Nicht Ohne Meiner Tochter

Es wurden insgesamt 37 Einträge zu 'Nicht Ohne Meiner Tochter' gefunden (Stand: 24.11.2009).

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Radius, Justus,
Justus Radius (1797-1884), Pathologe. 5 e. Briefe mit U. Leipzig, 1833 und 34. Zusammen 8 (3+1+1+2+1) Seiten 4° und 8°. Tls. mit e. Adresse (Faltbriefe). - An Adolph Wilhelm Otto (1786-1845), Professor für Anatomie und Direktor des anatomischen Museums in Breslau. - I: "Erst unlängst (am 29. Xbr [d. i. Dezember)] sandte ich von Seiten der Leipz[iger] Lit[eratur] Z[ei]t[un]g eine Einladung an Sie, welche wohl längst in Ihren Händen sein wird, u[n]d von der ich wünsche, daß Sie sie freundlich aufnehmen mögen; heute erlaube ich mir Ihnen das seit langer Zeit bei mir liegende Diplom der hiesigen mediz[inischen] Gesellschaft zu übermachen, was ich mit dem Wunsche begleite, daß Gott Sie uns eine recht lange Reihe von Jahren bei möglichst bestem Wohlbefinden erhalten möge. Im Stillen wünsche ich Ihnen schon Glück zu Ihrer Versetzung nach Berlin [...]" (Brief v. 9. I. 1833). - II: "Da Sie mir in Ihrem Geehrten [Schreiben] vom 2[5?]/I schreiben, daß die böse Gicht wieder fort ist so hab ich mich sehr über den Empfang desselben gefreut, um so mehr als es uns die fröhliche Nachricht von der Brautschaft Ihrer [!] lieben Fräulein Tochter bringt. Das muß Ihnen und Ihrer geehrten Gattin, der ich mich nebst meiner Frau vielmals zu empfehlen bitte, große Freude machen [...]Ihr lieber Sohn wird uns doch auf seiner Reise nach dem benachbarten Eisleben besuchen? [...] Was Sie von Barkow [wohl Hans Karl Leopold Barkow, seit 1826 Professor und Prosektor an der Universität Breslau, 1798-1873] schreiben, war mir noch unbekannt, da ich die Ch[olera] in Breslau nicht selbst anzeigen konnte, wozu ich überhaupt wenig oder keine Zeit gewinnen kann. Uebrigens habe ich auch die Ch[olera] recht satt. Dergleichen Vorfälle sind jedoch an der Tagesordnung. Gestern starb hier an einem nervösen Catarrhalfieber unser verdienter Prosector Dr. Bock [d. i. der 1782 geb. August Karl Bock] [...]" (Brief v. 2. II. 1833; mit kl. Ausr. am oberen Blattrand durch Öffnen der Verschlußmarke, hierdurch geringf. Textverlust in der Anrede und ersten Zeile). - III: "Als ich Ihnen am 2t d. M[onats] schrieb und meinen und meiner Frau herzlichen Glückwunsch zur Verlobung Ihrer [!] lieben Fräulein Tochter brachte, schrieb ich voll Freude und innigem Wohlgefühl des Glücks, welches wir genossen. Doch dies sollte nicht lange dauern: denn unser herrlicher Junge, unser Ferdinand wurde am verwichenen Freitage innerhalb weniger Stunden, bei vorhergehendem besten Wohlbefinden, das Opfer einer hitzigen Hirnentzündung! Wie groß unser Schmerz über diesen Verlust ist, wie empfindlich und unersetzbar besonders für meine gute Frau, die ganz ihm lebte, sich jedes Vergnügen seinethalben entsagte, darf ich Ihnen nicht sagen [...]" (Brief v. 16. II. 1833; mit stärkeren Randläsuren und -einr. sowie einem größeren Ausriß (jedoch ohne Textverlust) am unteren Blattrand durch Öffnen der Verschlußmarke). - IV: "Ich benutze die Gelegenheit, die sich mir durch eine kleine mir abgezwungene Schrift darbietet, Sie und Ihre geehrte Familie aufs Herzlichste zu grüßen [...]" (Brief v. 15. IX. 1833; stärker sporfleckig). - V: "Recht sehr habe ich Ihnen zu danken für Ihre gütige Sendung vom 24. Jan. Sie ist theils ein Beweis Ihrer unbegränzten [!] unverdienten gütigen Gesinnung gegen mich, theils ein Monument Ihrer rastlosen Thätigkeit in Ueberbietung alles dessen, was man nur irgend von einem der besten seines Vaterlandes über alles hochhaltenden Patrioten erwarten kann; theils ein erfreulicher Beweis von dem, was in einem Staate geleistet werden ka[nn,] wo die Obern zu der Erkenntnis gelangt sind, daß durch libende [!] Unterstützung der Wissenschaften der sicherste Weg zur wahren und dauerhaften Größe verfolgt wird [...]" (Brief v. 4. II. 1834; mit stärkeren Randläsuren und -einr. sowie größeren Ausrissen (hierdurch geringf. Textverlust)). - Justus Radius wurde 1825 außerordentlicher Professor mit den besonderen Arbeitsgebieten Hygiene und allgemeine Pathologie; später Wundarzt und zwei Jahrzehnte lang Hausarzt am Leipziger Georgenhaus, das u. a. auch Geisteskranke beherbergte, wurde Radius nach dem Tode Johann Heinroths 1843 von der Universität zusätzlich mit der Lehre der Psychischen Heilkunde beauftragt. 1848 wurde er ordentlicher Professor der Pharmakologie und allgemeinen Therapie, 1859 für Pharmakologie und Hygiene. - A. W. Otto nahm "unter den älte

Justus Radius (1797-1884), Pathologe. 5 e. Briefe mit U. Leipzig, 1833 und 34. Zusammen 8 (3+1+1+2+1) Seiten 4° und 8°. Tls. mit e. Adresse (Faltbriefe). - An Adolph Wilhelm Otto (1786-1845), Professor für Anatomie und Direktor des anatomischen Museums in Breslau. - I: "Erst unlängst (am 29. Xbr [d. i. Dezember)] sandte ich von Seiten der Leipz[iger] Lit[eratur] Z[ei]t[un]g eine Einladung an Sie, welche wohl längst in Ihren Händen sein wird, u[n]d von der ich wünsche, daß Sie sie freundlich aufnehmen mögen; heute erlaube ich mir Ihnen das seit langer Zeit bei mir liegende Diplom der hiesigen mediz[inischen] Gesellschaft zu übermachen, was ich mit dem Wunsche begleite, daß Gott Sie uns eine recht lange Reihe von Jahren bei möglichst bestem Wohlbefinden erhalten möge. Im Stillen wünsche ich Ihnen schon Glück zu Ihrer Versetzung nach Berlin [...]" (Brief v. 9. I. 1833). - II: "Da Sie mir in Ihrem Geehrten [Schreiben] vom 2[5?]/I schreiben, daß die böse Gicht wieder fort ist so hab ich mich sehr über den Empfang desselben gefreut, um so mehr als es uns die fröhliche Nachricht von der Brautschaft Ihrer [!] lieben Fräulein Tochter bringt. Das muß Ihnen und Ihrer geehrten Gattin, der ich mich nebst meiner Frau vielmals zu empfehlen bitte, große Freude machen [...]Ihr lieber Sohn wird uns doch auf seiner Reise nach dem benachbarten Eisleben besuchen? [...] Was Sie von Barkow [wohl Hans Karl Leopold Barkow, seit 1826 Professor und Prosektor an der Universität Breslau, 1798-1873] schreiben, war mir noch unbekannt, da ich die Ch[olera] in Breslau nicht selbst anzeigen konnte, wozu ich überhaupt wenig oder keine Zeit gewinnen kann. Uebrigens habe ich auch die Ch[olera] recht satt. Dergleichen Vorfälle sind jedoch an der Tagesordnung. Gestern starb hier an einem nervösen Catarrhalfieber unser verdienter Prosector Dr. Bock [d. i. der 1782 geb. August Karl Bock] [...]" (Brief v. 2. II. 1833; mit kl. Ausr. am oberen Blattrand durch Öffnen der Verschlußmarke, hierdurch geringf. Textverlust in der Anrede und ersten Zeile). - III: "Als ich Ihnen am 2t d. M[onats] schrieb und meinen und meiner Frau herzlichen Glückwunsch zur Verlobung Ihrer [!] lieben Fräulein Tochter brachte, schrieb ich voll Freude und innigem Wohlgefühl des Glücks, welches wir genossen. Doch dies sollte nicht lange dauern: denn unser herrlicher Junge, unser Ferdinand wurde am verwichenen Freitage innerhalb weniger Stunden, bei vorhergehendem besten Wohlbefinden, das Opfer einer hitzigen Hirnentzündung! Wie groß unser Schmerz über diesen Verlust ist, wie empfindlich und unersetzbar besonders für meine gute Frau, die ganz ihm lebte, sich jedes Vergnügen seinethalben entsagte, darf ich Ihnen nicht sagen [...]" (Brief v. 16. II. 1833; mit stärkeren Randläsuren und -einr. sowie einem größeren Ausriß (jedoch ohne Textverlust) am unteren Blattrand durch Öffnen der Verschlußmarke). - IV: "Ich benutze die Gelegenheit, die sich mir durch eine kleine mir abgezwungene Schrift darbietet, Sie und Ihre geehrte Familie aufs Herzlichste zu grüßen [...]" (Brief v. 15. IX. 1833; stärker sporfleckig). - V: "Recht sehr habe ich Ihnen zu danken für Ihre gütige Sendung vom 24. Jan. Sie ist theils ein Beweis Ihrer unbegränzten [!] unverdienten gütigen Gesinnung gegen mich, theils ein Monument Ihrer rastlosen Thätigkeit in Ueberbietung alles dessen, was man nur irgend von einem der besten seines Vaterlandes über alles hochhaltenden Patrioten erwarten kann; theils ein erfreulicher Beweis von dem, was in einem Staate geleistet werden ka[nn,] wo die Obern zu der Erkenntnis gelangt sind, daß durch libende [!] Unterstützung der Wissenschaften der sicherste Weg zur wahren und dauerhaften Größe verfolgt wird [...]" (Brief v. 4. II. 1834; mit stärkeren Randläsuren und -einr. sowie größeren Ausrissen (hierdurch geringf. Textverlust)). - Justus Radius wurde 1825 außerordentlicher Professor mit den besonderen Arbeitsgebieten Hygiene und allgemeine Pathologie; später Wundarzt und zwei Jahrzehnte lang Hausarzt am Leipziger Georgenhaus, das u. a. auch Geisteskranke beherbergte, wurde Radius nach dem Tode Johann Heinroths 1843 von der Universität zusätzlich mit der Lehre der Psychischen Heilkunde beauftragt. 1848 wurde er ordentlicher Professor der Pharmakologie und allgemeinen Therapie, 1859 für Pharmakologie und Hygiene. - A. W. Otto nahm "unter den älteren Vertretern der pathologischen Anatomie und vorzugsweise der Teratologie (Mißbildungen) in Deutschland eine sehr ehrenwerthe Stellung ein [...] [A]uf seine Anregung wurde in den Jahren 1834 und 1835 ein neues anatomisches Theater erbaut, und er selbst hat zu einem nicht geringen Theile zur Vervollständigung des ausgezeichneten anatomischen Museums beigetragen, das eine Zierde der wissenschaftlichen Institute Breslau's bildet" (ADB XXIV, 745). - Aus der Sammlung Ammann.

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Gallmeyer, Josephine,
Josephine Gallmeyer (1838-1884), Schauspielerin, Sängerin u. Schriftstellerin. E. Brief mit U. Marienbad, 24. Mai 1877. 3½ Seiten auf Doppelblatt. 8°. Beiliegend eine Portraitphotographie im Format 90:58 mm auf etwas größerem Trägerkarton. - An den Theaterdirektor und Schriftsteller Heinrich Laube (1806-1884): "Wieder eine neue Idee welche ich Ihnen mittheilen muß! Herr Emil Vacano, welcher vor 2 Jahren eine reizende brillante Rolle für mich schrieb - die mir aber leider zu schwer schien u. ich nicht den Muth hatte dieselbe zu spielen - wäre wohl auch geeignet für Ihre Bühne u. meine Begabung eine Comödie u. Rolle zu schreiben! - Heute Morgens fiel mir dies ein u. ich schrieb ihm sofort er möge Ihnen seine Comödie einsenden - lesen Sie dieselbe selbst durch Herr Doctor, es lohnt der Mühe. Der Dialog ist ganz reizend u. würde d. Stück, von Ihnen eingerichtet, mit Frl. Schratt in der für mich bestimmten Rolle einen schönen Erfolg haben - ich bin für diese Rolle etwas zu alt - auch will mich das Publikum nicht in Lustspielen sehen - ich kann es auch nicht - wenn ich gut deutsch sprechen soll - wo ich auf die Sylbe achten muß [?], bin ich beengt in meiner Darstellung u. verliere Alles was gut an mir u. das ist die Natürlichkeit[.] - Vacano wird einen Ausweg finden, er soll die Rolle hochdeutsch schreiben, ich werde sie schon lokalisi[e]ren [...]". - Die uneheliche Tochter der Sängerin Katharina Tomaselli wuchs in Brünn auf, debütierte daselbst 1853 als Soubrette und sang an ungarischen und deutschen Bühnen. "1862 kam sie mit Friedrich Strampfer an das Theater an der Wien, an dem sie wie auch am Carl-Theater und am Strampfer-Theater (dessen Leitung sie gemeinsam mit Julius Rosen 1874 übernahm) Erfolge als Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin feierte" (DBE). Die vielfältige Künstlerin - die auch Erzählungen und Bühnenstücke (u. a. "Aus purem Haß", 1883) verfaßte - trat vornehmlich in Volks- und Dialektstücken sowie in zahlreichen Operetten der Wiener Klassik auf. Häufige Gastspielreisen führten sie durch Österreich, Deutschland und Nordamerika. "Als Soubrette und Lokalsängerin' in Possen, Vaudevilles, aber auch in ernsten Charakterrollen war Gallmeyer eine Epochenerscheinung des Wiener Theaters. Im tragischen Stildrama ohne Erfolg, kreierte sie wirkungsvollst Anzengrubers Trutzige'. - Wahrscheinlich die geheimnisvollste Schauspielerin der Wiener Volksbühne, dämonische Erscheinung des Wiener Volkstums überhaupt, war sie unter den Frauen der Wiener Bühne das elementarste, ursprünglichste Genie. Zeitweise sehr vermögend, starb Gallmeyer nach schmerzhaftem Leiden, fast verarmt" (ÖBL I, 395f.). - Die Originalphotographie mit einer halbfigürlichen, etwas posierenden Darstellung.

Josephine Gallmeyer (1838-1884), Schauspielerin, Sängerin u. Schriftstellerin. E. Brief mit U. Marienbad, 24. Mai 1877. 3½ Seiten auf Doppelblatt. 8°. Beiliegend eine Portraitphotographie im Format 90:58 mm auf etwas größerem Trägerkarton. - An den Theaterdirektor und Schriftsteller Heinrich Laube (1806-1884): "Wieder eine neue Idee welche ich Ihnen mittheilen muß! Herr Emil Vacano, welcher vor 2 Jahren eine reizende brillante Rolle für mich schrieb - die mir aber leider zu schwer schien u. ich nicht den Muth hatte dieselbe zu spielen - wäre wohl auch geeignet für Ihre Bühne u. meine Begabung eine Comödie u. Rolle zu schreiben! - Heute Morgens fiel mir dies ein u. ich schrieb ihm sofort er möge Ihnen seine Comödie einsenden - lesen Sie dieselbe selbst durch Herr Doctor, es lohnt der Mühe. Der Dialog ist ganz reizend u. würde d. Stück, von Ihnen eingerichtet, mit Frl. Schratt in der für mich bestimmten Rolle einen schönen Erfolg haben - ich bin für diese Rolle etwas zu alt - auch will mich das Publikum nicht in Lustspielen sehen - ich kann es auch nicht - wenn ich gut deutsch sprechen soll - wo ich auf die Sylbe achten muß [?], bin ich beengt in meiner Darstellung u. verliere Alles was gut an mir u. das ist die Natürlichkeit[.] - Vacano wird einen Ausweg finden, er soll die Rolle hochdeutsch schreiben, ich werde sie schon lokalisi[e]ren [...]". - Die uneheliche Tochter der Sängerin Katharina Tomaselli wuchs in Brünn auf, debütierte daselbst 1853 als Soubrette und sang an ungarischen und deutschen Bühnen. "1862 kam sie mit Friedrich Strampfer an das Theater an der Wien, an dem sie wie auch am Carl-Theater und am Strampfer-Theater (dessen Leitung sie gemeinsam mit Julius Rosen 1874 übernahm) Erfolge als Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin feierte" (DBE). Die vielfältige Künstlerin - die auch Erzählungen und Bühnenstücke (u. a. "Aus purem Haß", 1883) verfaßte - trat vornehmlich in Volks- und Dialektstücken sowie in zahlreichen Operetten der Wiener Klassik auf. Häufige Gastspielreisen führten sie durch Österreich, Deutschland und Nordamerika. "Als Soubrette und Lokalsängerin' in Possen, Vaudevilles, aber auch in ernsten Charakterrollen war Gallmeyer eine Epochenerscheinung des Wiener Theaters. Im tragischen Stildrama ohne Erfolg, kreierte sie wirkungsvollst Anzengrubers Trutzige'. - Wahrscheinlich die geheimnisvollste Schauspielerin der Wiener Volksbühne, dämonische Erscheinung des Wiener Volkstums überhaupt, war sie unter den Frauen der Wiener Bühne das elementarste, ursprünglichste Genie. Zeitweise sehr vermögend, starb Gallmeyer nach schmerzhaftem Leiden, fast verarmt" (ÖBL I, 395f.). - Die Originalphotographie mit einer halbfigürlichen, etwas posierenden Darstellung.

[SW: Autograph, Manuskript, Dokument, Autographen]

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Lombardo-Radice, Marco und Lidia Ravera: Rocco und Antonia: Schweine mit Flügeln. Sex + Politik: Ein Tagebuch. Mit einem Dialog a posteriori von Giaime Pintor und Annalisa Usai. Aus dem Italienischen von Wolfgang Sebastian Baur. Mit Anmerkungen des Übersetzters. Originaltitel: 'Porci con le ali - Diario sessuo-politico di due adolescenti'. 21. - 30. Tausend. Reinbek bei Hamburg, Rowohlt Verlag, 1977. ISBN: 3498056832
Lesetipp des Bukinisten! Guter Zustand. - 1976 erschien das erste Buch von Lidia Ravera - "Schweine mit Flügeln". Es wurde weltweit zum Bestseller. Mit einem Freund schrieb Ravera in nur zwei Wochen ein fiktives Tagebuch, in dem ein Mädchen und ein Junge ihre sexuellen Erfahrungen beschreiben. Ravera wollte erreichen, dass Jugendliche endlich ohne Scham über freie Liebe, Masturbation und Homosexualität redeten. Das Buch kam zunächst wegen angeblicher Pornografie auf den Index, wurde später wieder freigegeben. Allein in Italien sind bislang zweieinhalb Millionen Exemplare verkauft worden. Frisch wie ein Salatkopf. Kein Buch wurde so häufig aus der Schulbibliothek geklaut: Mit ihrem Sex-Tagebuch "Schweine mit Flügeln" schockte Lidia Ravera einst Italien - und landete wegen angeblicher Pornografie sogar auf dem Index. Auf "eines tages" verrät sie, warum Frauen ihrer Generation heute plötzlich keine Achtundsechziger mehr gewesen sein wollen. Nach 40 Jahren gibt es kaum noch weibliche Zeitzeugen der Achtundsechziger-Revolte. Nicht etwa, weil sie tot wären. Nein, sie sind abgetaucht, weil sie ihr Alter nicht preisgeben wollen. Diese Frauen müsste man mit dem Metalldetektor suchen. Auch die Männer haben auf einmal ein Problem mit dem Älterwerden. "Ich war damals noch ganz klein", sagt inzwischen so gut wie jeder, der 1968 mit dabei gewesen war. Wie komisch, denke ich dann, fand die Revolte etwa nur in den Kindergärten statt? Ich war damals tatsächlich noch sehr jung, immerhin ging ich aber schon aufs Gymnasium. 1968 hat meine eigene Biografie stark geprägt. Als ich gerade den Kopf aus der Kindheit herausstreckte, entstand eine Bewegung, die ihre Jugend als Abenteuer erlebte. Anders als die Generationen vor uns warteten wir nicht darauf, den Platz unserer Väter oder Mütter einzunehmen. Für mich als Tochter aus bürgerlichem Haus hätte das bedeutet, wie meine Mutter einen Akademiker zu heiraten und zwei Kinder zu bekommen. Stattdessen riss ich mit 18 erst mal von zu Hause aus. Freie Liebe, Masturbation und Homosexualität Zwischen meiner Generation und der meiner Eltern lag als große Zäsur der Zweite Weltkrieg. Als ich in den fünfziger Jahren geboren wurde, erlebte Italien sein Wirtschaftswunder und war kein Agrarstaat mehr. Ich bin so alt wie das Fernsehen, meine Eltern hingegen gingen in ihrer Jugend noch nicht einmal ins Kino. Die Achtundsechziger-Bewegung hat die Kluft zwischen den Generationen weiter vergrößert und ihr erstmals einen politischen Wert beigemessen. Ich habe 21 Romane geschrieben, die allesamt von der Achtundsechziger-Generation handeln, sie sind eine Art kollektive Autobiografie. 1976 erschien mein erstes Buch, "Schweine mit Flügeln", das weltweit zum Bestseller wurde. Mit einem Freund, Marco Lombardo Radice, schrieb ich in nur zwei Wochen ein fiktives Tagebuch, in dem ein Mädchen und ein Junge ihre sexuellen Erfahrungen beschreiben. Wir wollten erreichen, dass Jugendliche endlich ohne Scham über freie Liebe, Masturbation und Homosexualität reden konnten. Das Buch kam zunächst wegen angeblicher Pornografie auf den Index, kursierte aber in Raubdrucken, bis das Verbot aufgehoben wurde. Allein in Italien sind bislang zweieinhalb Millionen Exemplare verkauft worden. Das Private ist politisch Noch immer spricht "Schweine mit Flügeln" viele Jugendliche an. Kein Buch ist so häufig aus Schulbüchereien geklaut worden. Für mich ist das ein guter Rekord. In verschiedenen Generationen machen junge Leute offensichtlich ganz ähnliche Lebenserfahrungen. Politik spielte für uns damals allerdings eine wichtigere Rolle. Eine der ersten Lektionen, die ich lernte, bestand darin, dass das Private politisch ist. Wir haben erkannt, dass sich das Unbehagen des Einzelnen immer in den Erfahrungen eines Kollektivs widerspiegelt. Dieses Wir-Gefühl hat die heutige Jugend verloren. Sicherlich waren wir Linken sehr idealistisch und auch etwas naiv. Wir glaubten an eine bessere Zukunft und kämpften für eine Gesellschaft, in der es gerechter zugehen würde. Meine Kinder haben diese Hoffnung nicht mehr. Sie sehen die Erde auf eine Umweltkatastrophe zusteuern und rechnen damit, dass die globale Armut die kleine, alte Welt der Reichen unter sich erdrücken wird. Anders als wir damals haben die Jugendlichen inzwischen nicht mehr die Illusion, die Welt verändern zu können. Sie haben damit sogar Recht. Dennoch tun sie mir leid, denn ich hatte eine faszinierende Jugend, die mich innerlich gestärkt hat. Heute lebt jeder isoliert für sich, auch das Internet kann keinen echten Zusammenhalt stiften. Wäre die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Italien früher so prekär gewesen wie heute, hätten wir dagegen immer wieder auf der Straße protestiert. Heute denkt jeder zuerst daran, wie ihn persönliche Beziehungen weiterbringen können. Junge Menschen haben aber kaum noch die Chance, sozial höher aufzusteigen als ihre Eltern. Frauen als ewige Teenager Auch für Frauen hat sich das Blatt nicht zum Besseren gewendet. 1968 hat ihnen nicht automatisch die Gleichberechtigung gebracht. Unsere linken Genossen diktierten uns, was wir schreiben sollten, und ließen uns Flugblätter vervielfältigen. Wir wurden genauso diskriminiert wie vorher auch. An meiner Schule bewerteten die Jungs die Mädchen danach, wer den schönsten Busen und den schönsten Hintern hatte. Nicht ohne Grund ist der Feminismus aus der Achtundsechziger-Bewegung entstanden. Unsere Ziele haben wir bisher jedoch nicht erreicht. In der Gesellschaft haben Frauen nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Das beste Beispiel dafür ist die Tatsache, dass wir nicht altern dürfen. Wir haben keinen kulturellen Stellenwert, sondern werden als Teil der Natur betrachtet. Während Männer mit zunehmendem Alter tüchtiger, mächtiger und reicher werden, müssen wir immer so frisch aussehen wie ein Salatkopf. Wir sind gezwungen, unsere Jugend zu konservieren und ewige Teenager zu bleiben. In Italien haben Frauen weiterhin nicht die gleichen beruflichen Chancen wie Männer. In den Vorstandsetagen der Unternehmen und den Chefredaktionen der Zeitungen sind sie kaum vertreten. Frauen, die den Arbeitsmarkt verlassen, um Kinder zu bekommen, kehren entweder gar nicht mehr in den Beruf zurück oder machen keine Karriere. Frauenquoten halte ich für reine Demagogie, denn sie funktionieren nur, wenn auch die Männer damit einverstanden sind. Paarbeziehung reicht nicht mehr Wir Achtundsechziger können uns also nicht als Gewinner fühlen. Durch unsere Erfahrungen haben wir immerhin gelernt, nach Lösungen zu suchen. Ich bin deshalb gespannt, wie meine Generation mit dem Älterwerden umgehen wird. Wir sind die Ersten, die zugleich ihre Kinder und ihre greisen Eltern unterstützen. Früher folgten die Generationen aufeinander, heute überlagern sie sich. Wir leben immer länger, weit über das Erwerbsleben hinaus. Wenn Frauen das gebärfähige Alter überschreiten, haben sie noch mehrere Jahrzehnte vor sich. Wie werden wir diese Zeit verbringen? Als wir jung waren, haben wir unseren kritischen Verstand geschärft. Jetzt ist es schwer, uns an der Nase herumzuführen. Wir sollten dafür kämpfen, die kollektive Vorstellung vom Leben im Alter zu verändern. Ich bin davon überzeugt, dass die Paarbeziehung irgendwann nicht mehr ausreicht. Wer über 50 ist, sollte vor allem Halt in der Gemeinschaft suchen. Nur so können wir verhindern, dass uns die Konsumgesellschaft ihren Respekt versagt. http://einestages.spiegel.de/static/authoralbumbackground/1621/frisch_wie_ein_salatkopf.html.

202 Seiten. 19 cm. Illustrierte Originalbroschur.

[SW: Jugend, Jugendliebe, Italienische Literatur des 20. Jahrhunderts, Beziehungsroman, Linke Literatur, Politikwissenschaft, Politologie, Politik nach 1945, Adoleszenz, Sexualethik, Politische Romane, Jugendbuch, Sexualität, Jugendbücher, Sexualaufklärung, Sexualerziehung, Pornographische Literatur, Sexualpädagogik, Sexualberatung, Jugendliteratur, Pubertät, Sexualverhalten, Sexuelle Attraktion, Politische Bildung, Jugendprotest, Jugendkultur, Beziehung, Politisches Engagement]

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Kästner, Erich: Gesang zwischen den Stühlen. Erste Auflage dieser Ausgabe. Berlin, Dressler, [1961].
"Worüber gibt dieser Mann Kästner Auskunft? Über den Mann Kurt Schmidt beispielsweise, über seinen Lebenslauf gewissermaßen, der aus neun Stunden Arbeit, zehn Stunden Schlaf, vier Stunden Fahrt und Essen besteht, immerhin: in dem Stündchen, das ihm übrig blieb, brachte er sich um. Oder über sein eigenes Leben, das ja alles in allem nicht ganz erfolglos gewesen ist, immerhin: ich kam zur Welt und lebe trotzdem weiter. Oder etwa fünf Strophen über die höheren Tochter, Detail neben Detail - wie das sitzt und stimmt..."[Hans Fallada über den 1930 erschienenen Band] Kästner, Erich (Pseud. Berthold Bürger, Peter Flint, Melchior Kurtz, Robert Neuner), *3.2.1899 Dresden, 29.7.1974 München. K. stammte aus kleinbürgerlicher Familie und sollte Volksschullehrer werden. Der 1.Weltkrieg unterbrach seine Ausbildung, nach dem Krieg studierte K. in Leipzig, Rostock und Berlin und war 1921-23 Redakteur an der "Neuen Leipziger Zeitung". Promotion 1925. Nach 1927 war K. in Berlin ansässig, die Jahre des Faschismus überdauerte K. in der Filmindustrie. Seine Bücher wurden 1933 verbrannt, andere Veröffentlichungen erschienen nur im Ausland. Nach 1945 lebte K. in München, 1945-48 als Feuilletonredakteur der "Neuen Zeitung", Mitarbeiter des Kabaretts "Die Schaubude" und nach 1946 als Herausgeber der Jugendzeitschrift "Der Pinguin". - Eine didaktische Ader mit einer Ausrichtung zur Jugend durchzieht das Werk K.s. Seine frühen Gedichtbände Herz auf Taille, Lärm im Spiegel und Ein Mann gibt Auskunft greifen mit satirischer Schärfe Militarismus, Snobismus und Modeerscheinungen an. K.s Emil und die Detektive erreichte weite Kreise als ein Kinderbuch neuen Stils, das sich ohne Betulichkeit an seine Zielgruppe richtet. Die inflationär verzerrte Welt Berlins der 20er Jahre schildert sein Fabian. Die Geschichte eines Moralisten, in dem der einzige hoffnungsvolle Ton der Tod des Protagonisten ist: Fabian ertrinkt bei dem Versuch, ein Kind zu retten. Ähnlich in der Untergangsstimmung ist sein Gedichtband Gesang zwischen den Stühlen. K.s eskapistische Bücher aus der Zeit des Dritten Reiches zeigen ihn eher humorvoll, dabei benutzte Motive in Drei Männer im Schnee, Die verschwundene Miniatur und Georg und die Zwischenfälle (später als Der kleine Grenzverkehr) sind Verwechslung und Rollentausch in einer bürgerlich verklärten Welt ohne Politik und Gegenwart. Mit einer Sondergenehmigung des Propagandaministeriums schrieb K. unter Pseudonym 1940 das Drehbuch für den ebenfalls eskapistischen UFA-Film Münchhausen. Nach 1945 veröffentlichte K. seine Beiträge zum literarischen Kabarett, u.a. in den Gedichtbänden Bei Durchsicht meiner Bücher, Der tägliche Kram, Die kleine Freiheit. Seine Jugendbücher greifen zwar Probleme aus der Welt der Kinder auf, um sie letztlich doch zu entschärfen. K.s Komödie Die Schule der Diktatoren zeigt, wie Machthaber für ihren eigenen Nachwuchs sorgen, mit einer gewissen polemischen Schärfe. Für eine Selbstanalyse sind die autobiographischen Werke Als ich ein kleiner Junge war und Notabene 45 von Interesse. Will man K. als einen Schlüsselautor für die deutsche Zwischenkriegszeit verstehen, so darf man nicht allein seine oft treffende Polemik, sondern muß ebenso seine die Kritik reduzierende, fast sentimentale Feier traditioneller Wertvorstellungen sehen. - Büchner-Preis 1957. Autorenlexikon/Systhema Seiten papierbedingt leicht gebräunt. Guter Zustand.

124 Seiten. Seiten mit Illustrationen von Erich Ohser. das ist: Plauen, E. O.. Umschlagzeichnung von Horst Lemke. 18 cm. Taschenbuch. Kartoniert. Laminiert. Glanzfolienkaschierung.

[SW: Lyrik / Poesie, Autobiografie Autobiographie Autobiografien / Autobiographien, Humoresken, Humor, Humoristische Literatur, Deutsche Literatur vor 1933, Satire, Deutsche Literatur der 30 er Jahre, Satiren, Taschenbücher vor 1960, Deutsche Literatur der Weimarer Republik, Taschenbuchreihen, Satirische Zeichnungen, Deutsche Literatur der dreißiger Jahre, Humoristische Darstellung, Lyriker, Humorist, Autobiografische Erzählung, Lyrik / Länder, Gebiete, Völker // Deutschland]

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