Plastiken
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Bildhauerei. Geiser. Ausstellungskatalog. Hobi, Urs u. Hofmann, Christine (Red.) / Div. Autoren. Karl Geiser 1898-1957 : Plastiken, Zeichnungen, Radierungen, Photographien. Kunsthaus Zürich und Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft 1988.
Katalog zur Ausstellung im Kunsthaus Zürich vom 2. September bis 30. Oktober 1988. Redaktion: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft (SIK). - Bedeutender Ausstellungskatalog zum gesamten, insbesondere jedoch zum plastischen Werk von Karl Geiser, das hier weitgehend inventarisiert vorgestellt wird. Karl Geiser ist aufgrund der eher geringen Anzahl kleinformatiger Objekte am Markt nur wenig präsent; dies in einem gewissen Gegensatz zum öffentlichen Raum, wo zahlreichere grossformatige Arbeiten Geisers aus öffentlichem Besitz entsprechend prominent aufgestellt sind. - "Zusammen mit Urs Hobi hat der Nachlass-Betreuer und Bildhauer Felix Kohn [..] die Werkliste der 72 Plastiken erstellt und deren Präsentation skizziert. [..] Der vorliegende Katalog geht [..] an die Mitglieder des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft, das damit die Inventarisierung des Oeuvres von Karl Geiser begonnen hat." (p. 8 f.). - Gliederung des Inhalts : 'Klassizität' und 'Realistik': Positionen im Schaffen Karl Geiseres (U. Hobi); Zeichnungen und Radierungen; 'Der epische Genre': Das photographische Werk von Karl Geiser (R. Hohl); Katalog der ausgestellten Plastiken (U. Hobi u. Chr. Hofmann). Mit einem Anhang: Bibliographie nach Kategorien (pp. 210-221), systematische Biographie mit zahlreichen Detailangaben. - Der Schwerpunkt des Katalogs liegt auf den plastischen Exponaten, nämlich 65 Skulpturen grösstenteils in Bronze, mit Angaben zu Titel/Sujet, Entstehungsjahr/-zeit, Materialien, Masse, Bezeichnungen und Signatur, ev. Giesser (Giesserstempel), Standort/Besitzer, ev. Präsentation auf Ausstellungen. Ergänzend dazu werden Photographien, Radierungen und Zeichnungen/Skizzen gezeigt und besprochen (Arbeiten auf Papier mit kurzem Beschrieb, die Fotos ohne besondere Legenden, jedoch mit ausführlicherem Begleittext). -- Karl Geiser (Bern 1898-1957 Zürich), von Langenthal BE, Plastiker, Bildhauer, Zeichner, Radierer und Fotograf. Figürliche Plastik zwischen Klassizismus und Realismus. Akte, Porträts, Kunst am Bau und Denkmäler. "Der Winterthurer Kaufmann Georg Reinhart, sein erster Sammler und Mäzen, gewährt ihm ein Stipendium und vermittelt ihm 1926 den Auftrag für zwei Stuckreliefs in der Eingangszone des Winterthurer Kunstmuseums. [..] In Paris und Marseille entstehen die ersten Folgen jener Skizzen und Zeichnungen, die sich für ihn in ihrer Gesamtheit zu einer Comedie humaine verdichten sollten: momenthafte, unprätentiös notierte Eindrücke des vielfältigen Volkslebens. In Paris trifft er auch Alberto Giacometti. Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine lebenslange Freundschaft, die auf hoher gegenseitiger künstlerischer Wertschätzung gründet. Wieder in Zürich, erarbeitet er innerhalb von nur eineinhalb Jahren (1929-1931) fast das ganze druckgrafische Oeuvre: rund 100 Radierungen, vorwiegend nach Motiven der erwähnten Zeichnungsserien, aber auch intime Interieurs mit weiblichen Akten. [..] 1934 gewinnt Geiser mit einer Löwenfigur den Wettbewerb für den künstlerischen Schmuck am neuen Kantonalen Verwaltungsgebäude Walche in Zürich. [..] Aragons Voten folgend, dass die Fotografie das gesellschaftlich zukunftsweisende Medium für die Kunst sei, setzt Geiser nun mit der Leica-Kamera die mit dem Zeichenstift begonnene Serie der Comedie humaine fort. 'L'homme habille' (der gesellschaftliche Mensch) und die Fotografie als 'genre epique' werden die Pfeiler des ihm vorschwebenden 'neuen Realismus'. [..] 1939 gerät Geiser in eine Krise: Kriegsausbruch, Aktivdienst, Geldknappheit. Er versucht sie künstlerisch zu bewältigen: in Fotografien, Zeichnungen und wenigen Plastiken hält er den Soldatenalltag fest. Von Freunden und Bekannten vermittelte Porträtaufträge helfen mit, materielle Engpässe zu lindern. 1941 zeigt das Kunstmuseum Winterthur Plastiken, Zeichnungen und Radierungen von Geiser. Es ist die einzige grössere Gesamtausstellung zu Lebzeiten des Künstlers. Um 1942 entstehen die Velorennfahrer-Plastiken, begleitet von zahlreichen Fotografien. [..] 1944 veröffentlicht der Kunsthistoriker Hans Naef in einer kleinen Auflage eine Mappe mit 23 Originalfotografien Geisers. Innerhalb weniger Jahre erhält Geiser drei bedeutende Aufträge für öffentliche Plastiken [..]. [..] Doch der äussere Erfolg trügt. Keine dieser Auftragsarbeiten vermag Geiser zu vollenden. Zu sehr quält er sich mit dem Anspruch, für die Öffentlichkeit 'etwas Rechtes' zu schaffen, und so zögert er die Ablieferung immer wieder hinaus. [..] Ein Tagebuch, das im März 1955 einsetzt, zeugt von einer verzweifelten Gehetztheit. Am 5. April 1957 wird Geiser tot in seinem Atelier aufgefunden. Alle Umstände deuten darauf hin, dass er sich das Leben genommen hat. Geisers Kunst ist vor allem Menschendarstellung. In seinen Figuren, Zeichnungen und Fotografien ist durchweg der Wille spürbar, die Dargestellten in ihrer menschlichen Würde wiederzugeben. Geiser ist überzeugt, dass ein Bild des Menschen diesem Anspruch nur genügen kann, wenn es aus dem unmittelbaren Lebensgefühl heraus entsteht. Der Massstab für die Qualität einer Plastik liegt für ihn nicht etwa in der Behandlung des Materials oder in der formalen Ausgestaltung, sondern allein in der Intensität des Erlebnisses, in der sinnlichen Erfahrung, die sie vermitteln kann." (Aus: U. Hobi 1998, in SIKART, vorliegender Katalog unter den Literaturangaben aufgeführt; zu Geisers photografischem Werk vgl. auch die Homepage der Schweizerischen Fotostiftung: http://www.fotostiftung.ch/index.php?id=66&L=0&autor=175).
4°. 226 SS. Reich illustriert mit s/w-Tfn. u -Abbn. OKlapp.-Brosch. (min. bestossen). Wenig Gebrauchsspuren. Gesamthaft recht gutes Exemplar.
[SW: Schweiz. 20. Jahrhundert. Neuzeit. Moderne. Moderner neuzeitlicher Schweizer naturalistischer figürlicher realistischer Stil. Naturalistische figürliche realistische Stile. Stilrichtungen. Realismus. Klassizismus. Neoklassizismus. Schweizerische Kunst. Künstler. Bildhauer. Bildhauerei. Plastik. Plastische Arbeiten. Skulpturen. Grafik. Druckgrafik. Radierung. Kupferradierung. Zeichnung. Zeichnungen. Entwürfe. Photographie. Photo. Photos. Foto. Foto. Fotografie. Fotografien. Photographen. Fotografen.]
Höckelmann, Antonius: Antonius Höckelmann. Zeichnungen und Plastiken. Kunsthalle Bern, 1975.
Einband etwas berieben. - "Meine Plastik kommt mir wie eine künstliche Welt vor, die in sich selbst ruht und ein Traum von einer sich in die Landschaft einfügenden Architektur ist." (Höckelmann in Kunstforum-International, Band 10, 1974) Höckelmanns Plastiken aus den sechziger Jahren sind Körper, die aussehen, als wären sie Abgüsse von Naturgebilden, von Wurzelwucherungen, von merkwürdig ausgewaschenen Steinen, von Knollengcbilden. Die Plastiken haben den Formcharakter einer natürlichen Ge-wordenheit. Henry Moore schrieb : "Was mich am meisten interessiert, ist die menschliche Gestalt, aber ich habe beim Studium von Naturgebilden wie Kieselsteinen, Felsblöcken, Knochen, Bäumen, Gewächsen usw. Form- und Rhythmusprinzipien gefunden." ("Über die Plastik", München, 1972) In diesem Buch gibt es Photographien von solchen Objekten, die Moore sammelte und die nun in seinem "kleinen Atelier" - dort macht er seine Entwürfe - aufbewahrt werden. Es sind dies Kieselsteine, Knochen oder andere aufgelesene Objekte, die auf den ersten Blick aussehen, als wären es Plastiken von Höckelmann. Es ist natürlich naiv, die Plastiken in eine abbildliche Beziehung zu Naturgebilden zu bringen. Denn wenn es um Abbildung ginge, würde Höckelmann kein halbes Jahr an relativ kleinen Plastiken arbeiten. Trotzdem besteht eine Beziehung zu Naturgebilden, doch ist diese nicht auf die erste, mimetische Ebene reduzierbar. Höckelmann spricht von seiner Plastik als einem Traum von einer Architektur, die sich in die Landschaft einfügt. -
6. Sept. bis 19. Okt. Ca. 60 S. mit zahlr. Abb. Broschiert.
[SW: Antonius Höckelmann, Zeichnungen, Plastik]
Hg. von Dieter Brusberg, 1978. Emil Cimiotti - Werkverzeichnis der Plastiken 1955 bis 1977.
Werkverzeichnis bearbeitet von Dieter Blume. Mit Texten von John Anthony Thwaites u.a. "Die Plastiken von Emil Cimiotti sind aus Bronze. Bronze ist schwer, hart und beständig. Sie ist unorganisch, dunkel und massiv. Die Bronzen von Cimiotti aber sind das Gegenteil von alledem. Sie wirken hell, leicht und organisch, veränderlich, vergänglich und amorph. Das Stoffliche an ihnen wird durch das Rhythmische aufgehoben. Manchmal sind die Formen dieser Plastiken offen, so daß die Rhythmen sich frei im Raume entwickeln. Hier werden Stoff und Raum gleichberechtigte Partner. Manchmal sind die Formen geschlossen. Dann ist der Raum innerlich, versteckt. Der Rhythmus entwickelt sich innerhalb der Plastik, wie unter einer zugewachsenen Haut. Die offenen Plastiken von Cimiotti sind lyrisch, die geschlossenen monumental. Dieses Monumentalität aber ist anders wie die der Vergangenheit. Sie ist groß, schwerelos und veränderlich, wie eine Kumuluswolke. Die Kraft entsteht nicht aus der Masse, sondern aus der Vitalität. Die Plastiken scheinen zu schweben, zu leben." (John Anthony Thwaites) Vorzugsausgabe mit zwei sign. und num. Radierungen, die Emil Cimiotti für diesen Katalog geschaffen hat. Blattformat ca. 22,5 x 33 cm. Auflage 111 Ex. 22,5 x 33 cm, 178 Seiten, 205 Abb., davon 6 in Farbe, geb. Früher 248,00 EUR jetzt nur noch
Karsch, Florian: Joachim Karsch. Werkverzeichnis der Plastiken, VDG, 2005 ; fester Einband / hard cover ISBN: 3-89739-490-1
Das vorliegende Werkverzeichnis der Plastiken von Joachim Karsch (* 20.6.1897 in Breslau + 11.2.1945 in Gandern) gibt erstmals einen vollständigen Überblick über das Gesamtwerk. Es sind 334 plastische Arbeiten erfasst, von denen jedoch etwa zwei Drittel verschollen oder zerstört sind. Von ungefähr einem Drittel sind nicht einmal Fotos vorhanden, von einer Anzahl lediglich kleine Skizzen, die Joachim Karsch seinen Briefen beifügte, wenn er Freunden von seiner Arbeit berichtete.<br> Durch das intensive Studium von mehr als 3.500 Seiten dieser handgeschriebenen Briefe konnten viele der Plastiken genau datiert werden. Zahlreiche, sehr interessante Äusserungen des Künstlers über sein Werk allgemein und über bestimmte Arbeiten wurden aus diesen bisher unveröffentlichten Briefen bei den betreffenden Plastiken zitiert. Etliche Abbildungen von Porträtfotos aus den verschiedenen Lebenszeiten, von Briefen, Dokumenten und Atelierfotos sind in das Verzeichnis der Werke eingefügt, so dass ein lebendiger Überblick über das Leben des Künstlers und die Bedingungen seiner schwierigen und manchmal verzweifelten Existenz gegeben wird. Neben diesen biographischen Einzelheiten ergeben sich daraus auch kunsthistorische und zeitgeschichtliche Hintergründe, die von allgemeinem Interesse sind.<br> Der vorliegende Band mit den Plastiken seines Vaters basiert auf der 1948 von Florian Karsch begonnenen Sammlung aller Unterlagen und Dokumente, nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und in den USA. Auf einen Nachlass im engeren Sinne konnte er nicht zurückgreifen, da das Atelier in Berlin Anfang Dezember 1943 durch Bomben zerstört wurde und aus dem Atelier in Gandern, wo Karsch am 11. Februar 1945 sein Leben beendete, nicht ein einziges Werk gerettet ist.
464 S., 394 Abb. verlagsneu



