Das Buch Des Jahres 1911

Es wurden insgesamt 33 Einträge zu 'Das Buch Des Jahres 1911' gefunden (Stand: 22.05.2012).

Sehen Sie sich die aktuell angebotenen Bücher zu 'Das Buch Des Jahres 1911' an.

Kohler, M. (Hrsg). Aus der Heimat. Eine naturwissenschaftliche Zeitschrift (Zweimonatszeitschrift). Organ des Deutschen Lehrer-Vereins für Naturkunde. 2 Jahrgänge in 1 Buch: XXIII. Jahrgang 1910: 6 Hefte in einem Buch (= komplett). XXIV. Jahrgang 1911: 6 Hefte in einem Buch (= komplett). Mit vielen Beiträgen von Fachautoren: H. Viehmeyer, H. Berdrow, Kilian, Konzmann, Kornel Schmitt, L. Knoop, H. Schindlmayr, G. Fischer, R. Scholz, Otto Meissner, Ed. Schöne, W. Ostheim, Zerbe, Dr. Biedenkopf, M. Atzger, A. Hess, Max Roll, W. Knoller, L. Du Bellier, H. Paulsson, Th. Overbeck, Wittmann, W. Boas, H. Berdrow, Dr. Bräuhäuser, Dr. Rückle, Oskar Aehnelt, E. Fraas, R. Nitschke... uva. Mit einigen Abbildungen im Text. Stuttgart, Deutscher Lehrerverein für Naturkunde 1910 und 1911.
- Beiträge aus den Gebieten Vereinsangelegenheiten, Zoologie, Botanik, Mineralogie und Geologie, Physik, Astronomie und Chemie. Einige Themen: Der Termitenstaat. Schneckenversuche. Die sogenannte grüne Raupe. Blinde Forellen. Sammeln und Beobachten von Gliedertieren im Kreislauf des Jahres. Insektenphänologische Beobachtungen des Schlesischen Lehrervereins für Naturkunde. Das Vorkommen von Parasiten im Wirtsinsekt. Schwarze Enteneier. Trinken die Fledermäuse Wasser? Die verkannte Schnecke. Asphyxie und Anabiose. Geschmacksveränderungen im Tierleben. Der Hamster in Württemberg. Intellitenz der Krähen. Wie steht es mit dem Gesang der Vögel, die durch Kreuzungsversuche gezüchtet werden? Zur Lebensgeschichte unserer Raubwespen. Biologisches von Sciurus vulgaris, L. Die Intelligenz der Bienen. Sammeln von Insekten und anderen niederen Tieren im Winter. Aussergewöhnliches Verhalten von Fledermäusen. Der Schwanz der Vierfüssler. Zucht der indischen Stabheuschrecke Dixippus morosus. Geburtsvorgänge bei einem gekäfigten Feuersalamander. Die "Hansi" von Wörishofen. Neuer Fundort von Potentilla pilosa. Die ursprüngliche Verbreitung der Getreidearten. Zur Keimfähigkeit des Mumienweizens. Die Kalkfeindlichkeit der Sphagnumarten. Ein Fall von Vergiftung mit Amanita phalllides. Unbekannter Rührenpilz. Der Petrefaktensammler. Neue Funde fossiler Menschenreste. Geologischer Ferienkurs. Die neuen Anschauungen über die Mitwirkung von Überschiebungsdecken beim Aufbau des Westalpen. Zur Geschichte der Kantengeschiebe. Zonenband der deutschen Mineralquellen. Geologische Ferienkurse im Oberharz. Ein einfacher Apparat zur Nachahmung der Tätigkeit eines Geysirs. Kristallhagel. Farbengalvanoskop. Das Schweben der Wolken. Grösse des Mondes im Horizont und im Zenit. Chemische Versuche am Schwefelkies. Die Influenzmaschine in der Volksschule... uva.

8°. IV/188, IV/188 Seiten. Marmorierter Pappband der Zeit mit 2 handschriftl. Rückenschildchen. (Kapitale/hintere Rückenkante gering berieben. Gestempelt). - Ansonsten ein sehr gut erhaltenes, sauberes Exemplar ohne Eintragungen.

[SW: 20. Jahrhundert, deutsche Fachliteratur, Heimatkunde, Naturwissenschaften, Periodica, Schule, Unterricht, Zeitschrift(-en)]

Details

Schönherr, Johannes: Der große Befehl. Mit Illustrationen nach Originalradierungen und Originallithographien von Max Pechstein. Erstausgabe. Büchergilde Gutenberg Erste Aufl. 1933 Berlin, Wien, Prag, Zürich
206S. Groß 8°

Leinen Auf der Kreisvertretertagung des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker vom 28. bis 30. August 1924 im Volkshaus zu Leipzig wurde von den anwesenden Vertretern unter dem Vorsitz Bruno Dresslers am 29.08. einstimmig die Gründung der Büchergilde Gutenberg beschlossen. Dies war die Geburtsstunde der mit Abstand ambitioniertesten und progressivsten Buchgemeinschaft auf deutschem Boden. "Bücher voll guten Geistes" in handwerklich einwandfreier Qualität sollten es sein (und waren es), die zunächst von Leipzig und ab 1926 von Berlin aus ihren Weg in die Wohnstuben der Werktätigen, der sogenannten "Kleinen Leute" fand. Vom Tag ihrer Gründung bis zur vorläufigen Zerschlagung durch die Nazis durchlief die Büchergilde eine fulminante Entwicklung. So konnte sie ihre Mitgliederzahlen von Anfangs 1200 Gründungsmitgliedern auf 85.000 im Jahr 1933, dem Jahr der Zwangseingliederung in die DAF steigern und war damit die mit Abstand größte proletarische Buchgemeinschaft der Weimarer Republik. Zum Vergleich: der sozialdemokratische Bücherkreis brachte es auf eine maximale Mitgliederzahl von 45.000. Fadengehefteter geprägter grober Naturleineneinband mit Farbkopfschnitt. Exlibris auf Innendeckel, makulierter Schriftzug auf Vorsatz, ansonsten guter Erhaltungszustand. Erst im zweiten Quartal 1933 erschienen, war dieser Roman eine der letzten Veröffentlichungen im Geist der "Weimarer Büchergilde" vor deren "Gleichschaltung" und Zwangseingliederung in die DAF und dem dann folgenden Exil zahlreicher führender Mitarbeiter. "Die dem Buch beigegebenene Reproduktionen sind nach Originalradierungen und Originallithographien von Max Pechstein hergestellt, die bereits inmitten des Kriegsgeschehens vom Künstler geschaffen wurde. Sie erschienen in kleiner Auflage als Originalgraphik in den Jahren 1916 und 1918 im Verlag Fritz Gurlitt, Berlin" (Verlagstext) "Johannes Schönherr wurde am 2. Januar 1894 geboren, "als Sohn eines kleinen Handwerkermeisters, der nach dem Zusammenbruch seines Vermögens als Angestellter in einem Tuchgeschäft" arbeitete. Der Erste Weltkrieg unterbrach Schönherrs Ausbildung zum Volksschullehrer. Als Infanterist erlebte er in ohnmächtiger Verzweiflung und Erbitterung das Völkersterben an der Somme. Infolge einer schweren Gasvergiftung wurde er 1917 vom aktiven Militärdienst befreit und kurz vor Kriegsende aus der Armee entlassen. Aus dieser Kriegs- und der nachfolgenden Revolutionszeit stammen Schönherrs erste Gedichte, die er 1924 im linksgerichteten Leipziger Verlag "Die Wölfe" unter dem Titel "Herz der Zeit" herausbrachte. Neben gefühlvollen Liebesgedichten enthält dieser Band pazifistisch ausgerichtete Verse des Kriegsteilnehmers sowie Revolutionsgedichte des Sozialisten Schönherr, in denen er seiner Hoffnung auf eine humane Zukunft Ausdruck verlieh. Schönherrs Begeisterung für die Literatur und seine zunehmende Beteiligung am literarischen Leben der Messestadt Leipzig, in der er nach bestandener Lehramtsprüfung eine Anstellung fand, führten zu ersten Kontakten mit dem Bildungsverband der Deutschen Buchdrucker. Die Idee einer genossenschaftlichen Buchgemeinschaft, die der Arbeiterschaft fortschrittliche Literatur zu niedrigen Preisen vermitteln sollte, fand sogleich auch Schönherrs Unterstützung. Von Anfang an war er am Gründungsprozeß der Gilde beteiligt." (Zitiert aus: Dragowski, Jürgen: Die Geschichte der Büchergilde Gutenberg in der Weimarer Republik 1924-1933, Klartext Verlag 1992 (= Forschungen zur Arbeiterliteratur, Bd.8)) Johannes Schönherr, von dem bereits 1927 das -von Max Schwimmer illustrierte- Buch "Befreiung. Die Geschichte eines jungen Menschen" erschienen war, verarbeitete in diesem Roman seine Eindrücke einer Reise im Sommer 1928 an die ehemaligen Stätten des Ersten Weltkriegs. Schönherr, der 1961 an Stimmbandkrebs verstarb, der vermutlich Folge seiner Gasvergiftung im Ersten Weltkrieg war, hatte als Nachfolger Ernst Preczangs in der Zeit von 01. Juli 1927 bis 30. Juni 1928 das Lektorat der Büchergilde inne. Hermann Max Pechstein (* 31. Dezember 1881 in Zwickau; 29. Juni 1955 in West-Berlin) war ein deutscher Maler, Grafiker und zeitweise Mitglied der Künstlervereinigung "Brücke". Pechstein war ein Vertreter des deutschen Expressionismus. Er schuf vor allem Figurenbilder, teilweise mit exotischen Motiven von den Palauinseln, Stillleben sowie Landschaften (u.a. vom Lebasee in Hinterpommern) und von der Kurischen Nehrung, wo er die Künstlerkolonie Nidden während seiner mehrmonatigen Aufenthalte zwischen 1909 und 1939 maßgeblich beeinflusste. Pechstein studierte nach einer Lehre als Dekorationsmaler in Zwickau (1896-1900) an der Staatlichen Gewerbeschule und 1903-06 als Meisterschüler von Otto Gussmann an der Kunstakademie in Dresden. Schon damals entwarf er Glas- und Wandmalerei sowie Mosaiken für verschiedene Architekten. Nach der Begegnung mit Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel trat er 1906 als einziger akademisch ausgebildeter Maler der Künstlervereinigung "Brücke" bei und reiste nach Erhalt des Sächsischen Staatspreises 1907 nach Italien (und zwar nach Monterosso, einem der "Fünf Dörfer" in Ligurien) und 1907/08 nach Paris. Seit 1908 war Pechstein in Berlin ansässig. Im Winter 1908/09 lernte er Lotte (Taufname Charlotte) Kaprolat (1893-1955) als Modell des Bildhauers Georg Kolbe (1877-1947) in dessen Berliner Atelier kennen. Von 1909 bis 1920 war sie Pechsteins beliebtestes Modell. Sie ist auf seinen Werken unter anderem leicht daran zu erkennen, dass Pechstein sie als eine etwas füllige, negroide Erscheinung mit wulstigen Lippen und ausgeprägten Tränensäcken darstellte. Nicht nur auf vielen Zeichnungen aus den Jahren 1909-1910 blieb Lotte unerkannt, sondern sogar auf dem "Doppelbildnis", auf dem Pechstein Lotte als seine, ihm zugehörige Frau präsentiert. Sich selbst und Lotte in bürgerlicher Kleidung darstellend, demonstrierte Pechstein - heute wie damals verständlich - alleine durch die gleichgearteten Hüte seine tiefe Verbundenheit mit Lotte. Pechsteins Blick und die helle Farbgebung des Bildes vermitteln dem Betrachter darüber hinaus eine heitere Ausgeglichenheit und den seelischen Einklang eines Liebespaares. Diese im Bild zur Schau getragene Zusammengehörigkeit besiegelten Lotte und Pechstein im Frühjahr 1911, indem sie die Ehe schlossen, aus der 1913 der Sohn Frank hervorging. 1908 wurde Pechstein Mitglied der "Berliner Secession" und war 1910 Mitbegründer und Präsident der "Neuen Secession". Eine Wiederwahl scheiterte Ende 1911. Die beteiligten "Brücke"-Künstler verließen die "Neue Secession" und beschlossen, nur noch als Gruppe an Ausstellungen teilzunehmen. Aufgrund seiner Teilnahme an einer Ausstellung der "Berliner Secession" wurde Pechstein daher 1912 aus der "Brücke" ausgeschlossen. Pechsteins Südseereise (1913/14), die zum Teil erst mit langer Verspätung verarbeitet wurde, sowie seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg fanden ihren Niederschlag in Reisebildern und -lithographien sowie in Radierungen (u. a. "Somme-Schlacht", 1916/17). Er war Mitbegründer der "Novembergruppe" sowie des Arbeitsrats für Kunst. 1923 trennte sich Pechstein von Lotte und heiratete in zweiter Ehe Marta Möller. Im selben Jahr ernannte ihn die Preußische Akademie der Künste zu ihrem Mitglied; gleichzeitig wurde ihm eine Professur übertragen. 1933 seines Lehramtes enthoben, erhielt er im selben Jahr als "entarteter" Künstler Ausstellungsverbot und wurde 1937 aus der Akademie ausgeschlossen. Im Juli desselben Jahres wurden 16 seiner Bilder in der NS-Ausstellung Entartete Kunst diffamiert und 326 seiner Werke konfisziert. 1944 verbrannte ein großer Teil seiner Werke durch Kriegseinwirkungen. Pechstein entdeckte 1921 die Gegend um den Lebasee in Pommern mit der Lontzkedüne, 1922/23 dann den westlich gelegenen Garder See. Er machte diese Natur und die in ihr arbeitenden Menschen zu Gegenständen seiner Bilder. In Pommern erlebte er 1945 die Besetzung durch die Rote Armee und musste zeitweise für die Besatzungsmacht arbeiten, konnte aber noch im Jahre 1945 nach Berlin ausreisen. Später schrieb er über seine Arbeit in Pommern: " aber was ist das gegen meine Arbeitswut im geliebten Pommern, ich komme nicht darüber hinweg, das unverfälschte Leben in unverfälschter Natur fehlt mir. Ich zapple hin und wieder sehr, und sehne mich unentwegt danach, und hoffe doch es noch einmal zu erleben, einmal wieder hinauffahren zu können " Tatsächlich sollte Pechstein Hinterpommern nicht wieder sehen. 1945 wurde Pechstein zum Professor an der Universität der Künste Berlin ernannt. Im Jahr 1952 wurde ihm das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 1954 erhielt Pechstein den Kunstpreis des Senates der Stadt Berlin für sein Lebenswerk. Im Jahr 1955 wurde Max Pechstein, kurz vor seinem Tod noch zum Teilnehmer der documenta 1 in Kassel ausgewählt. Sein Grab befindet sich au dem Evangelischen Friedhof Alt-Schmargendorf.

[SW: Büchergilde Gutenberg 1924-1933 | Deutsche Literatur | Autobiographische Schriften | Illustrierte Bücher | Erstausgaben | Johannes Schönherr | Max Pechstein]

Details

Lustenberger, Stephan und Christoph Schäfer (Heinrich Heine Antiquariat): (Verkaufskatalog:) Das Buch als Gesamtkunstwerk I. Deutsche Bibliophilie 1899 - 1929. Walter Gerlach (1892 - 1982) Meister der Einbandkunst - "MdE": 150 bibliophile Drucke in signierten Meistereinbänden. Düsseldorf, Selbstverlag 2008.
Die KATALOGSUBSKRIPTION FÜR BAND III LÄUFT: Subskribieren Sie bitte unsere auf drei Bände angelegte Katalog-Serie "Das Buch als Gesamtkunstwerk. Deutsche Bibliophilie 1899 bis 1929" deren erster Band "Walter Gerlach (1892 - 1982) Meister der Einbandkunst - "MdE": 150 bibliophile Drucke in signierten Meistereinbänden" zur Frankfurter Antiquariatsmesse 2008 erschienen ist. Band II kam im Spätherbst 2009 heraus. Band III: "Pressendrucke und Vorzugsausgaben, illustrierte Bücher, sowie früher Insel-Verlag und Mappenwerke" wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2010 erscheinen. Der Subskriptionspreis für diesen Band liegt allerdings noch nicht fest. Der letzte Band wird Gesamtregister nach Autoren, Buchbindern, Künstlern, Verlagen und Pressen enthalten. Wir werden auch Band III wieder an verbindliche Vorbesteller zum Selbstkostenpreis (zuzüglich Versandkosten) abgeben, diese "Schutzgebühr" wird Ihnen beim Kauf aus den Katalogen selbstverständlich in Abzug gebracht werden. Die Subskriptionfrist für die Bände I und II ist zwar abgelaufen, aber die Kataloge sind noch gültig und lieferbar (die im Folgenden genannten Preise gelten für Direktbestellungen an uns): Band I und II (jeweils über 300 farbig illustrierte Seiten) kosten derzeit zusammen 75.00 Euro incl. Versand innerhalb Deutschlands, innerhalb der EU 85.00 Euro und weltweit 95.00 Euro, jeweils incl. Versand. Rezensionen: Börsenblatt. Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel - online-Ausgabe Aus dem Antiquariat - Heft 6, 2008 bringt auf den Seiten 410 f. eine Besprechung des Verlegers und Sammlers Wulf D. v. Lucius unseres Kataloges: "... Das ist sicher das größte geschlossene Angebot eines Meisterbuchbinders, das je auf dem deutschen Antiquariatsmarkt war (...) Die Preise erscheinen marktgerecht, keinesfalls überhöht angesetzt (...) Jeder an der deutschen Einbandkunst des 20. Jahrhunderts Interessierte sollte sich diesen Band anschaffen." Verband Deutscher Antiquare (Kataloge) online. Hier schwärmt der Antiquar Frank Werner (Brockhaus/ Antiquarium) kollegial: " ... Wenn die drei Kataloge dann zusammenstehen, dürfen sie in keiner literarischen Sammlung und keiner Handbibliothek mehr fehlen. Sie enthalten nämlich neben den Abbildungen der herrlichen Einbände sehr gute und nützliche Kollationen und bibliographische Nachweise. So ist nicht nur ein Verkaufskatalog mit faszinierenden Objekten, sondern ein Standardwerk der Bibliophilie entstanden." Band I: Eines von 500 Exemplaren. Auf mehr als dreihundert farbigen Seiten werden mehr als einhundertfünfzig bibliophile Drucke in Meistereinbänden eines einzigen Buchbinders (Walter Gerlach, Berlin) beschrieben und abgebildet. Farbig illustrierte, fadengeheftete Original-Broschur mit transparentem Schutzumschlag. **************** Aus dem Vorwort: "Dieser Katalog bildet den Auftakt zu einer auf drei Bände angelegten Reihe, die mit den darin enthaltenen Angeboten das breite Spektrum einer bibliophilen Sammlung dokumentieren wird, die einige der schönsten Bücher und Mappen der wichtigsten deutschen Pressen umfaßte. Da die Einbände Walter Gerlachs die größte Einzelgruppe bilden, bietet es sich an, mit ihnen zu beginnen, wir werden im letzten Band über Register die Zusammenhänge erschließen, da wir ja hier über das einzige Auswahlkriterium, nach dem Buchbinder, die Zugehörigkeit zu Reihen, oder probate Gliederungstraditionen nach Autoren, Verlagen oder Illustratoren durchbrechen. 1998 bot der Kollege Hermann Wiedenroth "Das Bücherhaus", Bargfeldt/ Celle im damaligen Gemeinschaftskatalog Deutscher Antiquare den Teilnachlaß des Berliner Buchbinders Walter Gerlach an. Eines der Objekte war die "Einband-Dokumentation", eine "Sammlung von 590 Schwarzw.-Fotos mit Einbänden und Sonderarbeiten Walter Gerlachs und seiner Werkstatt aus den Jahren 1911-1961." Diese Dokumenation ruht wohl heute auf Burg Giebichenstein und harrt der Auswertung. (...) Die 1923 von Gerlach mitgegründete Vereinigung "Meister der Einbandkunst", existiert mit einer Unterbrechung zwischen 1937 und 1951, noch heute. Die Zielsetzung war es, Handwerk und Gestaltung beim Einbandschaffen lückenlos zu verbinden. Nur die Mitglieder durften das Signet "MdE", auf die von Ihnen selbst geschaffenen Einbände prägen. Bemerkenswert ist, daß die hier angebotenen einhundertfünfzig Einbände, die fast alle in der Hochzeit des Meisters Mitte der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts entstanden, ausschließlich für eine private Bibliothek geschaffen wurden und somit auch im umfangreichen Oeuvre Gerlachs eine nicht unbedeutende Rolle gespielt haben dürften. Insofern war der Buchbinder wohl auch nicht völlig frei in der Gestaltung, sondern kam dem Geschmack des Auftraggebers nach, der - wie die Beispiele der Nummern 151 bis 154 zeigen - durchaus auch willens war, kostbare Originaleinbände entfernen zu lassen, um sie nach seinen Vorstellungen binden zu lassen. Andererseits wurden durchaus auch Texte, die weder typographisch, noch vom Papier her bedeutend waren, für würdig erachtet, einen Meistereinband zu erhalten. Die Zusammenarbeit mit dem Sammler begann wohl um 1920 und dauerte sogar noch einige Jahre über dessen Tod hinaus fort, da die Familie des Verstorbenen weitere Bände abnahm, ob bereits bestellte, aus noch laufenden Subskriptionen, oder solche, die noch nicht vollendet waren. Diese umfangreiche Tätigkeit für einen Sammler erklärt die Seltenheit der Einbände Gerlachs in öffentlichen und privaten Sammlungen, so besitzt die Einband-"Sammlung Max Hettler in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart" immerhin genau einen, das MDE-Archiv in Münster und auch die Einbandsammlung in Leipzig - unseres Wissens - keinen. Bei den hier angebotenen Einbänden handelt es sich um eine der größten Werkgruppen eines deutschen Meisterbuchbinders und vor allem auch Meistervergolders (Geraer Schule), den wir nicht ohne Berechtigung auf eine Stufe mit Frieda Thiersch, Paul Kersten, Carl Sonntag oder Otto Dorfner stellen, die jemals im Handel angeboten wurde. (...) Insbesondere mit den aufwendigen und detailgetreuen Aufnahmen von Sigi Lustenberger wollen wir es der Forschung ermöglichen, ausgehend von diesem Bestand, ein Werkverzeichnis der Arbeiten dieses bedeutenden Berliner Buchbinders und gleichzeitig eines der begnadetsten Vergolder seit Paul Kersten, dessen Schüler Gerlach war, in Angriff zu nehmen. Die meisten Bände wurden von Hand in Maroquin gebunden, haben Innenfalze aus passendem Material, immer besondere Innenspiegel und Vorsätze, meist aus Marmor- oder aus einem anderen handgefertigten Papier, immer perfekten, meist allseitigen Goldschnitt und reiche dekorative Handvergoldung in allen denkbaren Techniken, auch Intarsien auf den Deckeln. Fast immer mit Kanten-, Steh- und Innenkantenvergoldung, die zuletzt genannte auf mehr oder weniger breiten Lederbordüren. Diese wurden, wenn das Einbandmaterial grobgenarbt war, geglättet. Oft wurde über erhabene Bünde gebunden. Alle Einbände weisen handumstochene Kapitale und goldgeprägte Häubchen auf, die meisten ein Lesebändchen. Abweichungen von diesem Standard werden gesondert erwähnt, bzw. sind auf den Abbildungen zu erkennen. Fast alle Bände in einem Schuber dessen Kanten mit farblich passendem Leder, bzw. dem verwendeten Maroquin gefaßt sind, außer den Schubern für Pergamentbände sind sie alle gefüttert, die der Spamerschen Buchbinderei mit Seide, Gerlachs eigene mit einem vliesartigen, weichen Stoff. Mängel an den Schubern sind unvermeidlich, gebrauchs- und bestimmungsgemäß, sie sollen das Buch schützen - mehr nicht - und werden hier auch nicht gesondert angeführt, da es sich durchweg nur um Lichtspuren an den Einschubkanten und Bereibungen handelt, sie sind alle intakt. Die Ober- und Unterseite der Schuber wurden der Buchrückenrundung angeglichen. Fast jeder der Einbände ist an mindestens ...

332 S. (29.8 x 21 cm) 4°. O.-Brosch. OU.

Details

Raabe, Wilhelm: Der Hungerpastor. Abu Telfan. Der Schüdderump. (="Stuttgarter Trilogie"). Drei Romane. Sonderausgabe für die Mitglieder der Deutschen Buch-Gemeinschaft. Verlagsanstalt Hermann Klemm A.G./ Deutsche Buch-Gemeinschaft Sonderausgabe Ohne Jahresangabe (Um 1928) Berlin-Grunewald
479, 402, 391S. 8°

Halbleder Drei fadengeheftete Halbledereinbände mit verstärkten Ecken (nicht: Der Hungerpastor), marmoriertem Deckelpapier, Lesebändchen (nicht: Der Hungerpastor), und Farbkopfschnitt (nur: Der Hungerpastor). Sonderausgabe für die Mitglieder der Deutschen Buch-Gemeinschaft, die so nicht im Buchhandel zu beziehen war. Die Lederrücken teils berieben, Schnitte und Papier altersgemäß nachgedunkelt, Schnitte zudem in unterschiedlicher Ausprägung fleckig, jeweils Namenszug auf Vortitelblatt, die Bindung beim Hungerpastor an Vorder- und Hinterdeckel teils klaffend, Gesamtzustand der Bände 3+. Alle drei Bücher gesetzt in Fraktur. Wilhelm Raabe (Pseudonym: Jakob Corvinus; * 8. September 1831 in Eschershausen; 15. November 1910 in Braunschweig) war ein deutscher Schriftsteller (Erzähler) und einer der wichtigsten Vertreter des poetischen Realismus, besonders bekannt für seine gesellschaftskritischen Erzählungen, Novellen und Romane. Wilhelm Raabe wurde als Sohn des Justizbeamten Gustav Karl Maximilian Raabe ( 1845) und dessen Frau Auguste Johanne Frederike Jeep (1807-1874) im kleinstädtischen Eschershausen im Weserbergland geboren. Nach dem Tod des Vaters zog die Witwe mit Wilhelm und seinen zwei Geschwistern nach Wolfenbüttel, wo ihre Verwandten zum Großbürgertum zählten. Nach dem Abbruch der Schule und einer ebenfalls 1853 abgebrochenen Buchhandelslehre in Magdeburg, versuchte Raabe in Wolfenbüttel vergeblich, das Abitur nachzuholen. In Berlin studierte er Philologie als Gasthörer an der Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität zu Berlin, was ihm als Bürgerssohn auch ohne Abitur möglich war. In dieser Zeit entstand unter Raabes Pseudonym Jacob Corvinus sein erster Roman Die Chronik der Sperlingsgasse, der nach seiner Bekundung sein größter schriftstellerischer Erfolg war - und der Überlieferung nach auch sein größter wirtschaftlicher Erfolg. Am 24. Juli 1862 heiratete Wilhelm Raabe Berta Emilie Wilhelmine Leiste, die Tochter des Oberappellationsgerichtsprocurators Christoph Ludwig Leiste aus Wolfenbüttel (Sohn von Christian Leiste) und seiner Frau Johanne Sophie Caroline Berta Heyden. Durch seine Heirat wurde Raabe mit dem Architekten und Braunschweiger Stadtbaurat Heinrich Carl Friedrich August Tappe weitläufig verwandt. Aus der Ehe gingen die vier Töchter Margarethe (* 17. September 1863 in Stuttgart; 17. März 1947 in Wolfenbüttel), Elisabeth (* 1868 in Stuttgart), Klara (* 1872 in Braunschweig) und Gertrud (* 1876 in Braunschweig) hervor. In den fast fünfzig Jahren zwischen dem 15. November 1854, dem "Federansetzungstag", als er Die Chronik der Sperlingsgasse zu schreiben begonnen hatte (erschienen Ende September 1856, vordatiert auf 1857), und dem als Fragment abgebrochenen Roman Altershausen im Jahre 1902, verfasste Raabe nicht weniger als 68 Romane, Erzählungen und Novellen, dazu eine kleine Zahl von Gedichten. Da Raabe ausschließlich von seinen Einkünften als freier Schriftsteller lebte, war er zu dieser hohen Produktivität gezwungen. Das Spektrum seines Werks reicht von großen, realistischen Romanen und meisterhaften Novellen bis hin zu alltäglicher Unterhaltungsliteratur. Die Popularität seines Erstlingswerkes, der "Sperlingsgasse", erreichte kein anderes seiner Bücher, die dennoch eine große Leserschaft fanden. In den 1890er Jahren wurde einigen Titeln wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Während dieses Aufschwungs wurde er auch einige Male öffentlich geehrt, obwohl er selbst sich bereits als "gestorbenen Schriftsteller" ("Schriftsteller a.D.") betrachtete. In Raabes letzten acht Lebensjahren stellte er seine schriftstellerische Tätigkeit ein und unternahm mehrere Reisen. Raabe lebte mehrere Jahre in Wolfenbüttel (davon sechs als Schriftsteller), acht Jahre in Stuttgart und fast 40 Jahre in Braunschweig, wo er am 15. Dezember 1870, durch Ludwig Hänselmann vermittelt, Mitglied der Ehrlichen Kleiderseller, eines Stammtisches, wurde. 1883 wurde er Mitglied eines weiteren Stammtisches, der sich Feuchter Pinsel nannte und verschiedene Künstler und Kunstinteressierte der Stadt zusammenbrachte. Hier, in seinem letzten ständigen Wohnort, starb er am Tag seines 56. Autorenjubiläums (56 Jahre nach dem "Federansetzungstag"). Die Gedenkrede zu seiner Trauerfeier hielt Wilhelm Brandes, ein Freund und Vertrauter Raabes und dessen Biograph, der 1911 zusammen mit mehreren Braunschweiger Honoratioren die Gesellschaft der Freunde Wilhelm Raabes gründete. In seinen letzten Jahren von 1901 bis 1910 lebte die Familie im Raabe-Haus in Braunschweig, in dem sich heute eine Ausstellung und eine Raabe-Forschungsstelle befinden. Die Bitte nach einer Autobiografie lehnte Wilhelm Raabe zwar ab, schrieb dennoch 1906 eine kleine biographische Skizze: Ich bin am 8. September 1831 zu Eschershausen im Herzogtum Braunschweig geboren worden. Mein Vater war der damalige "Aktuar" am dortigen Amtsgericht, Gustav Karl Maximilian Raabe, und meine Mutter Auguste Johanne Frederike Jeep, die Tochter des weiland Stadtkämmerers Jeep zu Holzminden. Meine Mutter ist es gewesen, die mir das Lesen aus dem Robinson Crusoe unseres alten Landsmanns aus Deensen, Joachim Heinrich Campe beigebracht hat. Was ich nachher auf Volks- und Bürgerschulen, Gymnasien und auf der Universität an Wissenschafte zu erworben habe, heftet sich alles an den lieben feinen Finger, der mir ums Jahr 1836 herum den Punkt über dem i wies. Im Jahr 1845 starb mein Vater als Justizamtmann zu Stadtoldendorf und zog seine Witwe mit ihren drei Kindern nach Wolfenbüttel, wo ich das Gymnasium bis 1849 besuchte. Wie mich danach unseres Herrgotts Kanzlei, die brave Stadt Magdeburg, davor bewahrte, ein mittelmäßiger Jurist, Schulmeister, Arzt oder gar Pastor zu werden, halte ich für eine Fügung, für welche ich nicht dankbar genug sein kann. Ostern 1854 ging ich nach einem Jahr ernstlicher Vorbereitung nach Berlin, um mir auch "auf Universitäten" noch etwas mehr Ordnung in der Welt Dinge und Angelegenheiten, soweit sie ein so junger Mensch übersehen kann, zu bringen. Im November desselben Jahres begann ich dort in der Spreegasse die "Chronik der Sperlingsgasse" zu schreiben und vollendete sie im folgenden Frühling. Ende September 1856 erblickte das Buch durch den Druck das Tageslicht und hilft mir heute noch neben dem "Hungerpastor" im Erdenhaushalt am meisten mit zum Leben. Denn für die Schriften meiner ersten Schaffensperiode, die bis zu letzterwähnten Buche reicht, habe ich "Leser" gefunden, für den Rest nur "Liebhaber", aber mit denen, wie ich meine, freilich das allervornehmste Publikum, was das deutsche Volk gegenwärtig aufzuweisen hat. Raabe beobachtete besonders stark die irreparablen Risse zwischen Altem und Neuem, zwischen Geborgenheit und technischer Industrialisierung, welche sich auf Kosten der Natur und der Gemütskultur vergrößerten und vertieften. Als einer der ersten Umweltromane gilt sein Werk Pfisters Mühle, in dem er das Schicksal eines idyllischen Ausflugslokals der Wasserverschmutzung durch eine Zuckerrübenfabrik gegenüberstellte. Das Lokal musste dann dem Neubau einer Fabrik weichen. Raabe sah also die dunklen Seiten des Daseins und nahm die Haltung eines Pessimisten an. Für diese Lage empfahl er: Sieh auf zu den Sternen. Gib Acht auf die Gasse. (Die Leute aus dem Walde). In diesem Grundzug wurzelt auch Raabes Humor. So war Raabe kein Mensch der Idylle, obwohl er oft so gelesen bzw. interpretiert wurde, sondern blieb vielmehr ein entschiedener Kritiker seiner Zeit. In Raabes Gesamtwerk kommt ein guter Teil der deutschen Geschichte vor, zumal der Krieg. Dabei gelingt es ihm, durch die Einführung von realen Charakteren und deren Schicksalen seine Werke gegenwärtig zu machen. Doch durch Kunstgriffe der Erzählperspektive und des Stils hält er einen beobachtenden Abstand. Viele Betrachtungen und Abschweifungen - auch die seiner Zeit noch unauffälligere Fülle der Zitate von der Antike bis zum zeitgenössischen Volksmund - erschweren heute das Lesen von Raabes Werken. Flüchtiger Lektüre scheint es bisweilen, als hätten seine Texte einen unzulänglichen Aufbau und fehlten gelegentlich wichtige Zusammenhänge, doch gerade diese arbeitete er mit großer Sorgfalt und Feinheit heraus. Die Wertungen von Raabes Dichtungen haben sich seit seinen Lebzeiten verschoben. Er selbst urteilte sehr hart über einige seiner frühen Werke, die er zum Teil als "Jugendquark" bezeichnete. Während früher die sogenannte "Stuttgarter Trilogie" (Der Hungerpastor, Abu Telfan, Der Schüdderump) als Hauptwerk galt, wird heute anderen Erzählungen und Romanen der Vorzug gegeben (u. a. Stopfkuchen, Horacker, Das Odfeld, Hastenbeck, Die Akten des Vogelsangs). Wilhelm Raabe hatte ein weiteres, weniger bekanntes Talent, das des Malens. Er hinterließ mehr als 550 Aquarelle und Zeichnungen, die sich heute zum überwiegenden Teil im Besitz der Stadt Braunschweig befinden und vom dortigen Stadtarchiv verwahrt werden; im Privatbesitz der Nachkommen verblieben sind einige Blätter und Skizzen. Das Landschaftsbild Bauernkaten in einer Heidelandschaft ist ein Ölbild, in den Maßen 37 x 23,2 cm.

[SW: Deutsche Literatur | Romane | Trilogie | Wilhelm Raabe | Deutsche Buch-Gemeinschaft | Halbleder-Ausgaben]

Details