Hemingway
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Hemingway,Ernest: Fiesta. Roman. Autorisierte Übertragung aus dem Amerikanischen von Annemarie Horschitz-Horst, Büchergilde Gutenberg (Lizenz des Rowohlt Verlages) Lizenzausgabe 1963 Frankfurt am Main, Wien, Zürich
294S. 8°
Leinen Fadengehefteter, geprägter Ganzleinenband mit Farbkopfschnitt und Schutzumschlag. Der Umschlag dezent berieben und angerändert, die Seite 117 mit zwei Knicken, ansonsten sehr guter Zustand. Fiesta ist der erste größere Roman von Ernest Hemingway, der 1926 unter dem englischen Titel The Sun Also Rises erschien und ihn berühmt machte. Der Roman geht auf Erlebnisse Hemingways im Schriftstellermilieu im Paris der 1920er Jahre und im spanischen Pamplona des Jahres 1924 zurück. Hemingway nahm damals an den Stierläufen der Fiesta San Fermin in Pamplona teil. Die Arbeit an dem Roman begann Hemingway Ende Juli 1925 in Valencia, setzte sie im August in Madrid, San Sebastian und Hendaye fort und schloss den ersten Entwurf des Manuskripts am 6. September in Paris ab. Im folgenden Winter nahm er im österreichischen Montafon-Tal umfassende Überarbeitungen und Kürzungen vor, ehe er das Manuskript im April 1926 an Maxwell Perkins vom Scribner-Verlag/New York sandte. Die Handlung beruht auf persönlichen Erlebnissen des Autors. Sie führt nach Paris, San Sebastian und hauptsächlich nach Pamplona, sowie einer fischreichen Region auf dem Land zwischen Pamplona und den Pyrenäen. Die jährliche "Fiesta San Fermin" in Pamplona, die Hemingway seinem Roman zugrunde legt, beginnt 1924 am 6. Juli. Das kirchliche Fest dauert 7 Tage und 7 Nächte. Auf der Prozession tanzt die Bevölkerung, behängt mit Knoblauchkränzen, von Trommlern unterstützt, lautstark durch die Stadt im Norden Spaniens. Durch die Gassen und Straßen werden Kampfstiere von einem Startplatz im Norden der Stadt zur Stierkampfarena getrieben, vor denen Männer - Spanier und Touristen - davonrennen im Bemühen, nicht verletzt zu werden. Dass dabei einer dieser Männer von einem Stier getötet wird, scheint in dem allgemeinen Trubel eher unterzugehen. - Die Erzählung setzt mit Teil 1 des Romans in Paris ein und schildert das Leben dortiger amerikanischer Emigranten, das sich hauptsächlich in den Cafes abspielt. Der Ich-Erzähler Jacob Barnes, von seinen Schriftstellerfreunden Jake genannt, ist in dem Pariser Büro eines amerikanischen Magazins als Korrespondent beschäftigt. Immerhin beträgt sein Guthaben zu Romanbeginn 1.832,60 Dollar. Er kommt aus Kansas City. An der Italienfront des Ersten Weltkriegs erlitt er schwere Verletzungen, die zu einer Impotenz führten. Im Lazarett lernte er die Krankenschwester Brett kennen. Jake war seinerzeit in die junge Frau, die inzwischen zweimal verheiratet war und nun Lady Ashley heißt, verliebt. (Dieses "Krankenschwester-Erlebnis" wird auch anderen Romanen des Autors, hauptsächlich "In einem anderen Land" ausgearbeitet) Der Jude Robert Cohn aus New York schreibt in Paris an seinem zweiten Buch. Es geht mit dem Schreiben nicht so recht voran. Er hat die junge Frances Clyne am Hals. Frances klagt Jake ihr Leid: Robert habe ihr die Ehe versprochen und nun einen Rückzieher gemacht. Jake weicht aus. Er weiß mehr, sagt es aber Frances nicht: Robert hatte mit Brett in San Sebastian eine Affaire. Teil 2 des Romans: Jake reist mit Bill Gorton über Bayonne nach Pamplona zur Fiesta. Der Schriftsteller Bill ist extra mit dem Dampfer aus New York gekommen, um sich die Stierkämpfe in Spanien anzusehen. Jake ist in Pamplona als Aficionado bekannt und bekommt deshalb im Hotel Montoya einige der gefragten Zimmer für sich und seine Freunde. Es gibt nicht viele Amerikaner unter den Aficionados. Deshalb achten die Spanier Jake so sehr, dass sie ihm sogar seine trinkfreudigen Freunde verzeihen. Zwischen den Mitgliedern der Gruppe bauen sich immer stärkere Spannungen auf: Cohn weiß, dass seine Affäre mit Brett bekannt ist und verhält sich in einer Art und Weise, die Jake und Bill, und dann auch Brett und Mike, nicht gefallen (Brett reist später als die anderen Mitglieder der Gruppe an, mit Michael Campbell, Mike genannt). Sie will den Schotten, der vielleicht einmal reich werden wird, heiraten. Schließlich stellt sich heraus, dass Mike ein dem Alkohol besonders zugeneigter Bankrotteur ist. Aber Brett selbst ist in Wahrheit die zentrale Figur, um die sich alles dreht. Obwohl Brett auf der Anreise wegen Alkohols einen Kollaps erlitten hat, genießt sie die Fiesta in vollen Zügen. In der Arena sitzt sie bald vorn an der Barriere und schaut ungerührt zu, wie ein Stier mit dem Horn einem Pferd den Leib aufschlitzt. Robert findet diese Vorkommnisse in der Arena eher ekelerregend, obwohl er den Stierkampf, und speziell die Toreros, sehr bewundert. Aber die Hauptbeschäftigung der Freunde besteht ohnehin im täglich mehrfach wiederkehrenden Trinkgelage. Bei einem beschwert sich der betrunkene Mike über Robert Cohn, der unentwegt um Brett scharwenzelt und ihr (und ihm selbst) dadurch stark auf die Nerven geht: Er fordert Robert unmissverständlich auf, Pamplona zu verlassen. Aber Robert, der immer nüchtern ist, lässt sich nicht abweisen. Er hält sich auch nach Mikes verbaler Attacke beständig in Bretts Nähe auf und liefert mehr denn je Anlass zu Streitereien. Die 34-jährige Brett vergöttert den 15 Jahre jüngeren Torero Pedro Romero und bringt Jake dazu, ihr diesen vorzustellen. Sie beginnt sofort ein Verhältnis mit dem 19-Jährigen. Der Hotelbesitzer, Senor Montoya, missbilligt es, wenn ein Torero Cognac trinkt und sich mit einer dürftig bekleideten Ausländerin öffentlich zeigt, von "Verhältnissen" gar nicht zu reden. Jake weiß das, und obwohl ihn mit Montoya eine auf der gemeinsamen Leidenschaft zu Stierkämpfen fußende Männerfreundschaft verbindet, ignoriert er Montoyas offensichtliche Missbilligung. Brett klagt Jake, ihrem "Liebling", andauernd ihr Leid, das sie selbst verursacht; sie könne nicht anders und will das von Jake bestätigt haben. Jake zeigt sich ihr gegenüber verständnisvoll, obwohl offensichtlich ist, dass die Probleme, die zwischen dem Trinker Mike und Robert Cohn auftreten, durch die Tatsache verursacht wurden, dass sie trotz der Verlobung zu Mike eine Affäre mit Robert hatte. Robert Cohn, in Universitätszeiten ein talentierter Amateurboxer, kann nicht verwinden, dass Brett im Hotelzimmer des Toreros Romero weilt. Er dringt ein und verprügelt den körperlich hoffnungslos unterlegenen Romero, so dass dieser noch beim späteren Stierkampf behindert ist. Dann schlägt er auch noch auf den betrunkenen Jake ein. Zuletzt flüchtet Robert - wahrscheinlich zurück nach Paris zu Frances Clyne. Nach Romeros Corrida, auf der er trotz der erwähnten Prügel wie immer glänzt, sucht Brett mit dem jungen Stierkämpfer das Weite. Die Fiesta geht damit zu Ende. Teil 3: Nach der Fiesta verlassen auch Jake, Mike und Bill gemeinsam Spanien. Ihre Wege trennen sich in Südfrankreich an der Atlantikküste. Jake kehrt nach Spanien zurück, nach San Sebastian. Dort will er noch einige ruhige Tage alleine verbringen, bevor er zurück nach Paris fährt. Das funktioniert soweit auch ganz gut, bis ihm Brett telegrafiert, dass er sie in Madrid aufsuchen solle. Wie schon zuvor denkt Jake nicht nach, sondern reagiert sofort auf die flehentliche Bitte, nimmt den Nachtzug und trifft Brett im Hotel an. Sie hat sich von dem besitzergreifenden, aber unreifen Torero Romero getrennt. Brett und Jake unternehmen eine nachdenkliche Taxifahrt durch die heiße spanische Metropole, kommen einander dabei wieder näher und Brett bedauert wie schon zuvor das Schicksal, das nach ihrer Meinung zu dieser unglückseligen Situation geführt hat: "Ach, Jake", sagte Brett. "Wir hätten so glücklich zusammen sein können. [...] "Ja" [...] "Ganz schön, sich das auszumalen, nicht wahr." In dieser Passage zeigt sich, wie Jake zu begreifen scheint, dass ein normales Verhältnis zu Brett niemals möglich wäre und sie sich jedes Mal nur zu ihm wendet, wenn es ihr gerade schlecht geht, dabei in Kauf nehmend, dass sie ihn immer wieder verletzt. Zugleich kommt der Autor hier, ohne es explizit anzusprechen, auf Jakes persönliche Tragik zurück Hemingway selbst beschrieb in einem Brief an Francis Scott Fitzgerald, seinen Roman als "eine verdammt traurige Geschichte, in der aufgezeigt wird, wie Menschen zugrunde gehen". Wie bereits die dem Buch vorangestellten Zitate zeigen, geht es aber auch um eine zeitkritische Betrachtung der nach dem Ersten Weltkrieg desillusionierten "verlorenen Generation" (Gertrude Stein) und der Illustrierung des Predigerwortes "die Erde bleibt aber ewiglich" (Salomo). Gezeigt werden die Gegensätze zwischen einer schädlichen (schwüle, stickige Atmosphäre der Pariser Nachwelt) und einer gesunden, erd- und naturverbundenen Lebensweise (Angeln in den pyrenäischen Bergflüssen), dazwischen der Sport und sein Publikum. Die Hauptfiguren drücken dies verstärkend aus: die Circe Lady Brett Ashley, die so tief im Sumpf des Alkoholismus und der Dekadenz versunken ist, dass es ihr nicht gelingt, ein neues Leben zu beginnen; der Ich-Erzähler Jack Barnes ist der typische Hemingway-Held, beherrscht, auch gegenüber seelischen und körperlichen Schmerzen gleichmütig, der hier trotz seines Anteils an der Handlung ein unbeteiligter Beobachter bleibt; der aus einer wohlhabenden Familie stammende Amateurboxer Robert Cohn, der als einziger von seinen Gefühlen spricht, aber zwischen Unsicherheit und Aggression schwankt; Pedro Romero, der männliche Stierkämpfer, stolz, ausdauernd, mutig, tapfer, natürlich, willensstark und voller Würde.
[SW: Büchergilde Gutenberg | Amerikanische Literatur | Roman]
Hotchner, A.E. Papa Hemingway: A Personal Memoir (Rare Taiwanese Pirated Edition) 1966
This is the highly collectible Taiwanese pirated copy of Hotchner's well-known work. 304 Pages. As a pirated copy, no publisher is listed. It is a rare book; for the true Hemingway collector. The book is about FINE, with previous owner's name and light touch of staining to bottom edges of some pages; dust jacket is VERY GOOD+. Original price ($5.95) intact, as required. Taiwan has for years, due to lax copyright laws and only sporadic government enforcement, been a center of book piracy. Pirated books have become a hot collectible. First published in 1966, this adulatory memoir made news by revealing that Ernest Hemingway's 1961 death was a suicide. It also provided the mythmaking, Nobel Prize-winning author with an opportunity to promulgate his preferred public persona from beyond the grave. Chronicling their friendship over the final 14 years of Hemingway's life, A.E. Hotchner vividly captured the writer's appeal as a man and his genius as a storyteller in extensive direct quotes. He draws from contemporary notes, tape recordings, and (he reveals in the foreword to this edition published for the Hemingway centennial) disguised excerpts from personal letters that Hemingway's widow, Mary, refused him permission to use. In conversation, Hemingway sounds like one of his own fictional heroes: terse, witty, profane, manly. Hotchner, in his mid-20s when they first met in 1948 and, he freely admits, "struck with an affliction common to my generation: Hemingway Awe," seldom evaluates either the veracity of or the motivations behind the writer's anecdotes. He makes no claim to be objective, which adds to the emotional force of the painful final chapters showing a desolate, depressed Hemingway convinced he could no longer write. By no means the whole truth, Hotchner's loving portrait shows Hemingway to readers as he wanted to be seen and as his most ardent admirers saw him. First Edition Hard Cover in Dust Jacket
Hemingway, Ernest: Wem die Stunde schlägt. "For Whom the Bell tolls". Roman. Aus dem Amerikanischen von Paul Baudisch. Deutscher Bücherbund (Lizenz des S. Fischer Verlags) Lizenzausgabe Ohne Jahresangabe Stuttgart, Hamburg, München
478S. 8°
Leinen Geprägter Ganzleinenband mit fotografisch (Szene aus der Verfilmung) gestaltetem Schutzumschlag. Die Schnitte ganz dezent fleckig, kleiner Einriss am unteren Rand des Nachsatzpapiers, ansonsten sehr guter, nahezu neuwertiger Zustand dieses Klassikers. Buch der 1000 Bücher Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Wem die Stunde schlägt OT For Whom the Bells Toll OA 1940 DE 1941Form Roman Epoche Moderne Das Buch ist das literarische Zeugnis aus den USA über den Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939), wurde einer der größten Publikumserfolge von Ernest Hemingway und bei Erscheinen von der Kritik als sein bis dahin bester Roman gewürdigt. Entstehung: 1937/38 berichtete Hemingway für amerikanische Zeitungen über den Bürgerkrieg zwischen Republikanern, Sozialisten und Kommunisten gegen die rechtsgerichteten Einheiten von General Francisco Franco (1892 bis 1975). Hemingway, der mit der Linken sympathisierte, machte in den USA einen schmutzigen Krieg bekannt, den Franco mit deutscher und italienischer Hilfe gegen die frei gewählte republikanische Regierung führte. Die linken Truppen erhielten militärische Hilfe von der UdSSR und von 40 000 Freiwilligen der internationalen Brigaden, darunter viele Intellektuelle (Andre R Malraux, George R Orwell u. a.). Hemingway hatte bereits 1937 begonnen, seine Eindrücke literarisch zu verarbeiten. Sein Schauspiel Die fünfte Kolonne (1938) wurde jedoch von der Kritik als politische Propaganda verrissen. Auf einhellige Begeisterung stieß dagegen sein Roman Wem die Stunde schlägt. Inhalt: Robert Jordan, Spanischdozent an einem College in den USA, kämpft aus Idealismus auf Seiten der Linken. Mit einer Gruppe von Partisanen bereitet er im Gebirge nördlich von Segovia die Sprengung einer Brücke vor. In einer Höhle der Guerillas lernt er eine Reihe schillernder Persönlichkeiten kennen: den zwielichtigen Gruppenführer Pablo, seine scharfzüngige, aber gütige Ehefrau Pilar, den naiven Anselmo, den harten Kämpfer El Sordo und das elternlose, von den Franquisten misshandelte Mädchen Maria, in das sich Jordan verliebt. Nach der Sprengung, die für den Krieg unwichtig, für Jordans Selbstbewusstsein aber entscheidend ist, fliehen die Partisanen vor den Franco-Truppen. Schwer verwundet, den Tod vor Augen und den Rückzug seiner Freunde deckend, wartet Jordan auf die Feinde. Aufbau: Hemingway zitiert im Titel den englischen Dichter John Donne (1572-1631) aus dessen Devotions (1624): "No man is an island and therefore never send to know for whom the bells toll; it tolls for thee" ("Kein Mensch ist eine Insel Deshalb frage nie, wem die Glocke schlägt; sie schlägt dir"). Die Glocke, die für Robert Jordan erklingt, ist Zeichen der Gemeinsamkeit aller Menschen im Tod. Er gehört zum Leben wie die Liebe. Für den Literaten Jordan, das Alter Ego des Autors, sind Taten wichtiger geworden als Worte. In einer Grenzsituation wächst er über sich hinaus, selbst im Untergang bewahrt er Würde. Der Tod bringt ihn dem Land und der Wahrheit näher als die Literatur - sein geplantes Buch über Spanien. Doch ist der Roman keine klassische Heldensaga. Jordan erfährt, dass der Krieg schmutzig ist. Auf beiden Seiten der Front herrschen Korruption, Intoleranz und Grausamkeit. Die Sache rechtfertigt jedes noch so fragwürdige Mittel. Nicht minder zwiespältig ist der Stil des Romans. Der einfache Satzbau und der absichtlich dünne Wortschatz wirken monoton, das hispanisierte Englisch der Hauptfiguren manieristisch. Dem gegenüber stehen detaillierte und wortreiche Schilderungen, wie z. B. die Romanze zwischen Robert und Maria sowie die handlungsreichen Höhepunkte des Romans - die Plünderung der von den Faschisten verteidigten Stadt, der tödliche Kampf El Sordos und die Sprengung der Brücke, die zu den literarisch-virtuosen Passagen im Gesamtwerk von Hemingway zählen. Wirkung: Unter dem Eindruck der dramatischen Ereignisse wurde der Roman als meisterhafte künstlerische Verdichtung der Zeitgeschichte gefeiert. Anfang des 21. Jahrhunderts überwiegen differenziertere Stimmen. Die eindringliche Schilderung des Krieges diente späteren Autoren als Vorbild (z. B. Norman R Mailer in Die Nackten und die Toten, 1948). Wem die Stunde schlägt wurde 1943 von Sam Wood mit Gary Cooper (Robert Jordan) und Ingrid Bergman (Maria) erfolgreich verfilmt.
[SW: Amerikanische Literatur | Roman | Klassiker]
Hemingway, Ernest: Wem die Stunde schlägt. "For Whom the Bell tolls". Roman. Aus dem Amerikanischen von Paul Baudisch. Büchergilde Gutenberg (Lizenz des S. Fischer Verlags) Lizenzausgabe 1950 Frankfurt am Main
509S. 8°
Leinen Fadengehefteter, geprägter Ganzleinenband. Der Buchrücken leicht aufgehellt, Schnitte staubdunkel und vereinzelt fleckig, ansonsten noch guter Zustand. Buch der 1000 Bücher Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag) Wem die Stunde schlägt OT For Whom the Bells Toll OA 1940 DE 1941Form Roman Epoche Moderne Das Buch ist das literarische Zeugnis aus den USA über den Spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939), wurde einer der größten Publikumserfolge von Ernest Hemingway und bei Erscheinen von der Kritik als sein bis dahin bester Roman gewürdigt. Entstehung: 1937/38 berichtete Hemingway für amerikanische Zeitungen über den Bürgerkrieg zwischen Republikanern, Sozialisten und Kommunisten gegen die rechtsgerichteten Einheiten von General Francisco Franco (1892 bis 1975). Hemingway, der mit der Linken sympathisierte, machte in den USA einen schmutzigen Krieg bekannt, den Franco mit deutscher und italienischer Hilfe gegen die frei gewählte republikanische Regierung führte. Die linken Truppen erhielten militärische Hilfe von der UdSSR und von 40 000 Freiwilligen der internationalen Brigaden, darunter viele Intellektuelle (Andre R Malraux, George R Orwell u. a.). Hemingway hatte bereits 1937 begonnen, seine Eindrücke literarisch zu verarbeiten. Sein Schauspiel Die fünfte Kolonne (1938) wurde jedoch von der Kritik als politische Propaganda verrissen. Auf einhellige Begeisterung stieß dagegen sein Roman Wem die Stunde schlägt. Inhalt: Robert Jordan, Spanischdozent an einem College in den USA, kämpft aus Idealismus auf Seiten der Linken. Mit einer Gruppe von Partisanen bereitet er im Gebirge nördlich von Segovia die Sprengung einer Brücke vor. In einer Höhle der Guerillas lernt er eine Reihe schillernder Persönlichkeiten kennen: den zwielichtigen Gruppenführer Pablo, seine scharfzüngige, aber gütige Ehefrau Pilar, den naiven Anselmo, den harten Kämpfer El Sordo und das elternlose, von den Franquisten misshandelte Mädchen Maria, in das sich Jordan verliebt. Nach der Sprengung, die für den Krieg unwichtig, für Jordans Selbstbewusstsein aber entscheidend ist, fliehen die Partisanen vor den Franco-Truppen. Schwer verwundet, den Tod vor Augen und den Rückzug seiner Freunde deckend, wartet Jordan auf die Feinde. Aufbau: Hemingway zitiert im Titel den englischen Dichter John Donne (1572-1631) aus dessen Devotions (1624): "No man is an island and therefore never send to know for whom the bells toll; it tolls for thee" ("Kein Mensch ist eine Insel Deshalb frage nie, wem die Glocke schlägt; sie schlägt dir"). Die Glocke, die für Robert Jordan erklingt, ist Zeichen der Gemeinsamkeit aller Menschen im Tod. Er gehört zum Leben wie die Liebe. Für den Literaten Jordan, das Alter Ego des Autors, sind Taten wichtiger geworden als Worte. In einer Grenzsituation wächst er über sich hinaus, selbst im Untergang bewahrt er Würde. Der Tod bringt ihn dem Land und der Wahrheit näher als die Literatur - sein geplantes Buch über Spanien. Doch ist der Roman keine klassische Heldensaga. Jordan erfährt, dass der Krieg schmutzig ist. Auf beiden Seiten der Front herrschen Korruption, Intoleranz und Grausamkeit. Die Sache rechtfertigt jedes noch so fragwürdige Mittel. Nicht minder zwiespältig ist der Stil des Romans. Der einfache Satzbau und der absichtlich dünne Wortschatz wirken monoton, das hispanisierte Englisch der Hauptfiguren manieristisch. Dem gegenüber stehen detaillierte und wortreiche Schilderungen, wie z. B. die Romanze zwischen Robert und Maria sowie die handlungsreichen Höhepunkte des Romans - die Plünderung der von den Faschisten verteidigten Stadt, der tödliche Kampf El Sordos und die Sprengung der Brücke, die zu den literarisch-virtuosen Passagen im Gesamtwerk von Hemingway zählen. Wirkung: Unter dem Eindruck der dramatischen Ereignisse wurde der Roman als meisterhafte künstlerische Verdichtung der Zeitgeschichte gefeiert. Anfang des 21. Jahrhunderts überwiegen differenziertere Stimmen. Die eindringliche Schilderung des Krieges diente späteren Autoren als Vorbild (z. B. Norman R Mailer in Die Nackten und die Toten, 1948). Wem die Stunde schlägt wurde 1943 von Sam Wood mit Gary Cooper (Robert Jordan) und Ingrid Bergman (Maria) erfolgreich verfilmt.
[SW: Büchergilde Gutenberg | Amerikanische Literatur | Roman | Klassiker]



