Gontscharow
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Gontscharow, Iwan Alexandrowitsch: Oblomow. Roman in vier Teilen. Übersetzung von Clara Brauner. Büchergilde Gutenberg (Lizenz des Cassirer Verlags, Oxford) Lizenzausgabe 1961 Frankfurt am Main
578S. 8°
Leinen Fadengehefteter Ganzleinenband mit goldener Rückenbeschriftung und Farbkopfschnitt. Kopfschnitt minimal berieben, ansonsten sehr guter, nahezu neuwertiger Zustand. Oblomow ist ein Roman von Iwan Alexandrowitsch Gontscharow (1812-1891), erschienen 1859. Die drei im Abstand von jeweils einem Jahrzehnt erschienenen Romane Gontscharows - Obyknowennaja istorija (Eine alltägliche Geschichte) 1847, Oblomow und Obryw (Die Schlucht) 1869 - bilden eine thematische Einheit. Sie alle sind dem Typus des begabten, gebildeten, wirklichen Idealen verpflichteten, durch Herkunft und Standesgewohnheiten jedoch zu gänzlicher Passivität verkümmerten russischen Adligen gewidmet, dem unmittelbaren Nachfahren des Lischnij tschelovek (überflüssigen Menschen) der russischen Literatur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Puschkin, Lermontow). In Gontscharows bedeutendstem Roman wird dieser Typus durch den Titelhelden Ilja Iljitsch Oblomow verkörpert. Durch die materielle Sicherheit seines Standes in die Lage versetzt, seine Introvertiertheit und Untätigkeit zu pflegen, findet Oblomow keinen Ausweg aus der erstickenden Ruhe, Trägheit und Schläfrigkeit, welche die Darstellung seines Lebens leitmotivisch durchziehen. Er verliert sich in den Traum eines geborgenen, sicheren, von aller Verantwortung freien Lebens, in dem der Mittagsschlaf Zentrum und Schwerpunkt der täglichen Verrichtungen ist. Pläne, das väterliche Gut Oblomowka zu pflegen, werden von einem auf den nächsten Tag verschoben, weshalb es mehr und mehr in Verfall gerät. Eine Wende scheint sich anzudeuten, als Oblomow von seinem Freund Stolz, einem Deutschrussen, der in jeder Hinsicht den Gegenpol zu Oblomow darstellt, mit der jungen Olga bekannt gemacht wird. Dieser scheint es zu gelingen, die Passivität Oblomows aufzubrechen. Doch letztendlich gelingt es auch ihr nicht, Oblomows Lethargie zu besiegen. Die Beziehung scheitert. Von seinem Bekannten Tarantjew betrogen, muss Oblomow mit seinem treuen Diener Sachar in eine von Tarantjew beschaffte Wohnung ziehen - die insbesondere von Stolz eifrig betriebene Auslandsreise kommt nicht zustande. Seinem Charakter gemäß sträubt Oblomow sich nicht gegen die widrigen Umstände, verbringt seine Tage wieder mit Nichtstun und genießt die gute Küche der Hausherrin Agafja Matwejewna. Stolz unternimmt einen letzten Versuch, Oblomows Leben in geregelte Bahnen zu lenken und nimmt die Verwaltung von Oblomows Gut selbst in die Hand. Dieser verspricht, so bald wie möglich Stolz nachzureisen und die Führung von Oblomowka persönlich zu übernehmen. Doch dazu kommt es nicht. Stolz, der in der Zwischenzeit Olga geheiratet hat, kann zwar die Pläne Tarantjews und seines Spießgesellens Iwan Matwejewitsch, des Bruders von Oblomows Haushälterin, Oblomow zu ruinieren, durchkreuzen, doch Oblomow versinkt endgültig in Lethargie. Als Stolz Jahre später erfährt, dass Oblomow die zwar gutherzige aber einfältige Agafja geheiratet hat, gibt er ihn endgültig verloren, verspricht aber, ihren Sohn vom Weg des Vaters fernzuhalten. Oblomow, durch Teilnahmslosigkeit krank geworden und von einem Schlaganfall getroffen, stirbt, ohne nochmals versucht zu haben, sein Leben zu gestalten. Nach seinem Tod wächst der nach Stolz benannte Sohn Andrej bei eben diesem auf, während die verwitwete Agafja wieder als Haushälterin bei ihrem Bruder arbeitet. Sachar, der seinem Herrn immer noch nachtrauert, wird, alt und blind geworden, als Bettler davongejagt. Die Tragik und Sinnlosigkeit von Oblomows Leben bringt Stolz, der im letzten Kapitel beginnt, Oblomows Geschichte zu erzählen, bedauernd auf den Punkt: "Er ist um nichts zugrunde gegangen". Die Entlarvung des "Oblomowtums" (in anderen Übersetzungen auch "Oblomowerei") als engagierte Anklage gegen die herrschende Gesellschaft der Gutsbesitzer, des Land- und des Dienstadels erkannt und hervorgehoben zu haben, ist das Verdienst der umfangreichen Arbeit Dobroljubows Schto takoje oblomowschtschina (Was ist Oblomowtum), die wesentlich zur Verbreitung und Wirkung des Romans beigetragen hat. Der Name des Titelhelden "Oblomow" dient mittlerweile in der Psychiatrie zur Beschreibung der Persönlichkeitsstruktur eines willensschwachen Neurotikers, geprägt von Apathie, Faulheit und Parasitismus. Dieser Typus lässt andere für sich sorgen, während er sonst in intellektueller, mentaler und moralischer Hinsicht nicht versagt. Seine Muße ist weder produktiv, noch vermag er sie zu genießen. Herman Belan beschreibt den Reiz des Romans in dem Schicksal der projektiven Identifikation der Hauptfiguren, mit Oblomov im Zentrum der Handlungen. Iwan Alexandrowitsch Gontscharow * 6. Junijul./ 18. Juni 1812greg. in Simbirsk; 15. Septemberjul./ 27. September 1891greg. in Sankt Petersburg) war ein russischer Schriftsteller. Sein bekanntestes Werk ist Oblomow (1859). Iwan Gontscharow wuchs als Sohn eines reichen Getreidehändlers auf, schloss seine Ausbildung 1834 an der Universität Moskau ab und diente danach 30 Jahre lang in Sankt Petersburg als kleiner Beamter, ab 1856 als Zensor, später als Beamter in der obersten Pressebehörde. 1847 wurde Gontscharows erster Roman, Eine alltägliche Geschichte publiziert, der sich mit den Konflikten zwischen dem russischen Adel und der aufsteigenden Klasse der Kaufleute auseinandersetzte. Dem Roman folgte die psychologisch-naturalistische Skizze Iwan Sawitsch Podjabrin (1848). Zwischen 1852 und 1855 reiste Gontscharow als Sekretär des Admirals Putjatin nach England, Afrika, Japan und über Sibirien zurück nach Russland. Sein scharf beobachtender Reisebericht Die Fregatte Pallas (Fregat Pallada) wurde 1858 veröffentlicht. Im Jahr darauf erschien sein äußerst erfolgreicher Roman Oblomow, dessen Titelheld mit Shakespeares Hamlet verglichen wird, der die Frage Sein oder nicht sein? mit Nein! beantwortet. Unter anderem Dostojewski betrachtete Gontscharow als bemerkenswerten Autor von hoher Qualität. Bereits in seinen ersten Werken wird Gontscharows Grundthema, die grenzenlose Langeweile, deutlich, die er in seinem Hauptwerk Oblomow zum so zentralen Inhalt macht, dass die Antriebslosigkeit des Titelhelden im Russischen sogar sprichwörtlich wurde: Oblomowschtschina, das Versinken im Nichtstun bis zum endgültigen Verfall. 1867 zog sich Gontscharow von seinem Amt als Regierungszensor zurück und veröffentlichte seinen letzten Roman; Die Schlucht (Obryw) (1869) ist die Geschichte einer Rivalität zwischen drei Männern, die die Liebe einer geheimnisvollen Frau suchen. Gontscharow schrieb auch Kurzgeschichten, Kritiken, Essays und Memoiren, die aber erst 1919 erschienen. Den Rest seines Lebens verbrachte er in einsamer Zurückgezogenheit angesichts der negativen Kritik, die einigen seiner Werke zuteil wurde.
[SW: Büchergilde Gutenberg | Russische Literatur | Roman | Klassiker]
Gontscharow, Iwan A. Oblomow. Roman. Mit Illustrationmen von Theodor Eberle (Insel TB it 472). Dünndruckausgabe. Illustr. TB-Broschur, sauberes gutes Exemplar. Insel Verlag,Frankfurt 1981.
isbn 3458321721 - Iwan Alexandrowitsch Gontscharow (* 18. Juni 1812 in Simbirsk (Uljanowsk), 27. September 1891 in Sankt Petersburg) war ein russischer Schriftsteller. Sein bekanntestes Werk ist Oblomow (1859). Zwischen 1852 und 1855 reiste Gontscharow als Sekretär des Admirals Putjatin nach England, Afrika, Japan und über Sibirien zurück nach Russland. Sein scharf beobachtender Reisebericht Fregat Pallada (Die Fregatte Pallas) wurde 1858 veröffentlicht. Im Jahr darauf erschien sein äußerst erfolgreicher Roman Oblomow, dessen Titelheld mit Shakespeares Hamlet verglichen wird, der die Frage Sein oder nicht sein? mit Nein! beantwortet. Unter anderen Fjodor Michailowitsch Dostojewski betrachtete Gontscharow als bemerkenswerten Autor von hoher Qualität. Bereits in seinen ersten Werken wird Gontscharows Grundthema, die grenzenlose Langeweile, deutlich, die er in seinem Hauptwerk Oblomow zum so zentralen Inhalt macht, dass die Antriebslosigkeit des Titelhelden im Russischen sogar sprichwörtlich wurde: Oblomowschtschina, das Versinken im Nichtstun bis zum endlichen Verfall. 1867 zog sich Gontscharow von seinem Amt als Regierungszensor zurück und veröffentlichte seinen letzten Roman; Obryv (Die Schlucht) (1869) ist die Geschichte einer Rivalität zwischen drei Männern, die die Liebe einer geheimnisvollen Frau suchen. Gontscharow schrieb auch Kurzgeschichten, Kritiken, Essays und Memoiren, die aber erst 1919 erschienen. Den Rest seines Lebens verbrachte er in einsamer und bitterer Zurückgezogenheit angesichts der negativen Kritik, die einigen seiner Werke zuteil wurde.
717 S.
Gontscharow, Iwan A: Briefe von einer Weltreise : ergänzt durch Texte aus der "Fregatte Pallas" Iwan Gontscharow. Hrsg. und übers. von Erich Müller-Kamp, München, Ed. Spangenberg 1990. ISBN: 3-89409-053-7
Schönes, nahezu verlagsfrisches Exemplar. Gontscharow nahm 1852 bis 1855 als literarischer Sekretär swa Admirals Putjatin an einer Fahrt teil, die nach Japan, von dort zum Ochotskijschen Meer und über Sibirien nach Petersburg führte. Ergänzt durch Texte über England, Madeira, Südafrika, China, Japan und Sibirien. * Sie können nach wie vor bei uns auch mit Ihrer VISA oder EUROCARD/ MASTERCARD bezahlen. *
Neuausg. 424 S., Orig.-Pappbd., OU, 8°
Rehm, Walther: Gontscharow und Jacobsen oder Langeweile und Schwermut: Eine Auseinandersetzung mit dem literarischen Schaffen von Iwan A. Gontscharow und Jens Peter Jacobsen, Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht Verlag 1963. ; weicher Einband / soft cover ISBN: B0036EF87M
Guter Zustand
166 Seiten, Paperback-Ausgabe; 1. Auflage
[SW: Rehm, Gontscharow, Jakobsen]



