Brehm Tierleben
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Brehm, Alfred Edmund: Die Wirbellosen. (=Brehms Tierleben. Kleine Ausgabe. Band 1). Leipzig: Bibliographisches Institut, 1934.
Guter Zustand. Institutsstempel. Dekoratives Exemplar.- Brehms Thierleben ist ein zoologisches Nachschlagewerk, durch das sein Verfasser Alfred Edmund Brehm (1829-1884) weltbekannt wurde. Editionsgeschichte - 19. Jahrhundert: Alfred Brehm schrieb als freier Schriftsteller Aufsätze und Reiseberichte für populärwissenschaftliche Zeitschriften über zoologische Themen, die er ab 1863 auch in Form einzelner Lieferungen mit einem Umfang von jeweils etwa 48 Seiten beim Bibliographischen Institut veröffentlichte [1]. Der Erfolg brachte ihm 1860 einen Vertrag für eine zehnbändige zoologische Enzyklopädie ein. Die Arbeit daran wurde durch Reisen nach Abessinien, Skandinavien und Sibirien unterbrochen, aber auch bereichert. Die ersten sechs Bände des Illustrirten Thierlebens erschienen 1863-1869 im Bibliographischen Institut (Hildburghausen) unter dem Verleger Herrmann Julius Meyer. Sie fanden in weiten Kreisen und im Bildungsbürgertum großen Anklang. Ab der zweiten Auflage (zehn Bände 1876-1879, neu gedruckt 1882-1887) hieß das Werk bereits Brehms Thierleben. Brehm selbst hatte die sechs Bände über die Wirbeltiere verfasst und einen der später erschienenen Bände. Das Werk machte den Autor weltweit bekannt und ist bis heute ein Begriff, auch wenn die Forschung inzwischen weit über Brehms Wissen hinaus gegangen ist. Die größte Veränderung in der zweiten Auflage waren wohl die neuen Illustrationen von Gustav Mützel (1839-1893) und Eduard Oscar Schmidt (Entomologe, 1823-1886), von denen Charles Darwin äußerte, sie seien die besten, die er je in einem Werk gesehen habe. Zur Beliebtheit der Thierleben-Bände trugen die Illustrationen erheblich bei, deren spezieller Stil von Robert Kretschmer (1818-1872) geprägt wurde und die zoologische Fachliteratur sehr beeinflusste. Die dritte Auflage folgte 1890-1893 und wurde vom Bibliographischen Institut Leipzig in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem von dem 1896 in St. Petersburg gegründeten Verlag Proswestschenie (Aufklärung) vertrieben [2]. Neben den großen Ausgaben erschienenen auch Tafelwerke sowie Volks- und Schulausgaben (1868/70. 1873/74, 1879, 1883, 1892/93). 20. Jahrhundert Auch im 20. Jahrhundert erlebte das Werk weitere Auflagen, in die auch zunehmend Farbtafeln integriert wurden. Die Auflagen wurden meist mehrfach nachgedruckt und erschienen in unterschiedlichen Ausstattungen, beispielsweise mit Rückenvignetten und Rückengoldprägungen, als großformatige Halblederbände oder im Leineneinband. Eine von Otto Evers bearbeitete zweite Originalausgabe erschien 1927 im Uhlenhorst Verlag, Curt Brenner, Hamburg. Die 4. Auflage umfasste dreizehn Bände und wurde von Otto zur Strassen herausgegeben (Leipzig und Wien: Bibliographisches Institut 1911-1918). Es erschienen bis Ende der 1920er Jahre mehrere Nachdrucke. Diese Ausgabe gilt als der letzte "echte" Brehm. Gliederung (man beachte die aufsteigende Anordnung der Tierstämme usw. gegenüber der ursprünglichen absteigenden): Band 1: Die niederen Tiere (Einzeller - Schwämme - Hohltiere - Würmer - Muschellinge - Stachelhäuter - Weichtiere und Krebse), 724 Seiten mit 352 Abbildungen im Text, 25 farbigen und 4 schwarzen Tafeln, 27 Tafelseiten nach Photographien und Zeichnungen sowie 2 Kartenbeilagen. Mit einer Lebensbeschreibung Alfred Edmund Brehms von Ernst Krause und einer allgemeinen Einführung von Otto zur Strassen. Band 2: Die Vielfüßler, Insekten und Spinnenkerfe. Neubearbeitet von Richard Heymons. 717 Seiten mit 367 Abbildungen im Text, 20 farbigen und 15 schwarzen Tafeln, 7 Doppeltafeln und 4 einseitigen Tafeln nach Photographien sowie einer Kartenbeilage und 8 Seiten Register. Band 3: Die Fische. Unter Mitwirkung von Viktor Franz. Neubearbeitet von Otto Steche. 591 Seiten mit 59 Abbildungen nach Photographien auf 10 Doppeltafeln, 172 Abbildungen im Text, 19 farbigen und 34 schwarzen Tafeln sowie 1 Kartenbeilage. Band 4: Die Lurche und Kriechtiere. Neubearbeitet von Franz Werner. Erster Band: Lurche und Kriechtiere (Brückenechsen, Schildkröten, Panzerechsen). 572 Seiten mit 127 Abbildungen im Text, 14 farbigen und 11 schwarzen Tafeln sowie 12 Doppeltafeln nach Photographien. Band 5: Die Lurche und Kriechtiere. Neubearbeitet von Franz Werner. Zweiter Band: Die Kriechtiere (Schuppenkriechtiere). 601 Seiten mit 113 Abbildungen im Text, 19 farbigen und 18 schwarzen Tafeln, 28 Doppeltafeln nach Photographien und 2 Kartenbeilagen. Band 6: Die Vögel. Neubearbeitet von William Marshall. Vollendet von F. Hempelmann und O. zur Strassen. Erster Band: Flachbrustvögel - Tauchvögel - Pinguinvögel - Sturmvögel - Storchvögel - Gänsevögel - Raubvögel. 500 Seiten mit 100 Abbildungen im Text, 36 Tafeln sowie 15 Tafeln nach Photographien. Band 7: Die Vögel. Neubearbeitet von William Marshall. Vollendet von F. Hempelmann und O. zur Strassen. Zweiter Band: Steißhühner - Hühnervögel - Kranichvögel - Regenpfeifervögel - Kuckucksvögel (Kuckucke). 495 Seiten mit 83 Abbildungen im Text und 39 Tafeln sowie 11 Tafeln nach Photographien. Band 8: Die Vögel. Neubearbeitet von William Marshall. Vollendet von F. Hempelmann und O. zur Strassen. Dritter Band: Kuckucksvögel (Papageien) - Rabenvögel. 473 Seiten mit 85 Abbildungen im Text, 32 Tafeln sowie 8 Tafeln nach Photographien. Band 9: Die Vögel. Neubearbeitet von William Marshall. Vollendet von F. Hempelmann und O. zur Strassen. Vierter Band: Sperlingsvögel. 579 Seiten mit 136 Abbildungen im Text, 27 farbigen und 13 schwarzen Tafeln, 9 Doppeltafeln nach Photographien, 2 Tafeln "Eier" und 3 kartenbeilagen. Band 10: Die Säugetiere. Neubearbeitet von Ludwig Heck. Erster Band: Kloakentiere - Beuteltiere - Insektenfresser - Flattertiere - Erdferkel - Schuppentiere - Xenarthra. 580 Seiten mit 100 Abbildungen im Text und 30 Tafeln sowie 21 Tafeln nach Photographien. Band 11: Die Säugetiere. Neubearbeitet von Ludwig Heck und Max Hilzheimer. Zweiter Band: Nagetiere - Robben. 654 Seiten mit 94 Abbildungen nach Photographien auf 20 Doppeltafeln, 30 Abbildungen im Text, 15 farbigen und 4 schwarzen Tafeln. Band 12: Die Säugetiere. Neubearbeitet von Ludwig Heck und Max Hilzheimer. Dritter Band: Raubtiere - Wale - Rüsseltiere - Sirenen - Klippschliefer - Unpaarhufer. 722 Seiten mit 146 Abbildungen nach Photographien auf 25 Doppeltafeln, 52 Abbildungen im Text, 17 farbigen und 4 schwarzen Tafeln. Band 13: Die Säugetiere. Neubearbeitet von Max Hilzheimer und Ludwig Heck. Vierter Band: Paarhufer - Halbaffen - Affen. 721 Seiten mit 204 Abbildungen nach Photographien auf 26 Doppeltafeln, 86 Abbildungen im Text, 23 farbigen und 4 schwarzen Tafeln sowie 4 Kartenbeilagen. Während des Zweiten Weltkriegs erschienen gekürzte Volks- und Schulausgaben sowie eine von Walter Rammner völlig neu bearbeitete Auflage in vier Bänden (1942) und eine mehrbändige Feldpostausgabe, von der jedoch nur noch der erste Band erschien (1945) [3]. Ab etwa 1950 erschienen viele einbändige Bearbeitungen mit den "beliebtesten" Tieren und Originalzeichnungen. 1953 gab Adolf Meyer-Abich für den Hamburger Germany Standard Verlag eine Neuausgabe von Brehms Tierleben in zwölf Bänden mit 55 Farbdrucktafeln und etwa 360 Zeichnungen heraus, die auf der zweiten und letzten Originalausgabe basierte. 1981 veröffentlichte Theo Jahn für den Prisma-Verlag, Gütersloh, die großformatige Brehms Neue Tierenzyklopädie in zwölf Bänden mit rund 5.000 farbigen Großfotos; die Texte basieren auf der zweiten, überarbeiteten Auflage von Brehms Tierleben. Je vier Bände sind den Säugetieren und den Vögeln gewidmet, je einer den Reptilien, Amphibien, Fischen und Wirbellosen. Ein Auswahlband von Roger Willemsen erschien 2006 mit Zeichnungen von Klaus Ensikat. Die Neue Brehm-Bücherei 1948 trat der naturkundlich engagierte Pastor und Biologe Otto Kleinschmidt das Brehmsche Erbe an, indem er die Buchreihe Die Neue Brehm-Bücherei (NBB) gründete, die im A. Ziemsen Verlag in Wittenberg Lutherstadt herausgegeben wurde. Mit seinem Konzept - die Bände waren ausgestattet mit vielen Bildern und anschaulichem Text - griff die NBB Alfred Brehms Intention des volksbildnerischen Auftrags wieder auf. Allmählich wuchs die Reihe zu einer immer stärker wissenschaftlich orientierten Monographienserie heran. Zielgruppe waren nicht mehr nur Laien und Hobby-Biologen, sondern auch Studenten und Wissenschaftler. 1992 ging die Buchreihe in den Besitz der Westarp Wissenschaften-Verlagsgesellschaft mbH (Hohenwarsleben bei Magdeburg) über und hat mit Stand von 2008 einen Umfang von 600 Monographien erreicht. Aus wikipedia-orgBrehms_Tierleben
Erste Auflage dieser Ausgabe. 413 Seiten. 26 x 18 cm. Dunkelblaues Leinen mit Schutzumschlag mit Goldprägung. Glanzpapier-Druck.
[SW: Zootiere, Fauna, Flora, Zoologie, Tierwelt, Biogenese, Regelkreise, Insekten, Verhalten, Tiere, Pflanzen, Leben, Anthropologie, Viren, Bakterien, Biologie, Naturkunde, Fortpflanzung, Naturschutz, Arterhaltung,]
Brehm, (Alfred E.): Tierleben. Allgemeine Kunde des Tiereichs. Leipzig, Bibliographisches Institut, 1911 - 1918. ; 1. Ed.
(= Allgemeine Naturkunde). - Die von Otto zur Strassen (1869 - 1961), der sich als überzeugter Darwinist vor allem mit morphologischen und entwicklungsmechanischen Themen wissenschaftlich befasst hatte, herausgegebene vierte Auflage von Brehm's Tierleben. - Alfred Edmund Brehm (1829 - 1884) wurde 1863 zum Direktor des in diesem Jahr eröffneten Zoologischen Gartens in Hamburg berufen; er unternahm eine Studienreise zu den wichtigsten westeuropäischen Zoos. Beobachtungen an gehaltenen Tieren - eigene wie die anderer Tiergärtner - und die Auswertung der Literatur bildeten den zoologischen Gehalt seines Hauptwerkes, des Illustrirten Thierleben, das 1864-70 in sechs Bänden erschien und sofort populär wurde sowie eine Reihe von erweiterten, verbesserten und überarbeiteten Auflagen nach sich zog. Brehm's Tierleben blieb bis Mitte des 20.Jahrhunderts das populäre Hauptwerk für zoologische Informationen. - Schönes Exemplar, papierbedingt etw. gebräunt, kaum fleckig.
4., vollständig neubearb. Aufl., hrsg. von Otto zur Strassen. 13 Bde. Mit zahlr. Abb. im Text und auf teils farb. Tafeln. Kl.-4°. OHLdr. (minimal bestoßen).
[SW: Biologie, Zoologie, Brehm, Brehm's Tierleben, Brehm's Thierleben]
Brehm, Alfred Edmund: Brehms Tierleben. Allgemeine Kunde des Tierreichs. Dritte, gänzlich neubearbeitete Aufl. Hrsg. von Prof.Dr.Pechuel-Loesche. 9.Band: Die Insekten, Tausendfüßler und Spinnen. Mit 287 Abbildungen im Text und 21 Tafeln von Emil Schmidt und Heinrich Morin. Bibliographisches Institut Dritte, gänzlich neubearbeitete Auflage 1892 Leipzig und Wien
XXXII/ 764S. Groß 8°
Halbleder Klammergehefteter, goldgeprägter, rotbrauner Halblederband mit Lederrückenschildern, Lederecken, Hartkarton in Lederoptik (sog. "Lederkarton"), marmorierten Buchschnitten und vier falschen Bünden, sogenannter Halbfranzband. Mit den wunderschönen Vierfarbdrucken. Die Einbandkanten berieben, die obere und untere Rückenkante mit kleinem Einriss, die Lederecken teils durchgerieben, Schnitte altersgemäß nachgedunkelt, die erste fünf Seiten leicht knittrig, auf der Tafel "Hirschkäfer und Heldbock" Reste des entfernten Transparenschutzpapiers, vereinzelt, wie bei diesen Farbtafeln häufig, Abklatsch des Bildmotivs auf das Transparentpapier bzw. die gegenüberliegende Textseite, ansonsten altersentsprechend rundum guter Zustand dieses schönen Buches. Gesetzt in Fraktur. Brehms Thierleben ist ein zoologisches Nachschlagewerk, durch das sein Verfasser Alfred Edmund Brehm (1829-1884) weltbekannt wurde. Alfred Brehm schrieb als freier Schriftsteller Aufsätze und Reiseberichte für populärwissenschaftliche Zeitschriften über zoologische Themen, die er ab 1863 auch in Form einzelner Lieferungen mit einem Umfang von jeweils etwa 48 Seiten beim Bibliographischen Institut veröffentlichte. Der Erfolg brachte ihm 1860 einen Vertrag für eine zehnbändige zoologische Enzyklopädie ein. Die Arbeit daran wurde durch Reisen nach Abessinien, Skandinavien und Sibirien unterbrochen, aber auch bereichert. Die ersten sechs Bände des Illustrirten Thierlebens erschienen 1863-1869 im Bibliographischen Institut (Hildburghausen) unter dem Verleger Herrmann Julius Meyer. Sie fanden in weiten Kreisen und im Bildungsbürgertum großen Anklang. Ab der zweiten Auflage (zehn Bände 1876-1879, neu gedruckt 1882-1887) hieß das Werk bereits Brehms Thierleben. Brehm selbst hatte die sechs Bände über die Wirbeltiere verfasst und einen der später erschienenen Bände. Das Werk machte den Autor weltweit bekannt und ist bis heute ein Begriff, auch wenn die Forschung inzwischen weit über Brehms Wissen hinaus gegangen ist. Die größte Veränderung in der zweiten Auflage waren wohl die neuen Illustrationen von Gustav Mützel (1839-1893) und Eduard Oscar Schmidt (Entomologe, 1823-1886), von denen Charles Darwin äußerte, sie seien die besten, die er je in einem Werk gesehen habe. Zur Beliebtheit der Thierleben-Bände trugen die Illustrationen erheblich bei, deren spezieller Stil von Robert Kretschmer (1818-1872) geprägt wurde und die zoologische Fachliteratur sehr beeinflusste. Unter den Illustratoren späterer Jahrgänge gelangte Friedrich Wilhelm Kuhnert (1865-1926) als "Löwen-Kuhnert" zu Bekanntheit. Die dritte Auflage folgte 1890-1893 und wurde vom Bibliographischen Institut Leipzig in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem von dem 1896 in St. Petersburg gegründeten Verlag Proswestschenie (Aufklärung) vertrieben . Neben den großen Ausgaben erschienenen auch Tafelwerke sowie Volks- und Schulausgaben (1868/70. 1873/74, 1879, 1883, 1892/93). Alfred Edmund Brehm (* 2. Februar 1829 in Unterrenthendorf, heute Renthendorf bei Neustadt an der Orla; 11. November 1884 in Renthendorf) war ein deutscher Zoologe und Schriftsteller. Sein Name wurde durch den Buchtitel Brehms Tierleben zu einem Synonym für populärwissenschaftliche zoologische Literatur. Brehm (Spitzname: Chalihl Effendi) wuchs in dem thüringischen Dörfchen Unterrenthendorf als Sohn des Pfarrers Christian Ludwig Brehm und dessen zweiter Ehefrau Bertha auf. Christian Ludwig Brehm machte sich als Ornithologe mit Veröffentlichungen und einer umfangreichen Sammlung ausgestopfter Vögel in der Fachwelt einen Namen. Über 9000 tote Vögel boten im Pfarrhaus einen Einblick in die europäische Vogelwelt. Die Forschungen des Vaters weckten zwar früh das Interesse Alfreds für die Zoologie, aber sein Berufswunsch war es, Architekt zu werden. Im Frühjahr 1844 kam Brehm zu einem Baumeister in Altenburg in die Lehre. Er erlernte bis September 1846 das Maurerhandwerk und absolvierte die Altenburger Kunst- und Handwerksschule. Ende 1846 ging er nach Dresden, um Architektur zu studieren, brach das Studium aber nach zwei Semestern ab, weil der zu seiner Zeit bekannte Vogelkundler Johann Wilhelm von Müller einen Begleiter für eine Afrika-Expedition suchte. Als Sekretär und Gehilfe des Barons von Müller brach Brehm am 31. Mai 1847 zu einer fünfjährigen Expedition auf, die ihn nach Ägypten, in den Sudan und auf die Sinai-Halbinsel führte; die wissenschaftliche Ausbeute war so bedeutsam, dass er im Alter von nur 20 Jahren mit der Mitgliedschaft der Akademie der Naturforscher (Leopoldina) ausgezeichnet wurde. Nach seiner Rückkehr begann er 1853 mit dem Studium der Naturwissenschaften an der Universität in Jena. Wie sein Bruder Reinhold wurde er bei dem Corps Saxonia Jena, einer Studentenverbindung aktiv; wegen seiner Forschungsreisen durch Nordafrika erhielt er von seinen Corpsbrüdern den respektvollen Spitznamen "Pharao". Nach nur vier Semestern schloss er sein Studium 1855 mit der Promotion ab. Mit seinem Bruder Reinhold begab er sich 1856 auf eine zweijährige Spanienreise. Danach ließ er sich in Leipzig als freier Schriftsteller nieder und schrieb zahlreiche populärwissenschaftliche Beiträge für die berühmte Zeitschrift Die Gartenlaube und andere Zeitschriften. Zwischendurch unternahm er 1860 eine Expedition nach Norwegen und Lappland. 1858 wurde Brehm durch die Empfehlung seines Freundes Hans Zille Freimaurer und gehörte der St.-Johannis-Freimaurerloge "Apollo" im Orient von Leipzig an, die ihn 1873 in den Meistergrad erhob. Im Mai 1861 heiratete Brehm seine Cousine Mathilde Reiz, mit der er fünf Kinder hatte. Seine Reiselust hielt ihn nicht lange zu Hause. So nahm er 1862 gerne eine Einladung des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha an, ihn auf eine Reise nach Abessinien zu begleiten. Danach ging es noch mehrfach nach Afrika sowie nach Skandinavien und Sibirien. In den Jahren 1878 und 1879 unternahm er zwei Reisen nach Ungarn und Spanien auf Einladung von Kronprinz Rudolf von Österreich, der Hobby-Ornithologe war und Brehm bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden blieb. Seine Aufsätze und Reiseberichte aus der Tierwelt fanden großen Anklang in weiten Kreisen des Bildungsbürgertums, so dass der Verleger Herrmann Julius Meyer bei ihm ein großes vielbändiges Werk über das Tierreich für das Bibliographische Institut in Hildburghausen bestellte. Als Brehms Tierleben machte es ihn weltweit bekannt. Obwohl Brehm das Verhalten von Tieren aus heutiger Sicht fehlinterpretierte, ist sein Werk auch heute noch ein Begriff. Aus wissenschaftlicher Sicht gab es jedoch bereits in den 1860er-Jahren heftige Angriffe auf Brehm und seine Publikationen, vor allem von dem Eberswalder Zoologen und Forstwissenschaftler Bernard Altum. Sein Leben war mit schriftstellerischer Arbeit, Forschungs- und Vortragsreisen reichlich ausgefüllt. Von 1863 - 1866 leitete er den Hamburger zoologischen Garten; 1869 entstand nach seinen Ideen in Berlin Unter den Linden das Berliner Aquarium, welches er bis 1878 als Direktor leitete. Im Winter 1883/84 unternahm Brehm eine Vortragsreise in die USA. Kurz vor seiner Abfahrt erkrankten seine vier bei ihm wohnenden Kinder an Diphtherie. Brehm, der seit 1878 Witwer war, entschloss sich trotzdem zur Reise, da er das Geld für die sonst fällige Vertragsstrafe nicht aufbringen konnte. Ende Januar erreichte ihn dann die Nachricht vom Tod seines jüngsten Sohns. Zum seelischen Schmerz kam die Malaria, an der Alfred Brehm schon in jungen Jahren in Afrika gelitten hatte. Am 11. Mai 1884 kehrte er nach Berlin zurück. Um Ruhe zu finden, zog er im Juli wieder in seine Heimat nach Renthendorf, wo er am 11. November 1884 starb. Dort befindet sich die Brehm-Gedenkstätte. Ein Denkmal für Brehm, geschaffen vom Tiroler Bildhauer Norbert Pfretzschner, wurde in Altenburg aufgestellt.
[SW: Lexika | Nachschlagewerke | Brehms Tierleben | Prachtausgaben]
Brehm, Alfred Edmund: Brehms Tierleben. Allgemeine Kunde des Tierreichs. Dritte, gänzlich neubearbeitete Aufl. Hrsg. von Prof.Dr.Pechuel-Loesche. 10.Band: Die niederen Tiere. Mit 496 Abbildungen im Text, 16 Tafeln und 1 Karte von F.Etzold, R.Koch, G.Merculiano, H.Morin u.a. Bibliographisches Institut Dritte, gänzlich neubearbeitete Auflage 1893 Leipzig und Wien
XXVIII/ 716S. Groß 8°
Halbleder Klammergehefteter, goldgeprägter, rotbrauner Halblederband mit Lederrückenschildern, Lederecken, Hartkarton in Lederoptik (sog. "Lederkarton"), marmorierten Buchschnitten, Lesebändchen und vier falschen Bünden, sogenannter Halbfranzband. Mit den wunderschönen Vierfarbdrucken. Einband und Einbandkanten leicht berieben, kleine Fehlstelle am oberen Rücken, die Lederecken teilweise durchgerieben, Vorsätze leicht fleckig, wenige Seiten mit kleinem Randeinriss, vereinzelt, wie bei diesen Farbtafeln häufig, Abklatsch des Bildmotivs auf das Transparentpapier bzw. die gegenüberliegende Textseite, ansonsten altersentsprechend rundum guter Zustand dieses schönen Buches. Gesetzt in Fraktur. Brehms Thierleben ist ein zoologisches Nachschlagewerk, durch das sein Verfasser Alfred Edmund Brehm (1829-1884) weltbekannt wurde. Alfred Brehm schrieb als freier Schriftsteller Aufsätze und Reiseberichte für populärwissenschaftliche Zeitschriften über zoologische Themen, die er ab 1863 auch in Form einzelner Lieferungen mit einem Umfang von jeweils etwa 48 Seiten beim Bibliographischen Institut veröffentlichte. Der Erfolg brachte ihm 1860 einen Vertrag für eine zehnbändige zoologische Enzyklopädie ein. Die Arbeit daran wurde durch Reisen nach Abessinien, Skandinavien und Sibirien unterbrochen, aber auch bereichert. Die ersten sechs Bände des Illustrirten Thierlebens erschienen 1863-1869 im Bibliographischen Institut (Hildburghausen) unter dem Verleger Herrmann Julius Meyer. Sie fanden in weiten Kreisen und im Bildungsbürgertum großen Anklang. Ab der zweiten Auflage (zehn Bände 1876-1879, neu gedruckt 1882-1887) hieß das Werk bereits Brehms Thierleben. Brehm selbst hatte die sechs Bände über die Wirbeltiere verfasst und einen der später erschienenen Bände. Das Werk machte den Autor weltweit bekannt und ist bis heute ein Begriff, auch wenn die Forschung inzwischen weit über Brehms Wissen hinaus gegangen ist. Die größte Veränderung in der zweiten Auflage waren wohl die neuen Illustrationen von Gustav Mützel (1839-1893) und Eduard Oscar Schmidt (Entomologe, 1823-1886), von denen Charles Darwin äußerte, sie seien die besten, die er je in einem Werk gesehen habe. Zur Beliebtheit der Thierleben-Bände trugen die Illustrationen erheblich bei, deren spezieller Stil von Robert Kretschmer (1818-1872) geprägt wurde und die zoologische Fachliteratur sehr beeinflusste. Unter den Illustratoren späterer Jahrgänge gelangte Friedrich Wilhelm Kuhnert (1865-1926) als "Löwen-Kuhnert" zu Bekanntheit. Die dritte Auflage folgte 1890-1893 und wurde vom Bibliographischen Institut Leipzig in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem von dem 1896 in St. Petersburg gegründeten Verlag Proswestschenie (Aufklärung) vertrieben . Neben den großen Ausgaben erschienenen auch Tafelwerke sowie Volks- und Schulausgaben (1868/70. 1873/74, 1879, 1883, 1892/93). Alfred Edmund Brehm (* 2. Februar 1829 in Unterrenthendorf, heute Renthendorf bei Neustadt an der Orla; 11. November 1884 in Renthendorf) war ein deutscher Zoologe und Schriftsteller. Sein Name wurde durch den Buchtitel Brehms Tierleben zu einem Synonym für populärwissenschaftliche zoologische Literatur. Brehm (Spitzname: Chalihl Effendi) wuchs in dem thüringischen Dörfchen Unterrenthendorf als Sohn des Pfarrers Christian Ludwig Brehm und dessen zweiter Ehefrau Bertha auf. Christian Ludwig Brehm machte sich als Ornithologe mit Veröffentlichungen und einer umfangreichen Sammlung ausgestopfter Vögel in der Fachwelt einen Namen. Über 9000 tote Vögel boten im Pfarrhaus einen Einblick in die europäische Vogelwelt. Die Forschungen des Vaters weckten zwar früh das Interesse Alfreds für die Zoologie, aber sein Berufswunsch war es, Architekt zu werden. Im Frühjahr 1844 kam Brehm zu einem Baumeister in Altenburg in die Lehre. Er erlernte bis September 1846 das Maurerhandwerk und absolvierte die Altenburger Kunst- und Handwerksschule. Ende 1846 ging er nach Dresden, um Architektur zu studieren, brach das Studium aber nach zwei Semestern ab, weil der zu seiner Zeit bekannte Vogelkundler Johann Wilhelm von Müller einen Begleiter für eine Afrika-Expedition suchte. Als Sekretär und Gehilfe des Barons von Müller brach Brehm am 31. Mai 1847 zu einer fünfjährigen Expedition auf, die ihn nach Ägypten, in den Sudan und auf die Sinai-Halbinsel führte; die wissenschaftliche Ausbeute war so bedeutsam, dass er im Alter von nur 20 Jahren mit der Mitgliedschaft der Akademie der Naturforscher (Leopoldina) ausgezeichnet wurde. Nach seiner Rückkehr begann er 1853 mit dem Studium der Naturwissenschaften an der Universität in Jena. Wie sein Bruder Reinhold wurde er bei dem Corps Saxonia Jena, einer Studentenverbindung aktiv; wegen seiner Forschungsreisen durch Nordafrika erhielt er von seinen Corpsbrüdern den respektvollen Spitznamen "Pharao". Nach nur vier Semestern schloss er sein Studium 1855 mit der Promotion ab. Mit seinem Bruder Reinhold begab er sich 1856 auf eine zweijährige Spanienreise. Danach ließ er sich in Leipzig als freier Schriftsteller nieder und schrieb zahlreiche populärwissenschaftliche Beiträge für die berühmte Zeitschrift Die Gartenlaube und andere Zeitschriften. Zwischendurch unternahm er 1860 eine Expedition nach Norwegen und Lappland. 1858 wurde Brehm durch die Empfehlung seines Freundes Hans Zille Freimaurer und gehörte der St.-Johannis-Freimaurerloge "Apollo" im Orient von Leipzig an, die ihn 1873 in den Meistergrad erhob. Im Mai 1861 heiratete Brehm seine Cousine Mathilde Reiz, mit der er fünf Kinder hatte. Seine Reiselust hielt ihn nicht lange zu Hause. So nahm er 1862 gerne eine Einladung des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha an, ihn auf eine Reise nach Abessinien zu begleiten. Danach ging es noch mehrfach nach Afrika sowie nach Skandinavien und Sibirien. In den Jahren 1878 und 1879 unternahm er zwei Reisen nach Ungarn und Spanien auf Einladung von Kronprinz Rudolf von Österreich, der Hobby-Ornithologe war und Brehm bis zu dessen Tod freundschaftlich verbunden blieb. Seine Aufsätze und Reiseberichte aus der Tierwelt fanden großen Anklang in weiten Kreisen des Bildungsbürgertums, so dass der Verleger Herrmann Julius Meyer bei ihm ein großes vielbändiges Werk über das Tierreich für das Bibliographische Institut in Hildburghausen bestellte. Als Brehms Tierleben machte es ihn weltweit bekannt. Obwohl Brehm das Verhalten von Tieren aus heutiger Sicht fehlinterpretierte, ist sein Werk auch heute noch ein Begriff. Aus wissenschaftlicher Sicht gab es jedoch bereits in den 1860er-Jahren heftige Angriffe auf Brehm und seine Publikationen, vor allem von dem Eberswalder Zoologen und Forstwissenschaftler Bernard Altum. Sein Leben war mit schriftstellerischer Arbeit, Forschungs- und Vortragsreisen reichlich ausgefüllt. Von 1863 - 1866 leitete er den Hamburger zoologischen Garten; 1869 entstand nach seinen Ideen in Berlin Unter den Linden das Berliner Aquarium, welches er bis 1878 als Direktor leitete. Im Winter 1883/84 unternahm Brehm eine Vortragsreise in die USA. Kurz vor seiner Abfahrt erkrankten seine vier bei ihm wohnenden Kinder an Diphtherie. Brehm, der seit 1878 Witwer war, entschloss sich trotzdem zur Reise, da er das Geld für die sonst fällige Vertragsstrafe nicht aufbringen konnte. Ende Januar erreichte ihn dann die Nachricht vom Tod seines jüngsten Sohns. Zum seelischen Schmerz kam die Malaria, an der Alfred Brehm schon in jungen Jahren in Afrika gelitten hatte. Am 11. Mai 1884 kehrte er nach Berlin zurück. Um Ruhe zu finden, zog er im Juli wieder in seine Heimat nach Renthendorf, wo er am 11. November 1884 starb. Dort befindet sich die Brehm-Gedenkstätte. Ein Denkmal für Brehm, geschaffen vom Tiroler Bildhauer Norbert Pfretzschner, wurde in Altenburg aufgestellt.
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