Jonathan Swift
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Utopistica - [Swift, Jonathan]. Des Capitain Lemuel Gullivers Reisen In Neu entlegene Länder, Erster und Anderer Theil, Oder Erste, zweyte, dritte und vierdte Reise nach Lilliput, Brobdingnag, Laputa, Balnibarbi, Glubbdubdribb, Luggnagg, Japon und in das Land derer Houyhnhnms, Wegen derer besondern darinne befindlichen Staats= und Sitten=Lehren, aus dem Französ. ins Teutsche übersetzt, Nebst vielen Kupffern, und einem Anhange, in welchem die darinne enthaltene Sachen in einem Gedichte erörtert werden. 4 Teile in 1 Band. Leipzig, Johann Christoph Coerner, 1728.
Reizvolle Kombination einer sehr frühen, seltenen und vollständigen Ausgabe "des Capitain Lemuel Gullivers Reisen" (Leipzig, 1728) mit dem angebundenen dritten Teil (Hamburg, 1728) der äußerst raren deutschen Erstausgabe, der der Autorenschaft Jonathan Swifts allerdings nicht zugeordnet werden kann. - Teerink 428 A; Slg.Hevesi 532 (dort unvollständiges Exemplar). Für die dt. Erstausgabe: Teerink 425; Slg. Hevesi 531; F.d.F. II, 1814 a; Bloch 3086; vgl. auch Seebaß Barock, Kat. 707, 1013. - Im Jahre 1776 erschien in London bei Benjamin Motte die Erstausgabe von "Travels into several remote nations of the world. In four parts. By Lemuel Gulliver" (Teerink 289). Dieser utopisch-satirische Reiseroman von Jonathan Swift (1667 - 1745) entstand in Irland zwischen den Jahren 1721 und 1726, wobei wohl einzelne Pläne und Skizzen schon "1713/14 im Londoner 'Scriberus Club' konzipiert wurden" (KLL XI, 9526 f.). "Wie schon in 'A Tale of a Tub' (1704) verbirgt sich Swift auch hier hinter einer fiktiven Erzählmaske. Lemuel Gulliver - sein Name stellt ein Wortspiel mit 'gullible' ('leicht zu täuschen') dar - erzählt von seinen Abenteuern auf vier Seereisen, die ihn, den arglos gutmütigen, hoffnungsvollen Menschenfreund und Patrioten, in einen verbitterten und desillusionierten Misanthropen verwandeln" (KLL a.a.O.). - Die deutsche Erstausgabe erschien in 3 Teilen in den Jahren 1727/28 in Hamburg bei Thomas von Wierings Erben (immer mit dem Zusatz: "Ist auch in Leipzig bey Philip Herteln zu bekommen"). Die ersten beiden Teile (aus dem Jahre 1227) enthalten die Beschreibung der vier Seereisen, die auch in der ersten englischen Ausgabe und der hier vorliegenden Leipziger Ausgabe bei Croener aus dem Jahre 1728 enthalten sind. Der hier ebenfalls vorliegende dritte Teil der deutschen Erstausgabe aus dem Jahr 1728 folgt wohl einer englischen Ausgabe von 1727 (ohne Verlagsangabe), die laut Titel als dritter Band von Gullivers Reisen erschien und wie vorliegend weitere Reisen beschreibt. Diese Texte stammen nicht von Jonathan Swift. Ein unbekannter Autor, Swift imitierend, führt die Fiktion eines autobiographischen Reiseberichtes des Lemuel Gullivers fort, wobei die Schilderung der Reise nach "Sevarambia" als Plagiat des Buches "The History of the Sevarites or Sevarambi, by one Captain Siden" von Denys Vairasse d'Alain (London, 1675-9) gilt (Teerink 292). Die Begründung, warum der Bibliograph Teerink diesen Jonathan Swift nicht zuzuschreibenden Band in sein Verzeichnis aufnimmt, ist gerade für die Zusammenstellung der ersten deutschen Ausgabe interessant: "The reason why I have included this volume here is, not only that in antiquarian catalogues it is frequently offered with the two volumes of the genuine Travels, but principally because the translation generally, at least during the 18th century, add it to the genuine work". In der Literatur wird die Ansicht vertreten, ein Londoner Buchhändler habe mit der Herausgabe dieses dritten Bandes am Erfolg des eigentlichen Werkes von Swift partizipieren wollen. - Bei der Ausgabe 'Leipzig, 1728' sind den Reisebeschreibungen ein für die deutsche Ausgabe spezifisches Widmungsblatt, ein Widmungstext und eine Art Einführung vorangestellt. Die Frage, ob zu dieser Ausgabe auch ein dritter Teil erschien, kann Teerink nicht beantworten, bezweifelt es aber (Teerink 428 a Anhang). - Der dritte Teil der Hamburger Ausgabe erschien mit 2 Kupfertafeln, die hier nicht vorliegen. -
Oberes Kapital mehrfach eingerissen (auch an den Gelenken); Rückenleder rissig und mit Fehlstelle beim Rückentitel; Deckelbezüge und Lederecken mit teils größeren Fehlstellen; teils stärker bestoßen. Freies Vorsatzblatt mit handschriftlichem Vermerk (Buntstift); Seite 287/88 nur noch fragmentarisch, S.303/4 gar nicht vorhanden (angebundener Teil: Hamburg, 1728); stellenweise mit kleineren Randeinrissen bzw. -ausrissen; durchgehend gebräunt und fleckig.
Klein - Oktav. Mit gestochenem Frontispiz (Proträt Gullivers) und 10 Kupfertafeln (davon 5 Karten und ein exotisches Alphabet). Titel in Rot und Schwarz, 7 ungez. Bll.; 1 ungez. Bl. (Zwischentitel), 1 unpag.S., S.2 - 134 (recte 136); 1 ungez. Bl. (Zwischentitel), 1 unpag.S., S.2 - 144; 1 ungez. Bl. (Zwischentitel), 1 unpag. S., S.4 - 136; 1 ungez. Bl. (Zwischentitel), 1 unpag. S., S.4 - 168, 4 ungez. Bl. Halblederband der Zeit auf fünf Bünden mit geprägtem Rückenschildchen. [Angebunden:] Des Capitains Lemuel Gulliver Reisen in unterschiedliche entfernte und unbekandte Länder Dritter und Letzter Teil. In sich haltend Dessen zweite Reise nach Brobdingnagg, und von dar nach Sporunda, Severambia, Monatamia & c.&c. Nebst des Hrn. Carolini, eines Venetianis. Edelmanns, Schlüssel oder Erklärung derer in beyden vorgehenden Theilen beschriebenen vier Reisen. Wegen ihrer Sorgfalt, Anmuth und Zusammenhängung mit denen vorigen aus dem Englis. ins Teutsche mit Fleiß übersetzet, und mit Kupfern gezieret. Hamburg, Thomas von Wierings Erben, 1728. Titel in Rot und Schwarz, 302 (von 304) S.
LOC-SH: Swift, Jonathan ; Swift, Jonathan ; Swift, Jonathan ; Swift, Jonathan ; European literature / Irish influences Real, Hermann Josef :: The reception of Jonathan Swift in Europe, London [u.a.] : Thoemmes 2005 ISBN: 0826468470
1. publ. - kleine Lagerspuren am Buch, Inhalt einwandfrei und ungelesen
Swift, Jonathan. Portrait, Porträt. Swift, Jonathan. Jonathan Swift *1667 Dublin - 1745 Dublin. Englischer politischer, satirischer Schriftsteller. Brustbild en Face.
Stahlstich um 1850. Ca. 13 x 10,5 cm.
[SW: Swift, Jonathan Swift, Graphik, Grafik, alte Stiche, Porträt, Porträts, berühmte Personen, Portrait, Portraits]
Jonathan Swift. Traduction nouvelle et complete par B.-H. Gausseron. Illustrations de V.-Armand Poirson. Voyages de Gulliver. Nebentitel: Voyages chez plusieurs nations reculees du monde par Lemuel Gulliver d'abord chirurgien puis capitaine sur differents vaisseaux. Complet en quatre parties.
Jonathan Swift. Traduction nouvelle et complete par B.-H. Gausseron. Illustrations de V.-Armand Poirson. Voyages de Gulliver. Nebentitel: Voyages chez plusieurs nations reculees du monde par Lemuel Gulliver d'abord chirurgien puis capitaine sur differents vaisseaux. Complet en quatre parties. A. Quantin (Imprimeur-Editeur). Paris [1884]. 2 Blätter, XII, 429 (2) S. mit sehr zahlreichen (darunter vielen farbigen) Illustrationen. [Les illustrations en couleurs de Poirson sont dans le texte]. Halbleinen der Zeit mit verstärkten Leinen-Ecken mit Rückentitel. Deckel mit Buntpapierbezug. Exlibris. Das farbig illustrierte Original-Titelblatt ist mit eingebunden. Einband berieben und beschabt. Rücken stark aufgehellt/verfärbt. Trotz leichter Mängel ein gutes Exemplar. Bei Interesse können Sie gerne weitere Photos anfordern. Jonathan Swift (* 30. November 1667 in Dublin, Irland; 19. Oktober 1745 ebenda) war ein irischer Schriftsteller und Satiriker. Er hat auch unter folgenden Pseudonymen geschrieben: Isaac Bickerstaff, A Dissenter, A Person of Quality, A Person of Honour, M.B. Drapier, T.R.D.J.S.D.O.P.I.I. (The Reverend Doctor Jonathan Swift, Dean of Patrick's in Ireland). Sein berühmt-berüchtigter Roman, The travels into several remote nations of the world by Lemuel Gulliver (dt. Gullivers Reisen) wurde 1726 veröffentlicht. Lange Zeit hauptsächlich als Kinderbuch angesehen, und in gekürzten Ausgaben seiner Satire beraubt, ist es oft unterbewertet. In einer Art Robinsonade beschreibt Swift die Reisen von Gulliver in verschiedene Länder, deren belächelte Eigenheiten Swift als scharfe Spitzen gegen die englische herrschende Klasse, die Royal Academy und die Menschennatur allgemein nutzt. Ein interessantes Detail der Geschichte ist zudem die relativ genaue Vorhersage von zwei Marsmonden, die erst 150 Jahre später entdeckt wurden. Swift zu Ehren wurde der größte Krater auf dem Mond Deimos nach ihm benannt.



