Im Winter Ein Jahr
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Reichsritterliche Herrschaft Tann - 8 handschriftliche Rechnungsbücher Freiherren zu der Tann. 1780-1794. 797 teils beidseitig beschriftete (+ 25 vakante) Bll. verschiedener Formate. Mit zahlreichen Siegeln. Zeitgenössische Foliobände in Halbleder mit handschriftlichen Titelschildchen; Einbände leicht defekt (1 lose); Fein.
1) "Belege zur Hochfreiherrl[ich] Tanni[schen] Naturalien-Rechnung / Von Petri 1780 bis dahin 1781".
108 (+ 7 vakante) Bll. Die ersten Blätter mit kleinem Wurmgang.
Darin u.a. das "Tresch-Register zur Tann, Strud- und Theobaldshoff aufs Jahr 1780", das "Erndte Register der Hochfreiherrlich Tannischen Güther zur Tann, Strud- und Theobaldshoff aufs Jahr 1780" (Weizen, Korn, Gerste, Hafer, Erbsen, Linsen, Wicken und Bohnen), ein "Verzeichniß derer über Winter ausgesäeten Früchte", ein "Verzeichniß Was auf dem Strudhof ao. 1780 an Winter Frucht ausgesäet worden" sowie weitere Verzeichnisse u.a. über den Viehbestand und Ausgaben für Handwerksarbeiten, einen Bericht zur Verwertung des gebrauten Bieres sowie zahlreiche Einzelbelege, unterschrieben von Hofbauern, Knechten, Tagelöhnern und anderen Bediensteten (Schnitter, Hirten, Obstgärtner, dem Schulmeister etc.).
2) "Hochfreiherrl. Tannisches Verwalterei Frucht Einnahms und Ausgabs Protocoll von Petri 1782 bis dahin 1783 / geführt von dem Gegenschreiber Johann Friedrich Schambach".
69 (+ 2 vakante) Bll.
Darin Verzeichnisse der "Einnahme" und "Ausgabe", von Weizen, Roggen ("Korn"), Gerste, Hafer, Erbsen, Linsen, Wicken, Bohnen, Raps ("Saemgen"), Leinsaat (leer), Eckern und Salz. Als Einnahmen sind die Drescherträge und Zukäufe (u.a. "von dem Fischbacher Nachbarn Joh. Wolf Peter Dietzeln"), als Ausgaben insbesondere Deputate für das Gesinde (viele Namen) Tierfutter und Verkäufe, ferner "zum Brandewein Brennen", "zum Brauen" etc. verzeichnet.
3) "Belege zur Hochfreiherrlich Tannischen Lasten Rechnung / Von Petri 1789 bis dahin 1790".
152 (+ 5 vakante) Bll. Leicht feuchtfleckig; eingebunden gestochene Portraits von Heinrich Schlick Gf.v. Passau und Johann Gf. v. Montfort.
Darin Autographen der Freiherren Christoph Friedrich (Entlastung für seinen ehemaligen Lehnsbeamten und Sekretär Johannes Klübers), Karl Friedrich (2 Quittungen) und Friedrich (2; Kosten für die Mauer im Schlossgarten und einen Schuldenerlass betr.) sowie von weiblichen Angehörigen der Familie (9, darunter eine Schuldverschreibung der Helena Elisabetha Juliana Frfr. v.u.z.d. Tann geb. Freiin von Venningen für den Bürgermeister Georg Christoph Pfefferkorn, ferner Zahlungsanweisungen und Quittungen); meist mit Siegel;
ferner zahlreiche (meist besiegelte) Schreiben der Fränkischen Ritterschaft, u. a. Diäten und Reisekosten im Zusammenhang mit Konferenzen Ritterschaft in Schweinfurt, Studienbeihilfen für Karl Friedrich von und zu der Tann sowie Prozesskosten betreffend,
eine Quittung m.U. und Siegel des ehemaligen Amtmanns und Lehensekretärs Johannes Klüber über 1800 Gulden "aus der Concurs-Masse", Belege von Handwerkern über Arbeiten an den herrschaftlichen Gebäuden, Soldquittungen etc.
4) "Belege zur Hochfreiherrlich Tannischen Lehns und Jurisdictions-Geld-Rechnung / Von Petri 1789 bis dahin 1790".
74 Bll.
Darin Listen der Zinspflichtigen zu Unterweid, Hilters, Simmershausen und Larbach, ein "Verzeichniß über erschienenes Lehn- und Siegel Geld im Ganerbschaftl. Tannischen Gebiete", Verzeichnisse "der Schutzverwandten", der Strafen, Waldbußen und Schutzgelder, der Ohmgelder für Bier und Branntwein;
ferner 4 Autographen des Freiherrn Friedrich (u.a. Entscheid in einer Strafsache), Eingaben an die Herrschaft, Spesenquittungen des Gerichtsverwalters, Aufzeichnungen über die "äußersten Fruchtpreise", etc.; teilweise unterzeichnet von dem Lehensadministrator Andreas Simon und dem Bürgermeister von Tann.
5) "Belege zur Naturalien Rechnung von Petri 1789 bis dahin 1790".
101 (+ 2 vakante) Bll.
Darin u.a. das "Tresch Register der H[och]Freiherrl[ich] Tannischen Güther zur Tann- Strudt- und Theobaldshof auf das Jahr 1789", das "Erndte Register" dieses Jahres (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Erbsen, Linsen und Wicken), Verzeichnisse der Aussaaten, der Viehbestände (auch der Schlachtungen und des "crepirten Schaaf-Viehes"), des Holz- und Reisig-Einschlags (auch der Lieferungen "zur Herrschaftl. Haußhaltung ins Schloß"), der Heu- und Grummeternten.
Ferner eine große Zahl von Original-Quittungen, darunter eine vom Freiherrn Carl August von der Tann unterschriebene Quittung über die Lieferung von "2 Malter 4 Maas Hafer [und] 4 Maas Gerste ErbZinß auf das Jahr 1789", sowie Quittungen über den Erhalt von Besoldungen (in Naturalien), Deputaten, etc., unterschrieben von Hofbauern, dem Schäfer, dem Schmied ("1 Malter Korn vor die Akker-Pflüge"), dem Schulmeister, dem Fähnrich der Stadt- und Land Compagnie ("2 Eimer Bier") u.v.a.
6) "Freiherrlich Tannisches Verwalterei-Frucht-Gegenschreiberei-Protocoll von Petri 1789 bis dahin 1790 / geführt von Johannes Kroning".
53 Bll. (2 Einlageblätter lose).
Darin Verzeichnisse der "Einnahme" und "Ausgabe" von Weizen, Roggen ("Korn"), Gerste, Hafer, Erbsen, Linsen und Wicken, "zur Haußhaltung im Schloß", als Tierfutter, div. Deputate für das Gesinde (viele Namen) etc.
7) "Belege zur Hochfreiherrlich Tannischen Lasten-Depositen-Rechnung / Von Petri 1790 bis dahin 1791".
53 Bll. (2 Einlageblätter lose).
Darin Autographen der Freiherren Friedrich (2 Urkunden betr. den "Abschlag meiner mütterlichen Forderungen") und Karl Friedrich (4 Quittungen) sowie von weiblichen Familienangehörigen (3);
ferner 11 Schreiben der Fränkischen Ritterschaft, die "alt Tannische Debit Massa" betreffend,
sowie eine Aufstellung der "Einnahm beym Kirmes Gericht", ein Mietvertrag über eine Schäferwohnung, Handwerkerrechnungen und -quittungen, Aktenauszüge, Post-Einlieferungsscheine, ein Auszug aus dem Postbuch etc.; vielfach von dem Lehensadministrator Andreas Simon unterzeichnet.
8) "Belege zur Verwalterei Naturalien Rechnung von Petri 1793 bis dahin 1794".
87 (+ 6 vakante) Bll.
Darin mehrseitige Dresch- und Ernteregister, Verzeichnisse "über die Winter aus saat" auf dem Schweithof und dem Theobaldshof sowie die Sommeraussaaten (mit Bezeichnung der Flurstücke), Verzeichnisse über das abgegebene Salz, das geschlachtete Vieh, die Lieferungen an Holz, Reisig, Heu- und Grummet, den Viehbestand, die Ausgabe von Bier an das Gesinde, Quittungen über Deputate etc.
Die Rechnungsbücher sind jeweils vollständig erhalten und geben mit ihrer Fülle an Details einen Einblick in die Ökonomie einer von Schulden beschwerten reichsritterlichen Herrschaft zum Ausgang des 18. Jh. Darüber hinaus sind sie wertvoll durch die enthaltenen Listen der Flurstücke und Hintersassen.
Faure, Gabriel: Piano Trio in d-Moll op.120 Piano Trio in D-Minor op.120,
S. 56, Gabriel Faure (geb. in Pamiers, 12. Mai 1845 - gest. Paris, 4. November 1924) Piano Trio in d-moll op. 120 Vorwort Nach der ersten öffentlichen Aufführung des Klaviertrios d-Moll op. 120 von Gabriel Faure sollen sich einige Freunde des Komponisten gefragt haben: "Wie weit wird er wohl gehen, wenn er hundert Jahre alt ist?" Tatsächlich hatten die engsten Vertrauten des 78jährigen jeden Grund, über seinen scheinbar unerschöpflichen Reichtum an musikalischer Kreativität zu staunen. Nachdem er seine 14jährige Amtszeit als Leiter des Pariser Conservatoire beendet hatte, trat er kaum in den sprichwörtlich wohlverdienten Ruhestand. In einem Brief an seine Frau Marie aus dem Jahr 1918 bemerkte er, daß er mit zunehmendem Alter "offenbar noch schneller und leichter arbeiten" könne; und nach der Pensionierung konnte er nur seine Dankbarkeit dafür zum Ausdruck bringen, daß ihm eine "göttliche Vorsehung von einer sehr schweren Last" befreit habe. Dieses neue Gefühl der Freiheit und Leichtigkeit bei seiner schöpferischen Arbeit kommt in den Werken, die er im Jahre nach seiner Pensionierung vollendete, deutlich zum Tragen. Das Jahr 1921 fing mit der Fertigstellung des Zweiten Klavierquintetts an und setzte sich mit der Entstehung des Horizon chimerique, der Barcarolle Nr. 13, der Zweiten Violoncellosonate und der Nocturne Nr. 13 fort. Um so erstaunlicher erscheint dieser künstlerische Tatendrang, wenn man die häufigen Krankheiten Faures sowie seine schleichende Taubheit bedenkt. Letztere wurde auf tragische Weise auch durch eine Hörstörung verstärkt, die - so der Komponist - eine "wahrhaftige Kakophonie" hervorrief: Die hohen Töne erklangen um eine Terz zu tief, die tiefen hingegen um eine Terz zu hoch, während die mittlere Tonlage die richtigen Tonhöhen behielt. Am 16. Dezember 1921 starb Faures Lehrer und langjähriger Freund Camille Saint-Saens. Ein paar Wochen später brachte Faure die letzten Takte der Nocturne Nr. 13 zu Papier und beendete damit eine der fruchtbarsten Perioden seiner künstlerischen Laufbahn. Danach - ob wegen der Auswirkung von Saint-Saens' Tod, ob wegen der anhaltenden Kämpfe um seine Gesundheit (oder beides zugleich) - brach Faures bemerkenswerte Produktivität jäh ab. Den Gedanken an ein Klaviertrio, das vielleicht durch Ravels Klaviertrio aus dem Jahr 1914 inspiriert wurde, verdankte Faure zunächst einer Anregung seines Verlegers Jacques Durand im Januar 1922. Der Komponist wagte sich jedoch an den Auftrag nur langsam heran. Er verbrachte den Winter 1921/22 mit Freunden in Nizza, wobei er seiner Frau in einem Brief vom 4. März gestand, daß er "das Leben eines Faultiers" führe: Er habe "rein gar nichts" zustande gebracht und seit seiner Ankunft nicht einmal "zwei Töne ausgedacht, die es wert wären, aufzuschreiben". Nach seiner Rückkehr in seine Heimatstadt Paris im folgenden April skizzierte Faure offensichtlich einige Stellen des Andantino, das schließlich zum zweiten Satz des Klaviertrios werden soll. Er versuchte zwar während der Sommerferien im Dorf Argeles seine Arbeit an diesem Satz fortzusetzen, zog sich jedoch eine Lungenentzündung zu, die ihn bis Anfang August lahmlegte. Nach seiner Erholung nahm er eine Einladung seiner Freunde und Gönner Louise und Ferdinand Maillot an, sie auf ihrem Landgut in Annecy-le-Vieux (Savoyen) zu besuchen. Dort hatten die Maillots Faure bereits vor drei Jahren ihre Gastfreundschaft gewährt, die er damals ausnutzte, den Liederzyklus Mirages zu komponieren. Zu der Geborgenheit der vertrauten Umgebung kam auch die begeisterte Aufnahme des alternden Komponisten durch die Dorfbewohner hinzu. Maillot wirkte bei der Veranstaltung eines kleinen Faure-Festivals im Casino Annecy mit, dem gleich tags darauf von einer Aufführung der Messe basse in der örtlichen Dorfkirche folgte. Die Atmosphäre in Annecy trug sehr zu einer Besserung des körperlichen und seelischen Zustands des Komponisten bei, der am 26. September seiner Frau folgenden aktualisierten Arbeitsbericht schreiben konnte: "Ich habe ein Trio für Klarinette (oder Violine), Violoncello und Klavier angefangen. Ein wichtiger Abschnitt des Trios wurde bereits vor einem Monat in Angriff genommen und ist nun fertig." Endlich wurde das Andantino, an dem er mit Unterbrechungen seit April gearbeitet hatte, erfolgreich abgeschlossen. Im Oktober kehrte Faure nach Paris zurück und beschloß, den Winter dort zu verbringen. Er arbeitete in seinem Studierzimmer in der Rue des Vignes 32, wo er bis Mitte Februar 1923 auch die Ecksätze des Trios komponierte. Nach einer Privataufführung im Pariser Salon des Ehepaars Maillot im folgenden April soll Faure Madame Maillot gesagt haben: "Sehen Sie, wozu Ihre Gastfreundschaft hinführt!" Die offizielle Uraufführung fand am 78. Geburtstag des Komponisten (12. Mai) in einem Konzert des Societe national de musique statt. Bei den Ausführenden handelte es sich um drei ehemalige Preisträger des Conservatoire: Robert Krettly (Violine), Jacque Patte (Cello) und Tatiana de Sanzevitch (Klavier). Faure konnte zwar selbst wegen Krankheit nicht an der Premiere teilnehmen, durfte jedoch eine weitere Aufführung des Trios am 29. Juni an der Ecole normale de musique durch Jacques Thibaud, Pablo Casals und Alfred Cortot erleben. Einige Tage vorher hatte der Komponist einen Brief von der belgischen Königin Elisabeth (einer Amateurgeigerin und zugleich der Widmungsträgerin der Zweiten Violinsonate) erhalten, in dem über das Klaviertrio wie folgt berichtet wurde: "Ich habe Ihr Trio gehört, das mich zutiefst gerührt hat. Das Werk ist großartig und voller Charme und Poesie, und ich durfte in jenem unglaublichen Hochgefühl schwelgen, das Ihre Kompositionen ausstrahlen. Wie sehr ich es bereute, Sie damals nicht an meiner Seite zu sehen!" Der Brief der Königin darf stellvertretend für die Wärme stehen, mit der die Zuhörer, die Kritiker und die Ausführenden das neue Werk aufnahmen. Die positiven Reaktionen auf das Klaviertrio haben Faure sicherlich ermutigt, als er sich seiner letzten schöpferischen Herausforderung zuwandte: dem Streichquartett, das im September 1924 in Annecy kaum zwei Monate vor seinem Tod in Paris vollendet wurde. Bis Ende seines Lebens hatte Faure bereits das Heraufkommen des musikalischen Impressionismus, die skandalumwitterte Uraufführung von Strawinskys Le Sacre du Printemps (1913) und den Tod des jungen Einzelgängers Claude Debussy in 1918 miterlebt. Das Klaviertrio Ravels, mit dem sein eigener Beitrag zu dieser Gattung oft verglichen wird, war zwar bereits 1914 entstanden; vergleicht man jedoch nur den rein musikalischen Inhalt beider Werke, so wird man sich schwertun, Faures Trio als das um acht Jahre ältere Werk zu erkennen. Angesichts der radikalen Neuerungen seiner jüngeren Zeitgenossen blieb Faure den klassischen Prinzipien treu, die seine Musik ausmachte: Klarheit der Form, Reinheit der Melodie und eine emanzipierte Auffassung der harmonischen Strukturen, die sich nichtsdestotrotz immer auf eine feste Tonartlichkeit beziehen. Vielleicht am zutreffendsten sind die Worte, mit denen Alfred Cortot die unverwechselbare Art des besonderen Klassizismus Faures zusammenfaßte: "Indem er eine Klangsprache einsetzte, die nie in Staunen versetzen oder Beifall erheischen wollte, hat er seinen Meisterwerken das Qualitätssiegel einer überraschenden und andauernden Frische aufgedrückt." Solche Qualitätssiegel der Musiksprache Faures sind im Klaviertrio reichlich vorhanden. So kontrastiert im Kopfsatz das kantige Profil des ersten Themas in d-Moll mit dem engen Ambitus des beschwingten Seitenthemas (ab T. 51). Der rhythmische Charakter des Seitenthemas - mit seinen vielen chromatischen Abwandlungen - vermittelt wiederum den Eindruck eines nahtlosen harmonisch-melodischen Flusses, der im T. 91 im triumphalen Durchbruch des F-Dur gipfelt. Wie häufig bei Faure bleibt im Charme der Sequenzbildung bis T. 91 ein ausgeklügeltes, meisterhaft behandeltes Tonartenschema versteckt, das auf terzverwandte Grundtöne basiert. Trotz der erwähnten themati...
Finch, George Ingle: Der Kampf um den Everest. Deutsch von Walter Schmidkunz. Mit 90 Abbildungen, einer Anstiegsskizze und 2 Karten. Einband und Vorsatz nach Entwurf von Reinhold Geidel, Leipzig. Erstausgabe. F. A. Brockhaus Erste Aufl. 1925 Leipzig
206S. Groß 8°
Leinen Erste und einzige Ausgabe von Finchs Bericht, auf Anregung von Walter Schmidkunz entstanden (keine englische Ausgabe erschienen). Klammergehefteter, illustrierter Ganzleineneinband mit Farbkopfschnitt und Schmuckvorsätzen. Der Einband leicht angeschmutzt bzw. etwas staub- (finger-)fleckig, Seiten- und Fußschnitt dezent (stock-)fleckig, einige der Heftklammern angerostet, ansonsten rundum guter Zustand dieser reich illustrierten und schön gestalteten Ausgabe aus der Historie des Bergsteigens. Gesetzt in Fraktur. George Ingle Finch (* 4. August 1888 in Australien; 22. November 1970) war ein australischer Chemiker und Bergsteiger. Er wuchs im deutschsprachigen Teil der Schweiz auf und studierte später Physik an der Universität Genf. Zwischen 1936 und 1952 hatte er eine Professur für Angewandte Chemie am Imperial College London inne. Finch hatte sich für die 1921er Erkundungsexpedition des Everest-Komitees beworben, das die Royal Geographical Society zusammen mit dem Alpine Club gegründet hatte, war aber wegen vorgeblicher gesundheitlicher Bedenken abgelehnt worden. Die Ablehnung war eher mit dem "Nicht-Passen" von Finch in die "Oxbridge"-Clubkultur des Alpine Club erklärbar. Finch war dann aber Mitglied der zweiten britischen Expedition am Mount Everest unter der Leitung von Brigadier Charles G. Bruce. Finch hatte zuvor mit Georges Dreyer umfangreiche Versuche an der Universität Glasgow zum Einsatz von Flaschensauerstoff unternommen, einschließlich Versuchen in Unterdruckkammern, in denen Höhen von 9000 bis 10000 Meter simuliert werden konnten. In der Folge dieser Versuche wurde Finch zum überzeugendsten Verfechter des Einsatzes der sogenannten "englischen Luft", ein Bonmot, das die Sherpas der 1922er Expedition dann zum Flaschensauerstoff prägten. Finchs medizinische Untersuchungen zum Einsatz von Flaschensauerstoff in der Todeszone blieben bis 1980 entscheidend für viele weitere Expeditionen an den 8000ern. Selbst den skeptischen George Mallory hatten die Leistungen Finchs und anderer beim versuchsweisen Gehen mit Sauerstoff in großen Höhen so überzeugt, dass der letzte Gipfelversuch Mallorys mit Sauerstoff erfolgte - derjenige Versuch, bei dem Mallory und sein Begleiter Andrew Irvine ums Leben kamen. Am 23. Mai 1922 erreichten Finch und Captain J. Geoffrey Bruce, der Vetter des Expeditionsleiters, eine Höhe von 27300 Fuß (ca. 8330 Meter) in der Nordwand des Mount Everest, bevor sie umkehrten. Er überwarf sich mit dem Everest-Komitee nach 1922 wegen Streitigkeiten um Buch- und Vortragshonorare und nahm in der Folge nicht an der Expedition 1924 an den Everest teil. (Das Everest-Komitee hatte sich sämtliche Foto-, Vortrags- und Veröffentlichungsrechte restriktiv vorbehalten, die jedoch Finch - nicht als einziger - mit Vorträgen in der Schweiz umging). In den Alpen war Finch Erstbegeher der Nordwand-Diagonalen (oder "Finch Route") am Dent d'Herens, die er zusammen mit T. G. B. Forster und R. Peto am 2. August 1923 bestieg. Finch wurde 1938 zum Mitglied ("Fellow") der Royal Society erwählt und gewann 1944 die Hughes-Medaille. Er war ein lebenslanger Verfechter und Unterstützer des Alpine Club, obwohl ihm in den 1920ern ein Teil der Mitglieder wegen seiner einfachen Herkunft, seiner Erziehung abseits der englischen Schulen und seinem Benehmen als Einzelgänger und "Führerloser" der Berge der Alpen kritisch gegenüberstand. Finch wurde später auch Präsident des Alpine Clubs. Walter Schmidkunz (* 26. März 1887 in Kiel; 19. November 1961 in Neuhaus (Schliersee)) war ein deutscher Verleger, Alpinschriftsteller und -journalist. Mit seinen populären Büchern, Sammlungen und Artikeln, zum Teil auch für noch bekanntere Alpinisten wie Luis Trenker, prägte er lange Zeit maßgeblich die öffentliche Wahrnehmung der Alpen und des Bergsteigens. Schmidkunzens Vater Hans (1863-1934) stammte aus Wien und gehörte zu den Initiatoren des "Verbandes für Hochschulpädagogik". Walters Mutter Mathilde Porges von Porgesheim stammte aus einer österreichisch-jüdischen Familie, so dass Walter Schmidkunz zunächst die österreichische Staatsbürgerschaft besaß. Er wuchs im Geist der "Lebensreform" auf und gehörte 1904 zu den Gründungsmitgliedern des bayerischen Wandervogels, für den er Bergtouren organisierte. Er studierte an der Universität München. Der begeisterte Bergsteiger - angeblich bestieg er im Laufe seines Lebens über 2.500 Gipfel - begründete 1910 einen Verlag, Die Scholle, in welchem er Literatur für Bergsteiger und Skifahrer herausbrachte und beteiligte sich außerdem an der Deutschen Alpenzeitung. 1913 gründete er einen nach ihm benannten Verlag und erwarb 1917 den Verlag E. W. Bonsels. Während des Ersten Weltkriegs kämpfte er als Leutnant an der Adamello- und Ortlerfront. 1919 überführte Schmidkunz seine Verlage in den neu gegründeten Münchner Dreiländerverlag. Dazu gehörten die von ihm auch redigierten Zeitschriften Der Winter, Deutsche Alpenzeitung und Das Waidwerk, Werke von Waldemar Bonsels, aber auch Werke Johannes Schlafs und ein früher Roman Lion Feuchtwangers. Schnell geriet Schmidkunz, der offensichtlich nicht mit Geld umzugehen wusste, in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Bereits 1919 verlor er Der Winter und 1920 die Deutsche Alpenzeitung. Nachdem er 1920 den genossenschaftlichen Bergverlag gründete, aber noch im selben Jahr wieder abgeben musste, arbeitete er fortan im Wesentlichen als freier Autor. Schmidkunzens Sammlung Zwischen Himmel und Erde aus dem Jahr 1925 stand am Anfang eines Genres der Alpin-Anekdotenbücher. 1928 erhielt er den Dichterpreis der Stadt München und begründete die "Gesellschaft alpiner Bücherfreunde". Bekannt wurde er auch mit seinen Sammlungen zur Alpingeschichte, darunter die Alpine Geschichte in Einzeldaten (1931). Er schrieb in den 1930er Jahren als "Ghostwriter" Bücher für Luis Trenker und arbeitete auch an einigen von Trenkers Filmen mit (Berge in Flammen, 1931; Der Rebell, 1932). 1933 gab er das einflussreiche Junger Mensch im Gebirg aus dem Nachlass des tödlich verunglückten Bergsteigers Leo Maduschka heraus. Die von Schmidkunz mitherausgegebene Liedersammlung Das leibhaftige Liederbuch fand bis in die 1980er Jahre eine sehr weite Verbreitung. Als Schmidkunzens wichtigstes Werk gilt Bergvagabunden (1937) für und über den Bergsteiger und Bergfilmer Hans Ertl. Schmidkunzens Verhältnis zum Nationalsozialismus ist umstritten. Aus dem Alpenverein Sektion Bayerland war er 1924 wahrscheinlich aus Protest gegen den Antisemitismus des Vereins ausgetreten. Auch wurde er als von jüdischer Abstammung denunziert. Auf der anderen Seite legte er 1933 unter dem Titel Adolf Hitlers Wahlheimat einen propagandistischen Reiseführer Berchtesgadens voller Pathos für Adolf Hitler vor. Seit 1940 gab er die Münchner Lesebogen heraus, die er im Sinne der Literaturpolitik des NS-Staates betreute. Die Münchner Lesebogen bestanden aus Heften im Umfang von 16 bis 30 Seiten und erlebten als leichte Lesekost für Soldaten und RüstungsarbeiterInnen während des Zweiten Weltkriegs eine Millionenauflage. Nach Kriegsende wurde Schmidkunz im Entnazifizierungsverfahren zunächst als "minderbelastet" eingestuft und M 500,- Geldbuße sowie zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. In einem Berufungsverfahren wurde er 1949 freigesprochen. Schmidkunz zog an den Tegernsee und arbeitete dort als Kulturreferent eines Gemeinderats.
[SW: Erfahrungsbericht | Bergsteigen | Mount Everest Expeditionen der Zwanzigerjahre | Erstausgaben]
Schultheis, Ulrike; Probst, Petra: Wie lange ist ein Jahr? THIENEMANN VERLAG GMBH, Juli 2001 ISBN: 9783522433143
Sofort lieferbar! Mängelexemplar mit Lagerspuren. Rechnung mit MwSt. Gebunden, Farb. illustr., 15,9cm x 12,1cm x 1,2cm, Klein, aber oho! Kunterbunter Kinderalltag. Ein liebenswertes Mitbringsel für jede Gelegenheit. Mini-Bilderbuch im Format 11,6 x 15 cm "Wie oft muss ich noch schlafen, bis ich wieder Geburtstag habe?", fragt Sophia am Abend ihres fünften Geburtstags. Da erzählt ihr die Mutter, was alles geschieht, bis ein Kinderjahr vorbei ist. Autorenporträt: Zur Illustratorin: Petra Probst, 1958 in München geboren, studierte Grafik und Kunst in München und Turin. Kinderbücher illustriert sie seit vielen Jahren. Sie wohnt mit ihrer Familie in Cinzano, einem kleinen Weinort in der Nähe von Turin. Den Kinderalltag, von dem ihre Bilderbücher erzählen, kennt sie aus eigener Erfahrung. Zur Autorin: Ulrike Schultheis ist seit mehr als 25 Jahren Kinder- und Jugendbuchhändlerin. Zusammen mit ihrem Mann besitzt sie eine Buchhandlung in Starnberg bei München. Sie hat mehrere Kinderbücher geschrieben, ist außerdem als Rezensentin und Referentin für Kinder- und Jugendliteratur tätig und macht Buchvorstellungen in Kindergärten, Schulen und Fortbildungsseminaren. Wenn ihr in ihrer Kinderbuchabteilung ein Buch zu einem bestimmten Thema fehlt, schreibt sie es manchmal selbst. Die lebhafte Erinnerung an die Kinderzeit ihrer beiden erwachsenen Töchter hilft ihr dabei sehr. "Wie lange ist ein Jahr?", fragt Sophia und setzt sich auf. "Leg dich erst einmal gemütlich hin", sagt die Mutter, "dann erzähle ich dir eine Jahreszeiten-Geschichte. Du wirst staunen, was alles geschieht, bis ein Jahr vorbei ist!" "Jetzt haben wir Winter. Draußen liegt Schnee. Es ist kalt und du musst dich warm anziehen, wenn du zum Schlittenfahren gehst." "Im Winter ist auch der Fasching. Da dürft ihr euch alle verkleiden." "Ich will Ballett-Tänzerin sein!", ruft Sophia aufgeregt. "Mit einem rosa Tüllröckchen und rosa Schleifen im Haar!" "Das ist eine gute Idee. und wenn der Fasching vorüber ist", erzählt die Mutter weiter, "dann kommt langsam der Frühling."



