Mendelssohn Phantasten

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Fleuron, Svend: Ein Winter im Jägerhofe. Skizzen und Szenen. Berechtigte Übertragung aus dem Dänischen von Erich von Mendelssohn. Deutsche Erstausgabe. Eugen Diederichs Erste Aufl. 1912 Jena
185S. 8°

Leinen Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzleineneinband mit Goldkopfschnitt, Schmuckvorsätzen und goldfarbenem Lesebändchen. Der Einband lichtrandig, die Einbandeckel etwas verzogen, ansonsten guter Erhaltungszustand. Gesetzt in Fraktur. Svend Fleuron (* 4. Januar 1874 auf Gut Katrinedal; 5. April 1966 in Humblebaek) war ein dänischer Schriftsteller. Svend Fleuron wuchs als Sohn eines Gutsbesitzers auf und schlug nach seiner Schulzeit die Offizierslaufbahn ein. Im Jahre 1921 nahm er seinen Abschied vom Militär und lebte fortan als Schriftsteller auf seinen Besitzungen. Mehrere Vortragsreisen führten ihn durch Dänemark und Deutschland. 1941 nahm er am Weimarer Dichtertreffen teil und schrieb in der Zeitschrift "Europäische Literatur" der dort gegründeten Europäischen Schriftsteller-Vereinigung "begeistert über den Krieg". Fleuron wirkte als Natur- und vor allem als Tierschriftsteller, wobei er in seinen Texten weit über reine Tierschilderungen hinausging. Er schrieb besonders über in Freiheit lebende Tiere, die er mit großer sprachlicher Kunstfertigkeit in ihrem trieb- und instinktgeleiteten Wesen darzustellen verstand. Ohne die Tiere zu vermenschlichen, gelang ihm die Abfassung moderner Tierromane mit spürbarer Liebe zur Fauna. Erich von Mendelssohn (* 6. Julijul./ 18. Juli 1887greg. in Dorpat; 17. Juni 1913 in Helsingör) war ein deutscher Schriftsteller, Dichter und Übersetzer. Er gehörte zur deutsch-jüdischen Kaufmanns-, Gelehrten- und Künstlerfamilie Mendelssohn aus Jever, die auf Moses Mendelssohn (nicht identisch mit dem namensgleichen Philosophen Moses Mendelssohn) zurückgeht. Sein Vater war der Professor Ludwig Mendelssohn, seine Mutter die Alexandrine von Cramer, Tochter eines estländischen Gutsbesitzers, sein Sohn der Schriftsteller Harald von Mendelssohn, sein Bruder der Hellerauer Kunsthandwerker Georg Mendelssohn, seine Schwester die Graphologin und Schriftstellerin Anja (von) Mendelssohn (später: Ania Adamkiewicz-Mendelssohn, dann Ania Teillard, sein Onkel der Turnpädagoge Salomon Mendelssohn. Nach dem Tod des Vaters 1896 siedelte die Familie nach Jena über, wo Erich von Mendelssohn das Gymnasium besuchte. Als Obertertianer kam er in das neugegründete Landerziehungsheim Haubinda in Thüringen, wo er einer der ersten Schüler des Reformpädagogen Paul Geheeb war, zu dem seine Mutter bereits in dessen Jenaer Studienzeit einen engen Kontakt hatte. In Haubinda wurde Mendelssohn auch vom Schulgründer Hermann Lietz unterrichtet. Obwohl Lietz von Mendelssohn wohl schätzte, litt dieser unter dessen autoritären Erziehungsstil und den regelmäßigen Repressalien des Schulalltags in Haubinda. Seine engsten Schulfreunde waren die späteren Schriftsteller Bruno Frank und Wilhelm Speyer.Die Erlebnisse in Haubinda verarbeitete von Mendelssohn in seinem 1913 geschriebenen letzten Roman "Tag und Nacht". Darin ist der despotische Schulleiter Dr. Leutelt unschwer als Hermann Lietz zu erkennen. Er wird beschrieben als launenhaft und unbeherrscht, oft geradezu herrisch, der Demagoge des deutschen Erziehungsstaates; die meisten Schüler hatten Angst vor ihm und er unterdrückte besonders diejenigen, die seiner Pädagogik der Abhärtung nicht folgen wollten oder konnten. Lietz hat versucht, dieses Porträt durch Mitschüler - also nicht durch ihn selbst - diskreditieren zu lassen, aber Mendelssohn, der unmittelbar vor der Veröffentlichung des Romans starb, erhielt Unterstützung gerade von den Ehemaligen, die Lietz nur allzu deutlich wieder erkannten. Erich von Mendelssohn hat vor Ende des Schuljahres 1904 das Landerziehungsheim verlassen, weil seine Leistungen nicht überzeugend waren. Auf das Abitur bereitete von Mendelssohn sich in Jena im Privatunterricht vor, indem er gleichzeitig Vorlesungen an der Universität besuchte. Die kunsthistorischen Vorlesungen des Jenaer Professors Botho Graef, zu dem er eine enge persönliche Beziehung hatte, fesselten ihn besonders. Dem Einfluss Graefs war es zuzuschreiben, dass Erich sich nach dem Abitur 1906, in Berlin dem Studium der Kunstgeschichte widmete, obwohl er längst wusste, dass seine Liebe dem Schreiben galt. "Es begann das hin und her zuckende, experimentierende, nervös-vorläufige unregelmäßige Dasein des werdenden Schriftstellers, der für seinen Beruf noch unreif ist und sich jedem anderen doch unfähig fühlt." So pendelte Mendelssohn zwischen Paris und München hin und her, wo er Thomas Mann trifft. 1908 verschlägt ihn ein Zufall nach Kopenhagen, von wo aus der zu seiner ersten Reise nach Island aufbricht, was ihn nachhaltig in seinen Bann schlägt. Thomas Mann beschreibt es in seinem Vorwort zu Mendelssohns Roman "Tag und Nacht" so: "Dieses Land wird das große Erlebnis seiner Seele. Seine intellektuellen Triebe sowohl, wie der Ehrgeiz, seinem Körper ritterlich strenge Zumutungen zu stellen - ein heroischer und vielleicht unzukömmlicher Ehrgeiz, denn er hat einen zarten Körper - finden in dieser Natur, unter diesen Menschen glückliches Genüge." Nach Kopenhagen zurückgekehrt, beschließt Mendelssohn zu bleiben und beginnt mit dem Studium der skandinavischen Sprachen. Bei einem Zwischenaufenthalt in München lernt er die Dänin Gerda Schack-Schou (1888-1971) kennen und verliebt sich leidenschaftlich in sie. Beide heiraten im Februar 1910 und bekommen ein Jahr später den Sohn Harald, der später ebenfalls als Schriftsteller und Journalist tätig wird. Von Mendelssohn verdiente seinen Lebensunterhalt vor allem mit Übersetzungen aus dem Isländischen, Dänischen und Schwedischen. So übersetzte er u.a. Arbeiten der dänischen Schriftsteller Jens Peter Jacobsen (u.a. Mogens. Ein Kaktus erblüht) und Svend Fleuron (Ein Winter im Jägerhofe) sowie des Isländers Einar Hjörleifsson (Ofurefli, 1912 unter dem Titel: Übermacht veröffentlicht) und Mona Roß (Roman aus dem heutigen Island, veröffentlicht 1913). Mit dem Jenaer Verleger Eugen Diederichs unternimmt er im Juli-August 1910 eine zweite Islandreise, die offensichtlich Diederichs zur Veröffentlichung der Sammlung Thule (Thule - Altnordische Dichtung und Prosa) inspirierte, einer Buchreihe, die die nordischen Sagen und Mythen erstmals in deutscher Sprache publizierte. Von Mendelssohn trug zu dieser Reihe die 1912 im Band 13 veröffentlichten "Grönländer und Färinger Geschichten" bei. 1913 veröffentlichte der Leipziger Insel-Verlag Mendelssohns "Die Saga vom Freysgoden Hrafnkel." Trotz seiner enormen publizistischen Produktivität empfindet Mendelssohn seine Lage als "grotesk", denn für das, was ihm wirklich am Herzen liegt, seine eigenen Arbeiten, findet er nur wenig positive Resonanz. Ein Buch über Island, nach der ersten Reise entstanden, bleibt ungedruckt. Ein Gedichtband "Bilder und Farben" kann er 1912 nur als Privatdruck herausbringen. Sein erster kurzer Roman "Phantasten", 1911 bei Oesterheld & Co. Berlin veröffentlicht, bleibt unbemerkt. Für den nachfolgenden Roman "Heimkehr" (1914 veröffentlicht) findet Mendelssohn zunächst wieder keinen Verlag. Ein möglicher Durchbruch zeichnet sich erst mit seinem letzten Roman "Nacht und Tag" ab, der als mehrbändiges, autobiographisches Werk konzipiert war und an dessen Veröffentlichung der Leipziger Verlag der weißen Bücher interessiert war. Dann jedoch, im Sommer 1913, zog sich Mendelssohn beim Schwimmen im Meer eine Erkältung zu, aus der eine Lungenentzündung wurde, an der er - zusätzlich geschwächt durch ein altes Herzleiden am 17. Juni 1913 im Alter von nur 26 Jahren in Helsingör verstarb. Sein letzter Roman wurde posthum mit einem wohlwollenden Vorwort von Thomas Mann veröffentlicht, der dieses auf Bitten seines Freundes und Mendelssohn-Schulfreundes Bruno Frank schrieb. Gegenüber dem Schriftsteller Adolf von Grolmann äußerte sich Thomas Mann dagegen später zu den Romanen von Erich von Mendelssohn sehr kritisch.

[SW: Dänische Literatur | Erzählungen | Deutsche Erstausgaben]

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Mendelssohn, Erich von: Phantasten, Oesterheld & Co, 1912
Zerlesen, Buchblock zur Hälfte gelöst, fleckig, Buchrücken ausgebleicht und eingerissen

Tb., 245 S., Widmung des Autors auf Vorsatz

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