Goldschmidt
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Goldschmidt, Otto,
Otto Goldschmidt (1829-1907), Musiker, Komponist, Dirigent. E. Brief m. U., Dresden, 6. Juli 1853, 4 Seiten gr.-8°. Doppelblatt. Bläuliches Papier. Kleiner Einriss am Mittelfalz. An den Musikkritiker und Schriftsteller Ludwig Rellstab (1799-1860), dem er einen Text für eine Komposition geschickt hatte: "[ ] Die Scene oder dramatische Cantate, welch Sie Ihrem letzten Schreiben beigelegt haben, habe ich mit Vergnügen durchgelesen und werde versuchen, sie zu componiren indem ich nur wünsche, daß die Composition so entsprechend ausfallen möge, wie mir dies vom Texte der Fall zu sein scheint. Ob ich noch irgend etwas verändert wünschte, bin ich heute nicht im Stande zu sagen, weil mir noch nicht die Muße geworden ist, ernsthaft darüber zu gehen, was ich auch nicht übereilen will, da ich soeben erst mit einem Clavier Trio fertig geworden bin, an dem es immer noch zu feilen giebt [ ] und meine Gesundheit mir leider nicht gestatten, mich in rascher Folge dem Componiren hinzugeben [ ]" - Mit Erwähnung seiner Frau Jenny Lind-Goldschmidt: "Meine Frau grüßt Sie und die Ihrigen [ ] Sie ist Gottlob sehr wohl und vereinigte sich mit mir in der Versicherung wahrer Freude darüber, daß es Ihnen in unsrer stillen Behausung gefallen hat und wir uns Ihnen ebenso sehr für Ihren Besuch verpflichtet fühlen [ ]" - Goldschmidt, der ein Kompositionsschüler von Felix Mendelssohn Bartholdy war, setzte sein Studium seit 1848 als Schüler Chopins in Paris fort. 1849 spielte er als Pianist in einem Konzert der Sängerin Jenny Lind in London, die er 1851 nach Amerika begleitete und im folgenden Jahr heiratete. Von 1852-55 lebten sie in Dresden und übersiedelten 1858 nach London. Seit 1860 kam er als Dirigent, auch eigener Werke, in die großen europäischen Musikzentren sowie nach Hamburg und Düsseldorf, wo er 1863 und 1866 die Musikfeste leitete. Seit 1863 stellvertretender Direktor der Royal Academy of Music in London, gründete Goldschmidt 1875 den Londoner Bach-Chor, der zu einem der bedeutendsten englischen Chöre wurde. Zu seinen Bearbeitungen alter Meister zählt die von Händels Ode for St. Cecilia's Day (1739), die er erstmals in Deutschland aufführte. Goldschmidts kompositorisches Werk umfaßt Kammermusik, Lieder, Klavierkompositionen und das Oratorium Ruth.
Otto Goldschmidt (1829-1907), Musiker, Komponist, Dirigent. E. Brief m. U., Dresden, 6. Juli 1853, 4 Seiten gr.-8°. Doppelblatt. Bläuliches Papier. Kleiner Einriss am Mittelfalz. An den Musikkritiker und Schriftsteller Ludwig Rellstab (1799-1860), dem er einen Text für eine Komposition geschickt hatte: "[ ] Die Scene oder dramatische Cantate, welch Sie Ihrem letzten Schreiben beigelegt haben, habe ich mit Vergnügen durchgelesen und werde versuchen, sie zu componiren indem ich nur wünsche, daß die Composition so entsprechend ausfallen möge, wie mir dies vom Texte der Fall zu sein scheint. Ob ich noch irgend etwas verändert wünschte, bin ich heute nicht im Stande zu sagen, weil mir noch nicht die Muße geworden ist, ernsthaft darüber zu gehen, was ich auch nicht übereilen will, da ich soeben erst mit einem Clavier Trio fertig geworden bin, an dem es immer noch zu feilen giebt [ ] und meine Gesundheit mir leider nicht gestatten, mich in rascher Folge dem Componiren hinzugeben [ ]" - Mit Erwähnung seiner Frau Jenny Lind-Goldschmidt: "Meine Frau grüßt Sie und die Ihrigen [ ] Sie ist Gottlob sehr wohl und vereinigte sich mit mir in der Versicherung wahrer Freude darüber, daß es Ihnen in unsrer stillen Behausung gefallen hat und wir uns Ihnen ebenso sehr für Ihren Besuch verpflichtet fühlen [ ]" - Goldschmidt, der ein Kompositionsschüler von Felix Mendelssohn Bartholdy war, setzte sein Studium seit 1848 als Schüler Chopins in Paris fort. 1849 spielte er als Pianist in einem Konzert der Sängerin Jenny Lind in London, die er 1851 nach Amerika begleitete und im folgenden Jahr heiratete. Von 1852-55 lebten sie in Dresden und übersiedelten 1858 nach London. Seit 1860 kam er als Dirigent, auch eigener Werke, in die großen europäischen Musikzentren sowie nach Hamburg und Düsseldorf, wo er 1863 und 1866 die Musikfeste leitete. Seit 1863 stellvertretender Direktor der Royal Academy of Music in London, gründete Goldschmidt 1875 den Londoner Bach-Chor, der zu einem der bedeutendsten englischen Chöre wurde. Zu seinen Bearbeitungen alter Meister zählt die von Händels Ode for St. Cecilia's Day (1739), die er erstmals in Deutschland aufführte. Goldschmidts kompositorisches Werk umfaßt Kammermusik, Lieder, Klavierkompositionen und das Oratorium Ruth.
[SW: Autograph, Manuskript, Dokument, Autographen. Abbildungen finden Sie auf unserer Webseite www.autographenhandlung.de]
Goldschmidt, Berthold,
Berthold Goldschmidt (1903-1996), Komponist. Albumblatt mit e. U. Berlin, 20. September 1994. 1 S. 8°. - Berthold Goldschmidt war Kompositionsschüler von Franz Schreker in Berlin und gewann 1925 den Mendelssohn-Preis mit seiner "Passacaglia für Orchester op. 4", die von Erich Kleiber uraufgeführt wurde; als dessen Assistent war er auch an der Uraufführung von Alban Bergs "Wozzeck" am 14. Dezember 1925 beteiligt. "In den Wozzeck'-Aufführungen spielte er zudem die Celesta - ein Instrument, dessen Part er auch bei einigen anderen wichtigen Werken der sogenannten Zweiten Wiener Schule übernahm, beispielsweise bei den Gurreliedern' von Arnold Schönberg oder der Uraufführung von Anton Weberns Passacaglia op. 1'" (Wikipedia, Abfrage v. 23. IX. 2010). Nach seiner Emigration nach England in Vergessenheit geratend, gelang ihm erst nach vielen Jahren ein Neuanfang. "Mit seiner Wiederentdeckung entstanden fast 20 Werke, die international und auch wieder in Berlin uraufgeführt wurden. Auch seine Oper Der gewaltige Hahnrei' wurde 1994 nach über 60 Jahren in Berlin aufgeführt und ist inzwischen wie zahlreiche andere Werke auf Tonträgern verfügbar" (ebd.). "Goldschmidts Tonsprache besitzt einen an Modellen von Strawinsky und Hindemith gebildeten Klangreiz wie auch eine vom Jazz beeinflußte, tänzerisch beschwingte Rhythmik" (MGG V, 487). Mit Deryck Cooke zusammen erstellte Goldschmidt aus den Fragmenten zu Mahlers 10. Sinfonie 1964 eine Aufführungsversion, die bis heute immer wieder gespielt wird. - Mit alt montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt).
Berthold Goldschmidt (1903-1996), Komponist. Albumblatt mit e. U. Berlin, 20. September 1994. 1 S. 8°. - Berthold Goldschmidt war Kompositionsschüler von Franz Schreker in Berlin und gewann 1925 den Mendelssohn-Preis mit seiner "Passacaglia für Orchester op. 4", die von Erich Kleiber uraufgeführt wurde; als dessen Assistent war er auch an der Uraufführung von Alban Bergs "Wozzeck" am 14. Dezember 1925 beteiligt. "In den Wozzeck'-Aufführungen spielte er zudem die Celesta - ein Instrument, dessen Part er auch bei einigen anderen wichtigen Werken der sogenannten Zweiten Wiener Schule übernahm, beispielsweise bei den Gurreliedern' von Arnold Schönberg oder der Uraufführung von Anton Weberns Passacaglia op. 1'" (Wikipedia, Abfrage v. 23. IX. 2010). Nach seiner Emigration nach England in Vergessenheit geratend, gelang ihm erst nach vielen Jahren ein Neuanfang. "Mit seiner Wiederentdeckung entstanden fast 20 Werke, die international und auch wieder in Berlin uraufgeführt wurden. Auch seine Oper Der gewaltige Hahnrei' wurde 1994 nach über 60 Jahren in Berlin aufgeführt und ist inzwischen wie zahlreiche andere Werke auf Tonträgern verfügbar" (ebd.). "Goldschmidts Tonsprache besitzt einen an Modellen von Strawinsky und Hindemith gebildeten Klangreiz wie auch eine vom Jazz beeinflußte, tänzerisch beschwingte Rhythmik" (MGG V, 487). Mit Deryck Cooke zusammen erstellte Goldschmidt aus den Fragmenten zu Mahlers 10. Sinfonie 1964 eine Aufführungsversion, die bis heute immer wieder gespielt wird. - Mit alt montiertem Portrait (Zeitungsausschnitt).
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Goldschmidt, Alfons: MOSKAU 1920. Tagebuchblätter. Hrsg.u.eingel.v. Wolfgang Kießling. Berlin (DDR), Dietz 1987.
"Alfons Goldschmidt hat Rußland besucht und seine Eindrücke schriftlich niedergelegt. Moskau 1920 (Ernst Rowohlt Verlag, Berlin), Alfons Goldschmidt ist ein anständiger, ehrlicher und völlig unbestechlicher Börsenkritiker, ein Mann, der sich auf wissenschaftlichen Grundlagen zum Kommunisten entwickelt hat, in den letzten Jahren eine erfreuliche und erfrischende Erscheinung unter den deutschen Nationalökonomen, Ein Mann von einer fanatischen Offenheit, ein glühendes Temperament und immerhin ein Kerl.Goldschmidt ist einer der ersten Journalisten gewesen, die in Deutschland ihre russischen Erlebnisse in die Buchform gebracht haben; er war der größten Aufmerksamkeit gewiß...Dieses Buch war in seinem Kopf vor der Reise fertig.Dieses Buch konnte gar nicht anders geschrieben werden, als es geschrieben worden ist: denn Goldschmidt glaubt an Lenin, wollte an ihn glauben, und wir alle sehen ja nur, was wir sehen wollen. Mehr nicht.Der Vorwurf des Stammtisches, ein solches Buch sei tendenziös, ist unsinnig. Jedes Buch ist tendenziös. Wir müssen nur mit offenen Augen lesen...Ein Mann wie Goldschmidt durfte mit der Erwartung hinüberreisen, in das Land seiner Träume zu kommen - aber er hatte die Pflicht, mit den Augen zu sehen und nicht nur mit dem Herzen. Das hat er nicht getan. Goldschmidt ist kein Tendenzhalunke . Ein paarmal sieht er doch, was los ist: er sieht das reparaturbedürftige Moskau, er sieht die Kleidernot, die Unmöglichkeit, daß sich der Arbeiter von seinem Gehalt Straßenkleidung kaufen kann, er sieht wie ganz Moskau schiebt, schiebt, schiebt - aber er stellt freundlich und kurz die Erklärung dahinter: es ist alles in bester Ordnung! Welch ein Reich! Es gibt wenig zu essen, es gibt fast nichts anzuziehen, es wird in klarer nationalistischer Tendenz Krieg geführt - aber dies alles ist offiziell, dies alles kann umgangen werden, und wenn man dem Autor die Augen verbunden, ihn ein paarmal um seine eigene Achse gedreht und ihm dann gesagt hätte, er befinde sich in Deutschland, so hätte er wohl den ganzen Laden erheblich verschweint gefunden. Es ist reizend, wie er sich bemüht, aus den geringsten Kleinigkeiten etwas für Rußland herauszulesen. Daß ein Mehltransport von 18 Wagen nicht überfallen wird, scheint ihm eine Großartigkeit. Die Fabriken sind in der besten Ordnung, sie triefen von Öl, haben Schutzvorrichtungen und werden wundervoll verwaltet. Nur Kohlen haben sie leider nicht...Er hat die maßgebenden Leute in Moskau der Reihe nach aufgesucht. Was hat er nun schließlich gesehen? Was erfahren wir? Eigentlich nur, dass die Leute Bärte haben oder keine, dass dort telefoniert wird, dass Menschen im Vorzimmer warten und dass einer einen Lederanzug trägt und einer ein weißes Russenhemd mit roter Stickerei...Es ist bitter, einem so verdienten Manne, wie Goldschmidt es ist, sagen zu müssen, wie er seine Aufgabe verfehlt hat. In dem Buch steht einmal am Schluß eines Kapitels, das ein proletarisches Meeting schildert: "Beim Ausgang sagte jemand hinter mir: Das ist sicher ein deutscher Genosse, der kriegt die Pfeife nicht aus dem Maul." Ich möchte das Wort abändern: Das ist sicher ein deutscher Genosse, der kriegt den Idealismus nicht aus dem Hirn." [Kurt Tucholsky (Ignaz Wrobel), Freiheit, 13.10.1920]; SEHR GUTER ZUSTAND
Lwd.m.farb.gepr.Deckelvign., OSU., Kl.8°, Kopffarbschn., 263 S., M.e.Frontispiz.
Dilly, Heinrich/Brands, Gunnar: Adolph Goldschmidt (1863-1944) Normal Art History im 20. Jahrhundert (z. Tl. in engl. Sprache) VDG-VERLAG, ISBN: 389739555X
Dem Kunsthistoriker Adolph Goldschmidt (1863 - 1944) ist der vorliegende Band gewidmet. 1904 als erster Professor für Kunstgeschichte an die Vereinigte Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg berufen, später in Berlin (als Nachfolger von Heinrich Wölfflin), in Basel sowie als Gastdozent in den 1920er Jahren in Harvard und Princeton tätig, gilt Adolph Goldschmidt bis heute als herausragender Forscher und Lehrer der Kunstgeschichte. Mit seiner vorbildlichen Kritik schriftlicher und bildlicher Quellen hat Goldschmidt in seinen Studien zur frühchristlichen Kunst Pionierarbeit geleistet. In einer Zeit, in der die Kunstgeschichte so exakt werden wollte wie die Philologie, war seine Forschung vor allem auch in methodologischer Hinsicht für die sich entwickelnde Dispziplin wegweisend. Um Werk und Wirken Adolph Goldschmidts und die daraus entstandene Goldschmidt-Schule ging es in einem Symposium, das aus Anlass des 100. Jahrestages des Kunsthistorischen Instituts 2004 in Halle stattfand und an dem Goldschmidt-Experten aus den USA, Deutschland und der Schweiz teilnahmen. Das große thematische Spektrum beinhaltete dabei z.B. Goldschmidts grundlegende Forschungen über die Buchmalerei, die sächsischen Bildwerke und die Elfenbeinskulpturen des Mittelalters, seine Zusammenarbeit mit Max Sauerland, Goldschmidts lebenslange Freundschaft zu Aby M. Warburg und Max Liebermann, das Wirken seiner Schule am Beispiel von Alexander Dorner, Max Deri und Adolf Behne.Die Beiträge und Ergebnisse des Symposiums sind in diesem Band zusammengefasst.Mit Beiträgen von Rüdiger vom Bruch, Ulrich Kuder, Bruno Klein, Ulrike Koenen, Barbara Schellewald, Colin Eisler, Kathryn Brush, Henrik Karge, Wolfgang Schenkluhn, Gunnar Brands, Nikolaus Meier, Elisabeth Sears, Christine Kreft, Leonard Helten, Daniela Messerschmidt, Ines Katenhusen, Magdalena Bushart, Margaret Olin, Heinrich Dilly, Gotthard Roosen-Runge, Burkhard Meißner, Regina Meyer
NEUBUCH! 2007. 420 S. m. 2 Farbabb. u. zahlr. SW-Abb. 24,5 cm
[SW: Kunsthistoriker (Einz.),Goldschmidt, Adolph]



