Michelangelo
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MICHELANGELO - Lucka, Emil: Michelangelo - Ein Buch über den Genius; Berlin, Paul Neff Verlag, 1930.
Emil Lucka (* 1877 in Wien, + 1941 ebenda) österreichischer Schriftsteller. Er konvertierte vom jüdischen zum katholischen Glauben und übernahm sogar den Antisemitismus, da er sich allem Nordischen und Germanischen nahefühlte. Aus seinem Vorwort: Es ist hier nicht beabsichtigt die Werke Michelangelos der Reihe nach durchzunehmen und noch viel weniger sein Leben wieder einmal zu erzählen. Dieses Buch ist nicht nur künstlerischen und historischen Problemen gewidmet, sondern zuerst dem Verstehen des Genius Michelangelo Buonarroti (1475-1564). Ich möchte die Gewalten fühlbar machen, die ihn tragen, ich werde von der Speise sprechen die ihn nährt, und endlich vor dem Halt machen, was unerforschlich bleibt. Michelangelo ist Angfang, Mitte und Ende, aber noch andere werden erscheinen, in denen sich anders das Urphänomen der Genialität offenbart. Es wird auch versucht werden, die großen Ströme des Südens und des Nordens, die unsere geistige Welt gebildet haben, betrachend zu erfassen, zu erkennen wie sie in der Seele des Genius aufeinandertreffen, einander durchdringen, fördern und hemmen.
359 Seiten + 31 s/w Bildtafeln mit Werken von Michelangelo; Inhalt: 1. Der Geist des Mittelmeeres (Die seelische Grundhaltung; Die Abwehr des Nordens und die Wiederherstellung des Südens; Die Keime in Michelangelo; Die Vollendung der klassischen Gestalt durch Michelangelo); 2. Die Gewalten der Gotik (Der nordische Pantheismus; Der faustische Drang; Die Sehnsucht des Nordens); 3. Michelangelo der Gotiker (Raumhaß; Bauen mit Menschenleibern; Prometheischer Gestaltungstrieb und faustische Unendlichkeitsbegierde; Fratzen); 4. Die Unendlichkeiten (Die Tragik der Unvollendbarkeit; Der platonische Eros; Die Sibyllen; Die mystische Verehrung der Frau; Der Durchbruch in den unendlichen Raum); 5. Gegenreformation und Barock (Die neue Frömmigkeit; Die Sinnwandlung der Renaissanceformen; Michelangelo und der Barock); 6. Beziehungen (Tizian; Rodin; Beethoven; Die musikalische Linie); 7. Der Ausgleich der Mittelmeerwelt mit der gotischen Welt: Leonardo da Vinci (Pantheismus; Leonardo und Michelangelo). [8°: 13,5 x 20,5 cm] Ganzleinen mit Goldprägung auf Deckel und Rücken, goldgeprägtes Rückenschild; Einband etwas berieben, Rückenschild stärker berieben, alte Reparaturstelle am Vorsatz; insgesamt noch guter Zustand.
[SW: Genie Künstlergenie Genialität Betrachtung Michelangelo]
MICHELANGELO. Imorde, Joseph: Michelangelo Deutsch!. Berlin: Deutscher Kunstverlag 2009.
Michelangelo and his perception in German art history - a history of the "German Spirit". Wer heute die historische Literatur zu Michelangelo sichtet, bemerkt, wie sehr die Kunstgeschichte in Deutschland nach der Reichsgründung als Instrument der kulturellen und politischen Identitätsfindung diente. Das Fach war auch das Instrument eines "idealistisch" in die Welt ausgreifenden deutschen Imperialismus, der Michelangelo als geistigen Besitz für sich in Anspruch nahm. Wenn man heute die breite historische Literatur zu Michelangelo sichtet und dabei die unzähligen Meinungen nebeneinander hält, wird einem sehr schnell deutlich, wie sehr das sich entwickelnde Fach als Instrument der kulturellen und politischen Identitätsfindung gedient hat. Die Kunstgeschichte ist neben vielem anderen eben auch das wissenschaftliche Instrument eines "idealistischen" deutschen Imperialismus, dessen Interesse sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts besonders auch auf die Vereinnahmung italienischer Kunst richtet. Die zunehmend nationalistischen Tendenzen führen schließlich bis zu dem Punkt, an dem "die Deutschen" Michelangelo als geistigen Besitz für sich in Anspruch nehmen. Beabsichtigt war, eine Geschichte dieser vielschichtigen und vielgesichtigen Okkupation zu schreiben, herausgekommen ist - einmal mehr - ein Bild "deutschen Wesens", das sich - wie wäre es anders möglich - selbst durch ein starkes Maß an "terribilta" auszeichnet.
472 S. Gr 8° Br. *neuwertig*
[SW: Künstlermonographien]
BEYER, HERMANN WOLFGANG: DIE RELIGION MICHELANGELOS, Bonn A. Marcus & E. Weber's Verlag 1926 ; weicher Einband / soft cover; 1. Ed.
Gut erhalten.
'Arbeiten zur Kirchengeschichte' - 5. Inhalt: I). Die Fragestellung. II). Religion und Kunst. III). Das Leben Michelangelos. IV). Das religiöse Ringen Michelangelos. V). Die zeitliche Abfolge der inneren Entwicklung Michelangelos. VI). Michelangelo und die religiöse Kräfte seiner Zeit. 1). Michelangelo und das neue Lebensgefühl der Renaissance. 2). Michelangelo und der Platinismus der Florentiner Akademie. 3). Michelangelo und die katholische Kirche. 4). Michelangelo und Dante. 5). Michelangelo und Savonarola. 6). Michelangelo und die Reformbewegung innerhalb der katholischen Kirche. 7). Michelangelo und Luther. VII). Michelangelos Eigenart. Mit Anmerkungen. VI + 159 Seiten. 1. Auflage Broschiert 23cmx15cm; 1. Auflage
[SW: italia michelangelo buonarotti renaissance platonismus florentiner akademie dante savonarola luther]
Brothers, Cammy: Michelangelo, Drawing, and the Invention of Architecture. 2008 London Yale University Press ISBN: 0300124899
English text. London, 2008; hardback, pp. 260, 275 b/w and col. ill., cm 23x28,5. Michelangelo's fame as a painter and sculptor tends to eclipse his reputation as an architect, but his impact here was just as profound. In this engaging and handsome book, Cammy Brothers takes an unusual approach to Michelangelo's architectural designs, arguing that they are best understood in terms of his experience as a painter and sculptor. Our own conception of architecture as a practice dependent on the formulation of new ideas through drawing, and our image of the flash of brilliance embodied in the quick sketch, have their roots in methods and functions defined by Michelangelo. Unlike previous studies, which have focused on the built projects and considered the drawings only insofar as they illuminate those buildings, this book analyses his designs as an independent source of insight into the mechanisms of Michelangelo's imagination. Brothers gives equal weight to the unbuilt designs, and suggests that some of Michelangelo's most radical ideas remained on paper. By following the steps by which Michelangelo arrived at his extraordinary inventions, the author questions conventional notions of spontaneity as a function of genius. Rather, she explores the idea of drawing as a mode of thinking, using its evidence to reconstruct the process by which Michelangelo arrived at new ideas. By turning the flexibility and fluidity of his figurative drawing methods to the subject of architecture, Michelangelo demonstrated how it could match the expressive possibilities of painting and sculpture.
[SW: Yale University Press London Brothers Cammy Michelangelo Drawing Invention Architecture]



