Der Lange Weg Zum Menschen
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Sarmiento, Esteban/Deak, Viktor/Sawyer, G. J. Der lange Weg zum Menschen Lebensbilder aus 7 Millionen Jahren Evolution, SPEKTRUM AKADEMISCHER VERLAG, April 2008 ISBN: 3827419158
Wo kommen wir her Wie ist der Mensch entstanden Warum haben nur wir - der Homo sapiens - überlebt Was geschah mit unseren Verwandten Zum ersten Mal können Sie in diesem Buch sämtlichen unserer ausgestorbenen Vorfahren in Form lebensnaher Rekonstruktionen Auge in Auge gegenübertreten. Die Abbildungen - spektakuläre, dreidimensionale, unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten rekonstruierte Menschenvorfahren in ihrer natürlichen Umgebung - sind das Ergebnis der fruchtbaren Zusammenarbeit des physischen Anthropologen G. J. Sawyer vom American Museum of Natural History und des Paläokünstlers Viktor Deak, die sich dabei von zahlreichen internationalen Experten beraten ließen. Die Rekonstruktionen machen die Evolution des Menschen zu einem noch anschaulicheren Erlebnis als die üblichen Knochen- und Skelettpräsentationen. Anhand ausführlicher Beschreibungen kann sich der Betrachter in die jeweiligen Lebensbedingungen dieser 22 verschiedenen Vor- und Frühmenschen hineinversetzen.Die Texte liefern zudem alles Wissenswerte zu den einzelnen Arten: Wo und wann haben sie gelebt Welche anatomischen Besonderheiten zeichneten sie aus Wie sah ihre Umwelt aus, und wie waren sie daran angepasst Wo stehen sie im großen Stammbaum des Homo sapiens Und warum haben sie nicht überlebt Wie sind ihnen die Paläoanthropologen überhaupt auf die Spur gekommen Dieses Werk, das eine Zeitspanne von sieben Millionen Jahren überstreicht, ist eine Art Bestimmungsführer zu unserer Vergangenheit und ein erstaunliches Familienalbum. Sawyer und Deak bezeichnen ihre Methode als Sezieren im Rückwärtsgang: Sie gehen von vorzeitlichen, fossilen Schädeln aus und fügen nacheinander Muskeln, Drüsen, Haut und Haare hinzu, bis sie die Gesichter unserer ausgestorbenen Vettern neu erschaffen haben. Mit der modernen Zauberei digitaler Bildbearbeitung stellen sie die Gesichter in rekonstruierte Umgebungen, die nach den neuesten Erkenntnissen über Lebensräume und Lebensweise unserer Vorfahren gestaltet wurden. Die so entstandenen Porträts machen unsere prähistorischen Ahnen für den heutigen Betrachter hautnah lebendig.Wir, die Vertreter des Homo sapiens, sind heute die einzige Menschenspezies auf der Erde, und diese Alleinstellung halten wir, wenn es um eine Spezies wie die unsere geht, instinktiv für normal. Wir neigen dazu, im Homo sapiens den Endpunkt einer einzigen Evolutionslinie zu sehen, die sich durch natürliche Selektion langsam, aber stetig verbessert hat. In Wirklichkeit lebten aber bis vor sehr kurzer Zeit mehrere Hominidenarten nebeneinander, manchmal sogar in den gleichen Landschaften. Der lange Weg zum Menschen rückt das Bild zurecht: Homo sapiens ist ein kleiner, überlebender Zweig eines breiten, vielgestaltigen Stammbusches, der durch zahlreiche Verästelungen und vielfaches Aussterben gekennzeichnet ist. Wenn wir uns mit unseren Verwandten, mit ihren Fähigkeiten und Schwächen beschäftigen, erfahren wir auch, warum wir heute als Hominiden allein, also die letzten Menschen sind.
NEUBUCH! 2008. 216 S. m. zahlr. Farbabb. 26,5 cm 268 mm x 205 mm x 16 mm 69 farb. Abb., 25 schw.-w. Zeichn.; Spektrum Sachbuch
[SW: Evolution (Mensch)]
DER SPIEGEL: DER SPIEGEL 52/2001, Der Glaube der Ungläubigen,
Titel Die unverschleierte Würde des Westens: Der New Yorker Terrorangriff der islamischen Fundamentalisten zielte auch auf das liberale Credo des Abendlands. Doch Europäer und Amerikaner wollten sich von den Gotteskriegern nicht einreden lassen, sie hätten bloß Wohlstand zu bieten: Ihre geistige Tradition ist es wert, verteidigt zu werden - auch gegen den Islam. (S. 50) 22 PARTEIEN - Die neue Normalität: Die Wähler sind dabei, das alte Parteiensystem zu sprengen. Kleine Parteien setzen die Themen, verändern den Stil. Gregor Gysi und Ronald Schill sind in Regierungsämtern angelangt. Schaffen die Populisten den Einzug in den Bundestag, wird die politische Kultur streitlustiger - und radikaler. * 28 ZUKUNFT - Zu viele schauen nur auf Umfragen : Was erwarten deutsche Spitzenmanager und führende Politiker von der Zukunft? Das Basler Prognos-Institut hat sie zur weltpolitischen Lage, zu Konjunkturaussichten und zum Reformstau in Deutschland befragt. Fazit: Der Optimismus hält sich in Grenzen. * 31 PDS - Geklautes Geld : Bis zum letzten Tag der DDR behielt die PDS die Hoheit über die Verteilung der SED-Milliarden. Eine Überweisung an den Staatshaushalt erweist sich als geschickte Täuschung. * 34 AFFÄREN - Leuna und kein Ende: Fünf Monate prüfte der Generalbundesanwalt die Leuna-Akten: Er fand keine Hinweise auf Zahlungen an Politiker, aber viele Ungereimtheiten. * 35 ZEITGESCHICHTE - Hitlers Nachlass: Der Freistaat Bayern prozessierte 1948 gegen Adolf Hitler, um an dessen Erbe zu kommen. Bis heute beansprucht das Land fast alles, was einst dem Führer gehörte. * 42 HEXEN - Volkes Wille: Nicht nur Frauen fielen dem jahrhundertelang in Deutschland grassierenden Hexenwahn zum Opfer, jede vierte Hexe war ein Mann. * 46 ILLEGALE - Transit nach Portugal: Schleuser schmuggeln ihre Kunden ganz offen im Reisebus nach Deutschland, viele Flüchtlinge ziehen dann weiter nach Südeuropa. Seriöse Reiseveranstalter geraten in Bedrängnis. 86 TELEKOMMUNIKATION - Bedauerlicher Einzelfall : EDV-Chaos, Phantom-Anschlüsse, dubioser Datenmüll: Der Verein Communitel will nachweisen, dass die Deutsche Telekom die Kunden jahrelang mit falschen Forderungen überzog. Im Kern geht es um die Frage: Wie verlässlich sind Telefonrechnungen überhaupt? * 90 KONJUNKTUR - Krise? Welche Krise?: Sinkende Gewinne, steigende Arbeitslosigkeit, verunsicherte Verbraucher - die Daten der US-Wirtschaft sind beunruhigend. Doch etliche Ökonomen der Wall Street versprechen neue Höhenflüge. * 92 BESCHÄFTIGUNGSPOLITIK - Bündnis für Arbeitslosigkeit: In wenigen Wochen wird das Scheitern rot-grüner Reformpläne offensichtlich: Dann rechnen Experten mit vier Millionen Job-Suchenden. Dabei liegen schlüssige Konzepte vor. * 96 FIRMENGRÜNDER - Aufbruch in die Zwergenwelt: Schmutzfreie Toiletten, kratzfeste Autolacke: Die Nanotechnologie steht vor dem Durchbruch. Forscher wollen mit kleinsten Teilchen das große Geld verdienen. * 111 MODE - Stein des Anstoßes: Swarovski-Kristalle galten jahrzehntelang als billig und kitschig. Dank einer Tochterfirma in Paris feiert das Unternehmen nun auch Image-Erfolge. * 112 MANAGERINNEN - Tyranninnen im Schmuse-Kurs: Lange Zeit konnten weibliche Führungskräfte in den USA nicht männlich genug sein: Nun wollen sie in Seminaren ihre Kratzbürstigkeit ablegen. *117 PROGRAMME - Schrill und laut : Kardinal Karl Lehmann, 65, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, über Gewalt im Fernsehen während der Feiertage * 118 TV-KRIMIS - Möglichst bayerisch : Die Schauspieler Miroslav Nemec, 47, Udo Wachtveitl, 43, und Michael Fitz, 43, über ihren 30. Auftritt als Münchner Tatort -Kommissare 120 MEDIENPOLITIK - König Silvio I.: Italiens Ministerpräsident Berlusconi kontrolliert das komplette Fernsehen: Die Privatsender gehören ihm, die staatlichen kontrolliert er. Nirgendwo sonst in Europa ist so viel Meinungsmacht in einer Hand. Das ist eine Gefahr fürs Programm - und Gift für die Demokratie. * 123 SATIRE - Citizen Kirk: In Christoph Schlingensiefs neuem Spektakel geht es um die Gründung einer Zeitung am Sonntag - und einen Mann wie Sonntagszeitungsgründer Frank Schirrmacher. 128 NAHOST - Gefährliche Einsamkeit: Mit seiner harten Haltung gegenüber den Palästinensern bringt Israels Premier Ariel Scharon selbst enge Verbündete gegen sich auf: Die Schutzmacht USA ist frustriert, die Europäische Union uneins. Jassir Arafat setzt auf die Internationalisierung des Konflikts. * 130 Die gehen vor wie Berserker : Palästinenser-Präsident Jassir Arafat über Selbstmordattentate und Scharons Vergeltungsschläge sowie die Chancen einer Rückkehr zum Friedensprozess * 132 Arafat ist nicht unser Feind : Außenminister Schimon Peres zu Scharons Vorgehen gegen die Palästinenser und zur Notwendigkeit eines politischen Dialogs * 133 FRANKREICH - Wundersame Rettung: Im Kampf um das höchste Staatsamt macht Chirac und Jospin ein dritter Bewerber zu schaffen: der Republikaner Chevenement. * 134 AFGHANISTAN - Zeit des bangen Wartens: Über Kabul soll die Sonne des Friedens aufgehen. Alles spricht vom Neubeginn, schon kehren die ersten westlichen Diplomaten zurück. Doch in die Aufbruchstimmung mischen sich alte Ängste - das Machtgefüge ist noch höchst labil. * 137 Wir wollen endlich Ruhe : Sayed Hussein Anwari über innenpolitische Spannungen, die Risiken des Neubeginns und die Rolle der Deutschen * 138 SOMALIA - Schlaflos in Mogadischu: Amerikanische Militärs spähen das in Anarchie versunkene Land nach Ausbildungscamps für Bin Ladens Terroristen aus. Doch an den verdächtigen Orten, behaupten die Somalier, hausen nur Ziegen und Vögel. * 142 RUSSLAND - Wandlung aus der Asche: Vor Weihnachten zeigt sich Präsident Putin als Christ. Geistlichen Beistand leistet ihm ein Klostervorsteher mit KGB-Kontakten. * 144 POLEN - Bleibe im Bunker: Zum Jahresende flüchten Tausende Obdachlose in den Untergrund der Hauptstadt Warschau. Sozialpolitik gilt in Polen als Luxus. * Serie 148 Kampf um Zentralasien (1): Politische Erpressungsversuche, Spionage, dubiose Milliardendeals - in keiner Weltregion kämpfen Washington, Moskau und Peking so verbissen um Einfluss wie zwischen Kaspischem Meer und Pamirgebirge. Der Afghanistan-Feldzug hat Zentralasien Chancen gebracht, aber auch Risiken. Es geht um Militärbasen, um Rauschgift, um Erdöl- und Erdgas-Reserven. Der Kampf um die Pipelines der Zukunft schürt die Konflikte. Autoritäre Herrscher verbünden sich mit dem Big Business - und fürchten weiter radikale Islamisten. - Jäger des schwarzen Goldes: Der Poker um neue Pipelines nach der Vertreibung der Taliban. Von Erich Follath 164 FOTOGRAFIE - Eiskeller für die Ewigkeit: Letzte Rettung für Millionen wertvoller Fotografien: Die berühmte Bettmann-Sammlung, ein visuelles Archiv des 20. Jahrhunderts, drohte in New York zu verrotten. Nun finden die Bilder Zuflucht in einer riesigen Speicherstadt unter der Erde - bei minus 20 Grad Celsius. * 168 MEDIZIN - Chirurg aus Eisen: Unaufhaltsam breiten sich die Roboter in der Heilkunst aus. Die Maschinen fräsen Knochen, nähen Herzkranzgefäße, strecken die Wirbelsäule und bohren präziser als jeder Zahnarzt. * 172 GENTECHNIK - Körner der Hoffnung: Erstmals soll in Asien gentechnisch veränderter Reis angebaut werden. Kann die neue Hightech-Pflanze Kinder in der Dritten Welt vor Blindheit und Tod bewahren? * 174 HIRNFORSCHUNG - Gleichtakt im Flaschenhals: Forscher aus Bonn haben die Mechanik der Erinnerung entschlüsselt: Synchron arbeitende Nervenzellen ebnen den Sinneseindrücken den Weg ins Gedächtnis des Menschen. * 176 TERRORISMUS - Schwindender Blutzoll: Wie viele Menschen sind im World Trade Center gestorben? Drei Monate nach den Anschlägen kennen die Behörden noch immer nicht die genaue Opferzahl. * 182 ESOTERIK - Schwebende Doppelgänger: Sie fliegen durch Popsongs und Esoterikläden, Bücher und Museen: Engel sind Kult. Der Boom dieser Sehnsuchtswesen lindert das Leiden an der Realität. * 184 Geister, Cherubim und Seraphim: Der Engelforscher Heinrich Krauss über die Bedeutung geflügelter Geistwesen in Christentum, Judentum und Islam * 186 THEATER - Der Übermenschenfresser: Das Wiener Burgtheater hat seinem Star Gert Voss und seinem Regisseur Peter Zadek ein opulentes Spektakel ermöglicht: Christopher Marlowes Der Jude von Malta . * 188 KINO - Weg durch die Wüste: In seinem Spielfilm Kandahar , lange vor dem 11. September gedreht, zeigt der Iraner Mohsen Makhmalbaf das Afghanistan unter dem Taliban-Regime - ein dramatisches Lehrstück. * 190 LITERATUR - Befreundet mit den Geliebten: Die Schriftstellerin Veza Canetti stand ihr Leben lang im Schatten ihres Mannes, des Nobelpreisträgers Elias Canetti. In neuen Publikationen wird sie endlich fassbar. Von Sibylle Mulot * 192 Jahresbestseller 2001 Das Fachmagazin Buchreport berücksichtigt die Plazierungen während des gesamten Kalenderjahres für seine Jahresbestseller-Liste - Sachbücher * 192 Jahresbestseller 2001 Das Fachmagazin Buchreport berücksichtigt die Plazierungen während des gesamten Kalenderjahres für seine Jahresbestseller-Liste - Belletristik * 193 KUNST - Ein Frosch als Supermann: Vergnügte Ironiker wie Alexander Schaburow aus Sibirien werden in einer Berliner Schau das junge anarchische Russland vorstellen. ordentliches Exemplar, Einband und Buchblock mit kleinen Lesespuren, Gesamtzustand: gut
Wolff, Christian: =: Portrait, Brustbild mit Buch in der Hand, Schabkunstblatt (Plattengröße 31,3 x 19,3 cm). Boy pinxit, I.Jacob Haid Sculps et excudit August Vindel (Augsburg). - Schabkunst aus J.Bruckner, Bilder-sal heutiges Tages lebender Schriftsteller, Viertes Zehend, Augsburg, 1745, Blattgröße 39,4 x 25 cm.
Christian von Wolff (1679-1754) F.R.S. Swedish professor of philosophy and mathematics at Halle and St.Petersburg.
WOLFF, Christian, Philosoph u. Mathematiker (seit 1745 "Freiherr von"). - Geboren am 24.1. 1679 in Breslau als zweiter Sohn eines Gerbers, der sein eigenes Studium mangels finanzieller Möglichkeiten abbrechen mußte. Am 9.4. 1754 in Halle verstorben. Woff empfing seine Primärbildung als Schüler des Magdalenen-Gymnasiums in Breslau, wo ihm weltoffene, dem geistigen Fortschritt zugeneigte Lehrer begegneten. In Breslau erlebte er aber zugleich den kämpferischen Konfessionalismus, der ihn, den Protestanten dazu antrieb, sich mit katholischer Theologie vertraut zu machen. Für ihn selbst entfachte dies zunehmend die Suche nach einer widerspruchslosen Wahrheit - und so fand er in der Mathematik für sich die unzweifelhafte wissenschaftliche Methode, in der er ein Instrument - more mathematico - sah, auch den Streit in der Religion durch eine wissenschaftlich neubegründete Theologie zu schlichten. Wolff wies schon früh ein breites Interesse an mathematischen wie philosophischen Fragen auf. 1699 begann Wolff in Jena mit den Studien - zum Theologen bestimmt, hört er jedoch auch Physik und Mathematik. Den Magister erwirbt er 1702 in Leipzig; mit "de philosophia practica universali methodo mathematica conscripta" habilitiert er sich, bevor er seit 1703 privat an der Leipziger Universität doziert. Zugleich nimmt er das Amt eines Predigers wahr und äußert noch 1709 den Wunsch, eine theologische Professur zu erwerben. In jenen Jahren wird Leibniz auf den jungen Wissenschaftler aufmerksam und verhilft ihm zur Mitarbeit an den Acta Eruditorum (seit 1705). Als Schlesier zur polnischen Nation zählend blieb Wolff die Stellung eines Assessor verschlossen, da die Zahl der vergebenen Stellen beschränkt war. Einen Ruf an ein akademisches Gymnasium lehnte er hingegen 1704 ab. Zum akademischen Lehrer wird er 1706 und lehrt bis zum Jahr 1723 als Professor für Mathematik und Naturwissenschaften an Halles Universität. Zunächst war es die Mathematik, die er vortrug (ab 1707), bevor er nach der Berufung Hoffmanns zum königlichen Leibarzt ab 1709 auch Physik dozierte. Allmählich begann er sein Vorlesungsrepertoire auf die Philosophie auszudehnen, was ihm seitens der theologischen Fakultät jedoch nachgetragen wurde, zumal sie einen regen Zulauf W. registrieren mußte. Wolff legte während der Hallenser Zeit eine umfangreiche literarische Tätigkeit an den Tag, beginnend mit der Mathematik und auch hier zunehmend den Bereich des Philosophischen einbeziehend. Unter seinen Schriften sind besonders wichtig jene Schriften zur Methode der von ihm traktierten Wissenschaften. Wie schon Thomasius lehrte und schrieb auch W. in der deutschen Sprache und leistete somit einen eminenten Beitrag zur Herausarbeitung einer deutschsprachigen philosophischen Terminologie. 1711 wird er auf Vorschlag Leibnizens zum - abwesenden - Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften ernannt, nachdem ihn die Londoner Akademie schon ein Jahr zuvor berufen hatte. Später sollte Wolff auch Mitglied der Pariser Sozietät der Wissenschaften werden. Einen Ruf nach Wittenberg 1715 lehnt W. ebenso ab wie die Berufung nach Petersburg (nach einer Intervention Leibnizens) und einen Ruf nach Jena im folgenden Jahr. Aus Petersburg erreichten ihn nochmals 1720 und 1725 Berufungen, zuletzt gar als Vizepräsident der dortigen Akademie; obwohl Wolff beide Male ablehnte, ernannte ihn Katharina d. Gr. zum Professor mit Bezugsrecht eines Gehaltes. Sowohl W. Methode, die sich an der Mathematik formal orientierte, als auch seine Lehrinhalte, die zwar nicht deistisch, aber dem Deismus förderlich erscheinen konnten, stießen bei den Theologen auf scharfe Ablehnung und brachten ihm den Vorwurf des Determinismus und Rationalismus ein, begleitet von einer heftigen literarischen Attacke. Mit seinem Verständnis von Philosophie als Wissenschaft vom Möglichen als Möglichen charakterisierte er die Trennung von Wissen und Glauben (angedeutet auch im Begriff der Weltweisheit für Philosophie). Anläßlich der Übergabe des Prorektorats an Joachim Lange, einem pietistischen Theologen, hielt Wolff 1721 eine Rede, die sich mit der Ethik der Chinesen befaßte. Wolff suchte am Beispiel der konfuzianischen Ethik nachzuweisen, daß ethische Prinzipien religionsunabhängig aus reinen Vernunftgründen zu erweisen seien. Die Hallenser Theologen, Breithaupt und Francke verwarfen diese Auffassung öffentlich mit Nachdruck, während Lange bei dem religiös vom Pietismus geprägten König Friedrich Wilhelm I. eine Beschwerde einreichte. Trotz der universitären Autonomie wogte die Auseinandersetzung schließlich dergestalt hoch, daß Friedrich Wilhelm I. 1723 eigenmächtig entschied, Wolff sei seines Amtes entsetzt und habe sich binnen 48 Stunden bei Strafe des Stranges des Landes zu begeben. Wolff Vertreibung wirkte sich auch auf seine Anhänger aus (z.B. Thümmigh, Fischer) und brachte ein königliches Verbot des Gebrauchs seiner Schriften bis 1727 auf den Weg. Wolff Weg wandte sich zunächst nach Merseburg, von dort nach Basel und schließlich nach Marburg, wo er mit offenen Armen empfangen wurde und 1724 Professor für Philosophie an der Marburger Universität wurde. Wolff Verlassen Halles hatte ihn erst recht bekannt gemacht und so erhielt er Rufe aus Leipzig, Utrecht und Göttingen, die er jedoch ablehnend beschied. Nach dem Tode Friedrich Wilhelms I. 1740 gelangte Friedrich II. auf den Thron. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Rückberufung W. (datiert unter dem 10.9.1740). Wolff kehrte Anfang Dezember 1740 als Professor für Mathematik, Natur- und Völkerrecht nach Halle zurück. Er stieg zum Vizekanzler der Universität auf und wurde zum Geheimen Rat ernannt. Doch Wolff Reputation bei den Hörern war nicht mehr restituierbar. Wolff Philosophie hatte ihren Höhepunkt überschritten, auch wenn seine Philosophie durch Köhler in Jena oder Bilfinger in Tübingen weitergetragen wurden. Anerkennung fand Wolff nochmals, als er 1745 durch den Reichsverweser Kurfürst Max Josef von Bayern zum Reichsfreiherrn geadelt wurde. Wolff gilt zurecht als einer der zentralen Philosophen der ersten Phase der Hochaufklärung, wobei das Pathos der Aufklärung an seinen Buchtiteln deutlich erkennbar ist. Seine Bedeutung lag vornehmlich darin, sich darum bemüht zu haben, Philosophie als theoretische, auf reine Erkenntnis ausgerichtete Wissenschaft, die auf Wahrheit um ihrer selbst willen zielt, zu entwerfen. Mit ihrem Streben nach Ursachenerkenntnis (wie; warum) beansprucht sie eine Universalwissenschaft zu sein, deren Vorbild in der Methode W. in der Mathematik als Erkenntnis aus Prinzipien fand. Wolff sah dabei nicht eine materiale Abhängigkeit von der Mathematik, sondern fand das Modellhafte in deren Erkenntnisfähigkeit, die notwendigerweise von der Logik bestimmt wird. Dieser Bezug wird auch deutlich (und doch auch in gewisser Weise überstiegen) in seiner Auffassung von Philosophie als Erkenntnis der Möglichkeit des Möglichen. Wolff sieht in der Welt alles als rational erkennbar, als begrifflich eindeutig erklärbar und in einem logisch widerspruchsfreien System zusammenfaßbar - was sich in den Obertiteln seiner philosophischen Werke zu Logik (1712), Metaphysik (1719), Ethik (1720), Gesellschaftstheorie (1721), Physik (1723), Teleologie (1723) und Biologie (1725) erkennbar andeutet: "Vernünfftige Gedancken ...". Interessant ist hierbei, daß Wolff Hauptwerke seit 1713 in deutscher Sprache abgefaßt wurden, er aber ab 1728 dazu übergeht, die Werke ins Lateinische zu übertragen (unter Verwendung des Obertitels "Philosophia rationalis sive logica ..."). Doch nicht nur die Vernunft im Sinne der ratio hat bei Wolff erkenntnisfördernde Bedeutung, sondern im abgesteckten Maße auch die Erfahrung (experientia etwa in der empirischen Psychologie) als Beitrag zu Wahrscheinlichkeitsschlüssen. Wolff erweist sich als ein Philosoph, der um die Bedeutung der Weltweisheit für die Menschen weiß. So soll Philosophie dem Menschen den Weg zur Perfektibilität und Glückseligkeit eröffnen und in gesellschaftstheoretischer Hinsicht vertritt er einen aufgeklärten Absolutismus und rational verfaßten Wohlfahrtstaat. Wolff Philosophie steht trotz des aus dem Halleschen Pietismus stammenden Begriffs "leibniz-Wolffische Philosophie" nicht in einer einfachen Abhängigkeit von Leibniz, wie etwa das Zurücktreten der Monadologie bei W. anzeigt. Einflüsse eines Descartes oder Locke sind nicht weniger bedeutsam. In inhaltlicher Hinsicht mag man W. Originalität im philosophischen Denken einschränken; seine bahnbrechende Bedeutung hingegen liegt im systematisierenden Denken in der Philosophie und in der Ausprägung einer deutschsprachigen philosophischen Terminologie. Wolff Philosophie gerät zwar seit der Hochaufklärung in eine breite Wolff-Kritik. Doch ist dies kein absolutes Verdikt über Wolff, vielmehr die kritische Auseinandersetzung mit einem philosophischen System, dessen Einfluß auf Philosophie, Recht, Literatur u.a. Fächer des 18. Jahrhunderts nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Ein bedeutsames Beispiel ist etwa Kant, der Wolffschen Methode weder als überholt noch als schon überwunden ansah. Das 19. und das beginnende 20. Jahrhundert behandeln - mit Ausnahme wie etwa bei Wundt, Joesten und Erdmann - Wolff nur noch marginal und vielfach abwertend, oft bedingt durch die Betrachtung W. als eines Epigonen Leibniz. Eine Auseinandersetzung mit W. und die sachgemäße Einordnung der Wolffschen Philosophie hat erst in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts einen breiteren Raum eingenommen." Chistop Schmitt, Bio. Kirch.Lex.
Burgess 3222/5
Zeitschrift, Magazin, Das neue Bild der Erde - Peter-Matthias Gaede: GEO Magazin 1995, Nr. 01 Januar - Evolution, der lange Weg zum Menschen, Gruner & Jahr-Verlag, 1995.
Heft, Gruner & Jahr-Verlag 1995, 177 Seiten, Textteil innen sehr gut erhalten ohne Flecken oder Eintragungen, Buchschnitt nahezu tadellos, Einband aussen in sehr gutem Zustand mit nur leichten Gebrauchs-/Lagerspuren (intern: 73o/GRüN/Diverse Bücher/Heft-2)
S. 177 Broschiert
[SW: GEO, Magazin, 1995,,Nr.,01, Januar,-,Evolution,,der, lange, Weg, zum, Menschen]



