Fouche Joseph Stefan Zweig
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Zweig, Stefan: Joseph Fouche Bildnis eines politischen Menschen, FISCHER (TB.), FRANKFURT, 081 ISBN: 3596903572
Die wahren Macher der politischen Geschichte sind nicht ihre Hauptfiguren, die jeder sehen kann, nicht Robespierre, nicht Napoleon. Die wirklichen Akteure ziehen im Hintergrund die Strippen. Mit dieser These versucht sich Stefan Zweig dem "Nichtcharakter dieses vollkommensten Machiavellisten der Neuzeit", Joseph Fouche, anzunähern. Revolutionär und Royalist, Kommunist und Millionär, vereint Fouche in seinem Leben die größten Gegensätze. Doch Zweig erkennt in ihm nicht nur den Wendehals und Opportunisten, sondern den Politiker per se.Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.
NEUBUCH! 2011. 288 S. 190 mm 190 mm x 125 mm; Fischer Taschenbücher Bd.90357
[SW: Frankreich, Geschichte; Biografien, Fouche, Joseph]
Zweig, Stefan: Joseph Fouche. Bildnis eines politischen Menschen. Umschlagbild Wolf D. Zimmermann. (= Fischer Bücherei 4) Fischer Bücherei 126.-150.Tausend 1955 Frankfurt am Main, Hamburg
227S. 8°
Taschenbuch Folienkaschiertes Taschenbuch. Einband leicht berieben, Name und Datum auf Vorsatz, das Papier allg. nachgedunkelt, ansonsten gute Erhaltung. Joseph Fouche, duc d'Otrante, (deutsch: Herzog von Otranto (seit 1809)), (* 21. Mai 1759 in Le Pellerin, nahe Nantes; 26. Dezember 1820 in Triest, damals Österreich, heute Italien), war französischer Politiker während der Französischen Revolution und Polizeiminister in der Kaiserzeit und der Restauration. Fouche wurde als Sohn eines Kapitäns der Handelsmarine geboren und besuchte das Seminar der Oratorianer in Nantes. Vorübergehend trat er in den Orden ein; empfing aber nur die niederen Weihen. Später unterrichtete Fouche Logik in Vendome und war 1788 Physiklehrer in Arras. Hier lernte er Maximilien de Robespierre und dessen Schwester Charlotte (1760-1834) kennen. Bei Ausbruch der französischen Revolution ließ er sich wieder in Nantes nieder und wurde Mitglied der Gesellschaft der Verfassungsfreunde (Societe des amis de la Constitution). 1792 wurde er als Abgeordneter des Departements Loire-Atlantique in den Konvent gewählt und schloss sich der radikalen Bergpartei an. Am 17. Januar 1793 stimmte Fouche für die Hinrichtung Ludwigs XVI. (1754-1793). Da er als Redner nicht sonderlich in Erscheinung trat, ließ "er sich lieber in die Ausschüsse und Kommissionen wählen, wo man Einsicht in die Verhältnisse, Einfluß auf die Geschehnisse im Schatten gewinnt" (Stefan Zweig). Am 8. März 1793 wurde er zum Berichterstatter über die Verstaatlichung aller Bildungseinrichtungen bestimmt. Noch im selben Monat erhielt er den Auftrag, Rekruten in Mayenne und in seinem Heimatdepartement auszuheben. Anschließend wurde er zuerst nach Nantes, dann in die Departements des Zentrums geschickt, um hier den Royalismus und die gemäßigte republikanische Gesinnung zu unterdrücken und Streitkräfte gegen den Aufstand der Vendee, später auch gegen Lyon zu organisieren. Im Departement Nievre forderte er die Priester zur Eheschließung auf, verbot jede religiöse Handlung außerhalb der Kirchen und ordnete die Zerstörung der Kreuze und Kreuzwege an. Um Couthon zu verfangen wurde er Anfang November 1793 mit Collot d'Herbois nach Lyon gesandt, denn die Stadt hatte sich durch einen föderalistischen Aufstand hervorgetan und gemeinsam sollten sie die Zerstörung der Stadt vollenden. Die Kommission unter Fouches Vorsitz zeichnete für ca. 1800 Todesurteile verantwortlich und er wurde nachfolgend als Mitrailleur de Lyon (Der Schlächter von Lyon) bezeichnet. Da Fouche die atheistische Richtung der Hebertisten unterstützte, geriet er in Konflikt mit Robespierre. Einer der Auslöser war sicherlich die Wahl von Fouche zum Präsidenten des Jakobinerklubs im Mai 1794. Robespierre greift ihn daraufhin als Atheisten an, bezeichnet ihn als "Haupt der Konspiration" (10. Juni 1794) und lässt ihn aus dem Jakobinerclub ausschließen. Tatsächlich war Fouche im Hintergrund der Drahtzieher, der versuchte die verschiedenen Teile der Opposition gegen Robespierre zusammenzubringen: Am 9. Thermidor (27. Juli 1794) wirkte er zusammen mit Collot d'Herbois, Tallien und Barere am Sturz und der anschließenden Hinrichtung Robespierres mit. Offiziell war er an den Ereignissen nicht beteiligt, erschien erst am 10. Thermidor wieder im Konvent und setzte sich auf seinen alten Platz bei der Bergpartei. Die Richtung, die die neue Regierung einschlug, passte dem noch "pro forma" Republikaner allerdings nicht: die Nähe des Direktoriums zur jeunesse doree und den korrupten Armeelieferanten erschien als Rechtsruck und Verrat an den Idealen der Revolution. Er verbündete sich mit Gracchus Babeuf, einem sozialistischen Agitator und Journalisten. Unter dessen Führung erfolgte der erfolglose Aufstand vom 12. Germinal (1. März 1795). Babeuf wurde hingerichtet, sein Hintermann Fouche auf Befehl des Konvents im August 1795 verhaftet, jedoch durch die allgemeine Amnestie nach dem Vendemiaire-Aufstand kraft des Dekrets vom 3. Brumaire des Jahres IV (25. Oktober 1795) wieder freigelassen. Er lebte nun eine Zeit lang zurückgezogen und ärmlich im Tal von Montmorency. Fouche war am Staatsstreich vom 18. Fructidor (4. September 1797) beteiligt, aufgrund dessen der bisherige Meinungsführer des Direktoriums, Carnot fliehen musste und Paul Barras die Macht übernehmen konnte. Wohl aus Dankbarkeit verschaffte Barras ihm daraufhin die Ernennung zum Gesandten bei der Cisalpinischen Republik. Da er aber hier in Gemeinschaft mit dem General Brune einen völligen Umsturz der Verfassung versuchte, wurde er schon nach wenigen Tagen wieder abberufen, 1799 nach Den Haag gesandt und im September von Barras und Sieyes zum Polizeiminister ernannt. In dieser Funktion unterstützte er Bonaparte beim Staatsstreich des 18. Brumaire VIII und machte sich in der Folgezeit für den Ersten Konsul Napoleon Bonaparte unentbehrlich. Er organisierte ein ausgedehntes Spionagesystem über alle Klassen der Gesellschaft, die Familie des Ersten Konsuls nicht ausgenommen und unterhielt es hauptsächlich mit den Erträgen der Spielpacht, wobei er sich auch selbst bereicherte. Als Fouche sich der Verleihung des lebenslänglichen Konsulats an Napoleon widersetzte und dem Senat eine Begrenzung der Amtszeit auf zehn Jahre vorschlug, schaffte Napoleon das Polizeiministerium im September 1802 ab; zur Entschädigung erhielt Fouche die Senatorie von Aix und die Hälfte des von ihm gesammelten Polizeireservefonds, rund 2.400.000 Francs. Nach der Selbstkrönung Napoleons zum Kaiser 1804 benötigte dieser wieder einen fähigen Polizeiminister und richtete daher das Polizeiministerium erneut ein. Die Ungeschicklichkeit seiner Nachfolger in der Polizeiverwaltung verschaffte Fouche am 10. Juli 1804 wiederum den Ministerposten. 1808 wurde er zum Grafen des Kaiserreichs und nach der erfolgreichen Verteidigung Antwerpens 1809 zum Herzog von Otranto mit einer beträchtlichen Ausstattung an Gütern ernannt. Da er sich den unaufhörlichen Eroberungskriegen des Kaisers widersetzte und auf eigene Faust geheime Unterhandlungen mit England führte, fiel er bei Napoleon in Ungnade und wurde am 3. Juni 1810 erneut abgesetzt. Fouche verbrannte oder versteckte alle wichtigen Papiere seines Ministeriums, um seinen Nachfolger Savary in Verlegenheit zu bringen. Als der Kaiser ihn dafür zur Rechenschaft ziehen wollte, floh Fouche in die Toskana und verbarg sich dort eine Zeit lang. Aufgrund der Fürsprache durch Elisa Bonaparte erhielt er die Erlaubnis, sich zunächst auf seine Güter in Aix zu begeben und 1811 durfte er nach Paris zurückkehren. Da Napoleon ihm misstraute, wurde Fouche 1813 erst als Generalgouverneur der Illyrische Provinzen nach Ljubljana versetzt, dann nach Rom und schließlich als Gesandter nach Neapel geschickt. Trotzdem gelang es ihm, gegen den Kaiser zu konspirieren, den er durch eine Regentschaft Marie Louises, dessen Frau und Mutter des Thronfolgers Napoleon II., ersetzen wollte. Die Völkerschlacht bei Leipzig führte 1814 zur Abdankung Napoleons und der Wiedereinsetzung der Bourbonen, denen sich Fouche sogleich anschloss. Noch während Joseph Fouche offiziell den zurückgekehrten König Ludwig XVIII. unterstützte, wurden auch die Umtriebe zur Rückkehr Napoleons von Elba von ihm stillschweigend gefördert. Der nach Paris zurückgekehrte Kaiser brauchte Verbündete, aber viele ehemalige Generale und Minister weigerten sich, seinem Ruf zu folgen. Talleyrand blieb lieber gleich in Wien und Napoleon sah sich zu seiner eigenen Sicherheit genötigt, das Polizeiministerium wiederum Fouche zu übertragen. Dieser begann - wohl auch in der Gewissheit, dass diese Herrschaft nicht lange dauern würde, sofort mit den Liberalen im Innern, mit Ludwig XVIII. in Gent und mit Metternich zu konspirieren, um sich für alle Fälle abzusichern. Am 23. Juni 1815, nach der erneuten Abdankung Napoleons, von der Kammer zum Vorsitzenden der provisorischen Regierung ernannt, bereitete Fouche die zweite Restauration der Bourbonen vor. Er wurde Polizeiminister auch der neuen Regierung und ächtete durch die Ordonnanz vom 26. Juli 1815 einen Teil der Mitschuldigen bei der Rückkehr Napoleons. Doch keine Partei, weder Monarchisten noch Republikaner, vertraute ihm mehr und er wurde von allen Seiten angefeindet. Eine Zeit lang gelang es ihm noch im Amt zu bleiben, aber als regicide besonders von den Royalisten heftig angegriffen, sah sich Ludwig XVIII. genötigt, ihn im September 1815 zu entlassen und als französischen Gesandten nach Dresden zu schicken. Vom Verbannungsdekret des 6. Januar 1816 gegen die Königsmörder betroffen, emigrierte Fouche nach Österreich und durfte sich mit Metternichs Duldung zuerst in Prag und dann in Linz niederlassen. Dort beschäftigte er sich mit der Abfassung von Verteidigungsschriften über seine Vergangenheit und angeblich auch seinen Memoiren. Wegen einer Brustkrankheit gestattete ihm die österreichische Regierung die Übersiedelung nach Triest mit seinem milden Mittelmeerklima. Hier starb Fouche im Jahr 1820 und wurde in der dortigen Kathedrale beigesetzt. Er hinterließ seinen Kindern ein Vermögen von 14 Millionen Francs.
[SW: Deutsche Literatur | Biografien | Joseph Fouche]
Zweig, Stefan: Joseph Fouche Bildnis e. polit. Menschen [Der Mann, d. Napoleon Furcht einjagte] Frankfurt / M ; Hamburg Fischer-Bücherei 1955
Ungekürzte Ausg., 126. - 150. Tsd. - Lizenz des S.-Fischer-Verl., Frankfurt am Main. - Fischer: Das gute Buch für Jedermann ; 4. - Joseph Fouche begann als Priesterlehrer. Während der französischen Revolution plünderte er hemmungslos Kirchen und verbreitete kommunistische Parolen. Später diente er als mittlerweile schwer reicher Polizeiminister sowohl Napoleon als auch dessen Gegner Ludwig XVIII. Stefan Zweig entlarvt den Intriganten-Charakter Fouches in einer spannenden, mitreißenden Sprache.
Taschenbuch 227 Seiten altersgemäß gebräunt, Buchrücken ca. 5 cm eingerissen 18 cm
[SW: Fouche, Joseph ; Biographie ; Frankreich]
Zweig, Stefan: Verwirrung der Gefühle. Drei Novellen. Die Kette. Ein Novellenkreis. Der dritte Ring. Inhalt: Vierundzwanig Stunden aus dem Leben einer Frau; Untergang eines Herzens; Verwirrung der Gefühle. Leipzig: Insel-Verlag, 1927.
Guter Zustand. - Stefan Zweig (* 28. November 1881 in Wien; 22. Februar 1942 in Petropolis, Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien) war ein österreichischer Schriftsteller. ... Charakteristika des Werks : Obwohl nach 1945 kaum von der Kritik wahrgenommen, finden vor allem Zweigs Prosawerke und romanhafte Biografien (Joseph Fouche , Marie Antoinette) bis heute Publikum. Das Gesamtwerk zeichnet sich durch eine hohe Dichte an Novellen (Schachnovelle, Der Amokläufer etc.) und historisch basierten Erzählungen aus. So finden historische Persönlichkeiten von Lew Tolstoi, Fjodor Dostojewski, Napoleon Bonaparte, Georg Friedrich Händel, Joseph Fouche bis Marie Antoinette in einer stark subjektiv personalisierten Geschichte Eingang in Zweigs Werk. Reduzierte man das Werk Zweigs auf die vier dominierendsten Charakteristika, so beschriebe man es vermutlich mit den Begriffen Tragik, Drama, Melancholie und Resignation. Nahezu alle Werke Zweigs enden in tragischer Resignation; der Protagonist wird durch sowohl äußere als auch innere Umstände am Erlangen seines Glücks, welches unmittelbar erreichbar scheint und damit um so tragischer wirkt, gehindert. Dieses Merkmal tritt besonders in Ungeduld des Herzens, Zweigs einzigem vollendeten Roman, hervor. In der beispielhaften Novelle Der Amokläufer, einer Typologie der Leidenschaft, inspiriert von großen Vorbildern wie Balzac, und dabei ganz der Erzähltradition der Wiener Schule, allen voran Arthur Schnitzler folgend, sind die Hauptpersonen einem dämonischen Zwang unterworfen, der sie aus der hergebrachten Ordnung ihres Lebens reißt. Deutlich wird hier der Einfluss Sigmund Freuds erkennbar. Diese Novelle, wie auch alle anderen Novellen Zweigs, weist Goethes Unerhörte Begebenheit auf, ein (nach dem Meister) gattungsspezifisches Kennzeichen der Novelle. In der Schachnovelle, Zweigs wohl berühmtestem Buch, kämpft die bürgerliche Humanität gegen die Brutalität einer entfremdeten Welt an. Ein kühl kalkulierender, roboterhafter Schachweltmeister, getrieben von ordinärer Habgier, spielt gegen einen Mann, der von den Nationalsozialisten in Isolationshaft gefangen gehalten wurde. Zum einen wird hier der Mensch an sich mit einem unmenschlichen System (Nationalsozialismus) konfrontiert, zum anderen beschreibt Zweig das Leiden des Gefangenen ohne Möglichkeit eines Kontakts zur Außenwelt. Trotz dieses eingehenden Plädoyers für das Menschliche ordnet Zweig sein Werk, wie auch sein Leben selbst, einem Pazifismus unter, der soweit geht, dem Schriftsteller jegliche politische Rolle abzusprechen. Vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges unterschied und entzweite ihn dieser Standpunkt von den anderen Exilliteraten (vornehmlich Heinrich Mann und Ernst Weiss) und dem PEN-Club. Thomas Mann 1952 zum zehnten Todestags von Stefan Zweig über dessen Pazifismus: "Es gab Zeiten, wo sein radikaler, sein unbedingter Pazifismus mich gequält hat. Er schien bereit, die Herrschaft des Bösen zuzulassen, wenn nur das ihm über alles Verhaßte, der Krieg, dadurch vermieden wurde. Das Problem ist unlösbar. Aber seitdem wir erfahren haben, wie auch ein guter Krieg nichts als Böses zeitigt, denke ich anders über seine Haltung von damals - oder versuche doch, anders darüber zu denken." So strikt Stefan Zweig eine komplette Trennung von Geist und Politik forderte, so fest stand er für ein vereinigtes Europa in der Tradition Henri Barbusses, Romain Rollands und Emile Verhaerens ein. Aus wikipedia-orgStefan_Zweig
41. - 60. Tausend. 273 (7) Seiten. 19,5 cm. Schriftart: Fraktur. Blaues Leinen mit goldgeprägten Rücken- und Deckeltiteln und Kopffarbschnitt.
[SW: Deutsche Literatur der 20-er Jahre, Literaturtheorie, Germanistik, Literaturkritik, Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaften, Österreichische Literatur, Deutsche Literatur der zwanziger Jahre, Österreich]



