Marschall Mann Den Welt Nicht

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DER SPIEGEL 38/1984: DALI,

SPIEGEL Titel - Ich war phänomenal : Ein Leben lang hat Salvador Dali, Genie des Wahns, die Welt provoziert - mit Bildern von obszöner Präzision , mit opulenten Selbstdarstellungen, Orgien der Albernheit und großsprecherischen Reden. Sein Abstieg vollzog sich in langen, quälenden Etappen. Es bleibt, auch wenn der Hauptdarsteller ausfällt, der von ihm verursachte Schock. Er steckt in Dalis frühen Werken. * (S. 212) Deutschland 19 Deutschlandpolitik: Dann geht das schief : In ungewöhnlicher Offenheit haben die Sowjets den Bundeskanzler gewarnt, die deutsch-deutsche Annäherung zu weit zu treiben. Wenn der SED-Chef seine Politik einer begrenzten Autonomie fortsetze, so die Drohung, gehe das schief. Doch Helmut Kohl mißachtete die Warnung - und fing sich damit gleich zwei Niederlagen ein: Nach Erich Honecker sagte auch der Bulgare Todor Schiwkoff seinen Besuch in der Bundesrepublik ab. * * 24 ASYLRECHT - Harter Rausschmeißer: Die Koalition streitet, ob politisch verfolgte Ausländer ausgeliefert werden sollen. FDP-Justizminister Engelhard befürwortet, anders als die Fraktion und Parteichef Genscher, die harte Linie. * * 26 RÜSTUNGSEXPORT - Arme Kerle: Mit einer Gesetzesänderung soll illegaler Waffenhandel heimlich amnestiert werden. * * 27 PARTEIEN - Sowohl-Als-auch: Von Marktforschern und Demoskopen ließ sich die SPD erklären, wie sie wieder die Mehrheit bei den Wählern erringen könnte. * * 58 Das ist die Praxis, ärgerlich genug : Hans-Ulrich Klose über Jörg Heimbrechts Milliardending Der SPD-Bundestagsabgeordnete Klose, 47, war von 1974 bis 1981 Hamburgs Bürgermeister. * * 62 GRÜNE - Achtung, fertig, Moos: Bei den Grünen, die in Karlsruhe gegen Staatszuschüsse für Parteien-Stiftungen klagen, gibt es Pläne, eine eigene Stiftung zu gründen. * * 63 AUSLÄNDER - Harte Politik: Das Handgeld für rückkehrwillige Ausländer hat Bonn gut zwei Milliarden Mark gespart. * * 70 Wie mit menschlichen Sinnen : Sebastian Cobler über die neue Welt der Polizeicomputer Der Frankfurter Rechtsanwalt und Publizist Sebastian Cobler, 36, war einer der Kläger gegen das Volkszählungsgesetz. * * 83 RICHTER - Diensteifrige Haltung: Ein Reutlinger Richter wurde gemaßregelt, weil er einem türkischen Strafgericht die Amtshilfe verweigerte. * * 86 BUNDESWEHR - So flott: Auch Bundeswehroffiziere, so haben Berliner Richter entschieden, dürfen sich in der Friedensbewegung engagieren. * * 88 Die Machenschaften des Herrn M.: Ein Parlament auf der Suche nach einem Super-Spitzel Er nennt sich Claude , Franke , Nelson , Heinz , Fabian oder auch Dr. Lange . Auf eigene Rechnung, aber mit amtlicher Tarnung sucht er Verbrechen aufzuklären - ein mysteriöser 007-Typ, nach dem ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß in Niedersachsen fahndet. Zutage kommen skandalöse Ermittlungspraktiken eines Versicherungsdetektivs, der von der Polizei gedeckt wird: weil er zugleich V-Mann ist. * * 113 Daß das nicht zu beweisen ist, war uns klar : Gerhard Mauz zur Verurteilung von zwei Ärzten wegen Vergewaltigung _____ Verteidiger: Wann war das, daß sie Ihnen zwischen _____ die Beine faßte? _____ Zeugin: Da war ich schon Oberärztin. * * 119 TV-NACHRICHTEN - Ganz schnell weg: Tagesschau und heute bekommen Konkurrenz. In flotter Form präsentiert das Privatfernsehen, voran Radio Luxemburg, die Tagesnachrichten wie eine Show. * * 122 FLUGLOTSEN - Gutes Gewissen: Dem Flugleiter-Chef Wolfgang Kassebohm sind Verbandsarbeit und Privatgeschäfte als Gutachter durcheinandergeraten. * * Wissenschaft+Technik 21 UMWELT-AUTOS - Nichts ist klar: Nach einem chaotischen Koalitionsgespräch weiß die Bonner Regierung immer noch nicht, wann und wie das Katalysator-Auto kommt. Die schnellste Hilfe für den sterbenden Wald, ein Tempostopp, ist tabu. * * 238 MEDIZIN - Tabula rasa: Warum gibt es noch immer keine Antibabypille für den Mann? Kommt statt dessen demnächst eine perfekte Abtreibungsdroge? * * Kommentar Wirtschaft 22 WIRTSCHAFTS-KOMMENTAR - Am Band der Industrie: Von Werner Meyer-Larsen * * Wirtschaft 31 AIRBUS - Ab Lager: Pan Am will 28 Airbusse kaufen - ein Durchbruch für die europäischen Flugzeugbauer auf dem US-Markt? * * 35 STREIKFOLGEN - In Unschuld: Der Konjunktur-Optimismus vom Frühjahr ist verflogen. Haben die Arbeitskämpfe den Aufschwung abgewürgt? * * 37 ZINSEN - Sprung nach oben: Seit einigen Wochen sinken auf den Kapitalmärkten die Zinsen. Doch für die Bankkundschaft sind die Preise für Geliehenes nach wie vor zu hoch. * * 76 LUFTFAHRT - Mehr Raum: Freude bei den Airlines: Das Geschäft mit der Luftfracht floriert wie nie zuvor. Manche Routen sind für Monate ausgebucht. * * 80 OPTIKER - Nische entdeckt: Ein Versandhändler, der preiswerte Reservebrillen verkauft, muß sich gegen Angriffe der Optiker wehren. * 162 JUWELIERE - Flair verloren: Das New Yorker Juwelier-Haus Tiffany wechselt wieder den Besitzer. Der Versuch, den Edelladen niederen Schichten zugänglich zu machen, schadete dem Geschäft. * * Report 44 Grüne Tonnen, graue Tonnen, blaue Tonnen: Westdeutsche Städte und Gemeinden revolutionieren die Abfallwirtschaft Alarmiert durch Meldungen über Dioxin aus Müllverbrennungsanlagen und giftige Sickerwässer aus Deponien, fahnden Kommunalpolitiker nach abfalltechnischen Alternativen. Fachleute empfehlen ein Verfahren von vorgestern: die Kompostierung von Hausmüll. Die Revolutionierung der Abfallwirtschaft setzt voraus, daß Gift- und Wertstoffe zu Hause getrennt gesammelt werden - ein in Pilotprojekten bereits bewährtes Verfahren. * * Ausland 128 Reagan und Gromyko: Tango im Weißen Haus: Moskaus Außenminister Gromyko trifft den US-Präsidenten in Washington. Als Gastgeschenk gestattet die amerikanische Regierung den Verkauf von zusätzlichem Getreide an die Sowjets. In Wirklichkeit geht es um mehr als Lebensmittel. Der Kreml-Abgesandte kommt aus Sorge um Amerikas diplomatische Offensive in den anderen Ostblock-Staaten. Reagan paßt die Visite gut: Im Wahlkampf möchte er friedfertig wirken. * * 132 Das Beste kommt erst noch : Der US-Kolumnist James Reston über Wahlkämpfer Reagan _(The New York Times ) * * 133 SOWJET-UNION - Hoher Verschleiß: Auch der neue sowjetische Generalstabschef Marschall Achromejew will erst wieder in Genf verhandeln, wenn der Westen seine neuen Raketen abgebaut hat. * * 134 SPIEGEL Gespräch - Der Staat darf sich nicht in alles einmischen : Der französische Premierminister Laurent Fabius über den Sozialismus in Frankreich * 139 Weiße Kreuze, schwarze Kreuze: SPIEGEL-Redakteur Romain Leick über Kohls Verdun-Visite _____ Alle kamen nach Verdun, als sollten sie dort ich weiß _____ nicht welche Weihe empfangen. Der französische Dichter _____ Paul Valery * * 142 Wir werden hingerichtet : Eine ehemalige Gefangene über Chomeinis Folter-Regime / Von Colin Smith _(The Observer ) * * 144 SCHWEIZ - Elementarer Anstand: Streit um die Zukunft der Nuklearenergie entzweit die Eidgenossen, sogar die Einheit des Staates erscheint gefährdet. * * 145 MITTELAMERIKA - Schule der Diktatoren: Die Reagan-Regierung ermuntert private Gruppen zum Kampf gegen Nicaraguas Sandinisten-Regime. * * 148 SPIEGEL Gespräch - Die Kirche ist eine keusche Hure : Der Franziskaner-Pater Leonardo Boff über den Streit Roms mit der Befreiungstheologie * * 149 Der Mensch lebt nicht nur von Brot : Aus Ratzingers Instruktion gegen die Befreiungstheologie * * Serie 164 So weit die Armeen Kommen ... : Wie Osteuropa nach Jalta kommunistisch wurde (IV) / Von SPIEGEL-Redakteur Siegfried Kogelfranz * * 181 Im Hintergrund ein dunkelhaariger Mann: Der Liwadija-Palast bei Jalta ist heute Museum / Von SPIEGEL-Redakteur Andreas Lorenz * * 185 Die ganze Macht zerfiel: Der Ungarn-Aufstand enthüllte die Schwächen des Systems * * Sport 190 Der Pumuckl des deutschen Fußballs: Horst Vetten über den Bundesligatrainer Klaus Schlappner im Kabelfernsehen * * 194 DKP: Hauskrach mit der Künstler-Prominenz: * * 196 Vom Braten, dem niemand traut: Nach einem halben Jahr erbitterter Streitereien steht die erste Wiederbegegnung der Berliner Philharmoniker mit ihrem Chefdirigenten auf Lebenszeit bevor. Herbert von Karajan hat den Geist christlicher Eintracht und Versöhnung beschworen, doch niemand glaubt an eine wirkliche Wiederherstellung der Harmonie. * * 204 VIRTUOSEN - Jiddische Schtikkl: Der israelisch-amerikanische Erfolgsklarinettist Giora Feidman wird nun auch von der deutschen Kritik gefeiert. * * 206 KOMIKER - Zu häßlich: Die ARD zeigt vom kommenden Freitag an neun Filme mit dem amerikanischen Schauspieler Walter Matthau. * * 210 FILM - Immensee in Wilna: Ein bizarrer Film versucht, die Umtriebe alter Nazis mit den Terroristen-Toten von Stammheim in Verbindung zu bringen: Wundkanal von Thomas Harlan. * * 240 Kehrt wieder, Kelten, wir brauchen euch : SPIEGEL-Reporter Peter Brügge über einen Ausflug ins Keltische Bewußtsein * * 249 Kochkursus auf Kassette: * gutes Exemplar, Einband mit kleinen altersbedingten Spuren

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DER SPIEGEL 32/1985: der bräunungskult, wieviel sonne braucht der mensch,

Froh jubelt Ihr beim kleinsten Lichtstrahl : Gut 15 Milliarden Mark investieren die Bundesbürger in diesem Jahr, um ihre helle Haut tiefbraun zu rösten. Die dunkle Farbe gilt als Beweis für Wohlstand, Fitneß und sexuelle Attraktivität. Doch das Statussymbol ist teuer erkauft. Mediziner warnen: Wer jetzt grillt, bezahlt später - mit Runzeln, Pigmentflecken und Hautkrebs. Die Frauen über dreißig und viele Trendsetter fangen an sich zu fürchten. Ist das Ende der Bronzezeit schon in Sicht? (S. 142) Deutschland 19 Keiner glaubt mehr Wörners Zahlen : Deutsche und amerikanische Spitzenmilitärs zweifeln an der Kompetenz von Verteidigungsminister Manfred Wörner: Die Finanzierung seines Milliarden-Plans für die Aufrüstung der Bundeswehr sei nicht gesichert, der Personalstand der Armee in den nächsten Jahren nicht zu halten. Wörners Antwort: Er ließ die Zahlen schönen. * * 21 SPD - Schwestern, zur Sonne: Aufbruch der Enkelinnen : Die SPD soll Schluß machen mit der Unterrepräsentation der Frauen in Partei und Parlamenten. * 23 SPIEGEL Gespräch - Wir dürfen Nachbarn keine Rätsel aufgeben : Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher über den außenpolitischen Kurs der Koalition * * 27 SCHEIDUNG - Zur Unzeit: Der Widerspruch eines Partners kann in sogenannten Härtefällen die Scheidung selbst nach mehr als fünfjähriger Trennung vereiteln. * * 47 Dann wird die deutsche Verlobte präsentiert : Wie abgelehnte Asylbewerber der Abschiebung aus der Bundesrepublik entgehen Mit einer Fülle juristischer Tricks versuchen abgelehnte Asylbewerber, ihre Abschiebung aus der Bundesrepublik zu vermeiden. Durch zahlreiche Ausnahmeregelungen werden Tausende von Asylverfahren zur Farce: Obgleich die meisten Asylsuchenden auch von den Gerichten nicht anerkannt werden, kann mancherorts, wie Richter klagen, fast jeder abgelehnte Antragsteller bleiben - teils legal, teils illegal, teils scheinlegal. * * 58 HOCHSCHULEN - Alter Hobel: Im Informatik-Fachbereich der Hamburger Universität machen sich Professoren scharenweise davon - gen Süden. * * 59 STÄDTE - Traurigster Tiefpunkt: Sozialdemokraten fördern Städtepartnerschaften mit Nicaragua, Unionspolitiker laufen Sturm dagegen. * * 66 PILGER - Unsichtbare Wunder: Halb Wallfahrt, halb Tourismus: Pilgerreisen sind gefragt wie nie. * * 68 Gift-Wein macht die Handelswege sichtbar: Das strengste Weingesetz der Welt verheißt Österreichs Kanzler Sinowatz, ein Reinheitsgebot für deutschen Wein wird hierzulande gefordert. Vorerst sind Staatsanwälte und Labors noch damit beschäftigt, den Wein-Skandal ganz aufzudecken. Mancher verbotene Handelsweg im Wein-Geschäft wird nun sichtbar. * * 76 GLÜCKSSPIELE - Revolutionäres Prinzip: Eine neue Variante des Kettenbriefes grassiert: der Goldkreis . * * Wirtschaft 28 AUTO-ABGASE - In die Irre: Bei der Debatte um die Abgasentgiftung der Autos hantiert Innenminister Zimmermann mit anfechtbaren Zahlen. * * 44 BANKEN - Lange gekannt: Die Pleite der Firmengruppe Pharma Bauer brachte die Deutsche Bank ins Zwielicht. * * 52 ALTERNATIVE - Aufgeklärtes Geld: Die Alternativszene will eine eigene Bank gründen - ein schwieriges Vorhaben. * * 53 MUSIK-INDUSTRIE - Phantastische Zahlen: Die vor zwei Jahren eingeführte Compact-Schallplatte verhilft den Herstellern zu prächtigen Umsätzen. * * 66 VERPACKUNG - Trick mit Hut: Mit einer Zwei-Liter-Kunststoff-Flasche könnte der westdeutsche Coca-Cola-Ableger eine Müll-Lawine lostreten. * * 72 Wein ist ein sensibles Produkt: Weinbauernpräsident Reinhard Muth über den Glykol-Skandal und die Praktiken der deutschen Winzer * * 77 Angst vor Saturn-Pleite: * * 77 Rat der Reichen für die Armen: * * 77 Die größten und teuersten Hotels: * * 77 GHH: Ausstieg der Haniels: * * 77 Schwerer Start für Verleger-TV: * * 104 SCHWEIZ - Unsittliche Zwecke: Im Kampf gegen den Ausverkauf der Heimat wollen Schweizer Richter erstmals einen Deutschen enteignen. Gelingt das, müssen viele Ausländer um ihre Grundstücke und Zweitwohnungen bangen. * * Report 30 Leben wir in einer anderen Republik?: Die Bonner Wende in der Praxis: Kurs auf die fünfziger Jahre * * 60 Wie im Familienclan : SPIEGEL-Report über den Handel mit deutscher Kriegs-Elektronik * * Ausland 78 Die Bombe? Nein, nein, bitte Schluß damit : SPIEGEL-Korrespondent Tiziano Terzani über Hiroschima und Nagasaki 40 Jahre danach * * 85 ABRÜSTUNG - Wer kann, s besser?: Moskau macht Washington und Washington macht Moskau Vorschläge zur Atomtest-Kontrolle. Doch beide wissen, daß die Gegenseite nicht annehmen kann. * * 86 SOWJET-UNION - Kurz und hart: Auch von Militärs verlangt Gorbatschow Disziplin, das gilt vom Gemeinen bis zum Marschall . * * 87 WELTJUGENDTREFFEN - Mutter verteidigen: Das Weltjugendtreffen in Moskau geriet zum Polizei-Festival. * * 89 SÜDAFRIKA - Trauern verboten: Seine Fähigkeit, die Massen zu fesseln, macht den Bischof Desmond Tutu zum Sprecher der Schwarzen - und zum Gegenspieler des Burenpräsidenten Botha. * * 91 MENSCHENRECHTE - Gefährliche Ideen: Zum drittenmal hat das KGB den Nobelpreisträger Sacharow insgeheim gefilmt - zum Beweis, daß er noch lebt. * * 92 SPIEGEL Gespräch - Ich möchte gern die ganze Welt übernehmen : Der indische Sektenführer Bhagwan Shree Rajneesh über seine Philosophie vom neuen Menschen * * 94 Parodie eines Gottesstaates in Oregon: Leben und Arbeit in der Bhagwan-Stadt Rajneeshpuram * * 100 GRIECHENLAND - Deutsche Mafia: Professoren und Ingenieure, die an deutschen Universitäten studierten, besetzen die wichtigsten Posten in Papandreous neuer Regierung. * * 101 CHINA - Heißes Blut: Neue Boulevard-Zeitungen liefern Sex und Crime. * * 102 BRASILIEN - Das Kalkutta-Syndrom: Schulen, Kindergärten und Säuglingskrippen wie vom Fließband - ein gewaltiges Regierungsprogramm soll das Bildungselend in Rio de Janeiro beenden. * * 106 USA - Täglich am Schießstand: Zur Abwehr von Kidnappern und anderen Terroristen ersinnen amerikanische Bastler immer neue Geräte. US-Firmen investieren Milliarden Dollar zum Schutz ihrer Anlagen und Angestellten im Ausland. * * 108 Ewiger Frühling in Mickymaus-Stadt: Amerika verändert sich. Die Amerikaner suchen wieder das Leben in der Öffentlichkeit, auch in der Stadt. Doch Platz und Straße bleiben verpönt. Schauplätze einer neuen wirtschaftlichen, architektonischen und gesellschaftlichen Entwicklung sind 22000 Shopping Malls: große klimatisierte Innenwelten aus der Retorte. * 118 ITALIEN - Angeklagter Mussolini: Ein apulischer Militärrichter droht mit einem Mussolini-Prozeß - weil er alte Militärrichter loswerden will. * * Serie 120 Eine Warnung vor dem Jüngsten Gericht : SPIEGEL-Autor Wilhelm Bittorf über die Geschichte der Atombombe (II) Wird dies alles nicht die Atombombe herbeiführen? entfuhr es mir. Die beiden Nobelpreisträger machten einen bestürzten Eindruck. Niels Bohr blickte zur Decke, und Enrico Fermi betrachtete mich sonderbar. Theoretisch mag dies eines Tages möglich sein , sagte Fermi schließlich. Aber dies liegt erst in weiter Ferne. Wie weit ist diese Ferne? fragte ich hartnäckig. Vielleicht fünfundzwanzig, vielleicht fünfzig Jahre. Vielleicht wird Hitler in viel geringerer Zeit eine Atombombe herstellen , gab ich zurück. * * Sport 128 Dieser Job tötet die Lebensfreude : SPIEGEL-Interview mit dem Fußball-Manager des Hamburger SV, Günter Netzer * * 130 TENNIS - Gut fürs Geld: Die Bestverdiener im Sport schwärmen von der Steueroase Monaco. Auch Tennis-Jungstar Boris Becker meldete sich um - das erspart ihm nicht nur Steuern, sondern vorerst auch den Wehrdienst. * * Kultur 131 Schatz für Chiromantiker: * * 131 Ein Bildband für Afrika: * * 131 Hiroschima - 40 Jahre danach: * * 131 Amour fou bei Patrice Chereau: * * 132 KULTUR - Goethe gegen Goethe: Der groß angekündigten 40bändigen Goethe-Ausgabe bei Suhrkamp, die das Herzstück der neuen Suhrkamp-Klassiker-Edition bildet, schickt Hanser nun einen 26bändigen Goethe entgegen: Im Unterschied zum Frankfurter Suhrkamp-Goethe ist der Hanser-Goethe nicht nach Gattungen, sondern chronologisch geordnet. * * 133 FILM - Aus dem Hutkoffer: Susan ... verzweifelt gesucht . Spielfilm von Susan Seidelman. USA 1985, 103 Minuten, Farbe. * * 134 FILM - Nummer 14: Im Angesicht des Todes . Spielfilm von John Glen. Großbritannien 1985. 130 Minuten, Farbe. * * 135 AFFÄREN - Die flambierte Tigerin: Robert van Ackeren, der mit internationaler Besetzung Walter Serners Roman Die Tigerin verfilmen wollte, wurde vor Drehbeginn vom Produzenten gefeuert. * * 136 SHOW - Operation Sommerloch: Ferien in Hamburg: Fünf Diseusen in einer Hommage a Marlene . * * 137 Nur der verwundbare Mensch ist stark: Hans Krieger über Arno Gruen: Der Verrat am Selbst. Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau Der Psychoanalytiker Arno Gruen, 62, emigrierte 1936 in die USA und war Professor in New Jersey. Seit 1979 lebt er in der Schweiz, wo er eine psychotherapeutische Privatpraxis unterhält. - Hans Krieger, 52, ist Journalist und lebt in München. * * 138 Bestseller * 138 Bestseller * 152 STARS - Größte Rolle: Das Eingeständnis des Filmidols Rock Hudson, er leide an Aids, hat in Amerika die Diskussion um die tödliche Seuche wieder aufleben lassen. * * 158 DIESE WOCHE IM FERNSEHEN * Wissenschaft+Technik 139 RAUMFAHRT - Hinkend ins All: Beim 19. Flug einer US-Raumfähre kam es am Montag letzter Woche zu einem dramatischen Zwischenfall: erstmals fiel während der Startphase ein Triebwerk aus. * * 140 SCHIFFAHRT - Brei im Hirn: Eine britische Crew schickt sich an, das Blaue Band für die schnellste Atlantik-Überquerung zu erringen - mit einem 4000-PS-Monster von Boot. * * Spectrum 153 Die wilden fünfziger Jahre: * * 153 Probleme durch Kleinschreibung: * * 153 Ferientips mit Tücken: * * 153 Taschenrechner aus der Römerzeit: * gutes Exemplar, Einband mit kleinen altersbedingten Spuren

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CICERO, Magazin für politische Kultur, Oktober 2006: Im aktuellen Heft beschäftigt sich Cicero mit Stalin und den Kannibalen,

Sie braucht uns und wir sie! Necla Kelek Die türkische Rechtsanwältin Seyran Ates verteidigt Frauen aus Zwangsehen. Im August hatte sie kurzzeitig ihre Zulassung zurückgegeben, sie war bedroht und angegriffen worden. Die Autorin Necla Kelek S. 66 Weltbühne The Wunderkind Christoph von Marschall Barack Obama gilt als neuer Hoffnungsträger der US-Demokraten obwohl er erst seit zwei Jahren auf der nationalen politischen Bühne steht. Er ist fri - mehr lesen.. S. 16 Daheim beim Kofferbomber Ulrike Hummel Fast wäre es zu einem Blutbad in deutschen Zügen gekommen. Zwei junge Libanesen planten, Hunderte Menschen in die Luft zu sprengen. Einer der mutmaßli - mehr lesen.. S. 20 Die Terrorzelle ist größer Fawaz Zakaria Dschihad Hamad ist im Libanon in Haft. Sein Anwalt hält ihn für das letzte Glied in der Kette des Terrors - mehr lesen.. S. 24 Gewalt ist dem Glauben zuwider Papst Benedikt XVI. Die Regensburger Rede des Papstes erhitzt die Gemüter in der islamischen Welt. Muslime fühlen sich durch seine Mohammed-Äußerungen beleidigt undreagie - mehr lesen.. S. 28 Welt ohne Weltordnung Michael Stürmer Der Libanon-Krieg ist beendet, eine internationale Friedenstruppe zieht ein. Von den Palästinensern kommen versöhnliche Signale und sogar Teheran gibt - mehr lesen.. S. 42 Warum schweigt Europa? Alfred Grosser Lässt sich der Massenmord des stalinistischen Sowjetregimes mit dem Genozid der Nationalsozialisten vergleichen? Und welchen Preis zahlt ein Europa, d - mehr lesen.. S. 46 Wir treiben uns selbst ins Grab Daniel Kehlmann Wie wird Geschichte geschrieben? Bestsellerautor Daniel Kehlmann ( Die Vermessung der Welt ) befragt Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn ( Archipe - mehr lesen.. S. 48 Kapital Laissez-faire funktioniert nicht! Douglass C. North Wirtschaftsnobelpreisträger Douglass C.North geht mit seiner Zunft hartins Gericht: Weil sich die Ökonomen zu sehr an mathematischen Methoden orienti - mehr lesen.. S. 90 Die neue Mitte packt ihre Koffer Eberhard von Koerber SPD-Chef Kurt Beck hat seiner Partei die Kurskorrektur verordnet, sich stärker um die Leistungsträger in der Mitte der Gesellschaft zu bemühen. - mehr lesen.. S. 97 Geiz ist nicht geil! Wendelin Wiedeking Wendelin Wiedeking kritisiert die kurzatmige Renditefixierung der Manager und die Schnäppchenmentalität der Konsumenten. Denn Geiz ist geil heißt ni - mehr lesen.. S. 98 Ich will neue Sicherheit Jürgen Rüttgers Mit seiner Kritik an den Lebenslügen der CDU hat Jürgen Rüttgers die Kanzlerin verärgert und die Leipziger Beschlüsse der Union angegriffen. Dem Fre - mehr lesen.. S. 108 Salon BilderBuchmesse Karin Rocholl Literarische Leistungsschau, intellektueller Streichelzoo, mediale Arena: Alljährlich holt die Frankfurter Buchmesse Autoren aus der Stille der Introspektion auf die Bühne der Selbstdarstellung. Ein a S. 114 Die Cicero-Bestenliste 2006 Verena Auffermann Cicero fragte die wichtigsten deutschen Literaturkritiker, welchen lebenden deutschsprachigen Schriftstellern ihre größte Wertschätzung gilt. Und bat - mehr lesen.. S. 120 Der Hintermann Botho Strauss Auf der Cicero-Bestenliste steht Botho Strauß auf Platz eins. Aus seinem neuesten Werk Mikado hat sich der Maler Neo Rauch fünf Texte ausgesucht u - mehr lesen.. S. 126 Nie wieder Fleisch! Jonathan Safran Foer Der Gammelfleisch-Skandal stellt uns vor existenzielle Fragen: Sind Vegetarier bessere Menschen? Wie beeinflusst meine Nahrung mein Bewusstsein? Eine - mehr lesen.. S. 130 Der alte Mann und der Berg Klaus Harpprecht Die Landschaft spiegelt sich, vermenschlicht sich, denkt sich in mir , schrieb Paul Cezanne einmal. Das Gebirgsmassiv Sainte-Victoire wurde nach Ce - mehr lesen.. S. 134 Kehlmann liest Michael Frayn Daniel Kehlmann Kehlmann liest Michael Frayn - mehr lesen.. S. 140 Der kulturelle Dschihad Wolfram Weimer Sommer 2006, Teheran: Ashraf Kolhari ist 37 Jahre alt. Iranerin. Mutter von vier Kindern und zum Tode verurteilt. Ihr Vergehen: Ehebruch - mehr lesen.. Einband und Buchblock mit Gebrauchsspuren, sonst in Ordnung

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Sieburg, Friedrich: Napoleon. Die hundert Tage. Deutsche Verlags-Anstalt 11.- 20. Tausend 1956 Stuttgart
435S. 8°

Leinen Fadengehefteter Ganzleinenband mit geprägter goldener Deckelvignette. Der Einband und die Schnitte fleckig, Schnitte zudem altersgemäß nachgedunkelt, einige Bleistiftanstreichungen bzw. Randbemerkungen im Text, ansonsten guter Zustand. Friedrich Carl Maria Sieburg (* 18. Mai 1893 in Altena/Sauerland; 19. Juli 1964 in Gärtringen/Württemberg) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Literaturkritiker. Friedrich Sieburg stammte aus einer Kaufmannsfamilie. Er besuchte zunächst das Realgymnasium in Altena, danach ein humanistisches Gymnasium in Düsseldorf. Als 16-Jähriger veröffentlichte er erste Gedichte in den Düsseldorfer Nachrichten. 1912 begann er das Studium der Philosophie, Geschichte, Literatur und Nationalökonomie in Heidelberg. 1919 promovierte Sieburg in Münster in Literaturwissenschaft (Thema: Die Grade der lyrischen Formung. Beiträge zu einer Ästhetik des lyrischen Stils). Zu seinen Universitätslehrern zählten Max Weber und Friedrich Gundolf. Er hatte Verbindung zum George-Kreis. Im Ersten Weltkrieg war er zunächst als Infanterist, ab 1916 als Fliegeroffizier im Einsatz. 1919 bis 1923 lebte Sieburg als freier Schriftsteller in Berlin, war Anhänger der Revolution und schrieb in dieser Zeit vor allem Filmkritiken. Von 1923 an war er, anfangs in loser Form, für die Frankfurter Zeitung in Kopenhagen tätig. Im Mai 1926 wurde er ihr Auslandskorrespondent in Paris. Dort entstand auch sein bekanntestes Buch Gott in Frankreich? (1929). 1930 bis 1932 war er Auslandskorrespondent in London, danach wieder in Paris. 1929 veröffentlichte Sieburg einen Artikel in der jungkonservativen Monatszeitschrift Die Tat, was man als Abkehr von der bürgerlich-liberalen Generallinie bewerten darf, die die Frankfurter Zeitung auszeichnete. 1932 veröffentlichte er auch einige Beiträge in der Täglichen Rundschau, die wie Die Tat von Hans Zehrer geleitet wurde, dessen Hinwirken auf ein Querfrontbündnis zwischen "linken" Nationalsozialisten um Gregor Strasser, Gewerkschaftern und Sozialdemokraten zur Verhinderung eines Reichskanzlers Adolf Hitler von Sieburg unterstützt wurde. In seinem Buch Es werde Deutschland, das er im November 1932 abschloss, das aber erst nach Hitlers Machtübernahme erscheinen konnte, bewegte er sich, wie sein Freund Carl Zuckmayer 1944 in seinem Geheimreport urteilte, auf einer "sehr gefährlichen und ganz verschwommenen Grenze - zwischen Nationalismus, Kritik des liberalen Denkens' und politischer Progressivität". Dazu gehörte allerdings auch die entschiedene Ablehnung des Antisemitismus, weshalb das Buch 1936 verboten wurde. Zwar hatte sich Sieburg in der Kampfschrift Es werde Deutschland parteipolitisch noch nicht festgelegt, bekannte sich in der englischen Übersetzung, die nach der Machtergreifung erschien, aber zum Nationalsozialismus und warb tagespublizistisch im Ausland für das "neue Deutschland", wodurch er sich die Feindschaft der deutschen Emigrantenkreise zuzog. Auf der anderen Seite missbilligte er die Machtergreifung in Briefen an den Verleger Heinrich Simon, für dessen Frankfurter Zeitung er 1932-39 als Auslandskorrespondent in Paris tätig war. Für autoritäre Regime wie in Portugal und Japan fand er in den Büchern Neues Portugal (1937) und Die stählerne Blume (1939) anerkennende Worte. Die 1935 von ihm verfasste Biografie Robespierre kann nur mit Einschränkungen der Inneren Emigration zugerechnet werden. 1939 wurde Sieburg in den deutschen Auswärtigen Dienst berufen. Nach Longerich, der sich auf Max W. Clauss beruft, wurden etwa zwei Dutzend NS-nahe Journalisten im Sommer zu Ribbentrop nach Fuschl am See geholt und dort durch Friedrich Berber, der hier als Chef auftrat, ultimativ zum Auslandseinsatz als NS-Propagandisten aufgefordert. Clauss gibt an, sich verweigert zu haben, während Sieburg, Hans Georg von Studnitz und Karl Megerle sofort zusagten. Sieburg war ab Februar 1940 an der Deutschen Botschaft in Brüssel als "Sonderbeauftragter" des Auswärtigen Amtes tätig. Von 1940 bis 1942 hielt er sich im besetzten Frankreich auf und wurde 1940 Botschaftsrat in Paris.In einer später auch gedruckten Rede im März 1941 France d'hier et de demain vor einer Groupe Collaboration, deren Ziel eben diese Kollaboration mit den Nazis gewesen ist, erklärte Sieburg, er sei durch das Leben in Frankreich "zum Kämpfer und zum Nationalsozialisten erzogen" worden. Nach der NSDAP-Mitgliederkartei stellte er am 9. April 1941 bei der NSDAP-Auslandsorganisation einen Antrag auf Aufnahme in die NSDAP, der am 1. September 1941 bewilligt wurde. Im Fragebogen der französischen Militärregierung gab er nach dem Zweiten Weltkrieg an, nicht Mitglied der NSDAP gewesen zu sein. 1942 kehrte Sieburg nach Deutschland zurück und arbeitete wieder für die Frankfurter Zeitung bis zu ihrem Verbot 1943. Danach wechselte er zur Börsenzeitung und war Ehrenbegleiter von Marschall Henri Philippe Petain. Nach Kriegsende, das er in Bebenhausen miterlebte, wurde Sieburg von der französischen Besatzungsmacht mit einem Publikationsverbot (1945-1948) belegt. Sieburgs Schriften Neues Portugal (1937) und Die rote Arktis (1932) wurden in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. in der Deutschen Demokratischen Republik auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt. 1948 wurde er Mitarbeiter, 1949 auch Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Die Gegenwart. In seinen Büchern über Frankreich distanzierte er sich jetzt stark vom Nationalsozialismus, nahm Abstand von einem deutschen Sonderbewusstsein und pries die moderne französische Literatur. Seit 1956 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig, war er bis zu seinem Tode einer der bedeutendsten Zeit- und Literaturkritiker Deutschlands. Insbesondere Sieburgs meisterhafte Inhaltswiedergaben, in denen er die Kritik souverän vorwegnimmt, und damit jegliche abschließende Argumentation überflüssig macht, gelten als unübertroffen. 1953 ernannte ihn das Land Baden-Württemberg zum Professor. Seit 1956 war er ein ordentliches Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Friedrich Sieburg unterstützte die Adenauer-Regierung, war ein Gegner der Nachkriegsliteratur und kritisierte die Gruppe 47 mehrfach in scharfer bis polemischer Form. Die Kunst wie das Leben beurteilte er als Konservativer anhand des subjektivistischen Maßstabs, der nur das Außergewöhnliche gelten lässt. Von 1963 bis zu seinem Tod 1964 wohnte Sieburg in der Villa Schwalbenhof in Gärtringen. Die Grunddiagnose der mangelnden deutschen Nationalidentität bildete den Hintergrund von Sieburgs literaturkritischer Publizistik. Sein Schaffen verstand sich vorrangig als Beitrag zur nationalen Identitätsstiftung. Es stellt den Versuch dar, mit literarischen Essays und kritischen Rezensionen eine geistige Nationalgeschichte zu entwerfen, Befindlichkeiten auszuloten und auf diese Weise Zeitkritik zu betreiben. Literatur sollte den Deutschen ermöglichen, sich ihrer selbst zu vergewissern; mit ihr als "nationaler Sache" wollte Sieburg die Umrisse des vielschichtigen, schwer zu fassenden Wesens der deutschen Kultur herausarbeiten. Da Deutschland durch den Nationalsozialismus politisch disqualifiziert schien, sollte die Aufbauarbeit, als die man Sieburgs Literaturkritik bis in die 1950er Jahre betrachten muss, nur noch vom "Geistigen" ausgehen. Als geistiges Koordinatensystem für Sieburgs Zeit- und Literaturkritik kann Thomas Manns Deutung des deutschen Nationalcharakters angesehen werden. Das deutsche Verhältnis zur Welt war für Mann "abstrakt und mystisch", gewissermaßen "musikalisch" und gleichzeitig vom hochmütigen Bewusstsein bestimmt, "der Welt an Tiefe überlegen zu sein." Diese Erklärungsmuster, die im Doktor Faustus und der Deutschlandrede zum Ausdruck kamen und den Nationalsozialismus in einen Zusammenhang mit der deutschen Innerlichkeit brachten, bereicherte Sieburg mit spezifisch französischen Elementen. So bezeichnete er die Deutschen im Gegensatz zu den Franzosen nun als ein Volk, das dem Leben gegenüber versage. Sieburgs Wirken als Literat und Literaturkritiker wurde kontrover...

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