das allgemeine Wort: nicht "Das Wasser bewegte sich den Hang hinunter", sondern: "Der Bach quirlte, zischte, spritzte und toste über den Schuttkegel hinunter ins Wiesental". Schreibe knapp: nicht "Als wir uns über die unterschiedlichen Erfordernisse in der Sache geeinigt hatten, kamen wir, nachdem wir uns beraten hatten, letztlich überein, dass die Rechte an der Nutzung des Geländes ohne Wenn und Aber bei den Personen bleiben mussten, die sie auch schon vor 1933 innegehabt hatten und denen sie von den Nazis geraubt worden waren", sondern: "Wir beschlossen, die Landenteignungen der Nazis rückgängig zu machen". Reiners hat den Charakter seiner Anpassung im Dritten Reich in dem Ratgeber Die Kunst der Rede und des Gesprächs klargestellt, in dem Hitlers Stil verspottet wird. In seiner Abhandlung Steht es in den Sternen? - Eine wissenschaftliche Untersuchung über Wahrheit und Irrtum der Astrologie von 1951 sammelt er alles, was sich gegen Sinn und Wahrheit der Astrologie sagen lässt ("Das Sternbild des Löwen gibt es nicht!"). In Europa gehen die Lichter aus ist eine Chronik der Fehler, die zum Ersten Weltkrieg und zur Niederlage der Mittelmächte und zur Auflösung des Deutschen Kaiserreiches führten. Friedrich ist eine Biografie des preußischen Königs Friedrich II, die sein Leben von der Jugend bis zu seinem Tod darstellt. Überdies schrieb Reiners eine Biografie Otto von Bismarcks, wobei er viele Originalzitate einarbeitete. Bevor Reiners starb, konnte er nur zwei Bände vollenden (Bismarcks Aufstieg 1815-64 (1956) und Bismarck gründet das Reich 1864-1871 (1957)), so dass die Biografie unvollendet blieb. Bekannt ist vor allem Reiners' Anthologie Der ewige Brunnen, für die Reiners nach eigener Aussage die Gedichte ausgesucht hat, "die ein normaler Mensch gern liest". Die heute erhältliche Jubiläumsausgabe ist 2005 von Albert von Schirnding grundlegend überarbeitet worden, wobei ungefähr ein Viertel der enthaltenen Gedichte ausgetauscht worden sind.

[SW: Deutsche Literatur | Aphorismen/ Zitate | Lebenshilfe]

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