Canetti

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Canetti, Elias: Der Ohrenzeuge. Fünfzig Charaktere. Ungekürzte Ausgabe. Ullstein Taschenbuchverlag (Lizenz des Hanser Verlags) Lizenzausgabe (erste Taschenbuchaufl.) 1979 Berlin ISBN: 3548260098
105 S.S. 8°

Taschenbuch Elias Canetti (* 25. Juli 1905 in Russe, Bulgarien; 14. August 1994 in Zürich) war ein Schriftsteller und Aphoristiker deutscher Sprache und Literatur-Nobelpreisträger 1981. Canettis Werk fand erst spät Beachtung; die jüngsten Biographien geben Auskunft darüber, wie sehr sich seine mittleren Lebensjahrzehnte in ziemlicher Armut, Unsicherheit und Zukunftsangst abspielten. Er darf als exzentrisch gelten: Sein Leben war der Literatur geweiht; einem Brotberuf ging Canetti nicht nach. Er verfasste drei Dramen, den Roman Die Blendung (für den er 1981 den Nobelpreis erhielt und von dem er sich im Alter distanzierte), Essays und Reiseberichte, Tagebücher, Charakterminiaturen und Abertausende von Aufzeichnungen, welche heute von vielen Kritikern als der "bleibende" Teil seines Gesamtwerkes erachtet werden. Canetti begann außerdem damit, einen mehrteiligen Autobiografie-Zyklus zu veröffentlichen. Der Zyklus beginnt mit der Geretteten Zunge, darauf folgten Die Fackel im Ohr und später Das Augenspiel. Canetti konnte die Reihe vor seinem Tod nicht vervollständigen, hat aber detaillierte Angaben über die Verwendung und Herausgabe seines Nachlasses hinterlegt. So erschien mittlerweile Party im Blitz. Die englischen Jahre als Fortsetzung der Lebensgeschichte, das sich jedoch durch seine Unfertigkeit formal und strukturell stark von den ersten drei Bänden abhebt - dem wurde durch den Bruch in der Titelreihenfolge Rechnung getragen. Durchaus herauszuheben ist - neben den Aufzeichnungen - sein Werk Masse und Macht. Es ist nicht als streng soziologische Studie zu verstehen, sondern enthält viele Elemente der Psychologie, Methoden der Ethnologie und Einsprengsel aus der Zoologie. In dem Werk geht Canetti einem Thema nach, das ihn 30 Jahre lang beschäftigte, seitdem er 1922 eine Demonstration anlässlich der Ermordung Walther Rathenaus und 1927 in Wien den Massenaufruhr vor dem brennenden Justizpalast miterlebt hatte. Was ist eine Masse? Warum geht von einer Masse eine Faszination aus, der man sich als Einzelner kaum entziehen kann? Wie bildet sich eine Masse und welchen "Gesetzmäßigkeiten" folgt die eigentlich chaotische Menschenansammlung? Massenbewegungen sind ein Phänomen der Moderne. Die Beschäftigung mit dem Thema ist in den 1930er bis 1960er Jahren sehr populär. Die politische Wirksamkeit von Massenbewegungen sind seit der Französischen Revolution unbestritten. Mit der Herausbildung der Arbeiterklasse wird die gesellschaftliche Rolle der Masse noch mehr betont. Grundthese Canettis ist, dass das auf räumliche Abgrenzung bedachte Individuum in der Masse seine gesellschaftlichen Zwänge ablegen kann. Soziale Unterschiede werden nivelliert, und es erhält seine Freiheit zurück. Den psychologischen Prozess, der sich innerhalb der Masse abspielt, nennt Canetti "Entladung". In Anlehnung an Freud entwickelt er die These, dass Menschen neben den Grundbedürfnissen nach Essen, Trinken und Zuneigung auch einen Massentrieb besitzen. Dabei verliert die Masse ihre ursprüngliche negative Konnotation. Massen erscheinen als etwas Natürliches und Notwendiges. Canetti unterscheidet geschlossene und offene Massen. Baulich geschlossene Massen beispielsweise sind meist "institutionalisierte Massen" der Kirchen. Sie besitzen Regeln und Zeremonien, welche die Masse "abfangen". "Lieber eine sichere Kirche voll von Gläubigen als die unsichere ganze Welt."[6] Die Institution stellt demnach eine Zähmung des Massetriebes dar. Die Offene Masse ist voller Zerstörungssucht und in der Moderne meist frei von Religiösem. Sie besitzt das vornehmliche Ziel zu wachsen. Sie benötigt eine "Richtung", ein Ziel, das außerhalb jedes Einzelnen liegt sowie einen "Rhythmus", der ihren Zusammenhalt sichert. Zur Bildung einer Masse bedarf es oft eines "Massenkristalls", einer festen beständigen Gruppe, um welche die Masse wachsen kann. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Massen ist der "tragende Affekt": Demnach unterscheiden sich die Hetzmasse, die auf Töten aus ist und auch im Tierreich vorkommt, die Fluchtmasse, ebenso aus dem Tierreich bekannt, die Verbotsmasse, die sich gegen bestehende Regeln auflehnt, die sie nicht mehr befolgen will, die Umkehrungsmasse, die sich gegen die ehemaligen Machthaber richtet, und die Festmasse. Des weiteren leitet Canetti in dieser Arbeit das menschliche Machtgefühl aus der Konfrontation mit dem Tod und dem Erlebnis des Überlebens ab. Masse und Macht wurde zu Canettis bekanntestem, aber auch umstrittensten Buch. Einband leicht berieben, Seitenschnitt dezent angestoßen, Exlibris-Stempel auf Innendeckel, Papier allg. nachgedunkelt, ansonsten guter Zustand.

[SW: Deutsche Literatur | Essays | Elias Canetti]

Details

Canetti, Elias: Die Befristeten. Herausgegeben vom Württembergisches Staatstheater Stuttgart Schauspiel 1983. Aufführung von Hans Hollmann. - (=Stuttgarter Hefte Nr. 52). München, Deutscher Taschenbuch Verlag, 1970.
Guter Zustand. - Elias Canetti (* 25. Juli 1905 in Russe, Bulgarien; 14. August 1994 in Zürich) war ein Schriftsteller und Aphoristiker deutscher Sprache und Literatur-Nobelpreisträger 1981. Überblick: Canetti, der älteste Sohn einer wohlhabenden sephardisch-jüdischen Kaufmannsfamilie, verbrachte seine Kindesjahre in Bulgarien und England. Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1912 führte er mit Mutter und Geschwistern ein unstetes Leben in Österreich, der Schweiz und Deutschland. 1923 machte er sein Abitur am Wöhler-Realgymnasium in Frankfurt am Main. Von 1924 an lebte er in Wien. 1938 zwang ihn der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich mit seiner Frau Veza nach London zu emigrieren, wo er auch nach dem Krieg blieb und die britische Staatsbürgerschaft erwarb. In den 1970er Jahren lebte er zunehmend, in den achtziger Jahren bald ausschließlich in der Schweiz. Canetti starb 1994 in Zürich. Als Schriftsteller ist Canetti nicht leicht in Kategorien oder literarische Strömungen einzuordnen. Sein Werk ist außerordentlich vielseitig, schon was die verwendeten literarischen Gattungen betrifft. Er hat unter anderem einen Roman veröffentlicht (Die Blendung), drei Dramen, eine anthropologische Studie (Masse und Macht), aphoristische Aufzeichnungen und eine mehrbändige Autobiografie. Da er sehr zögerlich veröffentlicht hat, wurde er, besonders im deutschen Sprachraum, nur allmählich einer größeren Öffentlichkeit bekannt. In den 1960er Jahren empfing er schließlich zahlreiche Preise und Auszeichnungen (so etwa 1966 den Deutschen Kritikerpreis und den Literaturpreis der Stadt Wien, 1969 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1972 den Georg-Büchner-Preis und 1975 den Nelly-Sachs-Preis), schließlich erhielt er 1981 den Nobelpreis für Literatur. Bei aller Verschiedenheit der literarischen Gattungen, in denen er tätig war, ist Canettis Werk thematisch recht homogen. Er suchte alle Auswirkungen, die das Bewusstsein des Todes für das Leben des Menschen hat, zu erforschen - daher sein Interesse für die verschiedenen Religionen und Glaubensformen. Sein Interesse an Massenphänomenen und Erscheinungsformen der Macht entsprang den prägenden Ereignissen des 20. Jahrhunderts: den Weltkriegen und dem Nationalsozialismus. Bei aller Skepsis war Canetti jedoch nicht von pessimistischer Grundhaltung geprägt, vielmehr sah er es als den Beruf des Dichters (so der Titel eines Essays von 1976), Raum für "Hoffnung" und Wege aus dem "Chaos" zu schaffen. Aus wikipedia-orgElias_Canetti

Erstausgabe. 48 Seiten. Illustrierte Originalbroschur.

[SW: Deutsche Literatur der 60er Jahre, Theatertexte, Nobelpreisträger, Theaterwissenschaft Theaterwissenschaften, Theatergeschichte, Theatertheorie, Theater, Theaterstücke, Österreichische Literatur, Theaterregisseur, Theaterprogramm Theaterprogramme, Hollmann, Hans, Literaturtheorie, Literaturwissenschaft, Dramatiker, Dramaturgie, Dramentheorie, Dramatik, Geschichte, Schauspiel, Schauspieler]

Details

Canetti, Elias: Alle vergeudete Verehrung. Aufzeichnungen 1949 - 1960. - (=Reihe Hanser RH 50). München, Hanser Verlag, 1970.
Guter Zustand. Mit wenigen Bleistiftanstreichungen. - Elias Canetti (* 25. Juli 1905 in Russe, Bulgarien; 14. August 1994 in Zürich) war ein Schriftsteller und Aphoristiker deutscher Sprache und Literatur-Nobelpreisträger 1981. Überblick: Canetti, der älteste Sohn einer wohlhabenden sephardisch-jüdischen Kaufmannsfamilie, verbrachte seine Kindesjahre in Bulgarien und England. Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1912 führte er mit Mutter und Geschwistern ein unstetes Leben in Österreich, der Schweiz und Deutschland. 1923 machte er sein Abitur am Wöhler-Realgymnasium in Frankfurt am Main. Von 1924 an lebte er in Wien. 1938 zwang ihn der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich mit seiner Frau Veza nach London zu emigrieren, wo er auch nach dem Krieg blieb und die britische Staatsbürgerschaft erwarb. In den 1970er Jahren lebte er zunehmend, in den achtziger Jahren bald ausschließlich in der Schweiz. Canetti starb 1994 in Zürich. Als Schriftsteller ist Canetti nicht leicht in Kategorien oder literarische Strömungen einzuordnen. Sein Werk ist außerordentlich vielseitig, schon was die verwendeten literarischen Gattungen betrifft. Er hat unter anderem einen Roman veröffentlicht (Die Blendung), drei Dramen, eine anthropologische Studie (Masse und Macht), aphoristische Aufzeichnungen und eine mehrbändige Autobiografie. Da er sehr zögerlich veröffentlicht hat, wurde er, besonders im deutschen Sprachraum, nur allmählich einer größeren Öffentlichkeit bekannt. In den 1960er Jahren empfing er schließlich zahlreiche Preise und Auszeichnungen (so etwa 1966 den Deutschen Kritikerpreis und den Literaturpreis der Stadt Wien, 1969 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1972 den Georg-Büchner-Preis und 1975 den Nelly-Sachs-Preis), schließlich erhielt er 1981 den Nobelpreis für Literatur. Bei aller Verschiedenheit der literarischen Gattungen, in denen er tätig war, ist Canettis Werk thematisch recht homogen. Er suchte alle Auswirkungen, die das Bewusstsein des Todes für das Leben des Menschen hat, zu erforschen - daher sein Interesse für die verschiedenen Religionen und Glaubensformen. Sein Interesse an Massenphänomenen und Erscheinungsformen der Macht entsprang den prägenden Ereignissen des 20. Jahrhunderts: den Weltkriegen und dem Nationalsozialismus. Bei aller Skepsis war Canetti jedoch nicht von pessimistischer Grundhaltung geprägt, vielmehr sah er es als den Beruf des Dichters (so der Titel eines Essays von 1976), Raum für "Hoffnung" und Wege aus dem "Chaos" zu schaffen. Aus wikipedia-orgElias_Canetti

1. - 10. Tausend. WG², 15. Erstausgabe. 139 Seiten. Einbandentwurf: Heinz Edelmann. 18 cm. Taschenbuch. Kartoniert. Laminiert. Glanzfolienkaschierung.

[SW: Literaturtheorie, Autobiografie Autobiographie Autobiografien / Autobiographien, Germanistik, Tagebuch, Literatur nach 1945, Notizen, Literaturrezeption, Literaturgeschichte, Tagebücher, Literaturwissenschaft Literaturwissenschaften, Philosophie, Österreichische Literatur, Deutsche Literatur der siebziger Jahre, Deutsche Literatur der 70er Jahre, Literaturnobelpreis]

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Canetti, Elias: Das Gewissen der Worte. Essays. - (=dtv 1377). München: Deutscher Taschenbuch-Verlag, 1978. ISBN: 342301377X
Guter Zustand. Canetti mußte über siebzig werden, bis er - wie es seiner Bedeutung schon immer gebührt hätte - auch von einer breiteren Leser-Öffentlichkeit akzeptiert wurde. Die beiden Erinnerungs-Bücher "Die gerettete Zunge" und "Die Fackel im Ohr" brachten es zu Bestsellerauflagen. Zu entdecken bleibt nach wie vor der Essayist Canetti. Abhilfe mag der vorliegende Essay-Band "Das Gewissen der Worte" schaffen, worin Arbeiten aus den Jahren 1962-1974 versammelt sind (zuzüglich der Rede zum 50. Geburtstag von Hermann Broch vom November 1936). Canetti setzt sich darin mit Kafka auseinander (nach der Publikation von Kafkas Briefen an Felice Bauer), zeichnet das Porträt einen äußerst verwundbaren Karl Kraus (nach Veröffentlichung der Briefe an Sidonie Nadherny), läßt sich auf Büchner ein ("er hat mein Leben verändert wie kein anderer Dichter"). In der Vorrede dieses Bandes, der Auskunft gibt über einen der wichtigsten deutschsprachigen Autoren unserer Zeit, heißt es: "Die Feinde der Menschheit haben rapid an Macht gewonnen, sie sind dem Endziel der Zerstörung der Erde sehr nahe gekommen, es ist unmöglich, von ihnen abzusehen und sich auf die Betrachtung geistiger Vorbilder allein zurückzuziehen, die uns noch etwas zu bedeuten haben. [...] Um so wichtiger ist es, von solchen zu sprechen, die auch unserem monströsen Jahrhundert standgehalten haben." - Elias Canetti (* 25. Juli 1905 in Russe, Bulgarien; 14. August 1994 in Zürich) war ein Schriftsteller und Aphoristiker deutscher Sprache und Literatur-Nobelpreisträger 1981. ... Als Schriftsteller ist Canetti nicht leicht in Kategorien oder literarische Strömungen einzuordnen. Sein Werk ist außerordentlich vielseitig, schon was die verwendeten literarischen Gattungen betrifft. Er hat unter anderem einen Roman veröffentlicht (Die Blendung), drei Dramen, eine anthropologische Studie (Masse und Macht), aphoristische Aufzeichnungen und eine mehrbändige Autobiografie. Da er sehr zögerlich veröffentlicht hat, wurde er, besonders im deutschen Sprachraum, nur allmählich einer größeren Öffentlichkeit bekannt. In den 1960er Jahren empfing er schließlich zahlreiche Preise und Auszeichnungen (so etwa 1966 den Deutschen Kritikerpreis und den Literaturpreis der Stadt Wien, 1969 den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1972 den Georg-Büchner-Preis und 1975 den Nelly-Sachs-Preis), schließlich erhielt er 1981 den Nobelpreis für Literatur. Bei aller Verschiedenheit der literarischen Gattungen, in denen er tätig war, ist Canettis Werk thematisch recht homogen. Er suchte alle Auswirkungen, die das Bewusstsein des Todes für das Leben des Menschen hat, zu erforschen - daher sein Interesse für die verschiedenen Religionen und Glaubensformen. Sein Interesse an Massenphänomenen und Erscheinungsformen der Macht entsprang den prägenden Ereignissen des 20. Jahrhunderts: den Weltkriegen und dem Nationalsozialismus. Bei aller Skepsis war Canetti jedoch nicht von pessimistischer Grundhaltung geprägt, vielmehr sah er es als den Beruf des Dichters (so der Titel eines Essays von 1976), Raum für "Hoffnung" und Wege aus dem "Chaos" zu schaffen. Aus wikipedia-orgElias_Canetti , ISBN-13: 9783423013772

Erste Auflage dieser Ausgabe. 270 Seiten. 18 cm. Umschlaggestaltung: Celestino Piatti. Taschenbuch. Kartoniert. Laminiert. Glanzfolienkaschierung.

[SW: Essay , Canetti, Elias, Deutsche Literatur der 70er Jahre Literaturtheorie Germanistik Literaturkritik Literaturgattungen, Literaturepochen, Literaturrezeption, , Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte, Literaturwissenschaft Literaturwissenschaften, Broch, Hermann , Hitler, Adolf, Tolstoj, Leo N., Büchner, Georg]

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