Kein Ort Bleiben

Es wurden insgesamt 43 Einträge zu 'Kein Ort Bleiben' gefunden (Stand: 28.09.2012).

Sehen Sie sich die aktuell angebotenen Bücher zu 'Kein Ort Bleiben' an.

Black, Jack: Der große Ausbruch aus Folsom Prison, KILLROY MEDIA, Januar 2008 ISBN: 3931140199
Ursprünglich gebaut, um Langzeithäftlinge, Gewohnheitsverbrecher und hoffnungslose Fälle aufzunehmen, erwarb sich das Folsom State Prison schnell den Ruf, ein Ort ohne Wiederkehr zu sein. Vor Fertigstellung der Granitmauer in den 1920ern war das Gefängnis der Schauplatz zahlreicher Fluchtversuche. Der erste fand schon bald nach Einlieferung der ersten Häftlinge im Jahre 1880 statt. Während der gesamten gewalttätigen und blutigen Geschichte von Folsom haben unzählige Revolten und Fluchtversuche zu Todesfällen unter Gefangenen und Wärtern geführt.Folsom Prison Homepage, 2008Leseprobe: Ein VorwortAlles Schlechte auf dieser Welt neigt von Natur aus dazu, immer schlechter zu werden. Haß gebiert noch mehr Haß, Gewalt erzeugt noch mehr Gewalt, und Brutalität führt zu noch mehr Brutalität. Aber alle Entwicklungen des menschlichen Lebens stoßen irgendwann an ihre Grenze. Das trifft auf alle Erfahrungen zu, die ich in meinem Leben gemacht habe, ganz besonders aber auf die Veränderungen, die in den Gefängnissen stattgefunden haben.Diese Veränderungen sind von den Häftlingen selbst in Gang gesetzt worden, und zwar durch den verzweifelten und blutigen Ausbruch aus dem Gefängnis von Folsom im Jahre 1903, dessen Zeuge ich wurde.Dieser Ausbruch war das Aufbegehren hoffnungsloser Männer gegen hoffnungslose Haftbedingungen. Durch Brutalität, Gewalt und Terror zur Verzweiflung getrieben, rebellierten die Gefangenen, machten die Wärter nieder und stürmten einen Wachtturm, mit nichts anderem bewaffnet als Rasiermessern, die sie dem Knastbarbier entwendet hatten. Dann flohen sie mit einigen Wärtern als Geiseln in die Wälder. Heutzutage können Häftlinge so etwas nicht mehr tun. Sie geraten erst gar nicht in eine so verzweifelte Lage. Als Protest war ihr Aufbegehren ein Erfolg. Aber keiner der Männer, die am großen Ausbruch beteiligt gewesen waren, hat davon profitiert. Die Hälfte von ihnen befindet sich heute weltweit auf der Flucht. Von der anderen Hälfte sind einige wieder eingefangen und gehängt worden. Andere sind erschossen worden, und der Rest befindet sich wieder in Haft.Aber die Öffentlichkeit ist auf die Mißstände in den Gefängnissen aufmerksam geworden. Die Leute haben sich gefragt, was die Männer zu einer solchen Verzweiflungstat getrieben haben könnte. Und auch die Wärter begannen, obwohl sie die Häftlinge noch immer eher als Tiere denn als Menschen betrachteten, daran zu zweifeln, ob es so klug war, sie durch Grausamkeit in den Wahnsinn zu treiben. Damals haben die Veränderungen in den kalifornischen Gefängnissen ihren Anfang genommen. Ich bin nun gebeten worden, die Geschichte dieses Ausbruchs aus Folsom und der Veränderungen, die ihm folgten, aufzuschreiben.Ich wünschte, ich würde mehr von der Kunst des Schreibens und des Redens verstehen. Aber zwanzig Jahre lang habe ich genau das Gegenteil von Schreiben und Reden getan. Als Jugendlicher wurde ich auf der Straße einmal von einem Cop aufgegriffen, der sagte: "Der Captain will dich sehen." Während wir auf der Wache warteten, wurden noch weitere Männer hereingebracht. Der Mann, der neben mir saß, war doppelt so alt wie ich. Er musterte mich und fragte: "Was haste denn angestellt, Kleiner""Nichts", erwiderte ich."Na gut. Aber hör zu, wenn du dort hineingehst", er zeigte auf die Tür zum Büro des Captains, "dann halt den Mund. Sag kein Wort. Reden mag Silber sein, aber hier ist Schweigen das einzige, was dich schützt."Ich schenkte diesem wertvollen Rat keine Beachtung, und als ich versuchte, den Captain davon zu überzeugen, daß er falsch lag, redete ich mich um Kopf und Kragen. Da erkannte ich die Weisheit, die im Rat des alten Mannes lag, und von diesem Tag an übte ich mich zwanzig Jahre in Schweigen und gebrauchte die wenigen Worte, die mir zur Verfügung standen, nur, um meine Gedanken zu verbergen und andere in die Irre zu führen.In der Schule hatte ich gelernt, mit Stift und Papier umzugehen. Aber auch das gab ich auf, weil es noch gefährlicher war als Polizisten und Staatsanwälte. Schriftliche Notizen sind ein Fahrschein ins Zuchthaus.Eine Gewohnheit, die man zwanzig Jahre lang sorgsam gepflegt hat, kann man nicht ablegen wie einen alten Mantel. Jetzt, wo ich Reden und Schreiben nicht länger fürchten muß, ja, wo beides für mich sogar angenehm und nützlich sein könnte, stelle ich fest, daß es mir beinahe unmöglich geworden ist. Derzeit kuriere ich mich jedoch an einem schönen Ort auf dem Lande aus, wo ich nichts zu tun habe, außer zu lesen und nachzudenken.Das Unglück, das mich ins Krankenhaus gebracht hat, traf mich wie ein Blitz, der eine vertraute Landschaft in ein unheimliches Licht taucht. Er erhellte viele Dinge in mir, die ich dort nicht vermutet hätte. Als ich hier an diesem stillen Ort in den Bergen über diese Dinge und vieles andere nachdachte, erinnerte ich mich an eine Zeit in meinem Leben, als ich mich ganz anders fühlte als jemals zuvor. Ich bin bereit, davon zu erzählen, so gut ich kann, und ich werde mein Bestes geben.Ich will niemandem etwas vormachen über die Gründe, warum ich vor drei Jahren anständig geworden bin. Ich habe es getan, weil ich mich in einer Lage befunden hatte, in der ein Mensch nicht anders handeln konnte. Ich stand in der Schuld eines Richters, Judge Dunne, der mit mir ein Risiko eingegangen war. Die einzige Möglichkeit, wie ich es ihm zurückzahlen konnte, bestand darin, mit dem Stehlen aufzuhören und eine geregelte Arbeit anzunehmen.Und das habe ich getan. Aber damals hatte noch keine bewußte Veränderung in meiner Haltung gegenüber dem Leben stattgefunden. Als ich direkt nach dem Ausbruch aus Folsom entlassen wurde, haßte ich alles, was lebte. Ich betrachtete die Menschen so, wie ein Wolf seine Beute betrachtet. Ich hob meine Hand und schwor, als Geschöpf der Nacht zu leben und das Licht der Sonne zu meiden. Ich wollte keine Freundschaften schließen oder gute Taten vollbringen. Was ich zum Leben brauchte, wollte ich mir einfach nehmen, und zwar mit Gewalt.Mit diesem Haß auf alles und jeden verbrachte ich kurze Zeit in Freiheit. Dann hat mich ein Spitzel verpfiffen und ich saß wieder im Knast. Ich wurde sofort für schuldig befunden und zu fünfundzwanzig Jahren verurteilt. Ich legte Berufung ein. Mein Anwalt kämpfte mit den Waffen des Gesetzes gegen das Gericht. Während das Verfahren sich hinschleppte, verbrachte ich einige Jahre im Bezirksgefängnis. Schließlich kam ich zur Neuverhandlung wieder vor Gericht.Der Vorsitzende Richter erwies sich als ein Freund. Er gab mir die Mindeststrafe: ein Jahr. Er ging damit ein Risiko ein. Ich wußte, daß ich ihn nicht enttäuschen durfte. Ich mußte es ihm zurückzahlen, und die einzige Möglichkeit bestand darin, ihm keine Schande zu machen.Mit einem Lächeln verließ ich den Gerichtssaal, mit einem Lächeln ging ich nach San Quentin, und mit einem Lächeln saß ich dort mein Jahr ab. In San Quentin gab es keine Zwangsjacken mehr, kein Aufhängen, und den Häftlingen wurde auch nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit die Haftverkürzung gestrichen. Nichts war mehr so, wie ich es aus Folsom kannte. Die Gefangenen brachten sich nicht mehr gegenseitig um, sie griffen die Wärter nicht mehr an, und es kam innerhalb der Gefängnismauern auch nicht mehr zu Selbstmorden.Als mein Jahr vorüber war, wurde ich entlassen und fing an zu arbeiten. Mit Hilfe meiner Freunde gelang mir das ganz gut. Es gab immer Hände, die mich hielten, wenn ich zu straucheln drohte. Nachdem ich dann drei Jahre gearbeitet hatte und sauber geblieben war, wurde ich plötzlich von den Zeitungen scharf angegriffen, wegen Dingen, die längst Vergangenheit waren. In mir stieg wieder Haß empor. Ich weiß nicht, ob ich ihm irgendwann freien Lauf gelassen hätte oder nicht. Bevor ich Gelegenheit dazu bekam, wurde ich niedergeschossen.Dieser Schuß brachte scharenweise Freunde an meine Seite. Der tapfere Richter, der für mich ein Risiko eingegangen war. Der Mann, der mir einen Job gegeben und sein Geld anvertraut hatte. Die guten Leute, die mir ihr Haus geöffnet und mir ein Zuhause gegeben hatten, als ich aus San Quentin entlassen wurde. Sie alle waren zur Stelle.Ich war erstaunt, wieviele Freundschaften ich in den drei Jahren geschlossen hatte. Es freute mich auch und machte mich stolz, daß mir die Freunde aus meinem früheren Leben treu geblieben waren. Einige von ihnen schrieben, andere riefen an, und manche ließen sich sogar von dem Polizisten vor dem Krankenhaus nicht abschrecken und kamen mich besuchen. Man müßte schon sehr hartherzig sein, um solcher Treue und Güte gegenüber kalt zu bleiben. Ich verbannte auch noch das letzte bittere Gefühl aus meinem Herzen. Ich hatte meinem schlimmsten Feind vergeben, und ich konnte sogar dem Spitzel vergeben, der mich verpfiffen hat.Als ich die Vorladung zur Verhandlung erhielt, um gegen den Mann auszusagen, der mich angeschossen hatte, bat ich den Richter, das Verfahren einzustellen. Ich, der ich noch sechs Jahre zuvor überzeugt gewesen war, daß man Gewalt mit Gewalt vergelten müsse, und Kugeln mit Kugeln, verspürte keinen Wunsch, mich an Bob Wall zu rächen. Ohne seine Tat hätte ich niemals die ganze Tiefe der Zuneigung erfahren, die meine Freunde mir entgegenbrachten.Das Verfahren wurde eingestellt. Bob Wall kam frei. So wurde eine haßerfüllte Fehde beendet, bevor sie überhaupt beginnen konnte. Gewalt erzeugt Gewalt, und Brutalität führt zu weiterer Brutalität. Aber ebenso bringt Freundschaft Freundschaft hervor, und Güte führt zu Güte. Also werde ich jetzt versuchen, zu berichten, wie ich die Veränderung von Brutalität zu Güte in den kalifornischen Gefängnissen erlebt habe, und welche Auswirkungen diese Veränderungen gehabt haben.

NEUBUCH! 2008. 96 S. 20,5 cm 207 mm x 138 mm x 11 mm; 10 + 1 Stories

[SW: Folsom (Gefängnis)]

Details

DER SPIEGEL: 28/1998, Der Dichter und der Schwefelgelbe,

Titel Heros und Heulhuber (S. 72) * Neuerscheinungen im Bismarck- und Fontane-Jahr (S. 77) * Fotoplatten im Eiskeller: Das Paparazzi-Foto des 19. Jahrhunderts: Bismarcks Sterbelager. Von Lothar Machtan (S. 80) * Melancholie und Verklärung: Günter de Bruyn über den Wanderer Theodor Fontane (S. 82) 22 KINDERKRIMINALITÄT - Zwischen Rambo und Versager: Der brutale Mord an einem Ladenbesitzer in Hamburg hat die Debatte über gewalttätige Jugendliche verschärft. Weil Behörden den Nachwuchskriminellen nicht mehr gewachsen sind, fordern Politiker geschlossene Heime. Experten sehen darin kein Patentrezept. * 24 Täterschwund bei der Justiz: Laut Kriminalstatistik explodiert die Jugendkriminalität. Doch die Rohdaten zeigen nicht das ganze Bild. * 26 Die muß man zwingen : Der Erziehungswissenschaftler Jens Weidner über brutale Jugendliche und geschlossene Heime * 28 CSU - Steilvorlage für Theo: Die Bayern haben die Bonner Koalition schon verloren gegeben. Alle Hoffnungen ruhen auf der Landtagswahl - und auf Ministerpräsident Stoiber. * 29 Wir fangen nicht bei Null an : CSU-Landesgruppenchef Michael Glos über eine Große Koalition und den Wahlkampf der Union * 32 HAUSHALT - Nach Lust und Laune: Haushaltsdefizite sind out, Überschüsse in: Immer mehr Staaten verbuchen ein Plus in ihren Etats. Doch Waigels Schulden wachsen weiter. * 34 AFFÄREN - Im Keller versenkt: Mit einer halben Million Mark beteiligte sich der Freistaat Thüringen am Hausausbau seines früheren Innenministers Willibald Böck (CDU). * 36 KANZLER - 27. September, 18 Uhr : Zweieinhalb Monate vor dem drohenden Ende seiner Ära sucht Helmut Kohl den Eindruck der Unschlagbarkeit zu erwecken. Er stellt sich als leidenschaftlicher Wahlkämpfer dar, erzielt aber kaum noch Wirkung. Von Hans-Joachim Noack * 40 WAHLKAMPF - Madonna des Neokommunismus: Die PDS-Kommunistin Sahra Wagenknecht führt Wahlkampf im Westen - hart gegen den Kapitalismus, aber nett zu den Wessis. Von Stefan Berg * 44 OGGERSHEIM - Panzer gegen den Kanzler: Die SPD will dem Kanzler eine persönliche Niederlage in seinem Wahlkreis beibringen. Der CDU-Chef ist kaum präsent, sein Direktmandat gefährdet. * 47 GEHEIMDIENSTE - Angst um Leib und Leben: Fahrlässigkeit bringt den Bundesnachrichtendienst erneut in Not: Der Justiz verrieten die Pullacher die Identität von Geheimdienstmitarbeitern. * 48 EINHEIT - Im Reformstau West verhakt : Die Teilnehmer des SPIEGEL-Forums in Dresden über notwendige Veränderungen in Deutschland Ost und Deutschland West * 50 HILFSAKTIONEN - Festakt im Horrorschloß: Die Kinder von Cighid sind groß geworden. Ein Modellprojekt ist acht Jahre nach dem Ende ihres Martyriums am Ort des Grauens entstanden - finanziert mit Spenden aus Deutschland. * 56 STAATSSYMBOLE - Fummeln am Vogel: Nach zweijährigem Streit über einen modernisierten Bundesadler für den Reichstag bleiben die Parteien beim Bonner Modell - allerdings dreidimensional. * 65 RUHRGEBIET - Kult im Pott: Eine neue Werbekampagne für das Ruhrgebiet bringt die Kommunalpolitiker zwischen Dortmund und Duisburg in Wallung. * 68 KINDESMISSBRAUCH - Hab dich nicht so! : Unbehelligt praktizierte ein Kinderpsychiater 14 Jahre lang an einer Klinik in Holzminden, obwohl sich die Vorwürfe wegen sexuellen Mißbrauchs seiner Patienten häuften. Jetzt verlor er die Approbation. * 70 BAU - Windstärke 4: Sind die Fertighäuser der Firma Streif falsch konstruiert? Entnervte Bauherren wollen das Unternehmen auf Schadensersatz verklagen. 90 STEUERN - Senken, senken, senken: SPD und Grüne im Steuerchaos: Kanzlerkandidat Gerhard Schröder fordert eine Mindeststeuer für jedermann, die Ökopartei eine Sonderabgabe für Reiche. Mitten im Wahlkampf wird deutlich: Rot-Grün besitzt noch immer kein schlüssiges Steuerkonzept. * 92 Kapitulation vor dem Chaos : Steuerwissenschaftler Peter Bareis über die Pläne der SPD * 93 LUFTFAHRT - Bis zum bitteren Ende: Die Lufthansa muß, auf Geheiß von Brüssel, einen Teil ihrer USA-Flüge streichen, um Konkurrenten den Einstieg in den Markt zu erleichtern. * 94 HANDEL - Zweikampf in der City: Metro und Quelle haben die Warenhäuser unter sich aufgeteilt, nun steht die Branche vor einem spannenden Duell. Die ersten Geplänkel zeigen: Die Kontrahenten sind nicht zimperlich. * 96 GESUNDHEIT - Wir ziehen vor Gericht : Der Chef der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung Karl Horst Schirbort über den Streit mit dem Gesundheitsminister um die Honorare für Zahnersatz * 100 GRÜNDER - Meister von morgen : Er kommt aus dem Osten, ist erst 27 Jahre alt und einer der erfolgreichsten High-Tech-Unternehmer des Landes: Stephan Schambach bringt seine Firma Intershop an die Börse. * 104 ARBEITSMARKT - www.job. gesucht.de: Der private Stellenmarkt im Internet boomt. Die weltgrößte Online-Jobbörse sitzt in Nürnberg: die Bundesanstalt für Arbeit. * 105 KOHLEKRISE - Abfindung statt Arbeit: Um das Land fit für die EU zu machen, will Polen den Bergbau und die Stahlindustrie sanieren - durch einen radikalen Abbau der Beschäftigten. 158 OPER - Kissenschlacht im Sündenpfuhl: Der Regie-Schocker Peter Konwitschny hat sich an Wagners Tristan übernommen: Seine Münchner Festspiel-Inszenierung beginnt witzig und endet kitschig. Zubin Mehta dagegen gab im Nationaltheater einen glänzenden Einstand als neuer Musikchef. Von Klaus Umbach * 162 THEATER - Schreib ein Stück! : Mit schnellen, rohen und unkomplizierten Texten haben junge britische Dramatiker enormen Erfolg: Ex-und-hopp-Werke wie Shoppen und Ficken , Hautnah und Zerbombt sind auch auf deutschen Bühnen die Renner der Saison. Von Claudia Voigt * 165 ZEITGESCHICHTE - Der Indiana Jones von Linz: Wie der Knabe Hitler angeblich schon auf der Realschule zum Antisemiten wurde und im späteren Cambridge-Professor Ludwig Wittgenstein seinen Terminator fand. Von Carlos Widmann 168 KUNST - Der fromme Schmierant: Nach einem Attentat auf seine Bilder und einem Schlaganfall zog sich Arnulf Rainer vor vier Jahren aus dem Kunstbetrieb zurück. Nun kehrt er wieder - mit einem Bibelzyklus. * 170 VERLAGE - Die Klage ist nostalgisch : Reinhold Neven Du Mont über das schwierige Geschäft mit der Literatur und die Konzentration im Verlagsgewerbe * 174 ZEICHNER - Hast du gebetet, Desdemona?: Ein Schauerdrama als Kinderbuch für Erwachsene: die rasante Othello -Version des britischen Cartoonisten David Hughes. Von Urs Jenny * 178 POP - Urschrei nach guter Laune: Die neue CD der Beastie Boys wurde schon vorab gefährlich hochgejubelt - und rechtfertigt trotzdem den Ruf der New Yorker Pop-Titanen. * Gesellschaft 110 SPEKTAKEL - Jugend trainiert für Karneval: Abermals treffen sich am Samstag in Berlin Hunderttausende Raver zu ihrer Jahreshauptversammlung. Doch keiner weiß, warum das abgestandene Ritual der Love Parade überhaupt noch vollzogen werden muß. Von Wiglaf Droste * 112 GESCHLECHTER - Das Nein vor dem Nein: Zicken, Zieren, Keifen: Ein Soziologe untersucht den Kleinkrieg zwischen Mann und Frau - und entdeckt erotische Flurschäden durch den Feminismus. * 113 SATIRE - Lustiges Loddarleben: Zur Fußball-WM will das Theater nicht im Abseits stehen: Eine Münchner Bühne präsentiert die Matthäus-Passion , ein Stück mit Spitzenkickern. * Ausland 118 IRAN - Kampf um die Seele: Die Islamische Republik am Scheideweg: Präsident Chatami bietet den USA einen Dialog der Kulturen an. Teherans Bürgermeister wehrt sich gegen einen Schauprozeß der religiösen Eiferer. Und das Volk genießt seine neuen Freiheiten. * 121 RÜSTUNG - Heißer Bart: Die Briten verschwiegen während des Kalten Krieges gefährliche Unfälle mit Atomwaffen - daheim wie in Deutschland. * 122 KOSOVO - Die Realität ist der Krieg : Jakup Krasniqi, Sprecher der albanischen Befreiungsarmee UCK, über den Kampf gegen die Serben * 123 CHINA - Wind der Freiheit: US-Präsident Bill Clinton erteilte den kommunistischen Herren eine Lektion in Demokratie. Die Gastgeber spielten artig mit, sie brauchen die Partnerschaft mit Washington. * 128 ALGERIEN - Altes Gift: Aufstand der Berber: Ihr Kampf um Gleichberechtigung könnte den Maghreb-Staat ...

Details

DER SPIEGEL 3/1984: Der Fall Kiessling - Wörners Fall,

SPIEGEL Titel - Kohl: Das läuft nicht gut : Gerade 14 Monate im Amt muß Kanzler Helmut Kohl bereits mit seiner zweiten Kabinettskrise fertig werden. Nach Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff geriet nun auch Verteidigungsminister Manfred Wörner unter Beschuß: Gestützt auf dubiose Geheimdienst-Recherchen, feuerte Wörner den angeblich homosexuellen Vier-Sterne-General Günter Kießling - offenbar zu Unrecht. Aus der Affäre Kießling wurde Wörners Fall. * (S. 15) * RUDOLF AUGSTEIN - Die Vorhinrichtung (S. 16) * Es geht nicht nur um meine Rehabilitierung : SPIEGEL-Interview mit dem entlassenen Vier-Sterne-General Günter Kießling * (S. 20) * Soldaten als potentielle Sexualpartner : Die Bundeswehr tut sich schwer mit schwulen Soldaten und Offizieren * (S. 22) * Schwule wie die Brennesseln entfernen : Wie die Obrigkeit von alters her Homosexuelle in Uniform bekämpft * (S. 25) Deutschland 29 CDU - Am Lagerfeuer: In der Führungsriege der Union wächst der Unmut über ihren Mann im Kanzleramt. * * 31 STRAUSS - Üblicher Unsinn: In der Afrikapolitik mußte CSU-Chef Strauß eine Schlappe einstecken: Das Kohl-Kabinett kümmerte sich nicht um seine Ratschläge. * * 31 FLICK - Gefahr in Verzug: Schludrigkeit Bonner Wirtschaftsministerialer hat beinahe dazu geführt, daß dem Fiskus Rückforderungen an Flick in Höhe von 170 Millionen Mark verlorengingen. * * 48 CDU/NRW - Fachkundiger Thebaner: Bei der CDU in Bonn und Düsseldorf wachsen die Zweifel, ob mit Oppositionsführer Bernhard Worms die Wahlen in Nordrhein-Westfalen zu gewinnen sind. * * 49 POLIZEI - Geschlossenes Visier: In Frankfurt wurde ein Polizeiführer angeklagt. Er soll für die Schläge seiner unerkannt gebliebenen Beamten auf Demonstranten büßen. * * 53 DATENSCHUTZ - Ohne Hemmschwelle: In Wiesbaden gerieten geheime Daten ins Adreßbuch. * * 53 SCHLESWIG-HOLSTEIN - Früh bis spät: In Behörden der Kieler Landesregierung ist für unbequeme Umweltschützer kein Platz. * * 56 NATIONALHYMNE - Heidewitzka: CDU-Politiker und rechte Kreise wollen das Deutschlandlied mit allen drei Strophen populär machen. * * 60 Drei Siebentel für sie, vier für ihn: Bonn will das Unterhaltsrecht ändern Wer sich nach knapp dreijähriger Ehe scheiden läßt, bekommt vom Partner keinen Unterhalt, wer es noch ein Jahr länger aushält, kann lebenslang abkassieren - eine der Absonderlichkeiten des neuen Unterhaltsrechts, das sich als partiell untauglich erweist. Das Bundesjustizministerium bereitet die Novellierung vor. * * 61 Wieviel vom Anrechenbaren ?: Wie die Obergerichte das Unterhaltsrecht interpretieren * * 63 SPIEGEL Gespräch - Feilschen um jede Mark : Familienrichter Siegfried Willutzki über die Reformbedürftigkeit des Unterhaltsrechts * * 78 Mit der Schöpfkelle gegen Flutkatastrophen: Gisela Elsner über Monika Sperrs Biographie: Petra Karin Kelly - Politikerin aus Betroffenheit Die Münchner Publizistin Monika Sperr, 42, hat die Romane Die Freundin und Der Tag beginnt mit der Dämmerung veröffentlicht. - Von Gisela Elsner ( Die Riesenzwerge , Abseits ), 46, erscheint im März ein neuer Roman: Die Zähmung . * * 80 GRÜNE - Liebe Freunde: Der Krach um das Rotationsprinzip gefährdet die Fraktion in Bonn. * * 83 GETRÄNKESTEUER - Der Zehnte vom Durst: Aus fiskalischer Not führte Hamburg die Getränkesteuer wieder ein - sogar Milchtrinker bleiben nicht verschont. * * 86 ÄRZTE - Allerhand Murks: Klinik-Skandal in Hamburg: Ein operationswütiger Chefarzt machte Orthopädie-Patienten zu Krüppeln. Die Behörden deckten den Professor. * * 88 FAHNDUNG - Hirn und Notiz: Der rheinland-pfälzische Innenminister ließ bei einer Terroristenfahndung wahllos Autofahrer registrieren. * * 89 JUSTIZ - Etwas verunsichert: Der Opec-Prozeß gegen Gabriele Tiedemann vor dem Kölner Landgericht ist geplatzt. Bonn fürchtet um die Sicherheit. * * Wirtschaft 32 EINKOMMEN - Heimlich und schleichend: Im ersten Jahr der christlich-liberalen Regierung stieg die Abgabenlast der Bürger auf einen Rekord. * * 35 SPIEGEL Gespräch - Wir haben viel Geld anzulegen : Allianz-Chef Wolfgang Schieren über die Beteiligungspolitik seines Hauses und den Fall Eagle Star * * 44 LANDWIRTSCHAFT - In Vorlage treten: Die Bonner, die sich gern als europäische Musterschüler geben, erschweren eine Reform der Brüsseler Subventions-Landwirtschaft. * * 45 AFFÄREN - Wunde Ferse: Ein selbsternannter Anlegerschützer dachte nach Ansicht Frankfurter Staatsanwälte mehr an den eigenen Vorteil als an den seiner Mandanten. * * 81 ARBEITSZEIT - Noch viel mobilisieren: Mit ihrer Forderung nach der 35-Stunden-Woche gerät die IG Metall zusehends in die Defensive. * * 85 DOLLAR - Tut sehr gut: Die Mark wird immer schwächer, der Dollar immer stärker - und alle freuen sich in Deutschland. * * 91 Ein Versprechen der CDU: * * 91 Wird Hanomag ausgeschlachtet?: * * 91 Kodak bekommt rasch Konkurrenz: * * 91 Mehr Aufträge für Stahlindustrie: * * 91 Feind der Dritten Welt?: * * Ausland 92 Syrien: Wie herrlich stehen wir da : Ohne den syrischen Staatschef Hafis el-Assad kein Frieden in Libanon, keine Lösung für Nahost - das sieht inzwischen auch die Regierung Reagan ein. Die USA und Syrien, die einander bis vor kurzem noch verteufelten, kamen sich im Libanon-Konflikt näher - und Washington scheint dabei mehr nachzugeben. * * 96 USA - Es wird Zeit: Die von Reagan berufene, von Kissinger geleitete Kommission über die Mittelamerika-Politik Washingtons empfahl, was der Präsident von ihr erwartete. * * 97 DÄNEMARK - Hausgemachter Kennedy: Der konservative Regierungschef Schlüter mutete den Dänen harte Sparmaßnahmen zu, sanierte damit die Wirtschaft weitgehend und gewann Stimmen. * * 100 Ich habe nicht die Absicht, Polen zu verlassen : Regimekritiker Adam Michnik aus dem Mokotow-Gefängnis über das Warschauer Militärregime * * 104 FRANKREICH - Wenn er stirbt: Sind Franzosen daran interessiert, daß Klaus Barbie, der Schlächter von Lyon , seinen Prozeß nicht erlebt? * * 104 Dann muß man ein Trottel sein : Auszug aus einem Brief Michniks an Innenminister General Kiszczak * * 105 STOCKHOLM - Einziger Ort: Die Konferenz für Vertrauensbildung und Abrüstung in Europa beginnt - unter kuriosen Begleiterscheinungen. * * 107 Wir wollen mit Israel leben : Offener Brief an Kohl, Mubarak und Arafat / Von Hanna Siniora Vor dem Israel-Besuch von Bundeskanzler Kohl richtete Hanna Siniora, Chefredakteur der arabischsprachigen Ost-Jerusalemer Zeitung El-Fadschr (Das Morgengrauen), einen dem SPIEGEL übergebenen offenen Brief an Bundeskanzler Helmut Kohl, Ägyptens Staatschef Husni Mubarak und PLO-Chef Jassir Arafat. El-Fadschr , einst auf radikaler PLO-Linie, erregte nach Arafats Abzug aus Tripoli im letzten Dezember Aufsehen, weil Hanna Siniora als erster prominenter Palästinenser für direkte Verhandlungen der PLO mit Israel eintrat. * * 108 KONZERNE - Draußen vor der Tür: Nach einem erbitterten Machtkampf im Hause Getty schluckte der Ölgigant Texaco für fast zehn Milliarden Dollar den Getty-Konzern. * * 110 SOWJET-UNION - Manchmal etwas eng: Fünfköpfige Familien in einem Zimmer, dabei Jungvermählte und Geschiedene: Wohnraum ist knapp, neun Quadratmeter je Kopf sind die Norm. Wer mehr hat, muß jetzt viel mehr Miete zahlen. * * 116 SPANIEN - Auge um Auge: Die Todesschwadron Gal verfolgt baskische Terroristen bis nach Frankreich. * * 118 GRIECHENLAND - Invasion der Nagetiere: Die Sozialisten wollen den Augiasstall der Beamtenschaft ausmisten - doch sie sitzen mittendrin. * * 130 Tausende Miskito-Indianer: * * 132 Wir wollen als Menschen behandelt werden : Interview mit Steadman Fagoth, dem Führer der Miskito-Organisation Misura * * 133 US-BEHÖRDEN - Tägliche Notizen: Der Chef der United States Information Agency schnitt seine Telephongespräche mit, ohne die Partner zu informieren. * * Report 120 Das Ding war gar keine Boeing-Idee : 20 Jahre Boeing 727 - das erfolgreichste Verkehrsflugzeug der Welt Im August 1984 wird mit Seriennummer 1832 die Produktion der Boeing 727 eingestellt. Der dreistrahlige Jet, in den Publikum und Piloten gleichermaßen vernarrt sind, symbo...

Details

DER SPIEGEL 11/2004: Merkels Präsident,

Titel * Gefährlicher Sieg: Nach der Kür der Präsidentschaftskandidaten werden die Umrisse einer bürgerlichen Reformregierung erkennbar. Ein Staatsoberhaupt Köhler und eine Kanzlerin Merkel würden das Land massiv verändern wollen. Viele in der Union allerdings lauern auf erste Fehltritte Köhlers, vor allem Roland Koch und Edmund Stoiber sinnen auf Revanche für ihre Niederlage. (S. 24) * Gesine Schwan - Karriere ohne Quote : Die Kandidatin des Kanzlers war einst seine Gegnerin. (S. 34) * Der Herr der Zahlen: Zur Ungeduld neigend und häufig auch aufbrausend, aber immer bescheiden: Der Präsidentschaftskandidat Horst Köhler könnte ein unbequemes Staatsoberhaupt werden. (S. 36) * Arg in der Nabelschau : Horst Köhler über deutsche Schwächen im Zeitalter der Globalisierung, seine politische Perspektive und seine Biografie als Spiegel deutscher ... (S. 42) Deutschland * BUNDESWEHR - Reform bald Makulatur? (S. 19) * WÄHRUNGSPOLITIK - Tietmeyer kritisiert Erbhöfe (S. 19) * Hamburger Terrorprozeß - Amerikaner bleiben hart (S. 19) * Kinderlose - Sonderabgabe für Kinderlose (S. 20) * Nächtliche Krankentransporte - Nachts nie (S. 20) * LEBENSMITTEL - Menschliches Versagen (S. 20) * Düsseldorf - Angst vor dem Wähler (S. 21) * Busunglück in Belgien - Zweifel an Unfallursache (S. 21) * BUNDESRAT - EU-Sprache Deutsch (S. 21) * Kopfstoß-Vorfall - Streit um Kopfstoß (S. 22) * TERROR - Kronzeuge mit Altlasten (S. 22) * HOLOCAUST-MAHNMAL - Zynischer Witz? (S. 22) * Umfage zum Thema - Schulfach Gesundheit (S. 22) * Neues Buch von Helmut Kohl - Der Kampfsportler: Jürgen Leinemann über die Erinnerungen Helmut ... (S. 44) * AUSSENPOLITIK - Bester Job meines Lebens : US-Botschafter Daniel Coats über die neue Qualität der schwierigen deutsch-amerikanischen ... (S. 46) * Lauschangriff - Totes Pferd: Die Entscheidung des Verfassungsgerichts zum Großen Lauschangriff ist wegweisend - sie zwingt den Staat, sich auf Fälle von Schwerstkriminalität zu konzentrieren. (S. 48) * KLINIKEN - Tod am Tropf: Das Gutachten, das die Langenhagener Ärztin Bach wegen Totschlag-Verdachts in Untersuchungshaft brachte, liest sich wie eine Anklageschrift. Sie soll fast alles falsch gemacht haben. (S. 49) Serie * Der Abstieg eines Superstars (I) - Die Wohlstands-Illusion: Wie von Roboterhand gesteuert, verlässt das Wirtschaftswunderland die Spitzengruppe der Volkswirtschaften. Die Zahl der Arbeitsplätze schrumpft, der Wohlstand verflüchtigt sich. Das Modell Deutschland hat aufgehört zu funktionieren. Von ... (S. 52) Wirtschaft * BDB - Zoff um Top-Job (S. 83) * VERKEHR - Toll Collect löst Chef ab (S. 83) * TOURISTIK - Thomas Cook verschärft Sparkurs (S. 83) * Neuer IWF-Chef - Berlin will nicht mehr (S. 84) * Fehlende Vertragsverlängerung - Russen drehten Gas ab (S. 84) * Deutsche Bahn AG - Jobs für Ex-Minister (S. 84) * ÜBERNAHMEN - Weiterer Interessent für Deutsche Bank (S. 85) * INVESTMENTFONDS - Familien-Poker (S. 85) * ARBEITSMARKT - Grotesker Murks: Nach der Affäre um ihre virtuelle Stellenbörse droht der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit das nächste, weit größere Fiasko: Die geplante Fusion von Arbeitslosen- und Sozialhilfe entwickelt sich zu einem bürokratischen Monster wie die Maut. Agenturchef Weise schlägt bereits Alarm. (S. 86) * KONZERNE - Weisung nach Gutsherrenart: Versandkönig Otto ist ins Visier der amerikanischen Justiz geraten. Der Unternehmer soll die Probleme seiner insolventen US-Tochter zu lange verschwiegen haben. (S. 89) * Staatsfinanzen - Eichels Schwenk: Der Bundesfinanzminister will die enorme Zinslast des Bundes drücken - und dafür unter die Zocker gehen. (S. 92) * AUTOINDUSTRIE - Transparenz in Turin: Für den angeschlagenen Fiat-Konzern ist der österreichische Top-Manager Herbert Demel so etwas wie die letzte Hoffnung im Kampf ums Überleben. (S. 96) * IMMOBILIEN - Dünne Luft: Luxushotels gelten unter mutigen Investoren als attraktive Anlageobjekte. Doch niemand weiß, wie die vielen neuen Paläste ausgelastet werden sollen. (S. 101) Ausland * Haiti - Umsturz von langer Hand inszeniert (S. 105) * US-Demokraten - Suche nach dem Vize (S. 105) * Klimaentwicklung in Australien - Katastrophale Aussicht (S. 106) * Argentinien - Werbung mit Massenmördern (S. 106) * SERBIEN - Teurer Tribut (S. 106) * IRAN - Wir reißen das Ruder herum : Gholam-Ali Haddad Adel, 58, wird als Führer der stärksten Fraktion voraussichtlich Parlamentspräsident. (S. 107) * Indien - Ehrgeiz auf Rädern (S. 107) * Russland - Vorwärts und nie vergessen: Mit einem gewagten Spagat zwischen westlicher Wirtschaftslehre und sowjetischem Staatsverständnis versucht Wladimir Putin, die Balance im Land zu halten. Am Vorabend seiner Wiederwahl warnen Kritiker im In- und Ausland, Russland sei dabei, den Pfad der Demokratie zu verlassen. (S. 108) * Gott sei mit Ihnen : Die provinzielle Wahlbühne am südöstlichen Rand des Nowgoroder Gebietes gleicht verblüffend der zentralen Moskauer Inszenierung: kein Vorwahlfieber, kein Meinungsstreit. Dem Landesherrn Wladimir Putin droht Peinliches: ein hundertprozentiges Ja. (S. 112) * IRAK - Blaupause für den Bürgerkrieg: Auf den Qaida-Führer Abu Mussab al-Sarkawi haben die Amerikaner zehn Millionen Dollar ausgesetzt. Steckt er hinter den jüngsten Terrorattacken? (S. 116) * Schiiten sind Spione und Giftschlangen : Auszüge aus der von der CIA abgefangenen irakischen Botschaft an Osama Bin Laden, die von den Amerikanern dem Terrorchef Abu Mussab al-Sarkawi zugeschrieben ... (S. 117) * Und dann schrie Mullah Omar : Der frühere saudi-arabische Geheimdienstchef Prinz Turki Ibn al-Feisal über die Rolle des Königreichs beim Kampf gegen den Terror, die Finanzierung militanter Islamisten und seine dramatischen Treffen mit Terroristenchef Osama Bin Laden und Taliban-Führer Mullah ... (S. 118) * UNO - Krieg schien beschlossen : Washington hielt die Waffenkontrollen im Irak für eine Falle und setzte auf Krieg. In seinen Memoiren rechnet Ex-Chefinspektor Hans Blix mit den USA ab. Der SPIEGEL druckt Auszüge. (S. 124) * Spanien - Fröhlich auf Pump: Am kommenden Sonntag wird zwischen Bilbao und Malaga gewählt. Neuer Premier dürfte der engste Vertraute des alten werden. (S. 126) Gesellschaft * Kanada - Was war da los, Mr. Sautner?: Der kanadische Bisonzüchter Jim Sautner, 57, über sein ... (S. 129) * Köln - Der Blick der Blinden (S. 129) * Studie - Die perfekten Deutschen (S. 129) * EINE MELDUNG UND IHRE GESCHICHTE - Tor, Tor, Tor!: Wie zwei indische Fußballclubs in die erste Liga aufsteigen ... (S. 130) * US-Justizministerium - Ein patriotischer Akt: Jesselyn Radack war eine junge Karrierejuristin im Justizministerium von Washington. Dann geschah der 11. September, und sie verlor ihren Job und ihren Ruf - weil sie es wagte, eine andere Meinung zu haben als die Regierung Bush. Von Alexander ... (S. 132) * Sportschule Hennef - Immer nur auswärts: Ortstermin: In der Sportschule Hennef sucht Palästinas Fußballteam Verstärkung - per Zeitungsannonce. (S. 142) Sport * Eisschnelllauf - Attacken der Primadonnen: Als das Rennen auf Kufen zum deutschen Boomsport aufstieg, setzte ein Verdrängungswettbewerb um Werbegelder ein. Die Rivalinnen Anni Friesinger, Claudia Pechstein und Gunda Niemann-Stirnemann müssen ihre Rollen spielen und weiterzanken. (S. 144) Wissenschaft+Technik * METEOROLOGIE - Simulation des Monster-Sturms (S. 149) * MEDIZIN - Elektroschocker kein Allheilmittel (S. 149) * Schulen - Erfolglose Mentoren (S. 149) * UMWELT - Kahlschlag im Kongo? (S. 150) * University of Calgary - Roboter-Doktor für Hirn-OP (S. 150) * Neu-Delhi - Hohe Selbstmordgefahr bei Indiens Studenten (S. 150) * Archäologie - Che Guevara im Nebelland: Ein Großmuseum feiert Kalkriese bei Osnabrück als wahren Ort der Varus-Schlacht. Nun zweifeln Archäologen daran. Neu entdeckte Massengräber und Holzkasernen belegen: Das Gemetzel war nur der Auftakt für einen jahrelangen Guerillakrieg. 50 000 römische Soldaten kamen dabei um. (S. 152) * Automobile - Vagabund und Soldat: Als Töchter von Großkonzernen fertigen Aston Martin und Bentley w...

Details