Hafis
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Bethge, Hans; Hafis: Hafis-Nachdichtungen seiner Lieder. Verlag Wilh. C. Rübsamen 8.Aufl. 1962 Stuttgart
128S. 8°
Pappe Fadengehefteter mit Japanpapier bezogener Pappband. Der Einband leicht berieben und nachgedunkelt, Radiespur auf Vortitel, ansonsten guter Zustand. Hans Bethge (* 9. Januar 1876 in Dessau; 1. Februar 1946 in Göppingen, begraben in Kirchheim unter Teck) war ein deutscher Dichter. Er machte sich vor allem einen Namen durch seine Nachdichtungen orientalischer Lyrik. In Kirchheim unter Teck werden in einer ständigen Ausstellung des Max-Eyth-Hauses Hans Bethges Bücher, Fotos und andere Lebenszeugnisse gezeigt. Das Deutsche Literaturarchiv Marbach pflegt seinen literarischen Nachlass. Hans Bethge studierte neuere Sprachen und Philosophie in Halle, Erlangen und Genf. Nach der Promotion arbeitete er zwei Jahre in Spanien als Lehrer. 1901 ließ er sich als freier Schriftsteller in Berlin nieder. Hans Bethge war ein Mensch der Freundschaften und offen für alles Schöne. Viele Literaten und Künstler seiner Zeit zählten zu seinen Freunden, darunter der Dichter Prinz Emil von Schoenaich-Carolath, die Maler Willi Geiger und Karl Hofer sowie der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe, ebenso der Jugendstilmaler Heinrich Vogeler und andere Künstler des Worpsweder Kreises. Vogeler hat drei Bücher Hans Bethges mit Buchschmuck versehen. Der Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, dessen Genie Bethge früh erkannte, hat ihn mehrfach porträtiert. Bethge veröffentlichte mehrere Gedichtbände (hauptsächlich Liebes- und Naturlyrik), Tagebücher, Reiseberichte, Erzählungen, Essays und Dramen. Er war erfolgreicher Herausgeber moderner deutscher und ausländischer Lyrik. Vor allem aber seine Nachdichtungen klassischer orientalischer Lyrik (ab 1907) machten ihn weit bekannt. Der erste Band "Die chinesische Flöte" erlebte eine Gesamtauflage von knapp 100.000 Exemplaren. Gustav Mahlers "Lied von der Erde" basiert auf sieben Gedichten aus der Chinesischen Flöte. Bethges frische, musikalisch-rhythmische Sprache, seine ungebundenen Verse inspirierten mehr als 180 Komponisten zu Vertonungen, darunter auch Richard Strauss, Karol Szymanowski, Arnold Schönberg, Anton von Webern, Hanns Eisler, Viktor Ullmann, Gottfried von Einem, Ernst Krenek, Artur Immisch, Ludvig Irgens-Jensen, Paul Graener, Ernst Toch, Fartein Valen und Egon Wellesz. Hafes (* um 1320 in Schiraz, Iran; um 1389 ebenda) ist einer der bekanntesten persischen Dichter. Andere Schreibweisen: Hafis, Hafiz. Sein voller Name beinhaltet auch den Namen seiner Geburtsstadt Schiraz. Da Hafes schon im Kindesalter den gesamten Koran auswendig gelernt hatte, erhielt er den Ehrennamen "Hafes" (jener der den Koran auswendig kann). Auch er selbst verwendete in seinen Gedichten fast ausschließlich den Namen Hafes. Über sein Leben gibt es nur wenige gesicherte Daten. Das meiste sind legendenhafte Überlieferungen: Der Vater Baha-ud-Din war Kohlenhändler und starb, als Hafis noch ein Kind war. Er hinterließ ihm und seiner Mutter hohe Schulden. Des Vaters Rezitationen des Koran haben den Sohn so sehr beeindruckt, dass er das Buch mit 8 Jahren auswendig konnte (daher erhielt er später den Ehrentitel Hafez). Früh wurde er auch mit den Werken von Molana (Dschalal ad-Din ar-Rumi) und Saadi vertraut gemacht sowie mit Attar und Nezami. Vermutlich erhielt er eine umfassende Ausbildung an einer Madrese; die Gedichtwidmungen und Panegyriken (Lobreden) weisen auf eine zeitige Verbindung mit dem Hof der Muzaffariden hin. Hafis lernte zunächst das Bäckerhandwerk und übte es einige Zeit aus, bis er im Alter von 21 Jahren Attars Schüler in Schiraz wurde. Bei der Auslieferung von Brot und Backwaren in reichen Stadtvierteln lernte er seine "Muse" Schach-e Nabaat kennen, deren Schönheit er viele Gedichte widmete. Er gewann bald an Bekanntheit und wurde Hofdichter von Abu Ishak sowie ein vielbeachteter Koranlehrer; er gehörte einem Sufi-Orden (Tariqa) an. Etwa 1333 eroberte Mubariz Muzaffar die Stadt und entließ ihn - für Hafis der Anlass, von der "Romantik" auf Protestlieder überzugehen. Als Mubariz von seinem Sohn Schah Schudscha' gestürzt und ins Gefängnis geworfen wurde, erhielt Hafis seine Stelle wieder. Bald darauf soll er aber ins freiwillige Exil nach Esfahan gegangen sein, weil er sich unsicher fühlte. Die Reise nach Esfahan ist jedoch umstritten, viele Quellen sprechen davon, dass Hafes Schiras nie verlassen hat. Im Alter von 52 (das Jahr kann nur ungenau rekonstruiert werden) bat ihn der Schah, zurückzukehren, was er auch tat. Überliefert ist, dass Hafez mit 60 Jahren in einem Freundeskreis eine 40-tägige meditative Nachtwache begann, an deren Ende er eine Art Bewußtseinserweiterung erlebte und sich im Geiste nach 40 Jahren wieder mit Attar traf. Neben Aufträgen für den Hof schrieb er auch gelehrte Werke. Hafis starb im Alter von 69 Jahren als hoch geachteter Dichter seiner Zeit. Sein Grab in den Musalla-Gärten von Schiraz, die auch durch ihre Rosen bekannt sind, erhielt im Auftrag von Schah Reza Pahlavi einen vielbesuchten Pavillon, genannt Hafezieh. In Deutschland wurde Hafes vor allem durch den West-östlichen Diwan (1819) von Goethe sowie die Nachdichtungen Rückerts und die Übersetzung durch Joseph von Hammer bekannt. Der Diwan in gedruckter Ausgabe enthält 488 oder 489 als Original geltende Ghaselen, daneben auch einige Gedichte in anderen Formen. Hafes Werk wurde erst nach seinem Tod zusammengestellt und verbreitet und ist in zahlreichen voneinander in Verszahl und -anordnung sowie Wortvarianten abweichenden Handschriften überliefert. Hafes Ghaselen werden als formvollendet betrachtet. In vielen Ghaselen hängen mehrere Verse inhaltlich zusammen, doch kommen auch lose aneinandergereihte Gedankengänge vor. Zu den wiederkehrenden Themen gehören unerwiderte Liebe, Trennung und Sehnsucht, aber auch das Schwärmen für die Schönheit und Reize der angebeteten Person. Es gibt weiterhin Meditationen über die Vergänglichkeit des Lebens und die Unentrinnbarkeit des Schicksals wie auch die Aufforderung zum Lebensgenuss, Kritik der religiösen Scheinheiligkeit und Verse mit Inhalten aus dem Bereich der Mystik. Während man seine Ghaselen in Europa oft wörtlich nahm, wurde er im persisch-islamischen Kulturkreis, wo insbesondere der Weingenuss als verboten bzw. als religiös unerwünscht galt, aber zum Beispiel in Herrscherkreisen zeitweise gepflegt wurde und in der sufischen Dichtung schon lange vor Hafes allegorisch verstanden wurde, gerne in übertragenem Sinn gedeutet.
[SW: Persische Literatur | Lyrik | Gesänge | Hafis]
Herausgegeben von Brockhaus, Hermann: Die Lieder des Hafis. Persisch mit dem Commentar des Sudi . 3 Bde. in 1. Neudruck der Ausgabe Leipzig 1854-1860, Biblio-Verlag ; fester Einband / hard cover ISBN: 3764803673
3764803673 Neu
Brockhaus, Hermann, Hafis. Die Lieder des Hafis. Die Lieder des Hafis. Persisch mit dem Commentar des Sudi . 3 Bde. in 1. Neudruck der Ausgabe Leipzig 1854-1860. 4°. XII, 320 / V, 320 / 272 Seiten. Osnabrück 1969. Lwd. herausgegeben von Hermann Brockhaus Detailansicht ISBN-Nummer 3-7648-0367-3 ? 143,20 Hardcover Buch
Hafis / Bethge, Hans (Hg.): Lieder des Hafis - Nachdichtungen von Hans Bethge - Insel-Bücherei Nr. 542, Insel, Leipzig 1939 ; fester Einband / hard cover
Gut
Nachdichtungen von Hans Bethge. Hafis war ein persischer Dichter im 14. Jh. Inhalt: Liebeslied. Die lange Wanderung. Preis der Freude. Tag und Nacht. Der Verschmähte. Hafis, der Besiegte. Der Demütige. An die Kurzsichtigen. Der gefallene Stern. Trauriger rfrühling. Sehnliches Begehren. u.a. 80 S. Einband und Rücken gering angebräunt, wenig berieben, etwas bestoßen, sehr leicht angeschmutzt, Schnitt etwas angebräunt, kaum angeschmutzt, Seiten sehr wenig angebräunt, sauber, Gesamtzustand gut. Kein Schutzumschlag Pappband 8°
[SW: Persische Literatur, Lyrik, Gedichte, Insel-Bücherei]
Johann Wolfgang von Goethe - West-östlicher Divan - Goethe, Johann Wolfgang von und Katharina [Hrsg.] Mommsen. West-östlicher Divan. Goethes eigenhändige Niederschriftenzum West-östlichen Divan. Mit der Transkription der Handschriften, der Text-, Überlieferungs- und Editionsgeschichte sowie entstehungsgeschichtlichen Erläuterungen. Herausgegeben von Katharina Mommsen. Frankfurt am Main - Leipzig, Insel-Verlag, 2004. ISBN: 9783458172178
Buch ist in gutem, ungelesenem Zustand. Der persische Dichter Hafis war ein erklärter Liebhaber der Sprache, und diesem Gedanken gab er im 14. Jahrhundert allegorische Gestalt: In seinem Diwan tritt die "Wortbraut" als mystische Verkörperung der Lyrik auf, um Gott, Wein und Liebe zu besingen: "Bräuten in der Locken Ranken,/ denen Schleier, leicht und licht, / Halb nur hüllen den Gedanken, / gleicht, o Hafis, dein Gedicht". Berauscht von der Lektüre des Diwans im Juni 1814 übernahm Johann Wolfgang von Goethe das Bild von der "Wortbraut" und stellte es als gleichnishaftes Motto dem Buch Hafis seines West-Östlichen Divans (1819/1827) voran: "Sei das Wort die Braut genannt" -- eine Hommage an den persischen "Zwilling", die der Weimarer Geheime Rat auch als Verpflichtung für das eigene Schreiben verstand. Tatsächlich ist Goethe in seiner Auseinandersetzung mit Hafis ein überaus sinnliches Stück Weltliteratur gelungen, dessen Verfasser das gesamte Spektrum literarischer Möglichkeiten wie ein Bräutigam umgreifen will und in souveräner Beherrschung von alltäglicher und gehobener, euphorischer und ironischer Rede die "Lieb-, Lied- und Weinestrunkenheit" im Harem der Worte zu vermählen sucht. Am deutlichsten wird diese quasi erotische Verbindung von Werk und Schöpfer im Buch Suleika, jenem autobiographisch an die 30jährige Marianne von Willemer gerichteten Meisterstück, das den Austausch mit der Geliebten zum leidenschaftlichen Dialog des 66jährigen Dichters auch mit der Sprache werden läßt: "Sich liebend aneinander zu laben / Wird Paradieses Wonne sein". Daß Marianne, wie man inzwischen weiß, einige der schönsten Gedichte zum Buch Suleika beisteuerte, hebt das Zwiegespräch zwischen der jungen Suleika und dem greisen Hatem innerhalb der Sammlung auf ein neues, pikant-intimes Niveau. "Den berauschendsten Lebensgenuß hat Goethe hier in Verse gebracht", schrieb Heinrich Heine 1836 in der Romantischen Schule, "und diese sind so leicht, so glücklich, so hingehaucht, so ätherisch, daß man sich wundert, wie dergleichen in der deutschen Sprache möglich war". Möglich war dieser unbeschreibliche Zauber des Divans nur als trunkene, raumzeitlich losgelöste Liebeserklärung des Dichters an die unendliche, Orient und Okzident, Geist und Humor, Jugend und Alter, Liebhaber und Geliebte in jeder Strophe neu vereinende Poesie. Der Schwiegertochter Ottilie erläuterte Goethe am 21. Juni 1818 die Absicht seiner Dichtung: "Ihre Bestimmung ist es, uns von der Gegenwart abzulösen und uns für den Augenblick dem Gefühl nach in die grenzenlose Freiheit zu versetzen. Dies ist zu einer jeden Zeit wohltätig, besonders zu der unseren". Bitte warten Sie nach Ihrer Bestellung unsere Vorausrechnung per E-Mail ab, oder bestellen Sie mit Ihrer Kreditkarte bzw. per Paypal an info@signiertebuecher.de.
Ausgabe in einem Band. 502 Seiten Gr.-4°, gebundene Ausgabe, Leinen
[SW: < Johann Wolfgang von Goethe> < West-östlicher Divan> < Deutsche Literatur>]



