Lenz Siegfried Deutschstunde Roman.

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Lenz, Siegfried: Deutschstunde. Roman. Ausstattung Erwin Poell, Heidelberg. Büchergilde Gutenberg (Lizenz des Hoffmann und Campe Verlags) Lizenzausgabe 1970 Frankfurt am Main ISBN: 3763214178
505S. 8°

Leinen Fadengehefteter Ganzleineneinband mit montiertem Rückenschild. Der Rücken etwas lichtgebleicht, Kopfschnitt staubfleckig/gedunkelt, ansonsten gute bis sehr gute Erhaltung. Der Roman Deutschstunde von Siegfried Lenz erschien 1968. Lenz bringt in diesem Werk das zentrale Thema der deutschen Nachkriegsliteratur auf den Punkt: Die Verquickung von Schuld und Pflicht in der Zeit des Nationalsozialismus. Die oft gehörte Entschuldigung, man habe ja nur "seine Pflicht getan", wird hier kritisch durchleuchtet. Formal ist der Roman durch zwei verschiedene Zeitebenen strukturiert: Die erste Ebene ist die Gegenwart des Ich-Erzählers Siggi Jepsen, der sich in einer Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche befindet; die zweite Ebene ist Siggis "Aufsatz", in dem er in Rückblenden seine Geschichte erzählt. Hinzu kommen außerdem gelegentliche Perspektivewechsel durch psychologische Studien über Siggi, die von ihm gelesen und skeptisch kommentiert werden. Siggi Jepsen, Insasse einer Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche, bekommt in einer Deutschstunde das Aufsatzthema "Die Freuden der Pflicht" gestellt und scheitert daran: Er gibt ein leeres Heft ab. Der Grund für sein Scheitern liegt jedoch darin, dass er zu diesem Thema zu viel zu sagen hat - im Arrest, der von ihm freiwillig immer weiter verlängert wird, schreibt Siggi nun über seine Kindheit und Jugend, die gerade unter dem Zeichen der "Pflicht" stand. Siggi Jepsens Vater war nämlich der "nördlichste Polizeiposten Deutschlands" in dem schleswig-holsteinischen Dorf Rugbüll. Jens Ole Jepsen erhält 1943 von der nationalsozialistischen Obrigkeit den Auftrag, gegen den expressionistischen Maler Max Ludwig Nansen (für diese Romanfigur diente Emil Nolde als Vorbild) ein Malverbot auszusprechen und dieses Verbot zu überwachen. Obwohl Jepsen seit seiner Jugend mit Nansen befreundet ist und dieser ihm sogar einmal das Leben gerettet hat, kommen ihm keinerlei Zweifel an seiner Pflicht, diese Anordnungen rigoros zu befolgen. Als er seinen zu dieser Zeit zehnjährigen Sohn Siggi dazu anstiften will, den Maler zu bespitzeln, bringt er ihn damit in einen Gewissenskonflikt, denn Nansens Atelier ist für Siggi wie ein zweites Zuhause. Er beschließt, seinem Vater nicht zu gehorchen, und hilft stattdessen Nansen beim Verstecken von Bildern. Siggis Vater ist von fanatischer Pflichterfüllung angetrieben, weniger von der nationalsozialistischen Ideologie, im Unterschied zu seiner Frau, die, wie gelegentlich zum Ausdruck kommt, vollkommen vom Nationalsozialismus überzeugt ist. Als Siggis Bruder Klaas sich selbst verstümmelt, um nicht weiter Kriegsdienst leisten zu müssen, wird er von seinen Eltern verstoßen - nur mit Glück und der Hilfe von Nansen kann er den Krieg überleben. Selbst nach Kriegsende kommen Jepsen keine Zweifel, im Gegenteil, er beharrt auf der Überzeugung, dass es weiterhin seine Pflicht sei, Nansens Bilder zu vernichten. Hierbei kommen ihm gelegentliche Anflüge des "zweiten Gesichts" zuhilfe - dadurch kann er das Versteck in der alten Mühle, in der Siggi einige von Nansens Bildern aufbewahrte, entdecken und in Brand setzen. Siggi steigert sich nun in einen Wahn hinein, Nansens Bilder vor seinem Vater "retten" zu müssen. Er wird so zum Kunstdieb, was schließlich zu seiner Verhaftung und der Einlieferung in die Besserungsanstalt führt. Im Zentrum der Personenkonstellation steht der Ich-Erzähler Siggi Jepsen. Im Wesentlichen bilden sich um ihn herum zwei Parteien aus. Zum Einen die Mitglieder der Familie Jepsen, vor allem sein Vater Jens Ole Jepsen, seine Mutter Gudrun Jepsen, sein Bruder Klaas und seine Schwester Hilke. Die andere Partei bildet der Maler Max Ludwig Nansen sowie dessen Familie. Siggi Jepsen Von ihm wird durch seine Eltern strenger willensloser Gehorsam gefordert, diesem kann er aber aus seinem eigenen Wesen heraus nicht nachkommen. Deswegen kommt es dazu, dass seine Eltern Jens und Gudrun Jepsen psychischen sowie physischen Druck auf ihn ausüben, um dies zu erreichen. Im Laufe der Erzählung wird deutlich, dass er sich zu dem Maler Max Ludwig Nansen wesentlich mehr hingezogen fühlt als zu seinen Eltern. Dort erfährt er Liebe und Geborgenheit. Nach Ende des Krieges bildet er einen so genannten "Tick" aus, laut der Psychologen im Buch, eine gerichtete Obsession und halluzinatorische Abwehrreaktion. Außerdem hat er höllische Angst vor seinem Vater. Letztendlich wird er von seinen Eltern verstoßen und findet einzig allein Zuwendung bei dem Maler und seiner älteren Schwester Hilke.

[SW: Büchergilde Gutenberg | Deutsche Literatur | Roman | Siegfried Lenz]

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Lenz, Siegfried: Das Vorbild, Ex Libris Buchclub 1975 Zürich
526S. 8°

Leinen Buch in gutem Zustand mit nur minimalen Gebrauchsspuren. Der Schutzumschlag ist etwas angegilbt und leicht berieben. Beigefügt ist ein Zeitschriften-Interview Peter Meiers mit Siegfried Lenz aus dem Jahr 1975. Siegfried Lenz (* 17. März 1926 in Lyck, Ostpreußen) ist einer der bekanntesten deutschsprachigen Erzähler der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Zum Roman Drei erfahrene Pädagogen, eine Frau und zwei Männer, verschiedenen Alters, verschiedener Herkunft, alle auf ihre Weise offen, liberal, fortschrittlich, sind beauftragt, ein neues deutsches Lesebuch zusammenzustellen und herauszugeben. "Lebensbilder -Vorbilder" heisst ein Kapitel, über das sie sich noch zu einigen haben. Sie treffen sich in Hamburg zu einer Arbeitskonferenz. Jeder mit einem Vorschlag und der Hoffnung, ihn durchzubringen. Das Vorhaben misslingt. Kein Vorschlag vermag vor dem Urteil und den Vorstellungen der beiden andern zu bestehen. Das liege, meint der junge, politisch links stehende Janpeter Heller, am Thema, an der unmöglichen Aufgabe, an dem autoritätsfixierten Verlangen, jungen Menschen einen pädagogischen Koloss vor die Nase zu setzen. Liegt es daran? Die pädagogischen Erörterungen der drei sind höchst interessant und amüsant. Und doch stehen nicht sie im Mittelpunkt des Romans, sondern die drei Pädagogen selber, die sie prägenden Erlebnisse und Schicksale, die am Rande der Arbeitskonferenz sichtbar werden. Zum Beispiel die Frage, warum der Sohn des älteren Pädagogen wenige Tage nach erfolgreich bestandener Matur Selbstmord begangen hat. Und im Mittelpunkt steht ferner die Entdeckung einer Frau, einer Aussenseiterin, die für alle drei die Vorstellungen dessen, was ein Vorbild heute sein kann, erfüllt. Anstelle von Literatur entsteht Leben. Lenz gestaltet das grossartig. Pressestimmen "Der Roman lebt vom entlarvenden, aussagekräftigen Dialog: Üppig wucherndes Intellektuellengerede, in einzelnen Fällen - wenn der linksaussen stehende revolutionäre Studienrat spricht - ironisch durchsetzt mit dem pseudosoziologischen Jargon eines emanzipatorisch-antiautoritären Erziehungs-Blabla, wechselt mit kristallklaren, messerscharf geschliffenen Streitgesprächen, die den Fragen nach der Situation und der Wahrheit des Menschen in unserer Zeit auf den letzten Grund gehen. Beklemmend echt das Atmosphärische: Die verstaubte Pension im novembergrauen Hamburg, Sinnbild der inneren Düsterkeit, der unbefriedigten Spannung ewig suchender, ständig fragender Menschen unserer Zeit, die sich zu sich selbst finden wollen. Einmal mehr erweist sich der Autor der "Deutschstunde" als einer der bedeutendsten Romanciers, oder besser gesagt, Moralisten der Gegenwartsliteratur." "Bestsellererfolg ist dem leicht lesbaren, bei aller Weitschweifigkeit straff konstruierten Roman sicher, dessen Figuren nicht nur Geschichten erzählen, sondern selbst Romanfiguren werden, in denen sich die Fragwürdigkeit unserer Gegenwart spiegelt." "Die Lektüre dieses Buches: eine durchaus lohnende Deutschstunde!"

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Lenz, Siegfried/Brandenburg, Andre: Siegfried Lenz 'Deutschstunde' Kommentare, Diskussionsaspekte und Anregungen für produktionsorientiertes Lesen - Blickpunkt, Text im Unterricht, BEYER, Januar 2006 ISBN: 3888055121
An Siegfried Lenz scheiden sich immer noch viele Geister. Für die einen zählt er mit Böll und Grass zu den drei bedeutendsten Schriftstellern der deutschen Nachkriegsliteratur, für die anderen ist er ein provinzieller Geschichtenerzähler. Lenz hat sich seinen (guten) Namen erarbeitet; ein Mann der Schlagzeilen ist er nie geworden. Er hat nichts wirklich Spektakuläres veröffentlicht. Seine Deutschstunde war zwar so etwas wie ein Bestseller, alles in allem jedoch, so kann man sagen, hält sich Lenz eher im Hintergrund auf und überzeugt seine Leser mit Büchern, die er auf einem gleichbleibend hohen Niveau in ziemlicher Beständigkeit schreibt. Im vergangenen Jahr ist er siebzig Jahre alt geworden. Heute, beinahe drei Jahrzehnte nach dem Erscheinen der Deutschstunde, greift der Leser gern wieder einmal zurück auf die frühen Romane (Es waren Habichte in der Luft, Der Mann im Strom oder Duell mit dem Schatten), mit denen Siegfried Lenz seine Schriftsteller-Laufbahn begründete. Anderes, weitaus Jüngeres aus seinem Werk steht gewichtig daneben (Die Klangprobe, Die Auflehnung), das sich aber nicht so recht behaupten kann. Nach wie vor ist die Deutschstunde Pflichtlektüre im Kanon moderner deutschsprachiger Literatur der Oberstufe. Vielleicht nicht mehr ganz so häufig und selbstverständlich wie noch in den Siebzigern; auch weniger oft als Grass' Die Blechtrommel oder Frischs Homo faber. Unterrichtende, die ihre Schülerinnen und Schüler mit dem Roman von Siegfried Lenz konfrontieren, haben unsere volle Zustimmung. Uns erscheint der Roman nach wie vor sehr lesenswert und in seiner Thematik aktuell. Mit den für den Lernenden (und Unterrichtenden) arrangierten Materialien dieses BLICKPUNKT-Bandes wollen wir helfen, die Deutschstunde facettenreich, dennoch ökonomisch, zugleich aber auch wissenschaftsorientiert und lesernah anzugehen. Das Arrangement unseres BLICKPUNKT-Bandes unterscheidet sich deshalb von anderen Lernhilfen zu diesem Roman durch einen überwiegend impulsgebenden Charakter.

NEUBUCH! 2. Aufl. 2006. 57 S. 16,5 cm 165 mm x 116 mm x 3 mm 3 Skizz., Tab.; Blickpunkt, Text im Unterricht Bd.512

[SW: Lenz, Siegfried; Unterrichtsmaterialien, Deutschstunde (Lenz)]

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Siegfried Lenz: Deutschstunde, Bertelsmann, 1968.
Der Roman Deutschstunde von Siegfried Lenz erschien 1968. Lenz bringt in diesem Werk das zentrale Thema der deutschen Nachkriegsliteratur auf den Punkt- Die Verquickung von Schuld und Pflicht in der Zeit des Nationalsozialismus. Die oft gehörte Entschuldigung, man habe ja nur seine Pflicht getan , wird hier kritisch durchleuchtet. Cover etwas berieben, Schnittfläche mit Fleck, sonst altersggemäß gut erhalten, ohne SU -

478 Buch, Hardcover

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