Gernsheim
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Gernsheim. - Fiedler, Franz (Red.). Gernsheim am Rhein 1356 - 1981.
Beiträge zu Geschichte, Kunst, Kultur, Natur und Wirtschaft. Hrsg. vom Magistrat der Stadt Gernsheim zur 625. Wiederkehr der Verleihung der Stadtrechte durch Kaiser Karl IV. im Jahre 1356. Heppenheim: Druckerei Otto, 1981. OKunstldr. mit (angerändertem) illustr. OU. 648 S. mit 178 Textabb., Fotos, Tabellen u. 1 Faltkarte. - 24 x 17. * Beiliegen: 1 gefalt. Übersichtskarte Gernsheim (Format: 29,5 x 40); 1 gedruckte Festrede "Unsere Heimatstadt Gernsheim im Spiegel seiner Geschichte" v. Ludwig Lenhart (Mainz) sowie 3-seitiges Typoskript (A-4) über den Hochaltar der Pfarrkirche von Gernsheim (ohne Verf.). .
Moscheles, Ignaz,
Ignaz Moscheles (1794-1870), Komponist und Dirigent. E. Brief mit U. ("I. Moscheles"). Leipzig, 22. Juni 1864. 1¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8°. - An einen Fritz, d. i. der Dirigent, Musikpädagoge und Komponist Friedrich Gernsheim (1839-1916): "Du wirst gewiß schon von Härtels [d. i. der Musikverlag Breitkopf & Härtel] erfahren haben daß ich bey ihnen Dein Op:3 Quartett mit David [d. i. Ferdinand David, 1810-1873] Herrman [!; d. i. Hermann Härtel, 1803-1875] u. [ein dritter Name unleserlich] probirt habe. Die Schwierigkeiten desselben haben mir weniger Mühe gemacht als die verschrobene Notenschrift Deiner Kopisten, die ich oft verdeutlicht hatte ehe ich es wagen konnte daraus zu spielen [hierzu am Rande eine Anmerkung: "Meine Frau u. Nichte Fräul. Emily Witt (aus Hamburg) waren zugegen. Meine Clara war in Teplitz."] Die Komposition zeigt einen großen Fortschritt in Deinem Kompositions Talent. Du schreibst mit vieler Gewandheit in der Manier von R. Schumann, aber auch die Schatten Seite oft nachahmend, indem Du durch kontrapunktische Künstlichkeit, die einfach melodische Phrasirung die zum Gemüthe führt bey Seite setzt. Diesen Wink mußt Du von Deinem alten Lehrer hinnehmen, der Dir ein gehöriges Maß von ansprechenden Gedanken und künstlerischer Ausführung empfiehlt [...]". - Friedrich Gernsheim (1839-1916) hatte als hochbegabtes "Wunderkind" mit 13 Jahren das Leipziger Konservatorium besucht, wo er von Ignaz Moscheles und Louis Plaidy (Klavier), Ferdinand David und Raimund Dreyschock (Violine), Moritz Hauptmann und Ernst Friedrich Richter (Kontrapunkt), Julius Rietz (Komposition) und Franz Brendel (Musikgeschichte) unterrichtet worden war. Später war Gernsheim u. a. Professor am Kölner Konservatorium, Direktor der Musikschule und Leiter der Maatschappij in Rotterdam, Dirigent des Sternschen Gesangsvereins und Lehrer am gleichnamigen Konservatorium in Berlin und wirkte seit 1897 als Dirigent der Eruditio musica in Rotterdam. "Sein kompositorisches Werk umfaßt vorwiegend Kammermusik, Symphonien, die Ouvertüre Waldmeisters Brautfahrt' und Chorwerke" (DBE). - Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm.
Ignaz Moscheles (1794-1870), Komponist und Dirigent. E. Brief mit U. ("I. Moscheles"). Leipzig, 22. Juni 1864. 1¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8°. - An einen Fritz, d. i. der Dirigent, Musikpädagoge und Komponist Friedrich Gernsheim (1839-1916): "Du wirst gewiß schon von Härtels [d. i. der Musikverlag Breitkopf & Härtel] erfahren haben daß ich bey ihnen Dein Op:3 Quartett mit David [d. i. Ferdinand David, 1810-1873] Herrman [!; d. i. Hermann Härtel, 1803-1875] u. [ein dritter Name unleserlich] probirt habe. Die Schwierigkeiten desselben haben mir weniger Mühe gemacht als die verschrobene Notenschrift Deiner Kopisten, die ich oft verdeutlicht hatte ehe ich es wagen konnte daraus zu spielen [hierzu am Rande eine Anmerkung: "Meine Frau u. Nichte Fräul. Emily Witt (aus Hamburg) waren zugegen. Meine Clara war in Teplitz."] Die Komposition zeigt einen großen Fortschritt in Deinem Kompositions Talent. Du schreibst mit vieler Gewandheit in der Manier von R. Schumann, aber auch die Schatten Seite oft nachahmend, indem Du durch kontrapunktische Künstlichkeit, die einfach melodische Phrasirung die zum Gemüthe führt bey Seite setzt. Diesen Wink mußt Du von Deinem alten Lehrer hinnehmen, der Dir ein gehöriges Maß von ansprechenden Gedanken und künstlerischer Ausführung empfiehlt [...]". - Friedrich Gernsheim (1839-1916) hatte als hochbegabtes "Wunderkind" mit 13 Jahren das Leipziger Konservatorium besucht, wo er von Ignaz Moscheles und Louis Plaidy (Klavier), Ferdinand David und Raimund Dreyschock (Violine), Moritz Hauptmann und Ernst Friedrich Richter (Kontrapunkt), Julius Rietz (Komposition) und Franz Brendel (Musikgeschichte) unterrichtet worden war. Später war Gernsheim u. a. Professor am Kölner Konservatorium, Direktor der Musikschule und Leiter der Maatschappij in Rotterdam, Dirigent des Sternschen Gesangsvereins und Lehrer am gleichnamigen Konservatorium in Berlin und wirkte seit 1897 als Dirigent der Eruditio musica in Rotterdam. "Sein kompositorisches Werk umfaßt vorwiegend Kammermusik, Symphonien, die Ouvertüre Waldmeisters Brautfahrt' und Chorwerke" (DBE). - Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm.
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Gernsheim, Friedrich: Quintett für Pianoforte, 2 Violine, Bratsche und Violoncell, Op. 35 (1877)
Friedrich Gernsheim (geb. Worms, 17. Juli 1839 - gest. Berlin, 11. September 1916) Quintett für Pianoforte, 2 Violine, Bratsche und Violoncell, Op. 35 (1877) I Allegro moderato II Andante molto cantabile III Vivace ed energico IV Allegro con brio Zweites Quintett (H moll) für Pianoforte, 2 Violinen, Viola und Violoncell , Op. 63 (1896) I Molto moderato II Adagio III Allegretto molto grazioso e sempre scherzando IV Allegro giocoso, ma non troppo presto Vorwort Liest man den Namen Friedrich Gernsheim - und das geschieht immer noch recht selten - so meist in Verbindung mit dem von Johannes Brahms: Jener gehöre zum Brahms-Kreis und sei von Brahms beeinflusst. Das stimmt zum Teil, unterschlägt jedoch manches. Tatsächlich war Gernsheim ein konservativer Komponist, von der Programm-Musik wenig und allem Anschein nach von der Oper noch weniger angezogen als Brahms; zwar blieb er mit Brahms seit ihrer ersten Begegnung im Jahre 1862 bis zum Tod des Meisters in freundschaftlichem Kontakt. Doch der Vorwurf, er sei bloß ein Brahms-Epigone, beruht auf Unkenntnis seiner Werke, oft auch auf latentem (oder gar nicht latenten) Antisemitismus. Bei näherer Betrachtung erkennt man in Gernsheim einen Komponisten, der in seiner Musik - sei es dank seiner rheinländischen Herkunft, sei es dank seiner dirigentischen Tätigkeit - Nachklänge von Beethoven, Mendelssohn, Spohr, Schubert und selbstverständlich Brahms in einen überzeugenden Eigenstil verschmilzt. Vor allem erkennt man einen Komponisten, der einen fast unbeirrbaren Sinn für formale Vollendung entwickelte und dem jegliche leere Geste abhold war. Friedrich Gernsheim stammte aus einer aufgeklärten, weitgehend assimilierten, jedoch tief gläubigen jüdischen Familie in Worms. In seinem 1928 veröffentlichten und bis heute unübertroffenen Standardwerk über den Komponisten (Friedrich Gernsheim, Leben, Erscheinung und Werk) erzählt Karl Holl eine Geschichte, die für die geistige Haltung der Familie kennzeichnend ist: Seit altersher stand an einem Wormser Stadttor ein mit "Judengefängnis" betafeltes Gebäude, wo Juden, die sich dem Judenzoll zu entziehen versuchten, eingesperrt wurden. Als 1793 die französische Armee die Stadt eroberte und "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" als gesetzliches Prinzip einführten, stieg der Großvater des Komponisten auf eine Leiter und zerschlug die "Judengefängnis"-Tafel mit einem Beil. Auf demselben Platz sollte Jahre später sein Sohn Abraham, der Vater des Komponisten, das Haus bauen, in dem Friedrich am 17. Juli 1839 geboren wurde. Abraham Gernsheim war von Beruf Arzt, und in seinen wenigen freien Stunden auch begeisterter Flötist; seine Frau, eine ungemein begabte Klavierspielerin, gab dem jungen Fritz - übrigens das einzige Kind des Ehepaars - den ersten Musikunterricht. Er zeigte bald sowohl im Klavierspiel wie auch in der Komposition von Liedern außerordentliche musikalische Fähigkeiten, und schon als Siebenjähriger bekam er Unterricht in Klavierspiel und Theorie vom Spohr-Schüler Louis Liebe, mit dem er Zeit seines Lebens befreundet blieb. 1848 entschloss sich die Familie, Mutter und Kind nach der von den Wirren der Revolution wenig berührten Festung Mainz zu schicken. Eigentlich sollte es sich um eine vorübergehende Sicherheitsmaßnahme handeln, aber trotz aller Zuneigung zur Familie und zur Vaterstadt Worms sollte das Kind nur noch als Gast zurückkehren. Kaum war Friedrich ein Jahr in Mainz, als der Frankfurter Klavierpädagoge Aloys Schmitt Mutter und Kind nach Frankfurt brachte. Dort hinterließ der junge Musiker einen so starken Eindruck bei seinen Lehrern, dass sie alsbald zur öffentlichen Vorführung seiner Fähigkeiten ein Konzert veranstalteten: Am 5. Mai 1850 erschien er im Frankfurter Stadttheater als Pianist (mit dem A-moll-Konzert von Hummel), als Geiger (mit den G-dur-Variationen von Rode) und schließlich als Komponist (mit einer Orchesterouvertüre aus seiner Wormser Zeit). Der junge Fritz wurde als Wunderkind gefeiert, und bald folgten weitere Konzerte und eine Konzertreise rheinaufwärts bis Karlsruhe. Schon als Dreizehnjähriger ging er auf das Leipziger Konservatorium, wo er 1852 bis 1854 bei einigen der renommiertesten Lehrer der Zeit Unterricht bekam: bei Ignaz Moscheles und Louis Plaidy (Klavier), Ferdinand David und Raimund Dreyschock (Violine), Moritz Hauptmann und Ernst Friedrich Richter (Kontrapunkt), Julius Rietz (Komposition) und Franz Brendel (Musikgeschichte). Von 1855 bis 1861 lebte er in Paris, wo er bei Antoine Francois Marmontel Klavier studierte und eine Reihe von Komponisten kennenlernte: Rossini, Liszt, Rubinstein, Lalo, Heller und Saint-Saens. Dort schloss er auch eine lebenslange Freundschaft mit dem Dirigenten Hermann Levi, dem er 1861 als Leiter des Saarbrücker Gesang- und Instrumentalvereins nachfolgte. 1865 erhielt er eine Stellung als Lehrer für Klavier und Komposition am Kölner Konservatorium sowie als Leiter der Musikalischen Gesellschaft und des Städtischen Gesangsvereins. Unter seinen Schülern war Engelbert Humperdinck; unter seinen engen Freunden und künstlerischen Mitstreitern waren Max Bruch und Ferdinand Hiller, bei dessen Soirees Clara Schumann, Johannes Brahms und Joachim Raff häufig zu Gast waren. Die Jahre in Köln gefielen ihm sehr, aber sein Wunsch nach mehr Selbstständigkeit brachte ihn 1874 nach Rotterdam, wo er bis 1890 als Direktor der Maatschappij tot bevordering van toonkunst (Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst) tätig war. Er wurde somit praktisch zum "Generalmusikdirektor" der ganzen Stadt: Die großen Reihen von Chor- und Orchesterkonzerten waren sein Betätigungsfeld sowie die Führung einer Musikschule; darüber hinaus erschien er regelmäßig als Gastdirigent der Deutschen Oper in Rotterdam. Er fühlte sich in Rotterdam wohl, und seine Tätigkeiten - als Komponist, als Dirigent, als Pädagoge - wurden dort hoch geschätzt, jedoch sehnte er sich gelegentlich nach Deutschland zurück. Als 1880 die Stellung als Leiter des Berliner Stern'schen Gesangvereins frei wurde, überlegte sich er lange, ob er sich darum bewerben sollte; schließlich entschied er sich dagegen, wohl weil es damals in Berlin, wie Holl aufgrund eines Briefs von Hiller an Gernsheim argumentiert, kein anspruchsvolles Orchester gab. Vier Jahre später wurde die Stellung als Leiter des Kölner Konservatoriums frei, und Gernsheim hoffte sehr auf eine dauerhafte Rückkehr in die Stadt, die er so sehr geliebt hatte. Jedoch, wie Holl schreibt: "Die Frage der künstlerischen Befähigung war von einigen Leuten zu einer Frage des Glaubensbekenntnisses degradiert worden." Endlich hatte Gernsheim Erfolg, als 1890 die Berliner Stellung wieder frei wurde. Dank der tatkräftigen Fürsürache von Kollegen wie Brahms, Bruch, Joachim und Bülow wurde er mit großer Mehrheit für den Posten gewählt. Diesen hielt er bis 1904 inne, und er verstand es trotz anhaltender Sympathie für den Konkurrenten Julius Stockhausen den guten Willen des Chors zu gewinnen und ihn zur weiteren künstlerischen Entfaltung zu bringen. Trotz seiner konservativen Haltung entwickelte er ein väterlich-freundliches Verhältnis zu Gustav Mahler, dessen Zweite Symphonie ihre Berliner Erstaufführung 1895 unter Mitwirkung von Gernsheims Chor erlebte. Seine Tätigkeit als Lehrer am Stern'schen Konservatorium legte er 1897 nieder, als er zum Senat der Königliche Akademie der Künste berufen wurde. In seinen letzten Jahren unterrichtete er nur gelegentlich, um seine schwindenden Kräfte der Komposition zu widmen; als Dirigent und Pianist trat er noch gelegentlich auf, u.a. im Winter 1907-08 als Leiter der Meininger Hofkapelle (als Gastdirigent anstelle des erkrankten Freunds Wilhelm Berger), und 1914, als die Stadt Dortmund seinen 75. Geburtstag mit einem zweitägigen Fest zu seinem Ehren veranstaltete. Friedrich Gernsheims Quintett für Pianoforte, 2 Violine, Bratsche und Violoncell, op. 35 (in d moll) erschien 1877 bei Simrock in Berlin und ist seinem Onkel durch Heirat, Friedrich Veit Kaula, gewidme...
Gernsheim / Dokumentation / Kriegsende / heutige PLZ: 64579 - Forster, Berthold: Der Tag X - 26. März 1945 : das Kriegsende in Gernsheim am Rhein. [Hrsg.: Der Magistrat der Stadt Gernsheim]. Gernsheim : Magistrat der Stadt Gernsheim, 1997.
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Gernsheim, [Vorkassartikel], Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Groß-Gerau
geb., HC., 108 S. : zahlr. Ill., Kt. , 27 cm, guter / sehr guter Zustand



