Gerstäcker

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Gerstäcker, Friedrich: Unter dem Äquator. Javanisches Sittenbild. Roman. (=Romane der Welt-Literatur, Band 4 der Ausgewählten Romane, Erzählungen und Humoresken.) Neue, durchgesehene Ausgabe. Leipzig, Hesse & Becker,, 1924.
Friedrich Gerstäcker (* 10. Mai 1816 in Hamburg ; 31. Mai 1872 in Braunschweig. Leben Kindheit und Jugend Friedrich Gerstäcker wurde in Hamburg als Sohn eines Opernsängers und einer Schauspielerin geboren. Nach dem Tod seines Vaters (1825) lebte er mit seiner Schwester Molly zunächst bei seinem Onkel, dem Hofschauspieler Eduard Schütz in Braunschweig und besuchte dort auch die Schule. Nach dem Abschluss der mittleren Reife fing er 1833 in Kassel eine kaufmännische Lehre an, die er nach zwei Jahren wieder abbrach. Hierauf begann er eine landwirtschaftliche Ausbildung auf dem Rittergut Doeben bei Grimma. In dieser Zeit war er bereits von dem Wunsch beseelt, auszuwandern. Gerstäcker war ein begeisterter Leser von Daniel Defoes Roman Robinson Crusoe in der Bearbeitung von Joachim Heinrich Campe sowie der Werke von James Fenimore Cooper und gründete seine Vorstellung von der Neuen Welt gerade auf die Lektüre des letzteren. Die erste Reise in die Neue Welt 1837 reiste er erstmals in die USA und arbeitete in verschiedenen Berufen (als Heizer, Matrose, Jäger, Farmer, Koch, Silberschmied, Holzfäller, Schokoladenerzeuger, Hotelier). Da ihm das städtische Leben nicht zusagte, führte er das aufregende Leben eines Jägers. Seine Tagebuchaufzeichnungen aus Amerika schickte er seiner Mutter, die sie an Bekannte weitergab. Ohne sein Zutun erschienen sie in der Zeitschrift Rosen. Nach sechs abenteuerlichen Jahren, in denen er von Kanada bis Texas und von Arkansas bis Louisiana den Subkontinent durchwandert hatte, kehrte er enttäuscht von der Realität 1843 nach Deutschland zurück. Ermutigt durch den Erfolg seiner Zeitschriftenbeiträge schlug er er die Karriere eines freien Schriftstellers ein. Freier Schriftsteller Gerstäckers Grab auf dem Magni-Friedhof in Braunschweig 1844 veröffentlichte er sein erstes Buch, Streif- und Jagdzüge dirch die Vereinigten Staaten Nordamerikas (Grundlage ist sein Tagebuch). Im nächsten Jahr heiratete er Anna Aurora Sauer, die Tochter eines Kunstmalers aus Dresden. Auch für die deutschen politischen Verhältnisse besaß er ein waches Auge und nahm an der Revolution von 1848 aktiv teil. Ohne seine Gattin unternahm er 1849 eine weitere Reise über den "großen Teich", die ihn diesmal nach Südamerika, Kalifornien, Tahiti und Australien führte und von der er erst 1852 wieder nach Europa zurückkam. 1860 trat er eine Reise nach Südamerika an, von der er 1861 zurückkehrte, in dem Jahr, in dem auch seine Ehefrau starb. Mit einer Reisegesellschaft des Herzogs Ernst II. von Coburg-Gotha begab er sich 1862 auf eine weitere Tour, diesmal nach Ägypten. Im nächsten Jahr heiratete er ein zweites Mal, und zwar die 19-jährige Niederländerin Marie Luise Fischer van Gaasbeek. Zu seiner endgültig letzten großen Reise brach Gerstäcker 1867 auf, deren Route von Nordamerika, Mexiko über die Westindischen Inseln und Venezuela <../../v/ve/venezuela.html> ging. Danach ließ er sich in Braunschweig nieder und nahm noch als Kriegsberichterstatter am Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 teil. Friedrich Gerstäcker starb im Alter von 56 Jahren in Braunschweig an einem Hirnschlag . Zuvor hatte er noch Vorbereitungen für eine Reise nach Asien und Indien getroffen. Leistungen Friedrich Gerstäcker war ein Autor von spannenden Abenteuerromanen und -erzählungen - aber auch Dorfgeschichten -, der ebenso Landschaften und kulturelle Verhältnisse gut - und leider auch ausschweifend - wiederzugeben verstand, die auch beim jugendlichen Publikum ein dankbares Echo fanden. Der von seinen deutschen Lesern hochgeschätzte Weltenbummler hinterließ ein 44-bändiges Werk. Seine Erzählungen und Romane regten zahlreiche Nachahmer an. Auch Karl May, obwohl weniger in der Welt herumgekommen, profitierte stark von ihm und verwendete Landschaftsbeschreibungen wie Sujets und Figuren. Auszeichnungen und Ehrungen 1957 Ehrenbürger von Arkansas Museum 1979 wurde in Braunschweig die Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft e.V. gegründet, die seit 1982 ein privates Friedrich-Gerstäcker-Museum betreibt. Friedrich-Gerstäcker-Preis Die Stadt Braunschweig stiftete 1947 den Friedrich-Gerstäcker-Preis , den ältesten deutschen Jugendbuchpreis, der alle zwei Jahre verliehen wird. Sein erster Preisträger war Kurt Lütgen (1952). Farbschnitt etwas ausgebleicht, ebenso die Rückentitel. Einband leicht fleckig. Guter Zustand.

600 Seiten. Dünndruckausgabe. Schriftart: Fraktur. 18 cm. Leinen mit goldgeprägten Deckeltiteln, Rückenverzierungen, einer goldgeprägten Rückenvignette, farbigen Vorsätzen und Kopffarbschnitt.; Neue, durchgesehene Ausgabe.. Aufl.

[SW: Abenteuerromane, Reiseliteratur, Java, Reiseschilderungen, Abenteuer, Reiseroman, Jugendbuch, Reisen, Jugendbücher, Deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts, Kolonialgeschichte, Kolonialismus, Holland, Abenteuerliteratur, Jugendliteratur, Reiseerzählung, Reiseschriftsteller, Reisebericht 1894]

Details

Gerstäcker, Friedrich: Gold. Aus der Goldgräberzeit Kaliforniens. Durchgesehene und neu bearbeitete Neuauflage. Nürnberg: Sebaldus-Verlag, 1947.
Guter Zustand - Friedrich Gerstäcker, "spannend, widerborstig und widersprüchlich", wie der Herausgeber Wolfgang Bittner zu recht schreibt, hat ein abenteuerliches Leben geführt. In diesem Roman beschreibt der Autor, der zwischen 1837 und 1843 selber in Amerika lebte, das Leben in Arkansas um diese Zeit und das Treiben der sogenannten "Regulatoren". Diese waren Vereinigungen, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fast überall im amerikanischen Westen auftraten und sich zusammentaten, um Verbrecher, insbesondere Pferdediebe zu jagen und zu richten. Insbesondere nach der Aufhebung der Todesstrafe für Pferdediebstahl im Jahre 1839 bildete sich diese "Bügerwehr", die jedoch häufig zur - ungerechten - Selbstjustiz griff, wie Gerstäcker selber in seinem Vorwort deutlich macht. Realitätsnah wie kaum ein anderer Autor des 19. Jahrhunderts schildert Gerstäcker das Leben der sogenannten "Grenzer", der Pioniere des Wilden Westens und war Vorbild für Karl May, der ganze Passagen und Motive, etwa die Figur des schurkischen Predigers, von Gerstäcker übernahm - so Bittner korrekt in seinem Nachwort. Wer wissen möchte, wie das Leben zu jener Zeit in den USA gewesen ist, welche Philosophie die Nachkommen der "Pilgrim fathers" hatten, der greife auch heute noch zu der immer noch spannenden Lektüre. Er erfährt Einzelheiten über das Leben der amerikanischen "Hinterwäldler" und über das Land, welches sie gerade in Besitz genommen hatten. Eßgewohnheiten, Familienfeste und Gerichtsfeste werden ebenso wie der Ablauf von Wahltagen genauestens beschrieben. Gerstäckers Erlebnisse fließen in dieses Buch ein. Die geschilderten Charaktere sind glaubwürdig beschrieben und lebensecht - häufig nach realen Personen - dargestellt. So hat etwa die plastisch und fesselnd beschriebene Hauptfigur dieses spannenden Romans, ein schurkischer Methodistenprediger, ebenso existiert wie auch die Schauplätze des Romans authentisch sind. Friedrich Wilhelm Christian Gerstäcker wird am 10.5.1816 in Hamburg geboren. Der Vater ist Opernsänger, die Mutter Schauspielerin. 1825 stirbt der Vater und Gerstäcker wird fortan von Verwandten erzogen. Er lebt in Braunschweig, Kassel und Leipzig. Nach der mittleren Reife beginnt er eine kaufmännische Lehre, welche er aber wieder abbricht. Auf dem Rittergut Doeben bei Grimma fängt er dann mit einer landwirtschaftliche Ausbildung an. Der Wunsch auszuwandern wird immer stärker, er träumt von einem Leben in Brasilien, bis er sich mit großen Hoffnungen und Erwartungen 1837 auf den Weg nach Amerika macht. Er arbeitet in verschiedenen Berufen und weil ihm das Leben in den Städten nicht zusagt, führt er ein einsames abenteuerliches Leben als Jäger. Er macht Tagebuchaufzeichnungen und schickt sie seiner Mutter. Diese gibt sie an Bekannte weiter und schließlich werden sie ohne Wissen Gerstäckers in der von Robert Heller herausgegebenen Zeitschrift "Rosen" veröffentlicht. Die Konfrontation mit der Realität und die Wirklichkeit der mit romantischen Erwartungen gesuchten Einsamkeit führen zu starkem Heimweh. 1843 kehrt er nach Deutschland zurück. 1844 erscheint sein erstes Buch STREIF- UND JAGDZÜGE DURCH DIE VEREINIGTEN STAATEN VON NORDAMERIKA. 1845 heiratet er Anna Aurora Sauer, die Tochter eines Dresdener Kunstmalers. 1846 veröffentlicht er DIE REGULATOREN VON ARKANSAS und 1848 DIE FLUSSPIRATEN DES MISSISSIPPI, seine beiden bekanntesten Romane. Obwohl er nun eine Familie gegründet hat, bricht er 1849 zu einer neuen großen Reise nach Südamerika, Kalifornien, Tahiti und Australien auf, von welcher er 1852 zurückkehrt. 1854 tritt er der literarisch-politischen Vereinigung um den Herzog Ernst II. von Coburg-Gotha bei. 1860 begibt er sich auf eine neue Reise nach Südamerika, welche nach seiner Rückkehr 1861 in dem Buch 18 MONATE IN SÜDAMERIKA literarisch verarbeitet wird. In diesem Jahr stirbt auch seine Frau. 1862 geht er mit einer Reisegesellschaft des Herzogs Ernst II. auf eine Reise nach Ägypten. 1863 heiratet er die 19-jährige Holländerin Marie Luise Fischer van Gaasbeek. 1867 Beginnt seine letzte große Reise nach Nordamerika, Mexiko, den Westindischen Inseln und nach Venezuela, von welcher er 1868 zurückkehrt. Er zieht nach Braunschweig und nimmt ab 1870 an dem deutsch-französischen Krieg als Kriegsberichterstatter teil. Am 31.5.1872 stirbt er in Braunschweig.

503 Seiten. 21 x 15 cm. Pappband ohne Schutzumschlag.; Durchgesehene und neu bearbeitete Neuauflage.

[SW: Indianerliteratur, Americana, Indianerstämme, Wilder Westen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Amerika, Literaturwissenschaft Literaturwissenschaften, Amerikanische Geschichte, Deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts, Indianer, Amerikaner, Literaturrecherche, Amerikanische Gesellschaft]

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Gerstäcker, Friedrich: Die Regulatoren in Arkansas.,Friedrich Gerstäcker, Kiepenheuer 1978 Leipzig, Weimar
Friedrich Gerstäcker (1816-1872) führte von der Wiege bis zur Bahre ein bewegtes Leben. Als Sohn eines gefeierten Tenors wurde ihm die Reiselust quasi in die Wiege gelegt. So war er in Amerika unter anderem als Holzfäller, Viehtreiber, Heizer und Koch auf einem Missisippidampfer, Lehrer und vor allem als (Großwild-)Jäger unterwegs. Er durchstreifte Nord- und Südamerika, die Inselwelt des Stillen Ozeans, Australien ... In Deutschland nahm Gerstäcker regen Anteil am politischen Geschehen der 48er Jahre, er verlor seine geliebte Ehefrau und war Kriegsberichterstatter im Deutsch-Französichen Krieg. Friedrich Gerstäcker veröffentlichte eine Vielzahl von Erzählungen, Romanen und vor allem Berichte über seine verschiedenen Reisen, die ihn zu einem der meistgelesenen und bekanntesten Autoren Deutschlands machten.

Hardcover , ohne Schutzumschlag, Seiten: 336 Format: 24 cm ..,mittlere Erhaltung, Gebrauchsspuren,

[SW: Gerstäcker; Abenteuer]

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Gerstäcker, Friedrich,
Friedrich Gerstäcker (1816-1872), Schriftsteller. E. Brief mit U. Rosenau [?], 29. April 1857. 1 Seite auf Doppelblatt. 8°. Mit e. Adresse (Faltbrief). - An die Verlagsbuchhandlung Bernhard Schlicke in Leipzig: "Haben Sie doch die Güte auf der für das Kinderbuch bestimmten Landkarte noch die Wendekreise mit kleinen Punkten (einer punkti[e]rten Linie[)] umgeben zu lassen. Beim Durcharbeiten habe ich gefunden daß es unbedingt nöthig ist [...]". - Gerstäcker bereiste in den 1830er Jahren die USA und erzielte "einen ersten literarischen Erfolg mit Tagebuchaufzeichnungen, die er seiner Mutter schickte und die als Reiseschilderungen in der Zeitschrift Rosen' veröffentlicht wurden" (DBE). Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1842 bereiste er später Südamerika, Kalifornien, Australien, Süd-, Nord- und Mittelamerika und 1862 als Begleiter Herzog Ernsts von Gotha Ägypten und Abessinien. Sein Werk umfaßt zahlreiche Erzählungen, die meist zuerst in der "Gartenlaube" erschienen, und Romane. - Mit papiergedecktem Siegel.

Friedrich Gerstäcker (1816-1872), Schriftsteller. E. Brief mit U. Rosenau [?], 29. April 1857. 1 Seite auf Doppelblatt. 8°. Mit e. Adresse (Faltbrief). - An die Verlagsbuchhandlung Bernhard Schlicke in Leipzig: "Haben Sie doch die Güte auf der für das Kinderbuch bestimmten Landkarte noch die Wendekreise mit kleinen Punkten (einer punkti[e]rten Linie[)] umgeben zu lassen. Beim Durcharbeiten habe ich gefunden daß es unbedingt nöthig ist [...]". - Gerstäcker bereiste in den 1830er Jahren die USA und erzielte "einen ersten literarischen Erfolg mit Tagebuchaufzeichnungen, die er seiner Mutter schickte und die als Reiseschilderungen in der Zeitschrift Rosen' veröffentlicht wurden" (DBE). Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 1842 bereiste er später Südamerika, Kalifornien, Australien, Süd-, Nord- und Mittelamerika und 1862 als Begleiter Herzog Ernsts von Gotha Ägypten und Abessinien. Sein Werk umfaßt zahlreiche Erzählungen, die meist zuerst in der "Gartenlaube" erschienen, und Romane. - Mit papiergedecktem Siegel.

[SW: Autograph, Manuskript, Dokument, Autographen]

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