Ernst von Salomon die Stadt
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Freytag, Gustav: Die Ahnen. Roman. Vollständige Ausgabe in einem Bande. Band 1: Ingo und Ingraban; Band 2:Das Nest der Zaunkönige; Band 3: Die Brüder vom deutschen Hause; Band 4: Marcus König; Band 5: Die Geschwister; Band 6: Aus einer kleinen Stadt. Mit einem Vorwort des Verfassers. Berlin, Th. Knaur Verlag, ohne Jahresangabe, ca. 1936.
Guter Zustand. - Gustav Freytag (* 13. Juli 1816 in Kreuzburg, Oberschlesien, heute Kluczbork; 30. April 1895 in Wiesbaden) war ein deutscher Schriftsteller. Leben: Gustav Freytags Vater war Arzt und wurde später in Kreuzburg zum Bürgermeister gewählt. Der Sohn besuchte das Ölser Gymnasium und studierte danach bis 1835 Philologie, Kulturgeschichte und antike Kunst in Breslau, wo er sich dem Corps Borussia anschloss, sowie in Berlin. Während seines Studiums lernte er Hoffmann von Fallersleben kennen und begründete seine Freundschaft zum "Dreizehnlindendichter" Friedrich Wilhelm Weber (1813 -1894). Das Thema seiner Doktorarbeit von 1838 lautete "Über die Anfänge der dramatische Poesie bei den Germanen". Von 1839 bis 1847 war er Privatdozent an der Universität Breslau. In dieser Zeit entstanden seine ersten Theaterstücke. Danach übersiedelte er nach Leipzig und ein Jahr später nach Dresden und pflegte regen Umgang mit Literaten. Im Jahr 1848 gab er in Leipzig gemeinsam mit Julian Schmidt die Zeitschrift Die Grenzboten heraus, die er zum einflussreichsten Organ des liberalen deutschen Bürgertums formte. Mit der Übernahme der Grenzboten begann seine Karriere als Journalist. In der Wochenzeitschrift verfasste Freytag auch politisch kritische Artikel, so unter anderem über die Niederschlagung des schlesischen Weberaufstandes, was eine steckbriefliche Fahndung durch Preußen zur Folge hatte. Er ersuchte deshalb Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha um politisches Asyl und zog 1851 nach Siebleben bei Gotha. 1854 wurde ihm vom Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha, mit dem er befreundet war, der Hofratstitel verliehen. In den Jahren 1867 bis 1870 vertrat er als Abgeordneter die Nationalliberale Partei im Reichstag. Später trat er zurück, da er von der Politik Bismarcks enttäuscht war. 1870/71 nahm er als Berichterstatter im Hauptquartier des preußischen Kronprinzen am deutsch-französischen Krieg teil. In den Jahren 1871 bis 1873 vertrat er in der Zeitschrift Im neuen Reich seine nationalliberalen Anschauungen, wandte sich gegen Kleinstaaterei und verfocht die Idee eines kleindeutschen Einheitsstaates unter preußischer Führung. Freytag wurde zum Inbegriff des deutschen Liberalen. 1875 starb seine erste Frau, vier Jahre später heiratete er wieder und siedelte nach Wiesbaden über. 1886 wurde er zum geheimen Hofrat ernannt und das Prädikat "Exzellenz" verliehen. Im selben Jahr erhielt er den Orden Pour le merite für Wissenschaften und Künste. Freytag starb 1895 in Wiesbaden. Er fand seine letzte Ruhestätte in Siebleben, heute ein Vorort von Gotha, in Thüringen. Künstlerisches Schaffen: ... Zwischen 1859 und 1867 entstand sein kulturgeschichtliches Hauptwerk "Bilder aus der deutschen Vergangenheit" in vier Bänden. Freytag schildert darin die deutsche Geschichte am Beispiel ausgewählter Quellentexte. Das Werk, das im Salomon Hirzel Verlag in Leipzig erschien, erfuhr bis 1909 je nach Band zwischen 27 und 32 Auflagen und gehört damit zu den beliebtesten deutschen Geschichtswerken des 19. Jahrhunderts überhaupt. Aufgrund seines Romans "Soll und Haben", der 1855 erschien, wurde Freytag nach dem 2. Weltkrieg wegen seiner angeblich antisemitischen Tendenz zum Teil heftig kritisiert. Deutlich wurde dies in der Debatte um die Verfilmung von "Soll und Haben" im Jahr 1977 durch Rainer Werner Fassbinder, die letztlich zur Aufgabe des Projekts durch den WDR führte. Hauptgrund hierfür ist die Darstellung des gewissenlosen, amoralischen und habgierigen jüdischen Kaufmanns Veitel Itzig, den Freytag der Figur des redlichen, von hohem Arbeitsethos geprägten Protagonisten Anton Wohlfahrt gegenüberstellt. Andererseits hat Freytag sich in mehreren Aufsätzen (Der Streit über das Judentum in der Musik, gegen Richard Wagner, sowie Über den Antisemitismus. Eine Pfingstbetrachtung) ausdrücklich gegen den Antisemitismus ausgesprochen. Weiterhin stellt Freytag in Soll und Haben auch Angehörige z.B. des deutschen Adels als moralisch verworfen dar, während andere Figuren jüdischer Abstammung (u.a. die Eltern des Veitel Itzig) durchaus positiv geschildert werden. ... Das Gesamtwerk erschien 1886 bis 1888 in 22 Bänden. ... Aus wikipedia-Gustav_Freytag.
Erste Auflage dieser Ausgabe. 1327 Seiten. Schriftart: Fraktur. Dünndruckausgabe. Blaue Ganzlederausgabe mit goldgeprägten Rücken- und Deckeltiteln, Kopfgoldschnitt und Lesebändchen.
[SW: Klassiker, Deutsche Literatur im 19. Jahrhundert, Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Historischer Roman Historische Romane, Deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts, Geschichte, Historische Hilfswissenschaften, Geschichte, Kulturgeschichte, Volkskunde, Historische Dichtung]
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen. Die Beantwortung des alliierten Papiers aus preußisch-deutscher Sicht. Klassiker! Rowohlt Hamburg 1951
4. Auflage, 807 Seiten, farbiger Kopfschnitt, Silberpräge-Deckel und -Rücken, Einbandrücken an den Falzkanten berieben und teisl aufgepltzt, sonst gut Ernst von Salomon ist mit seinem Werk aus der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts nicht wegzudenken - auch wenn es heute als wenig opportun gilt, an ihn zu erinnern. Bereits mit seinem ersten Buch "Die Geächteten" sorgte der blutjunge Freikorpskämpfer für Aufsehen und bestach durch seine besondere literarische Note. Es ist der Rechenschaftsbericht eines von der Revolutionszeit nach dem 1. Weltkrieg geprägten Nationalisten. Salomon war Kadett in Karlsruhe und Berlin-Lichterfelde, nach dem Ersten Weltkrieg Teilnehmer an den Kämpfen im Baltikum und in Oberschlesien. 1922 wurde er wegen Beihilfe zum Rathenau-Mord zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Virtuos beschreibt er die politischen Wirren seiner Zeit, die er - als "Romantiker im Stahlhelm" - tatkräftig mitgestaltete. Es formuliert das leidenschaftliche Bekenntnis einer Generation, die eine ganze Welt herausforderte. Ernst von Salomon hat nahezu alle Strömungen des aktivistischen Nationalismus durchdacht und verworfen, durchlebt, verteidigt und wieder in Frage gestellt. Wie Ernst Jünger ließe sich auch Ernst von Salomon mit dem Etikett des "konservativen Anarchisten" charakterisieren. Gegen Liberalismus und Republikanismus engagiert, zugleich aber auch in Distanz zur NSDAP und nach 1933 in der unpolitischen Rolle eines Drehbuchautors für Unterhaltungsfilme, konnte er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit seinem autobiographischen Roman "Der Fragebogen" nochmals die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als ihn die Versuche der amerikanischen Militärregierung, die deutsche Bevölkerung mittels eines Katalogs von 131 Fragen hinsichtlich nazistischer Aktivitäten und Verstrickungen zu durchleuchten, zu einem autobiographischen Rückblick auf sein Leben inspirierten. Gerade dieser Zynismus, die letztlich amoralische und nivellierende Darstellung des Unrechts und das Wichtignehmen der eigenen Leiden bei gleichzeitiger Unempfindlichkeit gegenüber dem Schicksal anderer trugen Salomon scharfe Kritik ein. Dennoch wurde sein Werk in fast alle europäischen Sprachen übersetzt. 1994 legte Markus Klein die erste Monographie überhaupt zu Ernst von Salomon als Dissertation vor. Die wissenschaftliche Untersuchung erschließt ein Stück Geschichte, das bisher nur in Bruchstücken bekannt war: Leben, Umfeld, Schriften und Wirkungsgeschichte des Autors Salomon, der nicht nur Zuschauer, sondern auch Täter war; er hat sich aktiv als Terrorist betätigt und einen erheblichen Teil seines Lebens daher im Gefängnis verbracht. Ein Lebenslauf, der sich in vielem von dem anderer "Nationalrevolutionäre" unterscheidet. Nun liegt dieses längst vergriffene Standardwerk in einer überarbeiteten Neuauflage rechtzeitig zum 100. Geburtstag Ernst von Salomons vor. Ernst von Salomon. Revolutionär ohne Utopie. Von Markus Josef Klein. Mit einer vollständigen Bibliographie und einem Vorwort von Armin Mohler, 400 Seiten, zahlreiche Abb., San Casciano Verlag, Aschau 2003. Preis: 24,80 EUR Bibliographie: Eine vollständige Bibliographie der Werke und medialen Hinterlassenschaft von Ernst von Salomon findet sich in der Biographie. Hier eine Liste der selbständigen Veröffentlichungen (aufgeführt sind die jeweiligen deutschen Erstausgaben): Die Geächteten Berlin (Rowohlt) 1930 Die Stadt Berlin (Rowohlt) 1932 Die Kadetten Berlin (Rowohlt) 1933 Putsch (= Auswahl aus "Die Geächteten", besorgt von Rudolf Ibel). Das Reich im Werden. Arbeitshefte im Dienste politischer Erziehung. Reihe: Deutsches Schrifttum, Heft 6 Frankfurt a.M. (Diesterweg) 1933 Die Verschwörer (= Auswahl aus "Die Geächteten" besorgt von Rudolf Ibel). Das Reich im Werden. Arbeitshefte im Dienste politischer Erziehung. Reihe: Deutsches Schrifttum, Heft 7 Frankfurt a.M. (Diesterweg) 1933 Nahe Geschichte, ein Überblick Berlin (Rowohlt) 1936 Putsch und Verschwörung. Kämpfe um Deutschland in schwerer Zeit (= "Putsch" und "Die Verschwörer", hrsg. von Rudolf Ibel). Das Reich im Werden. Arbeitshefte im Dienste politischer Erziehung. Reihe: Deutsches Schrifttum, Heft 6, 2. Aufl. Frankfurt a.M. (Diesterweg) 1938 Das Buch vom deutschen Freikorpskämpfer Hrsg. im Auftrag der Freikorpszeitschrift "Der Reiter gen Osten" Berlin (Limpert) 1938 Die Kadetten. Eine Auswahl (aus "Die Kadetten") Hrsg. von Dr. Scheuer Schaffsteins blaue Bändchen Nr. 244. Köln (Schaffstein) 1940 Boche in Frankreich (= Auszug aus "Der Fragebogen") Hamburg (rororo) 1950 Der Fragebogen Hamburg (Rowohlt) 1951 Das Schicksal des A.D. Ein Mann im Schatten der Geschichte. Ein Bericht Reinbek (Rowohlt) 1960 Auf der Asche von 10000 Menschen Bericht von der 7. Weltkonferenz gegen A- und H-Bomben für vollständige Abrüstung in Tokio. Hrsg. von "Ständiger Kongress aller Gegner der atomaren Aufrüstung in der Bundesrepublik" unter der Verantwortlichkeit von J. Hindemith Hamburg (Kongressdienst) 1961 Die schöne Wilhelmine. Ein Roman aus Preußens galanter Zeit Reinbek (Rowohlt) 1965 Glück in Frankreich (= erweiterte Neuausgabe von "Boche in Frankreich"). Reinbek (Rowohlt) 1966 Deutschland, Städte und Landschaften aus dem Flugzeug gesehen Köln (Buch und Zeit) 1967 Deutschland deine Schleswig-Holsteiner. Dem Feinde weh, der sie bedroht! Hamburg (Hoffmann und Campe) 1971 Die Kette der tausend Kraniche Reinbek (Rowohlt) 1972 (darin aufgegangen: "Auf der Asche von 10000 Menschen") Der tote Preusse. Roman einer Staatsidee Mit einem Vorwort von Hans Lipinsky-Gottersdorf München (Langen Müller) 1973 Ein preußischer Revolutionär. Ernst von Salomon 100 Audio-CD mit vertonten Zitaten aus "Die Geächteten" Vox Libri 2002 Leinenband
Salomon, Ernst von: 08/15, Teil 1-3, 3 DVDs SW-Film. Rekonstruierten Langfassungen, KINOWELT FILM ENTERTAINMENT, April 2001
Teil 1 (103 Minuten); Teil 2 (90 Minuten): Winter 1942, die Batterie von Oberleutnant Wedelmann liegt an der Ostfront. Unteroffizier Vierbein wird nach Deutschland kommandiert, um Funkgeräte zu besorgen. Hauptmann Witterer wird zum neuen Batterie-Chef ernannt. Sein einziges Interesse ist, sich einen Orden zu verdienen. Asch und sein Freund Kowalski versuchen, die Sturheit des Hauptmanns zu mildern. Durch sinnlose Schießereien bringt der ehrgeizige Hauptmann die ruhige Front in Aufruhr. Als sich die deutschen Soldaten auf den Rückzug begeben, werden sie Opfer eines russischen Angriffs, in deren Verlauf Vierbein den Tod findet. Teil 3 (92 Minuten) In der Heimat: Die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges. Die Deutschen sind besiegt, die Besatzungstruppen übernehmen ein Gebiet und eine Stadt nach der anderen. Durch ihren Geheimdienst CIC versuchen sie, die Anfänge des neuen Deutschland zu steuern. Das Bataillon mit Asch, Kowalski und Generalmajor Plönnies ist, wie alle anderen Armeeteile auch, ziemlich sich selbst überlassen. Die meisten Parteigrößen haben sich von der Truppe abgeseilt und versuchen, aus den chaotischen Zuständen Kapital zu schlagen. In dieser Situation gibt der General den Befehl zur Auflösung der Truppen. Doch Leutnant Asch hat sich vorgenommen, einigen Verbrechern in Uniform das Handwerk zu legen.
NEU 2001. 198 mm x 144 mm x 51 mm
[SW: Literaturverfilmungen (DVD),Kriegsfilme / Antikriegsfilme (DVD)]
Bialik, Chaim Nachman. Gedichte. Aus dem Hebräischen übertragen von Ernst Müller. Köln, Jüdischer Verlag, 1911.
enthält unter anderem: Aus dem Dunkel; Sehnsucht des Volkes; Licht; Das Rätsel der Nacht etc. etc. Chaim Nachman Bialik (vereinzelt auch: Chaim Nachum Bialik; * 9. Januar 1873 im Dorf Radi, in der Nähe von Schitomir in Wolhynien, heute in der Ukraine; 4. Juli 1934 in Wien) war ein jüdischer Dichter, Autor und Journalist, der auf Hebräisch und Jiddisch schrieb. Er ist einer der einflussreichsten hebräischen Dichter und wird in Israel als Nationaldichter angesehen. Bialik wurde in einem Dorf in der Landschaft Wolhynien in der Ukraine geboren. Nachdem er im Alter von sieben Jahren seinen Vater, einen gelehrten Geschäftsmann, verloren hatte, wurde er in Schitomir von seinem Großvater Jaakov Mosche Bialik, einem strengen Vertreter des orthodoxen Judentums, aufgezogen. Hier erhielt er eine traditionelle jüdische Erziehung, las jedoch auch Werke aus der europäischen Literatur. Als 15jähriger besuchte er die berühmte Jeschiwa im weißrussischen Woloschin. Doch unter dem Einfluss der jüdischen Aufklärungsbewegung Haskala distanzierte er sich nach und nach von den Grundsätzen, die in der Jeschiwa verkündet wurden. Nach dem Tode seines Großvaters heiratete er 1893 Maria Awerbuch. Nach einem kurzen Aufenthalt in Sosnowiec, wo er als Hebräischlehrer arbeitete, zog er 1900 nach Odessa, wo er bis 1921 lebte. Hier trat er den Chowewe Zion bei und befreundete sich mit Achad Ha'am, von dessen kulturellem Zionismus er beeinflusst wurde. In dieser Zeit gründete er mit weiteren Autoren einen hebräischen Verlag namens Moriah, in welchem hebräische Klassiker und Schulbücher herausgegeben wurden. Zudem übersetzte er Shakespeares Julius Caesar, Schillers Wilhelm Tell, Don Quichotte von Cervantes, Gedichte von Heine sowie Der Dybbuk des jiddischen Dichters Salomon Anski ins Hebräische. Unter Mithilfe von Maxim Gorki durfte er 1922 Sowjetrussland verlassen und zog von Odessa über Polen und die Türkei nach Berlin, wo er den hebräischen Verlag Dwir gründete, und kurz darauf auf Anraten seines Arztes nach Bad Homburg, wo er etwa zwei Jahre wohnte. Am 26. März 1924 wanderte er mit seiner Frau Mania in das damals britische Mandatsgebiet Palästina ein (Alija) und ließ sich in Tel Aviv nieder. Er war eine besonders beliebte Person in der jüdischen Gemeinschaft des Jischuw. 1934 starb er in Wien nach einer gescheiterten Operation an Prostatakrebs und wurde in Tel Aviv neben Achad Ha'am begraben, der die Veröffentlichung von Bialiks ersten Gedichten ermöglicht hatte. Bald nach Bialiks Ankunft in Odessa wurde als erstes sein Gedicht HaZipor, "Der Vogel", veröffentlicht, in dem die Sehnsucht nach Zion, dem "warmen, schönen Land" zum Ausdruck kommt. Anlass für Al haSchechitah, "Auf der Schlachtbank", worin er den Himmel aufruft, entweder sofort Gerechtigkeit zu üben oder die Welt zu zerstören, denn Vergeltung allein sei nicht genug, sowie Be-Ir ha-Haregah, "In der Stadt des Tötens", waren die Pogrome in Kischinew zwischen 1903 und 1906. Das Hauptthema in Bialiks Poesie ist jedoch die Zerrissenheit zwischen Religion und Aufklärung (z. B. in Lavadi). HaMatmid ("Der [ewige] Talmudstudent"), 1898 verfasst, bezeugt seine zwiespältigen Empfindungen gegenüber der talmudisch geprägten Lebensweise: einerseits Bewunderung für die Hingabe der Jeschiwa-Studenten an ihr Studium, andererseits Verachtung gegenüber ihrer begrenzten Weltanschauung. Eines seiner bekanntesten Gedichte ist Hachnisini tachat knafeech - "Nimm mich unter deine Flügel", ein verzweifeltes Gebet an die Schechina, die vom lyrischen Ich als "Mutter und Schwester" angesprochen wird. Bialiks Gedichte wurden in etwa 30 Sprachen übersetzt und gehören auch in ihren Vertonungen zum festen Bestandteil der israelischen Kultur. Auffallend im Vergleich zum heutigen Iwrit mit sephardischer Aussprache, bei der zahlreiche Wörter auf der letzten Silbe betont werden, ist die aschkenasische Aussprache in Bialiks Originalfassung, bei welcher die Betonung oft auf die vorletzte Silbe verschoben wird. Prosa-Übersetzungen ins Englische kann man in der Anthologie von T. Carmi lesen. Das nach ihm benannte Bialik-Haus in Tel Aviv wurde speziell für ihn gebaut. Es ist heute ein Museum und Kulturzentrum, mit einer 30.000bändigen Bibliothek. Bialik war in der Öffentlichkeit sehr engagiert und bereiste die ganze Welt in hebräischen und zionistischen Angelegenheiten; in seinen späteren Jahren wuchs seine positive Haltung dem Judentum gegenüber, und er wurde der Begründer des populären Oneg Schabbat ("Sabbatfreude", von Bialik in Palästina eingeführte geistige und künstlerische Feierstunden zur Gestaltung des Sabbattages, ursprünglich mit eigenen Baulichkeiten in Tel Aviv). Seit 1933 vergibt die Stadtverwaltung von Tel Aviv-Jaffa jährlich den nach ihm benannten Bialik-Preis für Autoren auf dem Gebiet der Belletristik und der Wissenschaft des Judentums. Kirjat Bialik, eine Vorstadt von Haifa, ist ebenfalls nach ihm benannt. (Wikipedia)
18 x 26 cm. Originalportrait. 158 Seiten. Originaler, dekorativer Jugendstileinband. Zwei Stempel der Bibliothek des "Israelitischen Humanitäts-Vereins Bohemia Bnai Brith". Bindung etwas berieben und mit wenigen kleineren Fehlstellen. Im Ganzen aber immer noch sehr guter Zustand.
[SW: Jewish Literature, Judaica, Lyric, Lyrik, Poesie, Poetry]



