Klepper Jochen Vater
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Friedrich Wilhelm I. v. Preußen; Klepperer, Jochen (Hrsg.): In Tormentis Pinxit. Briefe und Bilder des Soldatenkönigs. Mit einem Frontispiz (Selbstbildnis) und zahlreichen Abbildungen auf Tafeln. Herausgegeben von Jochen Klepper. Erstausgabe. Deutsche Verlagsanstalt Erste Aufl. 1938 Stuttgart
131S. 8°
Leinen Faddengehefteter, geprägter Ganzleineneinband mit Farbkopfschnitt. Der Einband berieben und mit einem 1,5cm lagem Einriss am oberen vorderen Gelenk, die ersten fünf Seiten mit Knick, ansonsten noch guter Zustand. Gesetzt in Fraktur, Buchdruck im Bleisatz. Friedrich Wilhelm I., König in Preußen und Markgraf von Brandenburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches (* 14. August 1688 in Berlin; 31. Mai 1740 in Potsdam), aus dem Haus Hohenzollern, bekannt als Soldatenkönig, regierte Preußen von 1713 bis 1740. Friedrich Wilhelm richtete sein Augenmerk auf den Aufbau Preußens als unabhängige Militärmacht und Merkantilstaat, schuf ein umfassendes Staatsfinanzwesen und führte straffe Sparmaßnahmen am preußischen Hofe ein. Aufgrund seiner umfangreichen Reformen wurde er als Preußens größter innerer König bezeichnet. Insgesamt gesehen war er ein Mensch mit Widersprüchen. Einerseits ein friedliebender Monarch, andererseits ein heilloser Militarist, er war schreckenverbreitend, misstrauisch, brutal, geizig und liebevoll, entgegenkommend, ehrlich und großzügig. Er war ein Despot a la russe und ein tief religiöser, gottesfürchtiger Mensch. Er selbst schien die Widersprüche zu erkennen. Jedenfalls erklärte bzw. entschuldigte er sie: "Mein ganzes Leben hindurch fand ich mich genötigt, zwei Leidenschaften anzuhängen, die ich nicht [sic!] hatte: eine war ungereimter Geiz und die andere eine ausschweifende Neigung für große Soldaten. Nur wegen dieser so sehr in die Augen fallenden Schwachheiten vergönnte man mir das Einsammeln eines großen Schatzes und die Errichtung einer starken Armee. Beide sind da, nun bedarf mein Nachfolger weiter keiner Maske." Völlig untypisch für diese Zeit legte er größten Wert auf Sauberkeit und Hygiene, um ansteckenden Krankheiten zu entgehen. Er hegte eine tiefe Abneigung gegen diplomatische Konventionen und höfische Etikette, was sich auf seinem Regierungsstil auswirkte. Sein Bildungsstand stand auf tiefem Niveau, so beherrschte er, obwohl zweisprachig aufgewachsen, weder das Deutsche noch das Französische korrekt und schrieb phonetisch. Bewunderung zeigte der König für das musikalische Werk Georg Friedrich Händels. In seinen letzten Lebensjahren widmete sich der kranke Monarch der Malerei. Seine Werke, von den Hofmalern vorskizziert, entstanden hauptsächlich auf Schloss Kossenblatt bei Fürstenwalde und in (Königs) Wusterhausen, als Selbstbeschäftigung. Er bevorzugte einfache Hausmannskost wie Weißkohl mit Schweinebauch, grüne Erbsen mit Hammelkarbonade, Rindsmaul mit Rindsfüßen. Diese Ernährung war seiner Gesundheit allerdings nicht zuträglich. Zu seinem privaten Vergnügen suchte der König regelmäßig ein Tabakskollegium auf, das aus acht bis zwölf abendlichen Mitzechern bestand, die einen rauen Ton pflegten. Mit dabei war Professor Jacob Paul von Gundling (1673-1731), ein Hausgelehrter und Berater des Königs. Gundling zeigte eine Veranlagung zur überheblichen Eitelkeit des Gelehrten und einen starken Hang zum Alkoholismus, verbunden mit Unreinlichkeit. Das machte ihn zur willkommenen Zielscheibe der ausgeprägten Spottlust Friedrich Wilhelms I. und der Teilnehmer des Tabakskollegiums. Gundling ließ es durch sein Verhalten zu, zum Hanswurst gemacht zu werden. Schon die Zeitgenossen und spätere Gelehrtengenerationen sahen darin eine generelle Verachtung der Wissenschaften durch Friedrich Wilhelm I., so ließ ihn der König in einem Weinfass auf dem Bornstedter Friedhof begraben. Abweichend von den Sitten seiner Zeit unterhielt der König keine Mätressen. In seiner Instruktion an den Nachfolger von 1722 benannte er seine Prämissen für einen Herrscher: "keine Metressen, es beßer zu Nennen Huhren, haben und ein Gottsehliches lehben führen; diße Regenten wierdt Gott mit allen weldt- und geistsehgen beschütten ( ) nicht Sauffen und freßen davon ein unzügtiges leben herr kommet, ( ) und auch nicht zugehben das in seine Lender und Prowincen keine Komedien, Operas, Ballettes, Masckeradhen, Redutten gehalten werden." - Friedrich Wilhelm Jochen Klepper (* 22. März 1903 in Beuthen an der Oder; 11. Dezember 1942 in Berlin) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und einer der bedeutendsten geistlichen Liederdichter des 20. Jahrhunderts. Jochen Klepper wurde als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Er besuchte das Gymnasium in Glogau und studierte dann zunächst Evangelische Theologie in Erlangen und Breslau. Rudolf Hermann brachte ihm Martin Luther nahe und wurde sein väterlicher Freund. Wegen seines labilen Gesundheitszustandes verzichtete er jedoch darauf, Pfarrer zu werden. Er begann, beim Evangelischen Presseverband für Schlesien in Breslau unter Leitung von Kurt Ihlenfeld als Journalist zu arbeiten. Währenddessen belastete ihn ein Konflikt mit seinem Vater schwer. Am 28. März 1931 heiratete er die um 13 Jahre ältere jüdische Rechtsanwaltswitwe Johanna Stein geb. Gerstel, die ihn bei der Realisierung seines Zieles einer Betätigung als freier Schriftsteller unterstützte. Sie brachte ihre Töchter Brigitte und Renate mit in die Ehe. Klepper leistete erfolgreiche Pressearbeit und bemühte sich um ein anspruchsvolles Rundfunkprogramm. Im Herbst 1932 zog die Familie nach Berlin; Jochen Klepper fand eine Anstellung beim Berliner Rundfunk, sein Vorgesetzter dort war der Schriftsteller und Filmregisseur Harald Braun. Sein erster Roman, Der Kahn der fröhlichen Leute, der das Leben an und auf der Oder beschreibt, wurde bei der DVA angenommen und 1933 veröffentlicht. Er gilt als anspruchsvolle Heimatdichtung. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Januar 1933 begann die Gleichschaltung des Rundfunks. Da Klepper bis zum Oktober 1932 Mitglied der SPD gewesen war, wurde er Mitte 1933 aus Rundfunk und Verlag entlassen. Er hatte seinerzeit im Vorwärts eine Reihe von Reportagen zum Leben der Kinder 1932 geschrieben. Zu dieser Zeit lebte Klepper im Berliner Ortsteil Südende, wo sich heute der Jochen-Klepper-Park mit einem Gedenkstein befindet. Im Juli 1933 erhielt er eine Stelle im Redaktionsbüro einer Funkzeitschrift. Mit Datum vom 24. Februar 1934 konnte er seine Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer erreichen. Da Johanna und ihre beiden Töchter nach Definition der Nürnberger Rassegesetze Jüdinnen waren, geriet die Familie zunehmend unter Druck. Jochen Klepper sah in der wachsenden Judenfeindlichkeit Frevel an Gott. Er verfolgte das Zeitgeschehen und auch den Weg der Evangelischen Kirche zwischen Anpassung und Bekennender Kirche mit großer Anteilnahme und Sorge. Seit 1933 stellte er seinen Tagebuchaufzeichnungen die Herrnhuter Losungen der Brüdergemeine voran und lebte viel bewusster mit dem Bedenken des Wortes Gottes. Im Oktober 1934 besuchte er seinen sterbenden Vater in Beuthen. Drei Jahre lang arbeitete er im Verborgenen an seinem neuen Roman Der Vater. In diesem Roman bearbeitete er nicht nur anhand des Konflikts zwischen dem preußischen Soldatenkönig, Friedrich Wilhelm I., und dessen Sohn Friedrich II. dem Großen seinen eigenen Vater-Sohn-Konflikt, sondern entwirft im Bild eines Königs, der in allem nach Gott fragt und sich als "ersten Diener im Staat" begreift, das Gegenbild zum Führerkult des Nationalsozialismus. Der Roman erschien im Februar 1937 im Buchhandel und wurde ein Verkaufsschlager, besonders in preußisch gesinnten Kreisen; er wurde Pflichtlektüre für Offiziere der Wehrmacht. Andererseits erfolgte kurz nach Erscheinen des Romans am 25. März 1937 der Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer, was einem Berufsverbot und Arbeitslosigkeit gleichkam. Klepper erwog die Flucht ins Ausland, konnte sich aber nicht dazu überwinden. Per Ausnahmegenehmigung konnte er 1938 den Gedichtband Kyrie herausgeben. Jochen Klepper liebte die Stadt Berlin, Naturerleben, eine gepflegte Häuslichkeit, Blumen und Musik; er pflegte Freundschaften. Er litt darunter, keine leiblichen Kinder zu haben, war oft schwermütig. Am 18. Dezember 1938 ließ sich Johanna Klepper in der Martin-Luther-Gedächtniskirche, Berlin-Mariendorf ...
[SW: Deutsche Literatur | Biografien, Briefe, Bilder | "Soldatenkönig" | Jochen Klepperer | Illustrierte Bücher | Erstausgaben]
Jonas ,Ilse: Jochen Klepper -Dichter und Zeuge ( Ein Lebensbild gestaltet von Ilse Jonas ) Berlin Evangelische Verlagsanstalt 1968 ; fester Einband / hard cover; Schutzumschlag / dust cover
Gut
Evangelische Verlagsanstalt , Berlin , 1968 -2. Aufl., E157 S. m. 20 Fotos , w. Lwdb. m. schw. Schr., schw. O.schumschl m. farb. Schr., Frontospiz - mont. Porträt J. Klepper , Gr: 19,5 x 12,5 , g. Exempl. z. Inhalt : I. HERKUNFT UND WERDEN ( Das Elternhaus ; Der Schüler ; Der Student ; Auf neuen Wegen ; Die Heirat ; Unterwegs nach einer neuen Heimat ; Beim Funk und bei Ullstein ) II. " DER VATER " - WAGNIS UND WIDERSPRUCH EINER CHRISTLICHEN GESCHICHTSDICH TUNG IM DRITTEN REICH ( Die Leidensgeschichte der Romandichtung ; " Der Vater " als ein Bekenntnisbuch Jochen Kleppers ; Nach dem Erscheinen des " Vaters " -Roman III. DER ACKER JEREMIAE ( Das eigene Haus in Südende ; Leben unter Gottes Ordnung ; Festliche Tage ; " Das Ewige Haus " ; Der Dichter der Kirchenlieder ) IV. WEG IN DIE NACHT ( In zunehmender Bedrohung ; Im Feuer der Anfechtung ( Tagebuchauf - zeichnungen der letzten Tage ) ; Das Ende ) 1 w.Lwdb. m. farb. De-schr 19,5 x 12,5 Gutes Leseexemplar
[SW: Biographien , Lebenserinnerungen , Jochen Klepper , Dichter , Tagebuchaufzeichnungen , Glauben ,]
Taube, Otto Frh. von,
Otto Frh. von Taube (1879-1973), Schriftsteller und Übersetzer. E. Postkarte mit U. Gauting, 3. Januar 1972. 1 S. 8°. Mit e. Adresse und Absender. - An den Publizisten und Literaturwissenschaftler Ernst Günther Riemschneider (1921-2002), der ihn wegen seiner Erinnerungen an den Dichter Jochen Klepper angeschrieben hatte: "[...] Leider kann ich Ihnen nichts über Klepper sagen. Ich habe ihn sehr geschätzt, schätze ihn auch heute; sein Vater' ist ein grosses Werk. Doch bin ich ihm nie begegnet [...]". - Otto von Taube war Mitarbeiter des Insel-Verlags und kam so "mit allen bedeutenden Literaten der Jahrhundertwende zusammen" (DBE); durch die Vermittlung seines Vetters Hermann Graf von Keyserling und von Rudolf Alexander Schröder fand er auch Zugang zu den Münchner Künstlerkreisen. In seinem Werk trat er als christlicher Lyriker, Essayist und Übersetzer aus dem Russischen hervor und veröffentlichte die Erinnerungstrilogie "Im alten Estland" (1949), "Wanderjahre" (1950) und "Stationen auf dem Wege" (1969). - Riemschneiders Buch über Jochen Klepper, "Der Fall Klepper. Eine Dokumentation", sollte 1975 bei der DVA in Stuttgart erscheinen.
Otto Frh. von Taube (1879-1973), Schriftsteller und Übersetzer. E. Postkarte mit U. Gauting, 3. Januar 1972. 1 S. 8°. Mit e. Adresse und Absender. - An den Publizisten und Literaturwissenschaftler Ernst Günther Riemschneider (1921-2002), der ihn wegen seiner Erinnerungen an den Dichter Jochen Klepper angeschrieben hatte: "[...] Leider kann ich Ihnen nichts über Klepper sagen. Ich habe ihn sehr geschätzt, schätze ihn auch heute; sein Vater' ist ein grosses Werk. Doch bin ich ihm nie begegnet [...]". - Otto von Taube war Mitarbeiter des Insel-Verlags und kam so "mit allen bedeutenden Literaten der Jahrhundertwende zusammen" (DBE); durch die Vermittlung seines Vetters Hermann Graf von Keyserling und von Rudolf Alexander Schröder fand er auch Zugang zu den Münchner Künstlerkreisen. In seinem Werk trat er als christlicher Lyriker, Essayist und Übersetzer aus dem Russischen hervor und veröffentlichte die Erinnerungstrilogie "Im alten Estland" (1949), "Wanderjahre" (1950) und "Stationen auf dem Wege" (1969). - Riemschneiders Buch über Jochen Klepper, "Der Fall Klepper. Eine Dokumentation", sollte 1975 bei der DVA in Stuttgart erscheinen.
[SW: Autograph, Manuskript, Dokument, Autographen. Abbildungen finden Sie auf unserer Webseite www.autographenhandlung.de]
Wehner, Josef Magnus,
Josef Magnus Wehner (1891-1973), Schriftsteller. Ms. Brief mit e. U. ("J. M. Wehner"). München, 10. Juni 1938. 2/3 S. Gr.-4°. - An den Schriftsteller Jochen Klepper (1903-1942): "Meine Post ist in der letzten Zeit derart in Unordnung geraten, dass ich heute nicht einmal weiss, ob ich Ihnen schon für Ihr tiefbewegendes Buch Der Vater' gedankt habe. Sollte das nicht der Fall sein, so hole ich es jetzt mit herzlicher Freude nach. Wenn Sie eines von meinen Büchern wünschen, so bitte ich um kurze Mitteilung [...]". - J. M. Wehner nahm als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil, ließ sich nach dessen Ende in München nieder, "war Journalist und schloß sich als entschiedener Gegner der Weimarer Republik nationalistischen Kreisen an. 1924-34 war er Redakteur, dann bis 1943 Theaterkritiker der Münchner Zeitung' und der Münchner Neuesten Nachrichten'. 1930 veröffentlichte er den Kriegsroman Sieben vor Verdun', eine Verherrlichung des Soldatentums mit rassistischen Tendenzen. Als Anhänger der Nationalsozialisten agierte W[ehner] propagandistisch, auch im Rundfunk [...] Nach 1945 spielte [er] im literarischen Leben keine Rolle mehr" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf im linken Rand gelocht (keine Textberührung).
Josef Magnus Wehner (1891-1973), Schriftsteller. Ms. Brief mit e. U. ("J. M. Wehner"). München, 10. Juni 1938. 2/3 S. Gr.-4°. - An den Schriftsteller Jochen Klepper (1903-1942): "Meine Post ist in der letzten Zeit derart in Unordnung geraten, dass ich heute nicht einmal weiss, ob ich Ihnen schon für Ihr tiefbewegendes Buch Der Vater' gedankt habe. Sollte das nicht der Fall sein, so hole ich es jetzt mit herzlicher Freude nach. Wenn Sie eines von meinen Büchern wünschen, so bitte ich um kurze Mitteilung [...]". - J. M. Wehner nahm als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil, ließ sich nach dessen Ende in München nieder, "war Journalist und schloß sich als entschiedener Gegner der Weimarer Republik nationalistischen Kreisen an. 1924-34 war er Redakteur, dann bis 1943 Theaterkritiker der Münchner Zeitung' und der Münchner Neuesten Nachrichten'. 1930 veröffentlichte er den Kriegsroman Sieben vor Verdun', eine Verherrlichung des Soldatentums mit rassistischen Tendenzen. Als Anhänger der Nationalsozialisten agierte W[ehner] propagandistisch, auch im Rundfunk [...] Nach 1945 spielte [er] im literarischen Leben keine Rolle mehr" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf im linken Rand gelocht (keine Textberührung).
[SW: Autograph, Manuskript, Dokument, Autographen. Abbildungen finden Sie auf unserer Webseite www.autographenhandlung.de]



