Koestler Sonnenfinsternis

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Koestler, Arthur: Sonnenfinsternis. Titel der englischen Originalausgabe "Darkness At Noon", 1940. Erste Ausgabe in Deutscher Sprache, London 1946. (=Bürgers Taschenbücher Nr. 5) Alfons Bürger Verlag (Lizenz des Behrendt Verlages Karl M. Fraas, Stuttgart) Lizenzausgabe Ohne Jahresangabe ( Um 1948) Ohne Ortsangabe (Baden Baden)
170S. 8°

Taschenbuch Illustrierte englische Broschur mit illustriertem Schutzumschlag. Der Umschlag berieben angerändert, leseknickig und mit kleinem Einriss am oberen Rückenrand, der Einband leicht knickig, das holzhaltige Papier allg. deutlich nachgedunkelt, einige Seiten mit dezentem Knick der oberen Ecke, insgesamt guter bis befriedigender Zustand dieser seltenen Ausgabe von Koestlers berühmtem Roman. Sonnenfinsternis (engl. Titel: Darkness at Noon), der bekannteste Roman von Arthur Koestler, spielt in der Zeit der Stalinschen Säuberungen in den 1930er Jahren. Der Autor thematisiert die Unterwerfung und Selbstverleugnung alter Revolutionäre, die "Verbrechen" gestanden, die sie nicht begangen hatten. Mit der Veröffentlichung des Buchs im Jahr 1940 brach Koestler mit dem Kommunismus. In der Folge wurde das Buch von französischen Kommunisten bekämpft. Im Mittelpunkt des Romans steht die Geschichte N. S. Rubaschows, der wegen angeblicher konterrevolutionärer Verbrechen in die Mühlen der stalinistischen Geheimpolizei gerät. Durch einen komplexen Prozess, zu dem intellektuelle Argumentationen, eine milde Form von physischer Folter und moralische Reflexionen gehören, wird Rubaschow Stück für Stück dazu gebracht, öffentlich zu gestehen, dass er mehrere Verbrechen gegen den Staat begangen habe. Den Entschluss zu diesen Geständnissen fasst er, weil er immer noch hofft, damit den Idealen der Revolution zu dienen; seine Überlegungen haben ihn außerdem zu dem Ergebnis geführt, er habe mit seinem Verhalten bei den Leuten, die ihm nahestanden, Leid und Qualen verursacht. Die Personen in dem Buch haben russische Namen, Russland und die Sowjetunion werden jedoch in dem Buch nicht als die Orte der Handlung genannt. Es wurde darüber spekuliert, ob Koestler als Vorbilder für die Figur des Rubaschow die Lebensgeschichten von Karl Radek und Nikolai Bucharin herangezogen hat. Man kann jedoch davon ausgehen, dass Koestler vor allem eigene Erlebnisse verarbeitet hat. Er setzt Erfahrungen um, die er als Gefangener der Falangisten im Spanischen Bürgerkrieg sammeln musste. Koestler veröffentlichte seinen Roman in einer Zeit, in der die meisten seiner ehemaligen Genossen aus KPD und Schutzverband der deutschen Schriftsteller (SDS) die Untaten des stalinschen Regimes nicht wahrhaben wollten. Viele Vertreter der Linken in Europa und Amerika gingen davon aus, dass bei den Moskauer Prozessen das Recht auf Seiten der sowjetischen Ankläger liege. In dieser Richtung äußerte sich Bertolt Brecht in seinen Schriften zur Politik und Gesellschaft, ebenso auch Robert Havemann. Havemann bekam den Roman 1945 von einem amerikanischen Offizier geliehen, nachdem er der Todeszelle der Nazis entronnen war, und konnte darin nur klassenfeindliche Propaganda erkennen. Es wurde jedoch bald klar, dass Koestler sich bei der Abfassung des Romans an tatsächlichen Geschehnissen orientiert hatte, und im Laufe der Zeit wurde sein Roman in über 30 Sprachen übersetzt. Besonders großes Aufsehen erregte die 1946 erschienene französische Ausgabe Le Zero et l'Infini, die über 400.000-mal verkauft wurde und die Kommunistische Partei Frankreichs zu verzweifelten Gegenmaßnahmen veranlasste. So kauften sie anfangs alle verfügbaren Exemplare auf und beseitigten diese. Die deutsche Urfassung von Sonnenfinsternis ist verlorengegangen, sodass die deutschsprachigen Ausgaben des Buches Rückübersetzungen aus dem Englischen darstellen. Arthur Koestler, CBE (* 5. September 1905 in Budapest, Österreich-Ungarn; 3. März 1983 in London) war ein deutschsprachiger Schriftsteller. Er schrieb vorwiegend auf Deutsch und Englisch, vereinzelt auch auf Französisch und Ungarisch. Seine Zeitgenossen sahen ihn als bedeutendsten Renegaten der Kommunistischen Partei, der er sieben Jahre lang angehörte. Koestler war der Sohn eines deutschsprachigen jüdischen Industriellen und erlebte in Ungarn das Ende der Habsburgermonarchie, sowie die kommunistische Revolution unter Bela Kun. Während der rumänischen Besetzung von Budapest im Jahr 1919 zog er mit seiner Familie nach Wien und studierte dort ab 1922 Ingenieurwissenschaften, parallel dazu aber auch Philosophie und Literaturwissenschaft. Mitte der zwanziger Jahre begeisterte er sich für den Zionismus, dem er einen radikalen Bruch mit der Geschichte des europäischen Judentums zutraute. Er brach das Studium kurz vor dem Examen ab und ging 1926 nach Palästina, wo er aber Schwierigkeiten hatte, sich in den oft eintönigen Kibbuz-Alltag zu integrieren. Von dort aus schickte er Reportagen an den Ullstein Verlag in Berlin, die in dessen Vossischer Zeitung veröffentlicht wurden. 1930 zog er nach Berlin, wo er stellvertretender Chefredakteur der B.Z. am Mittag wurde und als außenpolitischer Redakteur arbeitete. In dieser Eigenschaft überflog er 1931 mit dem Luftschiff Graf Zeppelin den Nordpol. Im selben Jahr, noch während er für den liberalen Ullstein-Verlag arbeitete, trat er der KPD bei, ohne es bekanntzugeben. 1932/33 bereiste er die Sowjetunion, wobei es in Aschchabad, der Hauptstadt Turkmenistans, zu einer zufälligen Begegnung mit Langston Hughes kam. Koestler nahm die katastrophalen Zustände in der Sowjetunion zwar wahr (es herrschte gerade eine Hungersnot, die Millionen von Opfern forderte); er blieb aber zunächst dem Kommunismus verbunden, da er die Verhältnisse, die er beobachtete, noch als unvermeidliche "Nachwehen" der Revolution ansah und auf eine Verbesserung hoffte. Von 1934 bis 1936 arbeitete er für den von Sandor Rado in Paris herausgegebenen Pressedienst Inpress. 1937, während des Spanischen Bürgerkriegs, ging Koestler als Kriegsberichterstatter nach Spanien, wo er von den Truppen Francos gefangengenommen und als Spion zum Tode verurteilt wurde. Die Briten erreichten jedoch auf dem Wege eines Gefangenenaustauschs seine Freilassung. Diese Erlebnisse hat er in seinem Spanischen Testament literarisch verarbeitet. Unter dem Eindruck der großen stalinistischen Säuberungen und Schauprozesse wandte sich Koestler 1937/38 vom Kommunismus ab. Mit Willi Münzenberg gründete er 1938 die antifaschistische und antistalinistische Zeitschrift Die Zukunft. Seine Abrechnung mit dem Kommunismus vollzog er in dem Buch Sonnenfinsternis (englischer Titel Darkness at Noon), das 1940 in England erschien und ein internationaler Bestseller wurde. Die Hauptfigur dieses Romans, inspiriert von alten Bolschewiki wie Nikolai Bucharin und Karl Radek, die Opfer der Moskauer Prozesse wurden, personifiziert die willenlose Unterwerfung des Individuums unter eine mörderische politische Maschinerie. Gleichzeitig brachte Koestler unter dem Titel Der Yogi und der Kommissar Essays heraus, die die Inhumanität der kommunistischen Partei der Sowjetunion und des Moskauer Regimes bloßlegen sollten. 1939/1940 im französischen Lager Le Vernet interniert, lebte und arbeitete Arthur Koestler ab 1940 in England. Er freundete sich dort mit George Orwell an, der in mancher Hinsicht eine ähnliche Entwicklung hinter sich hatte. Koestler war zunächst als Journalist für die News Chronicle tätig, schrieb später für zahlreiche englische und amerikanische Zeitschriften. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Frankreich zurück und verkehrte unter den Linksintellektuellen um Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre. In Beauvoirs Schlüsselroman Die Mandarins von Paris wird eine Figur, nämlich Scriassine, mit Koestler identifiziert. Weitere Erfolge Koestlers als Romanautor waren der Spartacus-Roman Die Gladiatoren (1939) und Gottes Thron steht leer (1951). Ab 1954, mit etwa fünfzig Jahren, wandte er sich von der Belletristik und der Politik ab und naturwissenschaftlichen und parapsychologischen Themen zu. 1959 erschien Die Nachtwandler, eine Geschichte der Astronomie, die sich auf den Übergang vom geozentrischen zum heliozentrischen Weltbild konzentriert. 1960 veröffentlichte Koestler The Lotus and the Robot (auf Deutsch 1961 unter dem Titel Von Heiligen und Automaten), in dem er sich mit östlichen Weisheitslehren beschäftigt. Kritik erfahren darin west...

[SW: Englische/Deutsche Literatur | Roman | Sowjetische Säuberungsprozesse der Dreissigerjahre | Besondere/ seltene Ausgaben | Bürgers Taschenbücher]

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Belletristik - Koestler, Arthur: Sonnenfinsternis. [Stuttgarter Hausbücherei Bd. 1]. Stuttgart: Behrendt, 1948.
- Nachkriegsausgabe - Einband mit Knickspuren und bestoßenen Ecken, Buchrücken beschabt mit Fehlstellen oben und unten; innen gebräunt und gering fleckig. Insgesamt ist das Buch in altersgemäß gutem Zustand. - Koestler, Arthur: Engl. Schriftsteller und Journalist österreichisch-ungar. Herkunft; lebte bis 1941 u.a. in Palästina, der Sowjetunion, Frankreich und Spanien; engl. Staatsbürger (Personennormdatei der Deutschen Nationalbibliothek). Zum Werk: Seine [Koestlers] Abrechnung mit dem Kommunismus vollzog er in dem Buch Sonnenfinsternis (englischer Titel Darkness at Noon), das 1940 in England erschien und ein internationaler Bestseller wurde. (Wikipedia vom 22.11.10)

1.-25. Tausend. 235 S.; 21 x 14,5 cm; Softcover, Einbandentwurf von W. Vogel, Stuttgart.

[SW: Stalinismus]

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Von Christian Buckard. Arthur Koestler. Ein extremes Leben.

München 2004. "Der liebe Gott weiß alles, Arthur Koestler weiß alles besser." (Albert Einstein). Ohne Übertreibung kann man Arthur Koestler (1905-1983) als den vielseitigsten und engagiertesten Schrifststeller des 20. Jahrhunderts bezeichnen. Als Journalist und Bestsellerautor ("Sonnenfinsternis"), als politischer Aktivist und im Privatleben hat er wie kein Zweiter Grenzen und Extreme ausgelotet. Christian Buckard erzählt das waghalsige und grenzenlos neugierige Leben Arthur Koestlers von seiner Kindheit in Budapest bis zu seiner Selbsttötung im Londoner Exil. Es gelingt ihm eine farbige Darstellung, die verständlich macht, welche Hoffnungen und Ideale dieses Leben im Jahrhundert der Extreme geprägt haben. 424 S., 34 Abb., geb. Früher 24,90 EUR jetzt nur noch

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Koestler, Arthur: Sonnensinsternis. Lizenzaufl. Alfons Bürger Verlag, [1946].
(= Bürgers Taschenbücher Nr. 5). - "Die vorliegende Taschenbuchausgabe von 'Sonnenfinsternis' soll dazu dienen, breiten Schichten des Volkes die Augen zu öffnen über das Wesen und den Charakter der bolschewistischen Diktatur. 'Darness at Noon' - so lautet der englische Titel - erschien 1941 und gilt heute noch auf der ganzen Welt als leidenschaftlichste Auseinandersetzung mit der östlichen Form der Diktatur, die Koestler als ehemaliger Kommunist mit untrüglichem Verstand durchschaut hat." (Klappentext) - Etwas bestossen u. papierbedingt stark gebräunt; Einbandrückseite leicht fleckig, sonst gut.

4 Bll., 170 S., 3 Bll., 8°, Taschenbuch mit Leinenrücken

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