Nietzsche
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Förster-Nietzsche, Elisabeth,
Elisabeth Förster-Nietzsche (1846-1935), Schwester von Friedrich Nietzsche. Brief mit e. U. Wohl Weimar, 13. April 1916. 2¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8°. Mit e. adr. Kuvert. - Diktatbrief an Frau von Leipzig mit dem Ausdruck ihres Bedauerns, daß der geplante Gegenbesuch ihrer "sehr schlechten Augen" wegen nicht habe stattfinden können: "[...] Nun wartete ich darauf, daß mein langjähriger Diener, der meine Schritte auf fremden Treppen leitet und hier seit eineinhalbem Jahr zum Militär eingezogen ist, am 1. April Urlaub bekäme [...] Aber es kam alles ganz anders: er wurde plötzlich zur Front oder hinter die Front geschickt, so daß ich nun ohne alle Abschiedsbesuche, zu meiner Erholung, Weimar auf ungefähr vier Monate verlasse. Diese Erholung habe ich recht nötig, da ich durch die ungeheuere Spannung der letzten Jahre u. ungemein schmerzliche Verluste allmählich recht angegriffen worden bin [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des "Nietzsche-Archivs"; beide Bll. mit jeweils einem kleinen Einriß im Mittelfalz.
Elisabeth Förster-Nietzsche (1846-1935), Schwester von Friedrich Nietzsche. Brief mit e. U. Wohl Weimar, 13. April 1916. 2¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8°. Mit e. adr. Kuvert. - Diktatbrief an Frau von Leipzig mit dem Ausdruck ihres Bedauerns, daß der geplante Gegenbesuch ihrer "sehr schlechten Augen" wegen nicht habe stattfinden können: "[...] Nun wartete ich darauf, daß mein langjähriger Diener, der meine Schritte auf fremden Treppen leitet und hier seit eineinhalbem Jahr zum Militär eingezogen ist, am 1. April Urlaub bekäme [...] Aber es kam alles ganz anders: er wurde plötzlich zur Front oder hinter die Front geschickt, so daß ich nun ohne alle Abschiedsbesuche, zu meiner Erholung, Weimar auf ungefähr vier Monate verlasse. Diese Erholung habe ich recht nötig, da ich durch die ungeheuere Spannung der letzten Jahre u. ungemein schmerzliche Verluste allmählich recht angegriffen worden bin [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des "Nietzsche-Archivs"; beide Bll. mit jeweils einem kleinen Einriß im Mittelfalz.
[SW: Autograph, Manuskript, Dokument, Autographen. Abbildungen finden Sie auf unserer Webseite www.autographenhandlung.de]
[Nietzsche, F.]. - Förster-Nietzsche, Elisabeth. Das Leben Friedrich Nietzsches. 2 in 3 Bänden. Leipzig, C. G. Naumann, 1895-1904. ; fester Einband / hard cover; 1. Ed.
Erstausgabe. - Elisabeth Förster-Nietzsche (1846-1935). die Schwester Friedrich Nietzsches, heiratete 1885 Bernhard Förster und lebte mit ihm in Paraguay, wo sie die Kolonie "Nueva-Germania" gründeten. Nach seinem Tod 1889 kehrte sie nach Deutschland zurück, um ihren inzwischen erkrankten Bruder zu betreuen. 1897, nach dem Tod der Mutter, ließ sich Förster-Nietzsche in Weimar nieder, wo sie das von ihr gegründete Nietzsche-Archiv leitete, den philosophischen Nachlaß ihres Bruders verwaltete sowie dessen Werke und Briefe herausgab. Bereits zu ihren Lebzeiten wurde die Korrektheit ihrer Herausgebertätigkeit angezweifelt und die Bearbeitung der nachgelassenen Schriften (u.a. "Der Wille zur Macht", 1901) kritisiert -- ein Urteil, das sich seither bestätigt und verfestigt hat. - Einbände (bes. Kanten) etw. berieben, sonst ordentliches Exemplar. - Ziegenfuss I, 351.
Gr.-8°. Mit 6 Tafeln (inkl. den Titelbildern), 2 (jeweils vierseitige) Faksimiles u. 2 (1 gefalt. u. 1 vierseitige) Musikbeilagen. Zus. ca. 1690 S., OHLwd.-Bde.
[SW: Nietzsche, Förster-Nietzsche, Das Leben Friedrich Nietzsches, Biographie, Biographien]
Nietzsche, Friedrich / Gebhard, Walter (Hrsg.), Friedrich Nietzsche - Strukturen der Negativität - Bayreuther Nietzsche-Kolloquium 1982, Ffm./Bern/New York/Nancy, Peter Lang (= Bayreuther Beiträge zur Literaturwissenschaft, Bd. 5), 1984, ; 1. Ed. ISBN: 3-8204-8020-X
Inhalt: Erkennen und Entsetzen - Zur Tradition der Chaos-Annahmen im Denken Nietzsches (Walter Gebhard) / Selbsterhaltung und Wille zur Macht - Typik und Folgelasten eines Problemzusammenhangs bei Hobbes und Nietzsche (Severin Müller) / 'Spiel'-Raum im Nichts - Anmerkungen zur Negationsambivalenz im Denken Friedrich Nietzsches (Wiebrecht Ries) / Nietzsche-Rezeption in der alten Frauenbewegung - Die sexualpolitische Konzeption Helene Stöckers (Heide Schlüpmann) / 'Genealogie de la Morale' als Form von Geschichtsschreibung - Zur Rezeption Nietzsches im Werk Michel Foucaults (Hans-Jürgen Lüsebrink / Nietzsche: Die partielle Auferstehung - Zur Nietzsche-Renaissance in der BRD (Anthony Stephens)
Erstausgabe, 8°, 216 S., original Karton, innen ganz leichte Papierbräunung, sonst schoenes, sauberes Exemplar (f7 a)
[SW: Nihilismus Nihilist; Pessimismus Skeptizismus; Philosophie philosophisch Philosoph; Philosophiegeschichte]
Riedel, Manfred and Nietzsche, Friedrich Wilhelm: Nietzsches Lenzerheide-Fragment über den europäischen Nihilismus: Entstehungsgeschichte und Wirkung (Kranich-Druck 99). Mit dem Facsimile Original Handschrift verso in der 2. Hälfte eingebunden. Sauberes, verlagsfrisches Exemplar. Kranich,Zollikon/2 2000.
isbn 390664099x - Die Kernthesen dieser Überlegungen formuliert Nietzsche Mitte Juni 1887 während eines Kurzbesuchs in Lenzerheide. Hier schreibt er am 10. Juni die berühmten Fragmente 'Der europäische Nihilismus'. Man kann Nietzsche gleichsam beim Denken zusehen - ständig tauchen neue Buchpläne mit Inhaltsangaben, Kapiteleinteilungen, Unterkapiteln auf. Argumente und Gedanken werden gewogen, für zu leicht befunden, neu bewertet und immer wieder aus neuen Blickwinkeln beleuchtet. Dabei ist Nietzsche keiner von jenen Kulturkritikern, die sich immer wieder auf ihn berufen, sondern ihm geht es darum, herauszufinden, was die philosophischen Wurzeln und Folgen unseres falschen Selbstverständnisses in allen Bereichen sind. Nietzsche durchschaut mehr als fast alle seiner Zeitgenossen (abgerechnet Kierkegaard, den Nietzsche noch kurz vor seiner Umnachtung studieren wollte und Dostojewskij, den er ja als eine seiner entscheidenden Lektüreerlebnisse hervorhebt) den Zweck aller Ideologien. Und das 19. Jahrhundert ist die Geburtsstunde der Ideologien der Neuzeit - hinter allen Ideologien grinst aber nur ein unverarbeiteter kollektiver Nihilismus hervor. Wenn Nietzsche von der 'großen Politik' spricht, die im nächsten Jahrhundert zwangsläufig kommen muß, so denkt er seine Ideologiekritik zuende - eine Massengesellschaft, deren Wesen der verdrängte Nihilismus ist, ist zuletzt haltlos und zu allem fähig. Nietzsche durchschaut den Mechanismus der Ideologien als Ersatzreligionen der Schwachen, die dem aktiven und individuellen Nihilismus nicht gewachsen sind.
67 + Facsimile S.



