Graf Oskar Maria
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Graf, Oskar Maria,: Konvolut v. 12 Titeln / Das bayerische Dekameron, Basel-Leipzig-Wien, Zinnen Verlag,, 1932.
DABEI: Oskar Maria Graf - Das bayrische Dekameron (BGM, um 1970, 381 S., Leinen, Umschlag (dieser m. leichten Gebr.spuren) (Lit.) ------------ DABEI: Oskar Maria Graf - Bayrischer Bauernspiegel (München, Goldmanns gelbe Tb, 1964, 192 S., gutes Ex. ----------- DABEI. Oskar Maria Graf - Bayrische Dorfgeschichten (München, Goldmanns gelbe Tb, 1964, 234 S., gutes Ex.)----------------- DABEI: Graf, Oskar Maria - Das Leben meiner Mutter (Frankfurt, Büchergilde Gutenberg 1966, 1., Gebunden, Leinen, Schutzumschlag, 568 Seiten, ordentlicher Zustand) ------------ DABEI: O.M. Graf - Der Abgrund (Ein Zeitroman) (Frankfurt, Büchergilde Gutenberg, 1985, 1., (= Werkausgabe Bd. 3), 472 S., Leinen, OUMschlag, Name auf Vorsatz, sonst sehr schön) -------------- DABEI: Oskar Maria Graf - Wir sind Gefangene (Ein Bekenntnis) (M, dtv, 1991, 6., 541 S., Tb, gut) ---------------- DABEI: Oskar Maria Graf - Unruhe um einen Friedfertigen (Berlin, Verlag der Nation, 1952, 1., 456 S.,. (= Roman für Alle Bd. 2), OPband, Einband kl. Läsuren, Knickspur, innen gut) ----------- DABEI: Graf , Oskar Maria - Das bayrische Dekameron Mit 52 Zeichnungen von Rudolf Kriesch (Gütersloh, Bertelsmann, ca. 1977, 247 Seiten und Inhaltsverzeichnis 8° Gebunden, Oln., OSchUmschlag, gutes Ex.) ----------- DABEI: Recknagel, Rolf - Ein Bayer in Amerika : Oskar Maria Graf , Leben u. Werk (Berlin, Klaus Guhl, 1978, ISBN 388220626 450 S. Ill., OKart., Gut erhaltenes Exemplar) (Biografie) ------------ DABEI: Oskar Maria Graf - Das Leben meiner Mutter (Frankfurt, Büchergilde Gutenberg, 1966, 1. Aufl., 567 S., Leinen, Originalumschlag, recht gutes Ex.) ----------------- DABEI: Graf, Oskar Maria - Das bayrische Dekameron (BTB, 1997, 1., ISBN 3442721830, 216 S., Tb, min. gebr.spuren, gut) (LIt.)
1. Ausgabe der erweiterten Fassung, 252 S., mit Abbildungen nach Holzschnitten, Leinen, Widmung auf Vorsatz, ordentliches Ex.,
Graf, Oskar Maria: Im Winkel des Lebens. Erzählungen. Mit Holzschnitten von Walter Bergmann. Erstausgabe. Büchergilde Gutenberg Erste Aufl. 1927 Berlin
196S. Klein 8°
Leinen Auf der Kreisvertretertagung des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker vom 28. bis 30. August 1924 im Volkshaus zu Leipzig wurde von den anwesenden Vertretern unter dem Vorsitz Bruno Dresslers am 29.08. einstimmig die Gründung der Büchergilde Gutenberg beschlossen. Dies war die Geburtsstunde der mit Abstand ambitioniertesten und progressivsten Buchgemeinschaft auf deutschem Boden. "Bücher voll guten Geistes" in handwerklich einwandfreier Qualität sollten es sein (und waren es), die zunächst von Leipzig und ab 1926 von Berlin aus ihren Weg in die Wohnstuben der Werktätigen, der sogenannten "Kleinen Leute" fand. Vom Tag ihrer Gründung bis zur vorläufigen Zerschlagung durch die Nazis durchlief die Büchergilde eine fulminante Entwicklung. So konnte sie ihre Mitgliederzahlen von Anfangs 1200 Gründungsmitgliedern auf 85.000 im Jahr 1933, dem Jahr der Zwangseingliederung in die DAF steigern und war damit die mit Abstand größte proletarische Buchgemeinschaft der Weimarer Republik. Zum Vergleich: der sozialdemokratische Bücherkreis brachte es auf eine maximale Mitgliederzahl von 45.000. Der in deutscher Erstausgabe erschienene Erzählband Grafs war das zweite Buch der kleinformatigen Reihe. Fadengehefteter, geprägter und mit Deckelvignette versehener Ganzleinenband mit Farbkopfschnitt. Der Einband fleckig, einige Seiten ebenso, Fußschnitt angestoßen, die entsprechenden Seiten in diesem Bereich mit winzigem Randeinriss, Exlibris auf vorderem Innendeckel, handschriftlicher Datumseintrag auf hinterem Innendeckel, ansonsten noch gute Erhaltung. Gesetzt in Fraktur. Oskar Maria Graf (* 22. Juli 1894 in Berg; 28. Juni 1967 in New York) war ein deutscher Schriftsteller. Anfangs schrieb Graf ausschließlich unter seinem richtigen Namen Oskar Graf. Ab 1918 reichte er Arbeiten für Zeitungen unter dem Pseudonym Oskar Graf-Berg ein; für seine von ihm selbst als "lesenswert" erachteten Werke wählte er den Namen Oskar Maria Graf. Oskar Maria Graf wurde am 22. Juli 1894 als neuntes Kind des Bäckermeisters Max Graf und der Bauerntochter Therese, geborene Heimrath, in Berg am Starnberger See geboren. Er besuchte ab 1900 die Dorfschule in Aufkirchen. Nach dem Tod seines Vaters 1906 erlernte er dessen Handwerk und arbeitete in der durch den Bruder Max übernommenen Bäckerei. Im Jahre 1911 floh er vor den Misshandlungen durch seinen Bruder Max nach München in der Hoffnung auf eine Existenz als Dichter. Er schloss sich dort Boheme-Kreisen an und schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten, etwa als Posthelfer oder Liftboy durch. In den Jahren 1912/13 war er als Vagabund im Tessin und in Oberitalien unterwegs, begleitet von dem Maler Georg Schrimpf, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Zeitweise arbeiteten beide bei Karl Gräser in der Reformersiedlung Monte Verita. Am 1. Dezember 1914 wurde Oskar Maria Graf zum Kriegsdienst eingezogen. 1915 diente er bei einer bayerischen Eisenbahntruppe an der Ostfront in Ostpreußen und Litauen. In dieser Zeit brachte die Zeitschrift Die Freie Straße erstmals eine Erzählung von ihm heraus. 1916 sollte Graf wegen Befehlsverweigerung abgeurteilt werden. Er wurde jedoch in eine Irrenanstalt eingewiesen und nach einem zehntägigen Hungerstreik schließlich aus dem Militär entlassen. 1917 legte er sich auf Vorschlag des Künstlers Jacob Carlo Holzer den zweiten Vornamen Maria zu. Nach einer Beschwerde eines gleichnamigen Professors wollte die Zeitung, dass er unter dem Namen Oskar Graf-Berg publiziert. Am 26. Mai 1917 heiratete er Karoline Bretting. Im Jahr darauf wurde ihre Tochter Annemarie (* 13. Juni 1918; 8. Dezember 2008) genannt "Annamirl", geboren; das Ehepaar Graf trennte sich jedoch noch im selben Jahr. Graf bezeichnete seine erste Ehe als "von Anfang an schlecht", Tochter Annemarie wurde von Grafs Mutter aufgezogen. Die Ehe wurde offiziell erst 1944 geschieden. Anfang desselben Jahres war Oskar Maria Graf wegen Teilnahme am Munitionsarbeiterstreik verhaftet worden. 1919 wurde er wegen der Teilnahme an den revolutionären Bewegungen in München erneut verhaftet. 1919 begann seine Lebensgemeinschaft mit der Jüdin Mirjam Sachs, der Frau, "die ihn am längsten ertragen hat". Die beiden heirateten am 2. Oktober 1944. Ab 1920 war Oskar Maria Graf als Dramaturg am Arbeitertheater Die neue Bühne tätig, bis ihm 1927 mit seinem autobiografischen Werk Wir sind Gefangene der literarische Durchbruch gelang, der ihm eine Existenz als freischaffender Schriftsteller ermöglichte. Am 17. Februar 1933 fuhr er zu einer Vortragsreise nach Wien. Dies war der Beginn seines anfangs "freiwilligen" Exils. Da seine Bücher nicht der Bücherverbrennung durch die Nazis zum Opfer fielen und ihre Lektüre sogar empfohlen wurde, veröffentlichte er am 12. Mai 1933 in der Wiener Arbeiter-Zeitung den Aufruf: "Verbrennt mich! Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbande gelangen. Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein wie eure Schmach!" Ein Jahr später, 1934, wurden seine Bücher in einer eigens für ihn angesetzten Bücherverbrennung im Innenhof der Münchner Universität nachträglich verbrannt und seine Werke in Deutschland verboten, er selbst am 24. März ausgebürgert. Allerdings waren in den Universitätsstädten verschiedene Listen der zur Verbrennung bestimmten Bücher verbreitet worden. Zum Beispiel in der im Göttinger Tageblatt am 11. Mai 1933 publizierten Liste der am Vorabend verbrannten Bücher war Oskar Maria Graf mit allen seinen Werken (außer "Wunderbare Menschen" und "Kalendergeschichten") vertreten gewesen[1]. Im Februar war er nach Brünn in der Tschechoslowakei emigriert. Dann ging er nach Prag, wo er neben Anna Seghers und Wieland Herzfelde zur Redaktion der von Grete Weiskopf herausgegebenen Monatsschrift Neue Deutsche Blätter gehörte. Von hier nahm er 1934 in Moskau am 1. Unionskongress der Sowjetschriftsteller teil. 1938 floh er über die Niederlande in die USA, wo er sich im Juli in New York niederließ. Im Oktober desselben Jahres wurde er zum Präsidenten der German-American Writers Association ernannt. 1942 gründete er mit Wieland Herzfelde und weiteren emigrierten deutschen Schriftstellern den Aurora-Verlag, New York, der als Nachfolger des Malik-Verlages galt. Wie verbunden Graf mit seiner bayerischen Heimat war, zeigt die Tatsache, dass er stets mit Lederhosen durch New York spazierte, um so sein Heimweh zu stillen. Im Dezember 1957 erhielt Oskar Maria Graf die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Wegen seines kompromisslosen Pazifismus wurde der Absatz "über die Verteidigungsbereitschaft mit der Waffe in der Hand" gestrichen. Im folgenden Jahr unternahm er erstmals nach dem Krieg wieder eine Europareise. Am 11. November 1959 starb seine Frau Mirjam. 1960 wurde ihm von der Wayne State University of Detroit in Anerkennung seiner kompromisslosen geistigen Haltung die Ehrendoktorwürde verliehen, es folgte seine zweite Europareise. 1962 heiratete er seine dritte Frau Gisela Blauner. 1964 unternahm er seine dritte Europareise mit Lesungen unter anderem in West- und Ostberlin. Zahlreiche Ehrungen folgen, unter anderem wurde er zum "korrespondierenden Mitglied der Akademie der Künste der DDR" ernannt und In Würdigung seines bedeutenden literarischen Werkes mit der Ehrengabe und Goldmedaille der Stadt München ausgezeichnet. 1965 war seine letzte Europareise nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Oskar Maria Graf starb im Juni 1967 in New York. Ein Jahr nach seinem Tod wurde seine Urne nach München überführt und auf dem alten Bogenhausener Friedhof beigesetzt (Grab Mauer links Nr. 42).
[SW: üchergilde Gutenberg 1924-1933 | Deutsche Literatur | Illustrierte Bücher | Erstausgaben]
Graf, Oskar Maria: Notizbuch des Provinzschriftstellers Oskar Maria Graf 1932. Erlebnisse, Intimitäten, Meinungen. "Die Jahreszahl wurde dem Haupttitel des Buches nur deshalb angehängt, weil der Verfasser nicht ganz sicher ist, ob er in den nächsten Jahren noch die gleiche Meinung haben wird, oder eine solche überhaupt noch haben darf. Basel, Leipzig, Wien: Zinnen-Verlag, [Leipzig] : [C. E. Krug], 1932.
Guter Zustand. Deckel lichtrandig. Buchrücken verblasst, Rückentitel teilweise abgerieben. Einband leicht fleckig. - Aus wikipedia-Oskar_Maria_Graf: Oskar Maria Graf (* 22. Juli 1894 in Berg; 28. Juni 1967 in New York) war ein deutscher Schriftsteller. Anfangs schrieb Graf ausschließlich unter seinem richtigen Namen Oskar Graf. Ab 1918 reichte er Arbeiten für Zeitungen unter dem Pseudonym Oskar Graf-Berg ein; für seine von ihm selbst als "lesenswert" erachteten Werke wählte er den Namen Oskar Maria Graf. Leben: Oskar Maria Graf wurde am 22. Juli 1894 als neuntes Kind des Bäckermeisters Max Graf und der Bauerntochter Therese, geborene Heimrath, in Berg am Starnberger See geboren. Er besuchte ab 1900 die Dorfschule in Aufkirchen. Nach dem Tod seines Vaters 1906 erlernte er dessen Handwerk und arbeitete in der durch den Bruder Max übernommenen Bäckerei. Im Jahre 1911 floh er vor den Misshandlungen durch seinen Bruder Max nach München in der Hoffnung auf eine Existenz als Dichter. Er schloss sich dort Boheme-Kreisen an und schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten wie als Posthelfer oder Liftboy durch. In den Jahren 1912/13 war er als Vagabund im Tessin und in Oberitalien unterwegs, begleitet von dem Maler Georg Schrimpf, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Zeitweise arbeiteten beide bei Karl Gräser in der Reformersiedlung Monte Verita. Am 1. Dezember 1914 wurde Oskar Maria Graf zum Kriegsdienst eingezogen. 1915 diente er bei einer bayerischen Eisenbahntruppe an der Ostfront in Ostpreußen und Litauen. In dieser Zeit brachte die Zeitschrift Die Freie Straße erstmals eine Erzählung von ihm heraus. 1916 sollte Graf wegen Befehlsverweigerung abgeurteilt werden. Er wurde jedoch in eine Irrenanstalt eingewiesen und nach einem zehntägigen Hungerstreik schließlich aus dem Militär entlassen. 1917 legte er sich auf Vorschlag des Künstlers Jacob Carlo Holzer den zweiten Vornamen Maria zu. Nach einer Beschwerde eines gleichnamigen Professors wollte die Zeitung, dass er unter dem Namen Oskar Graf-Berg publiziert. Am 26. Mai 1917 heiratete er Karoline Bretting. Im Jahr darauf wurde ihre Tochter Annemarie (* 13. Juni 1918; 8. Dezember 2008) genannt "Annamirl", geboren; das Ehepaar Graf trennte sich jedoch noch im selben Jahr. Graf bezeichnete seine erste Ehe als "von Anfang an schlecht", Tochter Annemarie wurde von Grafs Mutter aufgezogen. Die Ehe wurde offiziell erst 1944 geschieden. Anfang desselben Jahres war Oskar Maria Graf wegen Teilnahme am Munitionsarbeiterstreik verhaftet worden. 1919 wurde er wegen der Teilnahme an den revolutionären Bewegungen in München erneut verhaftet. 1919 begann seine Lebensgemeinschaft mit der Jüdin Mirjam Sachs, der Frau, "die ihn am längsten ertragen hat". Die beiden heirateten am 2. Oktober 1944. Ab 1920 war Oskar Maria Graf als Dramaturg am Arbeitertheater Die neue Bühne tätig, bis ihm 1927 mit seinem autobiografischen Werk Wir sind Gefangene der literarische Durchbruch gelang, der ihm eine Existenz als freischaffender Schriftsteller ermöglichte. Am 17. Februar 1933 fuhr er zu einer Vortragsreise nach Wien. Dies war der Beginn seines anfangs "freiwilligen" Exils. Da seine Bücher nicht der Bücherverbrennung durch die Nazis zum Opfer fielen und ihre Lektüre sogar empfohlen wurde, veröffentlichte er am 12. Mai 1933 in der Wiener Arbeiter-Zeitung den Aufruf: "Verbrennt mich! Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbande gelangen. Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein wie eure Schmach!" Ein Jahr später, 1934, wurden seine Bücher in einer eigens für ihn angesetzten Bücherverbrennung im Innenhof der Münchner Universität nachträglich verbrannt und seine Werke in Deutschland verboten, er selbst am 24. März ausgebürgert. Allerdings waren in den Universitätsstädten verschiedene Listen der zur Verbrennung bestimmten Bücher verbreitet worden. Zum Beispiel in der im Göttinger Tageblatt am 11. Mai 1933 publizierten Liste der am Vorabend verbrannten Bücher war Oskar Maria Graf mit allen seinen Werken (außer "Wunderbare Menschen" und "Kalendergeschichten") vertreten gewesen. Im Februar war er nach Brünn in der Tschechoslowakei emigriert. Dann ging er nach Prag, wo er neben Anna Seghers und Wieland Herzfelde zur Redaktion der von Grete Weiskopf herausgegebenen Monatsschrift Neue Deutsche Blätter gehörte. Von hier nahm er 1934 in Moskau am 1. Unionskongress der Sowjetschriftsteller teil. 1938 floh er über die Niederlande in die USA, wo er sich im Juli in New York niederließ. Im Oktober desselben Jahres wurde er zum Präsidenten der German-American Writers Association ernannt. 1942 gründete er mit Wieland Herzfelde und weiteren emigrierten deutschen Schriftstellern den Aurora-Verlag, New York, der als Nachfolger des Malik-Verlages galt. Wie verbunden Graf mit seiner bayerischen Heimat war, zeigt die Tatsache, dass er stets mit Lederhosen durch New York spazierte, um so sein Heimweh zu stillen. Im Dezember 1957 erhielt Oskar Maria Graf die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Wegen seines kompromisslosen Pazifismus wurde der Absatz "über die Verteidigungsbereitschaft mit der Waffe in der Hand" gestrichen. Im folgenden Jahr unternahm er erstmals nach dem Krieg wieder eine Europareise. Am 11. November 1959 starb seine Frau Mirjam. 1960 wurde ihm von der Wayne State University of Detroit in Anerkennung seiner kompromisslosen geistigen Haltung die Ehrendoktorwürde verliehen, es folgte seine zweite Europareise. 1962 heiratete er seine dritte Frau Gisela Blauner. 1964 unternahm er seine dritte Europareise mit Lesungen unter anderem in West- und Ostberlin. Zahlreiche Ehrungen folgen, unter anderem wurde er zum "korrespondierenden Mitglied der Akademie der Künste der DDR" ernannt und In Würdigung seines bedeutenden literarischen Werkes mit der Ehrengabe und Goldmedaille der Stadt München ausgezeichnet. 1965 war seine letzte Europareise nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Oskar Maria Graf starb im Juni 1967 in New York. Ein Jahr nach seinem Tod wurde seine Urne nach München überführt und auf dem alten Bogenhausener Friedhof beigesetzt (Grab Mauer links Nr. 42).
Erstausgabe. Wilpert/Gühring, II, 25. 236 (6) Seiten mit einem Titelporträt und mit 20 Zeichnungen. Schriftart: Fraktur. 19,3 cm. Blaues Leinen mit rotgeprägten Deckelverzierungen.
[SW: Deutsche Literatur der dreissiger Jahre, Satire, Heimaterzähler, Deutsche Literatur der 30-er Jahre, Literaturtheorie, Germanistik, Literaturkritik, Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaften, Kulturgeschichte, Bayerische Geschichte, Bayern, Gesellschaft, Bayerische Literatur, Bavarica, Mundart, Dialekt]
Graf, Oskar Maria: Das bayrische Dekameron. Mit 36 Zeichnungen von Michael Mathias Prechtl. Büchergilde Gutenberg (Lizenz des Paul List Verlags) 4.Aufl./ Lizenzausgabe 1994 Frankfurt am Main ISBN: 3763215948
258S. 8°
Leinen Fadengehefteter, geprägter Ganzleineneinband mit illustriertem Schutzumschlag. Der Umschlag auf der Rückseite minimal berieben, ansonsten in sehr gutem Zustand. Von Prechtl kongenial illustrierten Ausgabe der Grafschen Satire. Mit seinem gepfefferten, augenzwinkernden Humor ist dieses Dekameron ein probates Haus- und Heilmittel gegen Griesgram und Verdruß. 31 Geschichten, Schwänke und Schnurren,Anekdoten und Novellen, erzählen in unverfälschter, herzerfrischender Eindeutigkeit von Brautschau und Kammerfensterln, von düpierten Ehemännern und verschlagenen Hallodris, von nicht ganz sittsamen Ehefrauen und Mägden im Heu, von Hochzeiten und Liebschaften landauf, landab in der bayrischen Provinz. Oskar Maria Graf führt die ganze rustikale Erotik in ihrer Spannweite vom Derben, Urwüchsigen, Vitalen bis hin zu schmunzelnder, schadenfroher Drastik vor. Ein besonderes Gewicht erhält die Büchergilden-Ausgabe durch die beigegebenen 36 Zeichnungen des Nürnbergers Michael Mathias Prechtl. Sie illustrieren die kurzweiligen Vergnügen Menschen konträren Geschlechts und geben die strotzende Fülle des dargestellten Geschehens wieder. (Klappentext) Oskar Maria Graf (* 22. Juli 1894 in Berg; 28. Juni 1967 in New York) war ein deutscher Schriftsteller. Anfangs schrieb Graf ausschließlich unter seinem richtigen Namen Oskar Graf. Ab 1918 reichte er Arbeiten für Zeitungen unter dem Pseudonym Oskar Graf-Berg ein; für seine von ihm selbst als "lesenswert" erachteten Werke wählte er den Namen Oskar Maria Graf. Oskar Maria Graf wurde am 22. Juli 1894 als neuntes Kind des Bäckermeisters Max Graf und der Bauerntochter Therese, geborene Heimrath, in Berg am Starnberger See geboren. Er besuchte ab 1900 die Dorfschule in Aufkirchen. Nach dem Tod seines Vaters 1906 erlernte er dessen Handwerk und arbeitete in der durch den Bruder Max übernommenen Bäckerei. Im Jahre 1911 floh er vor den Misshandlungen durch seinen Bruder Max nach München in der Hoffnung auf eine Existenz als Dichter. Er schloss sich dort Boheme-Kreisen an und schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten, etwa als Posthelfer oder Liftboy durch. In den Jahren 1912/13 war er als Vagabund im Tessin und in Oberitalien unterwegs, begleitet von dem Maler Georg Schrimpf, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. Zeitweise arbeiteten beide bei Karl Gräser in der Reformersiedlung Monte Verita. Am 1. Dezember 1914 wurde Oskar Maria Graf zum Kriegsdienst eingezogen. 1915 diente er bei einer bayerischen Eisenbahntruppe an der Ostfront in Ostpreußen und Litauen. In dieser Zeit brachte die Zeitschrift Die Freie Straße erstmals eine Erzählung von ihm heraus. 1916 sollte Graf wegen Befehlsverweigerung abgeurteilt werden. Er wurde jedoch in eine Irrenanstalt eingewiesen und nach einem zehntägigen Hungerstreik schließlich aus dem Militär entlassen. 1917 legte er sich auf Vorschlag des Künstlers Jacob Carlo Holzer den zweiten Vornamen Maria zu. Nach einer Beschwerde eines gleichnamigen Professors wollte die Zeitung, dass er unter dem Namen Oskar Graf-Berg publiziert. Am 26. Mai 1917 heiratete er Karoline Bretting. Im Jahr darauf wurde ihre Tochter Annemarie (* 13. Juni 1918; 8. Dezember 2008) genannt "Annamirl", geboren; das Ehepaar Graf trennte sich jedoch noch im selben Jahr. Graf bezeichnete seine erste Ehe als "von Anfang an schlecht", Tochter Annemarie wurde von Grafs Mutter aufgezogen. Die Ehe wurde offiziell erst 1944 geschieden. Anfang desselben Jahres war Oskar Maria Graf wegen Teilnahme am Munitionsarbeiterstreik verhaftet worden. 1919 wurde er wegen der Teilnahme an den revolutionären Bewegungen in München erneut verhaftet. 1919 begann seine Lebensgemeinschaft mit der Jüdin Mirjam Sachs, der Frau, "die ihn am längsten ertragen hat". Die beiden heirateten am 2. Oktober 1944. Ab 1920 war Oskar Maria Graf als Dramaturg am Arbeitertheater Die neue Bühne tätig, bis ihm 1927 mit seinem autobiografischen Werk Wir sind Gefangene der literarische Durchbruch gelang, der ihm eine Existenz als freischaffender Schriftsteller ermöglichte. Am 17. Februar 1933 fuhr er zu einer Vortragsreise nach Wien. Dies war der Beginn seines anfangs "freiwilligen" Exils. Da seine Bücher nicht der Bücherverbrennung durch die Nazis zum Opfer fielen und ihre Lektüre sogar empfohlen wurde, veröffentlichte er am 12. Mai 1933 in der Wiener Arbeiter-Zeitung den Aufruf: "Verbrennt mich! Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbande gelangen. Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein wie eure Schmach!" Ein Jahr später, 1934, wurden seine Bücher in einer eigens für ihn angesetzten Bücherverbrennung im Innenhof der Münchner Universität nachträglich verbrannt und seine Werke in Deutschland verboten, er selbst am 24. März ausgebürgert. Allerdings waren in den Universitätsstädten verschiedene Listen der zur Verbrennung bestimmten Bücher verbreitet worden. Zum Beispiel in der im Göttinger Tageblatt am 11. Mai 1933 publizierten Liste der am Vorabend verbrannten Bücher war Oskar Maria Graf mit allen seinen Werken (außer "Wunderbare Menschen" und "Kalendergeschichten") vertreten gewesen[1]. Im Februar war er nach Brünn in der Tschechoslowakei emigriert. Dann ging er nach Prag, wo er neben Anna Seghers und Wieland Herzfelde zur Redaktion der von Grete Weiskopf herausgegebenen Monatsschrift Neue Deutsche Blätter gehörte. Von hier nahm er 1934 in Moskau am 1. Unionskongress der Sowjetschriftsteller teil. 1938 floh er über die Niederlande in die USA, wo er sich im Juli in New York niederließ. Im Oktober desselben Jahres wurde er zum Präsidenten der German-American Writers Association ernannt. 1942 gründete er mit Wieland Herzfelde und weiteren emigrierten deutschen Schriftstellern den Aurora-Verlag, New York, der als Nachfolger des Malik-Verlages galt. Wie verbunden Graf mit seiner bayerischen Heimat war, zeigt die Tatsache, dass er stets mit Lederhosen durch New York spazierte, um so sein Heimweh zu stillen. Im Dezember 1957 erhielt Oskar Maria Graf die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Wegen seines kompromisslosen Pazifismus wurde der Absatz "über die Verteidigungsbereitschaft mit der Waffe in der Hand" gestrichen. Im folgenden Jahr unternahm er erstmals nach dem Krieg wieder eine Europareise. Am 11. November 1959 starb seine Frau Mirjam. 1960 wurde ihm von der Wayne State University of Detroit in Anerkennung seiner kompromisslosen geistigen Haltung die Ehrendoktorwürde verliehen, es folgte seine zweite Europareise. 1962 heiratete er seine dritte Frau Gisela Blauner. 1964 unternahm er seine dritte Europareise mit Lesungen unter anderem in West- und Ostberlin. Zahlreiche Ehrungen folgen, unter anderem wurde er zum "korrespondierenden Mitglied der Akademie der Künste der DDR" ernannt und In Würdigung seines bedeutenden literarischen Werkes mit der Ehrengabe und Goldmedaille der Stadt München ausgezeichnet. 1965 war seine letzte Europareise nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Oskar Maria Graf starb im Juni 1967 in New York. Ein Jahr nach seinem Tod wurde seine Urne nach München überführt und auf dem alten Bogenhausener Friedhof beigesetzt (Grab Mauer links Nr. 42).
[SW: Büchergilde Gutenberg | Deutsche Literatur | Illustrierte Bücher | Satire | Oscar Maria Graf | M.M. Prechtl]



