Hauff Wilhelm Lichtenstein
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Hauff, Wilhelm: W. Hauffs Werke. Herausgegeben von Max Mendheim. Kritisch durchgesehene und erläuterte Ausgabe. Erster Band: Gedichte, Lichtenstein. Mit einem gestochenen Frontispiz Hauffs und einem Handschriftenfaksimile. (= Eine Band von Meyers Klassiker-Ausgaben) Bibliographisches Institut Keine Auflagenangabe Ohne Jahresangabe (1891) Leipzig und Wien
IV, 443S. 8°
Leinen Klammergehefteter, reich gold- und blindgeprägter Ganzleineneinband mit dreiseitig strichmarmoriertem Buchschnitt und Schmuckvorsätzen. Der Einband leicht berieben, die Ecken teils durchgerieben, das Rückenleinen am vorderen Gelenk mit 3cm Einriss, Schnitte nachgedunkelt und leicht fleckig, einzelne Seiten dezent fingerfleckig, Papier altersgemäß nachgedunkelt, insgesamt altersentsprechend gute Erhaltung. Gesetzt in Fraktur. Lichtenstein ist ein Roman von Wilhelm Hauff aus dem Jahr 1826. Er gilt neben seinen Märchen als sein größter literarischer Erfolg. Damit zählt Hauff mit der heute weitgehend vergessenen Benedikte Naubert zu den Begründern des historischen Romans in Deutschland. Wie Benedikte Naubert und nach ihr Walter Scott wählte Hauff eine erfundene historische Nebenfigur, Georg Sturmfeder, der den Namen der Herren von Sturmfeder trägt, um an ihr die Geschichte Herzog Ulrichs von Württemberg und seines Kampfes gegen den Schwäbischen Bund unter Georg Truchsess von Waldburg-Zeil - der die Negativfolie für den sehr positiv dargestellten Georg von Frundsberg abgibt - darzustellen. Dabei idealisierte Hauff den historischen Herzog Ulrich zu einem Landesvertriebenen, dem in seiner Not durch das Volk, symbolisiert durch den Pfeifer von Hardt, wieder zu seinen Rechten verholfen wird, während der historische Herzog durch seine Verbrauchssteuern auf Fleisch, Wein und Früchte den Bauernaufstand Armer Konrad von 1514 provozierte und durch eben den Truchsess von Waldburg-Zeil, der ihn jetzt bekämpfte, niedergeschlagen hatte. Die positive Sicht des Herzogs wird dadurch erreicht, dass der Roman aus der Perspektive Georg Sturmfeders geschildert wird, der aufgrund seiner Liebe zu der herzogtreuen Marie von Lichtenstein vom Schwäbischen Bund zu den Anhängern des Herzogs wechselt. Bei aller romantischen Verklärung deutete Hauff freilich auch die Fragwürdigkeit der Herrschaft Ulrichs an. Denn der treue Pfeifer von Hardt fällt am Schluss des Buches beim Versuch, die Flucht des Herzogs zu sichern. Und die Frau des Pfeifers kennzeichnete schon vorher seine Einstellung: " wenn's Krieg gibt, bleibt er gwiß et aus; do kann mer'n braucha; aber im Frieda? Noi, do denkt er, mit grauße Herra ist's et guet Kirscha fressa." Friedrich Albert Max Mendheim (* 11. Januar 1862 in Leipzig; 16. August 1939 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller, Redakteur, Lyriker und Kritiker Max Mendheim besuchte bis 1879 die Realschule seiner Vaterstadt und entschied sich mit Rücksicht auf die Familie, zunächst Buchhändler zu werden. Diesen Beruf gab er 1883 auf und wechselte 1884 in die Oberprima des Realgymnasiums zu Borna und legte Ostern 1885 die Reifeprüfung ab. Im Anschluss daran studierte er in Leipzig und München Germanistik, neuere Geschichte und Philosophie. 1889 wurde er in Leipzig zum Dr. phil. promoviert. Titel der Doktorarbeit: Das reichsstädtische, besonders Nürnberger Söldnerwesen im 14. und 15. Jahrhundert. Mendheim war seit 1891 Redakteur des Brockhausschen Konversationslexikons, Mitarbeiter der Allgemeinen Deutschen Biographie sowie der Illustrirten Zeitung. Er schrieb neben Gedichten und Erzählungen auch Biografien wie zum Beispiel von Emanuel Geibel, Ludwig Uhland und Wilhelm Hauff. Er war Herausgeber zahlreicher poetischer und geschichtlicher Werke, so unter anderen von Johannes Scherr, Gustav Schwab, Joseph Victor von Scheffel und Ferdinand Freiligrath. Max Mendheim war seit 1891 verheiratet mit Anna Klauß und Vater zweier Töchter (Hildegard * 1892, Dora * 1900) und eines Sohnes (Rudolf * 1895). Wilhelm Hauff (* 29. November 1802 in Stuttgart; 18. November 1827 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller der Romantik. Er war ein Hauptvertreter der Schwäbischen Dichterschule. Hauffs Vater August Friederich Hauff war Regierungs-Sekretarius in Stuttgart. Als er 1809 starb, zog die Mutter mit ihren vier Kindern (neben Wilhelm: Hermann, geb. 1800; Marie, geb. 1806; Sophie, geb. 1807) zu ihrem Vater Karl Friederich Elsässer nach Tübingen. Hauff besuchte von 1809 bis 1816 die Schola Anatolica, die damalige Tübinger Lateinschule, und ab 1817 die Klosterschule in Blaubeuren. Er studierte von 1820 bis 1824 als Stipendiat des Evangelischen Stifts Tübingen an der Universität Tübingen Theologie und wurde zum Dr. phil. promoviert. Er war Mitglied der Tübinger Burschenschaft Germania. Hauff arbeitete von 1824 bis 1826 in Stuttgart bei Ernst Eugen Freiherr von Hügel als Hauslehrer und reiste danach durch Frankreich und Norddeutschland. 1825 trat er mit der Satire Der Mann im Mond hervor, in der er Stil und Manier des Trivialautors Heinrich Clauren und von dessen Erzählung Mimili virtuos nachahmt und der Lächerlichkeit preisgibt. Zwei Jahre später legte er mit der Controvers-Predigt über H. Clauren und den Mann im Mond den literarischen Bluff offen. Im Januar 1827 wurde er Redakteur des Cottaschen "Morgenblattes für gebildete Stände". 1827 heiratete er auch seine Cousine Luise Hauff, die am 10. November desselben Jahres ein Kind von ihm gebar. Hauff starb nur eine Woche später infolge einer Typhus-Erkrankung, die er sich während einer Reise durch Tirol zugezogen hatte. Sein Grab befindet sich auf dem Hoppenlau-Friedhof Stuttgart. Zu Hauffs Gedenken wurde der Wilhelm-Hauff-Preis zur Förderung von Kinder- und Jugendliteratur gestiftet. Wilhelm Hauffs kurze literarische Schaffensperiode begann 1825 mit der Veröffentlichung einiger Novellen (Memoiren des Satan, Othello) sowie seines ersten Märchenalmanachs. Lichtenstein (1826), ein historischer Roman der Romantik, war bis ins 20. Jahrhundert neben Hauffs Märchen sein bekanntestes Werk. Herzog Wilhelm von Urach, Angehöriger einer Nebenlinie des regierenden Hauses Württemberg, ließ sich durch den Roman anregen, das alte Forsthaus in der Nähe des Standortes der ehemaligen Burg Alt-Lichtenstein zu erwerben und Anfang der 1840er Jahre auf dessen Gelände eine der vormaligen Ritterburg nachempfundene neue Burg, das bis heute bestehende Schloss Lichtenstein errichten zu lassen. Die Ruinenreste der Ende des 14. Jahrhunderts zerstörten Burg befinden sich nur wenige hundert Meter davon entfernt. Auch eine Oper, Theaterstücke und Dramatisierungen für das Scherenschnittheater trugen zur Popularisierung des Romans bei. Hauffs Märchen fallen in die spätromantische Literaturphase nach den scharfen Zensurbestimmungen der Karlsbader Beschlüsse im Jahre 1819. Der erste Band um die Rahmenerzählung Die Karawane ist gekennzeichnet von hohem Einfühlungsvermögen in die orientalische Lebensweise; er enthält bekannte Märchen wie Kalif Storch und Der kleine Muck. Der zweite Band um den Scheich von Allessandria und seine Sklaven verlässt den rein orientalischen Handlungsraum; Zwerg Nase und zwei von Wilhelm Grimm übernommene Märchen ("Schneeweißchen und Rosenroth" und "Das Fest der Unterirdischen", wobei letzteres in der Grimmschen Märchensammlung nicht auftaucht) stehen in der europäischen Märchentradition. Sein dritter Band, Das Wirtshaus im Spessart, behandelt eher Sagenstoffe als Märchen; die Schwarzwaldsage Das kalte Herz ist die bekannteste dieser Sagen.
[SW: Deutsche Literatur | Werkausgaben | Wilhelm Hauff]
Hauff, Wilhelm: Prosaische und poetische Werke. 7.-9. Band (in einem): Mittheilungen aus den Memoiren des Satan (Siebentes und schtes Bändchen). Phantasien im Bremmer Ratskeller, Skizzen (Neuntes Bändchen). Gustav Hempel Keine Auflagenangabe Ohne Jahresangabe (um 1886) Berlin
228, 107S. Klein 8°
Leinen Fadengehefteter Ganzleineneinband mit reicher Rückengoldprägung, geprägtem Vorderdeckelrelief, dreiseitigem marmoriertem Buchschnitt und Lesebändchen. Der Einband berieben, Schnitte und Papier altersgemäß nachgedunkelt, Exlibris auf Innendeckel, Bindung ebd. klaffend, sowie an einige aderen Stellen, das Titelblatt des dritten Bändchens und die darauffolgenden Seiten zu 4/5 aus der Heftung, S.199/200 mit kleinem Seitenrandausriss (kein Textverlust), einige Seiten mit kleinem Knick einer ecke, insgesamt noch guter bis befriedigender Erhaltungszustand. Wilhelm Hauff (* 29. November 1802 in Stuttgart; 18. November 1827 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller der Romantik. Er war ein Hauptvertreter der Schwäbischen Dichterschule. Hauffs Vater August Friederich Hauff war Regierungs-Sekretarius in Stuttgart. Als er 1809 starb, zog die Mutter mit ihren vier Kindern (neben Wilhelm: Hermann, geb. 1800; Marie, geb. 1806; Sophie, geb. 1807) zu ihrem Vater Karl Friederich Elsässer nach Tübingen. Hauff besuchte von 1809 bis 1816 die Schola Anatolica, die damalige Tübinger Lateinschule, und ab 1817 die Klosterschule in Blaubeuren. Er studierte von 1820 bis 1824 als Stipendiat des Evangelischen Stifts Tübingen an der Universität Tübingen Theologie und wurde zum Dr. phil. promoviert. Er war Mitglied der Tübinger Burschenschaft Germania. Hauff arbeitete von 1824 bis 1826 in Stuttgart bei Ernst Eugen Freiherr von Hügel als Hauslehrer und reiste danach durch Frankreich und Norddeutschland. 1825 trat er mit der Satire Der Mann im Mond hervor, in der er Stil und Manier des Trivialautors Heinrich Clauren und von dessen Erzählung Mimili virtuos nachahmt und der Lächerlichkeit preisgibt. Zwei Jahre später legte er mit der Controvers-Predigt über H. Clauren und den Mann im Mond den literarischen Bluff offen. Im Januar 1827 wurde er Redakteur des Cottaschen "Morgenblattes für gebildete Stände". 1827 heiratete er auch seine Cousine Luise Hauff, die am 10. November desselben Jahres ein Kind von ihm gebar. Hauff starb nur eine Woche später infolge einer Typhus-Erkrankung, die er sich während einer Reise durch Tirol zugezogen hatte. Sein Grab befindet sich auf dem Hoppenlau-Friedhof Stuttgart. Zu Hauffs Gedenken wurde der Wilhelm-Hauff-Preis zur Förderung von Kinder- und Jugendliteratur gestiftet. Wilhelm Hauffs kurze literarische Schaffensperiode begann 1825 mit der Veröffentlichung einiger Novellen (Memoiren des Satan, Othello) sowie seines ersten Märchenalmanachs. Lichtenstein (1826), ein historischer Roman der Romantik, war bis ins 20. Jahrhundert neben Hauffs Märchen sein bekanntestes Werk. Herzog Wilhelm von Urach, Angehöriger einer Nebenlinie des regierenden Hauses Württemberg, ließ sich durch den Roman anregen, das alte Forsthaus in der Nähe des Standortes der ehemaligen Burg Alt-Lichtenstein zu erwerben und Anfang der 1840er Jahre auf dessen Gelände eine der vormaligen Ritterburg nachempfundene neue Burg, das bis heute bestehende Schloss Lichtenstein errichten zu lassen. Die Ruinenreste der Ende des 14. Jahrhunderts zerstörten Burg befinden sich nur wenige hundert Meter davon entfernt. Auch eine Oper, Theaterstücke und Dramatisierungen für das Scherenschnittheater trugen zur Popularisierung des Romans bei. Hauffs Märchen fallen in die spätromantische Literaturphase nach den scharfen Zensurbestimmungen der Karlsbader Beschlüsse im Jahre 1819. Der erste Band um die Rahmenerzählung Die Karawane ist gekennzeichnet von hohem Einfühlungsvermögen in die orientalische Lebensweise; er enthält bekannte Märchen wie Kalif Storch und Der kleine Muck. Der zweite Band um den Scheich von Allessandria und seine Sklaven verlässt den rein orientalischen Handlungsraum; Zwerg Nase und zwei von Wilhelm Grimm übernommene Märchen ("Schneeweißchen und Rosenroth" und "Das Fest der Unterirdischen", wobei letzteres in der Grimmschen Märchensammlung nicht auftaucht) stehen in der europäischen Märchentradition. Sein dritter Band, Das Wirtshaus im Spessart, behandelt eher Sagenstoffe als Märchen; die Schwarzwaldsage Das kalte Herz ist die bekannteste dieser Sagen.
[SW: Deutsche Literatur | Satire | Werkausgaben | Wilhelm Hauff]
Hauff, Wilhelm Osterkamp, Ernst / Polaschegg, Andrea / Schütz, Eberhard: Wilhelm Hauff oder die Virtuosität der Einbildungskraft. Göttingen: Wallstein Vlg. 2005. ISBN: 978-3-89244-860-0
Die Texte beleuchten die Virtuosität von Wilhelm Hauffs Erzählkunst. Darüber hinaus bietet der Band bislang unveröffentlichte Dokumente. Der Auftritt Wilhelm Hauffs (1802-1827) auf der literarischen Bühne der Biedermeierzeit war kurz, skandalumwittert und publikumswirksam. Dieser junge Autor verstand es meisterlich, auf der Klaviatur des Geschmacks und des Marktes zu spielen. Doch anders als bei vergleichbaren Erfolgsautoren geriet sein Werk nicht in Vergessenheit, sondern wirkt bis in die Gegenwart fort - auf ungewöhnliche und wiederum sehr populäre Weise: Als Volksmärchen zweiter Ordnung haben Hauffs Märchen ihren Weg bis in die Phantasiewelten unserer Tage gefunden, und die in seinem historischen Roman Der Lichtenstein entworfene Burg überragt heute die Schwäbische Alb. Der Forschung war dieser Erfolg stets suspekt. Sie hat Hauffs Erzählungen leicht genommen und damit einen großen Fehler gemacht. Denn die Leichtigkeit seiner Prosa beruht gerade nicht auf Leichtfertigkeit, sondern ist Ergebnis eines virtuosen Spiels auf den Tasten der Einbildungskraft und der Erzählformen. Dies aufzuzeigen, Hauffs Werk in seinem ästhetischen Kontext und zugleich seine multimediale Rezeptionsgeschichte zu beleuchten, hat sich der Band zur Aufgabe gemacht. Erstmalig werden hier Auszüge aus den Skizzenbüchern des Lichtenstein-Architekten Heideloff sowie ein unbekanntes Exzerpteheft Hauffs publiziert. Aus dem Inhalt: Peter von Matt: Wilhelm Hauff oder Der Weg in die Klarheit Ernst Osterkamp: Der Autor als Teufel Günter Oesterle: Die Wiederkehr des Virtuosen? Hans-Christoph Dittscheid: Burg Lichtenstein zwischen Hauffs poetischer Fiktion und Heideloffs künstlerischer Konkretisierung
384 S. Kart. *neuwertig*
[SW: Literaturwissenschaft]
Lichtenstein ; Wilhelm Hauff ; Romantische Saga ; Historischer Roman ; Süddeutschland ; Herzog Ullrich von Württemberg ; Württemberg ; Schicksal ; Ritter ; Landsknechte ; Bauern Hauff, Wilhelm ; Schreiber, Wilhelm: Lichtenstein / Wilhelm Hauff, Leipzig : H. Fikentscher ([1927])
kl. 8 Einband fleckig u. angeschmutzt, Seiten leicht gebräunt - Historischer Roman, den Hauff selbst eine romantische Sage nannte. Roman aus Süddeutschland um das schicksalhafte Leben des Herzogs Ullrich von Württemberg.Phantastisch, wie hier Hauff historische Figuren und Sagengestalten des Landes Württemberg miteinander verknüpft ... Unter den vielen Sagen, die von ihrem Lande und der Geschichte ihrer Väter im Munde der Schwaben leben, ist wohl keine von so hohem romantischem Interesse, als die, die sich an das wunderbare Schicksal jenes unglücklichen Fürsten knüpfte. Zeit so etwa 1519 - Ort der Handlung: südliches Deutschland bzw. Württemberg, die Landschaft des lieblichen Neckartals, auf der trotzigen Feste Lichtenstein u. in der sagenumwobenen Nebelhöhle. Ritter, Landsknechte und Bauern sind im wesentlichen die Personen der Handlung.



