Montaigne

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Montaigne, Michel de: Michael Montaigne's Gedanken und Meinungen über allerley Gegenstände. Erster Band. Ins Deutsche übersetzt (von J. J. C. Bode). Wien und Prag, Franz Haas,, 1797..
Montaigne, Michel Eyquem de, französischer Schriftsteller und Philosoph, *Schloss Montaigne (heute zu Saint-Michel-de-Montaigne, Departement Dordogne) 28.2. 1533, ebenda 13.9. 1592; erhielt eine humanistische Schulbildung, studierte Rechtswissenschaften in Toulouse und Bordeaux, war Steuerrat in Perigueux und 1557-70 Parlamentsrat in Bordeaux. 1570 legte er alle Ämter nieder, 1571 zog er sich auf sein Schloss zurück, wo er 1572 mit den Aufzeichnungen zu "Les Essais" begann (1580, erweiterte Ausgabe 1588 und 1595; deutsch "Michaels Herrn von Montaigne Versuche", auch unter dem Titel "Essays"). 1580/81 unternahm er eine Bäderreise nach Italien, die in seinem "Journal de voyage en Italie, par la Suisse et l'Allemagne" beschrieben ist (herausgegeben 1774; deutsch "Reisen durch die Schweiz und Italien", 2 Bände); 1581-85 war er Bürgermeister von Bordeaux. Montaigne ist einer der bedeutendsten Vertreter der französischen Renaissanceliteratur. In zunehmend freier Verwendung antiker Überlieferung (Sokrates, Lukrez, Horaz, Seneca, Plutarch u.a.) entwickelte er die "Essais" als neue, eigenständige Form meditierenden, sich selbst "erprobenden" Denkens. Im Zentrum der breit gefächerten Thematik (u.a. Philosophie, Politik, Geschichte, Religion, Erziehung, Literatur, persönliche Lebensführung) steht der Mensch, den er mit dem Ziel der Selbstklärung und Selbstfindung und einer von ethischen Normen und von jeglicher Systematisierung freien Beobachtung in seiner Vielfalt, Widersprüchlichkeit und Veränderlichkeit beschreibt, wobei die "Essais" immer wieder bewusst in die Selbstanalyse einmünden. Montaignes offenem Denkstil entspricht eine assoziativ-induktive, sich selbst ständig relativierende Darstellung. Mit diesem Verfahren der Urteilsenthaltung und dem Zweifel an der Möglichkeit gesicherter Erkenntnis (daher Montaignes Devise "Que sais-je?", "Was weiß ich?") sowie an der Existenz objektiver Wahrheit wurde Montaigne im Anschluss an antike Traditionen (z.B. Pyrrhon von Elis und Sextus Empiricus) zum Begründer des neuzeitlichen Skeptizismus. Montaignes Skepsis ist jedoch durch eine lebens- und welterschließende Offenheit gegenüber der Komplexität der Erscheinungen gekennzeichnet. Sie zeigt sich auch in der Auseinandersetzung mit dem Tod: Aus der Erkenntnis menschlicher Unvollkommenheit und Kreatürlichkeit und dem Vertrauen in die Natur resultiert eine heiter-gelassene Haltung gegenüber dem Tod ebenso wie geistige Freiheit und Unabhängigkeit gegenüber dem Leben; christliche Glaubenswahrheiten und Jenseitsvorstellungen spielen demgegenüber keine Rolle. Der Gedanke der individuellen Autonomie prägt auch Montaignes Erziehungskonzeption, die hierin Ideen J.-J. Rousseaus vorwegnehmend nicht eine Anhäufung von Wissen, sondern ein eigenständiges Lernen nach dem Erfahrungsprinzip im Blick auf eine sich frei entfaltende, selbstständig urteilende und handelnde Persönlichkeit vorsieht. Geistige Unabhängigkeit war ferner bestimmend für Montaignes Haltung in den religiös-politischen Auseinandersetzungen der Religionskriege, in die er verschiedentlich als Mittler zwischen den Parteien (u.a. als Berater Heinrichs III. und Heinrichs IV.) involviert war. Sein erkenntnistheoretischer Skeptizismus führte ihn zur Ablehnung extremer Positionen und zur Anerkennung der bestehenden Institutionen als Ordnungsfaktoren kirchlichen, staatlichen und gesellschaftlichen Lebens. Die "Essais" sind das erste bedeutende Beispiel weltmännischer Laienphilosophie; zugleich waren sie der Ausgangspunkt für den Essay als literarische Gattung. Mit seiner systemfreien Erörterung moralphilosophischer Themen wurde Montaigne zum Begründer der Moralistik, mit seiner liberalen Geisteshaltung hat er u.a. die Aufklärung entscheidend beeinflusst. (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2004 Buchrücken auf der Vorderseite aufgebrochen, ansonsten guter Zustand.

335 Seiten mit einem gestochenem Titelporträt. Pappband mit goldgeprägten Rückentiteln.

[SW: Essayistik, Französische Philosophie, Buchwissenschaft, Buchwesen, Essays, Buchherstellung, Französische Literatur des 16. Jahrhunderts]

Details

Montaigne: Essays. Herausgegeben von Walther Killy. Aus dem Französischen von Lieselotte Loos. Mit einem Nachwort von Erich Loos. Erste Auflage dieser Ausgabe. Frankfurt a.M./Hamburg, Fischer Bücherei, 1963.
Buchrücken am Fuß mit einem kleinen Einriß (4 cm). Mit wenigen Anstreichungen. Befriedigender Zustand. Montaigne, Michel Eyquem de, französischer Schriftsteller und Philosoph, *Schloss Montaigne (heute zu Saint-Michel-de-Montaigne, Departement Dordogne) 28.2. 1533, ebenda 13.9. 1592; erhielt eine humanistische Schulbildung, studierte Rechtswissenschaften in Toulouse und Bordeaux, war Steuerrat in Perigueux und 1557-70 Parlamentsrat in Bordeaux. 1570 legte er alle Ämter nieder, 1571 zog er sich auf sein Schloss zurück, wo er 1572 mit den Aufzeichnungen zu "Les Essais" begann (1580, erweiterte Ausgabe 1588 und 1595; deutsch "Michaels Herrn von Montaigne Versuche", auch unter dem Titel "Essays"). 1580/81 unternahm er eine Bäderreise nach Italien, die in seinem "Journal de voyage en Italie, par la Suisse et l'Allemagne" beschrieben ist (herausgegeben 1774; deutsch "Reisen durch die Schweiz und Italien", 2 Bände); 1581-85 war er Bürgermeister von Bordeaux. Montaigne ist einer der bedeutendsten Vertreter der französischen Renaissanceliteratur. In zunehmend freier Verwendung antiker Überlieferung (Sokrates, Lukrez, Horaz, Seneca, Plutarch u.a.) entwickelte er die "Essais" als neue, eigenständige Form meditierenden, sich selbst "erprobenden" Denkens. Im Zentrum der breit gefächerten Thematik (u.a. Philosophie, Politik, Geschichte, Religion, Erziehung, Literatur, persönliche Lebensführung) steht der Mensch, den er mit dem Ziel der Selbstklärung und Selbstfindung und einer von ethischen Normen und von jeglicher Systematisierung freien Beobachtung in seiner Vielfalt, Widersprüchlichkeit und Veränderlichkeit beschreibt, wobei die "Essais" immer wieder bewusst in die Selbstanalyse einmünden. Montaignes offenem Denkstil entspricht eine assoziativ-induktive, sich selbst ständig relativierende Darstellung. Mit diesem Verfahren der Urteilsenthaltung und dem Zweifel an der Möglichkeit gesicherter Erkenntnis (daher Montaignes Devise "Que sais-je?", "Was weiß ich?") sowie an der Existenz objektiver Wahrheit wurde Montaigne im Anschluss an antike Traditionen (z.B. Pyrrhon von Elis und Sextus Empiricus) zum Begründer des neuzeitlichen Skeptizismus. Montaignes Skepsis ist jedoch durch eine lebens- und welterschließende Offenheit gegenüber der Komplexität der Erscheinungen gekennzeichnet. Sie zeigt sich auch in der Auseinandersetzung mit dem Tod: Aus der Erkenntnis menschlicher Unvollkommenheit und Kreatürlichkeit und dem Vertrauen in die Natur resultiert eine heiter-gelassene Haltung gegenüber dem Tod ebenso wie geistige Freiheit und Unabhängigkeit gegenüber dem Leben; christliche Glaubenswahrheiten und Jenseitsvorstellungen spielen demgegenüber keine Rolle. Der Gedanke der individuellen Autonomie prägt auch Montaignes Erziehungskonzeption, die hierin Ideen J.-J. Rousseaus vorwegnehmend nicht eine Anhäufung von Wissen, sondern ein eigenständiges Lernen nach dem Erfahrungsprinzip im Blick auf eine sich frei entfaltende, selbstständig urteilende und handelnde Persönlichkeit vorsieht. Geistige Unabhängigkeit war ferner bestimmend für Montaignes Haltung in den religiös-politischen Auseinandersetzungen der Religionskriege, in die er verschiedentlich als Mittler zwischen den Parteien (u.a. als Berater Heinrichs III. und Heinrichs IV.) involviert war. Sein erkenntnistheoretischer Skeptizismus führte ihn zur Ablehnung extremer Positionen und zur Anerkennung der bestehenden Institutionen als Ordnungsfaktoren kirchlichen, staatlichen und gesellschaftlichen Lebens. Die "Essais" sind das erste bedeutende Beispiel weltmännischer Laienphilosophie; zugleich waren sie der Ausgangspunkt für den Essay als literarische Gattung. Mit seiner systemfreien Erörterung moralphilosophischer Themen wurde Montaigne zum Begründer der Moralistik, mit seiner liberalen Geisteshaltung hat er u.a. die Aufklärung entscheidend beeinflusst. (c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2004 (=Fischer Bücherei, Die Fischer Bibliothek der 100 Bücher, herausgegeben von Walter Killy, Exempla classica, 83)

165 Seiten. 18 cm. Taschenbuch. Kartoniert. Laminiert. Glanzfolienkaschierung.

[SW: Philosophiegeschichte, Buchhandelsgeschichte, Buchgeschichte, Taschenbücher vor 1960, Taschenbuchreihen, Antike Philosophie, Buchmarkt, Buchreihen, Buchwissenschaft, Buchwesen, Philosophie, Erziehungswissenschaft, Erziehungsratgeber, Physiologie, Denken, Empfindungen, Vorstellungen, Denkpsychologie, Gefühl, Wille, Erziehungswissenschaften / Erziehungswissenschaft, Französische Philosophie, Erziehungsphilosophie, Gefühlsleben, Französische Geschichte, Psychologie, Pädagogik, Erziehung / Geschichte, Erziehung, Bildung, Unterricht, Erziehung, Unterricht, Jugendpflege, Erziehungsziel Erziehungsziele, Französische Literatur des 16. Jahrhunderts, Erziehungskritik, Erziehungsgeschichte, Französische Gesellschaft]

Details

Heller, Lane M.; & Atance, Felix R.; editors: Montaigne: Regards sur les 'Essais' Wilfred Laurier Univ. Press Waterloo [Ontario] (1986)
23x15cm, x,141 pp Contains 11 papers from the Colloque Montaigne 1980. Includes: R. Aulotte "Autour de l'Apologie: Montaigne et le devoir de s'essayer"; L.M. Heller " Montaigne et 'l'extreme limite de la Chrestienne intelligence' "; E. Kushner "La notion de l'ame au livre I des 'Essais': sa fonction structurelle"; E. Limbrick "Doute sceptique, doute methodique: vers la certitude subjective"; D. Frame "Montaigne's Chapter 'De la praesumption ( II, xvii): Some Observations"; M. McKinley "Montaigne's Reader: A Rhetorical & Phenomenological Examination"; A. Glauser "Montaigne, ou l' Evolution de la notion d'auteur/poete au cours des 'Essais' "; F. Gray " Des 'livres' (1580) aux 'trois commerces' (1588)"; M. Gutwirth "Montaigne et les causes perdues de l'histoire"; F. Pare "Qualite et quantite dans les 'Essais' de Montaigne"; F. Rigolot "'Excipit' et 'Alongeails', ou: comment Montaigne termine ses essais".

orig.cloth Light binding soil, minor rubbing, VG.

[SW: Literary Criticism Michel de Montaigne French Literature]

Details

MONTAIGNE: ESSAIS DE MONTAIGNE,

MONTAIGNE .Essais de Montaigne.(Self-edition). Texte original, accompagne de la traduction en langage de nos jours, par le General Michaud.P., 1907-1909, 4 forts vol. in-8°, cart. pl. toile.Edition tres rare, la seule a donner en vis-a-vis le texte original des Essais et la transcription en francais moderne. Notice sur Montaigne, variantes, notes, lexique, etc. Portr. de Montaigne, plan du domaine et vue de la Tour de Montaigne, fac-sim. d'une page du ms. de Bordeaux. Tirage a un petit nombre, chaque volume etant numerote.

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