Dumas
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Dumas, Alexandre: Gabriel Lambert, Verlag Das Neue 2.Aufl. 1987 Berlin ISBN: 3360001230
167 S.S. Klein 8°
Pappe Alexandre Dumas der Ältere (auch Alexandre Dumas Davy de la Pailleterie oder Alexandre Dumas pere; * 24. Juli 1802 in Villers-Cotterets, Aisne; 5. Dezember 1870 in Puys, Seine-Maritime) war ein französischer Schriftsteller. Heute ist er vor allem durch seine zu Klassikern gewordenen Historienromane und deren Verfilmungen nicht nur in Frankreich bekannt. Dumas war Enkel des Marquis Alexandre Davy de la Pailleterie, der sich um 1760 längere Zeit bei einem jüngeren Bruder, Plantagenbesitzer auf Saint-Domingue (heute Haiti), aufgehalten und dabei mit der Sklavin Marie-Cesette Dumas nacheinander vier Kinder gezeugt hatte. Gegen 1775 hatte er Mutter und Kinder als Sklaven verpfändet und war nach Frankreich zurückgekehrt. Wenig später löste er das jüngste Kind, Thomas Alexandre (*1762), aus, holte es nach Frankreich und ließ ihm unter seinem adeligen Namen eine passable Erziehung angedeihen. 1786, kurz vor seinem Tod, überwarf er sich mit dem 24jährigen Thomas Alexandre, und dieser trat unter dem Namen Dumas als einfacher Dragoner in die Armee ein. Während eines längeren Aufenthaltes von Teilen seines Regiments in Villers-Cotterets lernte er hier die Gastwirtstochter Marie Labouret kennen, die er 1792 heiratete. In den zahllosen Kriegen der nachfolgenden Jahre machte er eine fulminante Karriere, die ihn bis zum Rang eines Generals führte, des ersten farbigen der französischen Armee. Während des Ägyptenfeldzugs Napoleons fiel er jedoch bei diesem in Ungnade und geriet bei dem Versuch, vorzeitig nach Frankreich zurückzukehren, in Gefangenschaft im feindlichen Königreich Neapel. Nach seiner Freilassung per Austausch kehrte er zu seiner Frau zurück und wurde hiernach bald Vater eines Jungen, des späteren Schriftstellers. 1802 wurde er zusammen mit anderen farbigen Offizieren aus der Armee ausgeschlossen, weil Saint-Domingue sich als Haiti für unabhängig erklärt hatte und somit als Feindesland galt. Er starb 1806 mit 44. 1812 gelang es offenbar der Witwe, den Namen ihres zehnjährigen Sohnes mit dem adeligen Anhang versehen zu lassen, den man hier und dort als eigentlichen Namen Dumas' angegeben findet, den er selbst aber kaum verwendet zu haben scheint. Eine gute Schulbildung erhielt Dumas nicht, vielmehr musste er mit 14 Jahren die Stelle eines Schreibers bei einem Notar annehmen. Er entdeckte jedoch früh sein schriftstellerisches Talent und versuchte sich zusammen mit einem Freund als Stückeschreiber. 1822 ging er nach Paris, wo ihm seine schöne Handschrift (was damals ein Kapital war) und die Vermittlung eines Generalskollegen seines Vaters einen Posten im Büro des Duc d'Orleans verschaffte, des späteren "Bürgerkönigs" Louis-Philippe. 1824 wurde er Vater eines unehelichen Sohnes: des späteren Autors Alexandre Dumas der Jüngere. 1825 verdiente er sein erstes Honorar als Co-Autor eines Stücks, 1826 beteiligte er sich an der Abfassung eines ebenfalls aufgeführten Vaudevilles. Daneben betätigte er sich als Lyriker sowie als Journalist. Spätestens seit 1828 hatte er Zugang zum Salon des Autors Charles Nodier, wo er die erste Generation der Romantiker kennenlernte, darunter Victor Hugo. Ein erstes historisches Stück um Königin Christine von Schweden wurde 1828 zwar angenommen, aber nicht aufgeführt. Schlagartig bekannt wurde Dumas dann 1829 durch den Erfolg seines als erstes spielbares romantisches Drama geltenden historischen Stücks Henri III et sa cour (Heinrich III. und sein Hof). Diesem ließ er zahlreiche weitere historische und andere Stücke folgen, die er mehr und mehr wieder in Zusammenarbeit verfasste, zum Beispiel 1837 und 1839 mit Gerard de Nerval. Eher autobiografisch waren die Stücke Antony (1831), das um das ihm sehr vertraute Skandalthema Ehebruch kreist, und das erfolgreiche Kean, ou Desordre et genie (Kean oder Unordnung und Genie, 1836), wo sich Dumas in die Figur des berühmten englischen Schauspielers Edmund Kean hineinprojiziert (von Jean-Paul Sartre 1953 neu bearbeitet). Sein größter Bühnenerfolg wurde 1839 Mademoiselle de Belle-Isle, das bis 1844 über 400 Male aufgeführt wurde. 1830 war Dumas sehr aktiv an der Julirevolution beteiligt. Schon 1832 jedoch ging er auf weitgehende Distanz zu seinem König gewordenen Ex-Protektor Louis-Philippe. Dies hinderte ihn nicht, 1833 seinen neuen Status als Erfolgsautor mit einem prächtigen Fest für die Pariser Literatenkollegen zu demonstrieren. 1835 hatte er begonnen, sich im gerade modischen Genre der Novelle auch als Erzähler zu versuchen. 1838 begegnete er dem heute unbekannten, aber sehr fruchtbaren jungen Autor Auguste Maquet (1813-1888), mit dem zusammen er sich auf Romane verlegte. Wirklich populär wurde er nach 1840, wo er zunächst mit Maquet sowie mehr und mehr in Serienproduktion mit zusätzlichen Angestellten begann, spannende Abenteuerromane herzustellen (insgesamt ca. 600 Bde.), die in der Regel zuerst im Feuilleton von Zeitungen erschienen, bevor sie als Bücher gedruckt und zum Teil anschließend für die Bühne adaptiert (und im 20. Jahrhundert verfilmt) wurden. Ein Markenzeichen von Dumas' Romanen sind fiktive oder pseudohistorische Protagonisten (zum Beispiel der Musketier d'Artagnan), deren Abenteuer in einen Kontext historischer Ereignisse (zum Beispiel die Belagerung von La Rochelle 1627/28) und historischer Persönlichkeiten (zum Beispiel Kardinal-Minister Richelieu) gestellt werden. Die bekanntesten, immer wieder aufgelegten und nicht nur von Jugendlichen gelesenen Romane sind: Les trois mousquetaires (Die drei Musketiere, 1844), Vingt ans apres (Zwanzig Jahre später, 1845), La reine Margot (Königin Margot, 1845), Le comte de Monte-Christo (Der Graf von Monte Christo, 1845-46) und Le collier de la reine (Das Halsband der Königin, 1848-50). Daneben verfolgte Dumas vielfältige politische, mondäne, unternehmerische und intime Aktivitäten, so dass er trotz seiner beachtlichen Einkünfte oftmals in Schulden geriet, denen er sich zum Teil durch längere Auslandsaufenthalte zu entziehen versuchte, darunter 1851-53 in Belgien, 1858/59 in Russland oder 1860-64 in Italien, wo er sich im Umkreis des Italien-Einigers Giuseppe Garibaldi bewegte. Seine Reisen wiederum pflegte er in den damals bei Zeitungen und Zeitschriften, aber auch Verlagen begehrten Reisereportagen zu verarbeiten, die er anschließend zusätzlich in Buchform herausgab. Sein bewegtes Leben vermarktete er ebenfalls, nämlich in den vielbändigen Memoires (1852-54 in Brüssel publiziert). Nachdem er schon des Öfteren von Neidern als Literaturfabrikant ohne eigene schöpferische Leistung abqualifiziert worden war (was sicherlich ungerecht ist) und sogar 1857/58 von seinem kreativsten Co-Autor Maquet auf Beteiligung an den Namensrechten für die gemeinsam verfassten Romane verklagt worden war (sein Sohn bemerkte dazu süffisant: "Alle Welt hat Dumas gelesen. Aber niemand hat den ganzen Dumas gelesen - nicht einmal er selber."), geriet Dumas in seinen letzten Lebensjahren etwas ins Abseits des Literaturbetriebs. Zu seiner Renaissance im 20. Jahrhundert trugen zweifellos die zahlreichen Kino- und Fernsehfilme bei, die nach seinen Stücken und Romanen gedreht wurden. 2002, zur zweihundertsten Wiederkehr seines Geburtsjahres, wurden seine Gebeine ins Pariser Pantheon überführt - sicher auch als ein Signal gegen den Rassismus, denn zu Lebzeiten wurde Dumas wegen seines offenbar leicht negroiden Aussehens häufig als "Neger" geschmäht. Illustrierter Pappband (Einbandentwurf Klaus Ensikat). Der Einband und das Papier leicht nachgedunkelt und dezent fleckig, Exlibris auf Innendeckel, ansonsten guter Zustand.
[SW: Französische Literatur | Historische Kriminalromane]
Dumas, Alexandre: Ange Pitou. Roman. Deutsch von Edmund Th. Kauer. Aufbau Verlag Erste Aufl. 1991 Berlin ISBN: 374660012x
397 S.S. 8°
Taschenbuch Der Einband berieben, die hinteren Buchecken mit Stauchung, davon die letzten zwei Seiten mitbetroffen, ansonsten rundum guter, ungelesener Zustand. Ange Pitou" ist der dritte Teil der vierbändigen Romanreihe "Memoiren eines Arztes" des französischen Erfolgsautoren Alexandre Dumas (1802-1870), zu der auch "Joseph Balsamo", "Das Halsband der Königin" und "Die Gräfin von Charny" gehören, die Dumas, beginnend mit "Joseph Balsamo", zwischen 1846 und 1855 in den Feuilletons der Pariser Zeitung La Presse veröffentlichte. Dumas führt den Leser zu Beginn des Romans in seinen Geburtsort Villers-Cotterets, wo dieser die Bekanntschaft eines proletarischen jungen Mannes namens Ange Pitou macht, der in seinen Vorlieben für die freie Natur und der verbotenen Fallenstellerei und seinen Schwierigkeiten mit der lateinischen Sprache dem jungen Dumas nicht unähnlich ist. In einem köstlichen Streitgespräch mit dem ultra-royalistischen Abbe Fortier, welches den Autoren als Dramatiker auszeichnet, von der Schule des Ortes verwiesen und von seiner Tante Angelique, einer geizigen alten Jungfer, verstoßen hilft dem jungen Ange ein ums andere Mal der Zufall. Er kommt, mit Hilfe der jungen Katherine, deren Freund und Vertrauter er wird, als Buchführer zu dem Bauern Billot, dem Vater Katherines. An dieser Stelle nun setzt die Fähigkeit Dumas zur Vernetzung seiner Handlungsstränge an: Billot ist der Pächter eines gewissen Dr. Honore Gilbert, Ehrenbürger Philadelphias. Der Leser der "Memoiren eines Arztes" kennt allerdings bisher nur den "kleinen Gilbert", Milchbruder Andreas und Schüler von Jean-Jacques Rousseau, der am Ende des Romans "Joseph Balsamo" auf den Azoren von Phillipe erschossen wurde. Was in "das Halsband der Königin" zu mutmaßen war, bestätigt sich nun. Gilbert ist nicht tot, sondern auf mysteriöse Weise gerettet und zum Lehrling Giuseppe Balsamos geworden und nun ein seriöser etwas unterkühlter Herr Doktor, bekannt mit George Washington und anderen geachteten Persönlichkeiten. Durch einen der berüchtigten Lettre de Chatet des Königs ist Gilbert verhaftet und in der Bastille inhaftiert worden. In der Bastille, dem menschenfressenden Ungeheuer, dem Siegel des Feudalismus auf der Stirn der Pariser, dem Gefängnis par excellence. Als Billot dies erfährt zieht er nach Paris. Ange begleitet ihn. Sie gelangen am 13. Juli 1789 in der Hauptstadt an und, wie könnte es anders sein, sind neben den historischen Persönlichkeiten Gouchon, Maillard und Marat, diejenigen, die die Bastille in vorderster Reihe erstürmen (Sturm auf die Bastille) um den Dr. Gilbert zu befreien. Und während in Frankreich die Revolution, die Balsamo, alias Cagliostro - Dumas gelingt es gar plausibel darzustellen, warum dieser nicht, wie historisch überliefert, zu dieser Zeit in Rom in Untersuchungshaft sitzt - immer noch als Führer der Freimaurer leitet, kehrt Ange mit vor Stolz geschwellter Brust nach Villers-Cotterets zurück um dort eine Nationalgarde nach Pariser Vorbild zu formieren, der es indes an Waffen mangelt. "Der fünfte bekommt die Pike", erklärt Ange seinen Männern daraufhin kurzentschlossen. "In Paris ist es auch so, auf vier Leut mit Flinte kommt immer einer mit Pike. Piken sind sehr praktisch, man benutzt sie, um Köpfe darauf zu stecken." Bei allen findet er Anerkennung. Nur nicht bei der Jungfer Katherine, zu der er sich mehr und mehr in naiver Liebe hingezogen fühlt. Doch Katherine hat ihr Herz bereits an den Chevalier Isidor von Charny verschenkt, der fürwahr wesentlich galanter und auch eleganter ist als der gutherzige aber etwas plumpe Pitou. In einer dramatischen Szene teilt Isidor seiner Katherine mit, dass er von seinem Bruder, dem Leser der voran gegangenen Bände schon wohl bekannten Olivier de Charny, nach Paris gerufen wurde ... da bricht der Roman plötzlich ab und dem Leser wird durch ein "FINES" mitgeteilt, dass die Romantrilogie hiermit beendet sei. Trotzdem fanden "Die Memoiren eines Arztes" in "Die Gräfin von Charny" ihre Fortsetzung.
[SW: Französische Literatur | Romanzyklus | Französische Revolution | Dumas]
Dumas, Alexandre: Die Kameliendame. Roman. Die französische, vom Autor revidierte Neufassung von 1872, die unter dem Titel "La Dame aux Camelis" erschien, wurde von Ferdinand Hardekopf ins deutsche übertragen.Illustriert mit sechs Porträtmotiven von sechs Künstlern. Büchergilde Gutenberg Erste Aufl. 1978 Frankfurt am Main Wien und Zürich ISBN: 3763222421
311S. 8°
Leinen Sechs Künstler zeichneten jeweils ihre Version von der Kameliendame. Michael Mathias Prechtl, Nürnberg Georg Eisler, Wien Erhard Göttlicher, Rom Jürgen Wölbing, Niederdorffelden Gunter Böhmer, Montagnola Klaus Böttger, Wiesbaden. "Der Verlag bedankt sich bei den Künstlern für ihre unprätentiöse und spontan gegebene Zusage zur Mitarbeit. Wir hoffen, daß sich somit eine zufällige Idee zu einem Apercu qualifiziert und der Leser sein Vergnügen daran hat." Fadengehefteter Ganzleinenband mit Rückenschild und Schutzumschlag. Der Umschlag in nichtgilbende, transparente und selbstklebende Buchbindefolie eingeschlagen, Umschlagkanten (unter der Folie) mit Bereibungen, der Rücken aufgehellt, obere vordere Einbandecke geknickt, Exlibris auf Innendeckel, ansonsten guter, nahezu sehr guter Zustand dieser, wie bei der Büchergilde und insbesondere den von Juergen Seuss gestalteten Büchern, obligat schönen Ausgabe. Ein bezaubernder Roman, der auch nach gut anderthalb Jahrhunderten nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Dumas Sohn (unehelicher Spross des Drei-Musketiere-Dumas Vater) gelangte mit dem 1848 erschienen Roman zu Weltruhm, der bis heute als Klassiker gilt und sowohl die Opernbühne (La Traviata) wie auch (vielfach) die Kinosäle erobert hat - es lohnt wirklich, noch einmal hineinzuschauen.Hellweger Anzeiger Kurzbeschreibung "Ich habe mit Ergriffenheit diesen schönen Roman zu Ende gelesen, der nur einen Fehler hat, nämlich daß er zu kurz ist." George Sand Marguerite Gautier, vom Luxus verwöhnte Mätresse zahlungskräftiger Herren der Gesellschaft, lernt mit dem jungen Armand Duval die echte Liebe kennen. Um seinetwillen ist sie bereit, ihr unmoralisches Leben aufzugeben, um mit ihm ein einfaches Leben auf dem Lande zu beginnen. Wäre da nur nicht Armands Vater, der um die Familienehre fürchtet ... Alexandre Dumas der Jüngere, auch Dumas fils, (* 27. Juli 1824 in Paris; 27. November 1895 in Marly-le-Roi) war ein französischer Romanschriftsteller und dramatischer Dichter. Er war der uneheliche Sohn von Alexandre Dumas dem Älteren und Marie-Catherine Labay, einer Näherin. Dumas betrat 17-jährig, nachdem er das College Bourbon verlassen hatte, die schriftstellerische Laufbahn mit dem Gedichtband Peches de jeunesse ("Jugendsünden"), begleitete dann seinen Vater auf dessen Reise durch Spanien und Nordafrika und veröffentlichte nach seiner Rückkehr den sechsbändigen Roman Histoire de quatre femmes et d'un perroquet (1847), der die Neugierde des Publikums erregte. Dumas' bekanntestes Werk ist Die Kameliendame (La dame aux camelias), eine realitätsnahe, wenig idealisierte Geschichte einer früh an der Schwindsucht gestorbenen Pariser Kurtisane. Trotz Schwierigkeiten mit der Zensur war der Roman ein außergewöhnlicher Erfolg. Nach Umarbeitung des Werkes zu einem Bühnenstück wuchs seine Popularität noch: das 1852 im Vaudevilletheater erstmals aufgeführte Werk erlebte ohne Unterbrechung mehr als 100 Aufführungen. Die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt spielte ab 1880 die Kameliendame in dem Bühnenstück und feierte damit in Europa und den USA große Erfolge. Das Stück zeichnete sich durch überaus scharfe Beobachtung der gesellschaftlichen Zustände, sichere Behandlung der dramatischen Form und einen lebendigen, prickelnden Dialog aus; aber nach damaliger Auffassung war die Verherrlichung und Rehabilitierung des Lasters moralisch bedenklich. Im Jahr 1911 wurde Dumas Kameliendame mit Sarah Bernhardt in der Hauptrolle erstmals verfilmt. In einer weiteren Filmversion von Regisseur George Cukor spielte Greta Garbo 1937 die Hauptrolle. Giuseppe Verdi übernahm das Thema für seine Oper La Traviata. In den beiden späteren Stücken Diane de Lys (1853) und Le demi-monde (1855), behandelt der Dichter fast dasselbe Thema, doch in wesentlich satirischerer Absicht und mehr, um nach Art des Komödiendichters seiner Zeit einen Spiegel vorzuhalten. Dumas gilt als einer der Begründer des Gesellschaftsdramas und er setzte sich in fast allen seinen Stücken mit sozialen und gesellschaftlichen Problemen auseinander. Die Stellung der Frau nahm dabei eine besondere Rolle ein. So beschäftigte er sich mit den Rechten und Pflichten der Frau und den Fehlern der einschlägigen Gesetzgebung und gesellschaftlichen Anschauung im Roman L'affaire Clemenceau (1864), sowie in mehreren Flugschriften, wie Lettres sur les choses du jour, L'homme-femme, Tue-la!, Les femmes qui tuent et les femmes qui votent (1872-80), und in der größeren Streitschrift Le divorce (1880). Im Jahr 1875 wurde Dumas in die Academie Francaise aufgenommen, 1894 wurde er Mitglied der Ehrenlegion. Der als anspruchslos und hilfsbereit für seine Freunde geltende Dumas erfreute sich persönlich allgemeiner Beliebtheit. 1864 heiratete er Nadeshda Naryschkina, mit der er zwei Töchter hatte. Nach Naryschkinas Tod 1895 heiratete er Henriette Regnier de La Briere und starb im selben Jahr am 27. November in Marly-le-Roi.
[SW: Büchergilde Gutenberg | Französische Literatur | Roman | Illustrierte Bücher]
Dumas, Alexandre: Das Halsband der Königin. Bearbeitet und übersetzt von Christel Gersch. Rütten & Loening Erste Aufl. 1990 Berlin ISBN: 3352003645
167S. Groß 8°
Broschur Illustrierte Broschur. Einband und einige Seiten knickig, Papier allg. nachgedunkelt, vereinzelt Bleistiftanstreichungen/Anmerkungen, ansonsten noch gute Erhaltung. Das "Halsband der Königin" ist der zweite Teil der vierbändigen Romanreihe "Memoiren eines Arztes" des französischen Erfolgsautoren Alexandre Dumas (1802-1870), zu der auch "Joseph Balsamo", "Ange Pitou" und "Die Gräfin von Charny" gehören, die Dumas, beginnend mit "Joseph Balsamo", zwischen 1846 und 1855 in den Feuilletons der Pariser Zeitung La Presse veröffentlichte. Er behandelt in nicht ganz authentischer Weise die Halsbandaffäre rund um Marie Antoinette, Kardinal de Rohan, die Gräfin de la Motte Valois und den Grafen Cagliostro im Jahre 1785. Dumas schrieb dieses Werk mit dem Originaltitel "Le Collier de la reine" 1848. Der Kardinal de Rohan verehrt die französische Königin Marie-Antoinette, bei der er aber in Ungnade gefallen ist, was ihm schwer zu schaffen macht. Durch die listige Gräfin de la Motte wird ihm von einem überaus wertvollen Diamanthalsband berichtet, welches der Königin von den Juwelieren Boehmer und Bossange zum Kauf angeboten wurde, das sie aber, da sie weiß, wie schlecht es um die französische Staatskasse steht, ablehnen musste. Die La Motte, eine verarmte Nachkommin aus dem Hause Valois, welche die Königin einige Male besucht hat, überredet den Kardinal, Marie-Antoinette das Geld für den Kauf des Halsbandes vorzuschießen, und verspricht ihm dafür die Huld der hohen Dame, die dieser sich so sehr wünscht. Gesagt, getan. Das Halsband wird gekauft, und Rohan erhält als Dank für seine Ausgaben ein nächtliches Stelldichein in den Apollobädern in den Gärten von Versailles. Die Monate vergehen, und allmählich werden die Juweliere, welchen bisher nur die erste Rate für ihr Schmuckstück bezahlt wurde, unruhig. Schließlich wenden sie sich persönlich an die Königin selbst.Der Aufruhr ist groß. Die Königin bestreitet, je den Verkauf des Halsbandes unterstützt zu haben. Der Kardinal wird festgesetzt und verteidigt sich seinerseits, indem er das geheime Stelldichein ausplaudert. Die Königin ist entrüstet, der Kardinal ist tief gekränkt, das Halsband aber bleibt verschwunden. Was aber war nun tatsächlich geschehen? Die La Motte hatte Briefe der Königin gefälscht, dem Kardinal in den Apollobädern eine Doppelgängerin Marie-Antoinettes präsentiert (Nicole, die schon im ersten Band der Romanreihe erwähnt wurde und die uns nun als Mademoiselle Olivia begegnet), schließlich das Halsband erhalten, die Diamanten aus den Fassungen gebrochen und über Mittelsmänner zu verkaufen gesucht. Der oberste Marionettenspieler ist Giuseppe Balsamo, der unter dem Namen Cagliostro in Paris seiner verschwörerischen Tätigkeit nachgehend, die gesamte Intrige ausgetüftelt hat. Genau wie die La Motte wird auch er verhaftet, kommt aber bald darauf wieder frei, da man ihm nichts nachweisen kann, während die Gräfin Anfang 1786 öffentlich gebrandmarkt, ausgepeitscht und dann lebenslänglich eingesperrt wird. Den wirklichen Schaden allerdings hat die an sich unschuldige Marie-Antoinette. Das Prestige des Königtums hat unter der Affäre schwer gelitten. Der Plan Balsamos, es in den vollständigen Ruin zu treiben, ist einen großen Schritt weitergekommen. Ein Nebenstrang des Romans erzählt die Liebesgeschichte des jungen Grafen Olivier de Charny, mit der Königin Marie-Antoinette, in die auch die dem Leser des ersten Bandes bekannten Geschwister Phillipe und Andrea de Taverney verstrickt sind. Der gerade aus Amerika heimgekehrte Olivier ist in seiner Jugendlichkeit nicht nur feurig sondern auch unachtsam. Als Ludwig XVI. eines Tages in einem Moment auftaucht, da Charny der Königin zu deren Füßen seine Liebe gesteht, erklärt Marie-Antoinette ihrem Gatten, der junge Graf hätte um die Hand ihrer Zofe Andrea angehalten. So muss denn Andrea, die Olivier selbst leidenschaftlich verehrt, in eine Pflichtheirat einwilligen in dem Bewusstsein, dass ihr Ehemann sie niemals lieben wird. Phillipe seinerseits verlässt die Schwester und Versailles, um auf einer Forschungsexpedition den Tod zu suchen, der ihm im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg verwehrt blieb. Alexandre Dumas der Ältere (auch Alexandre Dumas Davy de la Pailleterie oder Alexandre Dumas pere; * 24. Juli 1802 in Villers-Cotterets, Aisne; 5. Dezember 1870 in Puys, Seine-Maritime) war ein französischer Schriftsteller. Heute ist er vor allem durch seine zu Klassikern gewordenen Historienromane und deren Verfilmungen nicht nur in Frankreich bekannt. Dumas war Enkel des Marquis Alexandre Davy de la Pailleterie, der sich um 1760 längere Zeit bei einem jüngeren Bruder, Plantagenbesitzer auf Saint-Domingue (heute Haiti), aufgehalten und dabei mit der Sklavin Marie-Cesette Dumas nacheinander vier Kinder gezeugt hatte. Gegen 1775 hatte er Mutter und Kinder als Sklaven verpfändet und war nach Frankreich zurückgekehrt. Wenig später löste er das jüngste Kind, Thomas Alexandre (*1762), aus, holte es nach Frankreich und ließ ihm unter seinem adeligen Namen eine passable Erziehung angedeihen. 1786, kurz vor seinem Tod, überwarf er sich mit dem 24jährigen Thomas Alexandre, und dieser trat unter dem Namen Dumas als einfacher Dragoner in die Armee ein. Während eines längeren Aufenthaltes von Teilen seines Regiments in Villers-Cotterets lernte er hier die Gastwirtstochter Marie Labouret kennen, die er 1792 heiratete. In den zahllosen Kriegen der nachfolgenden Jahre machte er eine fulminante Karriere, die ihn bis zum Rang eines Generals führte, des ersten farbigen der französischen Armee. Während des Ägyptenfeldzugs Napoleons fiel er jedoch bei diesem in Ungnade und geriet bei dem Versuch, vorzeitig nach Frankreich zurückzukehren, in Gefangenschaft im feindlichen Königreich Neapel. Nach seiner Freilassung per Austausch kehrte er zu seiner Frau zurück und wurde hiernach bald Vater eines Jungen, des späteren Schriftstellers. 1802 wurde er zusammen mit anderen farbigen Offizieren aus der Armee ausgeschlossen, weil Saint-Domingue sich als Haiti für unabhängig erklärt hatte und somit als Feindesland galt. Er starb 1806 mit 44. 1812 gelang es offenbar der Witwe, den Namen ihres zehnjährigen Sohnes mit dem adeligen Anhang versehen zu lassen, den man hier und dort als eigentlichen Namen Dumas' angegeben findet, den er selbst aber kaum verwendet zu haben scheint. Eine gute Schulbildung erhielt Dumas nicht, vielmehr musste er mit 14 Jahren die Stelle eines Schreibers bei einem Notar annehmen. Er entdeckte jedoch früh sein schriftstellerisches Talent und versuchte sich zusammen mit einem Freund als Stückeschreiber. 1822 ging er nach Paris, wo ihm seine schöne Handschrift (was damals ein Kapital war) und die Vermittlung eines Generalskollegen seines Vaters einen Posten im Büro des Duc d'Orleans verschaffte, des späteren "Bürgerkönigs" Louis-Philippe. 1824 wurde er Vater eines unehelichen Sohnes: des späteren Autors Alexandre Dumas der Jüngere. 1825 verdiente er sein erstes Honorar als Co-Autor eines Stücks, 1826 beteiligte er sich an der Abfassung eines ebenfalls aufgeführten Vaudevilles. Daneben betätigte er sich als Lyriker sowie als Journalist. Spätestens seit 1828 hatte er Zugang zum Salon des Autors Charles Nodier, wo er die erste Generation der Romantiker kennenlernte, darunter Victor Hugo. Ein erstes historisches Stück um Königin Christine von Schweden wurde 1828 zwar angenommen, aber nicht aufgeführt. Schlagartig bekannt wurde Dumas dann 1829 durch den Erfolg seines als erstes spielbares romantisches Drama geltenden historischen Stücks Henri III et sa cour (Heinrich III. und sein Hof). Diesem ließ er zahlreiche weitere historische und andere Stücke folgen, die er mehr und mehr wieder in Zusammenarbeit verfasste, zum Beispiel 1837 und 1839 mit Gerard de Nerval. Eher autobiografisch waren die Stücke Antony (1831), das um das ihm sehr vertraute Skandalthema Ehebruch kreist, und das erfolgreiche Kean, ou Desordre et genie (Kean oder Unordnung und Genie, 1836), wo sich Dumas in die Fi...
[SW: Französische Literatur | Roman]



