Meyrink Golem

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Meyrink, Gustav.: Der Golem. Roman. (=List-Bücher ; 59) Erste Auflage dieser Ausgabe. München, List, 1955.
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Der Golem OA 1915 Form Roman Epoche Moderne Der Golem von Gustav Meyrink zählt zu den wenigen Meisterwerken fantastischer Literatur in deutscher Sprache. Inhalt: Ein namenloser Erzähler, zu Besuch in Prag, fällt in seinem Hotelzimmer nach der Lektüre eines Buchs über das Leben des Buddha Gotama in einen unruhigen Halbschlaf. Sein schwindendes Bewusstsein entlässt ihn in einen Traum, in dem er sich als der Gemmenschneider Athanasius Pernath im geheimnisvollen Labyrinth des Prager Gettos wiederfindet. In dessen gespenstischer Atmosphäre voller Liebe und Leidenschaften, Intrigen, Hass und Verbrechen, Angst und Grauen begegnet "Pernath" dem Golem, der als Doppelgänger des Menschen erscheint. Seine Begegnungen mit dem Golem gipfeln im Wunsch und in der Hoffnung, ein erlöstes, unsterbliches Ich zu erlangen. Als der Erzähler wieder erwacht, findet er einen verwechselten Hut mit dem Namen Athanasius Pernath. Bei seinen Nachforschungen entdeckt er weitere Spuren des Geträumten in der so genannten Wirklichkeit. Der Schluss, in dem der Erzähler sich selbst, d. h. seinem geträumten Ich als Doppelgänger begegnet, lässt ihn - und mit ihm die Leser - im Ungewissen über den Wirklichkeitscharakter des Erlebten. Aufbau: Der Roman zehrt stofflich von den weit verbreiteten jüdischen Legenden um den Wunderrabbi Löw aus Prag, der eine Menschenfigur aus Lehm, den Golem, geschaffen und ihn zum Leben erweckt habe. Damit verbindet Meyrink religiöse und mystische Erlösungsmotive verschiedener Herkunft. Literarisch orientiert er sich an Romantikern wie E. T. A. R Hoffmann und Edgar Allan R Poe; man kann seinen Roman als Nachklang der Schauerromantik lesen, aber auch als Vorläufer der modernen Traum- und Angst-Literatur - mit Franz R Kafka und seinem deutsch-jüdischen Umkreis war Meyrink in Prag gut bekannt. Die Struktur der Handlung ist zunächst antithetisch; der alltäglichen Weltsicht steht eine spirituell-fantastische gegenüber, die sich im Lauf des Geschehens immer stärker durchsetzt, so dass Figuren, Erzähler und letztlich auch der Leser sich schließlich in einer geschlossenen fantastischen Welt wiederfinden. Wirkung: Der Golem wurde eines der Erfolgsbücher seiner Zeit. Dies liegt gewiss nicht nur an der effektvollen Kombination spektakulärer und rätselhafter Motive oder an der geschickten Balance zwischen "hoher" und "trivialer" Literatur. Unverkennbar war bei den Zeitgenossen von Meyrink, deren gesicherte Ordnung im Ersten Weltkrieg zusammenbrach, ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Heilsbotschaften und Erlösungsversprechen aller Art vorhanden. Der Golem spiegelt insofern sowohl die Brüchigkeit der empirischen Welt wie die Sehnsucht nach einer alternativen Wirklichkeit. Die epochale Brisanz des Golem-Stoffs wurde wenige Zeit nach diesem Roman durch die Filmfassung von Paul Wegener (Der Golem wie er in die Welt kam, 1920) ebenso bekräftigt wie durch die Neuausgabe der zu Grunde liegenden jüdischen Legenden durch Chajim Bloch (Der Prager Golem, 1920). J. V. Meyrink, Gustav (eig. G. Meyer), *19.1.1868 Wien, 4.12.1932 Starnberg. M., Sohn eines Ministers und einer Schauspielerin, besuchte die Handelsakademie in Prag und war Inhaber des Bankhauses Meyer & Morgenstern, das 1902 Bankrott machte. Seine zwiespältige Lebensführung - M. war Gründer und Mitglied okkulter Orden, war als Sportsmann und Bonvivant bekannt, machte Experimente mit Haschisch, lag Jahre hindurch mit dem Prager Offizierskorps wegen einer Duellangelegenheit in Streit und mußte wegen angeblichen Betruges drei Monate in Untersuchungshaft zubringen - brachte ihm früh gesellschaftliche Popularität und den Ruf eines Sonderlings ein und leitete schließlich zu den ersten literarischen Versuchen hin. Einige Monate lang war M. Redakteur der Wiener Zeitschrift "Der liebe Augustin" und pflegte Kontakte zur "Wiener Werkstätte". 1905 bis 1911 führte er ein unstetes Leben, pflegte Beziehungen zum "Simplicissimus" und anderen Münchner Künstlerkreisen und gefiel sich in der Rolle des geheimnisumwitterten Mystifikateurs. Seit 1911 lebte M. in Starnberg in immer stärker werdender Zurückgezogenheit. Am Beginn von M.s literarischer Tätigkeit stehen Parodien und scharfzüngige Skizzen gesellschaftlichen Inhalts, die ihn rasch bekannt machten. In ihrer Verbindung von unheimlicher Atmosphäre, Unwahrscheinlichem und Skurrilem mit satirischer Kritik am philiströsen Bürger- und Bürokratengeist der Zeitgenossen erweist er sich als origineller Meister der kleinen Form. Daneben verband M. starkes Interesse mit dem Theater, dem Kabarett und dem Film; Erfolge in diesen Bereichen blieben ihm jedoch versagt. Nachruhm sicherte sich M. durch den ursprünglich in Zusammenarbeit mit Alfred Kubin begonnenen und 1913 abgeschlossenen ersten Roman Der Golem. In der stimmungsvoll dargestellten Szenerie der Prager Altstadt ist das mit Spannungsmomenten und symbolischen Reminiszenzen reich ausgestattete Psychodrama von der Selbstfindung des Ich angesiedelt. Kompositorisch einfacher gefügt und mit zunehmendem Verlust der sprachlichen Dichte sind die weiteren Romane, in denen unverdeckt Autobiographisches und die Ausbreitung von M.s seit frühen Jahren entwickeltem mystischen Eklektizismus tragende Elemente sind. Autorenlexikon/Systhema Seiten papierbedingt leicht gebräunt. Buchblock etwas verzogen. Befriedigender Zustand.

233 Seiten. 18 cm. Taschenbuch. Kartoniert. Laminiert. Glanzfolienkaschierung.

[SW: Germanistik, Literarische Porträts, Schauerromane, Okkultismus, Mythen, Jüdische Geschichte, Rosenkreuzer, Literaturgattungen, Literaturepochen, Deutsche Literatur Anfang des 20. Jahrhunderts, Taschenbücher vor 1960, Autorität, Fantasy, Prag, Schauerliteratur, Taschenbuchreihen, Magischer Realismus, Okkulte Romane, Phantasie, Literaturrezeption, Phantastik, Phantasien, Buchreihen, Buchwissenschaft, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Deutsche Literatur, Buchwesen, Literaturwissenschaft Literaturwissenschaften, Phantastische Literatur, Esoterik, Grenzwissenschaften, Judentum, Mythologie, Deutsche Literatur der 10er Jahre, Gruselroman, Grenzgebiete der Wissenschaft und Esoterik, Literaturrecherche, Literaturinterpretationen, Deutsche Literatur der zehnerJahre, Literaturkanon, Gruselgeschichten, Gruseln, Literarhistoriker, Buchverlage, Phantastica, Literaturkommentare, Gruselromane, Mythen der Moderne]

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Meyrink, Gustav: Der Golem, München : List 1965
"Der Golem" wurde als Fortsetzungroman in den Jahren 1913-14 in der Zeitschrift "Die weißen Blätter" veröffentlicht. 1915 wurden alle Teile in einem Band zusammengefasst. Seitdem wurde der Roman mehrfach aufgelegt. Die Legende des Golems besagt das Rabbi Löw 1580 den Golem aus Lehm geschaffen hatte um die Menschen zu beschützen. Seit dem soll er alle 33 Jahre in Prag umhergehen. Nun kam es das einamenloser Erzähler im frühen 20 Jahrhundert die Stadt Prag besuchte. Als er in Schlaf fällt, findet er sich im Prgaer Getto 30 Jahre früher wieder, in der Identität von Athanasius Pernath . plötzlich wird die Legende des Golems real und Athanasius verliert nach und nach den Bezug der Realität. Ist alles nür geträumt???? ___ "Aufrüttelnd, verwirrend, erschreckend und trunkenmachend, als wäre der Apokalyptiker von Patmos in Reinkarnation unter die Menschen getreten. Hunderttausende lasen den furiosen Roman aus Alt-Prag. " Ungekürzte Ausg.

Ungekürzte Ausg. 8 Seiten gebräunt, Einband fleckig, Rückenkanten bestoßen,

[SW: Meyrink, Gustav ; Roman ; List-Bücher ; Der Golem ; Golem, Meyrink, Prag, Lehmfigur, Legende, Juden; Verat, Intrigen, Phatasie, Utopie, getto, Gefängnis, Mord, Unschuldig, Zerstörung;]

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Meyrink, Gustav: Das grüne Gesicht. Ein okkulter Schlüsselroman (Knaur Esoterik TB 4110). Vollständige TB-Ausgabe. Saubere TB-Broschur. Knaur,München o.J.
ISBN 3426041103 - Als Meyrink diesen Roman schrieb, trieb das Schicksal sein launiges Spiel mit ihm, kaum hatte er zum Beispiel den Titel "Der grüne Mann von Amsterdam" gewählt, so war er plötzlich als Filmplakat an allen Reklamesäulen zu lesen. Und solche Zufälle wiederholten sich immer aufs neue. Als dann aber - den Widerständen zum Trotz - das Manuskript fertig war, zeigte sich, dass nun ein Werk vorlag, das neben seinem "Golem" die geschlossenste innere und äussere Form zeigte. - Meyrink erzählt in leichter Verhüllung in diesem Roman von einem entscheidenden Abschnitt seiner innersten Entwicklung. Die Überwindung des Körpers durch den Geist ist das Leitmotiv. Theurgische Haltung bestimmt den Mystiker Swammerdam. Meyrink zeigt an den einzelnen Gestalten der holländischen Mystikergruppe die möglichen Wege und Irrwege auf. Hinter allen steht Chidher Grün, der "Baum" der chassidischen Kabbala, sein Geheimnis enthüllend der auch sagt, er sei Chidher, der ewig grünende Baum. Die Figuren Hauberisser und Eva erreichen das Ziel der "Heiligen Hochzeit", wie schon im "Golem" Athanasius Pernath und Mirjam. - Gerade im "Grünen Gesicht" gibt Meyrink einen nur wenig verhüllten Stufenweg der Entwicklung vom dreidimensionalen Zustand bloßen "Daseins" in den mehrdimensionalen psychischen Grenzzustand des "Wachseins". - Dr. Eduard Frank hat diesem Roman ein ausführliches einführendes biographisch-bibliographisches Vorwort vorangeschickt, welches das Verständis für die Person und Schicksal des Verfassers und auch seine Werke erleichtert.

221 S.

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Meyrink, Gustav: Der Golem ( mit Brief an Meyrink, Roman aus dem alten Prag, ill. ) Schünemann Verlag Bremen 1915,
365 S., Leinen

ohne Angabe. Aufl., sehr gut,

[SW: Meyrink, Golem , Schünemann]

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