London Jack der Seewolf.

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London, Jack (d. i. John Griffith Chaney): Der Seewolf. Roman. Aus dem Amerikanischen von Erwin Magnus. Gesamtausstattung von Juergen Seuss. (= Band 20 der Werkausgabe in 23 Bänden) Büchergilde Gutenberg Erste Aufl. dieser Ausg. 1980 Frankfurt am Main ISBN: 3763224130
306S. 8°

Leinen Fadengehefteter, geprägter Ganzleinenband mit farbigen Vorsatzpapieren und Schutzumschlag. Der Umschlag berieben und leicht angerändert, Kopfschnitt etwas staubgedunkelt, ansonsten rundum guter Zustand. Der Seewolf (englischer Originaltitel The Sea-Wolf) ist ein 1904 erstmals erschienener Roman des amerikanischen Schriftstellers Jack London (1876-1916). Das Buch wurde sogleich zum Bestseller. Der Seewolf erzählt die Geschichte des Schöngeists Humphrey van Weyden, der bei einem Schiffsunglück auf dem Weg von Sausalito nach San Francisco über Bord geht und von dem Robbenschoner "Ghost" gerettet wird. Wolf Larsen, der Kapitän, ein Mann von großer physischer Stärke und Brutalität, terrorisiert die Mannschaft. Zugleich ist er aber auch hochintelligent und hat sich seine eigene Philosophie nach sozial-darwinistischen Grundsätzen geschaffen. Menschen sind für ihn "Stücke eines Gärteigs" ohne Wert, deren Überlebenskampf er gerne zusieht; Streben nach Unsterblichkeit ist sentimentaler Unsinn, Altruismus eine Dummheit, die sich nur jemand leisten kann, der wie van Weyden in Wohlstand hineingeboren wurde. Wolf Larsen spielt mit Humphrey van Weyden, indem er ihn demütigt, als Küchenjungen arbeiten lässt und ihn später, ohne dass er seemännische Kenntnisse hätte, zum Steuermann macht. Van Weyden lernt, sich in dieser Welt zu behaupten und, wie Larsen feststellt, "endlich auf eigenen Füßen zu stehen". In einem Brief vom 5. November 1915 an die Schriftstellerin Mary Austin schrieb London: "Long years ago, at the very beginning of my writing career, I attacked Nietzsche and his super-man idea. This was in The Sea Wolf. Lots of people read The Sea Wolf, no one discovered that it was an attack upon the super-man philosophy" "Vor vielen Jahren, ganz am Anfang meiner Schriftstellerlaufbahn, griff ich Nietzsche und seine Vorstellung vom Übermenschen an. Das war im Seewolf. Viele Leute haben den Seewolf gelesen, keiner hat entdeckt, dass er eine Attacke gegen die Übermensch-Philosophie war." Demnach wäre Wolf Larsen eine Verkörperung des Nietzscheschen Übermenschen, den London im Verlauf der Erzählung als zwar beeindruckend, vor allem aber als niederträchtig darstellt, um ihn am Ende zu demontieren. Larsen scheitert anscheinend daran, dass er für sein übermenschliches Lebenskonzept nicht hart genug ist, aber auch daran, dass ihm Nächstenliebe und die damit verbundene Moral fehlen. Vorbild für die Figur des Wolf Larsen war der amerikanische Kapitän Alexander McLean, den Jack London in der Kneipe Heinold's First and Last Chance in Oakland kennenlernte. Jack London (* 12. Januar 1876 in San Francisco als John Griffith Chaney; 22. November 1916 in Glen Ellen, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist. Er erlangte vor allem Bekanntheit durch seine Abenteuerromane Ruf der Wildnis und Wolfsblut sowie durch den mehrfach verfilmten Abenteuerroman Der Seewolf und den autobiographisch beeinflussten Roman Martin Eden. Diese Werke geben gleichzeitig eine Übersicht über die geographischen Räume, die er kannte: den arktischen Norden Nordamerikas (Klondike) zur Zeit des Goldrausches, Kalifornien und den Pazifik bzw. die Seefahrt auf diesem Ozean. Als erfolgreicher Schriftsteller bekannte London sich in seinen politischen Essays, geprägt durch harte Erfahrungen in der Kindheit, häufig zu den unteren Schichten der Gesellschaft und offen zu einem Sozialismus wenn auch sehr eigener Prägung. Er war bis kurz vor seinem Tod Mitglied der Socialist Party der Vereinigten Staaten und hatte sich 1901 für diese Partei erfolglos um das Amt des Bürgermeisters von Oakland beworben. Sein literarisches Werk wurde international erfolgreich und in zahlreiche Sprachen übersetzt. London wurde in San Francisco als nichteheliches Kind von Flora Wellman (1843-1922), die aus gutbürgerlichem Hause stammte, und dem unstet lebenden Philosophen, Astrologen und Wanderprediger William Henry Chaney (1821-1903) geboren; dieser hatte sich den Beinamen "Professor" gegeben. Chaney bestritt allerdings später dem 21-jährigen London gegenüber auf dessen briefliche Anfrage seine Vaterschaft, da er zeugungsunfähig sei. Londons Biografen gehen heute fast einhellig von Chaneys Vaterschaft aus, eindeutig belegbar ist sie nach Quellenlage nicht. Die Zeitung "San Francisco Chronicle" berichtete am 4. Juni 1875, dass Chaney unter dramatischen Umständen Flora Wellmann, die ebenfalls dem Spiritismus zugeneigt war, aus dem Haus gejagt habe, weil sie einer Abtreibung nicht zustimmen mochte. Daraufhin beging sie einen Selbstmordversuch, indem sie eine Überdosis Opium nahm und sich in die Schläfe schoss; sie konnte jedoch gerettet werden. Am 7. September 1876 heiratete Flora Wellman den aus Pennsylvania stammenden Kriegsveteranen, Zimmermann, zeitweiligen Geschäftsmann und Farmer John London, der sich auch als Verkäufer von Nähmaschinen betätigte. Das Ehepaar zog nach Oakland, wo John London einen Kolonialwarenladen eröffnete. Der Stiefvater erkannte den Jungen als seinen Sohn an, wodurch dieser dessen Nachnamen London erhielt. Die Familie lebte meist in ärmlichen Verhältnissen und zog in den folgenden Jahren innerhalb der San Francisco Bay Area mehrmals um, da John London wiederholt versuchte, auf neuen Grundstücken sein Glück als Farmer zu machen; all diese Versuche scheiterten. 1886 zog die Familie endgültig nach Oakland zurück. John London war zu dieser Zeit weitgehend invalid, und seine Frau sowie der junge Jack London mussten zum Einkommen der Familie beitragen. Er lebte in dieser Zeit meist im Haushalt der ehemaligen Sklavin Virginia Prentiss, die so etwas wie die - von Mutter Flora bezahlte - Ziehmutter des Jungen und eine prägendere Bezugsperson seiner Kindheit als die leibliche Mutter wurde. Beide "Mütter" sollten Jack London überleben. In ihren letzten Lebensjahren lebten die beiden Frauen in einem gemeinsamen Haushalt. Jack London musste bereits als Kind unter anderem als Zeitungsjunge, Helfer in einem Wirtshaus und als Arbeiter in einer Konservenfabrik zum Familieneinkommen beitragen. Mit 13 Jahren verließ London die Highschool und wurde in den Arbeitsalltag eingespannt. Kinderarbeit gab es in den Vereinigten Staaten noch im Jahr 1900 für zwei Millionen Kinder unter 16 Jahren, die Arbeiten auf dem Land oder in Fabriken verrichteten. Gesundheitsschäden waren programmiert. Erst 1905 wurden Gesetze erlassen, die das Elend etwas verringerten. Mit 15 Jahren kaufte er sich von geborgtem Geld ein Schiff, wurde der jüngste Austernpirat in der Bucht von San Francisco und verkaufte seine Ware auf dem Markt von Oakland; das illegale Abernten von Austern zu Handelszwecken genoss in der an Austern reichen Bay Area den Zuspruch der Bevölkerung und wurde von den Behörden meist toleriert. Nachdem sein Schiff von einer mit ihm und seinem Team verfeindeten Gruppe von Austernpiraten angezündet und versenkt worden war, schloss sich London der Fischereipolizei der Bay Area als freiwilliges Mitglied im Kampf gegen illegale chinesische Garnelenfänger und griechische Lachswilderer an; diese Tätigkeit beendete er mit 17 Jahren. Bereits als Kind las er Romane, vor allem aus öffentlichen Bibliotheken. Einer seiner ersten Einflüsse war die englische Schriftstellerin Ouida. Seine große Förderin wurde die später in San Francisco berühmte amerikanische Schriftstellerin Ina Coolbrith, die zu jener Zeit als Bibliothekarin an der Stadtbibliothek von Oakland angestellt war; sie beriet den lese- und bildungshungrigen jungen London bei der Wahl seiner Lektüre, nahm seine Bemühungen um Bildung ernst und ermutigte ihn in seinem Selbststudium. In einem Brief aus dem Jahr 1901 bezeichnet er Coolbrith als die wichtigste geistige Bezugsperson in dieser Zeit seines Lebens und nennt sie seine "Göttin". Nach einiger Zeit auf See, unter anderem als Robbenjäger auf einer Reise nach Japan und als obdachloser Hobo, holte London seinen Highschool-Abschluss nach. 1896/97 studierte er an der Universität von Berkeley, nachdem er die als anspruch...

[SW: Büchergilde Gutenberg | Amerikanische Literatur | Romane | Werkausgaben]

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London, Jack (d. i. John Griffith Chaney): König Alkohol. Roman. Einzige vom Deutschen Originalverlag genehmigte Volksausgabe der Werke von Jack London. Einzig berechtigte Übersetzung von Erwin Magnus. (Sog. "Blaue Gutenbergreihe" der Londonschen Werkausgabe) Büchergilde Gutenberg (Lizenz des Universitas Verlags) Erste Aufl. (Lizenzausgabe) 1926 Berlin
243S. 8°

Leinen Auf der Kreisvertretertagung des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker vom 28. bis 30. August 1924 im Volkshaus zu Leipzig wurde von den anwesenden Vertretern unter dem Vorsitz Bruno Dresslers am 29.08. einstimmig die Gründung der Büchergilde Gutenberg beschlossen. Dies war die Geburtsstunde der mit Abstand ambitioniertesten und progressivsten Buchgemeinschaft auf deutschem Boden. "Bücher voll guten Geistes" in handwerklich einwandfreier Qualität sollten es sein (und waren es), die zunächst von Leipzig und ab 1926 von Berlin aus ihren Weg in die Wohnstuben der Werktätigen, der sogenannten "Kleinen Leute" fand. Vom Tag ihrer Gründung bis zur vorläufigen Zerschlagung durch die Nazis durchlief die Büchergilde eine fulminante Entwicklung. So konnte sie ihre Mitgliederzahlen von Anfangs 1200 Gründungsmitgliedern auf 85.000 im Jahr 1933, dem Jahr der Zwangseingliederung in die DAF steigern und war damit die mit Abstand größte proletarische Buchgemeinschaft der Weimarer Republik. Zum Vergleich: der sozialdemokratische Bücherkreis brachte es auf eine maximale Mitgliederzahl von 45.000. Die Herausgabe der Werke Jack Londons in der Büchergilde war nach der Verpflichtung Travens der nächste "Geniestreich" der Gildenführung. Viele Mitgliederneuaufnahen waren diesem Umstand geschuldet, die Verkaufszahlen der schön gestalteten Bände war entsprechend hoch. Umgekehrt verhalf die Herausgabe der Werke Londons in der Büchergilde diesem zu einer enormen Popularitätssteigerung in Deutschland. Bis zur Zerschlagung der Gilde 1933 erschienen insgesamt 29 Bände der Werkausgabe, das letzte Buch "An der weißen Grenze" im März 1933. Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzleinenband mit reichem Rückenschmuck, Farbkopfschnitt und farbigen Vorsätzen. Der Einband aufgehellt, berieben, lichtrandig und teils fleckig, Deckelvergoldung teils abgeblättert, Vorsatzblatt mit beginnender Lösung aus der Verklebung, die letzten drei Seiten mit diagonalem Knick, Exlibris auf Innendeckel, ansonsten noch gute Erhaltung. John Barleycorn ist in englischsprachigen Ländern eine spöttische, meist verharmlosende Bezeichnung für den Alkohol. Eine gleichnamige Ballade des schottischen Dichters Robert Burns beschreibt, wie die Gerste (engl. barley) als Korn in die Erde gebracht wird und schließlich in verarbeiteter Form als Whisky im Glas landet. Das Gedicht geht auf ein altes Volkslied zurück, das schon im 16. und 17. Jahrhundert nachgewiesen ist. John Barleycorn ist auch der Titel eines 1913 veröffentlichten autobiographischen Romans von Jack London. Der Roman erschien ins Deutsche übersetzt unter dem Originaltitel und unter dem Titel König Alkohol. London benutzt den Namen John Barleycorn als die Personifikation des Alkohols und beschreibt eindringlich, wie sehr ihn die Alkoholabhängigkeit beherrschte und sein Wesen veränderte. 1979 brachte die amerikanische Literaturzeitschrift Atlantic Monthly einen Vorabdruck der Kurzgeschichte von T. C. Boyle mit dem Titel John Barleycorn lives heraus. In dieser setzt sich der Autor in satirischer Erzählweise mit der Geschichte der Prohibition und der Rolle der damals führenden Protagonisten (hier: Carry A. Nation, einer Führerin der Abstinenzbewegung in den USA gegen Ende des 19. Jahrhunderts) auseinander. Ein Album der Jazzrockband Traffic trägt den Titel John Barleycorn Must Die und enthält eine Bearbeitung des Liedes. Eine weitere musikalische Bearbeitung stammt von Jethro Tull und ist auf der CD "A Little Light Music" von 1992 zu finden. Auch die Oldenburger Folkrock-Gruppe Lack of Limits hat auf dem Album "Geigentanz" ein Lied über John Barleycorn, wie auch Subway to Sally ein Lied namens Barleycorn veröffentlicht hat. Weiter hat die Gruppe "Lausitz Blues" mit Igor Flach eine Version mit deutschem Text herausgebracht. Jack London (* 12. Januar 1876 in San Francisco als John Griffith Chaney; 22. November 1916 in Glen Ellen, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist. Er erlangte vor allem Bekanntheit durch seine Abenteuerromane Ruf der Wildnis und Wolfsblut sowie durch den mehrfach verfilmten Abenteuerroman Der Seewolf und den autobiographisch beeinflussten Roman Martin Eden. Diese Werke geben gleichzeitig eine Übersicht über die geographischen Räume, die er kannte: den arktischen Norden Nordamerikas (Klondike) zur Zeit des Goldrausches, Kalifornien und den Pazifik bzw. die Seefahrt auf diesem Ozean. Als erfolgreicher Schriftsteller bekannte London sich in seinen politischen Essays, geprägt durch harte Erfahrungen in der Kindheit, häufig zu den unteren Schichten der Gesellschaft und offen zu einem Sozialismus wenn auch sehr eigener Prägung. Er war bis kurz vor seinem Tod Mitglied der Socialist Party der Vereinigten Staaten und hatte sich 1901 für diese Partei erfolglos um das Amt des Bürgermeisters von Oakland beworben. Sein literarisches Werk wurde international erfolgreich und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Seine Ansichten kommen in verschiedenen seiner Schriften (z. B. Die eiserne Ferse, Martin Eden) zum Tragen. Jack Londons sozialistische Grundhaltung mischt sich dabei auf aus heutiger Sicht, jedoch zeittypische eigenwillige Weise mit sozialdarwinistischen Ansichten. Die arme arbeitende Bevölkerung ist in Londons Weltsicht zwar roh und unkultiviert, in ihrer unbändigen, oft barbarischen Lebenskraft jedoch der dekadenten Ober- und Mittelschicht entschieden überlegen. Im Seewolf tritt diese Thematik besonders deutlich hervor - ein kultivierter, verweichlichter Protagonist trifft auf einen "wilden" (obgleich gebildeten) Menschen. Auch in Ruf der Wildnis und in Wolfsblut tritt dieser Konflikt zwischen Natur und Kultur auf. Hier wählt Jack London das Spannungspaar Wolf - Hund, wobei sich im Wolfsrudel die Vitalität der Natur paart mit der harten Auslese im Kollektiv, gegen die der domestizierte und dadurch dekadent und schwach gewordene Haushund keine Chance hat. Für London stellt dies das Spannungsverhältnis zwischen Natur- und Kulturmensch dar. Eine Problematik, die auch von anderen Schriftstellern um die Wende zum 20. Jahrhundert aufgegriffen wurde. Ein ähnlicher Gegensatz ist beispielsweise auch in Selma Lagerlöfs um diese Zeit veröffentlichtem Roman Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen zu finden, wo sich der Hausgänserich Martin aus seiner ihm vom Menschen anerzogenen Verweichlichung erst lösen und im Schwarm der Wildgänse beweisen muss. Die Betonung der Weisheit des Kollektivs in gleichermaßen sozialistischer wie sozialdarwinistischer Ausprägung - Sichtweisen, die heute oft als sich Ausschließende erscheinen - war um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als geistige Strömung durchaus verbreitet und wurde öffentlich und in Intellektuellenkreisen weltweit diskutiert. Eine eklektizistische Synthese der Ideen Karl Marx', Darwins, Schopenhauers und Nietzsches waren seinerzeit gerade bei Künstlern nicht selten anzutreffen. Sie finden sich in sehr ähnlicher Ausprägung beispielsweise auch bei dem schwedischen Schriftsteller August Strindberg, einem Zeitgenossen Jack Londons, und auch in den Werken Karl Mays.

[SW: Büchergilde Gutenberg 1924-1933 | Amerikanische Literatur | Werkausgaben]

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London, Jack (d. i. John Griffith Chaney): Südseegeschichten. Erzählungen. Einzige vom Deutschen Originalverlag genehmigte Volksausgabe der Werke von Jack London. Einzig berechtigte Übersetzung von Erwin Magnus. (Sog. "Blaue Gutenbergreihe" der Londonschen Werkausgabe) Büchergilde Gutenberg (Lizenz des Universitas Verlags) Erste Aufl. (Lizenzausgabe) 1926 Berlin
255S. 8°

Leinen Auf der Kreisvertretertagung des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker vom 28. bis 30. August 1924 im Volkshaus zu Leipzig wurde von den anwesenden Vertretern unter dem Vorsitz Bruno Dresslers am 29.08. einstimmig die Gründung der Büchergilde Gutenberg beschlossen. Dies war die Geburtsstunde der mit Abstand ambitioniertesten und progressivsten Buchgemeinschaft auf deutschem Boden. "Bücher voll guten Geistes" in handwerklich einwandfreier Qualität sollten es sein (und waren es), die zunächst von Leipzig und ab 1926 von Berlin aus ihren Weg in die Wohnstuben der Werktätigen, der sogenannten "Kleinen Leute" fand. Vom Tag ihrer Gründung bis zur vorläufigen Zerschlagung durch die Nazis durchlief die Büchergilde eine fulminante Entwicklung. So konnte sie ihre Mitgliederzahlen von Anfangs 1200 Gründungsmitgliedern auf 85.000 im Jahr 1933, dem Jahr der Zwangseingliederung in die DAF steigern und war damit die mit Abstand größte proletarische Buchgemeinschaft der Weimarer Republik. Zum Vergleich: der sozialdemokratische Bücherkreis brachte es auf eine maximale Mitgliederzahl von 45.000. Die Herausgabe der Werke Jack Londons in der Büchergilde war nach der Verpflichtung Travens der nächste "Geniestreich" der Gildenführung. Viele Mitgliederneuaufnahen waren diesem Umstand geschuldet, die Verkaufszahlen der schön gestalteten Bände war entsprechend hoch. Umgekehrt verhalf die Herausgabe der Werke Londons in der Büchergilde diesem zu einer enormen Popularitätssteigerung in Deutschland. Bis zur Zerschlagung der Gilde 1933 erschienen insgesamt 29 Bände der Werkausgabe, das letzte Buch "An der weißen Grenze" im März 1933. Fadengehefteter, goldgeprägter Ganzleinenband mit reichem Rückenschmuck, Farbkopfschnitt und farbigen Vorsätzen. Der Einband aufgehellt und berieben, Rückenvergoldung teils abgeblättert, Farbkopfschnitt berieben, Exlibris auf Innendeckel, ansonsten guter Zustand. Jack London (* 12. Januar 1876 in San Francisco als John Griffith Chaney; 22. November 1916 in Glen Ellen, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist. Er erlangte vor allem Bekanntheit durch seine Abenteuerromane Ruf der Wildnis und Wolfsblut sowie durch den mehrfach verfilmten Abenteuerroman Der Seewolf und den autobiographisch beeinflussten Roman Martin Eden. Diese Werke geben gleichzeitig eine Übersicht über die geographischen Räume, die er kannte: den arktischen Norden Nordamerikas (Klondike) zur Zeit des Goldrausches, Kalifornien und den Pazifik bzw. die Seefahrt auf diesem Ozean. Als erfolgreicher Schriftsteller bekannte London sich in seinen politischen Essays, geprägt durch harte Erfahrungen in der Kindheit, häufig zu den unteren Schichten der Gesellschaft und offen zu einem Sozialismus wenn auch sehr eigener Prägung. Er war bis kurz vor seinem Tod Mitglied der Socialist Party der Vereinigten Staaten und hatte sich 1901 für diese Partei erfolglos um das Amt des Bürgermeisters von Oakland beworben. Sein literarisches Werk wurde international erfolgreich und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Seine Ansichten kommen in verschiedenen seiner Schriften (z. B. Die eiserne Ferse, Martin Eden) zum Tragen. Jack Londons sozialistische Grundhaltung mischt sich dabei auf aus heutiger Sicht, jedoch zeittypische eigenwillige Weise mit sozialdarwinistischen Ansichten. Die arme arbeitende Bevölkerung ist in Londons Weltsicht zwar roh und unkultiviert, in ihrer unbändigen, oft barbarischen Lebenskraft jedoch der dekadenten Ober- und Mittelschicht entschieden überlegen. Im Seewolf tritt diese Thematik besonders deutlich hervor - ein kultivierter, verweichlichter Protagonist trifft auf einen "wilden" (obgleich gebildeten) Menschen. Auch in Ruf der Wildnis und in Wolfsblut tritt dieser Konflikt zwischen Natur und Kultur auf. Hier wählt Jack London das Spannungspaar Wolf - Hund, wobei sich im Wolfsrudel die Vitalität der Natur paart mit der harten Auslese im Kollektiv, gegen die der domestizierte und dadurch dekadent und schwach gewordene Haushund keine Chance hat. Für London stellt dies das Spannungsverhältnis zwischen Natur- und Kulturmensch dar. Eine Problematik, die auch von anderen Schriftstellern um die Wende zum 20. Jahrhundert aufgegriffen wurde. Ein ähnlicher Gegensatz ist beispielsweise auch in Selma Lagerlöfs um diese Zeit veröffentlichtem Roman Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen zu finden, wo sich der Hausgänserich Martin aus seiner ihm vom Menschen anerzogenen Verweichlichung erst lösen und im Schwarm der Wildgänse beweisen muss. Die Betonung der Weisheit des Kollektivs in gleichermaßen sozialistischer wie sozialdarwinistischer Ausprägung - Sichtweisen, die heute oft als sich Ausschließende erscheinen - war um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als geistige Strömung durchaus verbreitet und wurde öffentlich und in Intellektuellenkreisen weltweit diskutiert. Eine eklektizistische Synthese der Ideen Karl Marx', Darwins, Schopenhauers und Nietzsches waren seinerzeit gerade bei Künstlern nicht selten anzutreffen. Sie finden sich in sehr ähnlicher Ausprägung beispielsweise auch bei dem schwedischen Schriftsteller August Strindberg, einem Zeitgenossen Jack Londons, und auch in den Werken Karl Mays.

[SW: Büchergilde Gutenberg 1924-1933 | Amerikanische Literatur | Werkausgaben]

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Jack London: Der Seewolf, Das Beste (Leder Rücken Schwarz/Blau) 1993 Stuttgart ISBN: 3870704071
In einem seiner berühmtesten Romane schildert Jack London das Aufeinanderprallen des weltfremden Schriftstellers Humphrey Van Weyden und des Kapitäns Wolf Larsen, dem sich als Übermensch gebärdenden Seewolf.Warnsignale über der Bucht von San Francisco. Aus den Wellen des Meeres wird der über Bord geschleuderte Schriftsteller van Weyden von einem Robbenfänger gerettet. Ein gespenstischer Schoner, die Ghost, ihr absoluter Herrscher, Kapitän Wolf Larsen, der harte Existenzkampf an Bord des Robbenfängers, Stürme, wilde Abenteuer und eine zarte Liebesgeschichte - ausreichend Material für Jack London, um einen der berühmtesten und fesselndsten Schauerromane zu schreiben, der auch heute noch beispielhaft ist für spannende Unterhaltung."Als Sechzehnjähriger lernte London 1893 während der Fahrt auf einem Robbenfänger das Seemannsleben kennen, zehn Jahre später verarbeitete er seine Erfahrungen in diesem Buch. Wolf Larsen, gewissermaßen ein Bindeglied zwischen Melvilles Captain Ahab und Faulkners Thomas. Sutpen, gehört zu Londons eindrucksvollsten Romangestalten." (Kindlers Literatur Lexikon)Jack London wird am 12. Januar 1876 in San Franzisko geboren und wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Er schlägt sich als Fabrikarbeiter, Austernpirat, Landstreicher und Seemann durch, holt das Abitur nach, beginnt zu studieren, geht dann als Goldsucher nach Alaska, lebt monatelang im Elendsviertel von London, gerät als Korrespondent im russisch-japanischen Krieg in Gefangenschaft und bereist die ganze Welt. Am 22. November 1916 setzt der berühmte Schriftsteller auf seiner Farm in Kalifornien seinem zuletzt von Alkohol, Erfolg und Extravaganz geprägten Leben ein Ende.

Halbleder 301S. 15x23x2,5 cm Sehr Guter Zustand; Roman / Historischer

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